[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufruf eines Rundfunkprogrammes in mobilen
Rundfunkempfangsgeräten, die Informationen nach dem Radio-Daten-System (RDS) empfangen
und verarbeiten können und über Speichermöglichkeiten zum Ablegen von Daten, welche
die Empfangsfrequenz und RDS-Daten betreffen, verfügen.
[0002] Mit dem Radio-Daten-System (RDS) werden im UKW-Rundfunk Daten übertragen, welche
dem Hörer zusätzlich zum ausgestrahlten Rundfunkprogramm Informationen übermitteln.
Diese Zusatzinformationen sollen dem Hörer zur Erleichterung des Abstimmvorgangs dienen.
Zu diesem Zweck werden Daten übertragen, die den Programmnamen angeben, so daß der
Hörer nicht erst eine gewisse Zeit zuhören muß oder in einer Frequenztabelle nachschlagen
muß, um zu wissen, welches Programm er eingestellt hat. Große Vorteile für den Empfang
in Autoradios bietet die Ausstrahlung einer AF-Liste. Diese Liste enthält Sendefrequenzen,
auf denen das gleiche Programm ausgestrahlt wird, wie auf der gerade eingestellten
Frequenz.
[0003] Ergänzend zur AF-Liste wird jeweils ein PI-Code, das ist ein Code zur Identifikation
des Programms, ausgestrahlt. Jedem Programm ist ein PI-Code zugeordnet, so daß es
durch Überprüfung dieses Codes möglich ist festzustellen, ob bei einem Wechsel der
Abstimmfrequenz das gleiche Programm wieder empfangen wird.
[0004] In der deutschen Offenlegungsschrift DE-A-37 25 487 wird ein Verfahren beschrieben,
welches die Auswertung der mit dem Radio-Daten-System übertragenen Information betrifft.
[0005] Nach diesem Verfahren werden der AF-Code und/oder der PI-Code ausgewertet, so daß
festgestellt wird, auf welchen alternativen Sendefrequenzen das Programmsignal der
momentanen Empfangsfrequenz noch zu empfangen ist.
[0006] Weiterhin werden durch Auswertung des AF-Codes und des PI-Codes die alternativen
Sendefrequenzen bestimmt, welche anschließend kurzzeitig abgestimmt und auf Empfangsqualität
geprüft werden. Danach wird die Frequenz mit der besten Empfangsqualität eingestellt.
Im weiteren wird ein Verfahren beschrieben, das die Gewinnung von Kriterien für die
Bestimmung der Empfangsqualität angibt. Die Empfängerabstimmung erfolgt dann nach
Maßgabe der Empfangsqualität.
[0007] In der deutschen Offenlegungsschrift DE-A-38 32 455 wird ein Verfahren beschrieben,
mit dem der Wechsel von einer Frequenz eines Programms auf eine besser empfangbare
Frequenz des gleichen Programms durchgeführt werden soll, wenn auf der ersten Frequenz
die Empfangsqualität nicht mehr ausreichend ist, um die RDS-Daten zu verarbeiten.
Der Wechsel vollzieht sich dabei im Wartezustand auf eine Unterbrechung, die durch
einen Verkehrsdurchsage-Ankündigungscode gemeldet wird.
[0008] In der Patentanmeldung EP-A- 0 415 132 der Anmelderin wird ein RDS-Rundfunkempfänger
beschrieben, der bei der Überprüfung der alternativen Frequenzen, die in einem Speicher
abgelegt oder in den empfangenen RDS-Daten enthalten sind, auch solche berücksichtigt,
deren Regionalkennung, d.h. zweite Stelle des PI-Codes, sich von der gerade empfangenen
unterscheidet, wenn kein Sender mit gleichen PI-Code empfangbar ist. Auf diese Weise
wird bei Verlust einer regionalen Programmkette auf ein anderes Programm einer überregionalen
Programmkette umgeschaltet, falls man von einem Regionalbereich in einen anderen fährt.
[0009] Beim bekannten Stand der Technik werden also während des Empfangs oder bei Programmabruf
alternative Frequenzen überprüft, deren PI-Code identisch ist oder sich nur in der
zweiten Stelle, d.h. im Regionalcode, unterscheidet. Wird eine solche alternative
Frequenz gefunden, dann wird der Empfänger darauf abgestimmt, anderenfalls ein Suchlauf
gestartet.
[0010] Bei gespeicherten Einzelstationen ohne Alternativfrequenzen oder in einem schlecht
versorgten Empfangsgebiet, d.h. wenn keine oder wenige alternative Frequenzen existieren,
kann es im mobilen Betrieb jedoch vorkommen, daß bei einem Programmaufruf das Empfangssignal
aufgrund des momentanen ungünstigen Standorts des Empfängers nicht RDS-tauglich ist.
Da keine alternativen Frequenzen vorhanden sind, würde nach den bekannten Verfahren
ein Suchlauf gestartet und auf eine Frequenz abgestimmt, die für den Benutzer eventuell
unerwünscht ist.
[0011] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine Strategie für einen Programmaufruf anzugeben,
bei der die abgerufene Empfangsfrequenz für eine bestimmte Zeit auch dann eingestellt
wird und bleibt, wenn aufgrund der momentan schlechten Empfangslage nach bisher bekanntem
Stand der Technik ein Sendersuchlauf gestartet würde.
[0012] Diese Aufgabe wird gelöst, indem beim Programmaufruf bei der Überprüfung der alternativen
Frequenzen, die im Stationsspeicher enthalten sind, jeder Frequenz ein Rang zugeordnet
wird, der von der Identität des PI-Codes und der Empfangsqualität abhängig ist. Bei
der Empfangsqualität werden die RDS-Qualität (fehlerfreie Codeerkennung) und die HF-Empfangsqualität,
wie Mehrwegempfang, Empfangsfeldstärke und Sendermitte, überprüft. Wenn keine Frequenz
mit ausreichender RDS-Qualität gefunden wird, d.h. wenn die Fehlerrate bei der Decodierung
der RDS-Daten eine zulässige Grenze überschreitet, wird die Frequenz mit der höchsten
Feldstärke eingestellt, sofern aus der HF-Empfangsqualität auf ausreichende Hörqualität
geschlossen wird. Die so eingestellte Frequenz bleibt für eine vorbestimmbare Zeit
eingestellt. Erst wenn in dieser Zeit keine RDS-Identifikation erfolgt, wird ein Suchlauf
nach der gleichen Programmkette gestartet.
[0013] Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden bei einem Programmaufruf die zum Programm
gehörenden Daten in einen Arbeitsspeicher geladen. Im Arbeitsspeicher befinden sich
dann der PI-Code, die alternativen Frequenzen und der Sendername. Beim Programmaufruf
werden alle abgelegten Frequenzen bewertet, wobei die Bewertung nach HF-Empfangsqualität
und möglicher RDS-Decodierung erfolgt. Zur Bewertung wird kurzzeitig auf jede Frequenz
abgestimmt. Es wird der PI-Code und die HF-Qualität, insbesondere die Empfangsfeldstärke
geprüft, und die alternative Frequenz wird mit der Bewertung des Ranges in den Arbeitsspeicher
abgelegt. Die Überprüfung der nächsten Frequenz erfolgt in der gleichen Weise, wobei
die Bewertung des Ranges mit der letzten bzw. der bisher besten Frequenz verglichen
wird. Die beste Frequenz erhält jeweils eine Kennung, die zur späteren Sendereinstellung
benötigt wird, und wird in den Arbeitsspeicher abgelegt.
[0014] Der Arbeitsspeicher wird beim Ablegen der überprüften Frequenzen in mehrere Bereiche
entsprechend der Rangfolge eingeteilt. Innerhalb jedes Bereichs werden die dort abgelegten
Frequenzen nach HF-Empfangsqualität geordnet.
[0015] Die Rangstufen sind so geordnet, daß der Übereinstimmung des PI-Codes des abgerufenen
Programms und der überprüften Frequenz der höchste Rang zugeordnet wird. Die nächste
Stufe umfaßt die Frequenz, deren PI-Code sich in der zweiten Stelle unterscheidet.
Die feldstärkste Frequenz dieser Rangstufe wird eingestellt, wenn bei allen alternativen
Frequenzen, die im Arbeitsspeicher abgelegt sind und die alle überprüft wurden, keine
Frequenz mit gleichem PI-Code gefunden wurde.
[0016] Alle Frequenzen, bei denen keine PI-Code-Identifikation möglich war, erhalten die
dritte Rangstufe. Wenn keine überprüfte Frequenz den beiden höheren Rangstufen zugeordnet
werden konnte, erfolgt die Einstellung einer Frequenz aus der letzten Rangstufe, sofern
bei einer dieser Frequenzen ausreichende Hörqualität, d.h. ausreichend gute HF-Empfangsqualität
gemessen wurden. Ist dies bei mehreren Frequenzen der Fall, wird die beste ausgewählt.
[0017] Bei der Auswahl der besten Frequenz ohne Identifikation des PI-Codes kann in vorteilhafter
Weise noch eine Unterscheidung zwischen Sendern vorgenommen werden, welche erkennbar
RDS-Daten ausstrahlen und Sendern, bei denen keine RDS-Daten erkennbar sind, wobei
ein Sender als RDS-Sender akzeptiert wird, wenn zwei RDS-Datenblöcke in Folge erkannt
werden. Auf fehlerfreie Identifikation des PI-Codes wird in diesem Fall verzichtet.
[0018] Wenn eine Frequenz der letzten Rangstufe eingestellt wurde, bleibt diese für eine
vorbestimmte Zeit, z.B. 20 sec, eingestellt. In dieser Zeit wird versucht, den PI-Code
zu identifizieren. Gelingt dies nicht, wird ein Suchlauf gestartet.
[0019] Bei dieser Art der Rangstufung bei einem Programmaufruf wird für gespeicherte Einzelstationen
eine längere Zeit zur Identifizierung vorgegeben. Wenn also der Programmaufruf gerade
an einem Ort erfolgt, an dem schlechte Empfangsverhältnisse vorliegen, wird nicht
gleich ein Suchlauf gestartet. Wenn man mit dem Auto ein Stück weiterfährt, kann die
Empfangssituation bereits gut sein und die eingestellte Frequenz identifiziert werden.
Es erfolgt in diesem Fall kein unerwünschter Sendersuchlauf innerhalb der gleichen
Programmkette.
[0020] Da bei einem Programmaufruf bei einem RDS-Empfänger der Sendername im Display angezeigt
wird, wird in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung beim Einstellen einer
Frequenz ohne PI-Code-Identifikation nach einer vorbestimmten Zeit statt des Sendernamens
die eingestellte Frequenz angezeigt, da unter Umständen ein anderes Programm eingestellt
sein kann, als das dem Pogrammspeicherplatz zugeordnete.
1. Verfahren zum Aufruf eines Rundfunkprogrammes in Rundfunkempfangsgeräten, die Informationen
nach dem Radio-Daten-System empfangen und verarbeiten können; die über nichtflüchtige
Speicher zum Ablegen von Daten, welche das Programm und RDS-Daten betreffen, verfügen;
die über einen Arbeitsspeicher verfügen, in den bei einem Programmaufruf die zum Programm
gehörenden Daten aus dem nichtflüchtigen Speicher übertragen werden; bei denen bei
einem Programmaufruf die im Arbeitsspeicher abgelegten alternativen Frequenzen auf
Empfangsqualtität geprüft und bewertet werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Einstellen einer der aus dem Arbeitspeicher abgerufenen Empfangsfrequenzen
in der nachstehenden Rangfolge verfahren wird:
a) diejenige Frequenz mit der besten Empfangsqualität wird eingestellt, die den gewünschten
Programmidentifikationscode hat, der aus dem Programmspeicher zuvor übernommen wurde;
b) die Frequenz mit der besten Empfangsqualität wird eingestellt, deren Programmidentifikationscode
sich nur in der zweiten Stelle unterscheidet, wenn im Schritt a) bei keiner der im
Arbeitsspeicher abgelegten Frequenzen, deren Empfangsqualität ausreichend ist, der
gewünschte Programmidentifikationscode erkannt wurde;
c) die Frequenz mit der besten HF-Empfangsqualität und mit auf Vorhandensein erkanntem
RDS-Signal, jedoch zunächst ohne Programmidentifikation,bleibt für eine vorgegebene
Zeit eingestellt, wenn im Schritt a) und b) bei keiner überprüften Frequenz ein identischer
oder nur in der zweiten Stelle unterschiedlicher Programmidentifikationscode erkannt
wurde;
d) nach der vorgegebenen Zeit wird ein Suchlauf nach der gewünschten Programmkette
gestartet, wenn im Schritt c) während der vorgegebenen Zeit keine Programmidentifikation
möglich war.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Einstellung der Frequenz ohne Programmidentifikation für die vorgegebene
Zeit der Sendername auf der Anzeige gelöscht wird und dafür die eingestelle Frequenz
angezeigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Überprüfung und Bewertung aller alternativen Frequenzen die überprüften
Frequenzen entsprechend ihrer Rangfolge gruppenweise und nach Empfangsqualität geordnet
im Arbeitsspeicher sortiert werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Einstellung einer Empfangsfrequenz, bei der kein PI-Code erkannt wird,
eine Frequenz eingestellt wird, bei der erkannt wird, daß RDS-Datensignale ausgestrahlt
werden.
1. Method of calling up a radio programme in radio receivers which are capable of receiving
and processing information by the radio data system, which have nonvolatile memories
for storing data which relate to the programme and the RDS data, which have a working
memory into which the data associated with the programme are transferred from the
nonvolatile memory when a programme is called up, and in which the alternative frequencies
stored in the working memory are tested and assessed for reception quality when a
programme is called up, characterized in that the procedure for tuning to one of the
reception frequencies called up from the working memory is as in the ranking sequence
below:
a) that frequency is tuned to which has the best reception quality and has the desired
programme identification code which was previously transferred from the programme
memory;
b) the frequency having the best reception quality is tuned to whose programme identification
code differs only in the second place if, in step a), the desired programme identification
code was not recognized for any of the frequencies which are stored in the working
memory and whose reception quality is adequate;
c) the frequency having the best RF reception quality and having RDS signal recognized
as present, but initially not having programme identification, remains tuned to for
a specified time if, in step a) and b) an identical programme identification code
or one differing only in the second place was not recognized for any frequency examined;
d) after the specified time, a search for the desired programme network is started
if, in step c) no programme identification was possible during the specified time.
2. Method according to Claim 1, characterized in that, if the frequency not having programme
identification is tuned to, the station name on the display is erased for the specified
time and the frequency tuned to is displayed instead.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that, during the examination and
assessment of all the alternative frequencies, the frequencies examined are sorted
and arranged in the working memory in accordance with their ranking sequence groupwise
and according to reception quality.
4. Method according to one or more of Claims 1 to 3, characterized in that, when a reception
frequency is tuned to for which no PI code is recognized, a frequency is tuned to
for which it is known that RDS data signals are broadcast.
1. Procédé pour appeler un programme de radiodiffusion dans des récepteurs radio mobiles,
qui peuvent recevoir et traiter des informations conformément au système radio - transmission
de données RDS , et qui disposent d'une mémoire non volatile pour la mémorisation
de données, qui concernent le programme et des données RDS, et qui disposent d'une
mémoire de travail, dans laquelle les données associées au programme sont transmises
à partir de la mémoire non volatile, lors d'un appel de programme, et dans lesquelles,
lors d'un appel du programme, les fréquences de remplacement, mémorisées dans la mémoire
de travail, sont contrôlées et évaluées en ce qui concerne la qualité de réception,
caractérisé en ce que lors du réglage de l'une des fréquences de réception appelées
à partir de la mémoire de travail, on procède selon la séquence suivante :
a) on règle la fréquence possédant la meilleure qualité de réception et qui possède
le code désiré d'identification de programme, qui a été transféré au préalable à partir
de la mémoire de programme;
b) on règle la fréquence possédant la meilleure qualité de réception, dont le code
d'identification de programme diffère uniquement au niveau de la seconde position,
lorsque lors du pas a), le code désiré d'identification de programme n'a été identifié
pour aucune des fréquences mémorisées dans la mémoire de travail et dont la qualité
de réception est suffisante;
c) la fréquence fournissant la meilleure qualité de réception HF et avec le signal
RDS, dont la présence est identifiée, mais tout d'abord sans identification de programme,
reste réglée pendant un intervalle de temps prédéterminé lorsque, lors des étapes
a) et b), aucun code identique d'identification de programme ou un code d'identification
de programme, qui diffère uniquement au niveau de la seconde position, n'a été identifié
pour aucune fréquence contrôlée;
d) au bout de l'intervalle de temps prédéterminé, un cycle de recherche de la chaîne
désirée de programme est déclenché lorsque, lors de l'étape c), aucune identification
de programme n'a été possible pendant un intervalle de temps prédéterminé.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que lors du réglage de la fréquence
sans identification de programme pendant un intervalle de temps prédéterminé, le nom
de l'émission est effacé sur l'affichage, et à cet effet, la fréquence réglée est
affichée.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que dans le cas du contrôle
et de l'évaluation de toutes les fréquences de remplacement, les fréquences contrôlées
sont triées par groupes en fonction de leurs séquences ordonnées et en étant rangées
dans la mémoire de travail en fonction de la qualité de réception.
4. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que lors
du réglage d'une fréquence de réception, pour laquelle aucun code PI n'est identifié,
on règle une fréquence, pour laquelle le fait que des signaux de données RDS sont
émis, est identifié.