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EP 0 433 940 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.06.1994 Patentblatt 1994/23 |
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Anmeldetag: 17.12.1990 |
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Notausstiegsvorrichtung für Kraftfahrzeuge
Emergency exit device for an armoured vehicle
Dispositif d'évacuation de secours dans un véhicule blindé
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE ES FR GB IT NL SE |
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Priorität: |
19.12.1989 DE 8914921 U
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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26.06.1991 Patentblatt 1991/26 |
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Patentinhaber: TRASCO EXPORT GMBH |
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28719 Bremen (DE) |
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Erfinder: |
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- Sebald, Otto
W-8000 München 21 (DE)
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Vertreter: Eisenführ, Speiser & Partner |
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Martinistrasse 24 28195 Bremen 28195 Bremen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 296 936 FR-A- 1 194 826 FR-A- 2 619 617 US-A- 2 421 807 US-A- 3 374 702
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DE-B- 1 098 423 FR-A- 2 512 098 GB-A- 1 051 389 US-A- 3 352 189 US-A- 3 602 141
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Bei Kraftfahrzeugen, insbesondere bei gepanzerten Personenkraftwagen, besteht die
Gefahr, daß die Insassen nach einem Unfall das Fahrzeug nicht verlassen können, weil
sich die Türen nicht mehr öffnen lassen.
[0002] Aus DE 37 35 133 A1 ist eine Notausstiegsvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 bekannt, die ein im Randbereich der Front- oder Heck-Fensterscheibe angeordnetes
Sprengband vorsieht. Durch Zündung des Sprengbandes wird die Fensterscheibe teilweise
aus ihrem Rahmen gelöst, so daß sie sich relativ leicht nach außen drücken läßt.
[0003] Allerdings stellt die Öffnung der Front- oder Heckscheibe wegen ihrer Lage und ihrer
verhältnismäßig geringen Höhe eine wenig geeignete Ausstiegsöffnung dar, die vor allem
für beleibte und unsportliche Personen kaum passierbar ist. Dies gilt insbesondere
für die Heckscheibe. Andererseits ist die Öffnung der Frontscheibe als Notausstieg
deshalb besonders ungeeignet, weil sie gerade in Unfallsituationen häufig nicht mehr
zugänglich ist.
[0004] Eine weitere Schwierigkeit der bekannten Vorrichtung besteht darin, daß das Sprengband
eine verhältnismäßig große Länge haben muß, um die Fensterscheibe längs wenigstens
einer Kante freizugeben. Außerdem liegt das Sprengband zwischen der Fensterscheibe
und einem äußeren Abdeckrahmen, der bei der Explosion splittern und Personen außerhalb
des Fahrzeugs verletzen kann.
[0005] Ein erheblicher Nachteil der bekannten Vorrichtung ist schließlich darin zu sehen,
daß das verwendete Sprengelement unter das Sprengstoffgesetz fällt, das für die mit
Lagerung, Transport und Handhabung befaßten Personen eine spezielle Zulassung vorsieht.
In aller Regel verfügen aber weder Fahrer noch Mechaniker, die solche Scheiben gelegentlich
zu wechseln haben, über eine solche Zulassung. Die Vorrichtung nach dem Stand der
Technik ist daher vom Einbau, Ausbau und der Entsorgung her wie auch beim Betrieb
des Fahrzeugs - auch im Ausland - problematisch und zumeist nicht konform mit dem
Sprengstoffgesetz.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Notausstiegsvorrichtung für Kraftfahrzeuge
anzugeben, die den Fahrzeuginsassen im Notfall einen leichter zugänglichen Ausstieg
verschafft und die in sich keine Gefahrenquelle darstellt.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 1 gekennzeichnet. Die
Anordnung des Sprengelementes im Bereich einer Fahrzeugtür bedeutet, daß die übliche
Türöffnung auch als Notausstieg herangezogen wird. Die Unterbringung des Sprengelementes
in einem die Fahrzeugtür mit dem Rahmen verbindenden Bauteil bedeutet ferner, daß
die Sprengsubstanz von einem schützenden Bauteil umgeben und dieses selbst in einem
nach innen und außen normalerweise weitgehend geschlossenen Bereich angeordnet ist.
[0008] Aus US-A-3,486,410 ist es zwar bekannt, eine Sprengschnur in einem Rohr unterzubringen
und zur Bildung einer Notausstiegsöffnung zu verwenden; dort wird die Öffnung durch
Heraustrennen eines Wandelements längs einer Linie verringerten Querschnitts gebildet,
wobei die Sprengschnur um den gesamten Umfang der zu bildenden Öffnung verläuft. Weiterhin
ist es aus der US-A-3,352,189 bekannt, verschiedene Bauelemente mit Hilfe von Bolzen
an einer Struktur zu befestigen und diese Bolzen mit Sprengstoff gefüllten Innenräumen
sowie mit Sollbruchstellen zu versehen, so daß die Bauelemente bei Bedarf von der
Struktur durch Zünden der Sprengladungen innerhalb der Bolzen abgetrennt werden können.
Für den Einsatz in gepanzerten Personenkraftwagen bildet eine solche Art der Befestigung
im Falle der Zündung eine außerordentlich hohe Gefahr für die Insassen und ist deshalb
zur Lösung der gestellten Aufgabe untauglich.
[0009] Die in den Unteransprüchen gekennzeichneten Maßnahmen sind insofern von Vorteil,
als sie keine nennenswerten Konstruktionsänderungen am Fahrzeug selbst erfordern und/oder
den Einsatz an sich bekannter pyrotechnischer Bauelemente gestatten.
[0010] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung
näher erläutert. Darin zeigt
- Figur 1
- eine teilweise Darstellung eines Scharniers für eine Kraftfahrzeugtür, teilweise im
Schnitt längs der Achse des Scharnierstifts, zur Veranschaulichung eines ersten Ausführungsbeispiels
der Erfindung, und
- Figur 2
- einen Querschnitt durch einen an einem Kraftfahrzeugrahmen angeschraubten Flügel eines
Türscharniers, geschnitten quer zur Achse des Scharnierstifts, zur Veranschaulichung
eines zweiten Ausführungsbeispiels.
[0011] Von dem in Figur 1 dargestellten Scharnier ist der rechte Flügel 10 beispielsweise
am Kraftfahrzeugrahmen und der linke Flügel 11 an der Kraftfahrzeugtür in herkömmlicher
Weise befestigt. Der Scharnierstift 12 besteht aus zwei in Richtung der Scharnierachse
relativ zueinander verschiebbaren Teilen 13 und 14, von denen der untere Teil 13 in
einer mit dem rechten Flügel 10 verbundenen Scharnierhülse 15 steckt, während der
obere Teil 14 in einer mit dem linken Scharnierflügel 11 verbundenen Scharnierhülse
16 drehbar gelagert ist.
[0012] Der untere Teil 13 ist als Hohlzylinder gestaltet. Der obere Teil 14 umfaßt einen
massiven Kopf 17, einen in dem unteren zylindrischen Teil 13 verschiebbaren Kolben
18 und eine den Kopf 17 mit dem Kolben 18 verbindende Stange 19, die eine mit einer
(nicht gezeigten) Dichtung versehene Bohrung 20 in der dem Kopf 17 zugewandten Stirnwand
21 des unteren zylindrischen Teils 13 durchsetzt. Im Normalzustand sind die Scharnierstiftteile
13 und 14 durch einen Sicherungsstift 22 in ihrer relativen Lage zueinander fixiert,
der die Umfangswand des unteren Teils 13 durchsetzt und am Kolben 18 angreift.
[0013] In der zwischen der Stirnwand 21 und dem Kolben 18 gebildeten Kammer ist ein Sprengelement
untergebracht, das aus dem eigentlichen Sprengsatz 23 und einer Zündpille 24 besteht.
Die Zündpille 24 wird elektrisch aktiviert und ist zu diesem Zweck über die zylindrische
Umfangswand des Teils 13 und die Hülse 15 durchsetzende Zuleitungen mit einem (nicht
gezeigten) Schalter und einer (ebenfalls nicht gezeigten) Stromquelle verbunden.
[0014] Wird das Sprengelement gezündet, so dehnt es sich schlagartig aus, wodurch der Kolben
18 innerhalb des zylindrischen unteren Teils 13 nach unten verschoben wird, so daß
der Kopf 17 des oberen Teils 14 die Scharnierhülse 16 nach unten verläßt und dadurch
die beiden Scharnierflügel 10 und 11 voneinander getrennt werden.
[0015] Bei der Ausführungsform nach Figur 2 ist der Scharnierflügel 30 am Fahrzeugrahmen
31 mittels Gewindebolzen 32 befestigt, die jeweils eine innere Kammer 33 zur Aufnahme
eines wiederum aus einem Sprengsatz 23 und einer Zündpille 24 bestehenden Sprengelementes
aufweist. Die elektrischen Zuleitungen 25 zu der Zündpille 24 sind in diesem Fall
durch den Kopf 34 des Gewindebolzens 32 herausgeführt.
[0016] Beim Zünden des Sprengelements wird der Gewindebolzen 32 in dem Bereich 35 zerstört,
der an der Verbindungsstelle zwischen dem Scharnierflügel 30 und dem Fahrzeugrahmen
31 liegt. Damit sich der detonierende Gewindebolzen zum Bruch ausdehnen kann, sind
der Scharnierflügel 30 und der Fahrzeugrahmen 31 in diesem Bereich mit Aussparungen
36 versehen.
[0017] Als weiteres (nicht dargestelltes) Ausführungsbeispiel der Erfindung ist es auch
möglich, einen Scharnierbolzen zu verwenden, der im Gegensatz zu Figur 1 als einstückiges
Bauteil mit einer inneren Kammer zur Aufnahme des Sprengelements ähnlich dem Gewindebolzen
nach Figur 2 gestaltet ist.
[0018] Außer den Scharnieren ist zwischen Tür und Rahmen eines Kraftfahrzeugs gewöhnlich
noch ein Feststeller vorhanden, der ähnlich wie oben über einen sprengbaren Scharnierstift
oder Gewindebolzen an der Tür oder am Rahmen befestigt sein kann, um eine vollständige
Freigabe der Tür an dieser Seite zu gewährleisten.
1. Notausstiegs-Vorrichtung für ein Kraftfahrzeug mit einem Sprengelement (23, 24) zum
Einbau zwischen eine in der Fahrgastzelle vorgesehene Öffnung und ein diese verschließendes
Fahrzeugteil,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sprengelement (23, 24) in einem eine Fahrzeugtür mit
dem Fahrzeugrahmen verbindenden Bauteil (12; 32) enthalten und das Bauteil der Scharnierstift
(12) eines Türscharnieres (10...12) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sprengelement in dem
Scharnierstift so angeordnet ist, daß es diesen bei Zündung quer zur Stiftachse bricht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Scharnierstift (12) zwei
längs der Stiftachse relativ zueinander verschiebbare Teile (13, 14) aufweist, die
in einem die maximale Stiftlänge definierenden Normalzustand fixiert sind und durch
Zündung des Sprengelements (23, 24) in eine die minimale Stiftlänge definierende relative
Lage verschiebbar sind.
4. Notausstiegs-Vorrichtung für ein Kraftfahrzeug mit einem Sprengelement (23, 24) zum
Einbau zwischen eine in der Fahrgastzelle vorgesehene Öffnung und ein diese verschließendes
Fahrzeugteil,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sprengelement (23, 24) in einem eine Fahrzeugtür mit
dem Fahrzeugrahmen verbindenden Bauteil (12; 32) enthalten und daß das Bauteil ein
bei Zündung des Sprengelements in Querrichtung brechender Gewindebolzen (32) zur Befestigung
des Türscharniers (30) am Fahrzeugrahmen (31) oder an der Fahrzeugtür ist.
1. An emergency exit device for a motor vehicle having an explosive element (23, 24)
to be fitted between an aperture provided in the passenger compartment and a vehicle
part closing it,
characterised in that the explosive element (23, 24) is contained in a component (12; 32) connecting a
vehicle door with the vehicle frame and the component is the hinge pin (12) of a door
hinge (10...12).
2. A device according to Claim 1,
characterised in that the explosive element is disposed in the hinge pin so that when activated it breaks
it at right angles to the pin axis.
3. A device according to Claim 1,
characterised in that the hinge pin (12) comprises two parts (13, 14), which can be displaced relative
to one another along the pin axis, and which are fixed in a normal state defining
the maximum pin length and by actuating the explosive element (23, 24) can be displaced
into a relative position defining the minimum pin length.
4. An emergency exit device for a motor vehicle having an explosive element (23, 24)
to be fitted between an aperture provided in the passenger compartment and a vehicle
part closing it,
characterised in that the explosive element (23, 24) is contained in a component (12; 32) connecting a
vehicle door with the vehicle frame,
and in that the component is a threaded bolt (32) for attaching the door hinge (30) to the vehicle
frame (31) or to the vehicle door, which with the actuation of the explosive element
can be broken in the transverse direction.
1. Dispositif d'évacuation de secours de véhicule comportant un élément explosif (23,
24), devant être monté entre une ouverture prévue dans l'habitacle et une pièce fermant
ledit habitacle,
caractérisé en ce que l'élément explosif (23, 24) est contenu dans une pièce de
construction (12; 32) reliant une portière du véhicule et la carrosserie du véhicule
et la pièce de construction est la cheville (12) d'une charnière de portière (10 à
12).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément explosif est
disposé dans la cheville de charnière de manière telle que, lors de l'amorçage, il
brise ladite cheville perpendiculairement à l'axe de la cheville.
3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la cheville (12) de charnière
présente deux pièces (13, 14) pouvant être déplacées en translation l'une par rapport
à l'autre, le long de l'axe de la cheville, lesdites pièces étant fixées dans un état
normal définissant la longueur de cheville maximale et pouvant être déplacées en translation
du fait de l'amorçage de l'élément explosif (23, 24), dans une position relative définissant
la longueur minimale de la cheville.
4. Dispositif d'évacuation de secours de véhicule comportant un élément explosif (23,
24) devant être monté entre une ouverture prévue dans l'habitacle et une pièce de
véhicule fermant ledit habitacle,
caractérisé en ce que l'élément explosif (23, 24) est contenu dans une pièce de
construction (12; 32) reliant une portière du véhicule et la carrosserie du véhicule
et en ce que la pièce de construction est un boulon fileté (32) se brisant dans le
sens perpendiculaire, lors de l'amorçage de l'élément explosif, et destiné à fixer
la charnière (30) de portière sur la carrosserie (31) du véhicule ou sur la portière
du véhicule.
