[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Füllen des Innenraumes von Isolierglasscheibenrohlingen,
die aus wenigstens zwei Glasscheiben und einem zwischen diesen angeordneten Abstandhalterrahmen
bestehen, mit einem anderen Gas als Luft, insbesondere mit Argon, wobei eine spaltförmige
Öffnung für das Zuführen von Gas und das Abziehen von Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch gebildet
wird, indem eine der Glasscheiben des Isolierglasscheibenrohlings unter elastischem
Biegen dieser Glasscheibe im Abstand vom Abstandhalterrahmen gehalten wird, wenn der
Isolierglasscheibenrohling nach dem Zusammenstellen des Scheibenpaketes in einer Presse
zwischen Preßplatten im wesentlichen vertikal stehend gepreßt wird, wobei durch die
so gebildete, spaltförmige Öffnung in den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings
Gas eingeblasen und Luft bzw. Luft-GasGemisch aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings
abgezogen wird (WO 89/11021).
[0002] Solche Füllgase sind z.B. Argon oder ein sogenanntes Schwergas, wie Schwefelhexafluorid.
[0003] Für das Füllen des Innenraumes von Isolierglasscheiben mit einem von Luft abweichenden
Gas, z.B. mit Argon oder mit Schwefelhexafluorid sind schon die verschiedensten Techniken
vorgeschlagen worden. Bei einer der bekannten Arbeitsweisen werden Sonden zum Zuführen
des Gases, das die Luft im Innenraum der Isolierglasscheibe ersetzen soll, und eine
Sonde zum Absaugen von Luft- bzw. Luft- Gas-Gemisch durch im Abstandhalter zwischen
den Glastafeln der Isolierglasscheibe vorgesehene Bohrungen eingeführt und dann der
Gastausch ausgeführt. Diese Arbeitstechnik ist insoferne nachteilig, als im Abstandhalter
Löcher gebohrt werden müssen, die dann nach beendetem Gastausch wieder dicht verschlossen
werden müssen. Derartige Arbeitstechniken sind beispielsweise aus der DE-C 30 25 122,
der DE-A 31 17 256 oder der US-A 2 756 467 bekannt. Verfahren zum Füllen von Isolierglasscheiben
mit Sondergas sind auch aus der EP-A-276 647 und 324 333 bekannt, welche Verfahren
das Herstellen und nachträgliche Verschließen von Öffnungen im Abstandhalterrahmen
umfassen.
[0004] Bei einer anderen Arbeitstechnik wurde vorgeschlagen, den Umstand auszunützen, daß
Isolierglasscheiben nach dem Zusammenstellen der Scheibenpakete in Vorrichtungen,
wie sie beispielsweise aus der DE-C 28 20 630 oder der DE-C 31 22 736 bekannt sind,
am unteren, horizontalen Rand des zusammengestellten Scheibenpaktes zwischen dem Abstandhalterrahmen,
der auf einer der beiden Glasscheiben angesetzt ist und der an diesen angelehnten
Glastafel einen Spalt aufweisen. Es wurde vorgeschlagen, durch diesen Spalt das Gas,
das die Luft im Innenraum der Isolierglasscheibe ersetzen soll, einzuführen (AT-B
368 985).
[0005] Eine Arbeitsweise, bei welcher der Gastausch durch einen Spalt im Bereich des unteren
horizontalen Schenkels eines Abstandhalterrahmens erfolgen soll, ist aus der DE-A
34 02 323 bekannt.
[0006] Es ist auch bekannt (WO 89/11021), eine Öffnung für den Gasaustausch in einen Isolierglasscheibenrohling
zwischen dem Abstandhalterrahmen und einer der Glasscheiben des Isolierglasscheibenrohlinges
dadurch zu bilden, daß beispielsweise im Bereich einer Seitenkante des Isolierglasscheibenrohlinges
die eine Glasscheibe von mehreren Saugköpfen unter Ausbilden einer Wölbung in der
Glasscheibe vom Abstandhalterrahmen abgehoben wird. In der WO 89/11021 wird auch vorgeschlagen,
die eine Glasscheibe an zwei Ecken vom Abstandhalterrahmen wegzubiegen und so zwei
einander diagonal gegenüberliegende Öffnungen zu bilden. Die aus der WO 89/11021 bekannte
Verfahrensweise ist insoferne nachteilig, als eine nach mehreren Richtungen verlaufende
Krümmung entsteht und so eine erhöhte Bruchgefahr der abgehobenen Glasscheibe entsteht.
Außerdem sind für das Abheben der Glasscheibe vom Abstandhalterrahmen längs einer
Seitenkante oder im Bereich von zwei Ecken hohe Kräfte erforderlich.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das aus der WO 89/11021 bekannte Verfahren
in der Weise zu verbessern, daß nicht nur der eigentliche Gastausch einfach und rasch
erfolgt sondern daß auch das Herstellen und nachträgliche Verschließen von Löchern
im Abstandhalterrahmen vermieden wird, ohne daß die Nachteile der oben geschilderten
Verfahren, bei welchen der Gasaustausch über einen Spalt im Bereich des unteren horizontalen
Schenkels des Abstandhalterrahmens erfolgt, auftreten.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß eine der Glasscheiben des
Isolierglasscheibenrohlinges im Bereich nur einer unteren Ecke des Isolierglasscheibenrohlings
im Abstand vom Abstandhalterrahmen gehalten wird, während der übrige Teil dieser Glasscheibe
durch die Preßplatten in Anlage an den Abstandhalterrahmen gehalten wird, daß mittels
einer Sonde Gas mit einer im wesentlichen parallel zum unteren horizontalen Schenkel
des Abstandhalterrahmens ausgerichteten Strömungsrichtung in den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings
geblasen wird und daß mittels einer Sonde Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch durch einen Bereich
der spaltförmigen Öffnung aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings abgezogen
wird, der oberhalb des Bereiches der spaltförmigen Öffnung liegt, durch den Gas in
den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings eingeblasen wird.
[0009] Dadurch, daß beim erfindungsgemäßen Verfahren beim Verpressen des aus der Zusammenbaustation
kommenden Scheibenpaketes zu einem Isolierglasscheibenrohling im Bereich einer Ecke
- bevorzugt geht man so vor, daß man das Scheibenpaket im wesentlichen vertikal stehend
verpreßt und die eine Scheibe im Bereich einer der unteren Ecken im Abstand vom Abstandhalterrahmen
hält - offengehalten wird, kann der Gastausch ohne die Nachteile der oben geschilderten,
bekannten Arbeitsweisen auch ohne das Herstellen von Löchern im Abstandhalterrahmen
ausgeführt werden.
[0010] Der Gastausch erfolgt besonders rasch und einfach, wenn so vorgegangen wird, daß
aus der Sonde zum Zuführen von Gas ein im wesentlichen parallel zum unteren, horizontalen
Schenkel des Abstandhalterrahmens ausgerichteten Gasstrom in den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges
geblasen wird. Bei dieser Arbeitsweise wird eine Vermischung des zugeführten Gases
mit dem abströmenden Luft- bzw. Luft-Gas-Gemisch weitestgehend verhindert, da sich
das Gas, welches die Luft im Scheibeninnenraum ersetzen soll, in breiter Front von
der der Einfüllstelle gegenüberliegenden Seite auf die Einfüllseite zu fortschreitend
bewegt und dabei das Luft-Gas-Gemisch bzw. die Luft nach und nach unter Verdichtung
zur Absaugsonde hin drückt.
[0011] Bei einer Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird so vorgegangen, daß man
Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings in einem
Ausmaß abzieht, daß während des Gastausches im Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings
ein Druck herrscht, der höher ist als der Umgebungsdruck. Diese Arbeitsweise hat den
Vorteil, daß besondere Abdichtungsmaßnahmen entbehrlich sind und dennoch keine Luft
in den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges eingesaugt wird, wobei die dabei
entstehenden Verluste vernachläßigbar sind, insbesondere wenn der Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges
mit Argon oder einem ähnlich billigen Gas gefüllt wird.
[0012] Nach Beendigung des Gastausches kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren so vorgegangen
werden, daß der Isolierglasscheibenrohling auch im Bereich der offen gehaltenen Ecke
verpreßt wird.
[0013] Gemäß einer anderen Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß
man zum Abziehen von Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch eine Sonde verwendet, die oberhalb
der Sonde zum Zuführen von Gas angeordnet ist und die eine schräg nach oben gerichtete
und von der Sonde zum Zuführen von Gas wegweisende Mündung zum Abziehen von Luft bzw.
Luft-Gas-Gemisch aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings aufweist. Bei dieser
Ausführungsform wird zuverlässig verhindert, daß das durch die eine Sonde eingeführte
Gas (beispielsweise Argon) durch die andere Sonde gleich wieder abgesaugt wird.
[0014] Da beim erfindungsgemäßen Verfahren die Sonden nicht durch Bohrungen, sondern durch
den offenen Bereich im Eck in den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges eingeführt
werden, können diese beim erfindungsgemäßen Verfahren auch, wenn die Sonden in unterschiedliche
Richtungen, z.B. voneinander wegweisen, gleichzeitig in den Innenraum der Isolierglasscheibe
eingeführt werden.
[0015] Die Menge an Gas, die beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendet wird, kann einfach
dadurch bestimmt werden, daß man den Gastausch so lange fortsetzt, bis im über die
eine Sonde abgesaugten Luft-Gas-Gemisch der Anteil an Luft einen vorgegebenen Wert
unterschreitet. Alternativ oder ergänzend kann man das Volumen des Innenraumes des
Isolierglasscheibenrohlinges berechnen und in den Innenraum der Isolierglasscheibe
eine Menge Gas in den Innenraum einführen, die dem berechneten Volumen vermehrt um
einen vorgegebenen Bruchteil dieses Volumens entspricht.
[0016] Eine Vorrichtung, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders
geeignet ist, besitzt zwei Preßplatten, die zum Verpressen des im wesentlichen vertikal
stehenden Isolierglasscheibenrohlings einander angenähert werden können, eine Sonde
zum Einleiten von Gas in den Raum zwischen den Glasscheiben des Isolierglasscheibenrohlings
und eine Sonde zum Abziehen von Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings,
wobei an einer der Preßplatten eine Saugvorrichtung vorgesehen ist, mit welcher eine
der Glasscheiben des Isolierglasrohlings im Abstand vom Abstandhalterrahmen gehalten
wird, indem sie unter elastischer Verformung vom Abstandhalterrahmen weggebogen wird.
Die Saugvorrichtung ist im Bereich einer unteren Ecke einer der Platten der Presse
vorgesehen, wobei der Bereich der Preßplatte, in dem die Saugvorrichtung vorgesehen
ist, mit dem übrigen Teil der Preßplatte verschwenkbar verbunden ist.
[0017] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung, in der auf die angeschlossene Zeichnung Bezug genommen wird. In den
Fig. 1 bis 3 sind drei Phasen beim Gastausch, bei dem Luft im Innenraum eines Isolierglasscheibenrohlings
durch ein Gas ersetzt wird, gezeigt und
Fig. 4 zeigt schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0018] Ein Scheibenpaket 1, das aus einer Zusammenbaustation kommt, wobei die Deckscheibe
nur oben am Abstandhalterrahmen anlehnt und unten einen Abstand von diesem aufweist,
wird in eine Presse gefördert. In der Presse (z.B. eine der aus der DE-PS 31 30 645
bekannten Bauart) wird das Scheibenpaket verpreßt und dabei die Deckscheibe in einer
unteren Ecke 2 des Scheibenpaktes, vorzugsweise der vorderen, unteren Ecke im Abstand
vom Abstandhalterrahmen gehalten und/oder vom Abstandhalterrahmen abgehoben bzw. zum
Abstandhalterrahmen auf Abstand gehalten.
[0019] Durch den Spalt im Bereich der einen unteren Ecke 2, der also beim Verpressen des
Isolierglasscheibenrohlinges offen bleibt, werden zwei an einem gewinkelten Träger
3 nahe beieinander montierte Sonden 4 und 5, über die der Gastausch erfolgt, in den
Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges eingeführt. Dabei ist die das Sondergas
(z.B. Argon) zuführende Sonde 4 horizontal ausgerichet und bläst den Gasstrom mit
hoher Geschwindigkeit parallel zum unteren, horizontalen Schenkel des Abstandhalterrahmens
in den Zwischenraum zwischen den Glasscheiben ein.
[0020] Die zweite, am gewinkelten Träger 3, der von außen an die Ecke 2 des Isolierglasscheibenrohlinges
1, gegebenenfalls unter Zwischenfügung einer Dichtung (elastischer Schaumstoff) angelegt
wird, montierte Sonde 5 weist eine Mündung auf, die schräg nach oben gerichtet ist,
und dient zum Absaugen von aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges verdrängter
Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch.
[0021] Der Gastausch wird so durchgeführt, daß im Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges
stets ein wenigstens kleiner Überdruck herrscht, so daß kontinuierlich Gas getauscht
werden kann und allenfalls überschüssige Luft bzw. Gas-Luft-Gemisch aus dem Innenraum
verdrängt wird, was nicht stört, da das Füllgas, insbesondere wenn es sich um Argon
handelt, nicht teuer ist.
[0022] Durch das Einblasen von Füllgas mit hoher Geschwindigkeit parallel zum unteren horizontalen
Schenkel des Abstandhalterrahmens folgt der Gasstrom den Innenumfang des Abstandhalterrahmens
und verdichtet sich zur Mitte hin, so daß nach und nach Luft in einem zunehmend kleiner
werdenden Bereich verdichtet und aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges
verdrängt wird, wie dies in den Fig. 1 bis 3 durch die "Front" 6 zwischen dem Füllgas
und der Luft angedeutet ist.
[0023] Die Steuerung des Gasfüllens erfolgt entweder durch Messen des Restsauerstoffgehaltes
im aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges abgezogenen Gas-Luft-Gemisch,
durch Bestimmung der Zusammensetzung des Luft-Gas-Gemisches im Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges
und/oder durch Ermittlen (Berechnen) des Volumens des Scheibeninnenraums und Zuführen
einer entsprechend dosierten Gasmenge, wobei ein gewisser Verlust wegen des herrschenden
Überdrucks dadurch berücksichtigt wird, daß die berechnete Volumensmenge um einen
z.B. empirisch festgelegten Bruchteil vergrößert wird.
[0024] Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen darin, daß kontinuierlich gearbeitet
werden kann und nicht ständig zwischen Einblasen und Absaugen gewechselt werden muß.
Auch entfallen bei der erfindungsgemäßen Arbeitsweise das Bohren und nachträgliche
Verschließen von Öffnungen im Abstandhalterrahmen, durch welche die Sonden einzuführen
sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die Vermischung zwischen zugeführtem
Gas und Luft im Innenraum des Isolierglasscheibenrohlinges in Grenzen gehalten wird,
da eine derartige Vermischung nur in beschränktem Ausmaß eintritt.
[0025] Eine in Fig. 4 schematisch angedeutete Presse besitzt zwei Preßplatten 10 und 11,
die relativ zueinander beweglich sind, wie dies für Pressen zum Verpressen von Isolierglasrohlingen
an sich bekannt ist. Die Konstruktion der Presse mit den Platten 10 und 11 und der
Antrieb zum Verstellen der beweglichen Preßplatte, z.B. der Platte 11, kann eine Konstruktion
besitzen wie sie an sich bekannt ist. Beispiele für im vorliegenden Zusammenhang verwendbare
bekannte Preßvorrichtungen sind in der AT-PS 385 499 oder in der am 15. Juni 1990
bekanntgemachten österr. Patentanmeldung A 2956/87 beschrieben. Wie aus Fig. 4 ersichtlich,
ist nur ein unterer Eckbereich 12 der Preßplatte 11 gegenüber der Preßplatte 11 verschwenkbar
und mit dieser über Scharniere 13 und 14 verbunden. Zum Verschwenken des Eckbereiches
12 der Preßplatte 11 ist ein Druckmittelzylinder 15 vorgesehen, der einerseits bei
16 mit der Preßplatte 11 und anderseits über einen von dem Eckbereich 12 abstehenden
Ansatz 17 mit diesem verbunden ist. Durch Betätigen des Druckmittelzylinders 15 kann
der Eckbereich 12 in Richtung des Doppelpfeiles 18 (Fig. 4) hin und her verschwenkt
werden.
[0026] Wie aus Fig. 4 ersichtlich, sind im Eckbereich 12 der Preßplatte 11 im gezeigten
Ausführungsbeispiel zwei Saugköpfe 19 und 20 vorgesehen, die über Leitungen 21, 22
mit Unterdruck beaufschlagt werden können. Die Saugköpfe 19 und 20 legen sich an die
eine Glasscheibe des Isolierglasscheibenrohlinges 1 an, so daß in dessen Ecke 2 durch
Betätigen des Druckmittelzylinders 15 und Verschwenken des Eckbereiches 12 der Preßplatte
11 die eine Glasscheibe vom zwischen den beiden Glasscheiben des Isolierglasscheibenrohlinges
1 befindlichen Abstandhalterrahmen abgehoben wird.
[0027] Sobald dies geschehen ist, wird in die so gebildete Öffnung die Sonde 4 und die Sonde
5 eingeführt, wobei sich der winkelförmige Träger 3 an den Isolierglasscheibenrohling
1 im Bereich der Ecke 1' desselben, wie oben erwähnt, an den Außenumfang des Isolierglasscheibenrohlinges
1 anlegt. Sobald der Gasaustausch wie weiter oben beschrieben erfolgt ist, wird der
Träger 3 mit den Sonden 4 und 5 wieder entfernt, wozu eine nicht näher gezeigte Betätigungsvorrichtung
für die Halterung 3 vorgesehen ist, und der Druckmittelzylinder 15 so betätigt, daß
der Eckbereich 12 der Platte 11 wieder zurückschwenkt und so der Isolierglasscheibenrohling
auch im Bereich der zunächst noch offenen Ecke 2 verpreßt.
[0028] Nachdem der Preßvorgang und der Gasaustausch so beendet ist, wird die Presse geöffnet,
indem die Preßplatte 11 von der Preßplatte 10 wegbewegt wird und der so mit Gas, beispielsweise
Argon, gefüllte Isolierglasscheibenrohling 1 aus der Presse gefördert und beispielsweise
einer Versiegelungsstation zugeführt.
1. Verfahren zum Füllen des Innenraumes von Isolierglasscheibenrohlingen (1), die aus
wenigstens zwei Glasscheiben und einem zwischen diesen angeordneten Abstandhalterrahmen
bestehen, mit einem anderen Gas als Luft, insbesondere mit Argon, wobei eine spaltförmige
Öffnung für das Zuführen von Gas und das Abziehen von Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch gebildet
wird, indem eine der Glasscheiben des Isolierglasscheibenrohlings (1) unter elastischem
Biegen dieser Glasscheibe im Abstand vom Abstandhalterrahmen gehalten wird, wenn der
Isolierglasscheibenrohling (1) nach dem Zusammenstellen des Scheibenpaketes in einer
Presse zwischen Preßplatten (10, 11) im wesentlichen vertikal stehend gepreßt wird,
wobei durch die so gebildete, spaltförmige Öffnung in den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings
(1) Gas eingeblasen und Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings
(1) abgezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Glasscheiben des Isolierglasscheibenrohlinges
(1) im Bereich nur einer unteren Ecke des Isolierglasscheibenrohlings (1) im Abstand
vom Abstandhalterrahmen gehalten wird, während der übrige Teil dieser Glasscheibe
durch die Preßplatten (10, 11) in Anlage an den Abstandhalterrahmen gehalten wird,
daß mittels einer Sonde (4) Gas mit einer im wesentlichen parallel zum unteren horizontalen
Schenkel des Abstandhalterrahmens ausgerichteten Strömungsrichtung in den Innenraum
des Isolierglasscheibenrohlings (1) geblasen wird und daß mittels einer Sonde (5)
Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch durch einen Bereich der spaltförmigen Öffnung aus dem Innenraum
des Isolierglasscheibenrohlings (1) abgezogen wird, der oberhalb des Bereiches der
spaltförmigen Öffnung liegt, durch den Gas in den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings
(1) eingeblasen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Zuführen von Gas in
den Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings (1) eine Sonde (4) verwendet, die im
wesentlichen parallel zum unteren horizontalen Schenkel des Abstandhalterrahmens ausgerichtet
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch
aus dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings (1) in einem Ausmaß abzieht, daß
während des Gastausches im Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings (1) ein Druck
herrscht, der höher ist als der Umgebungsdruck.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Isolierglasscheibenrohling
(1) nach beendetem Gastausch auch im Bereich seiner bisher offen gehaltenen Ecke gepreßt
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Abziehen
von Luft bzw. Luft-Gas-Gemisch eine Sonde (5) verwendet, die oberhalb der Sonde (4)
zum Zuführen von Gas angeordnet ist und die eine schräg nach oben gerichtete und von
der Sonde (4) zum Zuführen von Gas wegweisende Mündung zum Abziehen von Luft bzw.
Luft-Gas-Gemisch aus dem Innenraum des Isolierglasscheibcnrohlings (1) aufweist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß beide Sonden
(4, 5) gleichzeitig mit dem Innenraum des Isolierglasscheibenrohlings (1) in Verbindung
gebracht werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man den Gastausch
so lange fortsetzt, bis im abgezogenen Luft-Gas-Gemisch der Anteil an Luft einen vorgegebenen
Wert unterschreitet.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man das Volumen
des Innenraumes des Isolierglasscheibenrohlings (1) berechnet und in den Innenraum
des Isolierglasscheibenrohlings (1) eine Menge Gas einführt, die dem berechneten Volumen
vermehrt um einen vorgegebenen Bruchteil dieses Volumens entspricht.
1. Method for filling the internal space of clots for insulating glass panels (1) comprising
at least two glass panes with a spacer frame disposed therebetween, with a gas other
than air, especially with argon, a slot-shaped opening being formed for the introduction
of gas and the extraction of air or air/gas mixture, one of the glass panes of the
clot for insulating glass panels (1) being bent resiliently and held apart from the
spacer frame when the clot for insulating glass panels (1), after assembly of the
bundle of panes in a press, are pressed in a press between press plates (10, 11) in
a substantially vertical upright configuration, gas being blown through the slot-shaped
opening thus formed into the internal space of the clot for insulating glass panels(1),
and air or air/gas mixture being extracted from the internal space of the clot for
insulating glass panels (1), characterised in that one of the glass panes of the clot
for insulating glass panels (1) is held away from the spacer frame in the region of
only one lower corner of the clot, whereas the remaining portion of this glass pane
is held in contact against the spacer frame by the press plates (10, 11), in that
gas is blown by means of a probe (4) into the internal space of the clot for insulating
glass panels (1) with a direction of flow substantially parallel to the lower horizontal
leg of the spacer frame, and in that air or air/gas mixture is extracted by means
of a probe (5) through an area of the slot-shaped opening from the internal space
of the clot for insulating glass panels (1) which lies above the region of the slot-shaped
opening through which gas is blown into the internal space of the clot for insulating
glass panels (1).
2. Method according to claim 1, characterised in that, in order to introduce gas into
the internal space of the clot for insulating glass panel (1) , a probe (4) is used
which is oriented substantially parallel to the lower horizontal leg of the spacer
frame.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that air or air/gas mixture is
extracted from the internal space of the clot for insulating glass panel (1) to such
an extent that, during the gas exchange in the internal space of the clot for insulating
glass panel (1), a pressure obtains which is higher than the ambient pressure.
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that the clot for insulating
glass panel (1) is pressed in the area of its corner which was previously held open,
after gas exchange has been completed.
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterised in that, in order to extract
air or air/gas mixture, a probe (5) is used, which is disposed above the probe (4)
for introducing air or air/gas mixture, and which has a mouth, oriented obliquely
upwards and pointing away from the probe (4) for introducing gas or air/gas mixture,
and serving to extract air or air/gas mixture from the internal space of the clot
for insulating glass panel (1).
6. Method according to one of claims 1 to 5, characterised in that both probes (4, 5)
are simultaneously brought into connection with the internal space of the clot for
insulating glass panel (1).
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterised in that the gas exchange is
continued until the proportion of air in the air/gas mixture falls below a predetermined
value.
8. Method according to one of claims 1 to 7, characterised in that the volume of the
internal space of the clot for insulating glass panel (1) is calculated, and an amount
of gas is introduced into the internal space of the clot for insulating glass panel
(1) which corresponds to the calculated volume, increased by a predetermined fraction
of this volume.
1. Procédé pour le remplissage au moyen d'un gaz autre que l'air, notamment avec de l'argon,
de l'espace entre verres de vitrages isolants (1) bruts qui se composent d'au moins
deux verres et d'un intercalaire placé entre ceux-ci, une ouverture en forme de fente
pour l'introduction de gaz et l'extraction de l'air ou du mélange air - gaz étant
ménagée en maintenant l'un des vertes du vitrage isolant (1) brut éloigné de l'intercalaire
par flexion élastique dudit verre lorsque, après assemblage du paquet de verres, le
vitrage isolant (1) brut est pressé en position sensiblement verticale dans une presse
entre des plaques de pression (10, 11), du gaz étant injecté dans l'espace entre verres
du vitrage isolant (1) brut et de l'air ou du mélange air - gaz étant extrait de l'espace
entre verres dudit vitrage à travers l'ouverture en forme de fente ainsi formée, caractérisé
par le fait que l'on maintient l'un des vertes du vitrage isolant brut (1) écarté
de l'intercalaire seulement dans la région d'un angle inférieur du vitrage isolant
(1) brut tandis que le reste dudit verre est maintenu appliqué contre l'intercalaire
au moyen des plaques de pression (10, 11), par le fait qu'au moyen d'une sonde (4)
on envoie du gaz dans l'espace entre verres du vitrage isolant (1) brut avec une direction
d'écoulement sensiblement parallèle à l'aile horizontale de l'intercalaire et par
le fait qu'à l'aide d'une sonde (5), on extrait de l'air ou du mélange air - gaz de
l'espace entre vertes du vitrage isolant (1) brut à travers une zone de l'ouverture
en forme de fente, qui est située au-dessus de l'ouverture en forme de fente par laquelle
le gaz est injecté dans l'espace entre verres du vitrage isolant (1) brut.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que pour introduire le gaz
dans l'espace entre verres du vitrage isolant (1) brut on utilise une sonde (4) qui
est orientée sensiblement parallèlement à l'aile horizontale de l'intercalaire.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que l'on extrait de
l'air ou du mélange air - gaz de l'espace entre vertes du vitrage isolant (1) brut
de manière telle que pendant l'échange de gaz à l'intérieur de l'espace entre verres
dudit vitrage (1) il règne une pression qui est supérieure à la pression ambiante.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait qu'une fois
l'échange de gaz terminé, on applique une pression sur le vitrage isolant (1) brut
également dans la région de son angle maintenu ouvert jusque là.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé par le fait que pour extraire
de l'air ou du mélange air - gaz, on utilise une sonde (5) qui est disposée au-dessus
de la sonde (4) d'introduction de gaz et présente une embouchure pour le prélèvement
d'air ou de mélange gaz - air dans l'espace entre verres du vitrage isolant (1) brut
qui est coudée vers le haut et s'écarte de la sonde (4) d'introduction de gaz.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée par le fait que les deux
sondes (4, 5) sont amenées simultanément en communication avec l'espace entre verres
du vitrage isolant (1) brut.
7. Procedé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée par le fait que l'on maintient
l'échange de gaz jusqu'à ce que la proportion d'air dans le mélange gaz - air extrait
soit inférieure à une valeur prédéterminée.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisée par le fait que l'on calcule
le volume de l'espace entre verres du vitrage isolant (1) brut et on introduit dans
ledit espace dudit vitrage isolant (1) une quantité de gaz qui correspond au volume
calculé plus une fraction prédéterminée dudit volume.