(19)
(11) EP 0 431 347 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
05.04.1995  Patentblatt  1995/14

(21) Anmeldenummer: 90121528.5

(22) Anmeldetag:  10.11.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B65D 81/32, B65D 39/00

(54)

Mündungsverschluss für eine Austragkartusche

Closure for a dispensing cartridge

Fermeture pour cartouche de distribution


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB LI

(30) Priorität: 04.12.1989 CH 4328/89

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.06.1991  Patentblatt  1991/24

(73) Patentinhaber: Keller, Wilhelm A.
CH-6343 Rotkreuz (CH)

(72) Erfinder:
  • Keller, Wilhelm A.
    CH-6343 Rotkreuz (CH)

(74) Vertreter: OK pat AG 
Hinterbergstrasse 36, Postfach 5254
6330 Cham
6330 Cham (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 261 466
FR-A- 1 170 639
DE-A- 2 017 292
US-A- 3 215 298
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Mündungsverschluss für eine Austragkartusche für Multikomponentensysteme, mit mindestens zwei von einem gemeinsamen Sockel abstehenden, parallelen Stopfen, welche in nebeneinanderliegende Austragkanäle im Mündungsstutzen der Kartusche passen gemäß dem Obebegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Ein Mündungsverschluss dieser Art für eine Austragskartusche für Zweikomponentensysteme ist aus der DE-OS 20 17 292 bekannt. Bei dieser Vorrichtung sind auf einem gemeinsamen Sockel zwei von diesem abstehend angeordnete parallele Stopfen vorgesehen, welche in zwei nebeneinander mündende Austragskanäle im Mündungsstutzen einer Kartusche passen. Bei dieser Ausführung sind die Abmessungen der Austragskanäle genau an die Aussenabmessungen der Stopfen angepasst und ferner besteht der zweiteilige Sockel aus einer Grundplatte und einem darauf drehbar gelagerten Einsatzstück, das als weitere Dichtfläche ausgebildet ist.
    Die Stopfen selber sind als mit einer Kappe mit Innen-Gewinde zusammengefasst und diese wird über ein Aussen-Gewinde eines Ansatzes der Kartusche mit dieser verbunden; d.h. durch eine schraubende Bewegung wird der Sockel mit den zwei abstehenden Stopfen zum Zwecke des Verschliessens in die Austragungskanäle eingeschraubt. Dabei ergibt sich dann eine grosse Dichtfläche, über die verhindert werden soll, dass weder die eine noch die andere Komponente während oder nach dem Verschliessvorgang austritt.

    [0003] Die grosse vorgesehene Dichtfläche und das langsame Einschrauben der sehr gut schliessenden Stopfen hat sich nun aber in der Praxis als nachteilig erwiesen, denn meistens kann bei der Benutzung der Austragskartusche nicht verhindert werden, dass kleine Reste der Austragsstoffe an den als Dichtflächen vorgesehenen Stellen hängen bleiben und dann beim Verschliessen zum Verkleben neigen, sodass das Wiederöffnen der Kartusche erschwert wird.
    Ein weiterer Nachteil des sehr dichten, langsamen Verschliessens hat sich insofern herausgestellt, dass die in den Austragskanälen noch vorhandenen Sauerstoffreste nicht mehr austreten können, sondern beim Verschliessen eingeschlossen werden. Solche Sauerstoffanteile können zu Beschädigungen der einzelnen Komponenten des Multikomponenten-Systems führen.

    [0004] Ein weiterer Mündungsverschluss ist beispielsweise aus der US-Patentschrift Nr. 3 828 980 bekannt. In jenem Fall handelt es sich um eine Kartusche, welche mit einer versiegelten Mündung hergestellt wird, die während dem Vertrieb und der Lagerung der gefüllten Kartusche verschlossen bleibt. Erst bei Verwendung des Kartuscheninhalts wird die Mündungsspitze abgeschnitten, um die Austragkanäle zu öffnen. Das einfach gestaltete Verschlussteil wird lediglich dann verwendet, wenn die Kartusche nur teilweise geleert wird und die Mündung vorübergehend, also nur für kurze Zeit, verschlossen werden muss. Ein weiterer gattungsgemässer Mündungsverschluss ist aus der EP-Veröffentlichungsschrift Nr. 0 261 466 bekannt. Wenn ein solcher Verschluss für eine mit offenen Austragkanälen hergestellte Kartusche verwendet werden soll, wird er gleich nach dem Füllen derselben eingesetzt und muss dann während der gesamten Lagerdauer bis zur Verwendung des Inhalts beim Verbraucher zuverlässig dicht schliessen. Damit das Verschlussteil sich auch bei Erschütterungen, Druckstössen auf den Kartuscheninhalt, Temperaturschwankungen usw., wie sie bei Lagerung und Transport auftreten, nicht lockert, müssten seine Stopfen mit erheblicher Pressung in den Austragkanälen festsitzen. Dadurch würde aber sowohl das Einsetzen des Verschlusses wie auch insbesondere dessen Entfernung durch den Verwender erheblich erschwert. Ausserdem ist es bei den häufig vorkommenden, nicht kreisförmigen bzw. Ecken aufweisenden Querschnitten der Austragkanäle nicht einfach, die erforderliche genaue Passung zwischen den Kanal- und Stopfen-Querschnitten herzustellen.

    [0005] In der Verschlusstechnik sind auch beispielsweise Flaschenstöpsel Systeme bekannt (US-PS 3,215,298) die im eigentlichen Verschlussbereich einen umlaufenden Dichtkonus aufweisen. Dieser ist dabei vom einem elastischen Material umgeben und so ausgebildet, dass er bei zunehmendem Innendruck sich zunehmend an die aussenanliegende Innenfläche des abgerundeten Flaschenhalses anlegt. Entsprechende ebenfalls progressiv wirkende Ankermittel verhindern dabei ein Abdrängen des konischen Teiles aus seiner Dichtfunktion. Solche Systeme haben im eigentlichen Dichtbereich eine grosse Dichtfläche, sind hingegen in der Herstellung sehr teuer und daher für einfache und billige Masseneinrichtungen nicht geeignet.

    [0006] Anstelle von Mündungsverschlüssen mit Stopfen, die in die Austragkanäle hineinragen, werden auch Verschlusskappen ohne solche Stopfen verwendet, die entweder als Schraubkappe oder für Bajonett-Befestigung ausgebildet sind. Die Abdichtung erfolgt in diesem Fall an einer ebenen Stirnfläche des Mündungsstutzens, in welche die Austragkanäle nebeneinander einmünden. Im Falle von Zweikomponenten- oder Mehrkomponenten-Kartuschen mit zwei oder mehreren Austragkanälen muss die Verschlusskappe eins elastische Dichtungseinlage enthalten, welche gegen die stirnseitige Dichtfläche gepresst wird. Es muss nämlich mit Sicherheit vermieden werden, dass die in der Kartusche getrennt lagernden, in den eng benachbarten Austragkanälen bis zur genannten Dichtfläche reichenden Materialkomponenten miteinander in Berührung kommen. Bereits beim Einsetzen der Förderkolben in die gefüllten Zylinder der Kartusche können erhebliche, jedoch unterschiedliche Drücke auf die Materialkomponenten entstehen, wobei das Risiko besteht, dass Material aus dem einen in den anderen Austragkanal übertritt. Die Herstellung und Montage einer solchen Dichtungseinlage verursacht jedoch zusätzliche Kosten, die bei einem billigen Wegwerfteil durchaus ins Gewicht fallen. Ausserdem ist es oft schwierig, für die Dichtungseinlage einen Werkstoff zu finden, welcher einerseits ohne Ermüdung dauerelastisch und anderseits gegen alle in der Kartusche gelagerten, teilweise chemisch reaktiven Materialkomponenten gleichermassen beständig ist.

    [0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Mündungsverschluss der eingangs genannten Art so zu gestalten, dass er bei Vermeidung der erwähnten Schwierigkeiten allen Anforderungen genügt, einfach und billig herzustellen und leicht zu bedienen ist.

    [0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Mündungsverschluß gemäß Anspruch 1 gelöst. Ein solcher Mündungsverschluss lässt sich einfach und rationell, vorzugsweise einteilig herstellen (wenn auch mehrteilige Ausführungen nicht ausgeschlossen sind). Indem die Abdichtung hauptsächlich durch Kantenpressung an den Mündungskanten der Kanäle zustande kommt, ist eine hohe Pressung im Querschnitt der Stopfen nicht erforderlich. Dadurch ist einerseits ein leichtes Einsetzen und Entfernen des Verschlusses möglich, anderseits gewährleisten jedoch die an der Kartusche eingreifenden Ankermittel eine hohe Funktionssicherheit.

    [0009] Verschiedene vorteilhafte Ausführungsvarianten des erfindungsgemässen Mündungsverschlusses sind in den Ansprüchen 2 bis 13 angegeben.

    [0010] Nachstehend werden verschiedene Ausführungsbeispiele in Verbindung mit der Zeichnung im einzelnen beschrieben.
    Fig. 1
    zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel in Stirnansicht von der Stopfenseite her gesehen,
    Fig. 2
    zeigt die zu verschliessende Kartusche mit dem Mündungsstutzen in Stirnansicht,
    Fig. 3
    zeigt die Kartusche nach Fig. 2 im Längsschnitt mit dem eingesetzten Mündungsverschluss gemäss Fig. 1,
    Fig. 4
    ist eine Detaildarstellung in grösserem Massstab eines einzelnen, noch nicht vollständig in den Austragkanal eingesetzten Stopfens,
    Fig. 5
    zeigt eine weitere Ausführungsform, in die Kartuschenmündung eingesetzt und im Längsschnitt,
    Fig. 6
    zeigt den Mündungsverschluss nach Fig. 5 in Ansicht von oben,
    Fig. 7
    veranschaulicht eine dritte, zweiteilig gestaltete Ausführungsform, in der Kartuschenmündung eingesetzt und im Längsschnitt,
    Fig. 8
    zeigt den Mündungsverschluss nach Fig. 7 in Ansicht von oben, wobei der eine Teil des Verschlusses um 90° gedreht sowie Teile der Kartusche strichpunktiert angedeutet sind,
    Fig. 9
    ist die Stirnansicht, von der Stopfenseite her gesehen, eines vierten Ausführungsbeispiels,
    Fig. 10
    ist ein Längsschnitt durch den Mündungsverschluss nach Fig. 9, und
    Fig. 11
    ist die Seitenansicht zu Fig. 10, wobei in beiden Figuren die Kartusche strichpunktiert angedeutet ist.


    [0011] Der Mündungsverschluss 20 nach Fig. 1 und 3 ist dazu bestimmt, den Mündungsstutzen 3 einer Zweikomponenten-Austragkartusche 10 nach Fig. 2 zu verschliessen. Die Materialkomponenten des Zweikomponentensystems - z.B. ein Harz und ein Härter - werden vom Hersteller in Vorratszylinder 2 der Kartusche eingefüllt und darin getrennt gelagert. Die beiden Vorratszylinder 2 sind durch eine Zwischenwand 9 getrennt und weisen je einen Austragkanal 4 auf. Beide Austragkanäle 4 erstrecken sich nebeneinander im Mündungsstutzen 3 bis zu dessen Stirnfläche 6. Zum Verschliessen der Kanäle 4 dienen entsprechende parallele Stopfen 14 des Mündungsverschlusses 20, welche dem Querschnitt der Kanäle 4 angepasst sind. Im Falle von Materialsystemen mit mehr als zwei Komponenten sind jeweils Vorratszylinder 2, Austragkanäle 4 und Verschlussstopfen 14 in entsprechender Zahl vorgesehen. Je nachdem, ob die Komponenten im Verhältnis 1:1 oder in einem anderen Mengenverhältnis ausgetragen werden sollen, können die Zylinder 2, die Austragkanäle 4 und die passenden Stopfen 14 gleichen oder unterschiedlichen Querschnitt haben. Nicht selten ist - wie dargestellt - der Querschnitt eckig, d.h. die Stopfen 14 weisen Längskanten auf, was die Verwendung von O-Ringen oder dergleichen zur Abdichtung praktisch verunmöglicht. Der Mündungsverschluss 20 hat den Zweck, vom Abfüllen der Kartusche an während der gesamten Lagerzeit und dem Vertrieb der Kartusche bis zur Verwendung des Kartuscheninhalts einen sicheren Verschluss der Mündungskanäle zu gewährleisten und dabei vor allem auch eine gegenseitige Berührung der Materialkomponenten im Mündungsbereich zu verhindern.

    [0012] Die Stopfen 14 stehen parallel von einem gemeinsamen Sockel 11 ab, welcher beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bis 3 als Griffplatte ausgebildet ist. Mit dem Sockel 11 sind Ankermittel verbunden, welche zum Eingriff an der Kartusche 10 bestimmt sind, um den eingesetzten Verschluss 20 axial zu sichern. Gemäss Fig. 1 und 3 sind am Rand der den Sockel bildenden Griffplatte 11 zwei etwa parallel zu den Stopfen 14 verlaufende Schenkel 17 angeformt. Diese können quer zu den Stopfen 14 federn und weisen an den freien Enden Rastnocken 18 auf. Die so gebildeten Ankermittel 17, 18 wirken mit Bajonettsockeln 7 zusammen, welche auf der Stirnseite der Kartusche 10 beidseits des Mündungsstutzens 3 angeformt sind. Solche Bajonettsockel 7 dienen bekanntermassen dazu, später beim Austragen des Inhalts durch die Kanäle 4 eine Austragsdüse, insbesondere das Rohr eines statischen Mischers, in Verlängerung des Mündungsstutzens 3 festzuhalten.

    [0013] Beim Aufsetzen des Mündungsverschlusses 20 werden die Stopfen 14 in die Kanäle 4 axial eingeführt, worauf die Rastnocken 18 unter Durchfederung der Schenkel 17 über die Bajonettsockel 7 gleiten und schliesslich hinter diesen einrasten. Dadurch wird die Unterseite der Griffplatte 11 gegen die Stirnseite 6 des Mündungsstutzens 3 gehalten. Die Stopfen 14 halten dabei die Kanäle 4 von den eingelagerten Materialkomponenten frei; wird der Verschluss bereits vor dem Einfüllen der Materialkomponenten eingesetzt, so verhindern die Stopfen 14 auch Lufteinschlüsse, die sich sonst in den Mündungskanälen 4 bilden könnten. Die eigentliche Abdichtung der Mündung während der Langzeit-Lagerung erfolgt jedoch nicht in erster Linie durch die Passung der Stopfen 14 in den Kanälen 4, sondern entlang der Mündungskante 5 jedes Kanals, und zwar durch eine besondere Massnahme, wie sie im einzelnen anhand der Fig. 4 erläutert wird.

    [0014] Wie aus der grösseren Teildarstellung nach Fig. 4 an einem einzelnen Stopfen 14 ersichtlich ist, weisen die Stopfen 14 am Uebergang zum Sockel 11 je eine umlaufende Verdickung 15 auf. Diese Verdickung 15 kommt an der Mündungskante 5 des betreffenden Austragskanals 4 zum dichten Anliegen, sobald der Mündungsverschluss 20 vollständig eingesetzt ist und durch die Ankermittel an der Kartusche 10 gehalten wird.

    [0015] Die umlaufende Verdickung 15 an der Basis jedes Stopfens 14 kann, wie in Fig. 4 dargestellt, als konische Anschrägung ausgeführt sein; denkbar sind auch andere Ausgestaltungen, etwa in Form einer gerundeten Kehlung bzw. ein Uebergangsradius vom Stopfen 14 zum Sockel 11. Je nachdem, ob der Werkstoff des Mündungsverschlusses 20 härter ist als derjenige der Kartuschenmündung 3 oder umgekehrt, wird beim satten, dichten Anliegen die Mündungskante 5 durch die umlaufende Verdickung 15 etwas verformt, oder die Mündungskante 5 wird unter Verformung der Verdickung 15 in diese hineingedrückt.

    [0016] Als zusätzliche Abdichtung kann gemäss Fig. 4 ein umlaufender Dichtungswulst 19 vorgesehen sein, der am Stopfen 14 in einigem Abstand vom Sockel 11 angeformt ist. Ein solcher Wulst bewirkt eine zusätzliche Abdichtung durch radiale Pressung gegen die Innenwand des Austragkanals 4.

    [0017] Die nur aus Fig. 4 ersichtlichen und vorstehend beschriebenen Details bezüglich der umlaufenden Verdickung 15 (und gegebenenfalls des zusätzlichen Dichtungswulstes 19) werden an allen Verschlussstopfen 14 und in Verbindung mit allen hier beschriebenen Ausführungsvarianten des Mündungsverschlusses vorausgesetzt. In der Fig. 4 ist strichpunktiert auch noch ein vom Sockel 11 abstehender Kragen 13 angedeutet, welcher weiter unten im Zusammenhang mit den weiteren Ausführungsbeispielen beschrieben wird. Gemäss Fig. 1 und 2 kann der Querschnitt der Stopfen 14 bzw. derjenige der Austragkanäle 4 eine Unsymmetrie aufweisen, indem z.B. jeweils einseitig eine Fläche 14' bzw. 4' vorgesehen ist. Eine solche Unsymmetrie verhindert das vertauschte Einsetzen der Stopfen 14 in die Kanäle 4 (mit um 180° gegen über Fig. 1 verdrehtem Mündungsverschluss 20). Die Massnahme ist zweckmässig, wenn der Mündungsverschluss vom Verwender der Kartusche dazu benützt wird, nach teilweiser Entleerung der Kartusche die Mündung nochmals zu verschliessen. Es wird dadurch verhindert, dass an den Stopfen 14 anhaftender Kartuscheninhalt beim erneuten Einsetzen mit der jeweils anderen Materialkomponente in Berührung kommt.

    [0018] Bei der Ausführungsvariante eines Mündungsverschlusses 20a nach Fig. 5 und 6 sind als Ankermittel wiederum federnde, mit dem Sockel 11a verbundene Schenkel 17a vorgesehen. Die freien Enden der Schenkel 17a weisen Haken 18a auf, welche die Bajonettsockel 7 an der Kartusche 10 hintergreifen. Indem die Schenkel 17a von einer im Abstand zum Sockel 11a angeordneten Deckplatte 16 ausgehen, sind sie länger als beim Beispiel nach Fig. 1 bis 3. Der Verschluss nach Fig. 5 und 6 ist gegen unbeabsichtigtes Wegziehen von der Kartusche 10 gesichert: Um den Verschluss 20a zu entfernen, müssen zuerst die federnden Schenkel 17a von Hand gegeneinander gedrückt werden, um die Haken 18a aus dem Eingriff an den Sockeln 7 zu lösen.

    [0019] Wie die Fig. 5 zeigt, steht vom Sockel 11a ein die Stopfen 14 umgebender, zylindrischer Kragen 13 ab, welcher den Mündungsstutzen 3 übergreift. Ein solcher Kragen bietet zusätzliche Sicherheit, um die Dichtheit des Verschlusses zu gewährleisten, wenn etwa während des Transports seitliche Kräfte auf das Verschlussteil 20a wirken, welche es schiefdrücken könnten.

    [0020] Die Ausführungsform eines Mündungsverschlusses 20b nach Fig. 7 und 8 ist zweiteilig ausgebildet. Ein erster Teil weist den Sockel 11b auf, von welchem die Stopfen 14 und ein diese umgebender Kragen 13 abstehen. Der zweite Teil ist als Riegel 21 ausgebildet, welcher den Sockel 11b übergreift und auf diesem drehbar gelagert ist. Ein mittiger Zentriernocken 26 greift in eine entsprechende Vertiefung am Sockel 11b ein. Der Riegel 21 ist mit zwei einander diametral gegenüberliegenden Bajonettankern 23 mit Ansätzen 24 versehen, welch letztere zum Hintergreifen der Bajonettsockel 7 an der Kartusche 10 bestimmt sind. Zur Drehbetätigung weist der Riegel 21 Griffflächen 22 auf. Wenn der Riegel 21 sich in der in Fig. 8 strichpunktiert angedeuteten Stellung befindet, können die Stopfen 14 in die Austragkanäle axial eingesetzt werden, und durch Drehung des Riegels um 90° gelangen die Ansätze 24 zum Eingriff unter den Bajonettsockeln 7. Der Verschluss 20b ist dann an der Kartusche 10 sicher verankert; in an sich bekannter Weise können die Ansätze 24 an ihrer Oberseite mit Anzug versehen sein, um die axiale Pressung auf den Sockel 11b zu erhöhen.

    [0021] Der Mündungsverschluss 20c nach Fig. 9, 10 und 11 ist wiederum einteilig ausgeführt. Als Ankermittel sind zwei etwa parallel zu den Stopfen 14 verlaufende Schenkel 33 vorgesehen. Diese weisen je am einen Ende einen Haken 34 und am andern Ende einen Griffnocken 35 auf. Dazwischen, in einem mittleren Bereich, sind sie federnd mit einer Platte 31 verbunden, welche am unteren Rand des vom Sockel 11c abstehenden Kragens 13 angeformt ist. Die Kartusche 10a, für welche der Verschluss 20c bestimmt ist, weist eine Stirnplatte 7a auf, welche die Stirnseiten der Kartuschenzylinder 2 verbindet und zu beiden Seiten des Mündungsstutzens 3 (in Fig. 10 gesehen) auskragt. Bei eingesetztem Mündungsverschluss 20c hintergreifen die Haken 34 die genannte Stirnplatte 7a, wodurch der Verschluss axial gesichert ist. Zum Lösen des Verschlusses werden die beiden Schenkel 33 an den Griffnocken 35 von Hand gegeneinander gedrückt, wodurch die Haken 34 freikommen und der Verschluss abgezogen werden kann. Durchbrechungen 32 in der Platte 31 erleichtern das federnde Verbiegen der mit den Schenkeln 33 verbundenen Plattenränder beim Betätigen der Schenkel. Ein vom Sockel 11c nach oben ragender Ansatz 36 dient als Anschlag beim Zusammendrücken der Griffnocken 35.


    Ansprüche

    1. Mündungsverschluss (20) für eine Austragkartusche (10) für Multikomponentensysteme, mit mindestens zwei von einem gemeinsamen Sockel (11) abstehenden, parallelen Stopfen (14), welche in nebeneinanderliegende Austragkanäle (4) im Mündungsstutzen (3) der Kartusche (10) passen, mit dem Sockel (11) verbundene, zum Eingriff an der Kartusche (10) bestimmte Mittel (17, 18; 23, 24; 33,34) zur axialen Sicherung des Verschlusses (20) vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, dass diese Mittel Teile der die Kartusche hintergreifenden Ankermittel sind und dass die Stopfen (14) am Uebergang zum Sockel (11) je eine umlaufende Verdickung (15) aufweisen, die zum dichten Anliegen an den Mündungskanten (5) der genannten Austragkanäle (4) bestimmt sind.
     
    2. Mündungsverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ankermittel (17, 18; 23, 24) zum Hintergreifen von Bajonettsockeln (7) ausgebildet sind, welche an der Kartusche (10) beidseits des Mündungsstutzens (3) angeformt sind.
     
    3. Mündungsverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ankermittel (33, 34) zum Hintergreifen einer an der Kartusche (10a) angeformten Stirnplatte (7a) ausgebildet sind.
     
    4. Mündungsverschluss nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Sockel (11) zwei etwa parallel zu den Stopfen (14) verlaufende, quer zu diesen federnde Schenkel (17, 17a, 33) verbunden sind, deren freie Enden als Rastnocken (18) oder hakenförmig (18a, 34) ausgebildet sind.
     
    5. Mündungsverschluss nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sockel (11) als Griffplatte ausgebildet ist, an deren Rand die Schenkel (17) angeformt sind.
     
    6. Mündungsverschluss nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mit hakenförmigen Enden (18a, 34) ausgebildeten Schenkel (17a, 33) zum Lösen des Hakeneingriffs manuell betätigbar sind.
     
    7. Mündungsverschluss nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel (33) je am einen Ende mit einem Haken (34) und am andern Ende mit einem Griffnocken (35) ausgebildet und dazwischen federnd mit dem Sockel (11c) verbunden sind.
     
    8. Mündungsverschluss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Sockel (11b) ein diesen übergreifender Riegel (21) drehbar gelagert und mit einander diametral gegenüberliegenden Bajonettankern (23, 24) versehen ist.
     
    9. Mündungsverschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdickung der Stopfen (14) am Uebergang zum Sockel (11) durch eine konische Anschrägung (15) oder eine gerundete Kehlung gebildet ist.
     
    10. Mündungsverschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stopfen (14) im Abstand vom Sockel (11) einen umlaufenden Dichtungswulst (19) aufweisen.
     
    11. Mündungsverschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vom Sockel (11) ein die Stopfen (14) umgebender, zum Uebergreifen des Mündungsstutzens (3) bestimmter Kragen (13) absteht.
     
    12. Mündungsverschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der den Austragkanälen (4) angepasste Querschnitt der Stopfen (14) eine Unsymmetrie (14') aufweist.
     
    13. Mündungsverschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der den Austragkanälen (4) angepasste Querschnittt der Stopfen (14) unrund ist bzw. eine oder mehrere Ecken aufweist.
     


    Claims

    1. Mouthpiece closure (20) for a dispensing cartridge (10) for multi-component systems, having at least two parallel stoppers (14) which stick out from a common base (11) and which fit into dispensing ducts (4) located next to one another in the mouthpiece connection (3) of the cartridge (10), means (17, 18; 23, 24; 33, 34) designed for engagement on the cartridge (10) and connected to the base (11) being provided to secure the closure (20) axially,
    characterised in that said means are parts of the anchoring means which grip the cartridge from behind and that at the interface with the base (11) each of the stoppers (14) has running round it a thickened portion (15) designed in each case to bear tightly against the mouthpiece edges (5) of the said dispensing ducts (4).
     
    2. Mouthpiece closure according to claim 1, characterised in that the anchoring means (17, 18; 23, 24) are constructed so as to grip, from behind, bayonet-type bases (7) which are moulded on the cartridge (10) on either side of the mouthpiece connection (3).
     
    3. Mouthpiece closure according to claim 1, characterised in that the anchoring means (33, 34) are constructed so as to grip, from behind, an end plate (7a) moulded on the cartridge (10a).
     
    4. Mouthpiece closure according to claim 2 or 3, characterised in that joined to the base (11) are two side pieces (17, 17a, 33) which run substantially parallel to the stoppers (14) and are sprung at right angles thereto, and the free ends of which are in the form of retaining cams (18) or are hook-shaped (18a, 34).
     
    5. Mouthpiece closure according to claim 4, characterised in that the base (11) is in the form of a grip plate on whose rim the side pieces (17) are moulded.
     
    6. Mouthpiece closure according to claim 4, characterised in that the side pieces (17a, 33) constructed with hook-shaped ends (18a, 34) are adapted to be operated manually to release the hook engagement.
     
    7. Mouthpiece closure according to claim 6, characterised in that each of the side pieces (33) is constructed with a hook (34) at one end and a grip cam (35) at the other end, and is connected therebetween resiliently to the base (11c).
     
    8. Mouthpiece closure according to claim 2, characterised in that rotatably mounted on the base (11b) is a latch (21) which spans the latter and is provided with diametrically opposed bayonet-type anchors (23, 24).
     
    9. Mouthpiece closure according to any of the preceding claims, characterised in that the thickened portion on the stoppers (14) is formed at the interface with the base (11) by a conically broadening portion (15) or a rounded chamfered portion.
     
    10. Mouthpiece closure according to any of the preceding claims, characterised in that the stoppers (14) incorporate a peripheral sealing bead (19) at a distance from the base (11).
     
    11. Mouthpiece closure according to any of the preceding claims, characterised in that standing away from the base (11) is a collar (13) which surrounds the stoppers (14) and is designed to span the mouthpiece connection (3).
     
    12. Mouthpiece closure according to any of the preceding claims, characterised in that the stopper (14) cross-section, which is matched to the dispensing ducts (4), incorporates an asymmetry (14').
     
    13. Mouthpiece closure according to any of the preceding claims, characterised in that the stopper (14) cross-section, which is matched to the dispensing ducts (4), is non-circular or has one or more corners.
     


    Revendications

    1. Fermeture d'orifices (20), pour cartouche distributrice (10) pour systèmes à plusieurs composants, comprenant au moins deux obturateurs (14) parallèles qui font saillie sur une base (11) commune et qui s'emboîtent dans des orifices de sortie (4) adjacents ménagés dans l'embout à orifices (3) de la cartouche (10), tandis qu'il est prévu des moyens (17, 18 ; 23, 24 ; 33, 34) qui sont reliés à la base (11) et sont destinés à venir en prise sur la cartouche (10), ces moyens étant prévus pour assurer une immobilisation axiale de la fermeture (20), caractérisé en ce que ces moyens sont des parties des moyens d'ancrage venant s'accrocher par derrière sur la cartouche et en ce que les obturateurs (14) comportent chacun, à l'endroit du raccordement avec la base (11), une partie plus épaisse (15) qui en fait le tour, ces parties plus épaisses étant destinées à assurer un appui étanche sur les arêtes de débouché (5) desdits orifices de sortie (4).
     
    2. Fermeture d'orifices selon la revendication 1, caractérisée en ce que les moyens d'ancrage (17, 18 ; 23, 24) sont réalisés de façon à pouvoir s'accrocher derrière des rebords d'accrochage baïonnette (7) qui sont réalisés au formage sur la cartouche (10) de part et d'autre de l'embout à orifices (3).
     
    3. Fermeture d'orifices selon la revendication 1, caractérisée en ce que les moyens d'ancrage (33, 34) sont réalisés de façon à pouvoir s'accrocher derrière une plaquette frontale (7a) réalisée au formage sur la cartouche (10a).
     
    4. Fermeture d'orifices selon la revendication 2 ou 3, caractérisée en ce que sont reliées à la base (11) deux pattes (17, 17a, 33) qui s'étendent d'une manière pratiquement parallèle aux obturateurs (14) et cèdent élastiquement suivant la direction transversale vis-à-vis de ces derniers et dont les extrémités libres sont réalisées sous la forme de bossages d'enclenchement (18) ou en forme de crochet (18a, 34).
     
    5. Fermeture d'orifices selon la revendication 4, caractérisée en ce que la base (11) est réalisée sous la forme d'une plaquette de prise sur le bord de laquelle les pattes (17) sont réalisées au formage.
     
    6. Fermeture d'orifices selon la revendication 4, caractérisée en ce que les pattes (17a, 33) réalisées avec des extrémités en forme de crochet (18a, 34) sont agencées de façon à pouvoir être actionnées à la main pour supprimer l'accrochage des crochets.
     
    7. Fermeture d'orifices selon la revendication 6, caractérisée en ce que les pattes (33) sont réalisées chacune avec un crochet (34) à l'une des extrémités et un bossage de prise (35) à l'autre extrémité et sont reliées à la base (11c) entre ces crochets et ces bossages.
     
    8. Fermeture d'orifices selon la revendication 2, caractérisée en ce qu'un organe de verrouillage (21) est monté de façon à pouvoir tourner sur la base (11b) en étant emboîté sur cette base et en ce qu'il est prévu sur cette dernière des rebords d'accrochage baïonnette (23, 24) diamétralement opposés l'un vis-à-vis de l'autre.
     
    9. Fermeture d'orifices selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la partie plus épaisse des obturateurs (14) située à l'endroit du raccordement avec la base (11) est réalisée sous la forme d'une partie inclinée conique (15) ou d'une gorge arrondie.
     
    10. Fermeture d'orifices selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les obturateurs (14) comportent, à distance de la base (11) un bourrelet d'étanchéité (19) qui en fait le tour.
     
    11. Fermeture d'orifices selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un collet (13) fait saille sur la base (11), ce collet entourant les obturateurs (14) et étant destiné à s'emboîter par dessus l'embout à orifices (3).
     
    12. Fermeture d'orifices selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la section transversale des obturateurs (14), adaptée aux orifices de sortie (4), présente une dissymétrie (14').
     
    13. Fermeture d'orifices selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la section transversale des obturateurs (14), adaptée aux orifices de sortie (4), n'est pas ronde ou comporte un ou plusieurs angles.
     




    Zeichnung