[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren (entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1) sowie einen Rostkühler (gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruches 5) zum Kühlen
von heißem Gut.
[0002] Beim Betrieb von Rostkühlern sind auf der Oberfläche des zu kühlenden Gutes vielfach
rote (d. h. noch heißglühende) Stellen oder Streifen zu beobachten, deren Ursache
in einer ungenügenden Kühlung dieser Bereiche der Kühlgutschicht liegt.
[0003] Wird das im vorgeschalteten Brennaggregat gebrannte Gut auf den Rostkühler abgeworfen,
so fallen vielfach die gröberen Stücke überwiegend auf die eine Seite des Rostes und
die feineren auf die andere Seite. Da die Luftdurchlässigkeit einer grobkörnigen Schüttung
größer als die einer feinkörnigen ist und sich der Kühlluftstrom den Weg des geringsten
Widerstandes durch die Schüttung sucht, wird im Rostkühler das feinere Gut vielfach
nur ungenügend gekühlt. Auf der anderen Seite wird eine längere Zeit benötigt, um
die groben Stücke bis zum Kern durchzukühlen.
[0004] Beim Betrieb eines Rostkühlers ist weiterhin zu beachten, daß nicht nur das zugeführte
heiße Gut ausreichend gekühlt werden soll, sondern daß es darüber hinaus darauf ankommt,
dem heißen Gut schnell möglichst viel Wärme zu entziehen, die über die dadurch aufgeheizte
Kühlluft dem vorgeschalteten Brennaggregat wieder zugeführt wird. Die Güte eines Kühlers
wird daher in erster Linie an seinem Rekuperationsgrad gemessen, der ein Maß für diesen
Wärmerückgewinn darstellt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren (ensprechend dem Oberbegriff
des Anspruches 1) sowie einen Rostkühler (gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruches
5) so auszubilden, daß ein im Vergleich zum Stand der Technik wesentlich verbesserter
Rekuperationsgrad erreicht und damit auch die Kühlgutaustrittstemperatur weiter abgesenkt
wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche
1 und 5 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Schichtbereiche der Kühlgutschicht, die
eine höhere Temperatur als die umgebenden Schichtzonen aufweisen, durch impulsweise
zugeführte Kühlluftstöße zusätzlich gekühlt und umgeschichtet. Diese impulsweise zugeführten
Kühlluftstöße überlagern sich somit dem üblichen Kühlluftstrom, der die Schicht quer
zu ihrer Bewegungsrichtung ständig durchsetzt.
[0008] Durch die impulsweise zugeführten Kühlluftstöße erfolgt somit zum einen eine zusätzliche
Kühlung besonders heißer Bereiche der Kühlgutschicht und damit eine sehr erwünschte
Vergleichmäßigung des Temperaturprofiles quer zur Bewegungsrichtung der Schicht. Zum
andern wird durch diese impulsweise zugeführten Kühlluftstöße auch eine stark mechanische
Bewegung der hiervon berührten Schichtbereiche und ein Umschichten der in diesen Bereichen
befindlichen Gutpartikel erreicht. Auf diese Weise wird auch grobes und feines Gut,
das bei der Aufgabe auf die Kühlfläche mehr oder weniger separiert wurde, wieder miteinander
vermischt, so daß die Luftdurchlässigkeit der Schicht vergleichmäßigt wird und der
die Schicht ständig durchsetzende Kühlluftstrom in weitgehend gleichmäßiger Verteilung
die ganze Schicht durchströmt.
[0009] Diese und weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung
eines in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispieles hervor. Es zeigen
- Fig.1
- eine Perspektivansicht eines Teiles eines erfindungsgemäßen Rostkühlers,
- Fig.2 und 3
- Schnitte (längs der Linien II.2 bzw. III.3) durch den Rostkühler
- Fig.2a und 3a
- zu den Schnittdarstellungen gemäß Fig.2 und 3 gehörige Temperaturprofile
Von dem in den Fig.1 bis 3 in einem Teilausschnitt veranschaulichten Rostkühler sind
ein Teil des Kühlergehäuses 1, einige Rostplatten 2 und der Rostplattenträger 3 dargestellt.
Die Rostplatten 2 sind in Form eines Stufenrostes angeordnet, wobei sich jeweils eine
in Längsrichtung des Pfeiles 4 bewegliche Rostplatte 2' zwischen zwei feststehenden
Rostplatten 2 befindet.
[0010] Der Rostplattenträger 3 enthält für die einzelnen Rostplatten 2, 2' einen kastenförmigen
Kühlluft-Zuführraum 5, der an der Unterseite eine düsenförmig ausgebildete Einströmöffnung
5a aufweist.
[0011] Die über einen Ventilator 6 durch einen Stutzen 7 in den Luftkammer 8 unterhalb des
Rostplattenträgers 3 eingeführte Kühlluft (Pfeil 9) strömt einerseits (Pfeile 10)
durch die Einströmöffnungen 5a, die Kühlluft-Zuführräume 5 und die Rostplatten 2,
2' und andererseits (Pfeile 11) zwischen benachbarten Kühlluft-Zuführräumen 5 und
damit auch zwischen benachbarten Rostplatten 2, 2' in die Kühlgutschicht 12, die sie
quer zu ihrer Bewegungsrichtung (Pfeil 13) von unten nach oben ständig durchsetzt.
[0012] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind unterhalb der den einzelnen Rostplatten
2, 2' zugeordneten Kühlluft-Zuführräume Düsen 14 angeordnet, die axial (Achse 15)
auf die Einströmöffnung 5a der zugehörigen Kühlluft-Zuführräume 5 ausgerichtet sind.
Diese Düsen 14 sind über Leitungen 16 mit darin angeordneten Magnetventilen 17 mit
einem Windkessel 18 verbunden, der an einen Drucklufterzeuger 19 angeschlossen ist.
[0013] Die Luftkammer 8 ist nach unten durch einen Boden 20 abgeschlossen, der mit einer
Austragsöffnung 21 für durch den Rost hindurchfallendes Kühlgut versehen ist.
[0014] Oberhalb des von den Rostplatten 2, 2' gebildeten Rostes befindet sich eine nur schematisch
angedeutete Einrichtung 22, mit der sich die an den einzelnen Bereichen der Oberfläche
der Kühlgutschicht 12 herrschende Temperatur messen bzw. abtasten läßt. Die Einrichtung
22 ist an eine Rechen- und Steuereinheit 23 angeschlossen, von der die Magnetventile
17 einzeln gesteuert werden können.
[0015] Die Funktion des Rostkühlers nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist wie folgt:
Die Einrichtung 22 tastet die Oberfläche der Kühlgutschicht 12 rastermäßig ab. Als
Rastermaß kann beispielsweise die Größe einer Rostplatte 2, 2' dienen.
[0016] Es werden zunächst alle Temperaturen einer Rostplattenreihe (quer zur Förderrichtung
- Pfeil 13 -) gemessen und registriert. Dann wird diejenige Rostplatte in dieser Reihe
ermittelt, die die höchste Temperatur aufweist, die somit eine höhere Temerpatur als
die umgebenden Schichtzonen besitzt. Da der Grund für die höhere Temperatur in einer
schlechteren Durchlüftung dieses Schichtbereiches zu suchen ist, erfolgt erfindungsgemäß
hier eine zusätzliche Kühlung und Umschichtung. Zu diesem Zweck wird das Magnetventil
17 geöffnet, das der unter der betrachteten Rostplatte befindlichen Düse 14 zugeordnet
ist. Der genannte heiße Bereich der Kühlgutschicht wird infolgedessen mittels eines
impulsweise zugeführten Kühlluftstoßes zusätzlich gekühlt und umgeschichtet.
[0017] Das schlagartig öffnende Magnetventil 17 läßt hierbei aus dem Windkessel 18 und aus
der Luftkammer 8 einen Kühlluftstoß durch die Öffnungen in der betreffenden Rostplatte
2, 2' in die Schüttung eintreten, der eine sofortige Materialumschichtung an dieser
heißen Zone bewirkt, wobei der mechanische Impuls noch durch die Volumenzunahme der
Luftmasse unterstützt wird, die sich durch die spontane Erwärmung des impulsweise
zugeführten Kühlluftstromes ergibt.
[0018] Der beschriebene Vorgang wiederholt sich dann in der folgenden Rostplattenreihe.
[0019] Üblicherweise enthält ein Rostkühler eine Rekuperationszone (aus der die Kühlluft
nach Durchsetzen der Kühlgutschicht einem dem Rostkühler vorgeschalteten Brennaggregat
zugeführt wird) und eine Nachkühlzone (aus der die Kühlluft nach Durchsetzen der Kühlgutschicht
einem weiteren Wärmeverbraucher, etwa einer Mahlanlage oder einem Trockner, zugeführt
wird). Zweckmäßig sind die zur impulsweisen Zuführung von Kühlluftstößen dienenden
Düsen 14 in der gesamten Rekuperationszone vorgesehen (die beispielsweise etwa ein
Drittel der gesamten Rostfläche umfaßt).
[0020] Als Treibluft für die Düsen wird nur eine geringe Luftmenge benötigt, da der durch
die Düsen 14 austretende Treibluftstrahl aus der (unter Überdruck stehenden) Luftkammer
8 weitere Kühlluft mitreißt, was in den Fig.2 und 3 durch die Pfeile 24 angedeutet
ist.
[0021] Die Gesamtenergiebilanz des Rostkühlers wird durch die erfindungsgemäß erzielte Verbesserung
des Rekuperationsgrades sehr günstig.
[0022] Die Fig.2a und 3a veranschaulichen ein typisches Temperaturprofil der in den Fig
.2 und 3 veranschaulichten Schnitte. Im Längsschnitt (Fig.2, 2a), d. h. in Förderrichtung
des Rostes (Pfeil 13), zeigt sich vielfach eine Materialanhäufung in der Zone, in
der das auf den Rostkühler aufgegebene Gut auf die Schüttung auftrifft. Hier stellt
sich infolgedessen eine hohe Temperatur (max δ) ein, so daß bevorzugt die Schichtoberfläche
in diesem (quer zur Förderrichtung verlaufenden) Streifen abgetastet wird. Fig.3a
läßt erkennen, daß sich in diesem Streifen hoher Temperatur - quer zur Förderrichtung
betrachtet - erneut ein Maximum (max δ) ergibt, das dann in der bereits erläuterten
Weise zur Zuführung eines zusätzlichen Kühlluftstoßes benutzt wird, um diesen besonders
kritischen Bereich verstärkt zu kühlen und umzuschichten.
[0023] Für Anwendungsfälle mit einem über längere Zeiträume annähernd gleichbleibenden örtlichen
Temperaturprofil der bewegten Schicht ist es erfindungsgemäß möglich, die örtliche
Verteilung der impulsweise zugeführten Kühlluftstöße in Abhängigkeit von dem örtlichen
Temperaturprofil der bewegten Schicht zu wählen und so lange beizubehalten, bis sich
das Temperaturprofil der bewegten Schicht um einen vorgegebenen Wert geändert hat.
[0024] So wird eine Drehrohrofenanlage in vielen Fällen immer mit der gleichen Durchsatzleistung
und der gleichen Ofendrehzahl betrieben, so daß sich die Kornverteilung im Rostkühler
ebenfalls nicht wesentlich ändert. In einem solchen Fall ist es denkbar, in einstellbaren
Taktzeiten gezielt einzelne oder mehrere Rostplatten gleichzeitig oder nacheinander
mit einem Kühlluftstoß zu beaufschlagen, um eine gleichmäßige Durchlüftung der Schüttung
zu erreichen.
[0025] Die Taktsteuerung läßt sich unabhängig vom Einbauort der Rostplatten beliebig programmieren.
Die Energiebilanz wird auch hier durch die Verbesserung des Rekuperationsgrades günstig.
[0026] Schließlich besteht auch die Möglichkeit, nach optischer Beobachtung eine gezielte,
punktuelle Stoßbelüftung von Hand auszulösen.
1. Verfahren zum Kühlen einer bewegten Schicht von heißem Gut mittels eines die Schicht
quer zu ihrer Bewegungsrichtung ständig durchsetzenden Kühlluftstromes, dadurch gekennzeichnet,
daß Schichtbereiche, die eine höhere Temperatur als die umgebenden Schichtzonen aufweisen,
durch impulsweise zugeführte Kühlluftstöße zusätzlich gekühlt und umgeschichtet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Schichtoberfläche
abgetastet wird und Ort und Zeit der Zuführung der Kühlluftstöße in Abhängigkeit von
den durch die Abtastung gewonnenen Temperaturmeßwerten gesteuert werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der
Schichtoberfläche nacheinander jeweils in einem quer zur Bewegungsrichtung der Schicht
verlaufenden Streifen abgetastet und wenigstens der in dem abgetasteten Streifen befindliche
Schichtbereich höchster Temperatur durch einen Kühlluftstoß zusätzlich gekühlt und
umgeschichtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 für Anwendungsfälle mit einem über längere Zeiträume annähernd
gleichbleibenden örtlichen Temperaturprofil der bewegten Schicht, dadurch gekennzeichnet,
daß die örtliche Verteilung der impulsweise zugeführten Kühlluftstöße in Abhängigkeit
von dem örtlichen Temperaturprofil der bewegten Schicht gewählt und so lange beibehalten
wird, bis sich das Temperaturprofil der bewegten Schicht um einen vorgegebenen Wert
geändert hat.
5. Rostkühler zum Kühlen von heißem Gut mittels eines die Rostfläche und die darauf liegende
Kühlgutschicht von unten nach oben ständig durchsetzenden Kühlluftstromes, enthaltend
a) eine Rekuperationszone, aus der die Kühlluft nach Durchsetzen der Kühlgutschicht
einem dem Rostkühler vorgeschalteten Brennaggregat zugeführt wird,
b) sowie eine Nachkühlzone, aus der die Kühlluft nach Durchsetzen der Kühlgutschicht
einem weiteren Wärmeverbraucher zugeführt wird,
gekennzeichnet durch
c) Einrichtungen zur impulsweisen Zuführung von Kühlluftstößen zu in der Rekuperationszone
befindlichen Schichtbereichen, die eine höhere Temperatur als die umgebenden Schichtzonen
aufweisen.
6. Rostkühler nach Anspruch 5, bei dem die Rostfläche aus einzelnen Rostplatten (2, 2')
besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen zur impulsweisen Zuführung
von Kühlluftstößen durch über Magnetventile (17) einzeln ansteuerbare, den Rostplatten
(2, 2') der Rekuperationszone zugeordnete Düsen (14) gebildet werden.
7. Rostkühler nach Anspruch 6, bei dem der die Rostplatten (2, 2') abstützende Rostplattenträger
(3) für die einzelnen Rostplatten (2, 2') jeweils einen kastenförmigen Kühlluft-Zuführraum
(5) mit einer an der Unterseite vorgesehenen, düsenförmig ausgebildeten Einströmöffnung
(5a) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die für die Zuführung der Kühlluftstöße
bestimmten Düsen (14) annähernd axial auf die Einströmöffnung (5a) der zugehörigen
Kühlluft-Zuführräume (5) ausgerichtet sind.