(19)
(11) EP 0 447 352 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.12.1994  Patentblatt  1994/51

(21) Anmeldenummer: 91810016.5

(22) Anmeldetag:  10.01.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5D06P 1/66, D06P 3/62, D06P 1/52

(54)

Verfahren zur Verbesserung der Ausbeute und der Nassechtheiten von mit anionischen Farbstoffen auf Cellulosefasermaterial erzeugten Färbungen oder Drucken

Process for improving the yield and the wet fastness of the dyeing or printing with anionic dyes of cellulosic fibrous material

Procédé pour améliorer le rendement et la solidité au mouillé de la teinture ou de l'impression avec des colorants anioniques de matériau fibreux cellulosique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE ES FR GB IT LI

(30) Priorität: 15.03.1990 CH 848/90

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.09.1991  Patentblatt  1991/38

(73) Patentinhaber: CIBA-GEIGY AG
4002 Basel (CH)

(72) Erfinder:
  • Töpfl, Rosemarie
    CH-4143 Dornach (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 3 626 410
DE-A- 3 720 508
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 010, no. 321 () 31 Oktober 1986, & JP-A-61 133213 (SUMIMOTO CHEM CO LTD) 20 Juni 1986
  • CHEMICAL ABSTRACTS, vol. 103, no. 16, 21 Oktober 1985 Columbus, Ohio, USA"Improvement of dyeing fastness of textiles"
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Ausbeute und der Nassechtheiten von mit anionischen Farbstoffen auf Cellulosefasermaterial erzeugten Färbungen oder Drucken. Aus der DE-A-3 626 410 ist es bekannt, daß zur Verbesserüng der Färbung von Cellulose fasern monomere Kationische Verbindungen, wie Imidazoliumsalze, eingesetzt werden können.

[0002] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man Cellulosefasermaterial vor dem Färben oder während des Färbens mit einem quaternären Ammoniumsalz der Formel


worin
R C₁-C₃-Alkyl,
X die Gruppe


Hal ein Halogenatom und
Q das Anion einer aromatischen Sulfonsäure oder besonders ein C₁-C₃-Alkylsulfation, wie z.B. Benzolsulfonat, p-Toluolsulfonat, Chlorbenzolsulfonat, Ethylsulfat (CH₃CH₂SO₄) oder vor allem das Methylsulfat (CH₃SO₄),
bedeuten, behandelt.

[0003] Geeignete Alkylgruppen für R sind Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl. Bevorzugt sind Ethyl und besonders Methyl.

[0004] Halogen bedeutet beispielsweise Brom, Fluor, Jod oder vorzugsweise Chlor.

[0005] Spezifische Ammoniumsalze der Formel (1), die erfindungsgemäss verwendet werden können, sind
N-Epoxy-2,3-propyl-N-methyl-N,N-diallylammoniummethylsulfat,
N-(3-Chlor-2-hydroxypropyl)-N-methyl-N,N-diallylammoniummethylsulfat,
N-(3-Chlor-2-hydroxypropyl)-N-ethyl-N,N-diallylammoniumethylsulfat,
N-(3-Chlor-2-hydroxypropyl)-N-methyl-N,N-diallylammonium-p-toluolsulfonat,
N-Epoxy-2,3-propyl-N-ethyl-N,N-diallylammoniumethylsulfat und
N-Epoxy-2,3-propyl-N-methyl-N,N-diallylammonium-p-toluolsulfonat.

[0006] Die zwei erstgenannten Vertreter sind besonders bevorzugt.

[0007] Die Herstellung der quaternären Ammoniumsalze der Formel (1) erfolgt dadurch, dass man ein tertiäres Diallylamin der Formel


worin X die angegebene Bedeutung hat, mit einem Sulfonsäurealkylester der Formel



        (3)   Z-SO₂-OR



worin Z einen Arylrest oder -OR bedeutet und R die angegebene Bedeutung hat, umsetzt.

[0008] Das so hergestellte quaternäre Ammoniumsalz enthält praktisch kein Dihalogenpropanol wie Dichlorpropanol.

[0009] Gut geeignet unter den Sulfonsäureestern sind z.B. Benzolsulfonate, p-Toluolsulfonate, p-Brombenzolsulfonate, p-Chlorbenzolsulfonate, p-Nitrobenzolsulfonate und insbesondere Dialkylsulfate wie Diethylsulfat und vor allem Dimethylsulfat.

[0010] Die Umsetzung (Quaternisierung) erfolgt zweckmässigerweise bei 30-90°C, vorzugsweise bei 30-60°C.

[0011] Die Quaternisierung kann in einem nichtpolaren oder polaren Lösungsmittel, wie z.B. Wasser, Dimethylformamid oder Ethanol durchgeführt werden.

[0012] Die Isolierung des quaternisierten Produktes erfolgt auf übliche Weise.

[0013] Die Herstellung der Diallylaminverbindung der Formel (2) erfolgt in an sich bekannte Weise durch Umsetzung von Diallylamin mit einem α-Epihalogenhydrin, worauf die erhaltene Halogenhydrinverbindung isoliert wird. Setzt man dem Reaktionsprodukt z.B. ein Alkalimetallhydroxid wie Natriumhydroxid zu, so entsteht das 1-Diallylamino-2,3-epoxypropan.

[0014] Das Epihalogenhydrin, das mit Diallylamin umgesetzt wird, kann jedes beliebige α-Epihalogenhydrin, wie z.B. Epibromhydrin, Epifluorhydrin, Epijodhydrin, ß-Methylepichlorhydrin oder vorzugsweise Epichlorhydrin sein.

[0015] Erfindungsgemäss verwendbare quaternäre Ammoniumsalze eignen sich insbesondere zur Verbesserung der Farbausbeute und der Nassechtheiten von Färbungen oder Drucken, welche auf Cellulosefasermaterialien mit anionischen Farbstoffen, wie z.B. Reaktiv- oder Direktfarbstoffen erzeugt werden.

[0016] Die Behandlung des Cellulosematerials wird vorzugsweise halbkontinuierlich nach der Kaltverweilmethode durchgeführt. Dabei wird das Cellulosematerial mit dem Behandlungsmittel (Fixiermittel) imprägniert z.B. durch Bedrucken oder vorzugsweise Klotzen und dann durch Lagerung einem Fixierprozess unterworfen. Diese Applikation kann vor dem Färben oder während des Färbens durchgeführt werden. Vorzugsweise erfolgt die Behandlung nach dem Klotz-Kaltverweilverfahren und insbesondere während des Färbens.

[0017] Die Imprägnierung kann bei 20 bis 50°C, vorzugsweise jedoch bei Raumtemperatur vorgenommen werden. Der Fixierprozess erfolgt durch Lagern der imprägnierten Ware während 4 bis 48 Stunden, vorzugsweise 10 bis 25 Stunden bei Raumtemperatur.

[0018] Die Zubereitungen (Klotzflotten oder Druckpasten) enthalten das quaternäre Ammoniumsalz der Formel (1) vorteilhafterweise in einer Menge von 10 bis 70 g/l, vorzugsweise 25 bis 50 g/l Wirkstoffgehalt. Bei den Klotzflotten beträgt der Abquetscheffekt zweckmässig 60 bis 120 Gew.-%.

[0019] Ausser der kationischen, reaktiven Verbindung der Formel (1) enthalten diese Zubereitungen zweckmässigerweise noch alkalisch reagierende Verbindungen, wie z.B. Kaliumhydroxid oder vorzugsweise Natriumhydroxid. Bevorzugt wird eine 30%-ige wässerige Natriumhydroxidlösung, die in einer Menge von 20 bis 50 ml/l, vorzugsweise 25 bis 40 ml/l der Zubereitung zugesetzt wird.

[0020] Der pH-Wert der Zubereitungen kann somit in der Regel 8 bis 13,5, vorzugsweise 10 bis 12 betragen.

[0021] Die Zubereitungen können auch weitere übliche Zusätze z.B. Elektrolyte, wie z.B. Natriumchlorid oder Natriumsulfat, Harnstoff, Glycerin, Verdicker, wie z.B. Alginate, Stärkeether oder Polyacrylate, Reduktionsschutzmittel, Dispergier- und Netzmittel, Homopolymerisate oder Mischpolymerisate des Acrylamids oder Methacrylamids oder Pfropfpolymerisate, wie sie in EP-A-111 454 und EP-A-363 319 beschrieben sind, sowie auch Entschäumer und weitere kationische Fixiermittel enthalten, welch letztere auch faserreaktiv sein können.

[0022] Als Fasermaterial kann regenerierte oder insbesondere natürliche Cellulose in Betracht kommen, wie z.B. Zellwolle, Viskoseseide, Hanf, Leinen, Jute oder vorzugsweise Baumwolle, sowie auch Fasermischungen mit synthetischen Fasern z.B. solche aus Polyamid/Baumwolle oder insbesondere aus Polyester/Baumwolle.

[0023] Das Textilgut ist in jeglicher Form anwendbar, wie z.B. Garne, Garnstränge, Gewebe, Gewirke, Filze, vorzugsweise in Form von textilen Flächengebilden, wie Gewebe, Maschenware oder Teppich, die ganz oder teilweise aus nativer, regenerierter oder modifizierter Cellulose bestehen.

[0024] Die Vorbehandlung des Cellulosefasermaterials mit den kationischen Verbindungen der Formel (1) kann mit anderen Vorbehandlungsoperationen gekoppelt werden. Man kann z.B. dem alkalischen Bad, in dem Rohbaumwolle zur Entfernung von Verunreinigungen üblicherweise vor dem Färben abgekocht wird, das kationische, reaktive Fixiermittel zusetzen und so die Reinigung und die Vorbehandlung mit dem Fixiermittel in einem Arbeitsgang durchführen.

[0025] Vorzugsweise erfolgt die Behandlung des Cellosefasermaterials gleichzeitig mit dem Färben. Die Färbungen erfolgen mit Reaktivfarbstoffen oder vorzugsweise mit Substantivfarbstoffen nach dem Kaltverweilverfahren, wobei die Imprägnierung sowohl durch Bedrucken als auch durch Klotzen durchgeführt werden kann.

[0026] Die Menge der Farbstoffe richtet sich in der Regel nach der gewünschten Farbstärke und beträgt zweckmässig 0,1 bis 100 g pro Liter Flotte, vorzugsweise 5 bis 40 g/l Flotte.

[0027] Im Falle der Verwendung der kationischen Verbindung in einer Vorbehandlung des Cellulosefasermaterials kann die Färbung nach dem Ausziehverfahren oder durch zweistufige Prozesse, wie z.B. das Foulardierverfahren oder Bedrücken erzeugt werden, wobei als Foulardierverfahren, besonders das sogenannte Pad-Steam-Verfahren, Pad-Fix-Verfahren oder das Klotz-Kaltverweilverfahren in Frage kommen können.

[0028] Als Substantivfarbstoffe sind die üblichen Direktfarbstoffe geeignet, beispielsweise die in Colour Index, 3. Auflage (1971) Band 2 auf den Seiten 2005-2478 genannten "Direct Dyes".

[0029] Unter Reaktivfarbstoffen werden die üblichen Farbstoffe verstanden, welche mit der Cellulose eine chemische Bindung eingehen, z.B. die in Colour Index, in Band 3(3. Auflage, 1971) auf den Seiten 3391-3560 und in Band 6 (revidierte 3. Auflage, 1975) auf den Seiten 6268-6345 aufgeführten "Reactive Dyes".

[0030] Man erhält nach dem erfindungsgemässen Verfahren sowohl bei der Vorbehandlung mit anschliessendem Färben als auch bei gleichzeitiger Applikation des kationischen Fixiermittels und Farbstoffes gleichmässige und farbkräftige Ausfärbungen, die sich gegenüber bekannten Färbemöglichkeiten durch eine verbesserte Farbausbeute auszeichnen. Insbesondere werden Färbungen auf Cellulosefasermaterial mit Substantivfarbstoffen erzeugt, welche eine erhebliche Verbesserung der Nassechtheiten zeigen. Nuance und Lichtechtheit der Färbungen werden nicht negativ beeinflusst. Das Verfahren ist besonders umweltfreundlich, da das kationische, faserreaktive Fixiermittel kein störendes Nebenprodukt wie das Dichlorpropanol enthält.

[0031] In den folgenden Herstellungs- und Anwendungsbeispielen beziehen sich die Prozentansätze, wenn nichts anderes angegeben ist, auf das Gewicht. Die Mengen beziehen sich bei den Farbstoffen auf handelsübliche, d.h. coupierte Ware und bei den Hilfsmitteln auf Reinsubstanz. Die fünfstelligen Colour-Index Nummern (C.I) beziehen sich auf die 3. Auflage des Colour-Index.

Herstellungsbeispiele



[0032] Beispiel 1: Zu 360 g 1-Diallylamino-3-chlor-2-hydroxypropan gibt man unter Rühren in 60 Minuten bei 20-40°C 247,6 g Dimethylsulfat und rührt 3 1/2 Stunden bei Raumtemperatur. Das Reaktionsprodukt der Formel


ist viskos, klar und löslich in Wasser. Aminzahl: 0,015
Das im Beispiel 1 verwendete N,N-Diallyl-N-(3-chlor-2-hydroxypropyl)-amin wird folgendermassen hergestellt.

[0033] 230 g Diallylamin werden zusammen mit 222 g α-Epichlorhydrin und 7 g Wasser auf 28°C erwärmt. Man rührt das Gemisch 7 Stunden bei 28-30°C. Anschliessend wird das Reaktionsprodukt bei


68-70°C destilliert.

[0034] Man erhält 361 g N,N-Diallyl-N-(3-chlor-2-hydroxypropyl)-amin. Aminzahl: 5,4; Epoxyzahl:-.

Beispiel 2:



[0035] Zu 270 g 1-Diallylamino-2,3-epoxypropan gibt man unter Rühren in 60 Minuten bei 20°C 223 g Dimethylsulfat und rührt eine Stunde bei Raumtemperatur.

[0036] Das Reaktionsprodukt der Formel


ist viskos, klar und löslich in Wasser. Aminzahl: 0,012, Epoxyzahl: 3,52.

[0037] Das im Beispiel 2 verwendete 1-Diallylamino-2,3-epoxypropan wird folgendermassen hergestellt.

[0038] 230 g Diallylamin werden zusammen mit 222 g α-Epichlorhydrin und 7 g Wasser auf 28°C erwärmt. Man rührt das Reaktionsgemisch während 7 Stunden bei 28-30°C. Hierauf gibt man bei 20°C eine Lösung von 112 g Natriumhydroxyd in 182 g Wasser zu. Bei 22-25°C rührt man 16 Stunden. Anschliessend wird mit 400 g Wasser verdünnt und die organische Phase abgetrennt. Letztere wird über Kaliumcarbonat getrocknet und bei


40-42°C destilliert Das erhaltene 1-Diallylamino-2,3-epoxypropan weist eine Aminzahl von 6,48 und eine Epoxyzahl von 6,23 auf.

[0039] Beispiel 3: Zu 108,8 g 1-Diallylamino-2,3-epoxypropan gibt man unter Rühren in 70 Minuten bei 60-85°C 108,9 g Diethylsulfat und rührt 1 1/2 Stunden bei 75°C. Das Rekationsprodukt der Formel


ist viskos, klar und löslich in Wasser. Aminzahl: 0,044, Epoxyzahl: 3,15.

[0040] Beispiel 4: 189,5 g 1-Diallylamino-3-chlor-2-hydroxypropan werden in 126 g Aceton gelöst, dazu gibt man in 2 Stunden 186 g p-Toluolsulfonsäuremethylester bei 30-40°C und rührt 1 1/2 Stunden bei dieser Temperatur.
Anschliessend wird das Lösungsmittel entfernt.

[0041] Das Reaktionsprodukt der Formel:


ist viskos, klar und löslich in Wasser. Aminzahl: 0,014.

Anwendungsbeispiele



[0042] Beispiel 1: Jeweils 20 g Baumwoll-Cretonne, gebleicht und nicht mercerisiert, werden getrennt auf einem Foulard mit einer der 4 folgenden Flotten, welche im Liter

1) 20 g des Farbstoffes Direct Red 80 C.I. 35780
   32 ml Natriumhydroxidlösung (30 %)
   35 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (4)

2) 12g des Farbstoffes Direct Blue 71 C.I. 34140
   32 ml Natriumhydroxidlösung (30 %)
   35 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (4)

3) 12 g des Farbstoffes Direct Violet 66 C.I. 29125
   32 ml Natriumhydroxidiösung (30 %)
   35 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (4)

4) 20g des Farbstoffes Direct Green 26 C.I. 34045
   32 ml Natriumhydroxidiösung (30 %)
   35 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (4)

enthalten, imprägniert. Die Flottenaufnahme beträgt jeweils 80 %. Hiernach werden die Gewebe nass aufgerollt und luftdicht verpackt 18 Stunden bei Raumtemperatur gelagert. Anschliessend wird die Ware kalt und heiss gespült und getrocknet.

[0043] Von diesen 4 Färbungen werden folgende Echtheiten geprüft:
  • Nassbügelechtheit (SN ISO 105-X11)
  • ISO C2S-Wäsche (ISO 105-C06)
wobei auch entsprechende stärkegleiche Färbungen, die jeweils ohne Zusatz des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (4) erhalten worden sind, mitgeprüft werden.

[0044] In der folgenden Tabelle 1 sind die Echtheitsbewertungen aufgeführt.
Tabelle 1:
Färbungen g/l Farbstoff Nassbügelechtheit ISO C2S-Wäsche
      Aendern der Nuance Bluten auf Baumwolle
(1) ohne 45 3-4 4 2
mit 20 5 5 3-4
(2) ohne 16 2 4 2
mit 12 5 5 5
(3) ohne 25 2-3 4-5 4
mit 12 4-5 5 5
(4) ohne 35 4-5 4-5 3-4
mit 20 5 5 5


[0045] Aehnliche Ergebnisse werden erhalten, wenn beim Färben anstelle des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (4) jeweils die gleiche Menge der quaternären Ammoniumsalze der Formeln (6) und (7) verwendet wird.

[0046] Beispiel 2: Jeweils 20 g Baumwoll-Tricot, gebleicht und mercerisiert, werden getrennt auf einem Foulard mit einer der 4 folgenden Flotten, welche im Liter

1) 25 g eines Farbstoffes der Formel

   50 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (5)
   40 ml Natriumhydroxidlösung (30 %)
   100 g Harnstoff und
   3 g Natriumsalz der 3-Nitrobenzolsulfonsäure

2) 25 g eines Farbstoffes der Formel

   50 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (5)
   40 ml Natriumhydroxidlösung (30 %)
   100 g Harnstoff und
   3 g Natriumsalz der 3-Nitrobenzolsulfonsäure

3) 25 g eines Farbstoffes der Formel

   50 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (5)
   40 ml Natriumhydroxidlösung (30 %)
   100g Harnstoff und
   3 g Natriumsalz der 3-Nitrobenzolsulfonsäure

4) 25 g eines Farbstoffes der Formel

   50 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (5)
   40 ml Natriumhydroxidlösung (30 %)
   100g Harnstoff und
   3 g Natriumsalz der 3-Nitrobenzolsulfonsäure

enthalten, imprägniert. Die Flottenaufnahme beträgt jeweils 100 %. Hierauf werden die Tricotstücke nass aufgerollt und luftdicht verpackt 18 Stunden gelagert.

[0047] Anschliessend wird die Ware kalt und heiss gespült und getrocknet.

[0048] Von diesen 4 Färbungen werden die Nassbügelechtheit und die ISO C2S-Wäsche geprüft, wobei auch entsprechende stärkegleiche, jeweils mit mehr Farbstoff erhaltenen Färbungen, die jeweils ohne Zusatz des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (5) erhalten worden sind, mitgeprüft werden.

[0049] In der folgenden Tabelle 2 sind die Echtheitsbewertungen gegenübergestellt.
Tabelle 2:
Färbungen g/l Farbstoff Nassbügelechtheit ISO C2S-Wäsche
      Aendern der Nuance Bluten auf Baumwolle
(1) ohne 40 4-5 5 4-5
mit 25 5 5 4-5
(2) ohne 37 4 5 4-5
mit 25 5 5 4-5
(3) ohne 35 4-5 5 4
mit 25 5 5 5
(4) ohne 38 4-5 5 5
mit 25 5 5 5


[0050] Beispiel 3: Je 20 g Baumwolltricot, gebleicht und mercerisiert, werden bei einer Flottenaufnahme von 90 % mit einer Zubereitung foulardiert, die im Liter
   35 g des quaternären Ammoniumsalzes der Formel (4)
   30 ml Natriumhydroxidlösung (30 %)
enthält. Nach dem Foulardieren wird das Tricot nass aufgerollt und in einem Plastiksack 18 Stunden bei Raumtemperatur gelagert. Anschliessend wird die Ware kalt und heiss gespült.

[0051] Das vorbehandelte Tricot wird zusammen mit 20 g nicht-behandeltem Tricot in einer wässerigen Färbeflotte bei 50°C eingenetzt, welche bei einem Flottenverhältnis von 1:40 1 % des Farbstoffes Direct Blue 71 C.I. 43140 enthält Man steigert innert 30 Minuten die Temperatur auf 98°C und färbt 45 Minuten bei dieser Temperatur.

[0052] Man erhält 2 Tricotstücke, wobei das vorbehandelte Stück tiefblau gefärbt ist, während das nicht-vorbehandelte Material nur leicht angefärbt ist.

[0053] Beispiel 4: Das gemäss Beispiel 3 vorbehandelte Tricot wird zusammen mit 20 g nichtvorbehandeltem Tricot bei 98°C in einer wässerigen Flotte eingenetzt, welche bei einem Flottenverhältnis von 1:30
   1 % des Farbstoffes der Formel


enthält. Hierauf senkt man die Temperatur innert 30 Minuten auf 85°C, fügt
   5 g/l Natriumcarbonat calc.
   2 ml/l Natriumhydroxidlösung (30 %)
hinzu und behandelt das Material weitere 45 Minuten bei 85°C. Anschliessend werden die Färbungen 5 Minuten in kochendem Wasser gespült.

[0054] Man erhält 2 Tricots, wobei das vorbehandelte Tricot tiefrot gefärbt ist, während das nichtvorbehandelte Material nur leicht rosa gefärbt ist.

[0055] Beispiel 5: Das gemäss Beispiel 3 vorbehandelte Tricot wird zusammen mit 20 g nichtvorbehandeltem Tricot und 20 g von auf gleiche Weise, jedoch nur mit 30 ml/l Natriumhydroxidlösung (30 %) behandeltem Tricot in einer wässerigen Flotte bei 50°C eingenetzt, die bei einem Flottenverhältnis von 1:40, 1 % eines Farbstoffes der Formel


enthält. Hierauf färbt man das Material 40 Minuten bei 50°C und spült es anschliessend 5 Minuten warm.

[0056] Man erhält 3 Tricotstücke, wobei das gemäss Beispiel 3 vorbehandelte Tricot tiefrot gefärbt ist, während die 2 übrigen Tricotstücke nur leicht angefärbt sind.


Ansprüche

1. Verfahren zur Verbesserung der Farbausbeute und der Nassechtheiten von mit anionischen Farbstoffen auf Cellulosefasermaterial erzeugten Färbungen oder Drucken, dadurch gekennzeichnet, dass man das Fasermaterial vor dem Färben oder während des Färbens mit einem quaternären Ammoniumsalz der Formel

worin
R C₁-C₃-Alkyl,
X die Gruppe

Hal ein Halogenatom und
Q das Anion einer aromatischen Sulfonsäure oder ein C₁-C₃-Alkylsulfation
bedeuten, behandelt.
 
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass R in Formel (1) Methyl oder Ethyl bedeutet.
 
3. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass X in Formel (1) die Chlorhydringruppe

bedeutet.
 
4. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Q in Formel (1) das Methylsulfation oder Ethylsulfation bedeutet.
 
5. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Formel (1) R Methyl, X

und Q das Methylsulfation bedeuten.
 
6. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung halbkontinuierlich gemäss dem Kaltverweilverfahren durchgeführt wird.
 
7. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung gemäss dem Klotz-Kaltverweilverfahren und während des Färbens durchgeführt wird.
 
8. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung aus alkalischem Medium erfolgt.
 
9. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung zur Verbesserung der Farbausbeute und der Nassechtheiten von mit substantiven Farbstoffen erzeugten Färbungen durchgeführt wird.
 
10. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das quaternäre Ammoniumsalz der Formel (1) durch Umsetzen eines tertiären Diallylamins der Formel

worin X die in den Ansprüchen 1 bis 9 angegebene Bedeutung hat, mit einem Sulfonsäurealkylester der Formel



        (3)   Z-SO₂-OR



worin Z einen Arylrest oder -OR bedeutet und R die in den Ansprüchen 1 bis 9 angegebene Bedeutung hat, erhalten wird.
 


Claims

1. A process for improving the colour yield and the wet fastness properties of dyeings or prints produced with anionic dyes on cellulose fibre material, which comprises treating the fibre material before dyeing or during dyeing with a quaternary ammonium salt of the formula

in which
R is C₁-C₃alkyl, X is the group

Hal is a halogen atom and Q- is the anion of an aromatic sulfonic acid or a C₁-C₃alkyl sulfate ion.
 
2. A process according to claim 1, wherein R in formula (1) is methyl or ethyl.
 
3. A process according to either of claims 1 and 2, wherein X in formula (1) is the chlorohydrin group.


 
4. A process according to any one of claims 1 to 3, wherein Q- in formula (1) is the methyl sulfate ion or ethyl sulfate ion.
 
5. A process according to any one of claims 1 to 4, wherein in formula (1) R is methyl, X is

and Q- is the methyl sulfate ion.
 
6. A process according to any one of claims 1 to 5, wherein the treatment is carried out semicontinuously in accordance with the cold pad-batch method.
 
7. A process according to any one of claims 1 to 6, wherein the treatment is carried out in accordance with the cold pad-batch method and during the dyeing.
 
8. A process according to any one of claims 1 to 7, wherein the treatment is carried out from an alkaline medium.
 
9. A process according to any one of claims 1 to 8, wherein the treatment is carried out to improve the colour yield and the wet fastness properties of dyeings produced with direct dyes.
 
10. A process according to any one of claims 1 to 9, wherein the quaternary ammonium salt of the formula (1) is obtained by reacting a tertiary diallylamine of the formula

in which X is as defined in claims 1 to 9 with an alkyl sulfonate of the formula



        (3)   Z-SO₂-OR



in which Z is an aryl radical or -OR and R is as defined in claims 1 to 9.
 


Revendications

1. Procédé pour améliorer le rendement tinctorial et les solidités au mouillé de teintures ou impressions produites par des colorants anioniques sur des matières fibreuses cellulosiques, caractérisé en ce que l'on traite la matière fibreuse, avant la teinture ou pendant la teinture, avec un sel d'ammonium quaternaire de formule :

dans laquelle R représente un groupe alkyle en C₁-C₃, X représente le groupe

Hal représente un atome d'halogène et Q- représente l'anion d'un acide sulfonique aromatique ou un ion alkyl(C₁-C₃)sulfate.
 
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que R représente un groupe méthyle ou éthyle dans la formule (1).
 
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que X représente, dans la formule (1), le groupe chlorhydrine


 
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que Q- représente, dans la formule (1), l'ion méthylsulfate ou l'ion éthylsulfate.
 
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, dans la formule (1), R représente le groupe méthyle, X représente le groupe

et Q- représente l'ion méthylsulfate.
 
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le traitement est réalisé de manière semi-continue, selon le procédé de séjour à froid.
 
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le traitement est réalisé selon le procédé de séjour à froid avec foulardage et pendant la teinture.
 
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le traitement a lieu en milieu alcalin.
 
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le traitement est réalisé pour l'amélioration du rendement tinctorial et des solidités au mouillé des teintures produites par des colorants substantifs.
 
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que l'on obtient le sel d'ammonium quaternaire de formule (1) en faisant réagir une diallylamine tertiaire de formule :

dans laquelle X a les significations indiquées dans les revendications 1 à 9, avec un ester d'alkyle d'acide sulfonique de formule :



        Z-SO₂-OR   (3)



dans laquelle Z représente un groupe aryle ou OR, et R a les significations indiquées dans les revendications 1 à 9.