[0001] Die Erfindung betrifft einen auch als Spreader bezeichneten Tragrahmen für Container,
wobei an jeder der vier Ecken des Tragrahmens ein Drehzapfen angeordnet ist, der zwei
radiale, in einen Eckbeschlag des Containers einstellbare Vorsprünge aufweist, die
nach einer Verdrehung des Drehzapfens um 90° unter die Kante des Eckbeschlages greifen,
so daß der Container mittels des an einem Kran o. dgl. angebrachten Tragrahmens transportiert
werden kann.
[0002] Das Umschlagen solcher Großcontainer bereitet dadurch Schwierigkeiten, daß zwei Containertypen
Verwendung finden, die einen unterschiedlichen Abstand zwischen den Eckbeschlägen
über die Breite des Containers haben. Während dieser Abstand bei den ISO-genormten
Containern 2,260 m beträgt, beträgt er bei den sogenannten Sealand-Containern 2,285
m. Ähnliche Schwierigkeiten treten auf, wenn die Eckbeschläge oder die Rahmen beschädigt
sind. Um für das Umschlagen nicht zwei verschiedene Tragrahmentypen bereithalten
zu müssen, sind Tragrahmen bekannt geworden, die für beide Containertypen verwendbar
sein sollen. Aus der DE-PS 22 15 690 ist eine Ausführung bekannt, bei der ein gemittelter
Abstand von 2,275 m vorgesehen ist und die Drehzapfen mit einem Führungselement versehen
sind, welches das Einführen der Drehzapfen in die Öffnung der Eckbeschläge verschiedener
Containertypen erleichtern soll, oder auch wenn diese beschädigt sind. Bei dem in
der DE-OS 29 40 116 beschriebenen Tragrahmen sind die Drehzapfen an ihrem oberen
Ende mittels kugelförmiger Lagerteile pendelartig am Tragrahmen gelagert, wobei der
Drehzapfen in seinem Lager geringfügig vertikal beweglich ist. Ein solches Pendellager
wird aber sowohl durch die Tragkräfte wie auch durch die im rauhen Umschlagbetrieb
beim Aufsetzen vorkommenden Stöße so stark beansprucht, daß es nach kurzer Betriebsdauer
zerstört und funktionsunfähig ist. Die bekannte pendelartige Lagerung hat außerdem
den Nachteil, daß die Drehzapfen nach dem Absetzen eines Containers in einer entsprechenden
Schräglage verbleiben können, so daß die Aufnahme eines anderen Containertyps ohne
deren Verstellung von Hand gar nicht möglich ist. Um die beim rauhen Umschlagbetrieb
auftretenden Stoßbelastungen zu dämpfen, ist in der DE-PS 22 27 823 vorgeschlagen
worden, den Drehzapfen in einem Lagerkörper anzuordnen, der in einem Gehäuse axial
verschiebbar ist und auf den Drehzapfen oder den Lagerkörper einwirkende Stoßkräfte
auf einen elastischen Gummiblock überträgt, in dem die kinetische Energie weitgehend
aufgezehrt werden soll. Diese Ausführung kann freilich nicht für unterschiedliche
Containertypen verwendet werden.
[0003] Zur Ausbildung eines Tragrahmens für Container, der sowohl bei ständiger Funktionsbereitschaft
für verschiedene Containertypen brauchbar ist wie auch auftretende Stoßbelastungen
zu dämpfen vermag, sieht die Erfindung die im Anspruch 1 aufgezählten Merkmale vor.
[0004] Die erfindungsgemäße Ausbildung des pendelartigen Lagers für den Drehzapfen ermöglicht
eine Dämpfung der im Umschlagbetrieb auf den Drehzapfen oder auf dessen Führungselement
einwirkenden Stöße, ohne daß diese das die Traglasten aufnehmende kalottenförmige
Lager beaufschlagen. Das Lager wird daher bei Stoßbeanspruchung sehr geschont. Bei
einer Lastaufnahme hingegen, in der die Kraftrichtung umgekehrt ist, bleibt das Federelement
unbeaufschlagt. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, daß das Federelement
den Drehzapfen in dessen abgehobener, d.h. unbelasteter Lage in die Mittellage automatisch
zurückstellt, so daß der Tragrahmen sofort für den Gebrauch bei den Containertypen
mit unterschiedlichen Abständen der Eckbeschläge in Querrichtung geeignet ist. Da
ein Rückstellen von Hand entfällt, kann der Tragrahmen ohne Unterbrechung häufiger
zum Einsatz gelangen.
[0005] Wenngleich ein oder mehrere Federelemente an verschiedenen Stellen zwischen dem Drehzapfen
und dem Tragrahmen bzw. einem den Drehzapfen aufnehmendem Gehäuse angeordnet sein
können, wird bei einer bevorzugten Ausführung das Kopfende des Drehzapfens im Bereich
des Mittelpunkts der kalottenförmigem Lagerflächen von einem am Tragrahmen angebrachten
elastischen Gummiblock eingefaßt. Durch diese Ausbildung werden einerseits die axial
wirksamen Stöße gedämpft, andererseits werden aber beim Schrägstellen des Drehzapfens,
wenn dieser in einen Eckbeschlag eingeführt und dabei je nach Containertyp aus der
Mittellage in die eine oder die andere "Pendelstellung" gebracht wird, im Gummiblock
Rückstellkräfte aufgebaut, welche nach einer Freigabe des Drehzapfens dessen Rückstellung
in die Mittellage bewirken.
[0006] Zweckmäßig ist dem Drehzapfen ein an sich bekanntes Führungselement zugeordnet,
welches auch in der Schräglage eine genaue Halterung in der Öffnung eines Eckbeschlages
sicherstellt. Hierfür ist das Führungselement mit zwei nach unten weisenden Fingern
versehen, unter welche die radialen Vorsprünge des Drehzapfens in der einen Drehlage
liegen, wobei das Führungselement einen im Querschnitt quadratischen Kragen besitzt,
der in einem rechtwinkligen Ausschnitt einer Schieberplatte verschiebbar ist, die
in dem kastenförmigen Gehäuse des Tragrahmens rechtwinklig zur Längsachse des Ausschnitts
verschiebbar geführt ist. Durch diese Ausbildung wird der untere Teil des Drehzapfens
bei jeder Pendelbewegung geführt. In vorteilhafter Weise kann auch das Führungselement
mit einem an sich bekannten Riegelbolzen ausgestattet sein, der durch eine achsparallele
Bohrung ragt und bei einer Auflage auf einem Eckbeschlag hochgeschoben wird und eine
am Drehzapfen angebrachte Riegelplatte gegen Verdrehung verriegelt. Da die Riegeleinrichtung
Bestandteil des Drehzapfens ist und dessen Pendelbewegungen mitmacht, wird die Sicherheitsfunktion
erhöht.
[0007] Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt; es
zeigt:
Fig. 1 den in einer Ecke eines Tragrahmens für Container angeordneten Drehzapfen mit
den zugeordneten Bauteilen in einem lotrechten Schnitt,
Fig. 2 den Gegenstand der Fig. 1 in einem Schnitt nach Linie B-B und
Fig. 3 den Gegenstand der Fig. 1 in einem Schnitt nach Linie A-A.
[0008] Die in Fig. 1 dargestellte Ecke eines kastenförmigen Tragrahmens bildet ein nach
unten offenes Gehäuse 2, in dem ein Drehzapfen 3 angeordnet ist. Am unteren Ende des
Drehzapfens 3 sind zwei radial entgegengesetzt gerichtete Vorsprünge 4 vorgesehen,
mit denen der Drehzapfen 3 von oben her in die schlitzartige Öffnung eines in der
Zeichnung nicht dargestellten Eckbeschlages eines Containers einsteckbar ist. Nach
einer Verdrehung des Drehzapfens 3 um 90° greifen die Vorsprünge 4 unter die seitlichen
Kanten des Eckbeschlages, so daß der Tragrahmen 1 mit dem Container formschlüssig
verbunden ist und dieser Verbund mittels eines Krans o. dgl. angehoben und umgeschlagen
werden kann. Hierfür ist der Tragrahmen 1 an jeder der vier Ecken mit einem solchen
Drehzapfen 3 ausgerüstet, wobei diese vier Drehzapfen 3 mittels üblicher Steuerorgane
gleichzeitig und gleichförmig betätigt werden.
[0009] Die von der Last auf den Drehzapfen 3 einwirkende lotrechte Kraft wird über ein Axialdrucklager
auf den Tragrahmen 1 übertragen. Das Axialdrucklager ist so ausgebildet, daß der Drehzapfen
3 pendelartig und axial nach oben verschiebbar am Tragrahmen 1 lagert. Hierfür ist
am Drehzapfen 3 ein Lagerring 5 befestigt, der mit einer unteren kalottenförmig ausgebildeten
Lagerfläche 7 auf einer ebenso kalottenförmig gestalteten Lagerfläche 7 eines am Tragrahmen
1 befestigten Lagerrings 6 aufliegt. Dieses Lager erlaubt eine pendelartige Verstellung
des Drehzapfens um den von den kalottenförmigen Lagerflächen 7 bestimmten Kugelmittelpunkt,
der sich beim Ausführungsbeispiel mittig in dem Kopfende 10 des Drehzapfens 3 befindet.
Wie Fig. 1 zeigt, ist die Bohrung des Lagerringes 6, durch welche der Drehzapfen 3
führt, für eine Pendelbewegung ausreichend groß. Die axiale Verschiebbarkeit des
Drehzapfens 3 wird dadurch geschaffen, daß diese von dem am Tragrahmen 1 angebrachten
Lagerring 6 abhebbar ist. Zur Verdrehung des Drehzapfens 3 um 90° ist an dessen Lagerring
5 ein Dreharm 8 angeformt, an den eine Steuerstange 9 angelenkt ist.
[0010] Der Drehzapfen 3 ist weiterhin an seinem Kopfende 10 über ein Federelement 11 mit
dem Tragrahmen 1 verbunden. Das Federelement 11 ist so ausgebildet, daß es auf den
Drehzapfen 3 einwirkende axiale Stöße dämpft und den Drehzapfen 3 in eine lotrechte
Mittellage zurückstellt. Beim Ausführungsbeispiel besteht das Federelement 11 aus
einem elastischen Gummiblock 13, der aber auch ein elastischer Kunststoffblock oder
eine Kegelfeder sein kann. Der Gummiblock 13 ist ringförmig ausgebildet und umfaßt
eine Buchse 12, in welche das Kopfende 10 des Druckzapfens hineinragt. Außerdem ist
zwischen dem oberen Ende der Buchse 12 und der Wand des Tragrahmens 1, gegen welche
der Gummiblock 13 anliegt, ein Hohlraum 14, der eine Axialverschiebung des Drehzapfens
3 nach oben zuläßt. Stöße, die beim harten Absetzen des Tragrahmens 1 auf die Drehzapfen
3 einwirken, werden durch den Gummiblock 13 gedämpft. Der Gummiblock 13 bewirkt weiterhin,
daß ein aus der lotrechten Mittellage pendelartig verdrehter Drehzapfen 3 im unbelasteten
Zustand wieder in die lotrechte Mittellage zurückgestellt wird, wobei die Rückstellkräfte
radial auf das Kopfende 10 einwirken.
[0011] Dem Drehzapfen 3 ist weiterhin ein Führungselement 15 zugeordnet, welches für ein
genaues Einführen und Herausziehen und eine schonende Halterung des Drehzapfens 3
in den bzw. aus dem Eckbeschlag eines Containers Sorge trägt. Das Führungselement
15 besitzt zwei gabelförmige nach unten gerichtete Finger 16, unter denen die radialen
Vorsprünge 4 in der einen Drehlage liegen, in der der Drehzapfen 3 in den Eckbeschlag
eingeführt oder herausgezogen werden soll. Das Führungselement 15 ist mit einem Kragen
17 versehen, der im Grundriß rechteckige Außenkonturen aufweist (vgl. Fig. 2). Der
Kragen 17 ist in einem rechtwinkligen Ausschnitt 19 einer Schieberplatte 18 verschiebbar
gelagert, wobei er von den Seitenrändern 20 geführt wird und von den Stirnrändern
21 in seiner Verschiebbarkeit begrenzt wird. Die Schieberplatte 18 ist innerhalb
des kastenförmigen Gehäuses 2 rechtwinklig zur Längsachse des Ausschnitts 19 verschiebbar,
wobei die Seitenränder 22 geführt werden und die Stirnränder 23 die Verschiebbarkeit
begrenzen. Durch diese Mittel wird der Drehzapfen 3 an seinem unteren Ende geführt,
wobei innerhalb der erwähnten Verschiebungsgrenzen eine Pendelbewegung in jeder
Horizontalrichtung möglich ist und das Führungselement 15 gegen Drehung gesichert
bleibt.
[0012] Der Drehzapfen 3 ist weiterhin mit einer Riegeleinrichtung versehen, die verhindert,
daß der Drehzapfen 3 verdreht werden kann, wenn ein Container am Tragrahmen 1 hängt.
Zur Riegeleinrichtung gehört ein am Führungselement 15 angebrachter Seitenarm 24
mit einer Bohrung 25, durch welche das untere Ende eines Riegelbolzens 26 ragt. Der
parallel zum Drehzapfen 3 verlaufende Riegelbolzen 26 wird von seinem oberen Ende
in einer Bohrung 27 des Lagerrings 6 geführt. Damit der Riegelbolzen 26 die Pendelbewegungen
des Drehzapfens 3 mitmachen kann, sind die Bohrungen 24 und 27 konisch ausgebildet.
Der Riegelbolzen 26 ist mit einem segmentförmigen Ausschnitt 28 versehen, der mit
einer am Drehzapfen 3 befestigten, im Grundriß etwa sektorförmigen Rie gelplatte
29 zusammenwirkt. Am Rand der Riegelplatte 29 sind, um 90° versetzt, zwei Randeinschnitte
30 mit Stützflächen 31 angeordnet. Wird der Riegelbolzen 26 durch Auflage auf einen
Eckbeschlag eines Containers hochgeschoben, kann die Riegelplatte 29 frei durch den
Ausschnitt 28 verdreht werden. Ist der Riegelbolzen 26 jedoch ohne Auflage, also
frei, fällt er mit der über den Ausschnitt 28 befindlichen Schulter in einem der
Randeinschnitte 30 bis auf die Stützfläche 31 und verriegelt den Drehzapfen 3 in der
einen Drehlage, in der die Vorsprünge 4 unter den Fingern 16 liegen, oder in der
anderen, um 90° versetzten Drehlage, in der die Vorsprünge 4 sich in ihrer Greiflage
befinden.
[0013] Alternativ zu dem Ausführungsbeispiel kann das Federelement 11 auch anders ausgebildet
und an anderer Stelle angeordnet sein, oder es können mehrere Federelemente 11 vorgesehen
werden, welche die Dämpfungs- und/oder Rückstellfunktion übernehmen. Dazu gehört auch
eine Ausführung, bei der ein elastischer Gummiring zwischen den Auflageflächen des
Axial-drucklagers angeordnet ist, wobei diese Auflageflächen anstelle einer Kalottenform
konisch ausgebildet sein können.
1. Tragrahmen für Container mit folgenden Merkmalen:
(a) jede der vier Ecken des Tragrahmens (1) ist mit einem Drehzapfen (3) versehen,
der zwei radiale, in einem Eckbeschlag des Containers einsteckbare Vorsprünge (4)
aufweist, die nach einer Verdrehung des Drehzapfens (3) unter die Kante des Eckbeschlags
greifen,
(b) jeder Drehzapfen (3) ist pendelartig und axial verschiebbar am Tragrahmen (1)
gelagert, wobei ein am Drehzapfen (3) befestigter Lagerring (5) mit einer unteren
kalottenförmigen Lagerfläche (7) auf einer entsprechenden Lagerfläche (7) eines am
Tragrahmen (1) angebrachten Lagerrings (6) aufliegt,
(c) jeder Drehzapfen (3) ist durch zumindest ein Federelement (11) mit dem Tragrahmen
(1) verbunden, das axiale Stöße dämpft und den unbelasteten Drehzapfen (3) in eine
Mittellage zurückstellt.
2. Tragrahmen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopfende (10) des Drehzapfens
(3) im Bereich des Mittelpunktes der kalottenförmigen Lagerflächen (7) von einem am
Tragrahmen (1) angebrachten Gummiblock (13) eingefaßt wird.
3. Tragrahmen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehzapfen
(3) durch ein Führungselement (15) ragt, das mit zwei nach unten weisenden Fingern
(16) versehen ist, unter welche die radialen Vorsprünge (4) des Drehzapfens (3) in
der einen Drehlage liegen, wobei das Führungselement (15) einen im Querschnitt quadratischen
Kragen (17) besitzt, der in einem rechtwinkligen Ausschnitt (19) einer Schieberplatte
(18) verschiebbar ist, die in einem kastenförmigen Gehäuse (2) des Tragrahmens (1)
rechtwinklig zur Längsachse des Ausschnitts (19) verschiebbar geführt ist.
4. Tragrahmen nach einer der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement
(15) mit einem Riegelbolzen (26) versehen ist, der durch eine achsparallele Bohrung
(27) ragt, in dieser Lage eine am Drehzapfen (3) angebrachte Riegelplatte (29) gegen
Verdrehung sperrt und bei einer Auflage auf einem Eckbeschlag hochgeschoben wird
und die Sperrwirkung aufhebt.