[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Gewinnung von Fett
und/oder eiweißhaltigem, breiigem Material aus fetthaltigem und eiweißhaltigem, flüssigem
Stoff, insbesondere aus Schlachthofschlamm und/oder Schlachthofabwasser.
[0002] Bei der Fleischverarbeitung fallen im Vergleich zum Lebendgewicht der Schlachttiere
in einem ziemlich großen Anteil Abfälle und Nebenprodukte an, wobei auch der spezifische
Wasserverbrauch hoch ist. Darausfolgend ist auch die anfallende Menge an Industrie-(Schlachthof)-Abwasser
groß, was aber von zahlreichen anderen Abwässern abweichend nicht nur Umweltschutzprobleme
mit sich bringt, sondern auch einen Verlust an wertvollem Fett und Eiweiß, also an
nutzbarem speziellem Schlachthofabfall mit sich bringt. Aus derartigen Abwässern kann
gereinigtes Industriefett und für Fütterungszwecke geeignetes Fleischmehl gewonnen
werden.
[0003] In Fleischindustriebetrieben entstehen Industrieabwässer und sonstige. Abfälle beim
Schlachten der Tiere, bei der Aufarbeitung der Häute, der Entleerung der pänsen, Magen
und der Gedärme, bei der Fleisch- und Fettverarbeitung sowie im Verlauf des Tiertransportes.
Die charakteristischen Daten der bei den ungarischen Fleischindustriebetzieben anfallenden
Abwässer sind folgende:
| - Industrieabwassermenge |
1000-4000 m³/Tag |
| - pH |
6,5 - 8,0 |
| - KOI (chemischer Sauerstoffbedarf) |
1000-20000 mgO₂/dm³ |
| - CCI₄-haltige Fette (organischer Lösemittelextrakt) |
500 - 800 mg/dm³ |
| - sich absetzende Feststoffe |
1000 - 2500 mg/dm³ |
| - durch das Sieb durchfallende Feststoffe |
150 - 300 mg/dm³ |
| - Verteilung der durch das Sieb durchfallenden sich absetzenden Feststoffe: |
|
| - eiweisshaltige Abfälle |
50 - 90 mg/dm³ |
| - Faserstoffe (z.B. Stroh usw.) |
100 - 210 mg/dm³ |
[0004] Zur Behandlung der in Fleischindustriebetrieben entstandenen Abwässer wurden verschiedene
Technologien und Einrichtungen entwickelt. Nach einer der häufigsten angewandten Lösung
wird das gesammelte Industrieabwasser über ein Durchlasssieb gefiltert und der auf
dem Sieb zurückbleibende stückige Feststoff mit Abfällen anderer Herkunft vermischt
und aus dem Gemisch Fleischmehl hergestellt. Das durch das Sieb durchströmende Abwasser
wird in einen belüfteten Fettfänger geführt, in dem dann mit Hilfe der Luft das Fett
in der Form von Tröpfchen auf die Wasseroberfläche gebracht wird. Von dort wird dann
das Fett auf maschinellen Wege durch ununterbrochenes Abschöpfen entfernt und zur
Verarbeitung abtransportiert.
[0005] Das zum Teil entfettete Abwasser wird in einen Reaktor geführt. Dort werden eine
Kalkhydratsuspension und Eisen/II/-Sulfat zugemischt. Unter Einwirkung dieser Chemikalien
und der Luft tritt im Abwasser eine Flockung ein und im Verlaufe des Mischens entstehen
Flocken. Die chemische Reinigung verläuft im Reaktor auf die Weise, dass sich unter
Einwirkung der Lauge die Wasser-Fettemulsion zersetzt und die als Kolloide anwesenden
Fetteilchen und sonstige Schwebstoffe an den grossflächigen Fe/OH/₃-Flocken adsorbiert
werden.
[0006] Aus dem Reaktor (Verflocker) gelangt das Abwasser in den unter Überdruck stehenden
Flotator. Hier wird unter einem den atmosphärischen Druck überschreitenden Druck Luft
in das Abwasser geführt und darauffolgend der Überdruck aufgehoben. Darauf steigen
kleine Luftblasen zur Wasseroberfläche und reissen die Schlammvorflocken mit sich,
wodurch im wesentlichen die Trennung der Schlamm- und Wasserphase erfolgt. Im Laufe
der beschriebenen Vorgänge kommt es zu einer wesentlichen Verminderung des Wassergehaltes
des Schlammes. Aus dem flotierten Abwasser wird der Schlamm - zwecks weiterer Entwässerung
- ununterbrochen abgeleitet. Das gereinigte Abwasser wird in die Kanalisation oder
in eine biologische (Lebendschlamm) Abwasserkläranlage geleitet.
[0007] Im einzelnen Anlagen wird der während der chemischen Behandlung anfallende und Chemikalien
enthaltende Schlamm - zwecks Entwässerung - auf ein Pressbandfilter geführt. Der im
Ergebnis der Filterung erhaltene Schlamm wird entweder kompostiert und in der Landwirtschaft
weiter verwendet oder - soweit er dazu nicht geeignet ist - zwecks Vernichtung in
einem Schlämmteich gesammelt. Es besteht aber - eben wegen der chemischen Behandlung
- keine Möglichkeit den Schlamm als Futtermittelgrundstoff zu verwerten.
[0008] Bekannt sind auch solche dem vorstehend beschriebenen entsprechende Verfahren, bei
denen als Flockungsmittel Lignon-Sulfonsäure verwendet wird. Der so behandelte Schlamm
wurde zwar früher als Futtermittelgrundstoff verwendet, die in letzter Zeit jedoch
erworbenen praktischen Erfahrungen stellen die Möglichkeit der Verwendung eines derartigen
Schlammes für Fütterungszwecke in Frage. Aus diesem Grunde kann der Schlamm höchstens
als Kompost verwertet oder muss nach einem kostenaufwendigen Verfahren vernichtet
werden.
[0009] Nach einem anderen bekannten Verfahren wird das Schlachthofabwasser mittels eines
Durchlasssiebes vorgefiltert. Danach wird die flüssige Phase mit Luft flotiert. Die
chemische Behandlung entfällt. Bei dieser lediglich mechanischen Behandlung gelangt
das Fett voll und ganz in die Schaumphase, die auf der Oberfläche der in der Einrichtung
befindlichen Flüssigkeit schwimmt. Dieser Schaum enthält neben Fett auch proteinhaltige
Stoffe. Die auf der Oberfläche schwimmende Schaumphase wird mit Hilfe einer Abschöpfvorrichtung
kontinuierlich aus der Anlage entfernt. Die Schaumphase kann wegen ihres erheblichen
Fettgehaltes (zumindest unmittelbar) nicht als Grundstoff für Futtermittel verwendet
werden, sondern wird im allgemeinen gelagert und vernichtet. Dieses Verfahren kann
eigentlich nur als eine dem Umweltschutz dienende Abwasserbehandlungsmethode angesehen
werden.
[0010] Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass zur Zeit die zur Separierung der verunreinigenden
Komponenten (Fett und Feststoffe heterogener Zusammensetzung) der Schlachthofabwässer
dienenden Verfahren kostenaufwendig sind, die Endprodukte (Schlamm, Schaum) nicht
als wertvoll angesehen werden können und durch die Notwendigkeit ihres Abtransports,
ihrer Lagerung und Vernichtung die Behandlungskosten weiter erhöht werden.
[0011] Aus der GB-A 1 564 277 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trennen von Fett
und Eiweiß aus Schlachthofschlamm bekannt, bei welchen das strömende Rohmaterial durch
Wasserdampfeinwirkung schnell in zwei Stufen auf bis zu 100°C erhitzt und dann mittels
einer Zentrifuge getrennt wird.
[0012] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Verfahren und Vorrichtung
dahingehend weiterzubilden, daß auf rationelle Weise eine Gewinnung von fett- und
eiweißhaltigen Materialien aus diese enthaltendem breiigem Material, insbesondere
aus Schlachthofschlamm und Schalthofabwasser durchführbar ist.
[0013] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach dem Patentanspruch 1 sowie eine Vorrichtung
nach dem Patentanspruch 6 gelöst.
[0014] Wenn der zunächst auf mindestens 30°C aufgewärmte fetthaltige Schlamm unter einen,
den atmosphärischen Druck überschreitenden Druck gesetzt und mit einer augenblicklichen
direkten Dampfeinblasung auf eine Temperatur von mindestens 130°C erhitzt (wodurch
die Körnchenbildung und Sterilisation beginnt) und darauffolgend über eine kurze Zeitdauer
hindurch - bei weiterem Strömenlassen - auf dieser Temperatur gehalten wird, eine
Körnchenbildung eintritt, sowie eine Sterilisation erfolgt. Wenn darauffolgend der
unter Überdruck stehende heisse Schlamm auf den atmosphärischen Druck adiabatisch
expandiert wird, kann das erhaltene Gut mit an sich bekannten Methoden und Apparaten
z.B. durch Zentrifugieren in drei Phasen, namentlich in Wasser, Fett und eine heterogene
Zusammensetzung aufweisende aber eine grosse Menge Eiweiss enthaltende feuchte Festphase
getrennt werden.
[0015] Das Wasser und geringe Mengen feste Schmutzstoffe enthaltende Fett kann hiernach
zu industriellem Fett hohen Reinheitsgrades weiter gereinigt und in dieser Form verwertet
werden, wobei aus der eiweisshaltigen feuchten Festphase ein trockenes granuliertes
Fleischmehl hergestellt werden kann, das einen wertvollen Futtermittelgrundstoff darstellt.
[0016] Aufgrund der vorgenannten Erkenntnisse wurde die gestellte Aufgabe mit Hilfe eines
Verfahrens gelöst, in dessen Verlauf der flüssige Stoff einem Phasentrennarbeitsgang
unterzogen wird.
[0017] Dabei wird
- der flüssige Stoff homogenisiert und auf eine Temperatur von 30-60°C erwärmt,
- der angewärmte flüssige Stoff in eine Erhitzereinheit eingeleitet, wodurch direkte
Zuführung eines eine Temperatur von 130-151°C aufweisenden und unter einem überdruck
von 2-4 bar stehenden Dampfes, der flüssige Stoff unter einen Überdruck von 2-4 bar
gesetzt und innerhalb einer Zeitdauer von 1-2 Sekunden auf etwa 130-150°C erhitzt
wird, was im flüssigen Stoff eine Kornbildung auslöst,
- der flüssige Stoff mit der erhöhten Temperatur - unter Aufrechterhaltung des überdruckes
und der Temperatur - für eine Zeitdauer von 60-300 Sekunden weiter strömen gelassen,
- darauffolgend der flüssige Stoff durch Verminderung des überdruckes auf etwa 0,01
- 0,02 bar während einer Zeitdauer von 1-2 Sekunden adiabatisch expandiert,
- der expandierte flüssige Stoff in Wasser, Wasser und Feststoffverunreinigungen enthaltendes
Fett sowie eiweisshaltige feuchte Festphase getrennt.
[0018] Dabei ist zu unterstreichen, dass der Ausdruck "Abwasserschlamm" weitestmöglich auszulegen
ist, d.h. dass von den ganz dünnflüssigen Stoffen bis zu den dickflüssigen Schlämmen
die Aufarbeitung der die verschiedensten Konsistenzen aufweisenden Schlämme und Suspensionen
mit umfasst sind.
[0019] Vorzugsweise wird aus dem durch Flotieren auf dem Abwasserspiegel schwimmend erhaltenen
Schaum ein Schlamm gebildet und dieser Schaum den weiteren Behandlungsarbeitsgängen
unterzogen. Zweckmässig ist, wenn der Schaum durch eine auch die Homogenisierung ergebende
Umwälzung (Zirkulation) in Schlamm umgewandelt wird.
[0020] Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens verfügt über Mittel zum Strömenlassen
des flüssigen Stoffes und über einen Phasentrennapparat, wobei ein wesentliches Merkmal
dieser Anlage darin besteht, dass sie zum Erwärmen des flüssigen Stoffes dienende
Mittel, sowie eine zur Weiterleitung des erwärmten flüssigen Stoffes dienende Leitung
besitzt, die an eine Erwärmungseinheit angeschlossen ist, in die eine Dampfleitung
mündet. Aus der Erwärmungseinheit tritt eine Leitung aus, in die ein Expansionsventil
eingebaut ist. An das Expansionsventil ist eine in einen Trennbehälter mündende Leitung
angeschlossen. Die Anlage umfasst einen den aus dem Trennbehälter austretenden flüssigen
Stoff in wässrige, Fett und feuchte Festphase trennenden Apparat. Für eine vorteilhafte
Ausführungsform der Anlage ist kennzeichnend, dass sie einen Behälter zur Aufnahme
und Homogenisierung des unbehandelten flüssigen Stoffes besitzt, an den mindestens
eine Rezirkulationsleitung mit Pumpe und Wärmeaustauscher angeschlossen ist. Die in
die Erwärmungseinheit mündende Leitung zweist von der Rezirkulationsleitung ab. Ein
Wärmetauscher ist an sie angeschlossen. Einen anderen Ausführungsbeispiel entsprechend
ist die Erwärmungseinheit eine, eine Richtungsablenkung sichernde. injektorartige,
im Mittelteil durch bogenförmige Flächen begrenzte, sich in Richtung der Strömung
erweiternde Vorrichtung, nahe deren Eintrittsöffnung eine oder mehrere Dampfleitungen
einmünden, wobei die Einmündung in der Ebene der Wandung der Erwärmungseinheit liegt.
Vorteilhaft ist weiterhin, wenn das Expansionsventil aus einem starren und einem darin
angeordneten elastischen Rohrglied besteht, wobei in den zwischen dem starren Rohrglied
und dem elastischen Rohrglied bestehenden Raum eine Pressluftleitung mündet. Der Trennbehälter
verfügt oben über einen zylindrischen und unten über einen kegeligen Teil. Aus seinem
oberen Teil tritt eine Leitung zur Weiterleitung von Dampf, aus seinem unteren Teil
eine Leitung zur Weiterleitung von flüssigem Stoff. Vorzugsweise ist der den aus dem
Trennbehälter austretenden flüssigen Stoff in wässrige Phase, Fett und feuchte Festphase
trennende Apparat eine Schneckenzentrifuge mit Selbstentleerung.
[0021] Vorteilhaft ist auch das Ausführungsbeispiel, das einen oder mehrere Separatoren
zum Trennen des Wassers und der Verunreinigungen aus der Wasser und Feststoffverunreinigungen
enthaltenden Fettphase besitzt. Mit mehreren Separatoren kann das Mass der Reinigung
erhöht werden. Vorteilhaft kann auch die Ausführungsform der Anlage sein, die einen
oder mehrere Apparate zum Erstarrenlassen des fettes aus dem Wasser, Verunreinigungen
und Fett enthaltenden Gemisch und dadurch zum Trennen von Wasser und Verunreinigungen
und schliesslich zum Schmelzen des erstarrten Fettes besitzt. Schliesslich ist es
zweckmässig, wenn die Anlage einen zum Trocknen der granulierten eiweisshaltigen feuchten
Festphase dienenden Apparat besitzt.
[0022] Die Erfindung wird im weiteren anhand der beigelegten Zeichnungen ausführlich beschrieben,
die ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel und einige konstruktionsmässige Detaillösungen
der Anlage enthalten. In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- die skizzierte Seitenansicht der Anlage,
- Fig. 2
- die in Fig. 1 mit A bezeichnete Einzelheit in einem grösseren Massstab,
- Fig. 3
- eine vorteilhafte Ausführungsform des Expansionsventils in einem noch grösseren Massstab
und
- Fig. 4
- eine andere von der Fig. 1 abweichende Baugruppen enthaltende Einzelheit der Anlage.
[0023] In einen unten kegeligen Behälter 1 der Anlage mündet von oben eine Leitung 15, die
zur Zuleitung der Schlamm- bzw. Schaumphase dient. Aus dem unteren Teil des Behälters
1 tritt eine, eine Pumpe 2 enthaltende Leitung 16 aus, an die einerseits eine in den
oberen Teil des Behälters 1 mündende Rücklauf-/Rezirkulationsleitung 17, andererseits
die Leitung 18 angeschlossen ist. In die Leitung 17 ist der Wärmetauscher 3, in die
Leitung 18 der Wärmetauscher 4 eingebaut. Zwischen der Abzweigstelle E und den Wärmetauschern
3,4 sind Sperrarmaturen 17a bzw. 18a eingebaut.
[0024] Die Leitung 18 mündet in eine Erwärmungseinheit 5, an die auch eine Dampfleitung
20 angeschlossen ist. Die aus der Erwärmungseinheit 5 austretende Leitung 19 versieht
- wie das später noch zu sehen sein wird - eine Warmhaltefunktion. An ihrem Ende ist
ein Expansionsventil 6 eingebaut, in das eine Pressluftleitung 21 mündet. Eine vom
Expansionsventil 6 ausgehende Leitung 22 mündet in den oberen Teil eines unten kegeligen
Trennbehälters 7, aus dessen unterem Teil eine Leitung 24 und aus dessen oberem Teil
eine Leitung 23 austritt (siehe auch Fig. 2). Erstere mündet in einen durch eine Schneckenzentrifuge
gebildeten Dekanteur 8, letztere in einen mit einem Ventilator 10 in Verbindung stehenden
Wärmetauscher 11.
[0025] Es ist hier zu bemerken, dass die auf die bisher genannten und auf die im weiteren
zur Beschreibung gelangenden Leitungen gezeichneten Pfeile die Richtung der Mediumströmung
veranschaulichen.
[0026] Aus dem Dekanteur 8 treten drei Leitungen aus. Die eine Pumpe 9 enthaltende Leitung
27 mündet in den in die Leitung 18 eingeschalteten Wärmetauscher 4. Die zweite Leitung
26 ist an einen ersten Separator 14a, die dritte Leitung 25 an einen auch mit einer
Absackvorrichtung 13 versehenen Trockner 12 angeschlossen (zweckmässig ist einen Kontakt-Fluid-Trockner
zu verwenden, der aus der HU-A 184 674 erkenntlich ist). Eine von dem Wärmetauscher
11 ausgehende Leitung 28 sowie eine Dampfleitung 30 münden von oben in den Trockner
12. Eine aus diesem austretende Luftleitung ist mit der Bezugsnummer 29 bezeichnet
- Der erste Separator 14a steht über eine Leitung 32 mit einem zweiten Separator 14b
in Verbindung. Eine aus dem ersten Separator 14a austretende Leitung 33 dient zur
Leitung der abgetrennten Wasserphase, eine Leitung 36 zur Ableitung der Schlammphase.
Durch eine Leitung 32 gelangt das noch nicht reine Fett in den zweiten Separator 14b,
aus dem Leitungen 34, 35 und 37 austreten. Die erste (34) ist zur Ableitung von Wasser,
die zweite (35) zur Ableitung reinen Fettes und die dritte (37) zur Ableitung von
Schlamm vorgesehen. Die Leitungen 36 und 37 sind an die Leitung 31 angeschlossen,
die im oberen Teil des Behälters 1 mündet (die genannten Separatoren sind an sich
bekannte Apparate mit Selbstentleerung).
[0027] Die bereits früher erwähnte Erwärmereinheit 5 (Momentanerhitzer) ist im Falle dieses
Ausführungsbeispiels ein injektorartiger Apparat von besonderer Ausführung. Er besitzt
keine einander folgende sich verengende (gerade) sondern sich erweiternde Abschnitte.
Der Schlamm strömt nicht mit einer gradlinigen Strömung, sondern nach dem Eintritt
mit einer 90-grad Richtungsabweichung. Der Dampf tritt nicht durch die in dem Strömungsraum
angeordnete Düse in den Schlamm (wie dies bei den bekannten Injektoren üblich ist),
sondern über die an den äusseren 90-grad Bogen angeschlossene, einen geringen Querschnitt
aufweisende Dampfleitung 20 (zweckmässig wird mehr als eine Leitung vorgesehen), deren
Einmündungsöffnung(en) in der äusseren Ebene der Apparatewand am 90-grad Bogen vorgesehen
ist. D.h. die Dampfleitungen 20 reichen nicht in die strömende Flüssigkeit hinein.
Die Abmessungen (Durchmesser, Rohrlänge) der Dampfleitungen 20 (Dampfeintrittsrohre)
sind so auszuwählen, dass nach Abstellen der Wärmebehandlung (siehe später) die in
den Dampfleitungen 20 unter Einwirkung des momentanen Vakuums zurückströmenden Schlammfeststoffteilchen
keine Verstopfung verursachen und so der Vorgang ohne eine eigens vorzunehmende Reinigung
erneut eingesetzt werden kann. Die Erhitzereinheit 5 ist weiterhin - um Ablagerungen
zu vermeiden - so ausgebildet, dass darin keine toten Räume und die Strömung hindernde
Teile vorzufinden sind.
[0028] Eine vorteilhafte Ausführungsform des in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten Expansionsventils
6 ist in einem grösseren Masstab in Fig. 3 zu sehen. Es handelt sich dabei um eine
die Strömung regelnde und den Druck mindernde Ausrüstung, in der kein Ventil sitzt
und kein Ventilteller vorzufinden ist, sodaß das Strömungsmedium ohne Richtungsablenkung
gradlinig weiterströmt, in der Armatur keine die Strömung störenden Elemente und tote
Räume vorzufinden sind. Wie dies aus den Fig. 1-3 gut zu ersehen ist, ist das Expansionsventil
6 zwischen die Leitungen 19 und und 22 eingebaut und (wie aus Fig. 3 ersichtlich)
besteht aus einem starren Rohrstück 38 sowie einem darin befestigten elastischen Rohrstück
39, mit dessen Hilfe die Strömung des Schlammes leicht und einfach geregelt werden
kann. Flansche des elastischen Rohrstückes 39 sind an den Enden zwischen Flanschen
des starren Rohrstückes und Flanschen der sich anschliessenden Leitungen 19 und 22
mit Hilfe von Schrauben 40 eingespannt. Die Pressluftleitung 21 mündet in den zwischen
dem starren Rohrstück 38 und dem elastischen Rohrstück 39 befindlichen Raum 41. In
der Fig.3 wurde mit einer unterbrochenen Linie und dem Verhältnis
dx<
d veranschaulicht, daß unter Einwirkung der durch die Pressluftleitung 21 zugeführten
Druckluft sich der innere Querschnitt (die lichte Weite) des elastischen Rohrstückes
39 vermindert und somit in dem aus der Richtung des Pfeiles
a eintretenden Medium infolge der Drosselung der Druck abfällt Die Richtung der Weiterströmung
des Mediums wird durch den Pfeil
b veranschaulicht. Zufolge der vorstehend beschriebenen Ausgestaltung (Konstruktion)
des Expansionsventils 6 können die im Schlamm befindlichen koagulierten Teilchen das
Ventil nicht verschiessen und der Druck kann einfach durch Aenderung des Pressluftdruckes
geregelt werden.
[0029] Der Druck der Pressluft muss den in der Warmhalteleitung 19 vorherrschenden überdruck
von 2-4 bar um etwa 0,2 - 0,3 bar überschreiten, d.h. dass im Ventil ein überdruck
von 2,2, bzw. 2,3-4,2 bzw. 4,3 bar vorrherrschen wird.
[0030] In der Leitung 19 (Fig. 1 und 2) dürfen keine Ablagerung herbeiführende tote Räume
vorkommen.
[0031] Der obere Teil des sich an das Expansionsventil 6 mit einer kurzen Leitung 22 anschliessenden
Trennbehälters 7 ist zylinderförmig, der untere Teil hingegen kegelig. Die zur Zuleitung
des vierphasigen Schlammes dienende Leitung 22 mündet im oberen Drittel des zylindrischen
Teiles tangential ein. Die Leitung 23 dient zur Ableitung des im Trennbehälter freiwerdenden
Dampfes, wogegen durch die Leitung 24 der dreiphasige Schlamm austritt. Die Abmessungen
des Trennbehälters 7 und der Anschlussleitungen sind so auszuwählen, dass im Verlaufe
des Betriebes kein Überdruck im Trennbehälter 7 entsteht.
[0032] Der Betrieb der Anlage gemäss Fig. 1-3 erfolgt in nachstehender Weise:
[0033] Durch die Leitung 15 wird die durch eine -nach dem Flotationsverfahren erfolgende-Behandlung
des (auf Schlachthöfen zentral gesammelten) Schlammes oder/und Abwassers erhaltene,
als auf der Oberfläche schwimmend erscheinende Schaumphase in den Behälter 1 geführt.
Die Schaumphase ist inhomogen, da ihre Zusammensetzung und so auch ihre kennzeichnenden
Parameter sich über die Zeit sowie auch von dem Anfallort des Industrieabwassers abhängig
wesentlich verändern. Da diese Inhomogenität die Denaturierung und Sterilisierung
ungünstig beeinflusst, muss der dreiphasige - Fett, Wasser sowie Feststoffe heterogener
Zusammensetzung enthaltende - Schlammschaum homogenisiert werden und zwar auf die
Weise, dass auch ein "Schaumbruch" eintritt, d.h. dass die Luft aus dem System ausströmt.
Mit dem "Bruch" des Schaumes wird dann ein Schlammkonsistenz aufweisender dreiphasiger
Stoff erhalten.
[0034] Die Homogenisierung wird so vorgenommen, dass man an der in Fig. 1 eingezeichneten
Verzweigungsstelle
E die mittels der Pumpe 2 in der Leitung 16 zum Strömen gebrachte Durchlassschlammmenge
aufteilt und zwar so, dass durch die Leitung 17 etwa 70-90 % des Schlammes in den
Behälter 1 zurückgeführt, umgewälzt und der kleinere Teil (30-10 %) durch die Leitung
18 in die Erhitzereinheit 5 geführt wird. Im Verlaufe der mit Rezirkulation erfolgenden
Homogenisierung tritt auch der "Bruch" der Schaumphase ein.
[0035] Der Schlamm muss, um die Möglichkeit seiner weiteren Behandlung zu sichern, erwärmt
werden, was mit dem in die Leitung 17 eingebauten Wärmetauscher 3 vorgenommen wird.
Mit der hier vorgenommenen Erwärmung wird der Schlamm im Behälter 1 und in den Leitungen
16 und 17 auf einer Temperatur von 30-60°C, vorteilhafterweise auf etwa 40°C gehalten.
[0036] Die Temperatur des in die Erhitzereinheit 5 weiter zu leitenden Schlammes wird mit
Hilfe des in die Leitung 18 eingebauten Wärmetauschers 4 auf 30-65°C, vorteilhafterweise
auf etwa 60°C erhöht bzw. die Temperatur des durch die Leitung 18 eintreffenden Schlammes
aufrecht erhalten. Im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels wird das aus dem
dreiphasigen Dekanteur 8 mit einer Temperatur von 70-90°C austretende Wasser mit Hilfe
der Pumpe 9 durch die Leitung 27 geleitet. Das austretende Warmwasser wird, z.B. vor
seinem Einlass in das Kanalisationsnetz, die Wärme nutzend abgekühlt.
[0037] Die den Schlamm bewegende Pumpe 2 ist eine nach dem Prinzip der Volumenverdrängung
arbeitende Konstruktion, z.B. eine Schraubenpumpe. Die Wärmetauscher 3 und 4 müssen
leicht zu reinigen sein. Zur Erfüllung dieser Bedingung sind die Plattenwärmeaustauscher
am besten geeignet.
[0038] Wichtige Baugruppen der Anlage sind auch in Fig. 2 zu sehen. In die als ein spezialer
Injektor ausgebildete Erhitzereinheit 5 tritt der Schlamm mit einer Temperatur von
30-65°C und unter einem überdruck von 2-4 bar ein, wo dann Abschnitt I der erfindungsgemässen
Wärmebehandlung, d.h. die "Momentanerhitzung" erfolgt. Der überdruck von 2-4 bar wird
mit Hilfe des Expansionsventils 6 eingestellt.
[0039] Der zur Wärmebehandlung eintreffende Schlamm ist dreiphasig. Seine Zusammensetzung
bzw. seine kennzeichnenden technischen Daten sind folgende: der Schlamm besteht aus
flüssigem Fett, gelöste Eiweissstoffe und gelöste organische Stoffe enthaltendem Warmwasser
sowie aus Feststoffen heterogener Zusammensetzung, deren Hauptkomponenten die eiweisshaltigen
schwebenden Feststoffe, die organischen schwebenden Feststoffe (z.B. Stroh) sowie
die anorganischen schwebenden Feststoffe sind. Die Mikrobenzusammensetzung des eine
Temperatur von 30-65°C aufweisenden Schlammes ist von gemischter Population (vegetative
Zellen, Sporen); die Grössenordnung der lebenden Mikrobenkonzentration zu Beginn beträgt

.
[0040] Die Wärmebehandlung des homogenisierten und angewärmten Schlammes ist darauf ausgerichtet,
dass einerseits die festen schwebenden Teile heterogener Zusammensetzung vollständig,
die im Wasser gelösten eiweisshaltigen Stoffe hingegen zumindest teilweise zu behandelbaren
körnigen Feststoffen koagulieren, andererseits durch die Sterilisation der gesamten
Masse des Durchlassschlammes die Zahl der Mikroben wesentlich zurückgeht und die vollständige
Vernichtung der anwesenden patogenen Mikroben erreicht wird.
[0041] Im Abschnitt I der Wärmebehandlung wird dem in der Erhitzereinheit 5 strömenden,
eine Temperatur von 30-65°C und einen Überdruck von 2-4 bar aufweisenden Schlamm gesättigter
Dampf durch die Dampfleitung 20 - die in der Nähe der Eintrittsöffnung der Erhitzereinheit
5 in diese mündet - mit einem Überdruck von ebenfalls 2-4 bar und einer Temperatur
von 130-151°C vorzugsweise von etwa 140°C zugeführt. Die Wärmezufuhr erfolgt demgemäss
nicht durch eine Wand, sondern im Material selbst durch Kondensation des Dampfes ("innere
Wärmezufuhr"). Infolge der teilweisen Kondensation des gesättigten Dampfes ("Momentanerhitzung"
bzw. "Momentanwärmezufuhr") steigt die Schlammtemperatur innerhalb von 1-2 Sekunden
auf 130-140°C. Die Strömungsgeschwindigkeit des Schlammes wird nämlich so eingestellt,
dass er 1-2 Sekunden in der Erhitzungseinheit 5 verweilt. Die Dampfzufuhr kann demgemäss
ununterbrochen erfolgen. Mit der Regelung der Schlammstromgeschwindigkeit kann erreicht
werden, dass die Temperaturerhöhung im Einheitsschlammvolumen auf 130-150°C innerhalb
von 1-2 Sekunden eintritt. Im Innenraum der Erhitzereinheit 5 wird der Überdruck von
2-4 bar mit Hilfe des Expansionsventils 6 aufrechterhalten. An dieser Stelle ist zu
bemerken, dass in der Erhitzereinheit 5 mehr Dampf zugeleitet wird, als zur Erhöhung
der Temperatur des Schlammes auf etwa 140°C erforderlich ist. Der nicht kondensierte
Zusatzdampf strömt in der Form von Dampfbläschen mit dem Schlamm weiter. Im Verlaufe
der vorstehend beschriebenen Wärmebehandlung erfolgt im Schlamm die Koagulation der
festen Phase.
[0042] In der Erhitzereinheit 5 entwickelt sich wegen der Anwesenheit der Dampfbläschen
folgender vierphasiger Schlamm: Wasser, Fett, körniges Gut heterogener Zusammensetzung
und Dampfbläschen.
[0043] Der Abschnitt II der Wärmebehandlung verläuft in der "Warmhalteleitung" 19 ab, wobei
sich der Schlamm dort unter einem Überdruck von 2-4 bar und bei einer Temperatur von
130-150°C über eine Zeitdauer von 60-300 Sekunden aufhält. Die Länge der Leitung 19
ist so auszuwählen, dass darin unter Berücksichtigung der Strömungsgeschwindigkeit
des Schlammes die genannte Aufenthaltsdauer von 60-300 Sekunden gesichert ist. Im
Ergebnis der Warmhaltung kommt die Koagulation zum Abschluss und auch die Sterilisation
des Schlammes wird vollendet.
[0044] Im Ergebnis der im Abschnitt I und II durchgeführten Wärmebehandlung kommt es zur
Koagulation eines Teiles der schwebenden Teilchen heterogener Zusammensetzung, sowie
der Eiweiss enthaltenden Stoffe, wodurch diese ausfilterbar werden. Im Schlamm hingegen
- da sich die Sterilisation auf die gesamte Masse des Schlammes ausweitet - kommt
es zu einer wesentlichen Verminderung der Mikrobenzahl (die letzte Lebendmikrobenkonzentration
des Schlammes geht auf den Wert

zurück wobei sämtliche patogenen Mikroben vollständig vernichtet werden). Die Dampfbläschen
sind auch weiterhin im Schlamm anwesend, sodass dieser vierphasig bleibt. Die Grösse
der im Schlamm befindlichen koagulierten Feststoffkörnchen kann - im extremen Falle
- auch dem Innendurchmesser der Warmhalteleitung 19 nahe kommen und die koagulierten
Körnchen behalten auch nach der Sterilisation ihre ursprüngliche Form.
[0045] Der Abschnitt III der Wärmebehandlung, die adiabatische Expansion, erfolgt in der
vom Expansionsventil 6 bis zum Trennbehalter 7 reichenden Leitung 22 und in dem Trennbehälter
7 selbst auf die Weise, dass bei Einströmen in den einen atmosphärischen Innendruck
aufweisenden Trennbehälter 7 der Druck des unter einem Überdruck von 2-4 bar liegenden
Schlammes auf einen überdruck von 0,01-0,02 bar und seine Temperatur auf etwa 93-103°C
im allgemeinen auf 100°C zurückgeht. Die Expansion verläuft momentartig, innerhalb
von 1-2 Sekunden. Der im Schlamm befindliche nicht kondensierte Dampf, sowie der unter
Einwirkung des Druckrückganges freigewordene sogenannte Nachdampf wird durch die aus
dem oberen Teil des Trennbehälters 7 ausgehende Leitung 23 in den Wärmetauscher 11
geführt, wo dann die durch den Ventilator 10 dem Trockner 12 zuzuführende Luft vorgewärmt
wird.
[0046] Die vorstehend beschriebenen drei Abschnitte I-III der Wärmebehandlung werden stets
in kontinuierlichem Betrieb vorgenommen.
[0047] Wie bereits erwähnt, geht unter Einwirkung der Wärmebehandlung die Bakterienzahl
in wesentlichem Masse zurück, die patogenen Bakterien werden vollständig vernichtet.
Es wurde durch Versuche und Prüfungen nachgewiesen, dass einzelne eiweisshaltige Stoffe
aufgeschlossen werden und im Ergebnis das Protein zugänglich wird, wodurch der verdaubare
Eiweissgehalt des nach der Wärmebehandlung erhaltenen Feststoffes zunimmt. Weiterhin
wurde auch festgestellt, dass die Momentanerhitzung und Sterilisation des Schlammes
das herausgewonnene industrielle Fett weder in physikalischem noch in chemischem Sinne
verändert hat, d.h. keine Gütebeeinträchtigung verursacht. Das gleiche kann auch über
die eine grundlegende Komponente des Fleischmehles, das Lisin gesagt werden. Dieses
wird im Verlaufe der Wärmebehandlung nicht inaktiv. Der Lisingehalt der Feststoffe
erfährt keine Beschädigung (die Wärmeempfindlichkeit des im Fleischmehl befindlichen
Lisins ist auch übrigens nicht bedutend).
[0048] Zur Fig. 1 zurückkommend: Aus dem Trennbehälter 7 wird über die Leitung 24 der eine
Mindesttemperatur von 90°C aufweisende Schlamm in den Dekanteur 8 - im Falle des vorliegenden
Ausführungsbeispiels in die selbstentleerende Dreiphasen-Schneckenzentrifuge - geleitet,
wo der Schlamm in mindestens 90°C warmes Wasser, warmes Fett sowie warmen feuchten
Feststoff getrennt wird. Wie bereits früher erwähnt, wird das warme Wasser durch die
Leitung 27 in den Wärmetauscher 4 geführt. Das warme Fett wird durch die Leitung 26
in den Separator 14a, der feuchte Feststoff hingegen über die Leitung 25 - zwecks
Trocknens und Granulierens - in den Trockner 12 geleitet.
[0049] Das im Separator 14 eintreffende warme Fett enthält 20 % Wasser und 1 % feste Schmutzstoffe.
Der Wert des gereinigten sogenannten industriellen Fettes wird im entscheidenden Masse
dadurch beeinflusst, wie weit nach der Behandlung das Entfernen der verunreinigenden
Stoffe vorgenommen werden kann. Nach unseren Untersuchungen kann in den mit zentrifugalen
Kraftfeldern arbeitenden Abscheidern (zweckmässig in selbstentleerenden Tellerseparatoren)
die Reinigung am effektivsten durchgeführt werden. Im Interesse der Erhöhung der Effektivität
der Reinigung wird die Abscheidung in zwei Stufen vorgenommen: das aus dem Separator
14a austretende zum grössten Teil bereits gereinigte Fett wird durch die Leitung 32
in den mit ersterem in Reihe geschalteten zweiten Separator 14b geleitet, von wo dann
über die Leitung 35 bereits das vollkommen gereinigte eine 30°C überschreitende Temperatur
aufweisende flüssige Fett entnommen werden kann, was dann als Industrie fett zur weiteren
Verwendung weiter versandt wird. Aus den Separatoren 14a und 14b mit einer Temperatur
von mindestens 30°C austretendes warmes Wasser strömt durch die Leitungen 33 bzw.
34 zum Beispiel in das Kanalisationsnetz. Der aus der Kammer der Separatoren zeitweilig
in geringen Mengen ausgestossene Schlamm gelangt durch die Leitungen 36, 37 in die
Leitung 31 und wird durch diese in den Behälter 1 zurückbefördert.
[0050] Die Zusammensetzung des aus dem Dekanteur 8 kommenden feuchten Feststoffes ist heterogen:
er enthält körnige, organische und anorganische sowie granulierte Feststoffkomponenten
auf Proteinbasis, etwa 60 % Wasser, weiterhin etwa 13 % Fett. Im Trockner 12 - der
wie bereits erwähnt ein in der HU-A 184 674 beschriebener sogenannter "Kontakt-Fluid"Trockner
ist - wird der Feuchtigkeitsgehalt des Feststoffes auf etwa 7 % herabgesetzt. Parallel
dazu kommt es zum Abschluss der Verkörnung des Feststoffes und einer weiteren Fortsetzung
der Entkeimung. Das aus dem Trockner 12 in die Sackfüllvorrichtung 13 gelangende körnige
Feststoffgut kann zufolge seines niedrigen Feuchtigkeits- und Fettgehaltes über eine
längere Zeitdauer, sogar über Jahre gelagert werden. Da sein wertvoller Proteingehalt
im Verlaufe der Behandlung keinen Schaden erleidet, kann es als Grundstoff für Fleischmehlfuttermittel
praktisch unbegrenzt nutzbar gemacht werden.
[0051] Im vorstehenden wurde das Verfahren von der Voraussetzung ausgehend beschrieben,
dass das in den Behälter 1 geführte und zu Verarbeitung gelangende Rohmaterial auf
der flotierten Abwasseroberfläche schwimmender Schaum ist. Selbstverständlich sind
aber die erfindungsgemässe Einrichtung und das zugehörige Verfahren nicht nur zur
Behandlung derartiger Stoffe, sondern auch zur Verarbeitung von ungeschäumten fetthaltigem
Abwasser geeignet. In den Behälter 1 kann das in den betrieblichen Fettfangschichten
angesammelte und das mittels Saugwagen eingesammelte fetthaltige Abwasser (Schlamm)
auch ohne Schäumen zugeführt werden, wobei jedoch die darin schwebenden groben mechanischen
Verunreinigungen zum Beispiel mittels eines Siebes vorhergehend ausgefiltert werden
müssen. Im Behälter 1 und durch die Leitungen 16, 17 wird der grössere Teil des Schlammes
jedoch in diesem Falle mittels der aus Fig. 1 ersichtlichen Pumpe 2 umgewälzt und
mit Hilfe des Wärmetauschers 3 auf der bereits genannten Temperatur von 30-60°C, vorteilhafterweise
von etwa 40°C gehalten Die Behandlung des Schlammes (des Abwassers) erfolgt hiernach
entsprechend der in Zusammenhang mit den Fig. 1-3 beschriebenen Behandlung.
[0052] Die Herausgewinnung des Fettes kann auch ohne Verwendung der im Zusammenhang mit
Fig. 1 beschriebenen Methoden und Apparate vorgenommen werden, d.h. dass nicht unbedingt
die beschriebenen selbstentleerenden Tellerseparatoren eingesetzt werden müssen. Man
kann auch so vorgehen, dass das aus dem in Fig. 1 dargestellten Dekanteur 8 austretende
warme - z.B. eine Temperatur von etwa 90°C aufweisende - flüssige und noch zu reinigende
Fett in mehreren Schritten in einem Apparat auf eine Temperatur von mindestens 10°C
(oder noch darunter) abgekühlt wird, wobei das erstarrte Fett sich an der Wand des
Apparates festsetzt, wogegen das darin befindliche Wasser mit den festen Schmutzkomponenten
zusammen aus dem System austritt. Hiernach werden das erstarrte und an die Apparatewand
angesetzte Fett auf eine Temperatur von mindestens 40°C erwärmt und das so erhaltene
reine Industriefett auf seinen Bestimmungsort weitertransportiert. Für die beschriebenen
kombinierten Erstarrungs- und Erwärmungsverfahren kommen verschiedene Apparate zum
Einsatz. So kann z.B. in einem die Form eines senkrechten Rohres aufweisenden Apparat
eine Fallfilm-Erstarrungs- und Erwärmung vorgenommen werden. Auch ein derartiges in
seiner Lage beliebiges Rohr kann verwendet werden, indem zur Förderung der Stoffe
und zur Bildung des Fettfilmes eine Förderschnecke eingebaut ist. Schliesslich kann
am zweckmässigsten die Lösung nach Fig. 4 angewandt werden, in der die bereits früher
beschriebenen Anlagenteile mit den bereits benutzten Bezugsnummern bezeichnet werden.
Die Kühl- und Heizapparate 40a und 40b sind Gegenstand der HU-A- 184 672, weshalb
hier auf eine ausführliche Beschreibung derselben verzichtet wird. Die Fig. 4 zeigt
unter Verwendung der beiden Kühl- und Heizgeräte 40a, 40b eine mit kontinuierlichem
Betrieb arbeitende Anlage. Wenn in dem Kühl- und Heizapparat 40a der Erstarrungs vorgangläuft
(hierbei wird kaltes Nasser in das Gerät gelassen), erfolgt im Kühl- und Heizapparat
40b die Erwärmung. Danach werden die beiden Zyklen gewechselt. Auf diese Weise kann
die Fettgewinnung kontinuierlich erfolgen. Besitzt die Anlage nur einen Kühl- und
Heizapparat so kann der Betrieb nur periodisch erfolgen, da der Arbeitsgang des Erstarrens
und Erwärmens in dem gleichen Apparat zyklisch abwechselnd erfolgt.
[0053] An die Kühl- und Heizapparate 40a, 40b der Anlage nach Fig. 4 ist übrigens je eine
von der Leitung 26 (siehe auch Fig. 1) abgezweigte Leitung 41, 42 angeschlossen. Das
zum Erstarren und das zum Schmelzen benutzte Wärme tragende Medium ist in einem doppelten
Mantel geleitetes kaltes bzw. warmes Wasser. Zur Zuleitung des ersteren dient die
Leitung 44, zur Zuleitung des letzteren, die Leitung 43. Aus den Kühl- und Heizapparaten
40a, 40b tritt das als Wärmeträgermedium funktionierende Warmwasser durch die Leitung
45, das Kaltwasser hingegen durch die Leitungen 46 aus. Aus dem erschmolzenen Fett
wird das darin befindliche Wasser abgeschieden und tritt durch die Leitung 47 aus,
wogegen das reine (industrielle Qualität aufweisende) Fett durch die Leitung 48 weggeleitet
wird.
[0054] Die Erfindung wird im weiteren anhand von Beispielen ausführlich beschrieben.
Beispiel 1
[0055] Der in einem Schlachthof zentral gesammelte Schlamm und der im Verlaufe der Abwasserbehandlung
entstandene Flotationsabwsseeschaum wird in einem einen schrägen Boden aufweisenden
10 m³-Speicherbehälter gesammelt. Die inhomogene Schlamm-Schaumphase wird mit der
durch eine das Fassungsvermögen des Behälters mindestens dreifach überschreitende
Förderleistung aufweisende Mischpumpe rezirkulatiert (Umwätälzung) und so homogenisiert.
Mit diesem Arbeitsgang wird zugleich auch die Schaumphase gebrochen.
[0056] Der homogenisierte fetthaltige Abwasserschlamm wird mittels einer Pumpe unter einem
überdruck von 2,5 bar und mit einer Zuführgeschwindigkeit von 800 l/h in die injektorartig
ausgebildete Erhitzereinheit gedrückt und hier unter kontinuierlicher Dampfzufuhr
auf eine Temperatur von 130°C aufgeheizt. Das aus der Erhitzereinheit austretende
mehrphasige Gut wird über eine Zeitdauer von 180 Sekunden unter diesem überdruck und
bei dieser Temperatur gehalten, wobei im wärmeisolierten (wärmehaltenden) Leitungsabschnitt
das Gut kontinuierlich bis zum Expansionsventil strömen gelassen wird. Im Ergebnis
dieser Wärmebehandlung kommt es einerseits zur Koagulation eines Teiles der schwebenden
Komponenten heterogener Zusammensetzung, sowie der proteinhaltigen Stoffe, die so
ausfilterbar werden, andererseits wird die ganze Masse des Schlammes sterilisiert,
sodaß die Zahl der Mikroben wesentlich zurückgeht und darin die patogenen Mikroben
vollständig vernichtet werden.
[0057] Der wärmebehandelte Sclamm gelangt durch das genannte mit einem äusseren überdruck
von 4 bar belastete Expansionsventil strömend in einen unter atmosphärischem Druck
stehenden, ein Fassungsvermögen von 200 Liter aufweisenden und einen Mischer enthaltenden
Trennbehälter. Hier erfolgt die adiabatische Expansion des Schlammes. Der im Verlaufe
dieser Expansion freiwerdende Dampf tritt aus dem Behälter durch dessen oberen Teil
aus. Der heisse, eine Temperatur von ca. 100°C aufweisende Schlamm wird in eine Schneckenzentrifuge
mit Selbstentleerung geleitet. Aus dem in einer Menge von ca. 1000 l/h eintreffenden
heissen Schlamm werden in einer Menge von 150-200 l/h fetthaltiges an der Oberfläche
schwimmendes Gut sowie in einer Menge von 30-50 kg/h feuchte Feststoffphase gewonnen.
Aus letzterer können in einer Trockenanlage Fleischmehl in einer Menge von 15-20 kg/h
hergestellt, aus der fetthaltigen auf der Oberfläche schwimmenden Phase hingegen mit
Hilfe von Separatoren in einem zweistufigen System Industriefett in einer Menge von
80-100 kg/h gewonnen werden.
Beispiel 2
[0058] Das in den betrieblichen Fettfängerschächten angesammelte fetthaltige Abwasser wird
mit Saugwagen gesammelt und das von den groben Verunreinigungen mittels einer vorhergehenden
Filterung befreite Gut in einen 10 m³ Speicherbehälter geleitet. Das durch die Zirkulation
(Umwälzung) mit Hilfe einer Abwasser-Misch- und Desintegratorpumpe homogenisierte
Gut - zu der Zeit bereits dünn flüssiger Schlamm - wird mit dem in Beispiel 1 beschriebenen
überdruck und der dort beschriebenen Zuführgeschwindigkeit in eine Momenterhitzereinheit
geführt, wo es dann durch die Einführung von gesättigtem Dampf in kontinuierlichem
Betrieb auf eine Temperatur von 130°C angeheizt wird. Das aus dem Momenterhitzer austretende
mehrphasige Gut wird über eine Zeitdauer von 180 Sekunden unter diesem Druck und auf
dieser Temperatur gehalten. Im Ergebnis der Wärmebehandlung wird auch in diesem Falle
ein Teil der schwebenden Komponenten ausfilterbar. Die eiweisshaltigen Stoffe koagulieren
und werden ebenfalls ausfilterbar. Die ganze Menge des Schlammes (Durchlassschlammes)
wird sterilisiert, wobei die Zahl der Mikroben zurückgeht und die patogenen Mikroben
vollständig zerstört werden.
[0059] Der wärmebehandelte und durch das Expansionsventil durchströmende Schlamm wird tangential
in einen Trennbehälter mit einem Fassungsvermögen von 30 Liter geleitet, wo der überdruck
von 2,5 bar - mit der adiabatischen Expansion - auf den atmosphärischen Druck zurückgeht
und die Temperatur hingegen ca. 100°C wird. Der freiwerdende Dampf tritt aus dem oberen
Teil des Behälters aus.
[0060] Der aus dem Trennbehälter austretende dreiphasige Schlamm, der aus Fett, Wasser und
körnigen Feststoffen besteht, wird mittels eines dreiphasigen Schneckendekanteurs
getrennt. Das von dem sich absetzenden Material freie Blut kann sofort kanalysiert
werden (ca. 600 l/h). Die feuchte Festphase (max. 50 kg/h) kann zwischen die sonstigen
Schlachthofabfälle gemischt werden. Die mengenmässig ca. 350 l/h ausmachende fetthaltige
Phase gelangt nach der zweistufigen mit Heisswasser in Separatoren erfolgenden Reinigung
und Verwaage (in einer Menge von 150-200 l/h) in Industriefett-Lagerbehälter.
[0061] Die mit der Erfindung verbundenen vorteilhaften Auswirkungen sind folgende:
Die Erfindung ermöglicht die Behandlung der Schlachthofabwässer und deren Aufarbeitung
zu industriellem Fett sowie zu Futterproteinen zur Fütterung von Tieren. Mit Hilfe
des Verfahrens und der zugehörigen Anlage wird demgemäss nicht nur das Schlachthofabwasser
als umweltverunreinigender Faktor unschädlich gemacht, sondern aus dem Abwasser werden
auch gut nutzbare wertvolle Stoffe herausgewonnen, wodurch der Arbeitsgang der Abwasserbehandlung
auf die Weise wirtschaftlich gemacht werden kann, dass dabei keine chemische Behandlung
erforderlich wird. Auch die mit der weiteren Behandlung der Schaumphase verbundenen
technischen und wirtschaftlichen Probleme können auf diese Weise gelöst werden.
1. Verfahren zur Gewinnung von Fett und/oder eiweißhaltigem breiigem Material aus fetthaltigem
und eiweißhaltigem flüssigem Stoff, insbesondere Schlachthofschlamm und/oder - Abwasser,
umfassend die Schritte:
- der flüssige Stoff wird homogenisiert und auf eine Temperatur von 30-60° erwärmt;
- der angewärmte flüssige Stoff strömt in eine Erhitzereinheit, wodurch direkte Einführung
von eine Temperatur von 130-151°C und einen Überdruck von 2-4 bar aufweisenden Dampf
der flüssige Stoff unter einen Überdruck von 2-4 gesetzt und innerhalb einer Zeitdauer
von 1-2 Sekunden auf eine Temperatur von 130-150° erhitzt wird, was im flüssigen Stoff
eine Körnchenbildung auslöst;
- der flüssige Stoff mit der erhöhten Temperatur wird - unter Aufrechterhaltung seines
Überdruckes und seiner Temperatur - über eine Zeitdauer von ca. 60-300 Sekunden weiter
strömen gelassen;
- hiernach wird der flüssige Stoff durch Verminderung seines Überdruckes auf etwa
0,01 - 0,02 bar während einer Zeitdauer von 1-2 Sekunden adiabatisch expandiert;
- der expandierte flüssige Stoff wird in Wasser, Wasser- und Feststoffverunreinigungen
enthaltendes Fett sowie in eiweißhaltige feuchte Festphase getrennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß aus dem Wasser und Feststoffverunreinigungen enthaltenden Fett mit einem oder
mehreren Trennarbeitsgängen industrielle Qualität aufweisendes Fett hergestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß aus dem feuchten Feststoff durch dessen Trocknen und Granulieren in Säcke abfüllbares
eiweißhaltiges Futtermittel hergestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zu behandelnde Ausgangsstoff aus durch Flotieren auf der Abwasseroberfläche
schwimmend erhaltenem Schaum gebildeter Schlamm ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schaum durch eine auch die Homogenisierung bewirkende Umwälzung zu Schlamm
umgewandelt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, die Mittel zum Umwälzen
und Aufwärmen des flüssigen Stoffes sowie eine Leitung (18) zur Weiterleitung des
erwärmten flüssigen Stoffes besitzt, die an eine druckfeste Erhitzereinheit (5) angeschlossen
ist, in die eine Dampfleitung (20) mündet, wobei aus der Erhitzereinheit (5) eine
Leitung (19) austritt, in die ein Expansionsventil (6) eingebaut ist, an das eine
in einen Trennbehälter (7) zum Abtrennen des Dampfes mündende Leitung (22) angeschlossen
ist und wobei die Anlage eine Apparatur zum Trennen des aus dem Trennbehälter (7)
austretenden flüssigen Stoffes in wässrige, Fett- und Festphase besitzt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen Behälter (1) zur Aufnahme und Homogenisierung des unbehandelten flüssigen
Stoffes besitzt, an den mindestens eine die Pumpe (2) und den Wärmetauscher (3) enthaltende
Rezirkulationsleitung (16, 17) angeschlossen ist, wobei die in die Erhitzereinheit
(5) mündende Leitung (18) von der Rezirkulationsleitung (17) ausgeht und ein Wärmetauscher
(4) an sie angeschlossen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhitzereinheit (5) ein, eine Richtungsablenkung sicherndes injektorartiges,
im Mittelteil durch bogenförmige Flächen begrenztes und in Richtung der Strömung sich
erweiterndes Bauteil ist, in das nahe seiner Eintrittsöffnung eine oder mehrere Dampfleitungen
(20) einmünden, wobei die Einmündung der letzteren in der Ebene der Wand der Erhitzereinheit
(5) liegt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6-8,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Expansionsventil (6) ein starres Rohrstück (38) und ein darin angeordnetes
elastisches Rohrstück (39) ist, und daß in den Raum (41) zwischen dem starren Rohrstück
(38) und dem elastischen Rohrstück (39) eine Preßluftleitung (21) mündet.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6-9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trennbehälter (7) oben mit einem zylindrischen und unten mit einem kegeligen
Teil ausgerüstet ist, wobei aus seinem oberen Teil die zur Weiterleitung des Dampfes
und aus seinem unteren Teil die zur Weiterleitung des flüssigen Stoffes dienenden
Leitungen (23, 24) ausgehen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Apparat zum Trennen des aus dem Trennbehälter (7) austretenden flüssigen Stoffes
in wässrige, Fett- und breiige Phase eine Schneckenzentrifuge mit Selbstentleerung
ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6-11,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie mindestens einen Separator ( 14a, 14b )zum Abscheiden des Wassers und der
Verunreinigungen aus der Wasser- und Feststoffverunreinigungen enthaltenden Fettphase
besitzt.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6-11,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie mindestens einen Apparat zum Erstarren oder Gefrieren des Fettes aus dem Wasser
und dem Verunreinigungen und Fett enthaltenden Gemisch und hiermit zur Abscheidung
von Wasser und den Verunreinigungen sowie zum Erschmelzen des erstarrten Fettes besitzt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6-13,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen zum Trocknen des körnigen eiweißhaltigen feuchten Feststoffes dienenden
Apparat besitzt.
1. Process for obtaining fat and/or protein-containing pulpy material from fat-containing
and protein-containing liquid material, in particular abattoir slurry and/or waste,
comprising the steps :
- the liquid material is homogenized and heated to a temperature of 30-60°;
- the heated liquid material flows into a heater unit where through direct introduction
of steam having a temperature of 130-151 °C and an excess pressure of 2-4 bars the
liquid material is subjected to an excess pressure of 2-4 bars and is heated to a
temperature of 130-150° within a period of 1-2 seconds, which initiates a formation
of granules in the liquid material;
- whilst maintaining its excess pressure and its temperature the liquid material at
the elevated temperature is allowed to flow further for a period of approx. 60-300
seconds;
- hereafter, the liquid material is adiabatically expanded for a period of 1-2 seconds
by reducing its excess pressure to approx. 0.01-0.02 bars;
- the expanded liquid material is separated into water, fat containing water and solid
impurities and into protein-containing moist solid phase.
2. Process according to Claim 1, characterized in that fat having industrial quality
is produced from the fat containing water and solid impurities with one or more separation
cycles.
3. Process according to Claim 1 or 2, characterized in that protein-containing feed which
can be bagged is produced from the moist solid by drying and granulating it.
4. Process according to one of Claims 1-3, characterized in that the starting material
to be treated is slurry formed from foam obtained floating on the waste surface by
flotation.
5. Process according to Claim 4, characterized in that the foam is converted to slurry
by means of a circulation which also brings about the homogenization.
6. Device for implementing the process according to Claim 1, which possesses means for
circulating and heating the liquid material and a line (18) for conveying the heated
liquid material further, which is connected to a pressure-resistant heater unit (5)
into which a steam line (20) opens, a line (19) leaving the heater unit (5) in which
line an expansion valve (6) is installed, to which a line (22) opening into a separating
container (7) to separate the steam is connected and the installation possessing an
apparatus for separating the liquid material leaving the separating container (7)
into aqueous, fat and solid phase.
7. Device according to Claim 6, characterized in that it possesses a container (1) for
receiving and homogenizing the untreated liquid material, to which at least one recirculation
line (16, 17) containing the pump (2) and the heat exchanger (3) is connected, the
line (18) opening into the heater unit (5) starting from the recirculation line (17)
and a heat exchanger (4) being connected to it.
8. Device according to Claim 6 or 7, characterized in that the heater unit (5) is an
injector-like component which ensures a deflection of direction, is limited in the
central section by arc-shaped surfaces and enlarges in the direction of the flow,
into which one or more steam lines (20) open adjacent to its inlet opening, the opening
of the latter lines lying in the plane of the wall of the heater unit (5).
9. Device according to one of Claims 6-8, characterized in that the expansion valve (6)
is a rigid pipe piece (38) and a flexible pipe piece (39) arranged therein, and that
a compressed air line (21) opens into the chamber (47) between the rigid pipe piece
(38) and the flexible pipe piece (39).
10. Device according to one of Claims 6-9, characterized in that the separating container
(7) is equipped with a cylindrical part at the top and a conical part at the bottom,
the lines (23, 24) serving to convey the steam and to convey the liquid material starting
from its top part and its bottom part respectively.
11. Device according to one of Claims 1-10, characterized in that the apparatus for separating
the liquid material leaving the separating container (7) into aqueous, fat and pulpy
phase is a worm centrifuge with self-discharge.
12. Device according to one of Claims 6-11, characterized in that it possesses at least
one separator (14a, 14b) for separating the water and the impurities from the fat
phase containing water and solid impurities.
13. Device according to one of Claims 6-11, characterized in that it possesses at least
one apparatus for solidifying or freezing the fat from the water and the mixture containing
fat and impurities and with this for separating water and the impurities as well as
for melting the solidified fat.
14. Device according to one of Claims 6-13, characterized in that it possesses an apparatus
serving to dry the granular protein-containing moist solid.
1. Procédé de récupération de matières pâteuses contenant des graisses et/ou des protéines
à partir d'un produit liquide graisseux, particulièrement à partir de boues et/ou
d'eaux usées d'abattoirs, comprenant les phases suivantes :
- la matière liquide est homogénéisée et portée à une température de 30 à 60°;
- la matière liquide réchauffée passe dans une unité de réchauffement où ladite matière
liquide est soumise à une surpression de 2 à 4 bars par introduction directe de vapeur
présentant une température de 130 à 151°C et une surpression de 2 à 4 bars et portée
en 1 à 2 secondes à une température de 130 à 150°C, ce qui déclenche une granulation
dans la matière liquide;
- la matière liquide à la température accrue continue de circuler pendant environ
60 à 300 secondes - avec conservation de sa surpression et de sa température;
- ensuite, la matière liquide est détendue de manière adiabatique par la réduction
de sa surpression à environ 0,01 à 0,02 bar pendant un intervalle de temps de 1 à
2 secondes;
- la matière liquide détendue dissociée en eau, graisse contenant des impuretés aqueuses
et solides ainsi qu'en une phase solide humide contenant des protéines.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une graisse de qualité industrielle
est réalisée en une ou plusieurs opérations de séparation à partir de la graisse contenant
de l'eau et des impuretés solides.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que des aliments
pour animaux contenant des protéines ensachables sont réalisés à partir de la matière
solide humide par séchage et granulation de celle-ci.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la matière de
départ à traiter est une mousse flottant à la surface des eaux usées et obtenue par
flottation.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la mousse est transformée
en boue par une circulation qui provoque également l'homogénéisation.
6. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1, qui comprend
des moyens pour la mise en circulation et le réchauffement de la matière liquide ainsi
qu'une conduite (18) pour l'acheminement de la matière liquide réchauffée raccordée
à une unité de réchauffement (5) résistant à la pression dans laquelle débouche une
conduite de vapeur (20), de l'unité de réchauffement (5) partant une conduite (19)
dans laquelle est intégrée une soupape de détente (6) à laquelle est raccordée une
conduite (22) qui débouche dans un réservoir séparateur (7) pour la séparation de
la vapeur, et l'installation comprenant un appareillage pour dissocier la matière
liquide sortant du réservoir séparateur (7) en une phase aqueuse, une phase graisseuse
et une phase solide.
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'il comprend un réservoir
(1) pour la réception et l'homogénéisation de la matière liquide non traitée, auquel
est raccordée au moins une conduite de recirculation (16, 17) équipée de la pompe
(2) et de l'échangeur de chaleur (3), la conduite (18) débouchant dans l'unité de
réchauffement (5) partant de la conduite de recirculation (17) et étant munie d'un
échangeur de chaleur (4).
8. Dispositif selon l'une des revendications 6 ou 7, caractérisé en ce que l'unité de
réchauffement (5) est un élément de type injecteur qui assure une déviation, dont
la partie médiane est délimitée par des surfaces arquées et qui s'élargit dans la
direction d'écoulement, et dans lequel débouchent, à proximité de son ouverture d'entrée,
une ou plusieurs conduites de vapeur (20), l'embouchure de ces dernières se situant
dans le plan de la paroi de l'unité de réchauffement (5).
9. Dispositif selon l'une des revendications 6 à 8, caractérisé en ce que la soupape
de détente (6) est un tronçon de tube rigide (38) dans lequel est inséré un tronçon
de tube élastique (39), et que dans l'espace (41) entre le tronçon de tube rigide
(38) et le tronçon de tube élastique (39) débouche une conduite d'air comprimé (21).
10. Dispositif selon l'une des revendications 6 à 9, caractérisé en ce que le réservoir
séparateur (7) comporte en haut une partie de forme cylindrique et en bas, une partie
de forme conique, les conduites (23, 24) partant de sa partie supérieure pour l'acheminement
de la vapeur, et de sa partie inférieure, pour l'acheminement de la matière liquide.
11. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que l'appareil
pour la dissociation de la matière liquide sortant du réservoir séparateur (7) en
une phase aqueuse, une phase graisseuse et une phase solide, est une centrifugeuse
à vis avec évacuation automatique.
12. Dispositif selon l'une des revendications 6 à 11, caractérisé en ce qu'il comprend
au moins un séparateur (14a, 14b) pour séparer l'eau et les impuretés de la phase
graisseuse contenant des impuretés aqueuses et solides.
13. Dispositif selon l'une des revendications 6 à 11, caractérisé en ce qu'il comprend
au moins un appareil pour la solidification ou la congélation de la graisse contenue
dans l'eau et dans le mélange chargé d'impuretés et de graisse, et donc pour l'élimination
de l'eau et des impuretés ainsi que pour la fusion de la graisse solidifiée.
14. Dispositif selon l'une des revendications 6 à 13, caractérisé en ce qu'il comprend
un appareil pour le séchage des matières solides humides granulées contenant des protéines.