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EP 0 446 822 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.06.1995 Patentblatt 1995/23 |
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Anmeldetag: 09.03.1991 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: D04H 3/16 |
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Trägerbahn für Dachunterspannbahnen
Support web for roof foundation webs
Voile support pour travées de sous-pente de toiture
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK FR GB GR LI LU NL SE |
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Priorität: |
14.03.1990 DE 4008043
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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18.09.1991 Patentblatt 1991/38 |
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Patentinhaber: HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT |
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65926 Frankfurt am Main (DE) |
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Erfinder: |
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- Zerfass, Karl-Christian
W-8903 Bobingen (DE)
- Kaulich, Franz
W-8903 Bobingen (DE)
- Schöps, Michael
W-8934 Grossaitingen (DE)
- Wagner, Hans, Dr.
W-8903 Bobingen (DE)
- Weiter, Bertrand Claude
W-8900 Augsburg (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 042 150 EP-A- 0 176 847 EP-A- 0 359 165
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EP-A- 0 049 732 EP-A- 0 242 524
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Trägerbahn für Dachunterspannbahnen sowie eine mit dieser
Trägerbahn hergestellte Dachunterspannbahn.
[0002] Dachunterspannbahnen werden bekanntlich unter den Ziegeln oder Schieferplatten von
Steildächern oder dergl. als Schutz gegen Flugschnee, Staub usw. angebracht. Dachunterspannbahnen
sollen einerseits wasserundurchlässig und andererseits luft- und dampfdurchlässig
sein. Außerdem sollen sie eine hohe Festigkeit, insbesondere Weiterreißfestigkeit,
haben, um z.B. bei einem Unfall das Gewicht des Dachdekkers aufnehmen zu können.
[0003] Weit verbreitet sind Dachunterspannbahnen aus gitterbewehrten Folien. Diese Folien
weisen zwar eine gute Reißfestigkeit auf; unbefriedigend bleibt aber die Weiterreißfestigkeit
und häufig auch die Dampfdurchlässigkeit.
[0004] Aus der DE-OS 34 25 794 ist eine Dachunterspannbahn aus einer Polyurethanfolie bekannt,
die mit einer Vliesschicht aus z.B. Polyester belegt ist. In der Beschreibungseinleitung
dieser Offenlegungsschrift wird eine Unterspannbahn erwähnt, die aus hochreißfestem
Polyester-Spinnvlies besteht und mit einer wasserabweisenden und atmungsaktiven Spezialbeschichtung
in Form einer Paste versehen ist. Über den Aufbau der verwendeten Polyester-Vliesstoffe
läßt sich dieser Veröffentlichung jedoch nichts entnehmen.
[0005] Die EP-PS 0027750 beschreibt eine Trägerbahn für eine Dachunterspannbahn, die aus
einem Faservlies aus Polypropylen, Polyethylen, Polyester oder Polyvinyl besteht und
ein Flächengewicht zwischen 85 und 200 g/m
2 aufweist. Zur Herstellung der Dachunterspannbahn wird das Faservlies auf einer Seite
mit einer Bitumenschicht versehen, indem das Faservlies mit dem Bitumen warm bestrichen
und dann einer Abkühlung unterzogen wird, um Mikrolöcher oder Mikrorisse hervorzurufen.
Auch dieser Druckschrift läßt sich jedoch hinsichtlich des Aufbaus des Faservlieses
- abgesehen von dem verwendeten Fasermaterial und dem Flächengewicht - nichts entnehmen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Trägerbahn für Dachunterspannbahnen
zu schaffen, die für eine hohe Festigkeit, insbesondere Weiterreißfestigkeit der Dachunterspannbahn
sorgt und die eine gute Dimensionsstabilität selbst bei hohen Verarbeitungstemperaturen
besitzt.
[0007] Ausgehend von einer Trägerbahn für Dachunterspannbahnen, die aus einem Spinnvlies
aus Polyester, insbesondere Polyethylenterephthalat-Filamenten besteht, wird diese
Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Spinnvlies ein Flächengewicht von
50 bis 100 g/m
2 bei einem Einzeltiter der Filamente von 1 bis 8 dtex aufweist und durch einen Schmelzbinder
bestehend aus einem Polymer mit einem Schmelzpunkt, der niedriger liegt als der Schmelzpunkt
der tragenden Filamente verfestigt ist.
[0008] Wie in Versuchen festgestellt wurde, erhält die Trägerbahn aufgrund des erfindungsgemäßen
Aufbaus des Spinnvlieses eine gute Dimensionsstabilität selbst bei hohen Verarbeitungstemperaturen.
Dies ist für die Herstellung von Dachunterspannbahnen von Bedeutung, bei denen die
Trägerbahn mit Bitumen versehen wird. Insbesondere beim Tränken der Trägerbahn mit
Bitumen herrschen Verarbeitungstemperaturen von 160 bis 180
° C. Wie sich gezeigt hat, besitzt die erfindungsgemäß ausgebildete Trägerbahn selbst
bei diesen hohen Temperaturen eine gute Dimensionsstabilität, was für die Verarbeitung
der Trägerbahn von wesentlicher Bedeutung ist. Trägerbahnen aus Polypropylen, das
einen Erweichungspunkt von ca. 156°C hat, sind dagegen beispielsweise für eine Bituminierung
weniger geeignet.
[0009] Wie bereits erwähnt, wird die Trägerbahn zur Herstellung einer Dachunterspannbahn
vorzugsweise in Verbindung mit Bitumen verwendet. Hierbei wird die Trägerbahn vorzugsweise
mit Bitumen getränkt; stattdessen kann die Trägerbahn auch mit Bitumen beschichtet
werden, wobei sie vorzugsweise beidseitig mit Bitumen beschichtet wird.
[0010] Bei der erfindungsgemäß ausgebildeten Trägerbahn ergeben sich eine Weiterreißfestigkeit
in der Größenordnung von 20 N bis 80 N, eine Nagelausreißfestigkeit von 50 N bis 180
N und eine Perforationsstabilität von 400 N bis 1200 N. Hierbei wird die Weiterreißfestigkeit
nach DIN 53356, die Nagelausreißfestigkeit nach UEATC-Norm und die Perforationsstabilität
nach DIN 54307 bestimmt.
[0011] Statt Bitumen könnte jedoch auch ein anderes Material, z.B. Polyethylen oder Polyvinylchlorid
mit dem erfindungsgemäßen Spinnvlies verwendet werden.
[0012] Das geringe Flächengewicht des Spinnvlieses ist vorteilhaft im Hinblick auf die Dampfdurchlässigkeit
sowie den Materialverbrauch. Vorzugsweise beträgt das Flächengewicht des Spinnvlieses
70 bis 90 g/m
2.
[0013] Der feine Einzeltiter der Spinnvlies-Filamente ergibt eine gute Haftung des mit dem
Spinnvlies verbundenen Materials, insbesondere des Bitumens, aufgrund der hohen spezifischen
Oberfläche des Spinnvlieses. Vorzugsweise beträgt der Einzeltiter der Spinnvlies-Filamente
2 bis 5 dtex, insbesondere 4 dtex.
[0014] Als Schmelzbinder kommen insbesondere Polymere in Frage, deren Schmelzpunkt niedriger
liegt als der Schmelzpunkt der das Spinnvlies bildenden - der sogenannten tragenden
- Filamente.
[0015] Zweckmäßigerweise liegt der Schmelzpunkt des Schmelzbinders 10°C, vorzugsweise 30
° C unter dem Schmelzpunkt der tragenden Filamente.
[0016] Besonders geeignete Schmelzbinder bestehen aus Polyestern, vorzugsweise Polybutylenterephthalat
oder modifizierten Polyestern mit entsprechend abgesenktem Schmelzpunkt, vorzugsweise
modifiziertem Polyethylenterephthalat.
[0017] Der Schmelzbinder wird vorzugsweise in Faserform eingebracht. Die Verfestigung erfolgt
durch eine Wärmebehandlung des Vlieses, insbesondere mittels Kalander, wobei dieser
glatte oder profilierte Walzen, z.B. Prägewalzen mit Gravur, besitzen kann. Die Verfestigung
kann ausschließlich durch den Kalander erfolgen oder mittels Kalander (Vorverfestigung)
und nachgeschalteter weiterer Wärmebehandlung, z.B. mittels Heißluft oder Strahlungsenergie.
[0018] Die oben genannten Schmelzbinder können besonders vorteilhaft in Form von Bindefilamenten
dem Vlies bei der Herstellung, d.h. bei der Ablage der Filamente auf dem Transportband,
zugemischt werden. Bei einer nachfolgenden Wärmebehandlung z.B. in Heißkalander, schmelzen
die Bindefilamente ganz oder teilweise und bilden an dem Kreuzungspunkten der tragenden
Filamente die gewünschten Bindepunkte (Bindesegel) aus.
[0019] Der Binderanteil beträgt zweckmäßigerweise 5 bis 25 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 15
Gew.-%.
[0020] Das folgende Beispiel erläutert die Erfindung:
Als Trägerbahn wurde ein Spinnvlies aus Polyethylenterephthalat-Filamenten mit einem
Einzeltiter von 4 dtex und Bindefilamenten aus einem modifizierten Polyester mit einem
Anteil von 9 % verwendet. Das Spinnvlies wurde durch Prägewalzen thermomechanisch
vorverfestigt und anschließend durch Heißluft endverfestigt. Das Flächengewicht des
Trägers betrug 100 g/m
2. Die Trägerbahn wurde dann in einer Dachbahnanlage bituminiert, beidseitig mit Bitumen
beschichtet und besandet. Dabei fiel eine ausgezeichnete Dimensionsstabilität während
des Verarbeitungsprozesses auf.
[0021] Die auf diese Weise hergestellte Dachunterspannbahn hatte folgende Eigenschaften:

1. Trägerbahn für Dachunterspannbahnen, die aus einem Spinnvlies aus Polyester-, insbesondere
Polyethylenterephthalat-Filamenten besteht, dadurch gekennzeichnet, daß das Spinnvlies
ein Flächengewicht von 50 - 100 g/m2 bei einem Einzeltiter der Filamente von 1 bis 8 dtex aufweist und durch einen Schmelzbinder,
bestehend aus einem Polymer mit einem Schmelzpunkt, der niedriger liegt als der Schmelzpunkt
der tragenden Filamente, verfestigt ist.
2. Trägerbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Flächengewicht des
Spinnvlieses 70 bis 90 g/m2 beträgt.
3. Trägerbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Einzeltiter
der Spinnvlies-Filamente 2 bis 5 dtex beträgt.
4. Trägerbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmelzpunkt des Schmelzbinders
10°C, vorzugsweise 30 ° C unter dem Schmelzpunkt der tragenden Filamente liegt.
5. Trägerbahn nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schmelzbinder aus Polyestern, vorzugsweise Polybutylenterephthalat oder modifizierten
Polyestern mit entsprechend abgesektem Schmelzpunkt, vorzugsweise modifiziertem Polyethylenterephthalat
besteht.
6. Trägerbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmelzbinder
in Form von Bindefilamenten vorliegt.
7. Tragerbahn nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schmelzbinderanteil 5 bis 25 Gew.-% beträgt.
8. Trägerbahn nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmelzbinderanteil
10 bis 15 Gew.-% beträgt.
9. Dachunterspannbahn mit einer Trägerbahn nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerbahn mit Bitumen imprägniert oder
beschichtet, insbesondere beidseitig beschichtet ist.
10. Verfahren zur Herstellung der Trägerbahn nach Anspruch 1 durch Herstellen eines
Spinnvlieses aus Polyester-Filamenten in an sich bekannter Weise, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schmelzbinder in Faserform eingebracht wird und das Vlies durch eine Wärmebehandlung
verfestigt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigung mittels
Kalander (Vorverfestigung) und nach geschalteter weiterer Wärmebehandlung erfolgt.
1. A base felt for roofing underfelts which comprises a spunbonded made of polyester,
in particular polyethylene terephthalate, filaments, wherein the spunbonded has a
basis weight of 50 - 100 g/m2 coupled with a filament denier of from 1 to 8 dtex and has been consolidated with
a fusible binder comprising a polymer having a melting point which is lower than the
melting point of the load-carrying filaments.
2. The base felt of claim 1, wherein the basis weight of the spunbonded is from 70
to 90 g/m2.
3. The base felt of claim 1 or 2, wherein the filament denier of the spunbonded is
from 2 to 5 dtex.
4. The base felt of claim 1, wherein the melting point of the fusible binder is 10
° C, preferably 30 ° C, below the melting point of the load-carrying filaments.
5. The base felt of either of claims 1 and 4, wherein the fusible binder comprises
a polyester, preferably polybutylene terephthalate or a modified polyester having
an appropriately reduced melting point, preferably a modified polyethylene terephthalate.
6. The base felt of any one of claims 1 to 5, wherein the fusible binder is in the
form of binder filaments.
7. The base felt of at least one of the preceding claims, wherein the fusible binder
content is from 5 to 25% by weight.
8. The base felt of claim 7, wherein the fusible binder content is from 10 to 15%
by weight.
9. A roofing underfelt comprising a base felt as. claimed in at least one of the preceding
claims, wherein the base felt has been impregnated or coated, in particular coated
on both sides, with bitumen.
10. A process for manufacturing the base felt of claim 1 by producing a spunbonded
from polyester filaments in a conventional manner, which comprises introducing the
fusible binder in fiber form and consolidating the web by a heat treatment.
11. The process of claim 10, wherein the consolidation is effected by means of a calender
(precon- solidation) and a subsequent further heat treatment.
1. Bande de support pour des bandes de mise en tension de toit, qui est constituée
par une nappe non-tissée formée de filaments de polyester et notamment de téréphtalate
de polyéthylène, caractérisée en ce que la nappe non-tissée possède un poids par unité
de surface de 50-100 g/m2 pour un titre individuel des filaments de 1 à 8 dtex, et est renforcée par un liant
fusible, constitué par un polymère ayant un point de fusion inférieur au point de
fusion des filaments porteurs.
2. Bande de support selon la revendication 1, caractérisée en ce que le poids par
unité de surface de la nappe non-tissée est compris entre 70 et 90 g/m2.
3. Bande de support selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le titre
individuel des filaments de la nappe non-tissée est compris entre 2 et 5 dtex.
4. Bande de support selon la revendication 1, caractérisée en ce que le point de fusion
du liant fusible est inférieur de 10°C et de préférence de 30°C au point de fusion
des filaments de support.
5. Bande de support selon au moins l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en
ce que le liant fusible est constitué par des polyesters, de préférence du téréphtalate
de polybutylène ou des polyesters modifiés possédant un point de fusion abaissé de
façon correspondante, de préférence du téréphtalate de polyéthylène modifié.
6. Bande de support selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que le
liant fusible est présent sous la forme de filaments de liaison.
7. Bande de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce
que le pourcentage du liant fusible est compris entre 5 et 25 % en poids.
8. Bande de support selon la revendication 7, caractérisée en ce que le pourcentage
du liant fusible est compris entre 10 et 15 % en poids.
9. Bande de mise en tension de toit comportant une bande de support selon au moins
l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la bande de support est
imprégnée ou enduite de bitume et notamment est enduite de bitume sur ses deux faces.
10. Procédé pour fabriquer la bande de support selon la revendication 1 par fabrication
d'une nappe non-tissée formée de filaments de polyester, d'une manière connue en soi,
caractérisé en ce qu'on insère le liant fusible sous la forme de fibres et que l'on
consolide la nappe non-tissée au moyen d'un traitement thermique.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que le renforcement est obtenu
à l'aide d'une calandre (prérenforcement) et au moyen d'un autre traitement thermique
ultérieur.