(19)
(11) EP 0 435 029 B2

(12) NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den Einspruch:
02.01.2003  Patentblatt  2003/01

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.08.1995  Patentblatt  1995/32

(21) Anmeldenummer: 90123341.1

(22) Anmeldetag:  05.12.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B44F 1/12, B42D 15/10

(54)

Datenträger mit einem Flüssigkristall-Sicherheitselement

Data carrier with a liquid crystal security element

Support d'information avec élément de sécurité à cristaux liquides


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 22.12.1989 DE 3942663

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
03.07.1991  Patentblatt  1991/27

(73) Patentinhaber: GAO Gesellschaft für Automation und Organisation mbH
81307 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Heckenkamp, Christoph
    W-8000 München 70 (DE)
  • Schwenk, Gerhard
    W-8039 Puchheim (DE)
  • Moll, Jürgen
    W-8029 Sauerlach (DE)

(74) Vertreter: Klunker . Schmitt-Nilson . Hirsch 
Winzererstrasse 106
80797 München
80797 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 060 335
EP-A- 0 136 501
AU-A- 488 652
FR-A- 2 038 104
US-A- 4 591 189
EP-A- 0 066 137
WO-A-82/02445
DE-A- 2 909 731
JP-D- 6 351 193
US-A- 4 889 367
   
  • Nachr.Chem.Tech.Lab.32 (1984) Nr.4, Seiten 284-295 "Flüssigkristalline Polymere"
  • Zeitschrift "COLOR research and application", David Makow, Volume 11, Number 3, Fall (Herbst) 1986, Seiten 205-208: "Reflection and Transmission of Polymer Liquid-Crystal Coatings and Their Application to Decorative Arts and Stained Glass"
  • ELEKTRONIK-LEXIKON, Dr. W. Baier, 1982: "Daten, Datenträger, Informationsspeicher, Speicher"
   


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft Datenträger, wie Wertpapiere oder Ausweiskarten mit einem optisch variablen Sicherheitselement, das als Echtheitsmerkmal dient und bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln unterschiedliche Farbeindrücke vermittelt, und das ein flüssigkristallines Material enthält, das ein Flüssigkristallpolymer ist, welches in orientierter Form bei Raumtemperatur als Festkörper vorliegt und bei dem der flüssigkristalline Zustand in einer Polymermatrix eingefroren ist. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des Datenträgers.

[0002] Die zunehmende technische Reife von Farbkopierern führt zu Kopien, die in Farbe, Auflösung und Qualität immer weniger von den Originalen zu unterscheiden sind. Als Schutz vor Fälschung mit Hilfe von Farbkopierern oder Scannern wird für Datenträger mehr und mehr die Verwendung von optisch variablen Elementen als Sicherheitselemente propagiert. Solche Elemente haben gemeinsam, daß sie je nach Beleuchtungs- und Betrachtungsbedingungen unterschiedliche Farb- oder Helligkeitswiedergaben aufweisen. Zu den gebräuchlichsten optisch variablen Elementen zählen Beugungsgitter, Hologramme, Interferenzbeschichtungen, metamere Farben und polarisierende Beschichtungen.

[0003] Aus der WO-A-82/02445 ist bereits eine Karte bekannt, die optisch erkennbare Markierungen enthält, wobei diese Markierungen wiederum mit einem flüssigkristallinen Element abgedeckt sind. Im Normalzustand ist die flüssigkristalline Schicht opak, so daß die darunterliegende Markierung nicht zu erkennen ist. Durch das Einbringen der Karte in ein elektrisches Feld läßt sich die flüssigkristalline Schicht jedoch in einen transparenten Zustand versetzen, so daß dann die Markierung zu Prüfzwekken erkennbar wird.

[0004] Hologramme und Gitter basieren auf Beugungswirkungen. Interferenzbeschichtungen bestehen meist aus mehreren übereinanderliegenden Schichten, wobei die Schichtdicken in der Größe der Wellenlänge des Lichts liegen.

[0005] Metamere Druckfarben bestehen üblicherweise aus Mischungen von Pigmenten mit unterschiedlichen Remissionsbanden. Diese Zusammensetzung bewirkt, daß bei einem Wechsel der Beleuchtungsart die metameren Farben ihren visuellen Farbeindruck verändern.

[0006] Dichroitische Farbstoffe haben die Eigenschaft, weißes Licht je nach Polarisationsrichtung in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen zu absorbieren. Die Folge ist ein polarisationsabhängiger Farbeindruck.

[0007] Nachteilig ist bei den bekannten optisch variablen Echtheitsmerkmalen, daß diese entweder in der Herstellung sehr teuer, mit herkömmlichen Herstellverfahren nicht verarbeitbar oder mit anderen Echheitsmerkmalen oder Kartenelementen nur begrenzt kompatibel sind.

[0008] Es ist bereits bekannt Flüssigkristall-Polymeren als Sicherheitselemente zu verwenden. Diese Polymere stellen nach geeigneter orientierter Herstellung bei Raumtemperatur einen kunststoffähnlichen Festkörper mit einem ausgeprägten Farbwechselspiel dar. Ein derart geeignetes Herstellverfahren besteht beispielsweise im Aufrakeln des noch flüssigen Materials auf eine Unterlage und das anschließende Aushärten durch UV-Bestrahlung. Als Flüssigkristall-Polymere eignen sich insbesondere Fiüssigkristall-Silikonpolymere und cholesterinische Organopolysiloxane. Geeignete Flüssigkristallpolymere, deren chemische Struktur und deren Herstellung sind in den veröffentlichten Patentanmeldungen EP-OS 0 136 501, EP-OS 0 060 335 und EP-PS 0 066 137 beschrieben. Auf den Offenbarungsgehalt dieser Druckschriften wird ausdrücklich Bezug genommen.

[0009] Die Verwendung von konventionellen Flüssigkristallen als Sicherheitselement ist bereits in der AU-PS 488 652 (Commonwealth) vorgeschlagen. Diese Druckschrift beschreibt eine laminierte Banknote mit einer Zwischenschicht, in der ein Sicherheitselement in Form eines Flüssigkristallmaterials eingelagert ist. Das FK-Material wird drucktechnisch auf ein Inlett aufgetragen. Die Flüssigkristalle befinden sich in einem flüssigen Aggregatzustand und werden, eingebettet in allseits geschlossene Mikrokapseln, einer Druckfarbe zugemischt. Die Prüfung auf Echtheit erfolgt durch Farbwechsel des Sicherheitselements infolge einer Temperaturänderung.

[0010] Flüssigkristalle verhalten sich trotz einer strukturellen Anisotropie üblicherweise wie eine Flüssigkeit, weshalb es erforderlich ist, diese Materialien in Kapseln oder Hohlräume einzuschließen. Hieraus resultiert eine komplizierte Fertigungstechnik. Neben der aufwendigen Einkapselung der FK-Materialien ist es wegen der Verletzungsgefahr der Hohlräume oder Kapseln nicht möglich, die vorgeschlagenen Sicherheitselemente in der herkömmlichen Art und Weise unter Druck- und Wärmeanwendung (klassische Kaschiertechnik) in Folien oder Ausweispapiere einzubetten. Ebenso ungeeignet sind gekapselte Flüssigkristalle als Sicherheitselement auf Banknoten oder Wertpapieren mit Stahltiefdruck, da die in diesem Herstellverfahren notwendigen hohen Druckbelastungen zur Zerstörung der Kapseln und Hohlräume führen.

[0011] Flüssigkristalle können aber auch nach entsprechender Verarbeitung in fester Form vorliegen und vom Verarbeitungsverfahren abhängig eine hochgradige Ausrichtung ihrer Moleküle aufweisen, wodurch die optisch variablen Eigenschaften in vollem Umfang und in voller Brillanz hervortreten. Bei den erfindungsgemäßen FK-Systemen überschreitet die Farbreinheit des reflektierten Lichts nur selten einen Bereich von 100 nm, die Farbwechseleffekte mit der Änderung des Betrachtungswinkels sind sehr ausgeprägt, das reflektierte und transmittierte Licht weist eine ausgeprägte zirkulare Polarisation auf. Die vollausgebildeten optisch variablen Eigenschaften machen derartige FK-Polymere in besonderer Weise geeignet für die Verwendung als Sicherheitselement auf Datenträgern, Wertpapieren und Ausweisen. Die Farbwechselspiele sind selbst für Laien leicht beobachtbar. Die wellenlängenselektive Reflektivität und die Polarisationseffekte machen das Material in hohem Maß geeignet für eine automatisierte Prüfung.

[0012] Die Verwendung derartiger Flüssigkristallpolymere in fester Form als Sicherheitsmerkmal für Karten ist aus der JP-A-63-51193 bekannt.

[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, das bekannte Sicherheitsmerkmal weiter zu modifizieren. Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen der unabhängigen Ansprüche genannten Merkmale gelöst. Die Erfindung macht sich die Erkenntnis zunutze, daß aufgrund der IR-Durchlässigkeit der FK-Polymere weitere Maschinenmerkmale unter den FK-Polymeren angeordnet sein können.

[0014] Die Festkörpereigenschaften der FK-Polymere erleichtern es in beträchtlichem Maß, aus ihnen Sicherheitselemente herzustellen. Zum ersten entfällt das Einschließen der Flüssigkristalle in einen Hohlkörper, zum zweiten besteht keine Gefahr des Aufplatzens und des Austritts der Flüssigkristalle während nachfolgender Bearbeitungsschritte und während der Lebensdauer des Datenträgers. Die Fertigungsprozesse und die Anwendung gestalten sich dadurch äußerst problemlos.

[0015] Die kunststoffähnlichen Eigenschaften der Flüssigkristallpolymere ermöglichen eine leichte Verarbeitung zu Halbzeug oder zum fertigen Produkt. Das Ausgangsmaterial liegt im allgemeinen als Granulat vor und kann mit den aus der Kunststoffertigung bekannten Verfahren und Maschinen geformt und weiterverarbeitet werden. Dadurch wird es auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik möglich, auf der Basis von FK-Polymeren ganz unterschiedliche Arten von Sicherheitselementen herzustellen und verschiedene Anwendungsfälle abzudecken.

[0016] So können Trägerbahnen aus einem reißfesten Kunststoff mit einer Schicht aus FK-Polymeren beschichtet werden. Die resultierende Materialbahn kann anschließend zu schmalen Bahnen oder Fäden geschnitten werden, die als Sicherheitsfäden in Papier oder anderen Stoffen eingebettet werden können.

[0017] Alternativ dazu können auch mehrschichtige Folienbahnen hergestellt werden, die eine eingebettete Schicht aus einem FK-Polymer enthalten. Solche Bahnen können als Klebe- oder Transferbänder gestaltet werden, die sich zum Aufkleben oder Aufstempeln von Transferelementen auf Papier- oder Kunststoffoberflächen eignen.

[0018] Schließlich lassen sich FK-Polymere auch als selbsttragende Folien herstellen. Diese Folien können beispielsweise als Folienlagen für mehrschichtige Ausweiskarten verwendet werden.

[0019] Die nachfolgenden Beispiele und Figuren betreffen, bis auf die Figuren 9a und b, nicht die Erfindung.

[0020] Es zeigen:
Fig. 1
die spektralen Transmissions- und Reflexionseigenschaften von FK-Polymeren unter verschiedenen Betrachtungswinkeln,
Fig. 2
eine Banknote mit einem Fenster-Sicherheitsfaden mit einer oder mehreren Schichten aus FK-Polymeren,
Fig. 3
einen Sicherheitsfaden mit einer Schicht aus einem FK-Polymer,
Fig. 4
einen symmetrisch aufgebauten Sicherheitsfaden mit außenliegenden Schichten aus FK-Polymeren,
Fig. 5
einen symmetrisch aufgebauten Sicherheitsfaden mit innenliegenden Schichten aus FK-Polymeren,
Fig. 6a, b
einen bedruckten, symmetrischen Fenster-Sicherheitsfaden im Querschnitt und Aufsicht,
Fig. 7a, b
einen bedruckten Sicherheitsfaden mit Bewegungseffekten im Querschnitt und Aufsicht,
Fig. 8a, b
eine Ausweiskarte mit einem Transferelement mit einer FK-Schicht in Aufsicht und als Schnittbild,
Fig. 9a, b
eine Ausweiskarte nach der Erfindung mit einer visuell nicht lesbaren, durch das Sicherheitselement abgedeckten Kodierung,
Fig. 10
einen Querschnitt durch ein Transferband,
Fig. 11
den Transfer eines FK-Sicherheitselements auf ein Substrat,
Fig. 12a, b
eine Ausweiskarte mit einer einkaschierten Schicht aus FK-Polymer.
Fig. 13
eine Prüfanordnung für FK-Sicherheitselemente,
Fig. 14, 15
Detektoranordnungen zum Nachweis von FK-Sicherheitselementen.


[0021] Um die in den Figuren und Ausführungsbeispielen erläuterten Anwendungen und Effekte der Flüssigkristallpolymere leicht verständlich zu machen, werden vorab einige wichtige Eigenschaften dieser Stoffe erläutert.

[0022] FK-Polymere sind eine spezielle Variante von Flüssigkristallen, bei denen der flüssigkristalline Zustand in einer Polymermatrix "eingefroren" ist, wodurch die optischen Eigenschaften besonders signifikant hervortreten. So absorbieren Flüssigkristallpolymere normalerweise kein Licht, ihre Färbung entsteht durch Mehrfach-Interferenz von Licht an den einzelnen Kristallebenen. Der Farbeindruck im Auf- und Durchlicht ist dementsprechend unterschiedlich. Das reflektierte Farbspektrum enthält nur einen schmalen Frequenzbereich um eine zentrale Wellenlänge und zeigt dadurch eine hohe Farbsättigung. Das transmittierte Spektrum ist komplementär zum reflektierten und weist einen Einbruch im Bereich um die Zentralwellenlänge auf.

[0023] Bei einer Anwendung der FK-Polymere auf opaken Substraten wird eine besonders hohe Farbreinheit für alle Betrachtungswinkel erzielt, wenn die Flüssigkristallschicht auf einem schwarzen Untergrund aufgebracht wird. Das reflektierte Spektrum ist dann ungestört von Sekundärreflexionen am Untergrund.

[0024] Die Gitterkonstanten von erfindungsgemäßen, orientierten FK-Polymeren können im Bereich von 300 nm bis 1 000 nm eingestellt bzw. bei der Synthese definiert werden, so daß die reflektierte Zentralwellenlänge bei senkrechtem Einfall im nahen Infrarot oder im Sichtbaren liegt. Mit flacher werdenden Beobachtungswinkel verschiebt sich die Zentralwellenlänge des Reflexionsbandes in Richtung kürzerer Wellenlängen. So ist beispielsweise die in Aufsicht reflektierte Wellenlänge im Vergleich zur Reflexion bei 60° um ca. 20 % größer.

[0025] Fig. 1 zeigt die spektrale Reflexion R einer FKSchicht bei senkrecht einfallender Beleuchtung in Kurve 1 sowie bei einer Beleuchtungsrichtung von 60° in Kurve 2. Der Farbeindruck kann demnach für spezielle FK-Polymere von grün nach violett, von gelb nach blau, von hellrot nach grün oder bei einer IR-Reflexionsbande von schwarz nach rot wechseln. Die Gitterkonstante und damit die Grundfarbe des Flüssigkristallpolymers hängt von der genauen chemischen Struktur des Flüssigkristalls ab und kann durch die Synthesebedingungen im Bereich zwischen 300 und 1 000 nm definiert eingestellt werden.

[0026] Fig. 2 zeigt eine Anwendung eines FK-Polymers für einen Fenstersicherheitsfaden. In eine Banknote 11 mit einem Sicherheitsdruckbild 12 ist ein Sicherheitsfaden 13 während der Papierherstellung in der Weise eingebettet worden, daß er in den Fenstern 14 an der Oberfläche des Papiers zu liegen kommt und somit visuell erkennbar ist. Je nach Ausführungsform schwankt die Breite solcher Sicherheitsfäden zwischen 0,5 und einigen wenigen Millimetern.

[0027] Um durch optisch variable Effekte der Banknote einen Kopierschutz zu verleihen, wird der Sicherheitsfaden 13 so ausgebildet, daß er einen oder mehrere Schichten aus einem FK-Polymer enthält. Varianten für die Herstellung und für den Aufbau von Sicherheitsfäden werden in den Fig. 3 - 7 wiedergegeben.

[0028] Fig. 3 zeigt im Querschnitt eine erste Variante für einen Sicherheitsfaden 13a; er besteht aus einem Kunststoffträger 20, vorzugsweise wird hierfür eine Polyesterfolie mit einer typischen Dicke von 20 - 100 Mikrometer verwendet. Der Träger 20 ist auf einer Seite mit einer mehrere Mikrometer dikken Schicht 21 aus einem FK-Polymer beschichtet. Um die Farbwechselspiele der Flüssigkristalle optisch hervorzuheben, wird die Folie 20 vorzugsweise schwarz eingefärbt. Der Faden wird während der Papierherstellung so orientiert, daß die Flüssigkristallschicht an der sichtbaren Außenfläche vorliegt.

[0029] Fig. 4 zeigt im Querschnitt als weitere Variante einen Sicherheitsfaden 13b mit einem symetrischen Lagenaufbau. Symetrisch aufgebaute Sicherheitsfäden haben den Vorteil, daß man während der Einbettung in das Papier nicht auf die Orientierung des Fadens achten muß. Der Faden 13b besteht aus zwei Trägerfolien 20, die beide einseitig aus einer Schicht 21 aus FK-Polymeren beschichtet sind. Die Trägerfolien 20 sind mit einem Kaschiervermittler 22 so miteinander verbunden, daß ein symmetrischer Lagenaufbau mit außenliegenden FK-Schichten entsteht. Um den Farbreichtum zu erhöhen, kann man wahlweise die Trägerbahnen 20 und/oder den Kaschiervermittler 22 mit Transparent- oder Pigmentfarben einfärben. Eine fertigungstechnisch einfache Lösung ist es, nur den Kaschiervermittler 22 einzufärben, vorzugsweise wird hierfür ein deckendes Schwarz verwendet.

[0030] Fig. 5 zeigt eine weitere Variante eines symmetrisch aufgebauten Sicherheitsfadens 13c im Querschnitt. Im Gegensatz zur Fig. 3 liegen jetzt die-Trägerfolien 20 auf den Außenseiten des Fadens 13c und schützen so die innenliegenden FK-Schichten 21 vor Beschädigung. In dieser Variante wird vorzugsweise nur der Kaschiervermittler mit einem Farbstoff eingefärbt. Da die außenliegenden Trägerschichten 20 transparent bleiben müssen, werden sie entweder gar nicht oder nur schwach gefärbt.

[0031] Die Fig. 6a und 6b zeigen eine weitere Variante eines Sicherheitsfadens 13d im Querschnitt (Fig. 6a) und in Aufsicht (Fig. 6b). Der Faden 13d besitzt analog zur Fig. 5 einen symmetrischen Lagenaufbau aus zwei Trägerfolien 20, zwei FK-Schichten 21 und einer Klebeschicht 22. Im Rahmen eines Fertigungsprozesses wurde der Faden aus zwei beschichteten Folienpaaren 30, 31 zusammengefügt. Vor dem Zusammenfügen wurde die Oberfläche 33 eines der beiden Folienpaare mit einem Druckbild 34 aus schwarzer Farbe versehen und zwar wurden auf die Oberfläche einer FK-Polymerschicht in einem konventionellen Druckverfahren alphanumerische Zeichen in Mikroschrift aufgebracht. Zusätzlich wurde ein transparenter Kaschiervermittler 22 verwendet. Im Durchlicht erscheinen jetzt in den Fensterbereichen des Papiers die Schriftzeichen schwarz vor dem optisch variablen Farbhintergrund der Polymerschicht. Im Auflicht dagegen zeigen nur die Mikroschriftzeichen einen Farbwechsel.

[0032] In einer anderen Variante des Sicherheitsfadens der Fig. 6a und 6b werden die Schriftzeichen 34 in grünem Mikrodruck auf einer der FK-Schichten aufgetragen, während der Kaschiervermittler 22 schwarz eingefärbt wird. Gleichzeitig wird das FK-Material so gewählt, daß es unter einem bestimmten Betrachtungswinkel, beispielsweise unter senkrechtem Einfall auf dem schwarzen Untergrund grün erscheint. Bei Beobachtung des Sicherheitsfadens unter diesem Winkel erscheint dann die Gesamtfläche grün. Bei einer Änderung des Betrachtungswinkels wechselt der Farbton der FK-Polymerschicht, während in der Schrift der grüne Farbton dominant bleibt. Das Resultat ist ein Sicherheitsfaden, dessen Schrift erst beim Verkippen des Fadens sichtbar wird.

[0033] Die Fig. 7a und 7b zeigen eine weitere Variante 13e im Querschnitt (Fig. 7a) und in Aufsicht (Fig. 7b). Der Sicherheitsfaden besteht aus einer Trägerfolie 20 und einer Schicht 21 aus FK-Polymeren. Die Polymerschicht wurde in einem konventionellen Druckverfahren mit einem Muster aus verschiedenfarbigen, diagonal verlaufenden Streifen 40 bedruckt. Als spezielle Farbfolge für das Muster 40 wurde am dargestellten Beispiel rot 41, gelb 42 , grün 43 , blau 44 ausgewählt, wobei sich das Muster beliebig oft über die Fadenlänge wiederholt. Beim Betrachten dieses Sicherheitsfadens 13e erscheinen die farbigen Flächenbereiche 40 durch die FK-Schicht hindurch jeweils mit unterschiedlichen Farbeffekten. Das Farbspektrum der einzelnen Bereiche setzt sich zusammen aus dem Reflexionsband der aufgedruckten Farbstoffe. Zusätzlich werden die Farben der Flüssigkristallschicht additiv zugemischt. Aufgrund der winkelabhängigen Reflexionscharakteristik der FK-Polymere kann bei entsprechender farblicher Abstimmung des FK-Polymers mit den Farbstreifen mit der dargestellten Anordnung bei einer Verkippung des Fadens die Illusion eines sich längs des Fadens bewegenden farbigen Streifens hervorgerufen werden. Analog zur Fig. 5 läßt sich auch diese Ausführungsvariante zu einem Sicherheitsfaden mit einem symmetrischen Schichtaufbau erweitern.

[0034] Die in den Fig. 3 - 7 gezeigten Varianten können je nach gewünschtem Erscheinungsbild auf vielfältige Weise variiert werden. Die optisch variablen Effekte der FK-Polymere lassen sich durch Einfärben beliebiger Schichten mit "klassischen" Farben kombinieren, wobei als Farbstoffe sowohl transparente Farbstoffe als auch Pigmentfarbstoffe verwendet werden können. Die Farbstoffe selbst können in einer beliebigen Schicht (auch in der FK-Schicht, dann allerdings nur in geringen Konzentrationen) des Sicherheitsfadens eingebracht sein und/oder als Druckbild auf einer ebenfalls beliebigen Schicht des Fadens aufgebracht sein.

[0035] Die in den Figurenbeschreibungen angegebenen Einfärbungen sind lediglich als Vorschlag zu verstehen, die angegebenen Farben können beliebig durch andere Farbstoffe ersetzt werden. Diese Kombinationsmöglichkeiten ergeben eine enorme Vielfalt an möglichen Farbvariationen, Farbillusionen und kinetischen Effekten.

[0036] Die in den Fig. 3 - 7 gezeigten Varianten von Sicherheitsfäden lassen sich auf der Basis eines einzigen Halbzeugs produzieren. Zur Herstellung des Halbzeugs wird eine Folienbahn 20 aus einem Trägermaterial wie Polyesterkunststoff mit einer Schicht 21 aus FK-Polymeren beschichtet. Je nach Farbdesign des Sicherheitsfadens verwendet man bedruckte, transparente oder eingefärbte Trägerfolien. Die Dicke der Folienbahn liegt vorzugsweise im Bereich von weniger als einem zehntel Millimeter, für die FKBeschichtung ist meist eine Filmdikke von ca. 10 Mikrometer ausreichend. Fertigungsbedingt liegen die typischen Bahnbreiten des Halbzeugs im Bereich von einem Meter.

[0037] Zur Herstellung bedruckter Sicherheitsfäden werden die Trägerbahn und/oder die FK-Schicht in einem geeigneten Fertigungsverfahren mit den gewünschten Mustern oder Zeichen auf bekannten Druckmaschinen bedruckt. Zur Fertigung mehrschichtiger, vor allem symetrisch aufgebauter Sicherheitsfäden werden die beschichteten und eventuell bedruckten Folienbahnen aufeinandergelegt und mit einem Kaschiervermittler verbunden.

[0038] Erst nachdem die Bahnen den gewünschten Lagenaufbau besitzen, werden sie auf bekannten Schneidvorrichtungen zu den Fäden geschnitten. Die endgültige Fadenbreite liegt dabei je nach dem gewünschten Einsatzzweck zwischen einem Bereich von 0,5 - 5,0 mm. Die so erhaltenen Fäden eignen sich insbesondere zur Einbettung in Papier, können aber auch zwischen den Kunststoffschichten einer Ausweiskarte eingebettet werden.

[0039] Eine andere Klasse von Sicherheitselementen bilden die Transferelemente, sie werden häufig auf Kreditkarten, Ausweiskarten, Banknoten, Wertpapiere und dergleichen aufgebracht, um sie vor Fälschung und insbesondere vor Vervielfältigung durch Kopieren zu schützen. Für diese Zwecke eignen sich auch Sicherheitselemente auf der Basis von FK-Polymeren aufgrund ihrer optisch variablen Eigenschaften. Die Transferelemente werden nach dem Transferverfahren von Trägerbändern auf die Oberfläche der zu schützenden Objekte übertragen.

[0040] Die Fig. 8a und 8b zeigen eine Ausweiskarte 50 mit einem symbolisch angedeuteten Datensatz 49 und mit einem Transfer-Sicherheitselement 51 in Aufsicht und als Schnittbild. Das Sicherheitselement 51 enthält eine Schicht aus einem FK-Polymer, weshalb es die für diese Materialien typischen Farbwechselspiele aufweist.

[0041] Transferelemente bestehen üblicherweise aus mehreren Schichten, die Fig. 8b zeigt einen Schnitt durch die Ausweiskarte entlang der Linie l/l in Fig 8a. In der Figur ist die Höhe des Elementes stark übertrieben dargestellt, gewöhnlich beträgt sie nur wenige 10 Mikrometer. Auf dem Substrat 53 liegen nacheinander eine Klebeschicht 54, eine Schutzlackschicht 55, eine FK-Schicht 56 und nach außen abschließende Schutzlackschicht 57. Dieses Sicherheitselement, das hier in einer sehr einfachen Ausführungsform dargestellt ist, läßt sich in vielfältiger Weise variieren.

[0042] Die Möglichkeiten zur Farbgestaltung der FK-Elemente sind analog zu den Sicherheitsfäden. Wenn man Wert auf visuell deutlich erkennbare Farbwechselspiele legt, dann färbt man den Untergrund vorzugsweise schwarz. Zum Zumischen einer Farbe zum reflektierten Spektrum wurde, wie in Fig. 8a gezeigt, das Element 51 auf einem bedruckten Untergrund 60 aufgebracht. Das Druckbild kann dabei vielfach variiert werden, eine einfache Gestaltung ist ein einfarbiger Untergrund, eine verbesserte optische Wirkung hat ein mehrfarbig bedruckter Untergrund mit kontrastierenden alphanumerischen Zeichen oder Mustern wie diagonal verlaufenden bunten Streifen, ineinandergeschachtelten farbigen Kreisen usw.. Besonders interessante Effekte ergeben sich, wenn der Untergrund 60 eine schwarzweiße oder farbige Fotografie, eine Unterschrift und dergleichen enthält.

[0043] Ähnliche Farbwirkungen wie beim Bedrucken des Untergrunds kann man erreichen durch Färben, Bedrucken oder Beschriften geeigneter optisch wirksamer Schichten des Transferelements, die sich beim Transfer nicht verändern.

[0044] Wie später noch erläutert wird, ermöglicht es das Transferprinzip dem optischen Element einen beliebigen äußeren Umriß zu geben. Die in der Fig. 8 dargestellte Wappenform 61 steht deshalb stellvertretend für einen Streifen, ein Siegel, ein Firmenlogo, ein alphanumerischen Zeichen, eine Zifferung, Guillochenmuster usw.. Durch die Form des Umrisses 61 erhält das optisch variable Element einen individuellen Ausdruck.

[0045] Die Fig. 9a und 9b zeigen in Aufsicht und als Schnittbild eine erfindungsgemäße Anwendungsvariante, in der Kartendaten mit einem FK-Element zugleich unauffällig getarnt und vor Verfälschung geschützt werden. FK-Polymere mit visuell sichtbaren Farbwechselspielen sind im Infraroten meist transparent und können somit mühelos mit im infraroten Bereich lesbaren Kodierungen kombiniert werden. In einem ersten Druckprozeß wurde hierzu auf die Oberfläche einer Karte 70 mit einer IR-absorbierenden Druckfarbe 71 eine Kodierung 72 aufgetragen. Im nächsten Schritt wurde diese IR-Kodierung 72 mit einer IR-transparenten, im sichtbaren Spektralbereich aber undurchlässigen Deckfarbe 73 überdruckt. Im letzten Schritt wurde dann ein FK-Sicherheitselement 74 auf diesen Bereich auf die Deckfarbe 73 aufgesiegelt.

[0046] Aus fertigungstechnischen Gründen bevorzugt man zum Aufbringen von Sicherheitselementen aus FK-Polymer auf die Oberfläche eines Substrats das Transferprinzip. Bei diesem Prinzip wird in einem ersten Verfahrensschritt ein Transferband hergestellt, anschließend wird in einem zweiten Verfahrensschritt das Sicherheitselement vom Transferband gelöst und mit dem Substrat verbunden.

[0047] Fig. 10 zeigt den Aufbau eines Transferbandes 100 im Querschnitt, wie es zum Aufbringen von Sicherheitselementen mit einer FK-Schicht auf eine Substratoberfläche geeignet ist. Auf einer Trägerfolie 101 befinden sich nacheinander eine Wachsschicht 102, eine Schutzlackschicht 103, eine Schicht aus einem FK-Polymer 104, eine Farbschicht 105 und eine Heißklebeschicht 106. Die Trägerfolie besteht vorzugsweise aus einem reißfesten Kunststoff (Polyester) mit einer Dicke im Bereich von weniger als einem zehntel Millimeter. Die übrigen Schichten eines Transferbandes weisen üblicherweise eine Dicke von wenigen Mikrometern bis einigen 10 Mikrometern auf. Die auf der Wachsschicht liegenden Schichten 103 - 106 bilden das spätere Sicherheitselement. Zur Erzielung von Farbeffekten kann das Transferband während seiner Herstellung in verschiedenen Schichten eingefärbt oder bedruckt werden.

[0048] Zum Aufbringen des Sicherheitselements auf das Substrat wird das Transferband 100, wie in Fig. 11 gezeigt, mit der Heißklebeschicht 106 auf das Substrat 111 aufgelegt und angepreßt. Das Anpressen erfolgt mit einem beheizten Transferstempel 112 oder alternativ auch mit einer Transferrolle. Unter Druck- und Wärmeeinwirkung verbindet sich die Heißklebeschicht mit dem Substrat. Gleichzeitig schmilzt die Trennschicht 102 und ermöglicht das Abziehen des Trägermaterials 101. Die Verbindung des Sicherheitselements mit dem Substrat erfolgt nur in den Flächenbereichen, in denen die Trennschicht flüssig geworden ist, d. h. nur in den vom Transferstempel erhitzten Flächenbereichen. In den anderen Flächenbereichen bleibt der Schichtaufbau und das Trägermaterial fest miteinander verbunden. Beim Abziehen des Trägerfilms vom Substrat reißt der Schichtaufbau entlang der Konturkanten 113 des Transferstempels, wodurch die Kontur 113 des transferierten Sicherheitselements stets der Kontur des Prägestempels entspricht. Auf diese Weise sind auch komplizierte Umrißstrukturen realisierbar wie beispielsweise Firmenlogos, Blockbuchstaben und ähnliches. Der Prozeß des Heißsiegeins als solches ist bekannt und wird beispielsweise in der DE-OS 33 08 831 beschrieben.

[0049] FK-Polymere lassen sich auch zu Folien verarbeiten. In dieser Form eignen sie sich insbesondere als groß- oder vollflächige Sicherheitselemente für mehrschichtige Ausweiskarten.

[0050] Die Fig. 12a und 12b zeigen beispielsweise eine kaschierte Ausweiskarte 120, die aus einem Papierinlett 121 und zwei außenliegenden thermoplastischen Deckfolien 122 und 123 besteht. Die Schichten werden unter Druck und Wärmeanwendung zu einer kompakten Ausweiskarte verpreßt. Die Karteninformationen sind üblicherweise auf dem Inlett aufgedruckt, das im gezeigten Beispiel ein Bild des Inhabers 124, Kartendaten 125 und ein Firmenlogo 126 aufweist. Zur Erhöhung der Fälschungssicherheit wurde in den Kartenaufbau zwischen dem Inlett und der oberen Deckfolie in der linken Kartenhälfte eine Folie aus FK-Polymer 127 eingefügt. Die Farbwechselspiele der Fiüssigkristallfolie lassen sich durch die transparente Deckfolie beobachten, wobei das farbige gedruckte Firmenlogo 126 zusätzlich Farbeffekte hinzufügt.

[0051] Manche FK-Verbindungen vernetzen unter Einwirkung energiereicher (z. B. UV-) Strahlung und bilden erst dadurch einen chemisch stabilen Film. Unbelichtete, d. h. nicht ausgehärtete Bereiche können mit Lösungsmitteln entfernt werden. Analog zu den bekannten phototechnischen Verfahren der Halbleiter- und Druckplattenherstellungstechnik kann auf diese Weise eine definierte Fläche eines FK-Filmes durch eine Maske belichtet und anschließend in den unbelichteten Bereichen die Beschichtung chemisch entfernt werden, so daß Muster, Buchstaben, Ziffern etc. entstehen.

[0052] Selbstverständlich ist es auch möglich, die gesamte Kartenfläche mit der Folie aus Flüssigkristallpolymer abzudecken. Als Alternative zum Beifügen einer Folie in den Kartenaufbau bietet sich an, vor dem Kaschieren das Flüssigkristallelement nach dem Transferprinzip auf das Inlett zu übertragen. Eine weitere Variante besteht darin, im gewöhnlichen Aufbau von kaschierten Karten eine oder beide Deckfolien 122, 123 als Gesamtes durch eine FK-Folie zu ersetzen.

[0053] Als groß- oder vollftächige Sicherheitselemente eignen sich Folien aus Fk-Materialien. Solche Folien werden vorzugsweise aus einer Flüssigkristall-Substanz hergestellt. Um eine für die Sicherheitszwecke geeignete Folie zu erhalten, wird die FK-Substanz auf einem Walzenstuhl verarbeitet. Die für die optischen Effekte notwendige Ausrichtung der Flüssigkristallmoleküle erfolgt durch Scherkräfte, die beim Walzen auftreten. Das so hergestellte Folienmaterial eignet sich so insbesondere zur Herstellung von Ausweiskarten, läßt sich aber auch zu anderen Echtheitskennzeichen, wie beispielsweise einem Sicherheitsfaden, verarbeiten.

[0054] Zur maschinellen Prüfung von Echtheitskennzeichen auf der Basis der erfindungsgemäßen Flüssigkristall-Polymeren eignen sich in besonderer Weise deren Polariationseigenschaften und deren Wellenlängenselektivität. Das reflektierte Licht ist zunächst spektral auf einem Bereich um die Zentralwellenlänge eingeengt, darüber hinaus wird unpolarisiertes Licht in Flüssigkristallploymeren in rechts- und linksdrehende Komponenten zerlegt. Je nach chemischer Zusammensetzung des Polymers wird nur einer der beiden Anteile reflektiert, während der komplementäre Anteil transmittiert wird.

[0055] Eine Möglichkeit der maschinellen Prüfung wird am folgenden an einem Film aus FK-Polymer dargestellt, der sich auf einem schwarzen, vollständig absorbierenden Träger 128 befindet. Wie in Fig. 13 gezeigt, wird das Element 130 unter einem vorbestimmten Winkel mit einem unpolarisierten Lichtstrahl 131, beispielsweise einer Glühlampe 129 beleuchtet. Nach der Reflexion trifft der Lichtstrahl 132 auf das in Fig. 14 dargestellte Detektorsystem 133, mit dem der Nachweis der spektralen Filterung und der zirkularen Polarisation durchgeführt wird.

[0056] Den Aufbau des Detektorsystems 133 zeigt Fig. 14. Innerhalb des Detektorsystems 133 durchläuft der reflektierte Strahl 132 zunächst ein Farbfilter 141, der nur Licht der erwarteten Zentralwellenlänge passieren läßt. Dann trifft der Lichtstrahl auf eine Lambda/4-Platte 142, die die zirkulare Polarisation in eine lineare Polarisation umwandelt. Anschließend fällt das Licht auf einen 1 : 1 Strahlteiler 143, von wo die beiden Teilstrahlen 144, 145 auf zwei Detektoren 146, 147 mit davor angeordneten Polarisationsfiltern 148, 149 gelangen. Die Polarisationsebenen 150, 151 der beiden Filter stehen senkrecht aufeinander, gleichzeitig sind sie zu den beiden optischen Achsen der Lambda/4-Platte unter 45° ausgerichtet.

[0057] Die maschinelle Echtheitsprüfung stützt sich auf eine Analyse der beiden Detektorsignale. Die Funktionsweise des Detektorsystems wird im folgenden anhand mehrerer Fälle aufgezeigt.

A) Echtes Element
Das reflektierte Licht passiert ungehindert den Farbfilter. In der Lambda/4-Platte wird aus der zirkularen eine lineare, entweder horizontal oder vertikal stehende Polarisation erzeugt. Die lineare Polarisation führt dazu, daß einer der beiden Detektoren 146, 147 die volle Intensität empfängt, während der zweite Detektor kein Licht erhält.

B) Gefälschtes, unpolarisiert reflektierendes Element
Das spektral korrekte, aber unpolarisiert reflektierte Licht weist auch nach dem Passieren der Lambda/4-Platte keine bevorzugte Polarisationsrichtung auf. Beide Detektoren empfangen je 50 % des reflektierten Lichts.

C) Gefälschtes Element mit Spektralfehler
Das reflektierte Licht wird im Farbfilter 142 absorbiert, entsprechend empfängt keiner der beiden Detektoren ein Signal. D) Gefälschtes linear polarisierendes Element Die 45°-Anordnung von Lambda/4-Platte und den beiden Polaristoren führt dazu, daß unabhängig von der ursprünglichen Polarisationsrichtung des reflektierten Lichts beide Detektoren das gleiche Signal empfangen.



[0058] Um die Fehlersignifikanz zu erhöhen, lassen sich auch zur Prüfung eines einzigen Elements mehrere Detektorsysteme verwenden; die beispielsweise unter unterschiedlichen Winkeln angeordnet sind und dementsprechend auf unterschiedliche Zentralwellenlängen reagieren.

[0059] Dem Fachmann ist klar, daß das Detektorsystem auf vielfache Weise realisiert werden kann. Fig. 15 zeigt als eine wartungsfreundliche Alternative eine Anordnung unter Verwendung von Lichtleitfasern. Basis der optischen Anordnung ist wiederum Fig. 13. Im Detektorsystem 133 durchläuft der reflektierte Lichtstrahl 132 zunächst einen Farbfilter 161 zur Überprüfung der Zentralwellenlänge. In der folgenden Lambda/4-Platte 162 wird die zirkulare Polarisation in eine lineare umgewandelt. Eine Einkoppeloptik 153 koppelt den Lichtstrahl 132 in ein Lichtleitersystem 154 ein, bekannte Strahlweichen trennen den Strahl in äquivalente Teilbündel auf. Am Ende jedes Teilbündels befindet sich ein Polarisator-Detektor-Paar 155/156 und 157/158 für die beiden unterschiedlichen Polarisationsrichtungen.

[0060] Bei Licht der korrekten Wellenlänge und Polarisation empfängt (im Fall verlustfreier Optiken) einer der beiden Detektoren 156/158 50 % der Eingangsintensität, der zweite erhält kein Licht. lm Fall eines gefälschten Elements mit unpolarisiertem reflektiertem Licht empfängt jeder der beiden Detektoren 50 % der Eingangsintensität. Auf diese Weise lassen sich Fälschung und Original unterscheiden.


Ansprüche

1. Datenträger, wie Wertpapier oder Ausweiskarte mit einem optisch variablen Sicherheitselement, das als Echtheitsmerkmal dient und bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln unterschiedliche Farbeindrücke vermittelt, und das ein flüssigkristallines Material enthält, das ein Flüssigkristallpolymer ist, welches in orientierter Form bei Raumtemperatur als Festkörper vorliegt und bei dem der flüssigkristalline Zustand in einer Polymermatrix eingefroren ist, dadurch gekennzeichnet daß auf dem Datenträger unter dem Sicherheitselement eine visuell nicht sichtbare Kodierung (72) aufgebracht ist.
 
2. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material ein vernetztes Flüssigkristall-Silikonpolymer ist.
 
3. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material ein vernetztes Organopolysiloxan oder ein vernetztes Organooxysilan ist oder eine vernetzte Verbindung mit einem Organopolysiloxan oder einem Organooxysilan darstellt.
 
4. Datenträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Flüssigkristallpolymer als Schicht oder Film im Sicherheitselement oder im Datenträger vorliegt
 
5. Datenträger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht oder der Film mehrfach jeweils auf Trägerfolien (20) vorliegen, die paarweise mit einem Kaschiervermittler (22) so aneinander gefügt sind, daß ein symmetrischer Schichtaufbau (13c, 13d) entsteht.
 
6. Datenträger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Fläche des Sicherheitselementes mit transparenten, absorbierenden und/oder reflektierenden Farben (34,40) bedruckt oder eine Schicht des Sicherheitselements mit derartigen Farben eingefärbt ist.
 
7. Datenträger nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitselement in einem bedruckten und/oder beschrifteten Bereich (60) des Datenträgers aufgebracht ist..
 
8. Datenträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Flüssigkristallpolymer als Folie (127) verarbeitet ist.
 
9. Datenträger nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (127) als Sicherheitselement in den Aufbau eines mehrschichtigen Datenträgers (120) eingefügt ist.
 
10. Datenträger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie eine Deckfolie (122, 123) des Datenträgers ist.
 
11. Verfahren zur Herstellung eines Datenträgers mit einem optisch variablen Sicherheitselement, das als Echtheitsmerkmal dient und bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln unterschiedliche Farbeindrücke vermittelt, nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch folgende Schritte:

- Aufbringen einer visuell nicht sichtbaren Kodierung auf den Datenträger

- Aufbringen des noch flüssigen polymeren Flüssigkristallmaterials auf eine Trägerfläche,

- Orientieren des polymezen Flüssigkristallmaterials durch mechanische Einwirkung von Scherkräften,

- Aushärten des orientierten Materials zum Festkörper, so daß der flüssigkristalline Zustand in der Polymermatrix eingefroren wird,

- Ein- oder Aufbringen des polymeren Flüssigkristallfestkörpermaterials in oder auf den Schichtaufbau des Datenträgers über der Kodierung.


 
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das noch flüssige polymere Flüssigkristallmaterial auf eine separate Trägerfolie aufgebracht wird.
 
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Orientierung durch Aufrakeln des Flüssigkristallmaterials erfolgt.
 
14. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerfläche eine Druckwalze ist, auf die das Flüssigkristallmaterial direkt aufgerakelt oder aufgewalzt wird und von der das Flüssigkristallmaterials durch einen Druckvorgang auf eine Fläche des Datenträgers übertragen wird.
 
15. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Aushärten durch definierte Energiezufuhr erfolgt.
 
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Energiezufuhr durch Bestrahlung mit UV- oder IR-Licht erfolgt.
 
17. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Energie-Zuruhr durch Einwirkung eines Elektronenstrahls erfolgt.
 
18. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Flüssigkristallmaterial auf der Trägerfläche einen selbsttragenden Film bildet, der nach dem Aushärten abgelöst wird.
 
19. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das polymere Flüssigkristallmaterial in orientierter und ausgehärteter Form von der Trägerfläche auf den Datenträger oder eine Schicht des Datenträgers im Transferverfahren übertragen wird.
 
20. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Aushärten des Flüssigkristallmaterials nur in Teilbereichen erfolgt und die nicht ausgehärteten Bereiche nach dem Aushärtungsschritt entfernt werden.
 


Claims

1. A data carrier, such as paper of value or identity card, having an optically variable security element serving as an authenticity feature and conveying different color effects at different viewing angles and containing a liquid crystal material, the material being a liquid crystal polymer that is present as a solid at room temperature in an oriented form and wherein the liquid crystalline state is frozen in a polymer matrix, characterized in that a visually invisible coding (72) is applied to the data carrier under the security element.
 
2. The data carrier of claim 1, characterized in that the material is a crosslinkable liquid crystal-silicone polymer.
 
3. The data carrier of claim 1, characterized in that the material is a crosslinked orgariopolysiloxane or a crosslinked organooxysilarie or a crosslinked compound with an organopolysiloxane or an organooxysilarie.
 
4. The data carrier of claim 1, characterized in that the liquid crystal polymer is present as a layer or film in the security element or in the data carrier.
 
5. The data carrier of claim 4, characterized in that the layer or film is present several times on carrier films (20) that are joined together in pairs with a laminating agent (22) so as to give rise to a symmetrical layer structure (13c, 13d).
 
6. The data carrier of claim 4, characterized in that at least one surface of the security element is printed with transparent absorbent and/or reflective inks (34, 40) or one layer of the security element is dyed with such inks.
 
7. The data carrier of claim 6, characterized in that the security element is applied in a printed and/or inscribed area (60) of the data carrier.
 
8. The data carrier of at least one of claims 1 to 7, characterized in that the liquid crystal polymer is processed as a film (127).
 
9. The data carrier of claim 8, characterized in that the film (127) is integrated as a security element into the structure of a multilayer data carrier (120).
 
10. The data carrier of claim 9, characterized in that the film is a cover film (122, 123) of the data carrier.
 
11. A method for producing the data carrier having an optically variable security element serving as an authenticity feature and conveying different color effects at different viewing angles, of at least one of the above claims, characterized by the following steps:

- applying a visually invisible coding to the data carrier,

- applying the polymeric liquid crystal material while still liquid to a carrier surface,

- orienting the polymeric liquid crystal material by the mechanical action of shearing forces,

- hardening the oriented material to a solid so that the liquid crystalline state is frozen in the polymer matrix,

- incorporating or applying the polymeric solid liquid crystal material into or onto the layer structure of the data carrier above the coding.


 
12. The method of claim 11, characterized in that the polymeric liquid crystal material while still liquid is applied to a separate carrier film.
 
13. The method of claim 11 or 12, characterized in that the orientation is performed by doctoring on the liquid crystal material.
 
14. The method of claim 11, characterized in that the carrier surface is a printing roller onto which the liquid crystal material is directly doctored or rolled and from which the liquid crystal material is transferred to a surface of the data carrier by a printing process.
 
15. The method of claim 11, characterized in that the hardening is performed by a predefined energy input.
 
16. The method of claim 15, characterized in that the energy input is provided by irradiation with UV or IR light.
 
17. The method of claim 15, characterized in that the energy input is provided by the action of an electron beam.
 
18. The method of claim 11, characterized in that the liquid crystal material forms a self-supporting film on the carrier surface and is detached after hardening.
 
19. The method of claim 11, characterized in that the polymeric liquid crystal material is transferred in an oriented and hardened form from the carrier surface to the data carrier or a layer of the data carrier by the transfer method.
 
20. The method of at least one of claims 11 to 19, characterized in that the hardening of the liquid crystal material is performed only in partial areas, and the unhardened areas are removed after the hardening step.
 


Revendications

1. Support de données tel qu'un papier-valeur, ou une carte d'identification avec un élément de sécurité optiquement variable, sui sert de caractéristique d'authenticité et qui fournit, pour différents angles d'observation, des impressions de couleurs différentes et qui contient un matériau à cristaux liquides, constitué par un polymère contenant des cristaux liquides, qui sous forme orientée à température ambiante, est présent sous la forme d'un corps solide et par l'intermédiaire duquel l'état de cristaux liquides est gelé dans une matrice polymère, caractérisé en ce que, sur le support de données, est disposé sous l'élément de sécurité un codage (72) non visible visuellement.
 
2. Support de données selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau est un polymère de silicone réticulé à cristaux liquides.
 
3. Support de données selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau est un organopolysiloxarie réticulé ou un orgario-oxysilane réticulé ou une composition réticulée avec un organopolysiloxane ou un organo-oxysilane.
 
4. Support de données selon 1a revendication 1, caractérisé en ce que le polymère à cristaux liquides est présent sous forme de couche ou de film dans l'élément de sécurité ou dans le support de données.
 
5. Support de données selon la revendication 4, caractérisé en ce que la couche ou le film est présent, une pluralité de fois dans chaque cas, sur des feuilles de support (20), qui sont reliées par paires l'une à l'autre au moyen d'un agent de stratification (22) de telle façon qu'il en résulte une structure à couches symétriques (13c, 13d).
 
6. Support de données selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'au moins l'une des surfaces de l'élément de sécurité est imprimée avec des encres (34, 40) transparentes, absorbantes et/ou réfléchissantes ou bien une couche de l'élément de sécurité est colorée avec des encres de ce type.
 
7. Support de données selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'élément de sécurité est dans une zone (60) imprimée et/ou munie d'inscriptions du support de données.
 
8. Support de données selon au moins l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le polymère à cristaux liquides est traité pour être sous forme de feuille (127).
 
9. Support de données selon la revendication 8, caractérisé en ce que la feuille (127) est introduite, en tant qu'élément de sécurité dans la structure d'un support de données multicouche (120).
 
10. Support de données selon la revendication 9, caractérisé en ce que la feuille constitue une feuille de couverture (122, 123) du support de données.
 
11. Procédé de fabrication d'un support de données avec un élément de sécurité optiquement variable qui sert de caractéristique d'authenticité et qui fournit pour différents angles d'observation, des impressions de couleurs différentes selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il comprend les étapes consistant:

- à appliquer un codage non visible visuellement sur le support de données;

- à appliquer le matériau polymère à cristaux liquides encore liquide sur une surface de support;

- à orienter le matériau polymère contenant des cristaux liquides par application mécanique de forces de cisaillement;

- à durcir le matériau orienté pour obtenir un corps solide, de sorte que l'état de cristaux liquides soit gelé dans la matrice polymère,

- à appliquer ou insérer le matériau de corps solide à cristaux liquides dans un ou sur la structure à couches de support de données, au-dessus du codage.


 
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'on applique le matériau polymère contenant des cristaux liquides encore à l'état liquide sur une feuille de support séparée.
 
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que l'orientation est obtenue par égalisation à la racle du matériau polymère à cristaux liquides.
 
14. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que la surface de support est un rouleau d'impression sur lequel la matériau polymère à cristaux liquides est appliqué directement par raclage ou laminage, et à partir duquel le matériau polymère contenant des cristaux liquides est, au moyen d'un procédé d'impression, transféré sur une surface du support de données.
 
15. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que le durcissement est obtenu par un apport défini d'énergie.
 
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que l'apport d'énergie est produit par irradiation par de la lumière ultra-violette ou infrarouge.
 
17. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que l'apport d'énergie est produit par un faisceau d'électrons.
 
18. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce le matériau polymère à cristaux liquides constitue sur la surface de support un film autoportant qui est séparé après le durcissement.
 
19. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que le matériau polymère à cristaux liquides est transféré, sous une forme orientée et durcie, depuis la surface de support sur le support de données ou sur une couche du support de données, dans un procédé de transfert.
 
20. Procédé selon au moins l'une des revendications 11 à 19, caractérisé en ce que le durcissement du matériau polymère à cristaux liquides n'est effectué que dans des zones partielles, les zones qui n'ont pas été durcies étant éliminées après l'étape de durcissement.
 




Zeichnung