[0001] Die Erfindung betrifft individuell anpaßbare orthopädische Schuheinlagen gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1. Solche Schuheinlagen sind bekannt aus GB-A-1 066 996.
[0002] Zur Korrektur und Stützung von Fehlstellungen des Fußes, beispielsweise bei Plattfüßen,
Senkfüßen, Senk-Spreizfüßen, Hohlfüßen und dergleichen, verordnet der Facharzt Einlagen.
Die Anfertigung dieser Einlagen erfolgt durch den Orthopädie-Schuhmacher oder Orthopädie-Techniker
auf der Basis eines vom Fuß des Patienten abgenommenen Gipsabdrucks, eines gegebenenfalls
bereits vorhandenen Patientenleistens oder nach Maß.
[0003] Bei der Fertigung von Einlagen, insbesondere solchen aus Leder oder Kunstleder, werden
stützende Einlagenkerne verwendet, die in ihrer Form und Größe an den kranken Fuß
des Patienten angepaßt werden. Für die Herstellung dieser Einlagenkerne liefert die
Industrie vorgeformte Platten aus thermoplastischem Kunststoff, die in vielen Fällen
auch mit Verstärkungsfasern gefüllt sind. Diese Platten werden erwärmt und auf den
Gipsabguß gepreßt. Bei etwas Glück und viel Geschick hat die Oberseite der Platte
nach dem Erkalten die dem Patientenfuß entsprechende Wölbung. Anschließend müssen
Form und Größe einerseits und die richtige Materialverteilung andererseits noch herausgearbeitet
werden, wobei an bestimmten Stellen Maßnahmen zu treffen sind, die eine Stützung oder
gar Korrektur des Fußes bewirken. Hierzu wird das überschüssige Material mit Hilfe
von Messern oder Schleifscheiben abgearbeitet. Dieser Vorgang erfordert viel Erfahrung
und viel Fingerspitzengefühl. Wird an der falschen Stelle zuviel Material abgenommen,
war die ganze bisherige Arbeit umsonst; der Einlagenkern muß neu erstellt werden,
andernfalls wäre die Einlage zur Behebung der Fußschäden ungeeignet.
[0004] Es versteht sich, daß das Herausarbeiten der Endform aus dem Rohling zeitaufwendig
ist. Dabei entsteht auch eine reichliche Menge an Kunststoffabfällen, meist in Staubform,
deren Entsorgung immer schwieriger wird, insbesondere wenn der Kunststoff faserverstärkt
ist.
[0005] Außer den beschriebenen ebenen, nur im Umriß an die Fußform angenäherten Kunststoffplatten
liefert die Industrie auch Platten für orthopädische Einlagen, deren Oberseite bereits
etwa entsprechend der Normalfußsohle vorgeformt ist. Durch diese Vorformung ist die
Anpassung an den Gipsabguß etwas erleichtert. Die Endbearbeitung unterscheidet sich
jedoch in keiner Weise von der oben beschriebenen.
[0006] Aus der eingangs erwähnten GB-A-1 066 996 ist eine orthopädische Schuheinlage bekannt,
die aus einem leichten, geruchlosen, ungiftigen, zähen und formhaltigen thermoplastischen
Material, insbesondere Polyethylen, formgegossen ist . Dank einer Erweichungstemperatur
unterhalb 100 Grad C läßt sich die Einlage durch Eintauchen in kochendes Wasser erweichen
und kann dann an den Fuß des Patienten angepaßt werden. Größere Materialmengen werden
mittels Sandpapier oder Schleifscheibe beseitigt. Diese Einlagen haben jedoch - soweit
erkennbar - keinen Eingang in die Praxis gefunden.
[0007] Stattdessen bietet die Industrie lediglich die eingangs erwähnten vorgeformten Platten
einheitlicher Stärke von beispielsweise 6 mm an. In der Praxis wird der Kunststoff
oftmals mit Leder kaschiert, so daß die fertige Einlage eine solche Höhe bekommt,
daß sie nur noch in Spezialschuhen getragen werden kann. Solche Spezialschuhe zeichnen
sich jedoch nicht durch besondere Eleganz aus.
[0008] In der Praxis werden orthopädische Einlagen entsprechend den medizinischen Erfordernissen
mit maßgenauen Polstern, Pelotten, Bodenverkleidungsteilen usw. ausgerüstet. Dabei
hat es sich als praktisch erwiesen, wenn diese nachträglich eingearbeitet werden;
der in der GB-A-1 066 996 vorgeschlagene Weg, eine werksseitig vorgesehene hohe Pelotte
nachträglich abzuschleifen, hat sich als sehr unpraktisch herausgestellt, auch wenn
eine solche einstückige Einlage schöner aussehen mag. Da die Einlage in den meisten
Fällen mit Leder beklebt wird, kommt es auf die Schönheit des Kunststoffteils jedoch
nicht an. Viel wichtiger ist, daß die Zusatzteile ihre orthopädische Funktion einwandfrei
erfüllen können.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die gettungsgemäße Schuheinlage
so zu verbessern und zu ergänzen, daß sie einfach herzustellen ist, die orthopädischen
Funktionen einwandfrei erfüllt, optisch ansprechend aussieht und nach Gebrauch problemlos
recycelt werden kann.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine gattungsgemäße orthopädische Schuheinlage mit
den Merkmalen gemäß Kennzeichen des Anspruchs 1.
[0011] Damit ergeben sich die Vorteile, daß nicht nur die Kunststoffteile, sondern auch
die Taschen fabrikmäßig und in Großserien hergestellt werden können mit der Folge,
daß Paßform und Stützfunktion optimal und die Preise minimal sind. Die Fertigstellung
der Einlagen erfolgt ganz in der herkömmlichen Machart, d. h. Polster, Pelotten, Bodenverkleidungsteile
usw. können nach Bedarf maßgenau angearbeitet werden. Dank der Schlitzung der Einlagendecke
im Bereich der Ballen oder der empfindlichen Mittelfußköpfchen wird die Wirkung der
eingearbeiteten Polster erheblich erhöht, ohne daß diese Schlitzung auch von empfindlichen
Füßen nachteilig wahrgenommen würde.
[0012] Darüber hinaus ist es möglich, das Kunststoffmaterial aus ausgedienten Einlagen zu
recyclen. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Kunststoffmaterial frei von Verstärkungsfasern
ist.
[0013] Vorzugsweise ist die Unterseite des Einlagenkerns im Fersenund Gelenkbereich plan.
Dies bedeutet, daß die Schuheinlage in diesem Bereich großflächig auf der Brandsohle
des Schuhs aufliegt. Dadurch wird die medizinisch gebotene optimale Stützfunktion
in allen Fällen gewährleistet. Gleichzeitig kann sich die Schuheinlage dank des speziellen
Materials und dank der optimierten Materialverteilung flexibel an die Bewegungen von
Fuß und Schuh beim Gehen sowie insbesondere an die jeweilige Gelenksprengung des Schuhs
anpassen.
[0014] Anhand der Zeichnung soll die Erfindung in Form von Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen ersten Einlagenkern für orthopädische Schuheinlagen für Hohlfüße,
- Fig. 2
- einen zweiten Einlagenkern für orthopädische Schuheinlagen für Plattfüße, wobei die
Einlagenkerne der Fig. 1 und 2 eine automatische Anpassungsfähigkeit an die jeweils
vorgegebene unterscheidliche Gelenksprengung, d. h. Absatzhöhe, besitzen,
- Fig. 3
- einen dritten Einlagenkern für orthopädische Schuheinlagen, in diesem Fall geformt
als Schaleneinlage für Kinder mit Hohlfuß,
- Fig. 4
- einen vierten Einlagenkern für orthopädische Schuheinlagen, in diesem Fall geformt
als Schaleneinlage für Kinder mit Plattfuß, wobei die Einlagenkernschalen der Fig.
3 und 4 auch die sonstigen statischen oder krankheitsbedingten Fehlformen des Kinderfußes
zu korrigieren ermöglichen, und
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf eine fertiggestellte langsohlige orthopädische Schuheinlage.
[0015] Die Fig. 1 und 2 zeigen im Spritzgußverfahren aus thermoplastischem Kunststoff in
der endgültigen Form spritzgegossene Einlagenkerne 2, im Fall der Fig. 1 für die Versorgung
vom Hohlfüßen, im Fall der Fig. 2 für die Versorgung von Plattfüßen. Im Bereich der
Abstützungspunkte 3 ist die Materialstärke hoch, um eine optimale Stützfunktion für
den kranken Fuß zu gewährleisten, andererseits aber noch ausreichend gering, damit
der gesamte Einlagenkern 2 sehr elastisch bleibt für eine optimale Anpassung an die
Sprengung des Schuhs und die Bewegungen von Fuß und Schuh beim Gehen. Im Fersenbereich
5 ist das Material praktisch nur noch hauchdünn, da das Gewicht hier unmittelbar auf
die Brandsohle und den Absatz des Schuhs abgetragen wird. Der umlaufende Rand des
Einlagenkerns 2, inbesondere jedoch der übergang 4 zum Vorfußbereich ist auslaufend
gestaltet, um unerwünschte Druckbelastungen der Füße ebenso zu verhindern wie Beschädigungen
des Schuhs oder auch der Einlage selbst.
[0016] Die Unterseite des Einlagenkerns 2 ist optimal an die Schuhinnenfläche angepaßt,
d. h. im Fersen- und im Gelenkbereich im wesentlichen plan.
[0017] Die Fig. 3 und 4 zeigen Einlagenkerne 2', die aus thermoplastischem Kunststoff in
der Endform spritzgegossen sind, in diesem Fall jedoch mehr als Schaleneinlage für
die Versorgung von Kinderfüßen bestimmt. Bei Kindern besteht wegen der noch bildsamen
Knochenstruktur die Möglichkeit, Fehlstellungen bleibend zu korrigieren, was durch
die Schalenform begünstigt wird.
[0018] Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf eine fertigstellte langsohlige Einlage 1. Die Einlagendecke
6 besitzt im Vorfußbereich, insbesondere im Bereich der meist sehr empfindlichen Mittelfußköpfchen,
eine Kreuzschlitzung 7, dank derer eingearbeitete Ballenpolster optimal zur Geltung
kommen, ohne daß die Schlitzung 7 selbst den Fuß stört oder die Haltbarkeit der Einlage
1 beeinträchtigt.
[0019] Gerade bei Kindern besteht die Notwendigkeit, die korrigierenden Einlagen nach relativ
kurzer Tragezeit wieder auszuwechseln. Bei Verwendung der Einlagendecke 6 ist es nun
möglich, den Einlagenkern 2 herauszunehmen und das Kunststoffmaterial, das völlig
frei von Klebstoff oder sonstigen Fremdstoffen ist, zu recyceln, d. h. zu zerkleinern
und neu zu verspritzen. In diesen Fällen fällt also überhaupt kein Kunststoffabfall
mehr an.
1. Individuell anpaßbare orthopädische Schuheinlage (1), bestehend aus einem Einlagenkern
(2) als stützendem Element, der aus einem hoch-zähelastischen thermoplastischen Kunststoff
in den endgültigen, auf die korrekturbedürftigen Fußformen und -größen abgestimmten
Formen, d. h. stark an den Abstützungspunkten (3), dünn im Fersenbereich (5) und auslaufend
an den Übergängen (4), spritzgegossen ist und dessen Unterseite im Fersen- und Gelenkbereich
an die Schuhinnenfläche angepaßt ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einlagendecke
(6) aus Leder oder Kunstleder mit Tasche zur Aufnahme des Einlagenkerns (2) vorgesehen
ist und daß die Einlagendecke (6) im Vorfuß- bzw. Ballenbereich geschlitzt, insbesondere
kreuzgeschlitzt ist.
2. Schuheinlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterseite des Einlagenkerns
(2) im Fersen- und Gelenkbereich plan ist.
3. Schuheinlage nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff der
Einlagenkerne (2) frei von Verstärkungsfasern ist.
1. An individually adaptable orthopaedic insole (1), comprising an insole core (2) as
a supporting member, which is injection moulded, so as to be thick at the support
points (3), thin in the heel region (5) and tapering at the transitions (4), from
a very tough and resilient thermoplastic material in the final moulds matched to the
foot shapes and sizes requiring correction, and the underside of which is adapted
in the heel region and ankle region to the inner surface of the shoe, characterised
in that an insole cover (6) of leather or imitation leather is provided having a pocket
for accommodating the insole core (2), and in that the insole cover (6) is grooved,
in particular cross-grooved, in the forefoot and/or ball region.
2. An insole according to Claim 1, characterised in that the underside of the insole
core (2) is smooth in the heel region and ankle region.
3. An insole according to Claim 1 or 2, characterised in that the plastics material of
the insole cores (2) is free of reinforcing fibres.
1. Insert orthopédique pour chaussures (1) adaptable individuellement, composé d'un corps
d'insert (2) , servant d'élément d'appui et produit par moulage par injection à partir
d'une matière synthétique thermoplastique présentant une viscoélasticité élevée, dans
les formes finales, adaptées aux formes et aux tailles de pied nécessitant une correction,
c'est-à-dire présentant de l'épaisseur aux points d'appui (3), de la minceur dans
la zone de talon (5) et allant en s'effilant aux zones de transition (4), et dont
la face intérieure est adpatée, dans la zone de talon et d'articulation, à la surface
inférieure de la chaussure, caractérisé en ce que l' on prévoit une couverture d'insert
(6) , en cuir naturel ou en cuir synthétique, comportant une poche pour recevoir le
corps d'insert (2), et en ce que la couverture d'insert (6) est fendue, notamment
par des fentes croisées, dans la zone de l'avant-pied, respectivement dans la zone
des coussinets.
2. Insert de chaussure selon la revendication 1, caractérisé en ce que la face inférieure
du corps d'insert (2) est plane dans la zone du talon et de l'articulation.
3. Insert de chaussure selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la matière
synthétique des corps d'insert (2) est exempte de fibres de renforcement.