(19)
(11) EP 0 442 991 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.05.1995  Patentblatt  1995/21

(21) Anmeldenummer: 90912786.2

(22) Anmeldetag:  11.09.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D06B 5/12, D06B 21/02
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/CH9000/215
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9104/366 (04.04.1991 Gazette  1991/08)

(54)

VORRICHTUNG ZUM ENTWÄSSERN VON GARNEN

DEVICE FOR DRYING YARN

DISPOSITIF DE DESHYDRATATION DES FILS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR IT LI

(30) Priorität: 13.09.1989 CH 3336/89

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
28.08.1991  Patentblatt  1991/35

(73) Patentinhaber: Rhône-Poulenc Viscosuisse SA
6020 Emmenbrücke (CH)

(72) Erfinder:
  • JÄGGI, Markus
    CH-9630 Wattwil (CH)

(74) Vertreter: Herrmann, Peter Johannes 
c/o Rhône-Poulenc Viscosuisse SA Patentabteilung IB
6021 Emmenbrücke
6021 Emmenbrücke (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 237 893
FR-A- 1 502 395
US-A- 3 974 534
DE-A- 1 710 475
GB-A- 2 023 681
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwässern von auf Garnspulen gefärbten Garnen auf Färbeträgern.

    [0002] Spulengefärbte Garne müssen nach dem Färben entwässert werden. Vielfach werden die Färbungen in Färbeapparaten durchgeführt, in welche Einsätze eingefahren werden, die ihrerseits aus einer Vielzahl von Trägern bestehen, auf welche die Garnspulen übereinander aufgesetzt werden. Zur Entwässerung werden die Garnspulen einzeln den Färbeapparaten entnommen und auf Färbeträger in eine Zentrifuge eingebracht.

    [0003] Aus der JP-A-59137559 ist eine solche Entwässerungsanlage für spulengefärbte Garne bekannt. Diese Vorrichtung besteht aus einer Zentrifuge, deren Auslauf an eine Vakuumpumpe über einen Vakuumtank als Puffer angeschlossen ist. Ausserdem ist eine Einrichtung zur Zirkulation von Luft vorgesehen.

    [0004] Obwohl die Zentrifuge eine zufriedenstellende Entwässerung bringt, weist diese einige erhebliche Nachteile auf.

    [0005] Es werden die Garnspulen die sich im Zentrum der Zentrifuge befinden weniger gut entwässert als diejenigen welche an der Peripherie angeordnet sind.

    [0006] Der Zeitbedarf für die Beschickung der Zentrifuge mit den einzelnen Garnspulen ist sehr gross. Der Energiebedarf einer Zentrifuge ist erheblich. Es handelt sich bei einer solchen Zentrifuge um eine Spezialanfertigung, welche zur Aufnahme von Spulenträgern ausgelegt sein muss.

    [0007] Die DE-A-1 710 475 beschreibt eine Vorrichtung zum Nassveredeln, insbesondere zum Färben von Textilgut. Ein fest montierter Pumpenblock dient über eine Kupplungseinrichtung zur Aufnahme von Färbeapparaten verschiedener Grössen und/oder verschiedener Gewichte. Die Pumpen dienen zum Umwälzen der Färbeflotte durch das zu färbende Textilgut. Eine rasche und wirtschaftliche Entwässerung der gefärbten textilen Fäden auf Spulen ist nicht beschrieben und, wenn überhaupt möglich, dann nur aufwendig zu bewerkstelligen.

    [0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Entwässerungsanlage für gefärbte Texturgarne zur Verfügung zu steilen, welche ohne bewegte Teile unter vermindertem Arbeitsaufwand eine wirtschaftliche Entwässerung ermöglicht.

    [0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch einen Färbeträgereinsatzes der mit einer Kupplungseinrichtung und über eine Leitung direkt mit einem Vakuumtank verbunden ist dessen Inhalt grösser/gleich dem Volumen des Färbeträgereinsatzes ist, gelöst.

    [0010] Die erfindungsgemässe Vorrichtung hat die Vorteile, dass keine rotierenden, angetriebene Teile zum Einsatz gelangen. Die Entwässerungseinrichtung ist apparativ wesentlich einfacher, durch den kompakten Einsatz eines Färbeträgers der Energieaufwand geringer und die Beschickungszeit kürzer. Es sind keine speziellen Garnspulenträger in der Entwässerungseinrichtung erforderlich.

    [0011] Es ist zweckmässig, die Kupplungseinrichtung mit einem Vakuumtank zu verbinden, dessen Inhalt grösser ist als das Volumen des Trägers. Das hat den Vorteil, dass eine sehr rasche Entwässerung der Garnspulen erfolgen kann. Je nach der Höhe des Vakuums kann der Grad der Entwässerung gesteuert werden.

    [0012] Es ist auch zweckmässig das Zentralrohr der Kupplungseinrichtung demjenigen des Färbeträgereinsatzes so anzupassen, dass beide Durchmesser annähernd gleich sind. Dadurch wird der Kupplungsvorgang präziser und erleichtert.

    [0013] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung näher beschrieben werden. Die einzige Figur zeigt schematisch die erfindungsgemässe Vorrichtung im geöffneten Zustand.

    [0014] In der Fig. 1 ist eine Kupplungseinrichtung 1 auf einem Sockel 2 mit Stützen 3, 3' fest verankert. Die Kupplungseinrichtung 1 ist zentral auf einem Rohr 10 aufgesetzt, welches sich als Rohr 11 in einem Färbeträgereinsatz 5 fortsetzt. Auf dem Färbeträgereinsatz 5 sind äussere Garnspulen 6,6' und innere Garnspulen 7,7' vorgesehen. Das Rohr 10 trägt eine Leitung 8, welche mit einem Vakuumtank 9 verbunden ist. Der Vakuumtank 9 verfügt über alle Einrichtungen zur automatischen Messung und Erzeugung des erforderlichen Vakuums wie eine Vakuumpumpe 14 und eine Abflussleitung 15. Die Vakuumanlage arbeitet vollautomatisch, in Abhängigkeit des jeweiligen Wasserspiegel-Niveaus im Vakuumkessel (LS min + LS max) sowie einen Drucktransmitter (0...700 mbar) wird die Vakuumpumpe zu- bzw. abgeschaltet. Eine Glocke 4 ist so dimensioniert, dass sie vakuumdicht über einen Färbeträgereinsatz 5 gestülpt und auf der Kupplungseinrichtung 1 befestigt werden kann. In der Glocke 4 sind im oberen Teil ein Stutzen 12 mit einem Ventil 13 vorgesehen. Mit V1, V2, V3 und V4 sind Ventile bezeichnet. Eine Wanne 16 dient zum Auffangen von Tropfwasser.

    [0015] Im Betrieb wird der Färbeträgereinsatz 5 als ganzes aus einem Färbebehälter auf die Kupplungseinrichtung 1 aufgesetzt. Dabei ist das Ventil V1 am Vakuumbehälter 9 geschlossen. Der Vakuumbehälter 9 steht unter Vakuum von ca. 700 mbar.

    [0016] Nach der Kupplung kann die Entwässerung durch Öffnen des Ventils V1 erfolgen. Die Steuerung der Ventile erfolgt in bekannter Weise pneumatisch.

    [0017] Nach Abschluss der Entwässerung kann mit einem Zusatzaggregat eine Präparation der Garne durchgeführt werden. Dazu wird die Glocke 4 auf die Wanne 16 in bekannter Weise abgesenkt und unter Unterdruck das Gemisch über die Leitung 12, unter gleichzeitiger Absaugung, beispielsweise zusammen mit einem Luftgemisch, eine Präparation auf das Garn aufgebracht werden. Die Steuerung des Prozesses erfolgt durch eine Automatik.

    [0018] Die Ergebnisse von Absaugversuchen sind in Tabelle I angegeben.
    Tabelle I
    Nr. rohweiss gefärbt, vor dem Absaugen nach 2 min. absaugen nach 5 min. absaugen nach 10 min. absaugen nach 20 min. absaugen nach 40 min. absaugen
    1              
    Gewicht gr. 3725 8611 4751 4425 4255 4133 4036
    Restfeuchtigkeit % 0,0 131,2 27,5 18,8 14,2 10,9 8,3
    2              
    Gewicht gr. 3736 8613 4760 4425 4255 4130 4030
    Restfeuchtigkeit % 0,0 130,5 27,4 18,4 13,9 10,5 7,9
    3              
    Gewicht gr. 3826 7831 5318 4848 4655 4517 4416
    Restfeuchtigkeit % 0,0 104,7 39,0 26,7 21,7 18,0 15,4
    4              
    Gewicht gr. 3830 7480 5286 4854 4669 4535 4440
    Restfeuchtigkeit % 0,0 95,3 38,0 26,7 21,9 18,4 15,9
    Vacuumbar     0,70 - 0,53 0,51 0,49 0,48 0,48


    [0019] Die Versuche Nr. 1 und Nr. 2 sind mit Polyester, und die Versuche Nr. 3 und Nr. 4 sind mit Polyamid durchgeführt worden.

    [0020] Die Restfeuchte liegt je nach Titer bei Polyester innerhalb von 20 Minuten seit dem Beginn der Absaugung unter 11 % und erfordert kein thermisches Neutrocknen.

    [0021] Tabelle II gibt einen Vergleich des Leistungsbedarfs bei der Trocknung von spulengefärbten Garnen.
    Tabelle II
      Erfindungsgemässe Anlage Zentrifuge Drucktrockner
    Installierte Leistung [KW] 9 16 50-60
    Energiebedarf pro to Garn [KW] 5 25 200


    [0022] Die erfindungsgemässe Vorrichtung benötigt zur Entwässerung der gleichen Menge Garn nur 20 % des sonst üblichen Energiebedarfs, wesentlich kürzere Zeit und geringeren Arbeitsaufwand.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Entwässern von gefärbten Garnspulen (7) mittlerer Dichte auf Färbeträgern (6), unter Verwendung einer Kupplungseinrichtung (1) zur Aufnahme eines Färbeträgereinsatzes (5), dadurch gekennzeichnet, dass der Färbeträgereinsatz (5) mit der Kupplungseinrichtung (1) und über eine Leitung (8) direkt mit einem Vakuumtank (9) verbunden ist, dessen Inhalt grösser/gleich dem Volumen des Färbeträgereinsatzes (5) ist.
     


    Claims

    1. Device for draining of dyed yarn bobbins (7) of medium yarn density on dye carriers (6) comprising a coupling device (1) for receiving a dyecarrier insert (5), characterised in that the dye carrier insert (5) together with the coupling device (1) and via a line (8) is directly connected with a vacuum tank (9) whose capacity is greater than/equal to the volume of the dye carrier insert (5).
     


    Revendications

    1. Dispositif pour la déshydratation de bobines de fils teintes (7) de densités moyennes sur des supports de teintures (6), avec l'utilisation d'un dispositif d'embrayage (1) pour la réception d'une cage de supports de teintures (5) caractérisé en ce que la cage de supports de teintures (5) avec le dispositif d'embrayage (1) et au moyen d'une conduite (8) soit directement reliée au réservoir de prise de vide (9), dont la contenance est supérieure/égale au volume de la cage de supports de teinture (5).
     




    Zeichnung