Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft Hydraulikflüssigkeiten aus Mineralöl für die hydrokinetische
Kraftübertragung, wie sie, auch als sogenannte "mobile Hydrauliken", in den verschiedensten
Fahrzeugen und Flugzeugen angewandt werden. Die Erfindung betrifft insbesondere die
Verbesserung des Tieftemperatur-Viskositäts-Verhaltens der Kraftübertragungsflüssigkeiten,
die in Fachkreisen auch als Automatic Transmission Fluids (ATF) bezeichnet werden.
Stand der Technik
[0002] ATF sind ihrem Charakter und ihrer Grundzusammensetzung nach Kraffahrzeug-Getriebeöle,
die nach DIN 51512 als Öle der SAE-Klasse 75W-80W beschrieben werden können. Die für
ATF erforderlichen Eigenschaften werden dadurch erzielt, daß den als Grundöle verwendeten
paraffinbasischen Ölraffinaten Additive hinzugefügt werden. Entsprechend den zu erfüllenden
Qualitätsanforderungen haben ATF hohe Additive-Gehalte. Diese Kraftübertragungsöle
zeigen in der Praxis u.a. ein gutes VT-Verhalten, sind korrosionsstabil und hoch alterungsbeständig
(Ullmann, Enzyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 20, Seiten 606-607).
Für extreme Kälteanforderungen, z. B. Einsatz in Automobilen bei -40°C, zeigen die
bekannten ATF, mit den heute üblichen Werten von ca. 40.000 mPas/-40°C, zu hohe Viskositäten,
um den kommenden Anforderungen der neuen Automatikgetriebe zu genügen. Gefordert werden
in Zukunft Viskositäten von max. 30.000 mPas/-40°C, wenn nicht sogar max. 20.000 mPas/-40°C.
Das typische ATF-Grundöl paraffinischer Art, in der Mineralölindustrie oft als 100
Neutralöl bezeichnet und mit einer Viskosität von ca. 4 mm²s⁻¹/100°C sowie einem V.I.
von etwa 100, ist bei -40°C fest; eine Brookfieldmessung der Viskosität ist nicht
möglich.
[0003] Durch Zusatz eines geeigneten Stockpunkterniedrigers (pour point depressant) kann
die Viskosität bei -40°C unter Umständen auf Werte unter 20.000 mPas gesenkt werden.
Zusatz von V.I.-Verbesserern, das sind Polymere, z. B. Polyalkylmethacrylate, bewirkt,
daß die Viskosität des öls auch bei höherer Temperatur, z. B. bei 100°C, noch genügend
hoch liegt, ohne die bei der erzielten Stockpunkterniedrigung erhaltenen Viskositäten
wesentlich zu verschlechtern.
[0004] Durch den Zusatz weiterer notwendiger Additive (Ullmann, loc. cit.) wie vor allem
Antioxidantien, Reibwertminderer und Detergent bzw. Dispersant, welche vorzugsweise
und handelsüblich gemeinsam in Form von Paketen, bei der Konfektionierung der verschiedensten
Schmieröle, so auch der ATF-Konfektionierung eingesetzt werden, steigt der -40°C Viskositätswert
wieder auf Werte von ca. 40.000 mPas an.
[0005] Möglichkeiten zur Herstellung von Hydraulikflüssigkeiten (ATF) mit besserem Tieftemperaturverhalten,
bei Einsatz der heute üblichen Paket-V.I.-Verbesserer-Kombination, bestehen in der
Verwendung von Grundölen geringerer Viskosität oder dem Einsatz gleichviskoser Syntheseöle
oder speziell raffinierter Mineralöle, den sogenannten hydrocracked oder extra high
V.I.-Ölen. ATF, die mit normalen, niedrigerviskosen Grundölen hergestellt werden,
können potentiell hohen Verschleiß zulassen, der wegen der speziellen Reibwertanforderungen
durch Zulegierung von Verschleißschutzadditiven nicht verhindert werden kann. Einer
breiteren Verwendung von Syntheseölen (Polyolefine, Esteröle) als ATF bzw. als deren
Grundöle mit gutem Viskositäts-Temperaturverhalten dürften deren hohe Herstellkosten
entgegenstehen. (Ullmann loc. cit., Bd. 13, Seite 92).
[0006] In der US-P 4 036 768 werden Kombinationen aus Polyalkylmethacrylaten und flüssigen
Alkylbenzolen beschrieben, die zur Formulierung von Automatic Transmission Fluids
anderen ATF-Additiven zugesetzt werden. Solche Mischungen haben Brookfield-Viskositäten
(mPas) von 27.000 bis 33.200 bei -40°C.
[0007] Neben den bereits erwähnten, kommenden höheren Anforderungen gilt auch für den vermehrten
und problemloseren Einsatz nicht-militärischer Fahr- und Flugzeuge sowie technischer
Geräte mit hydrokinetischen Kraftübertragungsvorrichtungen in Regionen mit häufig
unter -20 bis -40°C liegenden Temperaturen, daß die z. Z. üblichen Hydraulikflüssigkeiten
auf Mineralölbasis wegen ihrer hohen Viskosität nicht bzw. nur unter zusätzlichen
Maßnahmen brauchbar sind.
Aufgabe und Lösung
[0008] Von diesem Problem her ergab sich die Aufgabe, auf Mineralöl basierende Hydraulikflüssigkeiten
zu formulieren, in denen für die Temperatur von -40°C, die derzeit bei ca. 40.000
mPas liegende Viskosität, wenn möglich, auf Werte unter 30.000, evtl. auf Werte unter
20.000 mPas gesenkt ist.
[0009] Überraschenderweise läßt sich das Problem der Herstellung solcher Hydraulikfüssigkeiten
auf Mineralölbasis, die sowohl für hohe als auch sehr tiefe Gebrauchstemperaturen
einsetzbar sind, und welche weiter die bekannten erwünschten Eigenschaften besitzen,
einfach dadurch lösen, daß bei deren Formulierung die bisher zugesetzten Dispergiermittel
auf Polyisobutylenbasis weitgehend oder völlig durch solche auf Polyalkylmethacrylatbasis
ersetzt werden.
[0010] Die Erfindung betrifft damit Hydraulikflüssigkeiten vorwiegend für den hydrokinetischen
Antrieb, auch Automatic Transmission Fluids (ATF) genannt, auf Basis Mineralöl, wobei
das mineralische Grundöl ein paraffinisches Ölraffinat mit einer Viskosität von ca.
4 mm²s⁻¹/100°C und einem V.I. von ca. 100 ist, und dem für diesen Verwendungszweck
notwendige Additive, unter Ausschluß von Dispergiermitteln auf Polyisobutylenbasis,
zugesetzt sind, und die so formuliert, bei -40°C, Brookfield-Viskositäten unter 30.000
bis um bzw. unter 20.000 mPas aufweisen.
[0011] Die eingesetzten Additivepakete enthalten vor allem Korrosions- und Oxidationsinhibitoren,
Verschleißschutzmittel, Reibwertmodifikatoren u.a.. Die Dispergierwirkung der ATF
muß gegeben sein und wird durch den erfindungsgemäßen Austausch erreicht, der auch
insgesamt das gewünschte Viskositäts-Temperatur-Verhalten gewährleistet und andere
Additive für diesen Effekt überflüssig macht. Die erfindungsgemäßen ATF können gegebenenfalls
auch weitere übliche dispergierende V.I.- und Pour Point Verbesserer in geringen Mengen
enthalten.
[0012] Die erfindungsgemäßen Hydraulikflüssigkeiten enthalten als V.I.-Verbesserer Polymere,
im wesentlichen solche auf Methacrylatbasis. V.I.-verbessernde Polyalkylmethacrylate
(PAMA) können durch Copolymerisation mit polaren Monomeren auch noch Detergent- und
Dispersant-Eigenschaften besitzen.
[0013] Der Ersatz des Dispergiermittels auf Polyisobutylenbasis wird erfindungsgemäß mit
dispergierend wirkenden PAMA durchgeführt.
Durch diese Maßnahmen werden ATF erhalten, die die geforderten Viskositäten bei tiefen
Temperaturen bis -40°C aufweisen, ohne auf niedrigerviskose Grundöle überzugehen.
Vorteile der Erfindung
[0014] Die vorliegende Erfindung verbessert das Viskositäts-/ Temperatur-Verhalten von n-Paraffin-haltigen
Mineralölen bei deren Einsatz als Grundöl für Hydraulikflüssigkeiten und eröffnet
diesen ihre Verwendung besonders bei tiefen Temperaturen unter günstigen Viskositätsbedingungen
und ohne eine störende Kristallisationsneigung der n-Paraffine. Der verstärkte Einsatz
von paraffinbasischen Mineralölen ist in der Zukunft geboten einmal durch den Umstand,
daß immer mehr die paraffinierten Mineralöle als Grundöle dominieren werden - Erschöpfung
anderer Lagerstätten - und zum anderen, daß niedrigerviskose Grundöle, insbesondere
wegen ihres ungünstigen Verschleißverhaltens, technische Nachteile zeigen. Wegen der
speziellen Reibwertanforderungen ist der Zusatz an Verschleißschutzadditiven jedoch
begrenzt. Deshalb ist die Einhaltung von Mindestgrundölviskositäten wichtig.
[0015] Die erfindungsgemäße Maßnahme des Ersatzes von aschefreien Dispergiermitteln auf
Polyisobutylenbasis und des bisher üblichen V.I.-Verbesserers sowie des Pour Point-Verbesserers
durch ein Dispergiermittel auf PAMA-Basis bringt den weiteren Vorteil, daß V.I.-Verbesserung
und Dispergierung mit einem Additiv, einem Mehrzweck-Additiv - multifunktioneller
V.I.-Verbesserer - und zwar eines Additiv mit relativ niedrigem Molekulargewicht,
erreicht werden. Das ist gleichbedeutend mit minimalen Viskositätsverlusten und damit
einem günstigen Verschleißverhalten während der Einsatzdauer der ATF.
[0016] Die aschefreien Dispergiermittel für ATF der herkömmlichen Art sind als Polyisobutylenbernsteinsäureimide
(Ullmann, loc. cit., Bd. 20, S. 552 und US 4 036 768, Beispiel II) Polymere, die neben
dem Polyisobutenblock (PIB) einen stark polaren Polyalkylenpolyaminimidblock enthalten.
Dagegen sind in den aschefreien Dispergiermitteln auf PAMA-Basis die polaren Gruppen
über das Polymermolekül verteilt. Dadurch wird hohes Gesamtdispergiervermögen erreicht,
ohne mit Reibwert- und Antiverschleißadditiven verstärkt zu interferieren.
Zusammenfassend ergibt sich:
[0018] PAMA-Dispergiermittel für ATF ersetzen die bisherigen Produkte auf PIB-Basis sowie
die heute eingesetzten V.I.-Verbesserer und Stockpunkterniedriger. Dabei ergeben sich
folgende Effekte:
- I.
- Bessere, auf bisherigem Wege nicht erzielbare Tieftemperatureigenschaften.
- II.
- Vermeiden des Einsatzes niedrigerviskoser oder teurerer Grundöle.
- III.
- Drastische Verbesserung der Scherstabilität.
Durchführung der Erfindung
[0019]
1. Als Grundöle (1) werden entsprechend der Erfindung paraffinbasische Mineralöle
verwendet, die vor allem als Solventraffinate bei der Rohölaufbereitung anfallen und
eine Viskosität bei 100°C von ca. 4,0 mm²s⁻¹ und einen Pour Point von nicht mehr als
-10°C aufweisen (Ullmann loc. cit., Bd. 20, S. 575-577, 606-607).
2. Fließverbesserer als Zusätze zum Grundöl zur Verbesserung der Viskosität, des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens
und zur Senkung des Pour Point sind polymere Zusätze vor allem auf (Meth)acrylsäurealkylesterbasis
(2). Dazu werden die als V.I.-Verbesserer bekannten öllöslichen Polymerisate von Estern
der Methacrylsäure und/oder der Acrylsäure mit 1 bis ca. 30 Kohlenstoffatomen im Alkylrest,
vorwiegend als Copolymerisate der verschiedenen Ester und mit einem viskositätsmittlerem
Molekulargewicht von 5.000 bis 200.000, vorzugsweise von 20.000 bis 100.000, vor allem
von 10.000 bis 50.000 eingesetzt (Ullmann loc. cit., Bd. 13, S. 87; Bd. 19, S. 26).
Poly(meth)acrylsäurealkylester, mit polaren Monomeren, die ein Heteroatom enthalten,
wie z.B. Hydroxyalkyl(meth)acrylate, 2-Dimethylaminoethylmethacrylat, N-Di-methylaminopropylmethacrylamid,
Vinylpyridin, als Copolymerisate hergestellt, besitzen auch Detergent- und Dispersant-Eigenschaften
(Ullmann, loc.cit., Band 19, S. 26 und Band 20, S. 547, S. 552). Dies sind bekannte
aschefreie Dispergiermittel auf Poly-(meth)acrylatbasis, die entsprechend der Erfindung
als dispergierendes Additive in Hydraulikflüssigkeiten die bisher darin als Dispergiermittel
verwendeten und, wie erfindungsgemäß festgestellt, Viskositätssenkungen bei tiefen
Temperaturen erschwerende Polyisobutenylbernsteinsäureimide ersetzen. Sie können in
Kombination mit anderen bekannten V.I.-Verbesserern, vor allem den dafür bekannten
und oben beschriebenen Polyalkyl(meth)acrylaten, als Additive bei der Formulierung
der Hydraulikflüssigkeit auf Mineralölbasis eingesetzt werden oder in ihrer Funktion
als multifunktionelle Additive alle oben angeführten Fließverbessererfunktionen und
die Dispergierwirkung in den ATF wahrnehmen.
Sie werden hergestellt durch Copolymerisation von (a), mindestens einem C1- bis C30-Alkylestern
der Methacrylsäure und/oder der Acrylsäure und (b) mindestens einem Monomeren mit
funktionellen Gruppen der geschilderten Art (polare Monomere mit Heteroatom) im Molverhältnis
(a) : (b) = 1 : 0,01 - 0,2 vor allem 1 : 0,02 bis 0,2 und insbesondere im Molverhältnis
1 : 0,02 bis 0,15. Die Polymerisation wird vorzugsweise in dem Mineralöl durchgeführt,
in welchem das Dispergiermittel auch vornehmlich als Additive zugesetzt wird.
Herstellungen von dispergierenden PAMA's mit polaren, Sauerstoff- und/oder Stickstoffatome
enthaltenden funktionellen Gruppen sind u.a. beschrieben in DE-C 28 05 826 (=US-P
4 281 081 und US-P 4 338 418), DE-A 33 39 103, DE-A 36 07 444, DE-A 36 13 992, US-P
4 290 925 oder US-P 4 822 508.
Die viskosimetrisch (Methode S. N. Chinai, R.A. Guzzi, J. Pol. Sci. 41, 475 (1959)) ermittelten Molekulargewichte der dispergierenden Copolymerisate liegen
im Bereich von 5.000 bis 200.000.
3. Zur Erfüllung weiterer geforderter Eigenschaften, wie Oxidationsstabilität, Verschleißschutz,
Alterung, werden nach konventioneller Art bekannte Wirksubstanzen (Ullmann loc. cit.
Bd. 20, S. 549-560, US-P 4 036 768) vor allem als Additive-Mischung (3), (Additive-Paket,
D.I.-Paket), erfindungsgemäß unter Ausschluß der gegebenenfalls darin enthaltenen
Dispergiermittel vom Typ der Polyisobutenylbernsteinsäureimide, bei der ATF-Formulierung
zugesetzt.
4. Die mit den unter 1 bis 3 angegebenen Komponenten (1), (2)und (3) werden bei der
ATF-Formulierung in Mengenverhältnissen (Gewichtsteile) von:
(1) : (2) : (3) = 80-95 : 3-15 : 2-10,
vor allem in Mengenverhältnissen von
85-95 : 3-10 : 4-10
eingesetzt.
[0020] Das Verhältnis in Gewichtsteilen der V.I.-verbessernden PAMA-Zusätze mit und ohne
Dispergierwirkung kann bei
100 : 0 bis 10 : 1
bevorzugt bei 99:1 bis 10:1
liegen.
[0021] Die Charakterisierung kann durch folgende physikalische Kenngrößen erfolgen:
- Kinetische Viskosität
- DIN 51550
- Pour Point / Cloud Point
- DIN 51597
- Viskositätsindex (V.I.)
- ISO 2909
- Brookfield-Viskosität
- DIN 51398
BEISPIELE für ATF-Zusammensetzungen
Eingesetzte Komponenten
[0022]
1. Grundöle:
(1.1) Paraffinbasisches Raffinat (sogenanntes 100 Neutral) mit den folgenden Daten:
Viskosität
- mm²s⁻¹/100°C:
- 4,25
- V.I.:
- 107
- Pour Point °C:
- -15
(1.2) Niedrigerviskoses paraffinisches Raffinat:
- mm²s⁻¹/100°C:
- 3,58
- V.I.:
- 108
- Pour Point °C:
- 17
2. ATF-Paket, handelsübliches Produkt: Einsatzkonzentration 8,0 Gew. %
3. ATF-Paket ohne aschefreies Dispergiermittel auf Basis Polyisobutylen: Einsatzkonzentration
2,0 Gew. %
4. Dispergierender V.I.-Verbesserer auf Basis PAMA mit Stockpunktwirkung (handelsübliches
Produkt): Einsatzkonzentration 3,2 Gew. % PSSI (permanenter Scherstabilitäts-Index)
nach nach DIN 51382 = 45.
5. Pour Point-Verbesserer auf PAMA-Basis ohne
Dispergierwirkung
(handelsübliches Produkt)

6. Aschefreies Dispergiermittel auf PIB-Basis (Polyisobutenylsuccinimid, handelsübliches
Produkt).
7. Erfindungsgemäß zu verwendende dispergierende PAMA-Produkte, intern als BID (Brookfield Improving Dispersant) bezeichnet:

Diese Produkte haben Pour Point-Wirkung.
Der PSSI ist = 5
Polymergehalt 70 Gew. %
Einsatzkonzentration 7 - 10 Gew. % in der ATF.
BEISPIELE FÜR SUZAMMENSETZUNG DER ERFINDUNGSGEMÄSSEN BID
[0023]

Mol.-Verhältnis a : b = 1 : 0,17, wobei a Molzahl aus M₁ + M₂.

Mol.-Verhältnis a : b = 1 : 0,05, wobei a Molzahl aus M₁ + M₂.

Mol.-Verhältnis a : b = 1 : 0,18, wobei a Molzahl aus M₁ + M₂.
- M₁ =
- Methacrylsäure-n-C12-bis C18-alkylester
- M₂ =
- Methacrylsäuremethylester
- M₃ =
- N-Dimethylaminopropylmethacrylamid
- M₄ =
- Methacrylsäure-2-hydroxyethylester
Gegenübergestellt werden die Rezepturen:
[0024]
A. Derzeit übliche ATF-Zusammensetzung.Basis Grundöl (1.1).
B. Rezeptur mit BID 1 anstelle der in A enthaltenen PIB-Produkte, Basis Grundöl (1.1).
C. Wie B, jedoch BID 1 mit ausgewählter PPD abgemischt.
D. Wie A, jedoch auf Basis des niedrigerviskosen Grundöls (1.2).
E. Wie B, jedoch bei Ersatz von nur 2/3 des PIB Produktes durch BID 1.
F. Wie B, jedoch mit BID 2.
mit folgenden Zusammensetzungen und Viskositätsdaten:
ZUSAMMENSETZUNG DER ZU VERGLEICHENDEN ATF UND DEREN VISKOSITÄTS-DATEN
[0025]

1. Hydraulikflüssigkeiten, vorwiegend für den hydrokinetischen Antrieb, auch Automatic
Transmission Fluids (ATF) genannt, auf Basis Mineralöl, enthaltend
1. 80 bis 95 Gew.-Teile eines paraffinbasischen Ölraffinats mit einer Viskosität bei
100 Grad C von ca. 4 mm²s⁻¹ als Grundöl und
2. 2 bis 10 Gew.-Teile für diesen Verwendungszweck notwendigen Additive, wie Fließverbesserer,
Additive für Oxidationsstabilität, Verschleißschutz und Alterungsstabilität, unter
Ausschluß von Dispergiermitteladditiven auf Polyisobutylenbasis,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie
3. 3 bis 15 Gew.-Teile als Dispergiermitteladditive Polymere auf Polyalkyl(meth)-acrylatbasis
enthalten, die Copolymerisate von (a) mindestens einem C₁- bis C₃₀-Alkylester der
Methacrylsäure und/oder der Acrylsäure und (b) mindestens einem Monomeren mit polaren,
Sauerstoff- und/oder Stickstoffatome enthaltenden funktionellen Gruppen sind, und
die aus den Comonomeren (a) und (b) im Molverhältnis (a) : (b) = 1 : 0,01 bis 0,2
aufgebaut sind und ein Molekulargewicht von 5000 bis 200.000, viskosimetrisch ermittelt
nach S.N. Chinai, R.A. Guzzi, J.Pol.Sci. 41,475 (1959) aufweisen,
und die so zusammengesetzt, bei -40 Grad C, Brookfield-Viskositäten unter 30.000
bis unter 20.000 mPas haben.
2. Hydraulikflüssigkeiten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die fließverbessernden,
nichtdispergierenden Polyalkyl(meth)acrylat-Additive, Polyalkyl(meth)acrylate mit
C₁- bis C₃₀-Alkylresten und die als Dispergiermittel wirkenden Polyalkyl(meth)acrylate
Copolymere von C₁- bis C₃₀-Alkyl(meth)acrylaten mit Comonomeren, die polare, Sauerstoffund/oder
Stickstoffatome enthaltende funktionelle Gruppen tragen, sind, und das Verhältnis
in Gewichtsteilen der Polyalkyl(meth)acrylat-Zusätze ohne und mit Dispergierwirkung
bei 1 : 10 bis 1 : 99 liegt.
3. Hydraulikflüssigkeiten nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Formulierungen im wesentlichen nur funktionelle Gruppen tragende Polyalkyl(meth)acrylat-Additive,
die V.I.-, Dispergier- und Pour Point-verbessernde Wirkung haben, enthalten.
1. Hydraulic fluids, mainly for the hydrokinetic drive, also known as Automatic Transmission
Fluids (ATF), on mineral oil basis, containing
1. 80 to 90 parts by weight of a paraffin-based oil raffinate as base oil, having
a viscosity of about 4 mm²s⁻¹ at 100°C and
2. 2 to 10 parts by weight of additives required for this application, such as flow-improvers,
additives for oxidation stability, wear protection and ageing stability, under the
exclusion of dispersant additives on polyisobutylene basis, characterised in that
they contain
3. 3 to 15 parts by weight of polymers on polyalkyl(meth)-acrylate basis as dispersant
additives, which polymers are copolymers of (a) at least one C₁- to C₃₀-alkyl ester
of methacrylic acid and/or acrylic acid and (b) at least one monomer with polar, oxygen
and/or nitrogen atom-containing functional groups, and which are synthesised from
the comonomers (a) and (b) in a molar ratio (a) : (b) = 1 : 0.01 to 0.2 and have a
molecular weight of 5,000 to 200,000 ascertained by viscometry according to S.N. Chinai,
R.A. Guzzi, J.Pol.Sci. 41,475 (1959),
and which, when composed in this way, have Brookfield viscosities of below 30,000
to below 20,000 mPas at -40°C,
2. Hydraulic fluids according to claim 1, characterised in that the flow-improving, non-dispersing
polyalkyl(meth)acrylate-additives are polyalkyl(meth)acrylates having C₁- to C₃₀-alkyl
groups and the polyalkyl(meth)acrylates, acting as dispersants, are copolymers of
C₁- to C₃₀-alkyl(meth)acrylates with comonomers carrying polar, oxygen and/or nitrogen
atom-containing functional groups, and the ratio in parts by weight of the polyalkyl(meth)acrylate-additives
without or with a dispersing effect is 1 : 10 to 1 : 99.
3. Hydraulic fluids according to claims 1 and 2, characterised in that the formulations
mainly contain polyalkyl(meth)acrylate-additives which only carry functional groups
and have a V.I., dispersion and pour point-improving effect.
1. Fluides hydrauliques, principalement pour l'entraînement hydrocinétique, également
appelés Automatic Transmission Fluids (ATF), à base d'huile minérale, contenant
1. 80 à 95 parties en poids d'un raffinat de pétrole à base de paraffines ayant une
viscosité à 100°C d'environ 4 mm²s⁻¹, en tant qu'huile de base, et
2. 2 à 10 parties en poids d'additifs nécessaires pour cette application, tels que
des améliorants de fluidité, des additifs pour la stabilité à l'oxydation, la protection
d'usure et la stabilité au vieillissement, à l'exclusion d'additifs dispersants à
base de polyisobutylène,
caractérisés en ce qu'ils contiennent, en tant qu'additifs dispersants,
3. 3 à 15 parties en poids de polymères à base de poly(méth)acrylate d'allyle qui
sont des copolymères (a) d'au moins un méthacrylate et/ou un acrylate d'allyle en
C₁ à C₃₀ et (b) d'au moins un monomère comportant des groupements fonctionnels polaires
qui contiennent des atomes d'oxygène et/ou d'azote, ces polymères étant composés des
comonomères (a) et (b) dans un rapport molaire (a) : (b) = 1 : 0,01 à 0,2 et présentant
un poids moléculaire de 5000 à 200 000, déterminé par viscosimétrie selon S.N. Chinai,
R.A. Guzzi, J. Pol. Sci. 41,475 (1959),
et en ce qu'ils ont une composition telle qu'à -40°C, ils ont des viscosités Brookfield
de moins de 30 000 jusqu'à moins de 20 000 mPa.s.
2. Fluides hydrauliques selon la revendication 1, caractérisés en ce que les additifs
de poly(méth)acrylate d'alkyle améliorant la fluidité et non dispersants sont des
poly(méth)acrylates d'alkyle contenant des restes alkyles en C₁ à C₃₀ et les poly(méth)acrylates
d'alkyle agissant comme agents dispersants sont des copolymères de (méth)acrylates
d'alkyle en C₁ à C₃₀ avec des comonomères qui portent des groupements fonctionnels
polaires contenant des atomes d'oxygène et/ou d'azote, et en ce que le rapport en
parties en poids des additifs de poly(méth)acrylate d'alkyle sans et avec effet dispersant
se situe entre 1 : 10 et 1 : 99.
3. Fluide hydrauliques selon la revendication 1 ou 2, caractérisés en ce que les compositions
ne contiennent essentiellement que des additifs de poly(méth)acrylate d'alkyle portant
des groupements fonctionnels, qui agissent comme améliorant d'indice de viscosité,
comme agent dispersant et comme améliorant du point d'écoulement.