[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwässern von auf Garnspulen gefärbten
Garnen auf Färbeträgern.
[0002] Spulengefärbte Garne müssen nach dem Färben entwässert werden. Vielfach werden die
Färbungen in Färbeapparaten durchgeführt, in welche Einsätze eingefahren werden, die
ihrerseits aus einer Vielzahl von Trägern bestehen, auf welche die Garnspulen übereinander
aufgesetzt werden. Zur Entwässerung werden die Garnspulen einzeln den Färbeapparaten
entnommen und auf Färbeträger in eine Zentrifuge eingebracht.
[0003] Aus der JP-A-59137559 ist eine solche Entwässerungsanlage für spulengefärbte Garne
bekannt. Diese Vorrichtung besteht aus einer Zentrifuge, deren Auslauf an eine Vakuumpumpe
über einen Vakuumtank als Puffer angeschlossen ist. Ausserdem ist eine Einrichtung
zur Zirkulation von Luft vorgesehen.
[0004] Obwohl die Zentrifuge eine zufriedenstellende Entwässerung bringt, weist diese einige
erhebliche Nachteile auf.
[0005] Es werden die Garnspulen die sich im Zentrum der Zentrifuge befinden weniger gut
entwässert als diejenigen welche an der Peripherie angeordnet sind.
[0006] Der Zeitbedarf für die Beschickung der Zentrifuge mit den einzelnen Garnspulen ist
sehr gross. Der Energiebedarf einer Zentrifuge ist erheblich. Es handelt sich bei
einer solchen Zentrifuge um eine Spezialanfertigung, welche zur Aufnahme von Spulenträgern
ausgelegt sein muss.
[0007] Die DE-A-1 710 475 beschreibt eine Vorrichtung zum Nassveredeln, insbesondere zum
Färben von Textilgut. Ein fest montierter Pumpenblock dient über eine Kupplungseinrichtung
zur Aufnahme von Färbeapparaten verschiedener Grössen und/oder verschiedener Gewichte.
Die Pumpen dienen zum Umwälzen der Färbeflotte durch das zu färbende Textilgut. Eine
rasche und wirtschaftliche Entwässerung der gefärbten textilen Fäden auf Spulen ist
nicht beschrieben und, wenn überhaupt möglich, dann nur aufwendig zu bewerkstelligen.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Entwässerungsanlage für gefärbte Texturgarne zur
Verfügung zu steilen, welche ohne bewegte Teile unter vermindertem Arbeitsaufwand
eine wirtschaftliche Entwässerung ermöglicht.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch einen Färbeträgereinsatzes der mit einer
Kupplungseinrichtung und über eine Leitung direkt mit einem Vakuumtank verbunden ist
dessen Inhalt grösser/gleich dem Volumen des Färbeträgereinsatzes ist, gelöst.
[0010] Die erfindungsgemässe Vorrichtung hat die Vorteile, dass keine rotierenden, angetriebene
Teile zum Einsatz gelangen. Die Entwässerungseinrichtung ist apparativ wesentlich
einfacher, durch den kompakten Einsatz eines Färbeträgers der Energieaufwand geringer
und die Beschickungszeit kürzer. Es sind keine speziellen Garnspulenträger in der
Entwässerungseinrichtung erforderlich.
[0011] Es ist zweckmässig, die Kupplungseinrichtung mit einem Vakuumtank zu verbinden, dessen
Inhalt grösser ist als das Volumen des Trägers. Das hat den Vorteil, dass eine sehr
rasche Entwässerung der Garnspulen erfolgen kann. Je nach der Höhe des Vakuums kann
der Grad der Entwässerung gesteuert werden.
[0012] Es ist auch zweckmässig das Zentralrohr der Kupplungseinrichtung demjenigen des Färbeträgereinsatzes
so anzupassen, dass beide Durchmesser annähernd gleich sind. Dadurch wird der Kupplungsvorgang
präziser und erleichtert.
[0013] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung näher beschrieben werden. Die einzige Figur
zeigt schematisch die erfindungsgemässe Vorrichtung im geöffneten Zustand.
[0014] In der Fig. 1 ist eine Kupplungseinrichtung 1 auf einem Sockel 2 mit Stützen 3, 3'
fest verankert. Die Kupplungseinrichtung 1 ist zentral auf einem Rohr 10 aufgesetzt,
welches sich als Rohr 11 in einem Färbeträgereinsatz 5 fortsetzt. Auf dem Färbeträgereinsatz
5 sind äussere Garnspulen 6,6' und innere Garnspulen 7,7' vorgesehen. Das Rohr 10
trägt eine Leitung 8, welche mit einem Vakuumtank 9 verbunden ist. Der Vakuumtank
9 verfügt über alle Einrichtungen zur automatischen Messung und Erzeugung des erforderlichen
Vakuums wie eine Vakuumpumpe 14 und eine Abflussleitung 15. Die Vakuumanlage arbeitet
vollautomatisch, in Abhängigkeit des jeweiligen Wasserspiegel-Niveaus im Vakuumkessel
(LS min + LS max) sowie einen Drucktransmitter (0...700 mbar) wird die Vakuumpumpe
zu- bzw. abgeschaltet. Eine Glocke 4 ist so dimensioniert, dass sie vakuumdicht über
einen Färbeträgereinsatz 5 gestülpt und auf der Kupplungseinrichtung 1 befestigt werden
kann. In der Glocke 4 sind im oberen Teil ein Stutzen 12 mit einem Ventil 13 vorgesehen.
Mit V1, V2, V3 und V4 sind Ventile bezeichnet. Eine Wanne 16 dient zum Auffangen von
Tropfwasser.
[0015] Im Betrieb wird der Färbeträgereinsatz 5 als ganzes aus einem Färbebehälter auf die
Kupplungseinrichtung 1 aufgesetzt. Dabei ist das Ventil V1 am Vakuumbehälter 9 geschlossen.
Der Vakuumbehälter 9 steht unter Vakuum von ca. 700 mbar.
[0016] Nach der Kupplung kann die Entwässerung durch Öffnen des Ventils V1 erfolgen. Die
Steuerung der Ventile erfolgt in bekannter Weise pneumatisch.
[0017] Nach Abschluss der Entwässerung kann mit einem Zusatzaggregat eine Präparation der
Garne durchgeführt werden. Dazu wird die Glocke 4 auf die Wanne 16 in bekannter Weise
abgesenkt und unter Unterdruck das Gemisch über die Leitung 12, unter gleichzeitiger
Absaugung, beispielsweise zusammen mit einem Luftgemisch, eine Präparation auf das
Garn aufgebracht werden. Die Steuerung des Prozesses erfolgt durch eine Automatik.
[0018] Die Ergebnisse von Absaugversuchen sind in Tabelle I angegeben.
Tabelle I
| Nr. |
rohweiss |
gefärbt, vor dem Absaugen |
nach 2 min. absaugen |
nach 5 min. absaugen |
nach 10 min. absaugen |
nach 20 min. absaugen |
nach 40 min. absaugen |
| 1 |
|
|
|
|
|
|
|
| Gewicht gr. |
3725 |
8611 |
4751 |
4425 |
4255 |
4133 |
4036 |
| Restfeuchtigkeit % |
0,0 |
131,2 |
27,5 |
18,8 |
14,2 |
10,9 |
8,3 |
| 2 |
|
|
|
|
|
|
|
| Gewicht gr. |
3736 |
8613 |
4760 |
4425 |
4255 |
4130 |
4030 |
| Restfeuchtigkeit % |
0,0 |
130,5 |
27,4 |
18,4 |
13,9 |
10,5 |
7,9 |
| 3 |
|
|
|
|
|
|
|
| Gewicht gr. |
3826 |
7831 |
5318 |
4848 |
4655 |
4517 |
4416 |
| Restfeuchtigkeit % |
0,0 |
104,7 |
39,0 |
26,7 |
21,7 |
18,0 |
15,4 |
| 4 |
|
|
|
|
|
|
|
| Gewicht gr. |
3830 |
7480 |
5286 |
4854 |
4669 |
4535 |
4440 |
| Restfeuchtigkeit % |
0,0 |
95,3 |
38,0 |
26,7 |
21,9 |
18,4 |
15,9 |
| Vacuumbar |
|
|
0,70 - 0,53 |
0,51 |
0,49 |
0,48 |
0,48 |
[0019] Die Versuche Nr. 1 und Nr. 2 sind mit Polyester, und die Versuche Nr. 3 und Nr. 4
sind mit Polyamid durchgeführt worden.
[0020] Die Restfeuchte liegt je nach Titer bei Polyester innerhalb von 20 Minuten seit dem
Beginn der Absaugung unter 11 % und erfordert kein thermisches Neutrocknen.
[0021] Tabelle II gibt einen Vergleich des Leistungsbedarfs bei der Trocknung von spulengefärbten
Garnen.
Tabelle II
| |
Erfindungsgemässe Anlage |
Zentrifuge |
Drucktrockner |
| Installierte Leistung [KW] |
9 |
16 |
50-60 |
| Energiebedarf pro to Garn [KW] |
∼5 |
∼25 |
∼200 |
[0022] Die erfindungsgemässe Vorrichtung benötigt zur Entwässerung der gleichen Menge Garn
nur 20 % des sonst üblichen Energiebedarfs, wesentlich kürzere Zeit und geringeren
Arbeitsaufwand.
1. Vorrichtung zum Entwässern von gefärbten Garnspulen (7) mittlerer Dichte auf Färbeträgern
(6), unter Verwendung einer Kupplungseinrichtung (1) zur Aufnahme eines Färbeträgereinsatzes
(5), dadurch gekennzeichnet, dass der Färbeträgereinsatz (5) mit der Kupplungseinrichtung
(1) und über eine Leitung (8) direkt mit einem Vakuumtank (9) verbunden ist, dessen
Inhalt grösser/gleich dem Volumen des Färbeträgereinsatzes (5) ist.