[0001] Die Erfindung betrifft Datenträger, wie Wertpapiere oder Ausweiskarten mit einem
optisch variablen Sicherheitselement, das als Echtheitsmerkmal dient und bei unterschiedlichen
Betrachtungswinkeln unterschiedliche Farbeindrücke vermittelt, und das ein flüssigkristallines
Material enthält, das ein Flüssigkristallpolymer ist, welches in orientierter Form
bei Raumtemperatur als Festkörper vorliegt und bei dem der flüssigkristalline Zustand
in einer Polymermatrix eingefroren ist. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren
zur Herstellung des Datenträgers.
[0002] Die zunehmende technische Reife von Farbkopierern führt zu Kopien, die in Farbe,
Auflösung und Qualität immer weniger von den Originalen zu unterscheiden sind. Als
Schutz vor Fälschung mit Hilfe von Farbkopierern oder Scannern wird für Datenträger
mehr und mehr die Verwendung von optisch variablen Elementen als Sicherheitselemente
propagiert. Solche Elemente haben gemeinsam, daß sie je nach Beleuchtungs- und Betrachtungsbedingungen
unterschiedliche Farb- oder Helligkeitswiedergaben aufweisen. Zu den gebräuchlichsten
optisch variablen Elementen zählen Beugungsgitter, Hologramme, Interferenzbeschichtungen,
metamere Farben und polarisierende Beschichtungen.
[0003] Aus der WO-A-82/02445 ist bereits eine Karte bekannt, die optisch erkennbare Markierungen
enthält, wobei diese Markierungen wiederum mit einem flüssigkristallinen Element abgedeckt
sind. Im Normalzustand ist die flüssigkristalline Schicht opak, so daß die darunterliegende
Markierung nicht zu erkennen ist. Durch das Einbringen der Karte in ein elektrisches
Feld läßt sich die flüssigkristalline Schicht jedoch in einen transparenten Zustand
versetzen, so daß dann die Markierung zu Prüfzwekken erkennbar wird.
[0004] Hologramme und Gitter basieren auf Beugungswirkungen. Interferenzbeschichtungen bestehen
meist aus mehreren übereinanderliegenden Schichten, wobei die Schichtdicken in der
Größe der Wellenlänge des Lichts liegen.
[0005] Metamere Druckfarben bestehen üblicherweise aus Mischungen von Pigmenten mit unterschiedlichen
Remissionsbanden. Diese Zusammensetzung bewirkt, daß bei einem Wechsel der Beleuchtungsart
die metameren Farben ihren visuellen Farbeindruck verändern.
[0006] Dichroitische Farbstoffe haben die Eigenschaft, weißes Licht je nach Polarisationsrichtung
in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen zu absorbieren. Die Folge ist ein polarisationsabhängiger
Farbeindruck.
[0007] Nachteilig ist bei den bekannten optisch variablen Echtheitsmerkmalen, daß diese
entweder in der Herstellung sehr teuer, mit herkömmlichen Herstellverfahren nicht
verarbeitbar oder mit anderen Echheitsmerkmalen oder Kartenelementen nur begrenzt
kompatibel sind.
[0008] Es ist bereits bekannt Flüssigkristall-Polymeren als Sicherheitselemente zu verwenden.
Diese Polymere stellen nach geeigneter orientierter Herstellung bei Raumtemperatur
einen kunststoffähnlichen Festkörper mit einem ausgeprägten Farbwechselspiel dar.
Ein derart geeignetes Herstellverfahren besteht beispielsweise im Aufrakeln des noch
flüssigen Materials auf eine Unterlage und das anschließende Aushärten durch UV-Bestrahlung.
Als Flüssigkristall-Polymere eignen sich insbesondere Fiüssigkristall-Silikonpolymere
und cholesterinische Organopolysiloxane. Geeignete Flüssigkristallpolymere, deren
chemische Struktur und deren Herstellung sind in den veröffentlichten Patentanmeldungen
EP-OS 0 136 501, EP-OS 0 060 335 und EP-PS 0 066 137 beschrieben. Auf den Offenbarungsgehalt
dieser Druckschriften wird ausdrücklich Bezug genommen.
[0009] Die Verwendung von konventionellen Flüssigkristallen als Sicherheitselement ist bereits
in der AU-PS 488 652 (Commonwealth) vorgeschlagen. Diese Druckschrift beschreibt eine
laminierte Banknote mit einer Zwischenschicht, in der ein Sicherheitselement in Form
eines Flüssigkristallmaterials eingelagert ist. Das FK-Material wird drucktechnisch
auf ein Inlett aufgetragen. Die Flüssigkristalle befinden sich in einem flüssigen
Aggregatzustand und werden, eingebettet in allseits geschlossene Mikrokapseln, einer
Druckfarbe zugemischt. Die Prüfung auf Echtheit erfolgt durch Farbwechsel des Sicherheitselements
infolge einer Temperaturänderung.
[0010] Flüssigkristalle verhalten sich trotz einer strukturellen Anisotropie üblicherweise
wie eine Flüssigkeit, weshalb es erforderlich ist, diese Materialien in Kapseln oder
Hohlräume einzuschließen. Hieraus resultiert eine komplizierte Fertigungstechnik.
Neben der aufwendigen Einkapselung der FK-Materialien ist es wegen der Verletzungsgefahr
der Hohlräume oder Kapseln nicht möglich, die vorgeschlagenen Sicherheitselemente
in der herkömmlichen Art und Weise unter Druck- und Wärmeanwendung (klassische Kaschiertechnik)
in Folien oder Ausweispapiere einzubetten. Ebenso ungeeignet sind gekapselte Flüssigkristalle
als Sicherheitselement auf Banknoten oder Wertpapieren mit Stahltiefdruck, da die
in diesem Herstellverfahren notwendigen hohen Druckbelastungen zur Zerstörung der
Kapseln und Hohlräume führen.
[0011] Flüssigkristalle können aber auch nach entsprechender Verarbeitung in fester Form
vorliegen und vom Verarbeitungsverfahren abhängig eine hochgradige Ausrichtung ihrer
Moleküle aufweisen, wodurch die optisch variablen Eigenschaften in vollem Umfang und
in voller Brillanz hervortreten. Bei den erfindungsgemäßen FK-Systemen überschreitet
die Farbreinheit des reflektierten Lichts nur selten einen Bereich von 100 nm, die
Farbwechseleffekte mit der Änderung des Betrachtungswinkels sind sehr ausgeprägt,
das reflektierte und transmittierte Licht weist eine ausgeprägte zirkulare Polarisation
auf. Die vollausgebildeten optisch variablen Eigenschaften machen derartige FK-Polymere
in besonderer Weise geeignet für die Verwendung als Sicherheitselement auf Datenträgern,
Wertpapieren und Ausweisen. Die Farbwechselspiele sind selbst für Laien leicht beobachtbar.
Die wellenlängenselektive Reflektivität und die Polarisationseffekte machen das Material
in hohem Maß geeignet für eine automatisierte Prüfung.
[0012] Die Verwendung derartiger Flüssigkristallpolymere in fester Form als Sicherheitsmerkmal
für Karten ist aus der JP-A-63-51193 bekannt.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, das bekannte Sicherheitsmerkmal weiter zu modifizieren.
Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen der unabhängigen Ansprüche genannten Merkmale
gelöst. Die Erfindung macht sich die Erkenntnis zunutze, daß aufgrund der IR-Durchlässigkeit
der FK-Polymere weitere Maschinenmerkmale unter den FK-Polymeren angeordnet sein können.
[0014] Die Festkörpereigenschaften der FK-Polymere erleichtern es in beträchtlichem Maß,
aus ihnen Sicherheitselemente herzustellen. Zum ersten entfällt das Einschließen der
Flüssigkristalle in einen Hohlkörper, zum zweiten besteht keine Gefahr des Aufplatzens
und des Austritts der Flüssigkristalle während nachfolgender Bearbeitungsschritte
und während der Lebensdauer des Datenträgers. Die Fertigungsprozesse und die Anwendung
gestalten sich dadurch äußerst problemlos.
[0015] Die kunststoffähnlichen Eigenschaften der Flüssigkristallpolymere ermöglichen eine
leichte Verarbeitung zu Halbzeug oder zum fertigen Produkt. Das Ausgangsmaterial liegt
im allgemeinen als Granulat vor und kann mit den aus der Kunststoffertigung bekannten
Verfahren und Maschinen geformt und weiterverarbeitet werden. Dadurch wird es auf
dem Gebiet der Sicherheitstechnik möglich, auf der Basis von FK-Polymeren ganz unterschiedliche
Arten von Sicherheitselementen herzustellen und verschiedene Anwendungsfälle abzudecken.
[0016] So können Trägerbahnen aus einem reißfesten Kunststoff mit einer Schicht aus FK-Polymeren
beschichtet werden. Die resultierende Materialbahn kann anschließend zu schmalen Bahnen
oder Fäden geschnitten werden, die als Sicherheitsfäden in Papier oder anderen Stoffen
eingebettet werden können.
[0017] Alternativ dazu können auch mehrschichtige Folienbahnen hergestellt werden, die eine
eingebettete Schicht aus einem FK-Polymer enthalten. Solche Bahnen können als Klebe-
oder Transferbänder gestaltet werden, die sich zum Aufkleben oder Aufstempeln von
Transferelementen auf Papier- oder Kunststoffoberflächen eignen.
[0018] Schließlich lassen sich FK-Polymere auch als selbsttragende Folien herstellen. Diese
Folien können beispielsweise als Folienlagen für mehrschichtige Ausweiskarten verwendet
werden.
[0019] Die nachfolgenden Beispiele und Figuren betreffen, bis auf die Figuren 9a und b,
nicht die Erfindung.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- die spektralen Transmissions- und Reflexionseigenschaften von FK-Polymeren unter verschiedenen
Betrachtungswinkeln,
- Fig. 2
- eine Banknote mit einem Fenster-Sicherheitsfaden mit einer oder mehreren Schichten
aus FK-Polymeren,
- Fig. 3
- einen Sicherheitsfaden mit einer Schicht aus einem FK-Polymer,
- Fig. 4
- einen symmetrisch aufgebauten Sicherheitsfaden mit außenliegenden Schichten aus FK-Polymeren,
- Fig. 5
- einen symmetrisch aufgebauten Sicherheitsfaden mit innenliegenden Schichten aus FK-Polymeren,
- Fig. 6a, b
- einen bedruckten, symmetrischen Fenster-Sicherheitsfaden im Querschnitt und Aufsicht,
- Fig. 7a, b
- einen bedruckten Sicherheitsfaden mit Bewegungseffekten im Querschnitt und Aufsicht,
- Fig. 8a, b
- eine Ausweiskarte mit einem Transferelement mit einer FK-Schicht in Aufsicht und als
Schnittbild,
- Fig. 9a, b
- eine Ausweiskarte nach der Erfindung mit einer visuell nicht lesbaren, durch das Sicherheitselement
abgedeckten Kodierung,
- Fig. 10
- einen Querschnitt durch ein Transferband,
- Fig. 11
- den Transfer eines FK-Sicherheitselements auf ein Substrat,
- Fig. 12a, b
- eine Ausweiskarte mit einer einkaschierten Schicht aus FK-Polymer.
- Fig. 13
- eine Prüfanordnung für FK-Sicherheitselemente,
- Fig. 14, 15
- Detektoranordnungen zum Nachweis von FK-Sicherheitselementen.
[0021] Um die in den Figuren und Ausführungsbeispielen erläuterten Anwendungen und Effekte
der Flüssigkristallpolymere leicht verständlich zu machen, werden vorab einige wichtige
Eigenschaften dieser Stoffe erläutert.
[0022] FK-Polymere sind eine spezielle Variante von Flüssigkristallen, bei denen der flüssigkristalline
Zustand in einer Polymermatrix "eingefroren" ist, wodurch die optischen Eigenschaften
besonders signifikant hervortreten. So absorbieren Flüssigkristallpolymere normalerweise
kein Licht, ihre Färbung entsteht durch Mehrfach-Interferenz von Licht an den einzelnen
Kristallebenen. Der Farbeindruck im Auf- und Durchlicht ist dementsprechend unterschiedlich.
Das reflektierte Farbspektrum enthält nur einen schmalen Frequenzbereich um eine zentrale
Wellenlänge und zeigt dadurch eine hohe Farbsättigung. Das transmittierte Spektrum
ist komplementär zum reflektierten und weist einen Einbruch im Bereich um die Zentralwellenlänge
auf.
[0023] Bei einer Anwendung der FK-Polymere auf opaken Substraten wird eine besonders hohe
Farbreinheit für alle Betrachtungswinkel erzielt, wenn die Flüssigkristallschicht
auf einem schwarzen Untergrund aufgebracht wird. Das reflektierte Spektrum ist dann
ungestört von Sekundärreflexionen am Untergrund.
[0024] Die Gitterkonstanten von erfindungsgemäßen, orientierten FK-Polymeren können im Bereich
von 300 nm bis 1 000 nm eingestellt bzw. bei der Synthese definiert werden, so daß
die reflektierte Zentralwellenlänge bei senkrechtem Einfall im nahen Infrarot oder
im Sichtbaren liegt. Mit flacher werdenden Beobachtungswinkel verschiebt sich die
Zentralwellenlänge des Reflexionsbandes in Richtung kürzerer Wellenlängen. So ist
beispielsweise die in Aufsicht reflektierte Wellenlänge im Vergleich zur Reflexion
bei 60° um ca. 20 % größer.
[0025] Fig. 1 zeigt die spektrale Reflexion R einer FKSchicht bei senkrecht einfallender
Beleuchtung in Kurve 1 sowie bei einer Beleuchtungsrichtung von 60° in Kurve 2. Der
Farbeindruck kann demnach für spezielle FK-Polymere von grün nach violett, von gelb
nach blau, von hellrot nach grün oder bei einer IR-Reflexionsbande von schwarz nach
rot wechseln. Die Gitterkonstante und damit die Grundfarbe des Flüssigkristallpolymers
hängt von der genauen chemischen Struktur des Flüssigkristalls ab und kann durch die
Synthesebedingungen im Bereich zwischen 300 und 1 000 nm definiert eingestellt werden.
[0026] Fig. 2 zeigt eine Anwendung eines FK-Polymers für einen Fenstersicherheitsfaden.
In eine Banknote 11 mit einem Sicherheitsdruckbild 12 ist ein Sicherheitsfaden 13
während der Papierherstellung in der Weise eingebettet worden, daß er in den Fenstern
14 an der Oberfläche des Papiers zu liegen kommt und somit visuell erkennbar ist.
Je nach Ausführungsform schwankt die Breite solcher Sicherheitsfäden zwischen 0,5
und einigen wenigen Millimetern.
[0027] Um durch optisch variable Effekte der Banknote einen Kopierschutz zu verleihen, wird
der Sicherheitsfaden 13 so ausgebildet, daß er einen oder mehrere Schichten aus einem
FK-Polymer enthält. Varianten für die Herstellung und für den Aufbau von Sicherheitsfäden
werden in den Fig. 3 - 7 wiedergegeben.
[0028] Fig. 3 zeigt im Querschnitt eine erste Variante für einen Sicherheitsfaden 13a; er
besteht aus einem Kunststoffträger 20, vorzugsweise wird hierfür eine Polyesterfolie
mit einer typischen Dicke von 20 - 100 Mikrometer verwendet. Der Träger 20 ist auf
einer Seite mit einer mehrere Mikrometer dikken Schicht 21 aus einem FK-Polymer beschichtet.
Um die Farbwechselspiele der Flüssigkristalle optisch hervorzuheben, wird die Folie
20 vorzugsweise schwarz eingefärbt. Der Faden wird während der Papierherstellung so
orientiert, daß die Flüssigkristallschicht an der sichtbaren Außenfläche vorliegt.
[0029] Fig. 4 zeigt im Querschnitt als weitere Variante einen Sicherheitsfaden 13b mit einem
symetrischen Lagenaufbau. Symetrisch aufgebaute Sicherheitsfäden haben den Vorteil,
daß man während der Einbettung in das Papier nicht auf die Orientierung des Fadens
achten muß. Der Faden 13b besteht aus zwei Trägerfolien 20, die beide einseitig aus
einer Schicht 21 aus FK-Polymeren beschichtet sind. Die Trägerfolien 20 sind mit einem
Kaschiervermittler 22 so miteinander verbunden, daß ein symmetrischer Lagenaufbau
mit außenliegenden FK-Schichten entsteht. Um den Farbreichtum zu erhöhen, kann man
wahlweise die Trägerbahnen 20 und/oder den Kaschiervermittler 22 mit Transparent-
oder Pigmentfarben einfärben. Eine fertigungstechnisch einfache Lösung ist es, nur
den Kaschiervermittler 22 einzufärben, vorzugsweise wird hierfür ein deckendes Schwarz
verwendet.
[0030] Fig. 5 zeigt eine weitere Variante eines symmetrisch aufgebauten Sicherheitsfadens
13c im Querschnitt. Im Gegensatz zur Fig. 3 liegen jetzt die-Trägerfolien 20 auf den
Außenseiten des Fadens 13c und schützen so die innenliegenden FK-Schichten 21 vor
Beschädigung. In dieser Variante wird vorzugsweise nur der Kaschiervermittler mit
einem Farbstoff eingefärbt. Da die außenliegenden Trägerschichten 20 transparent bleiben
müssen, werden sie entweder gar nicht oder nur schwach gefärbt.
[0031] Die Fig. 6a und 6b zeigen eine weitere Variante eines Sicherheitsfadens 13d im Querschnitt
(Fig. 6a) und in Aufsicht (Fig. 6b). Der Faden 13d besitzt analog zur Fig. 5 einen
symmetrischen Lagenaufbau aus zwei Trägerfolien 20, zwei FK-Schichten 21 und einer
Klebeschicht 22. Im Rahmen eines Fertigungsprozesses wurde der Faden aus zwei beschichteten
Folienpaaren 30, 31 zusammengefügt. Vor dem Zusammenfügen wurde die Oberfläche 33
eines der beiden Folienpaare mit einem Druckbild 34 aus schwarzer Farbe versehen und
zwar wurden auf die Oberfläche einer FK-Polymerschicht in einem konventionellen Druckverfahren
alphanumerische Zeichen in Mikroschrift aufgebracht. Zusätzlich wurde ein transparenter
Kaschiervermittler 22 verwendet. Im Durchlicht erscheinen jetzt in den Fensterbereichen
des Papiers die Schriftzeichen schwarz vor dem optisch variablen Farbhintergrund der
Polymerschicht. Im Auflicht dagegen zeigen nur die Mikroschriftzeichen einen Farbwechsel.
[0032] In einer anderen Variante des Sicherheitsfadens der Fig. 6a und 6b werden die Schriftzeichen
34 in grünem Mikrodruck auf einer der FK-Schichten aufgetragen, während der Kaschiervermittler
22 schwarz eingefärbt wird. Gleichzeitig wird das FK-Material so gewählt, daß es unter
einem bestimmten Betrachtungswinkel, beispielsweise unter senkrechtem Einfall auf
dem schwarzen Untergrund grün erscheint. Bei Beobachtung des Sicherheitsfadens unter
diesem Winkel erscheint dann die Gesamtfläche grün. Bei einer Änderung des Betrachtungswinkels
wechselt der Farbton der FK-Polymerschicht, während in der Schrift der grüne Farbton
dominant bleibt. Das Resultat ist ein Sicherheitsfaden, dessen Schrift erst beim Verkippen
des Fadens sichtbar wird.
[0033] Die Fig. 7a und 7b zeigen eine weitere Variante 13e im Querschnitt (Fig. 7a) und
in Aufsicht (Fig. 7b). Der Sicherheitsfaden besteht aus einer Trägerfolie 20 und einer
Schicht 21 aus FK-Polymeren. Die Polymerschicht wurde in einem konventionellen Druckverfahren
mit einem Muster aus verschiedenfarbigen, diagonal verlaufenden Streifen 40 bedruckt.
Als spezielle Farbfolge für das Muster 40 wurde am dargestellten Beispiel rot 41,
gelb 42 , grün 43 , blau 44 ausgewählt, wobei sich das Muster beliebig oft über die
Fadenlänge wiederholt. Beim Betrachten dieses Sicherheitsfadens 13e erscheinen die
farbigen Flächenbereiche 40 durch die FK-Schicht hindurch jeweils mit unterschiedlichen
Farbeffekten. Das Farbspektrum der einzelnen Bereiche setzt sich zusammen aus dem
Reflexionsband der aufgedruckten Farbstoffe. Zusätzlich werden die Farben der Flüssigkristallschicht
additiv zugemischt. Aufgrund der winkelabhängigen Reflexionscharakteristik der FK-Polymere
kann bei entsprechender farblicher Abstimmung des FK-Polymers mit den Farbstreifen
mit der dargestellten Anordnung bei einer Verkippung des Fadens die Illusion eines
sich längs des Fadens bewegenden farbigen Streifens hervorgerufen werden. Analog zur
Fig. 5 läßt sich auch diese Ausführungsvariante zu einem Sicherheitsfaden mit einem
symmetrischen Schichtaufbau erweitern.
[0034] Die in den Fig. 3 - 7 gezeigten Varianten können je nach gewünschtem Erscheinungsbild
auf vielfältige Weise variiert werden. Die optisch variablen Effekte der FK-Polymere
lassen sich durch Einfärben beliebiger Schichten mit "klassischen" Farben kombinieren,
wobei als Farbstoffe sowohl transparente Farbstoffe als auch Pigmentfarbstoffe verwendet
werden können. Die Farbstoffe selbst können in einer beliebigen Schicht (auch in der
FK-Schicht, dann allerdings nur in geringen Konzentrationen) des Sicherheitsfadens
eingebracht sein und/oder als Druckbild auf einer ebenfalls beliebigen Schicht des
Fadens aufgebracht sein.
[0035] Die in den Figurenbeschreibungen angegebenen Einfärbungen sind lediglich als Vorschlag
zu verstehen, die angegebenen Farben können beliebig durch andere Farbstoffe ersetzt
werden. Diese Kombinationsmöglichkeiten ergeben eine enorme Vielfalt an möglichen
Farbvariationen, Farbillusionen und kinetischen Effekten.
[0036] Die in den Fig. 3 - 7 gezeigten Varianten von Sicherheitsfäden lassen sich auf der
Basis eines einzigen Halbzeugs produzieren. Zur Herstellung des Halbzeugs wird eine
Folienbahn 20 aus einem Trägermaterial wie Polyesterkunststoff mit einer Schicht 21
aus FK-Polymeren beschichtet. Je nach Farbdesign des Sicherheitsfadens verwendet man
bedruckte, transparente oder eingefärbte Trägerfolien. Die Dicke der Folienbahn liegt
vorzugsweise im Bereich von weniger als einem zehntel Millimeter, für die FKBeschichtung
ist meist eine Filmdikke von ca. 10 Mikrometer ausreichend. Fertigungsbedingt liegen
die typischen Bahnbreiten des Halbzeugs im Bereich von einem Meter.
[0037] Zur Herstellung bedruckter Sicherheitsfäden werden die Trägerbahn und/oder die FK-Schicht
in einem geeigneten Fertigungsverfahren mit den gewünschten Mustern oder Zeichen auf
bekannten Druckmaschinen bedruckt. Zur Fertigung mehrschichtiger, vor allem symetrisch
aufgebauter Sicherheitsfäden werden die beschichteten und eventuell bedruckten Folienbahnen
aufeinandergelegt und mit einem Kaschiervermittler verbunden.
[0038] Erst nachdem die Bahnen den gewünschten Lagenaufbau besitzen, werden sie auf bekannten
Schneidvorrichtungen zu den Fäden geschnitten. Die endgültige Fadenbreite liegt dabei
je nach dem gewünschten Einsatzzweck zwischen einem Bereich von 0,5 - 5,0 mm. Die
so erhaltenen Fäden eignen sich insbesondere zur Einbettung in Papier, können aber
auch zwischen den Kunststoffschichten einer Ausweiskarte eingebettet werden.
[0039] Eine andere Klasse von Sicherheitselementen bilden die Transferelemente, sie werden
häufig auf Kreditkarten, Ausweiskarten, Banknoten, Wertpapiere und dergleichen aufgebracht,
um sie vor Fälschung und insbesondere vor Vervielfältigung durch Kopieren zu schützen.
Für diese Zwecke eignen sich auch Sicherheitselemente auf der Basis von FK-Polymeren
aufgrund ihrer optisch variablen Eigenschaften. Die Transferelemente werden nach dem
Transferverfahren von Trägerbändern auf die Oberfläche der zu schützenden Objekte
übertragen.
[0040] Die Fig. 8a und 8b zeigen eine Ausweiskarte 50 mit einem symbolisch angedeuteten
Datensatz 49 und mit einem Transfer-Sicherheitselement 51 in Aufsicht und als Schnittbild.
Das Sicherheitselement 51 enthält eine Schicht aus einem FK-Polymer, weshalb es die
für diese Materialien typischen Farbwechselspiele aufweist.
[0041] Transferelemente bestehen üblicherweise aus mehreren Schichten, die Fig. 8b zeigt
einen Schnitt durch die Ausweiskarte entlang der Linie l/l in Fig 8a. In der Figur
ist die Höhe des Elementes stark übertrieben dargestellt, gewöhnlich beträgt sie nur
wenige 10 Mikrometer. Auf dem Substrat 53 liegen nacheinander eine Klebeschicht 54,
eine Schutzlackschicht 55, eine FK-Schicht 56 und nach außen abschließende Schutzlackschicht
57. Dieses Sicherheitselement, das hier in einer sehr einfachen Ausführungsform dargestellt
ist, läßt sich in vielfältiger Weise variieren.
[0042] Die Möglichkeiten zur Farbgestaltung der FK-Elemente sind analog zu den Sicherheitsfäden.
Wenn man Wert auf visuell deutlich erkennbare Farbwechselspiele legt, dann färbt man
den Untergrund vorzugsweise schwarz. Zum Zumischen einer Farbe zum reflektierten Spektrum
wurde, wie in Fig. 8a gezeigt, das Element 51 auf einem bedruckten Untergrund 60 aufgebracht.
Das Druckbild kann dabei vielfach variiert werden, eine einfache Gestaltung ist ein
einfarbiger Untergrund, eine verbesserte optische Wirkung hat ein mehrfarbig bedruckter
Untergrund mit kontrastierenden alphanumerischen Zeichen oder Mustern wie diagonal
verlaufenden bunten Streifen, ineinandergeschachtelten farbigen Kreisen usw.. Besonders
interessante Effekte ergeben sich, wenn der Untergrund 60 eine schwarzweiße oder farbige
Fotografie, eine Unterschrift und dergleichen enthält.
[0043] Ähnliche Farbwirkungen wie beim Bedrucken des Untergrunds kann man erreichen durch
Färben, Bedrucken oder Beschriften geeigneter optisch wirksamer Schichten des Transferelements,
die sich beim Transfer nicht verändern.
[0044] Wie später noch erläutert wird, ermöglicht es das Transferprinzip dem optischen Element
einen beliebigen äußeren Umriß zu geben. Die in der Fig. 8 dargestellte Wappenform
61 steht deshalb stellvertretend für einen Streifen, ein Siegel, ein Firmenlogo, ein
alphanumerischen Zeichen, eine Zifferung, Guillochenmuster usw.. Durch die Form des
Umrisses 61 erhält das optisch variable Element einen individuellen Ausdruck.
[0045] Die Fig. 9a und 9b zeigen in Aufsicht und als Schnittbild eine erfindungsgemäße Anwendungsvariante,
in der Kartendaten mit einem FK-Element zugleich unauffällig getarnt und vor Verfälschung
geschützt werden. FK-Polymere mit visuell sichtbaren Farbwechselspielen sind im Infraroten
meist transparent und können somit mühelos mit im infraroten Bereich lesbaren Kodierungen
kombiniert werden. In einem ersten Druckprozeß wurde hierzu auf die Oberfläche einer
Karte 70 mit einer IR-absorbierenden Druckfarbe 71 eine Kodierung 72 aufgetragen.
Im nächsten Schritt wurde diese IR-Kodierung 72 mit einer IR-transparenten, im sichtbaren
Spektralbereich aber undurchlässigen Deckfarbe 73 überdruckt. Im letzten Schritt wurde
dann ein FK-Sicherheitselement 74 auf diesen Bereich auf die Deckfarbe 73 aufgesiegelt.
[0046] Aus fertigungstechnischen Gründen bevorzugt man zum Aufbringen von Sicherheitselementen
aus FK-Polymer auf die Oberfläche eines Substrats das Transferprinzip. Bei diesem
Prinzip wird in einem ersten Verfahrensschritt ein Transferband hergestellt, anschließend
wird in einem zweiten Verfahrensschritt das Sicherheitselement vom Transferband gelöst
und mit dem Substrat verbunden.
[0047] Fig. 10 zeigt den Aufbau eines Transferbandes 100 im Querschnitt, wie es zum Aufbringen
von Sicherheitselementen mit einer FK-Schicht auf eine Substratoberfläche geeignet
ist. Auf einer Trägerfolie 101 befinden sich nacheinander eine Wachsschicht 102, eine
Schutzlackschicht 103, eine Schicht aus einem FK-Polymer 104, eine Farbschicht 105
und eine Heißklebeschicht 106. Die Trägerfolie besteht vorzugsweise aus einem reißfesten
Kunststoff (Polyester) mit einer Dicke im Bereich von weniger als einem zehntel Millimeter.
Die übrigen Schichten eines Transferbandes weisen üblicherweise eine Dicke von wenigen
Mikrometern bis einigen 10 Mikrometern auf. Die auf der Wachsschicht liegenden Schichten
103 - 106 bilden das spätere Sicherheitselement. Zur Erzielung von Farbeffekten kann
das Transferband während seiner Herstellung in verschiedenen Schichten eingefärbt
oder bedruckt werden.
[0048] Zum Aufbringen des Sicherheitselements auf das Substrat wird das Transferband 100,
wie in Fig. 11 gezeigt, mit der Heißklebeschicht 106 auf das Substrat 111 aufgelegt
und angepreßt. Das Anpressen erfolgt mit einem beheizten Transferstempel 112 oder
alternativ auch mit einer Transferrolle. Unter Druck- und Wärmeeinwirkung verbindet
sich die Heißklebeschicht mit dem Substrat. Gleichzeitig schmilzt die Trennschicht
102 und ermöglicht das Abziehen des Trägermaterials 101. Die Verbindung des Sicherheitselements
mit dem Substrat erfolgt nur in den Flächenbereichen, in denen die Trennschicht flüssig
geworden ist, d. h. nur in den vom Transferstempel erhitzten Flächenbereichen. In
den anderen Flächenbereichen bleibt der Schichtaufbau und das Trägermaterial fest
miteinander verbunden. Beim Abziehen des Trägerfilms vom Substrat reißt der Schichtaufbau
entlang der Konturkanten 113 des Transferstempels, wodurch die Kontur 113 des transferierten
Sicherheitselements stets der Kontur des Prägestempels entspricht. Auf diese Weise
sind auch komplizierte Umrißstrukturen realisierbar wie beispielsweise Firmenlogos,
Blockbuchstaben und ähnliches. Der Prozeß des Heißsiegeins als solches ist bekannt
und wird beispielsweise in der DE-OS 33 08 831 beschrieben.
[0049] FK-Polymere lassen sich auch zu Folien verarbeiten. In dieser Form eignen sie sich
insbesondere als groß- oder vollflächige Sicherheitselemente für mehrschichtige Ausweiskarten.
[0050] Die Fig. 12a und 12b zeigen beispielsweise eine kaschierte Ausweiskarte 120, die
aus einem Papierinlett 121 und zwei außenliegenden thermoplastischen Deckfolien 122
und 123 besteht. Die Schichten werden unter Druck und Wärmeanwendung zu einer kompakten
Ausweiskarte verpreßt. Die Karteninformationen sind üblicherweise auf dem Inlett aufgedruckt,
das im gezeigten Beispiel ein Bild des Inhabers 124, Kartendaten 125 und ein Firmenlogo
126 aufweist. Zur Erhöhung der Fälschungssicherheit wurde in den Kartenaufbau zwischen
dem Inlett und der oberen Deckfolie in der linken Kartenhälfte eine Folie aus FK-Polymer
127 eingefügt. Die Farbwechselspiele der Fiüssigkristallfolie lassen sich durch die
transparente Deckfolie beobachten, wobei das farbige gedruckte Firmenlogo 126 zusätzlich
Farbeffekte hinzufügt.
[0051] Manche FK-Verbindungen vernetzen unter Einwirkung energiereicher (z. B. UV-) Strahlung
und bilden erst dadurch einen chemisch stabilen Film. Unbelichtete, d. h. nicht ausgehärtete
Bereiche können mit Lösungsmitteln entfernt werden. Analog zu den bekannten phototechnischen
Verfahren der Halbleiter- und Druckplattenherstellungstechnik kann auf diese Weise
eine definierte Fläche eines FK-Filmes durch eine Maske belichtet und anschließend
in den unbelichteten Bereichen die Beschichtung chemisch entfernt werden, so daß Muster,
Buchstaben, Ziffern etc. entstehen.
[0052] Selbstverständlich ist es auch möglich, die gesamte Kartenfläche mit der Folie aus
Flüssigkristallpolymer abzudecken. Als Alternative zum Beifügen einer Folie in den
Kartenaufbau bietet sich an, vor dem Kaschieren das Flüssigkristallelement nach dem
Transferprinzip auf das Inlett zu übertragen. Eine weitere Variante besteht darin,
im gewöhnlichen Aufbau von kaschierten Karten eine oder beide Deckfolien 122, 123
als Gesamtes durch eine FK-Folie zu ersetzen.
[0053] Als groß- oder vollftächige Sicherheitselemente eignen sich Folien aus Fk-Materialien.
Solche Folien werden vorzugsweise aus einer Flüssigkristall-Substanz hergestellt.
Um eine für die Sicherheitszwecke geeignete Folie zu erhalten, wird die FK-Substanz
auf einem Walzenstuhl verarbeitet. Die für die optischen Effekte notwendige Ausrichtung
der Flüssigkristallmoleküle erfolgt durch Scherkräfte, die beim Walzen auftreten.
Das so hergestellte Folienmaterial eignet sich so insbesondere zur Herstellung von
Ausweiskarten, läßt sich aber auch zu anderen Echtheitskennzeichen, wie beispielsweise
einem Sicherheitsfaden, verarbeiten.
[0054] Zur maschinellen Prüfung von Echtheitskennzeichen auf der Basis der erfindungsgemäßen
Flüssigkristall-Polymeren eignen sich in besonderer Weise deren Polariationseigenschaften
und deren Wellenlängenselektivität. Das reflektierte Licht ist zunächst spektral auf
einem Bereich um die Zentralwellenlänge eingeengt, darüber hinaus wird unpolarisiertes
Licht in Flüssigkristallploymeren in rechts- und linksdrehende Komponenten zerlegt.
Je nach chemischer Zusammensetzung des Polymers wird nur einer der beiden Anteile
reflektiert, während der komplementäre Anteil transmittiert wird.
[0055] Eine Möglichkeit der maschinellen Prüfung wird am folgenden an einem Film aus FK-Polymer
dargestellt, der sich auf einem schwarzen, vollständig absorbierenden Träger 128 befindet.
Wie in Fig. 13 gezeigt, wird das Element 130 unter einem vorbestimmten Winkel mit
einem unpolarisierten Lichtstrahl 131, beispielsweise einer Glühlampe 129 beleuchtet.
Nach der Reflexion trifft der Lichtstrahl 132 auf das in Fig. 14 dargestellte Detektorsystem
133, mit dem der Nachweis der spektralen Filterung und der zirkularen Polarisation
durchgeführt wird.
[0056] Den Aufbau des Detektorsystems 133 zeigt Fig. 14. Innerhalb des Detektorsystems 133
durchläuft der reflektierte Strahl 132 zunächst ein Farbfilter 141, der nur Licht
der erwarteten Zentralwellenlänge passieren läßt. Dann trifft der Lichtstrahl auf
eine Lambda/4-Platte 142, die die zirkulare Polarisation in eine lineare Polarisation
umwandelt. Anschließend fällt das Licht auf einen 1 : 1 Strahlteiler 143, von wo die
beiden Teilstrahlen 144, 145 auf zwei Detektoren 146, 147 mit davor angeordneten Polarisationsfiltern
148, 149 gelangen. Die Polarisationsebenen 150, 151 der beiden Filter stehen senkrecht
aufeinander, gleichzeitig sind sie zu den beiden optischen Achsen der Lambda/4-Platte
unter 45° ausgerichtet.
[0057] Die maschinelle Echtheitsprüfung stützt sich auf eine Analyse der beiden Detektorsignale.
Die Funktionsweise des Detektorsystems wird im folgenden anhand mehrerer Fälle aufgezeigt.
A) Echtes Element
Das reflektierte Licht passiert ungehindert den Farbfilter. In der Lambda/4-Platte
wird aus der zirkularen eine lineare, entweder horizontal oder vertikal stehende Polarisation
erzeugt. Die lineare Polarisation führt dazu, daß einer der beiden Detektoren 146,
147 die volle Intensität empfängt, während der zweite Detektor kein Licht erhält.
B) Gefälschtes, unpolarisiert reflektierendes Element
Das spektral korrekte, aber unpolarisiert reflektierte Licht weist auch nach dem Passieren
der Lambda/4-Platte keine bevorzugte Polarisationsrichtung auf. Beide Detektoren empfangen
je 50 % des reflektierten Lichts.
C) Gefälschtes Element mit Spektralfehler
Das reflektierte Licht wird im Farbfilter 142 absorbiert, entsprechend empfängt keiner
der beiden Detektoren ein Signal. D) Gefälschtes linear polarisierendes Element Die
45°-Anordnung von Lambda/4-Platte und den beiden Polaristoren führt dazu, daß unabhängig
von der ursprünglichen Polarisationsrichtung des reflektierten Lichts beide Detektoren
das gleiche Signal empfangen.
[0058] Um die Fehlersignifikanz zu erhöhen, lassen sich auch zur Prüfung eines einzigen
Elements mehrere Detektorsysteme verwenden; die beispielsweise unter unterschiedlichen
Winkeln angeordnet sind und dementsprechend auf unterschiedliche Zentralwellenlängen
reagieren.
[0059] Dem Fachmann ist klar, daß das Detektorsystem auf vielfache Weise realisiert werden
kann. Fig. 15 zeigt als eine wartungsfreundliche Alternative eine Anordnung unter
Verwendung von Lichtleitfasern. Basis der optischen Anordnung ist wiederum Fig. 13.
Im Detektorsystem 133 durchläuft der reflektierte Lichtstrahl 132 zunächst einen Farbfilter
161 zur Überprüfung der Zentralwellenlänge. In der folgenden Lambda/4-Platte 162 wird
die zirkulare Polarisation in eine lineare umgewandelt. Eine Einkoppeloptik 153 koppelt
den Lichtstrahl 132 in ein Lichtleitersystem 154 ein, bekannte Strahlweichen trennen
den Strahl in äquivalente Teilbündel auf. Am Ende jedes Teilbündels befindet sich
ein Polarisator-Detektor-Paar 155/156 und 157/158 für die beiden unterschiedlichen
Polarisationsrichtungen.
[0060] Bei Licht der korrekten Wellenlänge und Polarisation empfängt (im Fall verlustfreier
Optiken) einer der beiden Detektoren 156/158 50 % der Eingangsintensität, der zweite
erhält kein Licht. lm Fall eines gefälschten Elements mit unpolarisiertem reflektiertem
Licht empfängt jeder der beiden Detektoren 50 % der Eingangsintensität. Auf diese
Weise lassen sich Fälschung und Original unterscheiden.
1. Datenträger, wie Wertpapier oder Ausweiskarte mit einem optisch variablen Sicherheitselement,
das als Echtheitsmerkmal dient und bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln unterschiedliche
Farbeindrücke vermittelt, und das ein flüssigkristallines Material enthält, das ein
Flüssigkristallpolymer ist, welches in orientierter Form bei Raumtemperatur als Festkörper
vorliegt und bei dem der flüssigkristalline Zustand in einer Polymermatrix eingefroren
ist, dadurch gekennzeichnet daß auf dem Datenträger unter dem Sicherheitselement eine visuell nicht sichtbare Kodierung
(72) aufgebracht ist.
2. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material ein vernetztes Flüssigkristall-Silikonpolymer ist.
3. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material ein vernetztes Organopolysiloxan oder ein vernetztes Organooxysilan
ist oder eine vernetzte Verbindung mit einem Organopolysiloxan oder einem Organooxysilan
darstellt.
4. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Flüssigkristallpolymer als Schicht oder Film im Sicherheitselement oder im Datenträger
vorliegt
5. Datenträger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht oder der Film mehrfach jeweils auf Trägerfolien (20) vorliegen, die paarweise
mit einem Kaschiervermittler (22) so aneinander gefügt sind, daß ein symmetrischer
Schichtaufbau (13c, 13d) entsteht.
6. Datenträger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Fläche des Sicherheitselementes mit transparenten, absorbierenden
und/oder reflektierenden Farben (34,40) bedruckt oder eine Schicht des Sicherheitselements
mit derartigen Farben eingefärbt ist.
7. Datenträger nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitselement in einem bedruckten und/oder beschrifteten Bereich (60) des
Datenträgers aufgebracht ist..
8. Datenträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Flüssigkristallpolymer als Folie (127) verarbeitet ist.
9. Datenträger nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (127) als Sicherheitselement in den Aufbau eines mehrschichtigen Datenträgers
(120) eingefügt ist.
10. Datenträger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie eine Deckfolie (122, 123) des Datenträgers ist.
11. Verfahren zur Herstellung eines Datenträgers mit einem optisch variablen Sicherheitselement,
das als Echtheitsmerkmal dient und bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln unterschiedliche
Farbeindrücke vermittelt, nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Aufbringen einer visuell nicht sichtbaren Kodierung auf den Datenträger
- Aufbringen des noch flüssigen polymeren Flüssigkristallmaterials auf eine Trägerfläche,
- Orientieren des polymezen Flüssigkristallmaterials durch mechanische Einwirkung von Scherkräften,
- Aushärten des orientierten Materials zum Festkörper, so daß der flüssigkristalline
Zustand in der Polymermatrix eingefroren wird,
- Ein- oder Aufbringen des polymeren Flüssigkristallfestkörpermaterials in oder auf
den Schichtaufbau des Datenträgers über der Kodierung.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das noch flüssige polymere Flüssigkristallmaterial auf eine separate Trägerfolie
aufgebracht wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Orientierung durch Aufrakeln des Flüssigkristallmaterials erfolgt.
14. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerfläche eine Druckwalze ist, auf die das Flüssigkristallmaterial direkt
aufgerakelt oder aufgewalzt wird und von der das Flüssigkristallmaterials durch einen
Druckvorgang auf eine Fläche des Datenträgers übertragen wird.
15. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Aushärten durch definierte Energiezufuhr erfolgt.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Energiezufuhr durch Bestrahlung mit UV- oder IR-Licht erfolgt.
17. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Energie-Zuruhr durch Einwirkung eines Elektronenstrahls erfolgt.
18. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Flüssigkristallmaterial auf der Trägerfläche einen selbsttragenden Film bildet,
der nach dem Aushärten abgelöst wird.
19. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das polymere Flüssigkristallmaterial in orientierter und ausgehärteter Form von der
Trägerfläche auf den Datenträger oder eine Schicht des Datenträgers im Transferverfahren
übertragen wird.
20. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Aushärten des Flüssigkristallmaterials nur in Teilbereichen erfolgt und die nicht
ausgehärteten Bereiche nach dem Aushärtungsschritt entfernt werden.
1. A data carrier, such as paper of value or identity card, having an optically variable
security element serving as an authenticity feature and conveying different color
effects at different viewing angles and containing a liquid crystal material, the
material being a liquid crystal polymer that is present as a solid at room temperature
in an oriented form and wherein the liquid crystalline state is frozen in a polymer
matrix, characterized in that a visually invisible coding (72) is applied to the data carrier under the security
element.
2. The data carrier of claim 1, characterized in that the material is a crosslinkable liquid crystal-silicone polymer.
3. The data carrier of claim 1, characterized in that the material is a crosslinked orgariopolysiloxane or a crosslinked organooxysilarie
or a crosslinked compound with an organopolysiloxane or an organooxysilarie.
4. The data carrier of claim 1, characterized in that the liquid crystal polymer is present as a layer or film in the security element
or in the data carrier.
5. The data carrier of claim 4, characterized in that the layer or film is present several times on carrier films (20) that are joined
together in pairs with a laminating agent (22) so as to give rise to a symmetrical
layer structure (13c, 13d).
6. The data carrier of claim 4, characterized in that at least one surface of the security element is printed with transparent absorbent
and/or reflective inks (34, 40) or one layer of the security element is dyed with
such inks.
7. The data carrier of claim 6, characterized in that the security element is applied in a printed and/or inscribed area (60) of the data
carrier.
8. The data carrier of at least one of claims 1 to 7, characterized in that the liquid crystal polymer is processed as a film (127).
9. The data carrier of claim 8, characterized in that the film (127) is integrated as a security element into the structure of a multilayer
data carrier (120).
10. The data carrier of claim 9, characterized in that the film is a cover film (122, 123) of the data carrier.
11. A method for producing the data carrier having an optically variable security element
serving as an authenticity feature and conveying different color effects at different
viewing angles, of at least one of the above claims,
characterized by the following steps:
- applying a visually invisible coding to the data carrier,
- applying the polymeric liquid crystal material while still liquid to a carrier surface,
- orienting the polymeric liquid crystal material by the mechanical action of shearing
forces,
- hardening the oriented material to a solid so that the liquid crystalline state
is frozen in the polymer matrix,
- incorporating or applying the polymeric solid liquid crystal material into or onto
the layer structure of the data carrier above the coding.
12. The method of claim 11, characterized in that the polymeric liquid crystal material while still liquid is applied to a separate
carrier film.
13. The method of claim 11 or 12, characterized in that the orientation is performed by doctoring on the liquid crystal material.
14. The method of claim 11, characterized in that the carrier surface is a printing roller onto which the liquid crystal material is
directly doctored or rolled and from which the liquid crystal material is transferred
to a surface of the data carrier by a printing process.
15. The method of claim 11, characterized in that the hardening is performed by a predefined energy input.
16. The method of claim 15, characterized in that the energy input is provided by irradiation with UV or IR light.
17. The method of claim 15, characterized in that the energy input is provided by the action of an electron beam.
18. The method of claim 11, characterized in that the liquid crystal material forms a self-supporting film on the carrier surface and
is detached after hardening.
19. The method of claim 11, characterized in that the polymeric liquid crystal material is transferred in an oriented and hardened
form from the carrier surface to the data carrier or a layer of the data carrier by
the transfer method.
20. The method of at least one of claims 11 to 19, characterized in that the hardening of the liquid crystal material is performed only in partial areas,
and the unhardened areas are removed after the hardening step.
1. Support de données tel qu'un papier-valeur, ou une carte d'identification avec un
élément de sécurité optiquement variable, sui sert de caractéristique d'authenticité
et qui fournit, pour différents angles d'observation, des impressions de couleurs
différentes et qui contient un matériau à cristaux liquides, constitué par un polymère
contenant des cristaux liquides, qui sous forme orientée à température ambiante, est
présent sous la forme d'un corps solide et par l'intermédiaire duquel l'état de cristaux
liquides est gelé dans une matrice polymère, caractérisé en ce que, sur le support de données, est disposé sous l'élément de sécurité un codage (72)
non visible visuellement.
2. Support de données selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau est un polymère de silicone réticulé à cristaux liquides.
3. Support de données selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau est un organopolysiloxarie réticulé ou un orgario-oxysilane réticulé
ou une composition réticulée avec un organopolysiloxane ou un organo-oxysilane.
4. Support de données selon 1a revendication 1, caractérisé en ce que le polymère à cristaux liquides est présent sous forme de couche ou de film dans
l'élément de sécurité ou dans le support de données.
5. Support de données selon la revendication 4, caractérisé en ce que la couche ou le film est présent, une pluralité de fois dans chaque cas, sur des
feuilles de support (20), qui sont reliées par paires l'une à l'autre au moyen d'un
agent de stratification (22) de telle façon qu'il en résulte une structure à couches
symétriques (13c, 13d).
6. Support de données selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'au moins l'une des surfaces de l'élément de sécurité est imprimée avec des encres
(34, 40) transparentes, absorbantes et/ou réfléchissantes ou bien une couche de l'élément
de sécurité est colorée avec des encres de ce type.
7. Support de données selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'élément de sécurité est dans une zone (60) imprimée et/ou munie d'inscriptions
du support de données.
8. Support de données selon au moins l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le polymère à cristaux liquides est traité pour être sous forme de feuille (127).
9. Support de données selon la revendication 8, caractérisé en ce que la feuille (127) est introduite, en tant qu'élément de sécurité dans la structure
d'un support de données multicouche (120).
10. Support de données selon la revendication 9, caractérisé en ce que la feuille constitue une feuille de couverture (122, 123) du support de données.
11. Procédé de fabrication d'un support de données avec un élément de sécurité optiquement
variable qui sert de caractéristique d'authenticité et qui fournit pour différents
angles d'observation, des impressions de couleurs différentes selon au moins l'une
des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il comprend les étapes consistant:
- à appliquer un codage non visible visuellement sur le support de données;
- à appliquer le matériau polymère à cristaux liquides encore liquide sur une surface
de support;
- à orienter le matériau polymère contenant des cristaux liquides par application
mécanique de forces de cisaillement;
- à durcir le matériau orienté pour obtenir un corps solide, de sorte que l'état de
cristaux liquides soit gelé dans la matrice polymère,
- à appliquer ou insérer le matériau de corps solide à cristaux liquides dans un ou
sur la structure à couches de support de données, au-dessus du codage.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'on applique le matériau polymère contenant des cristaux liquides encore à l'état liquide
sur une feuille de support séparée.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que l'orientation est obtenue par égalisation à la racle du matériau polymère à cristaux
liquides.
14. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que la surface de support est un rouleau d'impression sur lequel la matériau polymère
à cristaux liquides est appliqué directement par raclage ou laminage, et à partir
duquel le matériau polymère contenant des cristaux liquides est, au moyen d'un procédé
d'impression, transféré sur une surface du support de données.
15. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que le durcissement est obtenu par un apport défini d'énergie.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que l'apport d'énergie est produit par irradiation par de la lumière ultra-violette ou
infrarouge.
17. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que l'apport d'énergie est produit par un faisceau d'électrons.
18. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce le matériau polymère à cristaux liquides constitue sur la surface de support
un film autoportant qui est séparé après le durcissement.
19. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que le matériau polymère à cristaux liquides est transféré, sous une forme orientée et
durcie, depuis la surface de support sur le support de données ou sur une couche du
support de données, dans un procédé de transfert.
20. Procédé selon au moins l'une des revendications 11 à 19, caractérisé en ce que le durcissement du matériau polymère à cristaux liquides n'est effectué que dans
des zones partielles, les zones qui n'ont pas été durcies étant éliminées après l'étape
de durcissement.