[0001] Die Erfindung betrifft ein Rollbandmaß, wie Taschen-, Kapsel-, Rahmenbandmaß oder
dergleichen, dessen Meßband an seinem freien Ende mit einem etwa im rechten Winkel
zum Meßband abstehenden Anschlagteil versehen ist, der zum Anschlagen des Bandes an
der Kante oder dem Rand eines Meßobjektes bestimmt ist, wobei die dem Meßobjekt zugekehrte
Anschlagseite aufgerauht ist.
[0002] Derartige Anschläge bei Rollbandmaßen sind in der Regel als winkelförmige Haken ausgebildet,
die mit ihrem zum Meßband parallelen Befestigungsteil am Bandanfang in Bandlängsrichtung
verschiebbar befestigt sind und einen davon hakenförmig im rechten Winkel stehenden
Anschlagteil haben. Beim Messen kann der Anschlagteil entweder mit seiner vom Meßband
abgewandten Außenseite oder mit seiner dem Meßband zugewandten Innenseite an die Fläche
oder Kante eines Meßobjektes angeschlagen werden.
[0003] Soll beispielsweise das lichte Breitenmaß einer Fensteröffnung gemessen werden, wird
die Außenseite des Anschlaghakens an die Wand der Fensteröffnung angelegt.
[0004] Wird dagegen die Breite oder Länge einer Tischplatte gemessen, wird das Meßband mit
dem Anschlaghaken am Rand der Tischplatte eingehakt und über die Platte hinweg ausgezogen.
Dabei gleitet der Anschlag häufig von der Tischkante ab, auch wenn das Meßband aus
einem flexibel-stabilen Material wie Stahl besteht, und das Ansetzen des Anschlags
an der Meßkante muß mehrfach wiederholt werden.
[0005] Um dies zu verhindern, wird man bei kurzen Meßlängen, die im Bereich der Armlängen
liegen, mit einer Hand den Anschlaghaken festhalten und mit der anderen Hand das Meßband
ausrollen. Bei großeren Meßlängen muß jedoch entweder eine Hilfsperson mitwirken oder
der Anschlaghaken muß mit einem Hilfsmittel - Nadel, Klebeband, Magnet oder dergleichen
- fixiert werden.
[0006] Um einen besseren Halt zu erzielen, sind Anschlaghaken mit geriffelter Anschlagfläche
bekannt geworden, die sich in den Werkstoff des Meßobjektes einkrallen sollen. Diese
Riffelungen genügen erfahrungsgemäß nicht, um ein Abgleiten des Anschlags zu verhindern.
[0007] Aus der DE-U-19 45 354 ist ein Rollbandmaß mit einem klappbaren Anschlaghaken bekannt.
Dieser besitzt zwei mehrere Millimeter lange, spitze Zähne, die sich in das Meßobjekt
einkrallen sollen. Dadurch besteht eine Verletzungsgefahr. Ist das Material des Meßobjektes
hart, gleiten die Zähne ab, werden stumpf und/oder verbiegen sich. Ist das Material
des Meßobjektes weich, dringen die Zähne mehr oder weniger tief ein, der exakte Nullpunkt
der Meßskala geht verloren.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei einem Rollbandmaß den Anschlag
für das Meßband derart auszubilden, daß er bei hoher Verschleißfestigkeit und ohne
zusätzliche Hilfsmittel eine außerordentlich gute Haftung an der Meßkante ermöglicht,
sich sowohl bei Innenmessung als auch bei Außenmessung genau auf den Nullpunkt der
Meßskala des Meßbandes einstellt sowie Verletzungen des Benutzers und Beschädigungen
des Meßobjektes oder des Bandmaßbehältnisses vermeidet.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei dem Rollbandmaß der eingangs genannten Gattung
dadurch gelöst, daß Reibkörper in Form von feinen Kristallen aus mineralischen oder
synthetischen Stoffen auf die Anschlagseite aufgebracht sind, welche harte und scharfe
Kanten und/oder Spitzen haben und daß die Korngröße maximal 0,25 mm, vorzugsweise
ca. 0,12 mm beträgt.
[0010] Diese Reibkörper verleihen dem Anschlag eine hohe Reibhaftung an der Meßkante, wobei
jedoch Verletzungen und Beschädigungen ausgeschlossen sind, auch bei weichen Materialien.
Der exakte Nullpunkt der Meßskala bleibt erhalten, weil die Spitzen der Reibkörper
- wenn überhaupt - nur zu einem Bruchteil in das Meßobjekt eindringen.
[0011] Die feinen Reibkörper bestehen aus einem Stoff, der in der Mohr'schen Härteskala
mindestens den Härtegrad 4, vorzugsweise den Härtegrad 6 hat. Zweckmäßig bestehen
sie aus einem Stoff wie Silikat, Quarz, Feldspat, Saphir, Korund, Diamant und anderen
harten Stoffen. Dadurch ergibt sich eine hohe Verschleißfestigkeit, insbesondere Dauerverschleißfestigkeit.
[0012] Die Reibkörper können in einer dünnen, genau definierten Dicke aufgebracht werden,
zweckmäßig nur einlagig. Die Reibkörper können an den Anschlag angeklebt oder angesintert
oder in den Anschlag galvanisch eingebettet sein. Die Reibkörper können über die gesamte
Anschlagseite des abstehenden Anschlages oder nur auf einem Teilbereich dieser Anschlagseite,
zweckmäßig im Bereich des freien Endes der Anschlagseite, aufgebracht sein. Die Reibkörper
können zumindest teilweise im Abstand voneinander verteilt oder dicht an dicht in
einer geschlossenen Schicht angeordnet sein.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- den Bandanfang eines Rollbandmaßes mit Anschlaghaken in einer ersten Ausführungsform
in Pespektive,
- Fig. 2
- den Bandanfang eines Rollbandmaßes mit Anschlaghaken in einer zweiten Ausführungsform
in Perspektive und
- Fig. 3
- das Anschlagen eines Meßbandes mit Anschlaghaken an der abgerundeten Kante einer
zu messenden Platte in Seitenansicht.
[0014] Die Fig. 1 und 2 zeigen Meßbänder 1, z. B. eines Taschen-, Kapsel- oder Rahmenbandmaßes
10 , die an ihren Oberseiten mit Maßskalen 2 versehen sind. Am Bandanfang ist mittels
Nieten 3 ein Anschlaghaken 4 befestigt, der einen im rechten Winkel vom Meßband 1
abstehenden Anschlagteil 5 hat, mit dessen Innen- oder Außenseite das Meßband 1 an
ein Meßobjekt 11 angelegt werden kann. Soll zum Beispiel das Meßband 1 an die Kante
einer Platte 11 angelegt werden, kann der Anschlaghaken 4 mit seiner Innenfläche 6
an die Kante eingehängt werden (siehe Fig. 3). Das Meßband 1 besteht aus einem flexibel-stabilen
Material, meist Stahl. Kunststoffe oder Verbundmaterialien sind ebenfalls geeignet.
[0015] Um einen besseren Halt des Anschlaghakens 4 an der glatten und häufig abgerundeten
Kante des Meßobjektes 11 zu erzielen, ist die dem Meßobjekt 11 zugewandte innere Anschlagseite
6 des Anschlagteils 5 mit einer Beschichtung 7 aus feinen Reibkörpern versehen, die
aus mineralischen oder synthetischen Stoffen bestehen und auf der Anschlagseite 6
durch Kleben, Sintern oder galvanisches Einbetten haftfest befestigt sind. Bei der
Ausführungsform gemäß Fig.1 erstreckt sich diese Beschichtung 7 über die gesamte Anschlagseite
6; bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 erstreckt sie sich nur über einen Streifenförmigen
Teilbereich 8, der dem freien Ende des Anschlagteiles 5 benachbart ist.
[0016] In Fig. 3 ist ein mit der inneren Anschlagseite 6 eines Anschlaghakens 4 an die Kante
eines plattenförmigen Meßobjektes 11 angelegtes Meßband 1 gezeigt. Beim Ausziehen
des Meßbandes 1 aus dem Bandmaßgehäuse 10 liegt das Meßband 1 häufig nicht unmittelbar
auf der Meßebene 12 des Meßobjektes auf, sondern erstreckt sich in einem Winkel von
der Meßebene weg, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist. Der Winkel zwischen Meßband
1 und Meßebene 12 führt dazu, daß der Haken 4 von der Kante des Meßobjektes 11 abrutscht.
Dank der erfindungsgemäßen Beschichtung der inneren Anschlagseite 6 des Anschlaghakens
4 mit harten Reibkörpern sind Winkel zwischen Meßband 1 und Meßebene bis zu 25 Grad
möglich, ohne daß der Haken 4 von der Kante des Meßobjekts 11 abgleitet. Darüber hinaus
ist diese Beschichtung auf Dauer verschleißfest.
1. Rollbandmaß, wie Taschen-, Kapsel-, Rahmenbandmaß oder dergleichen, dessen Meßband
(1) an seinem freien Ende mit einem etwa im rechten Winkel zum Meßband (1) abstehenden
Anschlagteil (5) versehen ist, der zum Anschlagen des Bandes (1) an der Kante oder
dem Rand eines Meßobjektes (11) bestimmt ist, wobei die dem Meßobjekt (11) zugekehrte
Anschlagseite (6) aufgerauht ist, dadurch gekennzeichnet, daß Reibkörper in Form von
feinen Kristallen aus mineralischen oder synthetischen Stoffen auf die Anschlagseite
(6) aufgebracht sind, welche harte und scharfe Kanten und/oder Spitzen haben, und
daß die Korngröße maximal 0,25 mm, vorzugsweise ca. 0,12 mm, beträgt.
2. Rollbandmaß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper aus einem
Stoff bestehen, der in der Mohr'schen Härteskala mindestens den Härtegrad 4, vorzugsweise
den Härtegrad 6 hat.
3. Rollbandmaß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper aus
einem Stoff wie Glas, Silikat, Quarz, Feldspat, Saphir, Korund oder Diamant bestehen.
4. Rollbandmaß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper
im wesentlichen einlagig aufgebracht sind.
5. Rollbandmaß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper an den Anschlagteil
(5) angeklebt oder angesintert oder in diesem galvanisch eingebettet sind.
6. Rollbandmaß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper
nur auf einem Teilbereich (8) der Anschlagseite (6) aufgebracht sind.
7. Rollbandmaß nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper in einem streifenförmigen
Bereich (8) der Anschlagseite (6) aufgebracht sind, der sich am freien Ende des Anschlagteils
(5) befindet.
8. Rollbandmaß nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper
zumindest teilweise im Abstand voneinander verteilt angeordnet sind.
9. Rollbandmaß nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibkörper
in einer geschlossenen Schicht dicht gepackt angeordnet sind.
10. Rollbandmaß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beschichtete Seite (6)
des Anschlagteils (5) dem Meßband (1) zugewandt ist.