[0001] Die Erfindung betrifft einen Kurbelschleifenrahmen für einen Kurbelschleifentrieb
einer Brennkraftmaschine zur Umwandlung einer hin- und hergehenden Bewegung in eine
Rotationsbewegung.
[0002] Eine Brennkraftmaschine der gattungsgemäßen Art, die z. B. in der DE-OS 34 33 510
beschrieben wird, weist mindestens zwei auf einer Achse sich gegenüberliegende Kolbenzylindereinheiten
auf, deren starr befestigte Kolbenstangen über einen zwischen den Kolbenzylindereinheiten
angeordneten Kurbelschleifentrieb gekoppelt sind. Der Kurbelschleifentrieb, mit dem
die hin- und hergehende Bewegung der Kolbenstangen in eine Rotationsbewegung umgewandelt
wird, besteht in der Regel aus einem Kurbelschleifenrahmen, an dessen Gleitbahnstegen
außenseitig die Kolbenstangen ebenfalls starr befesigt sind und in dessen Innenraum
ein Gleitstein sitzt, der durch innenseitig an den Gleitbahnstegen angeordnete Gleitbahnen
geführt wird und in dem drehbar ein Kurbelzapfen eines die Rotationsbewegung ausführenden
Kurbelabtriebes steckt, wobei sich die Achse des Kurbelzapfens quer zur Achse der
Kolbenstangen erstreckt.
[0003] Bei derartigen Brennkraftmaschinen treten, wie auch bei allen anderen Brennkraftmaschinen,
schnell wechselnde Lagerbelastungen auf. Solche Belastungen können zu erheblichen
Leistungsverlusten und zur Zerstörung des Kurbelschleifentriebes führen. Sie machen
sich bei den gattungsgemäßen Brennkraftmaschinen u. a. insbesondere auch zwischen
den dem Kurbelschleifenrahmen zugeordneten Gleitflächen des Gleitsteins und den Gleitbahnen
der Gleitbahnenstege des Kurbelschleifenrahmens durch Reibungswärme zeitlich unterschiedlicher
Temperatur- und Wärmemenge bemerkbar trotz optimierter vorhandener Lagerspiele und
Schmiermittelfilme. Insbesondere Wechselbelastungen bei hohen Arbeitstaktgeschwindigkeiten
bzw. hohen Drehzahlen führen zu erhöhter Reibungswärme, die nicht aus der berechenbaren
ohnehin auftretenden erhöhten Wärme bei hohen Taktgschwindigkeiten resultiert.
[0004] Im Rahmen der Suche nach Möglichkeiten diese erhöhte Reibungswärne zu vermeiden,
konnte als deren Ursache eine Durchbiegung der Gleitbahnrahmenstege ermittelt werden,
die sogar zu einem Abriß des Schmierfilmes und Kavitation zwischen den Gleitbahnen
des Kurbelschleifenrahmens und den Gleitoberflächen des Gleitsteins führte, mit der
Folge des Blockierens und gegebenenfalls einer Zerstörung des Kurbelschleifentriebs.
[0005] Um diesem seit langem bekannten Problem zu begegnen, hat man durch Verstärkung der
Rahmenkonstruktion versucht, die Durchbiegungen zu vermeiden. Zum Beispiel wurden
im Querschnitt U-förmige oder sogar Doppel-T-förmige Gleitbahnrahmenstege verwendet,
die z. B. in der DE-OS 34 33 510 in Fig. 1 bzw. in der DEOS 34 47 663 in Fig. 3 erkennbar
sind. Bekannt geworden sind auch im Querschnitt kastenförmige Gleitbahnrahmenstege.
Trotz Verwendung dieser Stege mit den größtmöglichen Widerstandsmomenten gegen Durchbiegung
konnte man dem Problem nicht beikommen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist, einen Kurbelschleifenrahmen zu schaffen, der den Wechselbelastungen
der Brennkraftmaschine widersteht, so daß ein Blockieren bzw. ein Zerstören des Kurbelschleifentriebs
vermieden werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung werden in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0008] Die Erfindung verläßt den vorgezeichneten Weg, das Problem durch Erhöhung der Stabilität
der Gleitbahnrahmenstege zu lösen und findet die Lösung in überraschender Weise in
einer homogenen schnellen Verteilung der Wärme in der Umgebung der Gleitbahnrahmenstege.
Insbesondere gelingt dies bei der Verwendung von im Querschnitt H-förmigen Rahmenstegen,
bei denen der Flächenformschwerpunkt kurz oberhalb der Gleitbahn liegt, so daß für
das Abfließen der Wärme bzw. für die homogene Verteilung der Wärme sowohl oberhalb
als auch unterhalb der Gleitbahnen nahezu symmetrisch verteilt wärmeaufnehmende Stege
zur Verfügung stehen. Es handelt sich dabei nicht um Kühlrippen od. dgl. Elemente
zum Abführen von Wärme, sondern um Stege ausreichender Wärmekapazität für eine homogene
Verteilung der Wärme oberhalb und unterhalb der Gleitbahnrahmenstege. Diese homogene
Wärmeverteilung sorgt für eine geradlinige Ausdehnung der Gleitbahnrahmenstege, so
daß die Gleitbahnen ebenflächig bleiben und insbesondere eine Durchbiegung der Gleitbahnen
vermieden wird.
[0009] Für die homogene Verteilung der Wärme ist es nicht unbedingt erforderlich, die Gleitbahnrahmenstege
im Querschnitt symmetrisch auszugestalten. Es kann zweckmäßig sein, z. B. die gleitsteinseitigen
H-Schenkel oder die kolbenstangenseitigen H-Schenkel höher und/oder die Schenkel im
Bereich der Kolbenstangen höher als im Bereich der Stirnseiten des Rahmens auszubilden
und/oder zusätzliche Massen mit zusätzlicher Wärmekapazität im Bereich der Stirnseiten
zu schaffen, um auch in diesen Bereichen eine homogene und schnelle Verteilung des
Wärmeflusses zu erreichen.
[0010] Nach einer besondere Ausführungsform der Erfindung kann zusätzlich zu den beschriebenen
Maßnahmen vorgesehen sein, auf der Gleitbahnoberfläche eine die Wärme schlecht leitende
Beschich tung z. B. aus Kermaik und/oder eine Platte aus die Wärme schlecht leitendem
Material z. B. aus Keramik anzuordnen, so daß nur ein Teil der entstehenden Wärme
in den Rahmen fließt. Dabei besteht in vorteilhafter Weise sogar die Möglichkeit,
die Wärmeleitfähigkeit der Beschichtung bzw. der Platte in Längserstreckung der Gleitbahnen
zonal derart unterschiedlich vorzusehen, daß dadurch die homogene Verteilung der Wärme
in den Gleitrahmenstegen unterstützt wird. Die unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit
und/oder Wärmekapazität kann z. B. bei einer Keramikbeschichtung oder einer Keramikplatte
dadurch gewährleistet werden, daß die Platte aus Schichten z. B. Keramikfolien unterschiedlicher
Wärmeleitfähigkeit und/oder Wärmekapazität und/oder in der Längserstreckung aus Plättchen
unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit und/oder Wärmekapazität aufgebaut ist.
[0011] Mit Hilfe der beschriebenen Beschichtung und/oder Platten gelingt es sogar, die Wärme
in der Beschichtung bzw. in der Platte derart zu verteilen und zu speichern, daß nur
eine geringe, in den Gleitbahnrahmenstegen kein Verziehen bzw. keine Durchbiegung
hervorrufende Wärmeaufnahme stattfindet, so daß gegebenenfalls auch Gleitbahnrahmenstege
bekannter Bauart Verwendung finden können.
[0012] Im Zusammenhang mit den erfindungsgemäßen Mitteln zum Einwirken auf die Wärmeverteilung
im Kurbelschleifrahmen ist vorteilhaft, den Rahmen, wie an sich aus der DE-OS 34 33
510 bekannt, geteilt auszubilden und Befestigungsmittel zum Zusammenhalten der Rahmenteile
vorzusehen, die die wärmebedingten Bewegungen der Rahmenteile ausgleichen können.
Demgemäß ist vorteilhaft, z. B. dehnbare Spannbänder oder Dehnschrauben für die Befestigung
der Rahmenteile an den Stirnflächen des Kurbelschleifenrahmens zu verwenden, die derart
angeordnet sind, daß sie die durch Wärme bedingte Ausdehnung des Rahmens senkrecht
zur Ebene der Gleitbahnen kompensieren können.
[0013] Eine weitere erfindungsgemäße Maßnahme zur Unterstützung der Wirkung der erfindungsgemäßen
Mittel zum Einwirken auf die Wärmeverteilung im Kurbelschleifenrahmen sieht vor, den
Abriß des Schmierfilms zwischen Gleitstein- und Gleitbahnoberflächen und damit zusammenhängende
Bruch- und Temperaturspitzen zu vermeiden, und zwar durch die Anordnung von Ausnehmungen
bzw. sogenannten Pittings in den Gleitbahnoberflächen und/oder in den den Gleitbahnen
zugewandten Gleitsteinoberflächen, wie sie an sich zwischen ebenen Gleitelementen
allgemein zum gleichen Zweck bekannt sind.
[0014] Mit der Erfindung gelingt es somit, nicht nur die Formstabilität des Kurbelschleifenrahmens
zu gewährleisten. Die Erfindung gestattet darüber hinaus auch eine bisher nicht mögliche
Leichtbauweise des Kurbelschleifenrahmens.
[0015] Anhand der in der Zeichnung dargestellten Beispiele wird die Erfindung im folgenden
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a,b
- perspektivisch einen Kurbelschleifenrahmen sowie einen Querschnitt durch einen Kurbelschleifenrahmensteg;
- Fig. 2
- eine perspektivische Explosionsdarstellung des Kurbelschleifenrahmens nach Fig. 1;
- Fig. 3a,b
- eine Seitenansicht eines Kurbelschleifenrahmens teilweise im Schnitt sowie einen Querschnitt
entlang der Linie IIIb-IIIb in Fig. 3a;
- Fig.4
- perspektivisch eine weitere Ausführungsform des Kurbelschleifenrahmens;
- Fig. 5
- perspektivisch einen Längsschnitt durch den Kurbelschleifenrahmen nach Fig. 4;
- Fig. 6a
- perspektivisch einen Längsschnitt durch den Kurbelschleifenrahmen mit Pittings in
den Gleitbahnen;
- Fig. 6b
- einen Ausbruch aus einem Gleitbahnbereich im Längsschnitt;
- Fig. 7
- perspektivisch Gleitbahnplatten.
[0016] Ein erfindungsgemäßer Kurbelschleifenrahmen 1 für z.B. eine in der DE-OS 34 33 510
beschriebene Hubkolben-Brennkraftmaschine mit Kurbelschleifentrieb weist in der Regel
zwei sich gegenüberliegende Gleitbahnrahmenstege 2,3 sowie zwei Stirnstege 4,5 auf,
so daß ein Rahmeninnenraum 6 gebildet wird. In der Längsmitte der Gleitbahnrahmenstege
2,3 sind außenseitig senkrecht dazu die Kolbenstangen 7 zweier sich gegenüberliegend
angeordneter nicht dargestellter Kolbenzylindereinheiten der Brennkraftmaschine angeordnet.
Der nicht dargestellte Gleitstein des Kurbelschleifentriebs sitzt in an sich bekannter
Weise im Innenraum 6 des Kurbelschleifenrahmens 1. Wesentlich ist, daß die Gleitbahnrahmenstege
2,3 im Querschnitt H-förmig ausgebildet sind (Fig. 1b), und den horizontalen Gleitbahnsteg
8 sowie die beiden an den Längsrändern des Gleitbahnstegs 8 sitzenden vertikalen Schenkelstege
9 aufweisen. Der Gleitbahnsteg 8 ist mittig zwischen den Schenkelstegen 9 angeordnet,
d.h. die Höhe der Schenkelstege 9 oberhalb und unterhalb des Gleitbahnstegs 8 ist
gleich. Diese Symmetrie kann jedoch - falls es der Wärmefluß und/oder die Wärmekapazität
und/oder die Wärmeverteilung erfordern - anders sein.
[0017] Die Gleitbahnstege 8 bilden die sich gegenüberliegenden, ebenflächigen Gleitbahnen
10 im Rahmeninnenraum für den Gleitstein.
[0018] Der abgebildete Kurbelschleifenrahmen 1 ist zweiteilig, und zwar längsmittig geteilt,
ausgeführt, wobei endseitig an den Gleitbahnrahmenstegen 2,3 jeweils eine Stirnsteghälfte
11 vorgesehen ist, und die Stirnflächen 12 der Stirnsteghälften 11 in der Teilungsebene
gegeneinander gesetzt sind.
[0019] Die Gleitbahnrahmenstege 2,3 können durch Schweißung, vorzugsweise durch Elektronenstrahlschweißung
(Fig. 4), zusammengesetzt sein. Ebenso ist es möglich, den Kurbelschleifenrahmen 1
einstückig herzustellen.
[0020] Zweckmäßigerweise ist der Kurbelschleifenrahmen 1 jedoch zweiteilig ausgeführt. Eine
für die Zwecke der Erfindung vorteilhafte Zusammenfügung ist in den Fig. 1, 2 dargestellt.
Sie erfolgt mittels zweier rechteckiger metallischer Spannbandringe 13. Für die Lagerung
der Spannbandringe 13 ist stirnseitig an jeder Stirnsteghälfte 11 ein sich in Längsrichtung
der Gleitbahnrahmenstege 2,3 erstreckender - in der Stirnansicht betrachtet - U-förmiger
Spannbandlagersteg 15 mit ebenen Außenflächen 14 angeordnet. Im zusammengesetzten
Zustand der Gleitbahnrahmenstege 2,3 ergeben die Spannbandlagerstege 15 einen außenseitig
ebenflächigen Spannbandrahmen, auf dem das Spannband mit Preßsitz lagert.
[0021] Um zu verhindern, daß die Gleitbahnrahmenstege 2,3 in der Teilungsebene verrutschen,
sind zwischen den U-Schenkeln benachbarter Spannbandlagerstege 15 in der Teilungsebene
Abstandhalterbolzen 16 angeordnet, die an ihren Enden eine Stützscheibe 17 und zweckmäßigerweise
eine sich außenseitig anschließende Lagerscheibe 18 geringeren Durchmessers aufweisen.
Für die Lagerscheiben 18 sind halbkreisförmige Ausnehmungen 19 in die freien Endkanten
20 der Spannbandlagerstege 15 eingebracht. Im zusammengebauten Zustand des Kurbelschleifenrahmens
1 (Fig. 1) stützen sich die Stützscheiben 17 gegen die Innenfläche der Spannbandlagerstege
15 ab, während die Lagerscheiben 18 formschlüssig in den Ausnehmungen 19 lagern und
vom Spannbandring 13 außenseitig abgedeckt sind. Diese Spannbandmontage ermöglicht
ein einfaches und schnelles Zusammenfügen der Einzelteile des Kurbelschleifenrahmens
1 und eine Ausdehnung des Kurbelschleifenrahmens 1 in zu den Kolbenstangen 7 achsparalleler
Richtung.
[0022] Im Innenraum 6 des erfindungsgemäßen Kurbelschleifenrahmens 1 sitzt der Gleitstein
wie in einem Käfig, weil die zum Innenraum weisenden Schenkelstege 9 den Gleitstein
seitlich übergreifen.
[0023] Aus fertigungstechnischen und Stabilitäts-Gründen kann der Übergang der innenraumseitigen
Schenkelstege 9 zu den Stirnsteg hälften 11 abgerundet ausgebildet sein, so daß ein
ovales Loch 20a gebildet wird.
[0024] Stirnseitig ist der Kurbelschleifenrahmen 1 offen, was den Wärmefluß und die Wärmeteilung
begünstigt und außerdem die Leichtbauweise unterstützt.
[0025] Das Spannband 13, das die Wärmedehnungen auffangen und die Bolzensicherung gewährleisten
soll, hat aber insbesondere auch die Aufgabe, den den Wärmefluß behindernden Spalt
zwischen den Gleitbahnrahmenstegen 2,3 in der Teilungsebene zu überbrücken und für
eine schnelle Wärmeleitung und -verteilung zu sorgen. In gleicher Weise trägt auch
der Bolzen 16 zur Wärmeleitung und - verteilung bei.
[0026] Eine weitere vorteilhafte Zusammenfügung der Gleitbahnrahmenstege 2,3 erfolgt gemäß
der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform mittels Dehnschrauben 21. Dabei ist endseitig
in jedem Gleitbahnsteg 8 ein Loch 22 vorgesehen, das vom Schraubenschaft der Dehnschraube
21 durchgriffen wird, wobei sich der Schraubenkopf 22 rahmenaußenseitig auf der Oberfläche
des Gleitbahnstegs 8 abstützt und das jeweilige endseitige Außengewinde 23 von zwei
sich gegenüberliegend angeordneten Dehnungsschrauben 21 in ein entsprechendes Innengewinde
eines quaderförmigen Verbindungsblocks 24 greift, der die Teilungsebene überbrückt.
Der Verbindungsblock 24 liegt zweckmäßigerweise an den Innenflächen der Stirnsteghälften
11 an (Fig. 3b), wobei Kanten von in den Stirnsteghälften 11 angeordneten halbkreisförmigen
Ausnehmungen 19a in einer Ringnut 25 eines außenseitig am Block 24 angeordneten Zapfens
26 lagern, so daß auch bei dieser Ausführungsform ein gegenseitiges Verschieben der
Gleitbahnrahmenstege 2,3 in der Teilungsebene verhindert ist.
[0027] Vorteilhaft ist, an der Innenfläche der innenraumseitigen Schenkelstege 9 sich in
Längsrichtung erstreckende, erhabene, ebenflächige Führungs- bzw. Stützstege 27 für
den Gleitstein vorzusehen, so daß der Gleitstein seitlich geführt wird und der Wärmeübergang
auch seitlich möglich ist, was die schnelle Wärmeleitung und -verteilung begünstigt
(Fig. 4,5).
[0028] Fig. 6a/b zeigt, daß nach der Erfindung in den Gleitflächen 10 der Gleitbahnen der
Gleitbahnstege 8 und vorzugsweise auch in den Gleitflächen 28 der Führungsstege 27
Pittings bzw. Vertiefungen 29 eingebracht sind, die als Ölreservoir dienen und verhindern,
daß der Schmierfilm zwischen den Gleitflächen 10,28 und den entsprechenden Gleitsteinflächen
abreißt. Die Form, Anzahl sowie Anordnung der Pittings 29 wird aufgrund empirischer
Ermittlungen gewählt. Durch die Pittings bzw. durch die Vermeidung des Filmabrisses
werden Wärmespitzen ausgeschlossen, was die schnelle Wärmeleitung und -verteilung
unterstützt.
[0029] In Fig. 7 sind im Querschnitt U-förmige Gleitplatten 30 aus einem besonderen Metall
oder z.B. aus Keramik abgebildet, die mit einer Anlagefläche 34 auf den Gleitbahnen
10 angeordnet werden können. Sie weisen in ihrem Innenraum eine sich parallel zu den
Gleitflächen 10 erstreckende Gleitbasisfläche 31 sowie randlich rechtwinklig zum Innenraum
6 abgebogene Stützstege 27a auf. Die Stützstege 27a bilden entweder Gleitflächen für
den Gleitstein oder dienen zur formschlüssigen Lagerung der Gleitplatten 30 unterhalb
der Stützstege 27. Die Befestigung der Gleitplatten 30 an den Gleitbahnrahmenstegen
2,3 kann beliebig sein. Zweckmäßigerweise erfolgt ein endseitiges Umklammern der Gleitbahnstege
8 mit einem Bügel 32 oder ein Hintergreifen der Stirnsteghälften 11 mit abgewinkelten
Lappen 33. Die Gleitplatten 30 unterstützen insbesondere den homogenen Wärmefluß in
dem Rahmen 1, können aber zweckmäßigerweise auch dazu dienen, den Wärmefluß zu behindern.
Der Aufbau der Gleitplatten 30 kann in Längsrichtung zonal unterschiedlich sein, so
daß der Wärmefluß gezielt beeinflußt wird. Die Gleitplatten 30 können aber auch senkrecht
zu ihrer Längserstreckung schichtweise aufgebaut sein, um auch in diese Richtung den
Wärmefluß gezielt beeinflußen zu können.
1. Kurbelschleifenrahmen für einen Kurbelschleifentrieb einer Brennkraftmaschine zur
Umwandlung einer hin- und hergehenden Bewegung in eine Rotationsbewegung, wobei die
Brennkraftmaschine mindestens zwei auf einer Achse sich gegenüberliegende Kolbenzylinder-Einheiten
aufweist, deren starr am Kolben befestigte Kolbenstangen über den zwischen den Kolbenzylindereinheiten
angeordneten Kurbelschleifentrieb gekoppelt sind, der aus dem Kurbelschleifenrahmen
besteht, an dessen Gleitbabnstegen außenseitig die Kolbenstangen ebenfalls starr befestigt
sind und in dessen Innenraum ein Gleitstein sitzt, der durch innenseitig an den Gleitbahnstegen
angeordnete Gleitbahnen geführt wird und in dem drehbar ein Kurbelzapfen eines die
Rotationsbewegung ausführenden Kurbelabtriebs steckt, wobei sich die Achse des Kurbelzapfens
quer zur Achse der Kolbenstangen erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl oberhalb als auch unterhalb der Gleitbahn (10) der Gleitbahnrahmenstege
(2,3) des Kurbelschleifenrahmens (1) Stege (9) ausreichender Wärmekapazität für eine
homogene Verteilung der Wärme angeordnet sind.
2. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitbahnrahmenstege (2,3) im Querschnitt H-förmig ausgebildet sind und
den horizontalen Gleitbahnsteg (8) sowie die beiden an den Längsrändern des Gleitbahnstegs
(8) sitzenden vertikalen Schenkelstege (9) aufweisen.
3. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gleitsteinseitigen H-Schenkel (9) höher ausgebildet sind als die kolbenstangenseitigen
H-Schenkel (9).
4. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die kolbenstangenseitigen H-Schenkel (9) höher ausgebildet sind als die gleitsteinseitigen
H-Schenkel (9).
5. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkelstege (9) im Bereich der Kolbenstangen (7) höher als im Bereich der
Stirnstege (4,5) des Kurbelschleifenrahmens ausgebildet sind.
6. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Massen mit zusätzlicher Wärmekapazität im Bereich der Stirnstege
(4,5) vorgesehen sind.
7. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Gleitbahnoberfläche (10) der Gleitbahnrahmenstege (2,3) eine die Wärme
schlecht leitende Beschichtung angeordnet ist.
8. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus Keramik besteht.
9. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Gleitbahnoberfläche (10) der Gleitbahnrahmenstege (2,9) eine Platte aus
die Wärme schlecht leitendem Material angeordnet ist.
10. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte aus Keramik besteht.
11. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung bzw. die Platte in der Längserstreckung der Gleitbahnen zonal
unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten aufweist.
12. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung bzw. die Platte quer zur Längserstreckung zonal unterschiedliche
Wärmeleitfähigkeiten aufweist.
13. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Keramikbeschichtung bzw. die Keramikplatte aus Schichten aus Keramikfolien
unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit und/oder Wärmekapazität aufgebaut ist.
14. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Kurbelschleifenrahmen (1) zweiteilig, und zwar längsmittig geteilt, ausgeführt
ist, wobei endseitig an den Gleitbahnrahmenstegen (2,3) jeweils eine Stirnsteghälfte
(11) vorgesehen ist und die Stirnflächen (12) der Stirnsteghälften (11) in der Teilungsebene
gegeneinander gesetzt sind.
15. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitbahnrahmenstege (2,3) durch Schweißung, vorzugsweise durch Elektronenstrahlschweißung,
zusammengesetzt sind.
16. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitbahnrahmenstege (2,3) stirnseitig mit jeweils einem Spannbandring (13)
zusammengehalten werden.
17. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß für die Lagerung der Spannbandringe (13) stirnseitig an jeder Stirnsteghälfte
(11) ein sich in Längsrichtung der Gleitbahnrahmenstege (2,3) erstreckender - in der
Stirnansicht betrachtet - U-förmiger Spannbandlagersteg (15) mit ebenen Außenflächen
(14) angeordnet ist.
18. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den U-Schenkeln benachbarter Spannbandlagerstege (15) in der Teilungsebene
Abstandshalterbolzen (16) angeordnet sind, die an ihren Enden eine Stützscheibe (17)
und zweckmäßigerweise eine sich außenseitig anschließende Lagerscheibe (18) geringeren
Durchmessers aufweisen, wobei für die Lagerscheiben (18) halbkreisförmige Ausnehmungen
(19) in die freien Endkanten (20) der Spannbahnlagerstege (15) eingebracht sind, und
sich die Stützscheiben (17) gegen die Innenfläche der Spannbahnlagerstege (15) abstüt
zen, während die Lagerscheiben (18) formschlüssig in den Ausnehmungen (19) lagern
und vom Spannbahnring (13) außenseitig abgedeckt sind.
19. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitbahnrahmenstege (2,3) stirnseitig mittels Dehnschrauben (21) zusammengefügt
sind.
20. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Gleitbahnsteg (8) ein Loch (22) vorgesehen ist, das vom Schraubenschaft
der Dehnschraube (21) durchgriffen wird, wobei sich der Schraubenkopf (21a) rahmenaußenseitig
auf der Oberfläche des Gleitbahnstegs (8) abstützt und das jeweilige endseitige Außengewinde
(23) von zwei sich gegenüberliegend angeordneten Dehnschrauben (21) in ein entsprechendes
Innengewinde eines quaderförmigen Verbindungsblocks (24) greift, der die Teilungsebene
überbrückt.
21. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsblock (24) an den Innenflächen der Stirnsteghälften (11) anliegt,
wobei Kanten von in den Stirnsteghälften (11) angeordneten halbkreisförmigen Ausnehmungen
(19a) in einer Ringnut (25) eines außenseitig am Block (24) angeordneten Zapfens (26)
lagern.
22. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenfläche der innenraumseitigen Schenkelstege (9) sich in Längsrichtung
erstreckende erhabene, ebenflächige Führungsstege (27) für den Gleitstein vorgesehen
sind.
23. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß in den Gleitflächen (10) der Gleitbahnstege (8), und vorzugsweise auch in den
Gleitflächen (28) der Führungsstege (27) Pittings (29) angebracht sind.
24. Kurbelschleifenrahmen nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (30) im Querschnitt U-förmig ausgebildet sind und mit einer Anlagefläche
(34) auf den Gleitbahnen (10) angeordnet sind, wobei sie in ihrem Innenraum eine sich
parallel zu den Gleitflächen erstreckende Gleitbasisfläche (31) sowie randlich rechtwinklig
zum Innenraum (6) abgebogene Stützstege (27a) aufweisen.
25. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitplatten (30) endseitig Bügel (32) zum Umklammern der Gleitbahnstege
aufweisen.
26. Kurbelschleifenrahmen nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitplatten (30) zum Hintergreifen der Stirnsteghälften (11) abgewinkelte
Lappen (33) aufweisen.