[0001] Die Erfindung betrifft kältestabile Erdölmitteldestillate,enthaltend niedermolekulare
Polymere mit einpolymerisierten monoethylenisch ungesättigten Dicarbonsäuren, welche
mit unverzweigten, sekundären Fettaminen umgesetzt sind und eine verbesserte Kältefließfähigkeit
und bessere Dispergierung der ausgeschiedenen Paraffinkristalle aufweisen.
[0002] Mitteldestillate wie Gasöle, Dieselöle oder Heizöle, die durch Destillation aus Erdölen
gewonnen werden, haben je nach Herkunft des Rohöls unterschiedliche Gehalte an Paraffinen.
Bei tieferen Temperaturen kommt es zur Ausscheidung fester Paraffine (Trübungspunkt
oder Cloud Point, CP). Bei weiterer Abkühlung bilden die plättchenförmigen n-Paraffinkristalle
eine "Kartenhausstruktur" und das Mitteldestillat stockt, obwohl der überwiegende
Teil des Mitteldestillates noch flüssig ist. Durch die ausgefallenen n-Paraffine im
Temperaturgebiet zwischen Trübungspunkt und Stockpunkt bzw. Pour Point wird die Fließfähigkeit
der Erdöldestillat-Brenn- bzw. Kraftstoffe erheblich beeinträchtigt. Die Paraffine
verstopfen Filter und verursachen ungleichmäßige oder völlig unterbrochene Kraftstoffzufuhr
zu den Verbrennungsaggregaten. Ähnliche Störungen treten bei Heizölen auf.
[0003] Es ist seit langem bekannt, daß durch geeignete Zusätze das Kristallwachstum der
Paraffine in den Erdölmitteldestillat-Brenn- und Kraftstoffen modifiziertwerden kann.
Gutwirksame Additive verhindern einerseits, daß Mitteldestillate derartige Kartenhaus-Strukturen
ausbilden und bei Temperaturen wenige Grad Celsius unterhalb der Temperatur, bei welcher
die ersten Paraffinkristalle auskristallisieren, bereits fest werden und andererseits
feine, gut kristallisierte, separate Paraffinkristalle bilden, welche Filter in Kraftfahrzeugen
und Heizungsanlagen passieren oder zumindest einen für den flüssigen Teil der Mitteldestillate
durchlässigen Filterkuchen bilden, so daß ein störungsfreier Betrieb sichergestellt
ist.
[0004] Ein Nachteil der genannten Zusätze beruht darin, daß die ausgefallenen Paraffinkristalle
aufgrund ihrer gegenüber dem flüssigen Teil höheren Dichte dazu neigen, sich beim
Lagern mehr und mehr am Boden des Behälters abzusetzen. Dadurch bildet sich eine im
oberen Behälterteil homogene paraffinarme Phase und am Boden eine zweiphasige paraffinreiche
Schicht. Da sowohl in Fahrzeugtanks als auch in Lager- oder Liefertanks der Mineralölhändler
der Abzug des Mitteldestillates meist wenig oberhalb des Behälterbodens erfolgt, besteht
die Gefahr, daß die hohe Konzentration an festen Paraffinen zu Verstopfungen von Filtern
und Dosiereinrichtungen führt. Diese Gefahr wird umso größer, je weiter die Lagertemperatur
die Ausscheidungstemperatur der Paraffine unterschreitet, da die ausgeschiedene Paraffinmenge
eine Funktion der Temperatur darstellt und mit sinkender Temperatur ansteigt.
[0005] Bei den Paraffinkristallmodifikatoren, den sog. Fließverbesserern, handelt es sich
um Polymere, die durch Co-Kristallisation (Interaktion) das Kristallwachstum der n-Paraffine
verändern und die Fließeigenschaften des Mitteldestillats bei niedrigen Temperaturen
verbessern. Die Wirksamkeit der Fließverbeserer wird nach DIN 51428 indirekt durch
Messung des "Cold Filters Plugging Points" (CFPP) ausgedrückt.
[0006] Als Kältefließverbessererwerden an sich bekannte Ethylencopolymere, vorallem Copolymere
von Ethylen und ungesättigten Estern, verwendet. In DE-A-11 47 799 und 19 14 756 sind
beispielsweise Copolymere des Ethylens mit Vinylacetat beschrieben, mit einem Gehalt
von 25 bis 45 Gew.-% Vinylacetat und einem Molekulargewicht von 500 bis 5000.
[0007] Weiterhin ist aus GB-A-2 095 698 bekannt, Mitteldestillaten eine Kombination aus
den genannten Copolymeren mit Amiden aus langkettigen Aminen und aromatischen oder
cycloaliphatischen Carbonsäuren zuzusetzen.
[0008] In DE-A-2 531 234 wird der Zusatz von Dialkyldiamiden oder Monoalkylimiden von z.B.
Styrol/Maleinsäureamid-Copolymeren als Stabilisator in Mineralölen empfohlen, d.h.
die Carboxylgruppen des Maleinsäureanhydridrestes sind vollständig mit Aminen umgesetzt,
so daß keine freien Carboxylgruppen vorliegen.
[0009] Gemäß US-A-3,506,625 sind ebenfalls Umsetzungsprodukte von Monoaminen mit Maleinsäureanhydridpolymeren
zu den entsprechenden Imiden beschrieben, wobei bei Anwendung von weniger als ein
Mol Amin pro Mol Maleinsäureanhydrideinheit noch verbleibende Carboxylgruppen neutralisiert
werden. Zwar sind in der genannten Patentschrift auch Dialkylamine als Reaktanden
in der allgemeinen Beschreibung genannt, jedoch finden sich keine konkreten Angaben
einer Umsetzung mit einem sekundären Amin. Vielmehr ist stets die Rede von zu bildendem
Imid, dessen Bildung nur mit einem primären Amin möglich ist. Schließlich soll das
Reaktionsprodukt keine freien Säuregruppen enthalten; diese werden durch Neutralisation
in Metallsalze überführt.
[0010] Bezüglich der Handhabungs- und Dispergiereigenschaften der ausgeschiedenen Paraffine
befriedigen diese Mischungen aber noch nicht. Ferner haben die genannten Diamide den
Nachteil, daß eine 50 %ige Lösung in einem üblichen Lösungsmittel, z.B. Solvesso®
nur in der Wärme homogen ist und sich bei Raumtemperaturdas Diamid ausscheidet. Schließlich
ist die Herstellung der Diamide nur mit größerem Aufwand möglich, weil zur Einführung
der zweiten Amidgruppe höhere Temperaturen, längere Verweilzeit und Auskreisen des
entstandenen Wassers erforderlich ist.
[0011] Es bestand daher die Aufgabe, Zusätze zu Mitteldestillaten vorzuschlagen, die eine
verbesserte Handhabung bei einfacherer Herstellung und zumindest gleich guter Paraffindispergierwirkung
bei guter Fließverbesserung besitzen.
[0012] Überraschend wurde nun gefunden, daß kältestabile Erdölmitteldestillate enthaltend
in als Fließverbesserer wirksamen Mengen Copolymere, die aus geradkettigen und verzweigten
Olefinen mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen und Einheiten der Formel

bestehen, wobei
R3 und R4 unverzweigte Alkylreste mit 14 bis 24 C-Atomen bedeuten, diese Forderung erfüllen.
[0013] Im einzelnen leiten sich die Reste der Formel ab von z. B. Maleinsäure, Fumarsäure,
bevorzugt Maleinsäureanhydrid. Als Comonomere werden eingesetzt: Geradkettige und
verzweigte Olefine mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen. Biespielsweise seien genannt: Ethylen,
Propylen, n-Butylen, i-Butylen, Di-i-butylen und Dodecen. Bevorzugt ist Isobuten.
[0014] Als Polymere seien biespielweise im einzelnen genannt : Ein alternierendes Copolymer
aus Maleinsäure und i-Buten. Die molaren Massen der Polymeren betragen im allgemeinen
500g/mol bis 20000 g/mol bevorzugt 700 bis 2000 g/mol.
[0015] Als Amine kommen Dialkylamine der Formel:

in Betracht, in der
R3, R4 einen geradkettigen Alkylrest mit 14 bis 24 Kohlenstoffatomen, bedeutet. Im einzelnen
seien Dioleylamin, Dipalmitinamin und Dibehenylamin und vorzugsweise Ditalgfettamin
genannt.
[0016] In der Regel ist es von Vorteil, die Dicarbonsäuren in Form der Anhydride, soweit
verfügbar, bei der Copolymerisation einzusetzen, z.B. Maleinsäureanhydrid, da die
Anhydride in der Regel besser mit den Olefinen copolymerisieren. Die Anhydridgruppen
der Copolymeren können dann direkt mit den Aminen umgesetzt werden.
[0017] Die Umsetzung der Polymeren oder Copolymeren mit den sekundären Fettaminen erfolgt
bei Temperaturen von 50 bis 200°C im Verlauf von 0,3 bis 30 Stunden. Das sekundäre
Fettamin wird dabei in Mengen von ungefähr einem Mol pro Mol einpolymerisiertem Dicarbonsäureanhydrid,
d.i. ca. 0,9 bis 1,1 Mol/Mol, angewandt. Die Verwendung größerer oder geringerer Mengen
ist möglich, bringt aber keinen Vorteil. Werden größere Mengen als ein Mol angewandt,
erhält man zum Teil Ammoniumsalze, da die Bildung einer zweiten Amidgruppierung höhere
Temperaturen, längere Verweilzeiten und Wasserauskreisen erfordert. Werden geringere
Mengen als ein Mol angewandt, findet keine volllständige Umsetzung zum Monoamid statt
und man erhält eine dementsprechend verringerte Wirkung.
[0018] Anstelle der nachträglichen Umsetzung der Carboxylgruppen in Form des Dicarbonsäureanhydrids
mit Aminen zu den entsprechenden Amiden kann es manchmal von Vorteil sein, die Monoamide
der Monomeren herzustellen und dann bei der Polymerisation direkt einzupolymerisieren.
Meist ist das jedoch technisch viel aufwendiger, da sich die Amine an die Doppelbindung
der monomeren Mono- und Dicarbonsäure anlagern können und dann keine Copolymerisation
mehr möglich ist.
[0019] Die Herstellung der Polymeren erfolgt nach bekannten diskontinuierlichen oder kontinuierlichen
Polymerisationsverfahren wie Masse-, Suspensions-, Fällungs- oder Lösungspolymerisation
und Initiierung mit üblichen Radikalspendern wie Acetylcyclohexansulfonylperoxid,
Diacetylperoxidicarbonat, Dicyclohexylperoxidicarbonat, Di-2-ethylhexylperoxidicarbonat,
tert.Butylperneodecanoat, 2,2'-Azobis(4-methoxi-2,4-dimethylva- leronitril), tert.-Butylperpivalat,
tert.-Butylper-2-ethyl-hexanoat, tert.-Butylpermaleinat, 2,2'-Azobis(isobutyro- nitril),
Bis-(tert.-butylperoxid)cyclohexan, tert.-Butylperoxiisopropylcarbonat, tert.-Butylperacetat,
Dicumylperoxid, Di-tert.-amylperoxid, Di-tert.-butylperoxid, p-Methanhydroperoxid,
Cumolhydroperoxid und tert.-Butylhydroperoxid und Mischungen untereinander. Im allgemeinen
werden diese Initiatoren in Mengen von 0,1 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 15
Gew.-% berechnet auf die Monomeren, eingesetzt.
[0020] Die Polymerisation erfolgt in der Regel bei Temperaturen von 40 bis 400°C, vorzugsweise
80 bis 300°C, wobei bei Verwendung von Olefinen oder Lösungsmitteln mit Siedetemperaturen
unterhalb der Polymerisationstemperatur zweckmäßig unter Druck gearbeitet wird. Die
Polymerisation wird zweckmäßig unter Luftausschluß, d.h., wenn nicht unter Siedebedingungen
gearbeitet werden kann, z. B. unter Stickstoff durchgeführt, da Sauerstoff die Polymerisation
verzögert. Durch Mitverwendung von Redox-Coinitiatoren wie Benzoin, Dimethylanilin,
Ascorbinsäure sowie organisch löslichen Komplexen von Schwermetallen wie Kupfer, Kobalt,
Mangan, Eisen, Nickel und Chrom kann die Reaktion beschleunigt werden. Die üblicherweise
eingesetzten Mengen liegen bei 0,1 bis 2000 Gew.-ppm, vorzugsweise 0,1 bis 1000 Gew.-ppm.
Bei der Wahl des Initiators bzw. des Initiatorsystems ist es zweckmäßig, bei der gewählten
Polymerisationstemperatur darauf zur achten, daß die Halbwertszeit des Initiators
oder des Initiatorsystems weniger als 3 Std. beträgt.
[0021] Zur Erzielung niedermolekularer Copolymerer ist es oftmals zweckmäßig, in Gegenwart
von Reglern zu arbeiten. Geeignete Regler sind beispielsweise Allylalkohole, wie Buten-1-ol-3,
organische Merkaptoverbindungen wie 2-Merkaptoethanol, 2-Merkaptopropanol, Merkaptoessigsäure,
Merkaptopropionsäure, tert.-Butylmerkaptan, n-Butylmerkaptan, n-Octylmerkaptan, n-Dodecylmerkaptan
und tert.-Dodecylmerkaptan, die im allgemeinen in Mengen von 0,1 Gew.-% bis 10 Gew.-%
eingesetzt werden.
[0022] Für die Polymerisation geeignete Apparaturen sind z.B. übliche Rührkessel mit beispielsweise
Anker-, Blatt-, Impeller- oder Mehrstufenimpuls-Gegenstrom-Rührer und für die kontinuierliche
Herstellung Rührkesselkaskaden, Rohrreaktoren und statische Mischer.
[0023] Die einfachste Polymerisationsmethode ist die Massepolymerisation. Dabei werden die
Olefine und das säuregruppen- oder säureanhydridgruppenhaltige Monomere in Gegenwart
eines Initiators und in Abwesenheit von Lösungsmitteln polymerisiert. Dieses Verfahren
ist besonders geeignet für solche Copolymeren, bei denen das verwendete Olefin 6 und
mehr C-Atome besitzt. Zweckmäßigerweise mischt man alle Monomeren in der gewünschten
Zusammensetzung und legt einen kleinen Teil, z.B. ca. 5 bis 10%, im Reaktor vor, erhitzt
unter Rühren auf die gewünschte Polymerisationstemperatur und dosiert die restliche
Monomerenmischung und den Initiator und gegebenenfalls Coinitiator sowie Regler innerhalb
von 1 bis 10 Std., vorzugsweise 2 bis 5 Std., gleichmäßig zu. Es ist dabei zweckmäßig,
den Initiator sowie den Coinitiator getrennt in Form von Lösungen in einer kleinen
Menge eines geeigneten Lösungsmittels zuzudosieren. Das Copolymere läßt sich dann
zum erfindungsgemäßen Paraffindispergator direkt in der Schmelze oder auch nach Verdünnen
mit einem geeigneten Lösungsmittel umsetzen.
[0024] Geeignet zur Herstellung der gewünschten Copolymeren ist auch ein kontinuierliches
Hochdruckverfahren, das Raum-Zeit-Ausbeuten von 1 bis 50 kg Polymer pro Liter Reaktor
und Stunde zuläßt. Als Polymerisationsapparaturkann z.B. ein Druckkessel, eine Druckkesselkaskade,
ein Druckrohr oder auch ein Druckkessel mit einem nachgeschalteten Reaktionsrohr,
das miteinem.statischen Mischerversehen ist, verwendet werden. Vorzugsweise polymerisiert
man die Monomeren aus Olefinen und säureanhydridgruppen- - bzw. säuregruppenhaltigen
monoethylenisch ungesättigten Verbindungen in mindestens 2 hintereinander geschalteten
Polymerisationszonen. Dabei kann die eine Reaktionszone aus einem durckdichten Kessel,
die andere aus einem beheizbaren statischen Mischer bestehen. Man erhält dabei Umsätze
von mehr als 99%. Ein Copolymerisat aus Styrol und Maleinsäureanhydrid kann beispielsweise
dadurch hergestelltwerden, daß man die Monomeren und einen geeigneten Initiator einem
Reaktor oder zwei hintereinandergeschalteten Reaktionszonen, beipsielsweise eine Reaktorkaskade,
kontinuierlich zuführt, und das Reaktionsprodukt nach einer Verweilzeit von 2 bis
60, vorzugsweise von 5 bis 30 Minuten, bei Temperaturen zwischen 200 und 400°C kontinuierlich
aus der Reaktionszone ausschleust. Die Polymerisation wird zweckmäßig bei Drücken
von mehr als 1 bar, vorzugsweise zwischen 1 und 200 bar, durchgeführt. Die erhaltenen
Copolymeren mit Feststoffgehalten von über 99°C können dann weiter zu den entsprechenden
Amiden umgesetzt werden.
[0025] Eine weitere Methode zur einfachen Herstellung der Copolymeren ist die Fällungspolymerisation.
Bei der Fällungspolymerisation werden solche Lösungsmittel eingesetzt, in denen die
Monomeren löslich und das gebildete Copolymere unlöslich ist und ausfällt. Solche
Lösungsmittel sind beispielsweise Etherwie Diethylether, Dipropylether, Dibutylether,
Methyl-tert.-butylether, Diethylenglykoldimethylether, Toluol, Xylol, Ethylbenzol,
Cumol, hochsiedente Aromatengemische wie z.B. Solvesso 100@, 150 und 200, aliphatische
und cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe und Mischungen untereinander. Bei der Durchführung
der Fällungspolymerisation ist es zweckmäßig, insbesondere wenn bei Konzentrationen
von über 40 Gew.-% gearbeitet wird, ein Schutzkolloid zur Verhinderung der Aggregatbildung
zu verwenden. Als Schutzkolloide sind polymere Stoffe geeignet, die in den Lösungsmitteln
gut löslich sind und keine Reaktion mit den Monomeren eingehen. Geeignet sind beispielsweise
Copolymere des Maleinsäureanhydrids mit Vinylalkylethern und/oder Olefinen mit 8 bis
20 C-Atomen sowie deren Monoester mit C
1O- bis C
20-Alkoholen oder Mono- und Diamide mit C
1O- bis C
20-Alkylaminen sowie Polyalkylvinylether, deren Alkylgruppe 1 bis 20 C-Atome enthält,
wie Polymethyl-, Polyethyl-, Polyisobutyl-sowie Polyoktadecylvinylether. Die zugesetzten
Mengen an Schutzkolloid liegen üblicherweise bei 0,05 bis 4 Gew.-% (berechnet auf
eingesetzte Monomere), vorzugsweise 0,1 bis 2 Gew.-%, wobei es oftmals von Vorteil
ist, mehrere Schutzkolloide zu kombinieren. Bei der Polymerisation ist es zweckmäßig,
das Lösungsmittel, das Schutzkolloid und einen Teil der Monomerenmischung im Reaktor
vorzulegen und bei gewählter Polymerisationstemperatur unter intensivem Rühren den
Rest der Monomerenmischung und den Initiator sowie gegebenenfalls den Cointiator und
Reglerzuzudosieren. Die Zulaufzeiten für Monomer und Initiator sind im allgemeinen
zwischen 1 und 10 Std., vorzugsweise 2 und 5 Std. Es ist auch möglich, alle Einsatzstoffe
gemeinsam in einem Reaktor zu polymerisieren, wobei jedoch Probleme mit der Wärmeabführung
auftreten können, so daß eine solche Arbeitsweise weniger zweckmäßig ist. Die Konzentrationen
der zu polymerisierenden Monomeren liegen zwischen 20 und 80 Gew.-%, bevorzugt 30
bis 70 Gew.-%. Aus den Polymerisatsuspensionen können direkt in Verdampfern, beispielsweise
Bandtrocknern, Schaufeltrocknern, Sprühtrocknern und Wirbelbett-Trocknern die Polymeren
isoliert werden.
[0026] Beim Arbeiten in geeigneten Lösungsmitteln, die Kraftstoffen direkt zugesetzt werden
können, kann die weitere Umsetzung zum Amid direkt in der Suspension durchgeführt
werden. Dies ist die bevorzugte Herstellungsform fürdie Herstellung von Maleinsäureanhydrid-Homopolymeren
und Copolymeren mit Styrol, Isobuten und Diisobuten.
[0027] Eine weitere Ausführungsform für die Herstellung der Copolymeren ist die Lösungpolymerisation.
Sie wird durchgeführt in Lösungsmitteln, in denen die Monomeren und die gebildeten
Copolymeren löslich sind. Es sind hierfür alle Lösungsmittel geeignet, die diese Vorgabe
erfüllen und die mit den Monomeren keine Reaktionen eingehen. Beispielsweise sind
dies Aceton, Methylethylketon, Diethylketon, Methylisobutylketon, Ethylacetat, Butylacetat,
Ethylenglykoldimethylether, Diethylenglykoldimethylether, Ethylenglykoldiethylether,
Diethylenglykoldiethylether, Tetrahydrofuran und Dioxan, wobei zur Erzielung niedermolekularer
Copolymerer, Tetrahydrofuran und Dioxan besonders gut geeignet sind. Wie bei der Masse-und
Fällungspolymerisation ist es auch hier zweckmäßig, das Lösungsmittel und einen Teil
der Monomerenmischung (z. B. ca. 5 bis 20 %) vorzulegen und den Rest der Monomerenmischung
mit dem Initiator und gegenbenenfalls Co-Initiator und Regler zuzudosieren. Es können
auch Lösungsmittel und Olefin, besonders bei C
4- bis C
12-a-Olefinen im Polymerisationsreaktor vorgelegt und nach Erreichen der Polymerisationstemperatur
dann das säuregruppenhaltige bzw. säureanhydridgruppenhaltige Monomere, gegebenenfalls
gelöst im Lösungsmittel, und der Initiator sowie gegebenenfalls Coinitiator und Regler
zudosiert werden. Die Konzentrationen der zu polymerisierenden Monomeren liegen zwischen
20 und 80 Gew.-%, bevorzugt 30 und 70 Gew.-%. Das feste Copolymer kann problemlos
durch Verdampfen des Lösungsmittels isoliert werden. Aber auch hier ist es zweckmäßig,
ein Lösungsmittel zu wählen, in dem die weitere Umsetzung mit Aminen erfolgen kann.
[0028] Die erfindungsgemäßen Additive werden den Erdölmitteldestillaten in Mengen von 50
bis 1000 ppm, bevorzugt 100 bis 500 ppm, zugesetzt. In der Regel enthalten solche
Mitteldestillate bereits Fließverbesserer wie Ethylen-Vinylester-Copolymere.
[0029] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die Erdölmitteldestillate
geringe Mengen der folgenden Additivkombination aus
a) 50 bis 1000 ppm, bevorzugt 100 bis 500 ppm der erfindungsgemäßen Umsetzungsprodukte
niedermolekularer Polymerer, die Einheiten monoethylenisch ungesättigter Dicarbonsäuren
enthalten, mit unverzweigten, sekundären Fettaminen zu den Monoamiden,
b) an sich bekannten Ethylencopolymerisat-Fließverbesserern, z. B. Ethylen-Vinylestercopolymerisaten,
in Mengen von 50 bis 1000 ppm, bevorzugt 50 bis 500 ppm und
c) Leitfähigkeitsverbesserer in Form von Salzen, insbesondere von Carbonsäuren und
Sulfonsäuren bzw. deren Metall- und Ammoniumsalzen in Mengen von 0,1 bis 40 ppm, bevorzugt
0,25 bis 20 ppm.
[0030] Die an sich bekannten Fließverbesserer (b) sind in der Patentliteratur eingehend
beschrieben. Beispielsweise seien die Deutsche Patentschrift 19 14 756, EP 214786
(a-Olefin/MSA-Ester) und EP 155807 (Alkylfumarate/VAC-Copolymere) genannt, auf die
hiermit Bezug genommen wird. Es kommen jedoch auch gleichermaßen Terpolymerisate in
Betracht, die neben Ethylen und Vinylestern oder Acrylestern noch weitere Comonomere
einpolymerisiert enthalten.
[0031] Bevorzugte Copolymerisate (b) sind solche, die im wesentlichen Ethylen und 25 bis
45 Gew.-% Vinylacetat, Vinylpropionat oder Ethylhexylacrylat enthalten. Ferner sind
Copolymerisate zu nennen, die beispielsweise Fumarsäureester enthalten. Das Molekulargewicht
der Fließverbesserer beträgt in der Regel 500 bis 5000, vorzugsweise 1000 bis 3000.
[0032] Als Leitfähigkeitsverbesserer (c) für Mitteldestillate kommen allgemein kohlenwasserstofflösliche
Carbonsäuren und/oder Sulfonsäuren oder deren Salze in Betracht.
[0033] Die Grundleitfähigkeit von Mitteldestillaten beträgt ca. 5 bis 10 ps/m, gemessen
nach DIN 51412. Schwankungen treten auf durch unterschiedliche Gehalte an Wasser,
Salzen, Naphthensäuren, Phenolen und anderen schwefel- und stickstoffhaltigen Verbindungen.
[0034] Eine Anhebung der Leitfähigkeit um den Faktor 2 bis 3, bezogen auf die Grundleitfähigkeit,
hat sich bei einigen der untersuchten Mitteldestillate als vorteilhaft für das Dispergierverhalten
der Paraffine erwiesen.
[0035] Der Zusatz der Leitfähigkeitsverbesserer, wie sie z.B. in DE-OS 21 16 556 beschrieben
sind, bewirken bereits in Mengen von 0,3 bis 1 ppm im Mitteldestillat eine Verbesserung
des Ansprechverhaltens. Andere, weniger wirksame Leitfähigkeitsverbesserer erfordern
naturgemäß eine höhere Konzentration. Der Zusatz deutlich größerer Mengen als der
angegebenen 40 ppm ist zwar möglich, bringt aber keine wesentlichen technischen Vorteile.
[0036] Im einzelnen kommen ferner Metallsalze von kohlenwasserstofflöslichen Carbon- und
Sulfonsäuren, wie sie sich unter der Bezeichnung ASA3®/Shell im Handel befinden, sowie
andere übliche Leitfähigkeitsverbesserer, wie das marktübliche Handelsprodukte Stadis@
450 von DuPont, dessen Zusammensetzung nicht bekannt ist, in Betracht.
[0037] Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert:
Herstellung der Paraffindispergatoren
[0038] In den Beispielen 1 bis 5 wird die Herstellung der Polymeren beschrieben, die anschließend
mit Ditalgfettamin gemäß Beispiele 6 bis 11 zu den erfindungsgemäßen Paraffindispergatoren
umgesetzt werden.
[0039] Die Molmassen wurden durch Gelpermeationschromatographie bestimmt, wobei als Elutionsmittel
Tetrahydrofuran und zur Eichung eng verteilte Fraktionen von Polystyrol eingesetzt
wurden.
Herstellbeispiele
Beispiel 1
[0040] In einem Druckreaktor, der mit Rührer, Heizung und Zulaufvorrichtungen versehen war,
wurden 980 g Maleinsäureanhydrid, 1440 g Toluol und 14 g Polyvinylethylether vom Molgewicht
50000 eingefüllt, der Reaktor 3 mal mit 4 bar Stickstoff abgepresst und auf 140°C
unter Rühren erhitzt. Nun wurden innerhalb von 5 Std. 600 g Isobuten und innerhalb
von 6 Std. eine Lösung von 23,1 g tert. Butylperethylhexanoat und 15,4 g Ditertiärbutylperoxid
in 100 g Toluol zudosiert. Anschließend wurde noch 1 Std. nacherhitzt. Während der
Polymerisation stellt sich ein Druck von 7 bar ein. Anschließend wurde die Mischung
gekühlt und die dünne, feine Suspension des molaren Copolymeren aus Maleinsäureanhydrid
und Isobuten weiter umgesezt. Die Molmasse des Polymeren betrug 3500.
Beispiel 2
[0041] 30,8 g Polymer (hergestellt durch Eindampfen der Suspension von Beispiel 1) und 102,0
g Ditalgfettamin wurden ca. 12 Stunden bei 150°C gerührt bis ein Amintiter <1 erreicht
war.
[0042] Vergleichsbeispiele:
Beispiel 3 (Herstellung entsprechend US 3506625, Beispiel 111)
[0043] Eine Reaktionsmischung aus 60 g Styrol/Maleinsäureanhydrid-Copolymerem und 60,2 g
Stearylamin in 368 g Neutralöl lA wird 20 Stunden auf 220°C erhitzt. Anschließend
ließ man auf 125°C abkühlen und dosierte 10,9 g Calciumhydroxid (gelöst in Wasser)
zu. Nach 2 Stunden nachrühren bei dieser Temperatur wurde die Reaktionsmischung filtriert
und das Wasser abgetrennt.
Beispiel 4 (Herstellung entsprechend DE 2531234, Beispiel 2)
[0044] Eine Reaktionsmischung aus 27 g Stearylamin und 91,1 g 17%ige Lösung eines Isobuten/Maleinsäureanhydrid-Copolymerem
in Xylol wurde 40 Stunden lang auf 100 bis 150°C erhitzt. Das Produkt, 37 g brauner
Feststoff, zeigte deutliche Imidbanden im IR-Spektrum.
Verwendungsbeispiele
[0045] Im folgenden bedeuten:
A. Umsetzungsprodukte niedermolekularer Polymerer, die Einheiten monoethylenisch ungesättigter
Dicarbonsäuren enthalten, mit Ditalgfettamin
FI Fließverbesserer, im besonderen
FI(A) Ethylen/Vinylpropionat (mit ca. 40 Gew.-% Vinylpropionat) mit einem mittleren
Molekulargewicht von ca. 2500 (bestimmt durch Dampfdruckosmometrie)
FI(B) Ethylen/Vinylacetat (mit ca. 30 Gew.-% Vinylacetat) mit einem mittleren Molekulargewicht
von ca. 2500.
Fl(C) Ethylen/Ethylhexylacrylat (mit 50 Gew.-% Ethylhexylacrylat) mit einem mittleren
Molekulargewicht von ca. 2500.
LV Leitfähigkeitsverbesserer, im besonderen
LV(E) gemäß Beispiel 1 DE 21 16 556
LV(F) (ASA 3/Shell) Kohlenwasserstofflösliches sulfocarbonsaures Salz
LV(G) (Stadis 450/DuPont) Leitfähigkeitsverbesserer unbekannter Zusammensetzung.
[0046] Als Mitteldestillat I wurde für die folgenden Versuche Dieselkraftstoff in handelsüblicher
westdeutscher Raffineriequalität verwendet.

Beschreibung der Testmethode
[0047] Das Mitteldestillat wurde mit unterschiedlichen Mengen an Fließverbesserern allein
und/oder zusammen mit Paraffindispergatoren in Kombination mit/ohne Leitfähigkeitsverbesserern
bei Temperaturen unterhalb des Trübungspunktes geprüft. Die Abkühlung erfolgte mit
Hilfe eines Temperaturprogramms. Das Mitteldestillate I (Tabellen I, II) wurden dabei
von Raumtemperatur auf -12°C mit einer Abkühlrate von 1°C/h abgekühlt und bei -12°C
24 h gelagert. Die Versuche wurden mit 100 ml und 1000 ml Mitteldestillatvolumina
durchgeführt. In den Tabellen I - II sind aufgeführt: Volumen der sedimentierten Paraffinphase
(%) optisch bewertet, cloud point (CP) und cold filter plugging point (CFPP) des unteren
Bereichs (untere 40 Vol%), CP und CFPP des oberen Bereichs (obere 60 Vol.%) sowie
der CP und CFPP des die Zusätze enthaltenden Mitteldestillates vor dem Lagertest.
[0048] Wie sich aus folgenden Tabellen ergibt, wird durch Zusatz von leitfähigkeitsverbessernden
Additiven die Sedimentation der Paraffine zusätzlich reduziert.
[0049]
Tabelle I Prüfung in Mitteldestillat I
Tabelle II Prüfung in Mitteldestillat I
[0050] In diesen Tabellen bedeuten:
BS = Bodensatz
K = klar
T =trüb
LT = leicht trüb
LD = leicht dispergiert
D = dispergiert
FI = Mitteldestillatfließverbesserer
PD = Paraffindispergator
PD (D2) = Paraffindispergator gem. Beispiel 2
LV = Leitfähigkeitsverbesserer
PD (D3) = Paraffindispergator gem. DE 25 11 234, Vergleichsbeispiel 4
PD (D4) = Paraffindispergator gem. US 3,506,625, Vergleichsbeispiel 3

