Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein mehrteiliges - insbesondere zweiteiliges - Gehäuse zur
Aufnahme von Lautsprechern. Ein solches Gehäuse ist zum Beispiel aus der EP-A-0 021
455 bekannt.
Stand der Technik
[0002] Seit geraumer Zeit besteht in der Lautsprechertechnik das Problem, mehrteilige Lautsprechergehäuse
so miteinander zu verbinden, daß das Lautsprechergehäuse trotz der Mehrteiligkeit
keinen oder nur einen vernachlässigungsfähigen Einfluß auf das Wiedergabeverhalten
des Lautsprechers ausübt. Derartig nachteilige Eigenschaften mehrteiliger Lautsprechergehäuse
rühren daher, daß die Gehäuseteile im statischen Zustand lokale Verspannungen aufweisen,
die im dynamischen Zustand den Höreindruck der Lautsprecherbox beeinträchtigen. Diese
Verspannungen haben ihre Ursache darin, daß die Gehäuseteile an ihren einander zugewandten
Kanten nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise unvermeidbare Fertigungstoleranzen
aufweisen, zu deren Überwindung und Erzielung einer durchgängig planen Verbindung
der Gehäuseteile an ihren einander zugewandten Kanten eine Vielzahl von Schrauben
oder Schnappen als mechanisch wirkende Verbindungselement eingesetzt werden. Aus diesem
Grunde wird bei der Fertigung hochwertiger Lautsprecheraufnahmegehäuse vor dem mechanischen
Verbinden zwischen den einander zugewandten Kanten der Gehäuseteile eine elastische
Gummidichtung angeordnet. Diese Maßnahme bewirkt, daß wegen der die Fertigungstoleranzen
ausgleichenden Wirkung der Gummidichtung die Kraftwirkungen der mechanischen Verbindungselemente
zur Erzeugung einer durchgängigen und dichten Verbindung der Gehäuseteile geringer
ausfallen. Hierdurch werden auch die Verspannungen der Gehäuseteile reduziert und
der Höreindruck der Lautsprecherbox verbessert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein mehrteiliges Lautsprecheraufnahmegehäuse
zu schaffen, dessen Klangverhalten noch weiter verbessert ist.
Darstellung der Erfindung:
[0003] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die das Lautsprecheraufnahmegehäuse bildenden
Gehäuseteile schwimmend miteinander verklebt sind, indem ein Klebstoff mit einer Mindestschichtdicke
von 0,5 mm, einer Härte von maximal 60 Shore A und einer Mindestbruchdehnung von 400
% die Gehäuse teile an ihren einander zugewandten Kanten durchgängig verklebt. Hierdurch
wird sichergestellt, daß Fertigungstoleranzen an den Gehäusekanten ausgeglichen werden
und überdies die so verfügten Gehäuseteile völlig verspannungsfrei aufeinanderstehen.
[0004] Als besonders vorteilhaft erweist sich nach der Erfindung der Umstand, daß auf ein
aufwendiges mechanisches Verbinden der Gehäuseteile verzichtet werden kann und eine
Lagerhaltung für elastische Gummidichtungen gänzlich entfällt.
[0005] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist in Anspruch 2 ausgeführt. Durch
die Anordnung von Fixierhilfen an den einander zugewandten Kanten der Gehäuseteile
wird nicht nur ein einfaches Zusammensetzen der Gehäuseteile und eine Verhinderung
von Radialverschiebungen der Gehäuseteile während des Durchhärtens des Klebstoffes
sichergestellt, sondern auch durch die Baulänge der Fixierhilfen die jeweils gewünschte
Mindestklebstoffdicke zwischen den Gehäuseteilen gewährleistet.
[0006] Anspruch 3 gibt ein Verfahren zur Herstellung eines geklebten Lautsprecheraufnahmegehäuses
an. Durch den Auftrag des Klebers mit einer die jeweils gewünschte Mindestklebstoffdicke
zwischen den Gehäuseteilen im Endzustand übersteigenden Schichtdicke und durch das
Aufeinanderpressen der Gehäuseteile zumindest während der Durchhärtzeit des Klebers
wird erreicht, daß sich der Klebstoff zwischen den Gehäuseteilen besonders gut verteilt
und nahezu die gesamte Breite der Kanten der Gehäuseteile als Klebefläche ausnutzt.
Kurze Beschreibung der Figuren:
[0007] Figur 1 zeigt eine Schnittdarstellung eines zweiteiligen Lautsprecheraufnahmegehäuses
mit eingesetztem Lautsprecher.
[0008] Figur 2 zeigt einen Schnitt zweier Gehäuseteile an ihrer Nahtstelle im Detail.
[0009] Figur 3 zeigt einen Aushärte- und Transportkarton für geklebte Lautsprecheraufnahmegehäuse.
[0010] Figur 4 zeigt einen weiteren Schnitt zweier Gehäuseteile an ihrer Nahtstelle im Detail.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0011] In Figur 1 ist ein Lautsprecheraufnahmegehäuse 5 dargestellt, welches zwei Gehäuseteile
6,7 aufweist und in welches ein Lautsprecher 8 eingesetzt ist. Die einander zugewandten
Enden 9,10 der Gehäuseteile 6,7 sind als Flansche 11,12 ausgebildet. Zwischen den
von den Flanschen 11,12 gebildeten Flanschflächen 13,14 ist eine Klebstoffwulst 15
angeordnet, welche die beiden Gehäuseteile 6,7 durchgängig miteinander verklebt. Die
Kunststoffwulst 15 ist aus einem PUR-Klebstoff der Firma Sika mit der Herstellerbezeichnung
SikaTack®-Instant gebildet und weist eine Härte von 50 Shore A und eine Bruchdehnung
von 600 % auf. Die Dicke (D
K) der Klebstoffwulst 15 zwischen den Flanschflächen 13,14 beträgt im dargestellten
Ausführungsbeispiel 0,5 mm. Halteklammern 16 sind während der Durchhärtezeit der Klebstoffwulst
15 längs der Pfeilrichtung auf die Flansche 11,12 aufgeschoben. Das Mittelstück 17
einer derartigen Halteklammer 16, dessen Breite (B) der Dicke (D
K) der Klebstoffwulst 15 entspricht, taucht dabei in den vom Klebstoff freien Spalt
18 zwischen den Flanschflächen 13,14 ein, während die federnd ausgebildeten Klammerenden
19 die Flansche 11,12 gegen das Mittelstück 17 drücken.
[0012] In Figur 2 ist eine Nahtstelle zweier Gehäuseteile 6,7 im Detail dargestellt. In
Abweichung zu Figur 1 weist der Flansch 12 an seiner Flanschfläche 14 ein Sackloch
20 auf, in welches ein an der Flanschfläche 13 des Flansches 11 angeordneter Abstandshalter
21 eingreift und auf dem Boden 22 des Sacklochs 20 aufstößt. Die Baulänge (B
L) des Abstandshalters 21 entspricht der Tiefe (S
T) des Sackloches 20 plus der gewünschten Mindestklebstoffdicke (D
K) der die Gehäuseteile 6,7 verklebenden Kunststoffwulst 15. Der Durchmesser (D
S) des Sackloches 20 übersteigt den Durchmesser (D
A) des Abstandshalters 21 knapp.
[0013] In Figur 3 ist ein einfaches Herstellungsbeispiel zur Realisierung eines geklebten
Lautsprecheraufnahmegehäuses 5 veranschaulicht. Dazu wird ein zweiteiliger Aushärte-
und Transportkarton 23 aus Formkunststoff verwendet. Das Unterteil 24 des Aushärte-
und Transportkartons 23 weist eine Aufnahmevertiefung 25 auf, in die das Gehäuseteil
6 eingesetzt wird. Der Flansch 11 des Gehäuseteils 6 liegt hiernach auf der Kopfseite
26 des Unterteils 24 auf. Sodann wird die Flanschfläche 13 mit einer Klebstoffwulst
15 versehen. Im nächsten Arbeitsschritt wird ein bereits mit einem Lautsprecher 5
bestücktes Gehäuseteil 7 mit der Flanschfläche 14 auf die Kunststoffwulst 15 aufgesetzt.
Die an den Flanschflächen 13,14 befindlichen und oben in Figur 2 beschriebenen Abstandshalter
21 und Sacklöcher 20 gewährleisten dabei ein genaues Zentrieren der Gehäuseteile 6,7
aufeinander und stellen sicher, daß die Klebstoffwulst 15 nicht etwa durch das Gewicht
des Gehäuseteils 7 und des eingesetzten Lautsprechers 8 unter die gewünschte Mindestklebstoffdicke
zusammengedrückt wird. Das Oberteil 27 des Aufnahme- und Transportkartons 23, welches
ebenfalls eine Aufnahmevertiefung 28 enthält, wird sodann über das aus dem Unterteil
24 herausragende Teil des Lautsprecheraufnahmegehäuses 5 gestülpt. Da die Tiefe (T
O) der Aufnahmevertiefung 28 des Oberteils 27 die Höhe (H
A) des aus dem Unterteil 24 herausragenden Teils des Lautsprecheraufnahmegehäuses 5
knapp unterschreitet, wird durch Krafteinwirkung (P) längs der Pfeilrichtung das Oberteil
27 auf das Unterteil 24 gedrückt, so daß die Abstandshalter 21 auf dem Boden 22 des
Sackloches 20 aufsetzen. Die bis zur Durchhärtung des Klebstoffs erforderliche Krafteinwirkung
(P) läßt sich dadurch ersetzen, daß das Oberteil 27 und das Unterteil 24 des Aufnahme-
und Transportkartons 23 während einer nur kurzzeitigen Krafteinwirkung (P) senkrecht
zu ihren einander zugewandten Kanten mit einem nicht dargestellten Klebestreifen umwickelt
werden.
[0014] In Figur 4 ist eine weitere Nahtstelle zweier Gehäuseteile 6,7 im Detail dargestellt,
wobei in Abweichung zu Figur 2 lediglich durch den Flansch 11 und den Abstandshalter
21 eine selbstschneidende Schraube 29 in ein am Boden 22 des Sacklochs 20 befindliches
weiteres Sackloch 30 geführt ist. Die von der Schraube 29 ausgeübte Kraft bewirkt,
daß die beiden Flanschflächen 13,14 zumindest während der Durchhärtzeit des Klebstoffs
aufeinander gepreßt werden. Hiernach können die Schrauben 29 entfernt werden oder
aber auch in den Flanschen 11,12 verbleiben, da sich im Vergleich zu entfernten Schrauben
29 gezeigt hat, daß bis zu maximal 4 Schrauben 29 an den Nahtstellen zweier Gehäuseteile
6,7 den Höreindruck der Lautsprecherbox nicht beeinträchtigen.
[0015] Es wird darauf hingewiesen, daß die Flanschflächen 13,14 in jedem vorstehend behandelten
Ausführungsbeispiel zur besseren Haftung der Klebstoffwulst 15 mit einem Primer vorbehandelt
sein können.
1. Mehrteiliges - insbesondere zweiteiliges - Gehäuse zur Aufnahme von Lautsprechern,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die die Lautsprecheraufnahme bildenden Gehäuseteile (6,7) schwimmend miteinander
verklebt sind, und
- daß der die Gehäuseteile (6,7) an ihren einander zugewandten Kanten (11,12) durchgängig
verklebende Klebstoff eine Mindestschichtdicke (DK) von 0,5 mm aufweist und eine Härte von maximal 60 Shore A sowie eine Mindestbruchdehnung
von 400 % aufweist.
2. Lautsprecheraufnahmegehäuse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gehäuseteile (6,7) an ihren einander zugewandten Kanten (11,12) Fixierhilfen
(16;21) aufweisen, die ein einfaches Zusammensetzen der Gehäuseteile (6,7) ermöglichen,
bis zum Durchhärten des Klebstoffes ein gegenseitiges radiales Verschieben der Gehäuseteile
(6,7) unterbinden und durch ihre Baulänge die jeweils gewünschte Mindestklebstoffdicke
(DK) zwischen den Gehäuseteilen (6,7) gewährleisten.
3. Verfahren zur Herstellung eines Lautsprecheraufnahmegehäuses nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Gehäuseteile (6,7) schwimmend und durchgehend an ihren einander zugewandken
Kanten (11,12) mittels eines, nach Durchhärtung, eine Härte von maximal 60 Shore A
sowie eine Mindestbruchdehnung von 400% aufweisenden Klebstoffs verklebt werden, wobei
der Klebstoff mit einer Schichtdicke aufgetragen wird, welche eine jeweils gewünschte,
mindestens 0,5 mm betragende Mindestschichtdicke zwischen den Gehäuseteilen (6,7)
im Endzustand übersteigt und
- daß die jeweils verklebten Gehäuseteile (6,7) zumindest während der Durchhärtzeit
des Klebstoffs gegeneinander gepreßt werden.
1. Multiple-part - especially two-part - housing for receiving loudspeakers,
characterized in that
- the housing parts (6, 7) forming the loudspeaker receptacle are adhesively bonded
to one another in a floating manner; and that
- the adhesive continuously bonding the housing parts (6,7) at their edges (11, 12)
facing one another has a minimum film thickness (DK) of 0.5 mm and a maximum hardness of 60 Shore A, as well as a minimum elongation
at fracture of 400%.
2. Loudspeaker receptacle housing according to Claim 1,
characterized in that
the housing parts (6, 7) have, at their edges (11, 12) facing one another, fastening
aids (16; 21) that allow easy assembly of the housing parts (6, 7), prevent mutual
radial displacement of the housing parts (6, 7) until the adhesive has completely
hardened, and because of their length ensure the particular desired minimum adhesive
thickness (DK) between the housing parts (6, 7).
3. Method for producing a loudspeaker receptacle housing according to Claim 1,
characterized in that
- the housing parts (6, 7) are adhesively bonded in a floating and continuous manner
at their edges (11, 12) facing one another by means of an adhesive which after complete
hardening has a maximum hardness of 60 shore A and a minimum elongation at fracture
of 400%, such that the adhesive is applied with a film thickness which exceeds a particular
desired minimum film thickness that is at least 0.5 mm in the final state; and
- the housing parts (6, 7) adhesively bonded in each case are pressed together at
least during the time the adhesive is completely hardening.
1. Boîtier multiple - essentiellement à deux parties - pour la réception de haut-parleurs,
caractérisé en ce que
- les parties de boîtier (6, 7) formant le logement pour les haut-parleurs sont collés
de façon flottante l'une à l'autre, et
- que l'adhésif collant les parties de boîtier (6, 7) sur toute la longueur de leurs
bords conjugués (11, 12) présentent une épaisseur de couche (DK) minimale de 0,5 mm et une dureté maximale de 60 Shore A ainsi qu'un allongement
à la rupture minimal de 400 %.
2. Boîtier de réception de haut-parleurs selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les parties du boîtier (6, 7) présentent sur leurs bords conjugués (11, 12) des auxiliaires
de fixation (16, 21) permettant un simple assemblage des parties de boîtier (6, 7),
empêchent un déplacement radial réciproque des parties de boîtier (6, 7) jusqu'au
durcissement de l'adhésif et assurent par leur écartement entre faces l'épaisseur
d'adhésif (DK) minimale désirée entre les parties de boîtier (6, 7).
3. Procédé pour la réalisation d'un boîtier de réception de haut-parleurs selon la revendication
1,
caractérisé en ce que
- les parties de boîtier (6, 7) sont collées de façon flottante et continue sur leurs
bords conjugués (11, 12) au moyen d'un adhésif présentant après durcissement une dureté
maximale de 60 Shore A, ainsi qu'un allongement à la rupture minimale de 400 %, l'adhésif
étant appliqué avec une épaisseur de couche supérieure à une épaisseur de couche minimale
désirée s'élevant à au moins 0,5 mm à l'état final entre les parties de boîtier (6,
7) et
- que les parties de boîtier (6, 7) collées sont pressées l'une contre l'autre pendant
le temps de durcissement de l'adhésif.