[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verminderung der Ortbarkeit
von Gasen, insbesondere von Abgasen einer Dieselbrennkraftmaschine.
[0002] Abgase von Dieselbrennkraftmaschinen können aufgrund ihrer Emission von elektromagnetischen
Wellen im sichtbaren und infraroten Bereich geortet werden. Im sichtbaren Bereich
spielt bei Kaltstart und Warmlaufbetrieb die Weiß- und Blaurauchemission, beim Warmstart,
Beschleunigen und unter Last die Schwarzrauchemission eine Rolle. Im Infrarotbereich
strahlt die gesamte Abgasmasse in Abhängigkeit von ihrer Temperatur. Besonders intensiv
emittiert der Dieselruß, der ein schwarzer Strahler ist.
[0003] Die durch Emissionen im sichtbaren und unsichtbaren Bereich bedingte Ortbarkeit von
Abgasen kann speziell in militärischen Anwendungsfällen unerwünscht sein.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Ortbarkeit der Abgase von Brennkraftmaschinen
insbesondere von Dieselbrennkraftmaschinen in deren gesamten Betriebsbereich zu verhindern.
[0005] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 3 gelöst.
[0006] Durch die Filterung der Abgase werden in erster Linie die gut sichtbaren und intensiv
wärmestrahlenden Rußpartikel beseitigt. Der kalte aber ebenfalls gut sichtbare Weiß-
und Blauqualm wird durch Aufheizen entflammt und verbrennt aufgrund des im Abgas der
Dieselbrennkraftmaschine enthaltenen Restsauerstoffs zu unsichtbarem Kohlendioxid
und Wasserdampf. Dabei ist es grundsätzlich gleich, ob der Weiß- und Blauqualm vor
oder nach dem Filtern des Abgases aufgeheizt wird. Das Aufheizen vor dem Filtern hat
jedoch den Vorteil, daß nur eine Abgasaufheizvorrichtung erforderlich ist um die Kohlenwasserstoffe
im Abgas zu verbrennen und das Partikelfilter zur Regeneration aufzuheizen.
[0007] Durch das Abkühlen des Abgases verringert sich dessen Strahlungsintensität im Infrarotbereich.
Da die Abgaswärme zur Regeneration der Partikelfiltervorrichtung benötigt wird und
da bei der Regeneration in der Partikelfiltervorrichtung selbst Wärme anfällt, ist
es zweckmäßig, die Kühlung des Abgases nach der Filterung vorzunehmen und deshalb
die Abgaskühlvorrichtung in Strömungsrichtung hinter der Partikelfiltervorrichtung
anzuordnen. Die Abgaskühlvorrichtung wirkt in allen Betriebspunkten der Dieselbrennkraftmaschine,
während die Abgasaufheizvorrichtung nur zur Verbrennung des Weiß- und Blauqualms und
zur Regeneration der Partikelfiltervorrichtung benötigt wird.
[0008] Für eine thermische Regeneration eignen sich besonders monolitische Keramikfilter.
Ihre Aufheizung kann mittels elektrischer Widerstandsheizung oder mittels Flammheizung
erfolgen. Die elektrische Widerstandsheizung bietet den Vorteil, daß sie beim Heizen
keinen Restsauerstoff verbraucht, und deshalb zur Verbrennung der Kohlenwasserstoffe
während des Kaltstarts und Warmlaufs besonders geeignet ist. Dem gegenüber hat die
Flammheizung den Vorteil, mit geringer elektrischer Energie betrieben zu werden. Das
wiederrum bietet die Möglichkeit, die Flammheizung vor Inbetriebnanme der Dieselbrennkraftmaschine
zu betreiben. Dadurch kann die Dieselbrennkraftmaschine über die Abgaskühlvorrichtung
vorgewärmt werden, falls diese an das Flüssigkeitskühlsystem der Dieselbrennkraftmaschine
angeschlossen ist. Auf diese Weise wird die Bildung von Weiß- und Blauqualm weitgehend
vermieden und dessen evtl. vorhandene Reste werden sofort verbrannt, so daß eine optische
Ortung der Dieselbrennkraftmaschine auch bei einem Kaltstart kaum möglich ist.
[0009] So lange eine optische Tarnung der Dieselbrennkraftmaschine nicht erforderlich oder
gewünscht ist, kann durch eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung die Abgaskühlvorrichtung
umgangen und damit außer Kraft gesetzt werden. In diesem Fall strömt das Abgas ungekühlt
ins Freie, wodurch Kühlleistung und damit Kraftstoff gespart werden.
[0010] Durch eine vorteilhafte Ausbildung der Abgaskühlvorrichtung wird ein Korrosionsschutz
gegen die heißen schwefeldioxidhaltigen Abgase und gegen agressive Bestandteile des
Kühlwassers erreicht. Dieser Vorteil wirkt sich besonders bei Schiffdieselmotoren
aus, bei denen die Korrosionsgefahr wegen des hohen Schwefelgehaltes des Kraftstoffs
und -bei Seewasserkühlung- wegen der Agressivität des Seewassers besonders hoch ist.
[0011] Weitere Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung und der Zeichnung, in
der Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt sind.
[0012] Die Figur zeigt:
eine schematische Darstellung der Dieselbrennkraftmaschine mit einer Vorrichtung zur
Verminderung der Ortbarkeit der Abgase.
[0013] Die Dieselbrennkraftmaschine 1 wird über die Ansaugluftleitung 8 mit Verbrennungsluft
versorgt und gibt ihrerseits die Abgase an die Abgasleitung 2 ab. In der Abgasleitung
2 sind in Strömungsrichtung hintereinander geschaltet eine Abgasaufheizvorrichtung
3, eine Partikelfiltervorrichtung 4 und eine Abgaskühlvorrichtung 5 vorgesehen. Der
Abgaskühlvorrichtung 5 ist eine Umgehungsleitung 6 mit einer Absperrvorrichtung 7
parallel geschaltet.
[0014] Die Vorrichtung funktioniert folgendermaßen:
Die Abgase der Dieselbrennkraftmaschine 1 werden über die Abgasleitung 2 zur Partikelfiltervorrichtung
4 geleitet, in der der Abgasruß weitgehend ausgefiltert wird. Anschließend gelangt
das gereinigte Abgas in die Abgaskühlvorrichtung 5, in der das Abgas gekühlt wird.
Hierbei handelt es sich vorzugsweise um einen Keramikwärmetauscher, der besonders
widerstandsfähig gegen das heiße, korrosive Abgas und gegen das Kühlwasser ist.
[0015] Im Falle eines Fahrzeugs steht der Kühlkreislauf der Abgaskühlvorrichtung 5 mit dem
der Dieselbrennkraftmaschine in Verbindung, so daß die Kühlwärme der Dieselbrennkraftmaschine
1 und der Abgaskühlvorrichtung 5 in einem gemeinsamen Rückkühler an die Luft angegeben
wird. Für den Fall, daß die Abkühlung der Abgase nicht erforderlich ist, steht eine
Umgehungsleitung 6 mit einer Absperrvorrichtung 7 zur Verfügung.
[0016] Bei der Partikelfiltervorrichtung 4 handelt es sich um monolithische Keramikfilter
oder keramische Wickelkerzenfilter oder andere Filter bekannter oder möglicher Bauart.
Wenn diese Filter mit Ruß belegt sind, können sie z. B. durch Abbrennen regeneriert
werden. Die dazu erforderliche Wärme liefert die Abgasaufheizvorrichtung 3. Mit der
Abgasaufheizvorrichtung 3 wird das Abgas auch während des Kaltstarts und Warmlaufens
der Dieselbrennkraftmaschine 1 aufgeheizt. Dadurch wird evtl. entstehender Weiß- oder
Blauqualm verbrannt und die Erkennbarkeit der Dieselbrennkraftmaschine auch bei einem
Kaltstart verhindert. Ebenso eignen sich aber alle anderen Regenerierverfahren, die
nach der Aufheizmethode oder aber nach der Methode der Absenkung der Reaktionstemperaturen
von Ruß, Weiß- und Blaurauch funktionieren.
[0017] Die Abgasaufheizvorrichtung 3 kann auch zur Vorwärmung der Dieselbrennkraftmaschine
und zur Standheizung verwendet werden. In diesem Fall wird die Abgaskühlvorrichtung
5 dazu benutzt über den gemeinsamen Kühlkreislauf die Dieselbrennkraftmaschine 1 und
einen evtl. vorhandenen Heizungswärmetauscher aufzuheizen. Dazu ist vorteilhafterweise
eine elektrische Kühlwasserpumpe vorgesehen, die auch bei stillstehender Dieselbrennkraftmaschine
den Kühlkreislauf in Gang hält.
[0018] Im stationären Anwendungsfall kann es von Vorteil sein, die Abgaskühlvorrichtung
5 als Teil einer Totalenergieanlage zu verwenden. Diese Möglichkeit besteht auch bei
Schiffsantrieben, wobei hier im Falle fehlenden Wärmebedarfs eine Frischwasserkühlung
der Abgaskühlvorrichtung 5 möglich ist.
[0019] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung ist es möglich, durch Reinigen und Kühlen
des Abgases die Ortung von Dieselbrennkraftmaschinen erheblich zu erschweren, und
zwar bei deren Einsatz in Fahrzeugen, Schiffen und Stationäranlagen.
1. Verfahren zur Verminderung der Ortbarkeit von Gasen, insbesondere von Abgasen einer
Dieselbrennkraftmaschine,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abgase gefiltert und je nach Betriebspunkt der Dieselbrennkraftmaschine
aufgeheizt und/oder abgekühlt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aufheizung vor und die Abkühlung nach der Filterung
erfolgt.
3. Vorrichtung, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einer
Dieselbrennkraftmaschine (1), deren Abgase in einer Abgasleitung (2) geführt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Abgasleitung (2) in Strömungsrichtung gesehen hintereinander
geschaltet eine Partikelfiltervorrichtung (4) und eine Abgaskühlvorrichtung (5) sowie
vor der Partikelfiltervorrichtung (4) gegebenenfalls eine Abgasaufheizvorrichtung
(3) angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Partikelfiltervorrichtung (4) vorzugsweise als monolithisches
Keramikfilter ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abgasaufheizvorrichtung (3) als eine elektrische Widerstandsheizung
ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abgasaufheizvorrichtung (3) als eine Flammheizung
ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß vor oder im Filter (4) eine Vorrichtung zur Absenkung
der Reaktionstemperaturen von Ruß, Blau- und Weißrauch angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abgaskühlvorrichtung (5) als korrosionsfester, vorzugsweise
keramischer Wasser-Gaskühler ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kühlkreislauf der Abgaskühlvorrichtung (5) mit dem
Kühlkreislauf der Dieselbrennkraftmaschine (1) in Wirkverbindung steht.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abgaskühlvorrichtung (5) direkt von Seewasser beaufschlagbar
ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß eine absperrbare Umgehungsleitung (6) für die Abgaskühlvorrichtung
(5) vorgesehen ist.