[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Glätten einer Papier- oder Kartonbahn, das
im Oberbegriff des Patentanspruchs beschrieben ist.
[0002] Beim Glätten von Papier oder Karton ist es bekannt, daß sich die im Preßspalt des
Glättwerks erreichte Struktur nach dem Austritt der Papierbahn aus dem Preßspalt ändert.
Es findet also eine Veränderung der Papierbahn statt, wodurch die gewünschte, im Preßspalt
bereits erreichte Glätte der Oberfläche wieder abnimmt, bzw. die Rauhigkeit der Oberfläche
zunimmt. Dies passiert durch mehr oder weniger starke und örtlich unterschiedliche
Rückschwellung, und zwar insbesondere beim Vorliegen von Glättungstemperaturen im
Preßspalt, die unterhalb des Glasumwandlungspunktes (das ist die Plastifizierungstemperatur)
des zu glättenden Materials liegen. Eine Abnahme der Glätte wird meistens auch dann
beobachtet, wenn Glättungstemperaturen im Preßspalt oberhalb des Glasumwandlungspunktes
liegen und die Papierbahn nach dem Austritt aus dem Preßspalt bei der Umgebungstemperatur
unter den Glasumwandlungspunkt des Materials allmählich abkühlt. Man sagt, das Papier
"arbeitet".
[0003] Oft können die für die Weiterverarbeitung, wie für das Bedrucken, Beschreiben usw.,
von dem geglätteten Papier oder Karton gewünschten optimalen Oberflächeneigenschaften,
wie in der DE-OS 36 00 033 beschreiben, nur bei hohen Temperaturen der Oberflächen
der eingesetzten Walzen des Glättwerkes, bzw. nur bei hohen Temperaturen im Preßspalt
erreicht werden. Es empfiehlt sich in vielen Fällen, die Papier- oder Kartonbahn zumindest
in ihren Oberflächenschichten über die Glasumwandlungstemperatur zu erwärmen, um die
Plastifizierung des Materials hier zu erreichen. Nach dem Ausgang aus dem Preßspalt
kommt die warme Bahn thermodynamisch allmählich wieder ins Gleichgewicht mit der Umgebung,
d.h. die Unterschiede der Temperatur und der Feuchte im Gleichgewichtszustand mit
der Umgebung werden ausgeglichen. Dabei "arbeitet" das Material, und dies umso stärker,
je höher die Bahntemperatur am Anfang war. Dies ist ein bekannter Langzeiteffekt,
wobei die Mikrorauhigkeit der geglätteten Oberfläche wieder zunehmen kann. Die erwähnte
elastische Rückschwellung tritt dabei zusätzlich ein, wobei die nicht plastifizierten
inneren Schichten der Bahn gegenüber dem Zustand im Preßspalt an Dicke zunehmen. Dies
ist ein bekannter Kurzzeiteffekt, der nach etwa 100 ms bis 2 min nach dem Austritt
der Bahn aus dem Preßspalt abgeschlossen ist. Diese Rückschwellung ist örtlich unterschiedlich.
Sie ist an Stellen hoher Pressung, wie z.B. Stellen mit Faserflocken oder Stellen
höheren Flächengewichts in der Bahn, besonders ausgeprägt. Dadurch kommt es ebenfalls
zu einem Rauhigkeitsanstieg im Faserflockenbereich nach dem Glätten ("Makrorauhigkeit").
[0004] Dies alles kann zur Folge haben, daß zum Erreichen einer gewünschten hohen Oberflächenglätte
der Papierbahn der Glättvorgang mehrmals hintereinander, z.B. in mehreren Preßspalten,
unter sich ändernden Glättbedingungen hinsichtlich des Drucks, der Feuchte der Papierbahn
und der Temperatur ausgeführt werden müßte, oder es muß langsamer oder mit höherer
Linienkraft gefahren werden.
[0005] Nach bisherigen Erkenntnissen begünstigen nachfolgende aufgezählte Betriebsparameter
den Vorgang, bei dem die im Preßspalt des Glättwerks auf einer Temperatur oberhalb
des Glasumwandlungspunktes des Materials befindliche Papierbahn unter den Glasumwandlungspunkt
des Materials nach dem Austritt aus dem Preßspalt des Glättwerks gebracht werden soll:
a) wenn die zu glättende Papierbahn dick ist, d.h. ein hohes Flächengewicht hat, dann
wird die im Preßspalt aufgenommene Wärme in das Bahninnere abgeführt, und es erfolgt
eine schnelle Abkühlung der Oberfläche, vorausgesetzt, daß in den Oberflächenschichten
höhere Temperaturen vorhanden sind als im Bahninneren und daß die mittlere Temperatur
unter der Glasumwandlungstemperatur liegt;;
b) wenn eine entsprechend hohe Bahnfeuchte vorliegt, dann wird die Papierbahn nach
dem Austritt aus dem Preßspalt mit der Verdunstungskälte gekühlt, insbesondere wenn
die Papierbahn in dem Preßspalt über 100° C aufgewärmt wurde;
c) wenn der Kristallinitätsgrad des Materials hoch ist und damit auch die Glasumwandlungstemperatur
in der Papierbahn, so daß dann bei hoher Temperaturdifferenz zwischen Papier und Umgebung
eine hohe Wärmeabfuhr verbunden mit einer raschen Temperaturabsenkung der Papierbahn
unter die Glasumwandlungstemperatur erfolgt.
[0006] Wenn diese für die Abkühlung der Papierbahn nach dem Glätten günstigen Voraussetzungen
nicht vorliegen oder aus technologischen Gründen nicht erreicht werden, bzw. nicht
erreicht werden können, dann geht die im Preßspalt des Glättwerkes gegebenenfalls
erreichte Qualität der Oberfläche, bzw. der beiden Oberflächen der Papierbahn durch
Rückschwellung, und hier insbesondere durch lokal unterschiedliche Rückschwellung,
und damit auch durch einen Anstieg der Makrorauhigkeit, aber auch durch Zunahme der
Mikrorauhigkeit wieder verloren.
[0007] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Glätten einer Papier- oder
Kartonbahn der anfangs angegebenen Gattung zu finden, das es ermöglicht, daß die im
Preßspalt des Glättwerks erreichte Qualität der geglätteten Oberfläche, bzw. der Oberflächen
der Papierbahn nach dem Austritt der Papierbahn aus dem Preßspalt des Glättwerks zumindest
teilweise aufrechterhalten bleibt. Ein Rauhigkeitsanstieg der bereits geglätteten
Oberflächen soll zumindest minimiert werden.
[0008] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch Maßnahmen, die im kennzeichnenden Teil des
Patentanspruchs angegeben sind, gelöst.
[0009] Durch das praktisch unmittelbar nach Austritt aus dem Preßspalt durchgeführte, bewußte,
gezielte Abkühlen eventuell mit parallel verlaufender Absenkung der Feuchte der Papier-
oder Kartonbahn wird die im Preßspalt des Glättwerks erreichte Struktur, also die
Qualität der Oberfläche "eingefroren" und damit zumindest teilweise aufrechterhalten.
Es wird ein thermodynamisch stabilisierter Zustand unterhalb der Glasumwandlungskurve
erreicht, wobei durch das erzwungene "Einfrieren" oder Erstarren der Oberflächenschichten,
insbesondere durch Verformungsbehinderung der stärkeren-elastischen Rückschwellung
an Stellen höheren Flächengewichts aber auch einem Anstieg der Mikrorauhigkeit entgegengewirkt
wird. Damit wird ein höheres Glätteniveau erreicht. Eine Wiederholung des Glättvorgangs
kann entfallen, oder es kann schneller oder mit geringerern Linienkräften gefahren
werden. Damit bleibt ein früher notwendiger maschineller und energetischer Aufwand
erspart. Wenn schneller gefahren wird, steigt die Produktion.
[0010] In den Unteransprüchen sind einige sinnvolle Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen
Verfahrens beschrieben.
[0011] Im weiteren werden der Erfindungsgegenstand und die damit erzielbaren Vorteile näher
beschrieben und erklärt. Die Beschreibung bezieht sich auf eine Zeichnung, in welcher
schematisch zeigen:
[0012] Fig. 1 bis Fig. 8 Beispiele von Vorrichtungen zum Ausführen des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0013] Fig. 9 bis Fig. 15 grafische Darstellungen von Verfahrensbeispielen.
[0014] Fig. 16 eine spezielle Form der Abdichtung.
[0015] Die zu glättende Papierbahn 1 wird in ein Glättwerk 2 geführt. Im Preßspalt 3 zwischen
den Walzen 5 und 6, von denen wenigstens eine beheizt ist, erfolgt das Glätten der
Papierbahn auf bekannte Weise unter Einsatz von Druck, Feuchte und Wärme. Die Beheizung
erfolgt dermaßen, daß mindestens eine Oberfläche der Papierbahn durch Kontakt mit
einer beheizten Fläche auf eine Temperatur aufgewärmt wird, die oberhalb des Glasumwandlungspunktes
des zu glättenden Materials liegt, und die so bemessen ist, daß die mittlere Bahntemperatur
nach dem Umwandlungsschritt unter der Glasumwandlungstemperatur liegt, wobei vorteilhafterweise
im Innern der Papierbahn die Temperatur unterhalb des Glasumwandlungspunktes bleiben
sollte. So wird im Preßspalt eine gewünschte Struktur, eine gewünschte Qualität der
Oberflächen der Papierbahn 1 erreicht. Nach ihrem Austritt aus dem Preßspalt 3 wird
die Papierbahn 1 vor Ablauf eines Zeitraumes von ca. 20 bis 60 ms einem Umwandlungsschritt
mittels einer Abkühlvorrichtung 4 unterzogen, wobei mindestens eine geglättete Oberfläche
der Papierbahn auf eine Temperatur unterhalb des Glasumwandlungspunktes des Materials
abgekühlt wird. Durch diese praktisch unmittelbare, vor dem Ablauf von 20 bis 40 ms
stattfindende Umwandlung mindestens der Oberflächen der Papierbahn 1 bleibt ihre im
Preßspalt 3 eingeglättete Struktur und ihre gewünschte Qualität nahezu erhalten.
[0016] Es findet kaum eine die Oberflächen-Qualität schädigende Rückschwellung der Bahn
und auch kein Rauhigkeitsanstieg an den geglätteten Oberflächen der Bahn statt.
[0017] Um eine für das Glätten im Preßspalt 3 gewünschte Temperatur zu erreichen und eine
gewünschte Feuchte der Bahn 1 dort zu haben, ist es in manchen Fällen vorteilhaft,
die Bahn 1 vor dem Eintritt in den Preßspalt 3 entsprechend aufzuwärmen und/oder ihre
Feuchte zu korrigieren.
[0018] Der Umwandlungsschritt wird mittels einer Abkühlvorrichtung 4 vorgenommen, die am
Austritt der Papierbahn 1 aus dem Preßspalt 3 angeordnet ist. Da es sich im Falle,
z.B. der Fig. 1 um beiderseitiges Glätten der Papierbahn 1 handelt, ist die Abkühlvorrichtung
4 spiegelbildlich zu der Papierbahn 1 ausgeführt. Sie weist jeweils ein endloses,
mit der Geschwindigkeit der Papierbahn 1 gleich schnell und in gleicher Richtung umlaufbares,
gut wärmeleitendes Band 8 auf. An dem Band 8 sind Kühlkörper 9 vorgesehen. Im Betrieb
wird die Papierbahn 1 zwischen den Bändern 8 geführt, wobei ihre Oberflächen beim
Leiten eines Kühlmediums in die Kühlkörper 9 im Kontakt mit den gekühlten Flächen
der Bänder 8 gekühlt werden. Mit Vorteil sind an den beheizbaren Walzen 5 und/oder
6 Abschirmwände 10 vorgesehen, die eine Abstrahlung und Konvektion ihrer Wärme mindestens
in Richtung zu der Abkühlvorrichtung 4 verhindern sollen. Durch die Zwischenräume
zwischen den Walzen und den Abschirmwänden 10 kann mit Vorteil der Dampf, der am Austritt
der Papierbahn 1 aus dem Preßspalt austritt, abgeführt, bzw. angesaugt werden. Ein
entsprechend intensives Absaugen dieses Dampfes kann als erste Stufe des Abkühlungsschrittes
bezüglich der austretenden Papierbahn 1 verstanden werden. Dieser erste Schritt kann
auch mittels einer eigens dazu vorgesehenen Absaugleitung 11 eingeleitet werden, deren
Anordnung besonders in Fig. 3 gezeigt ist. Unter dafür günstigen technologischen Voraussetzungen,
was die Temperatur und Feuchte der zu glättenden Papierbahn 1 betrifft, kann schon
diese erste Stufe durch Verdampfung der Feuchte und damit erfolgte Abkühlung der Papierbahn
1 zum raschen Erreichen eines Zustandes unterhalb des Glasumwandlungspunktes und damit
zum Stabilisieren der im Preßspalt erreichten Glättequalität genügen. Zur Abnahme
von Kondensationsfeuchtigkeit sind an den Bändern 8 Schaber 13 angeordnet.
[0019] Die Papier- oder Kartonbahn 1 kann auch durch einen direkten Kontakt ihrer Oberflächen
mit einem kühlenden Gas umgewandelt werden. Vorteilhafterweise können zu einem möglichst
frühen Einsetzen des Abkühlschrittes am Austritt aus dem Preßspalt 3 Düsen 12 angeordnet
sein, die zum Blasen eines Kühlgases auf die Oberflächen der Papierbahn 1 dienen.
[0020] Ein weiteres Beispiel einer dazu geeigneten Abkühlvorrichtung 4 ist in Fig. 2 gezeigt.
Auch diese Abkühlvorrichtung kann spiegelbildlich zur Papierbahn 1 ausgeführt werden
und so auf beide ihrer Oberflächen wirken. Sie weist eine Haube 14 und Zwischenwände
15 auf, die Räume begrenzen, die zu der Papierbahn 1 geöffnet sind. In einen Raum
16 wird ein Kühlgas über eine Zuführleitung 17 geleitet, durch einen anschließenden
Raum 18 in einen zu diesem geöffneten Raum 19 geführt und aus diesem mittels einer
Abführleitung 20 abgeführt. Auf diesem Weg kommt das Kühlgas in direkten Kontakt mit
der Papierbahn 1, da die Räume 16, 18 und 19 zu der Papierbahn 1 jeweils geöffnet
sind. Am Eintritt wie am Austritt der Papierbahn 1 zu der Haube 14 sind Dichtungen
21, z.B. abdichtende Rollen oder Eintauchleisten, etwa nach Fig. 15, vorgesehen, um
Verluste am Kühlgas möglichst zu vermeiden. Um Oxidation zu vermeiden, die beispielsweise
zum unerwünschten Weißgradverlust der Papierbahn führen könnte, empfiehlt es sich,
ein inertes Gas, wie z.B. Stickstoff oder Kohlendioxid, zum Abkühlen zu verwenden.
[0021] Bei den Beispielen gemäß Fig. 3 und 4 handelt es sich um ein einseitiges Glätten,
also um Glätten vorwiegend einer der Oberflächen der Papier- oder Kartonbahn 1. Im
Beispiel gemäß Fig. 3 wird die obere Walze 5 beheizt, wobei die an dieser geführten
Oberfläche stärker geglättet wird. Eine Abkühlvorrichtung 4 mit einer Haube 14 ist
dieser Oberfläche zugeordnet, genau wie auch eine Absaugvorrichtung 11 zum Ansaugen
der am Austritt der Papierbahn aus dem Preßspalt 3 auftretenden Dampfes. Im Beispiel
gemäß Fig. 4 wird die untere Walze 6 beheizt. Die an dieser Walze geglättete Oberfläche
der Papierbahn 1 wird einer gekühlten Walze 7 zur Abkühlung zugeführt. Der am Austritt
der Papierbahn 1 aus dem Preßspalt 3 austretende Dampf wird mittels Absaugvorrichtung
11 abgezogen, womit ein erster Umwandlungsschritt erfolgt. Zur Kondensatentfernung
des Mantels der Kühlwalze 7dient eine Belüftungsvorrichtung 22, welche weitere Verdunstungskälte
erzeugt, kombiniert mit einem Schaber 13.
[0022] In Fig. 5 ist ein Glättwerk 2 mit endlosen Bändern 23 dargestellt, die gleich schnell
und in gleicher Richtung zur Papierbahn 1 antreibbar sind. Der Druckeinsatz und die
Beheizung im Preßspalt 3 erfolgen über bekannte Anpreßelemente 24 mit zu dem Band
23 geöffneten Drucktaschen, welche mit einem wärmetragenden Medium beaufschlagt werden.
Die etwa rechteck-förmige, raumsparende Führung der Bänder 23 ermöglicht die Anordnung
der Abkühlvorrichtung 4 unmittelbar am Austritt der Papierbahn aus dem Preßspalt 3.
[0023] Ein Abkühlen der Papierbahn 1 beim direkten Kontakt mit einem kühlenden Gas ist auch
mittels Abkühlvorrichtungen 4 zu bewerkstelligen, die in Fig. 6 und 7 dargestellt
sind. Die Mäntel der Walzen 7 sind perforiert. Über einen Verteilkasten 26 wird durch
die auf die vorbeigeführte Oberfläche der Papier- oder Kartonbahn das kühlende Gas
geblasen, und nach seinem Durchtritt durch die Papierbahn 1 wird dieses Gas mittels
eines Saugkasten 25 durch den perforierten Mantel der Walze 7 abgesaugt. Diese Kästen
25 und 26 können z.B. nach dem Vorbild der oben anhand von Fig. 2 beschriebenen Abkühlvorrichtung
4 im Sinne einer Gegenstrom- oder Gleichstromkühlung ausgeführt werden und dementsprechend
jeweils an eine Zuführ- oder Abführleitung 17, bzw. 20 für das kühlende Gas angeschlossen
sein. Im Beispiel gemäß Fig. 7 wird das kühlende Gas über einen Verteilkasten 27 durch
die Perforierung der Walze 7 auf die vorbeigeführte Oberfläche der Papierbahn 1 geblasen
Das Gas wird durch eine Zuführleitung 17 dem Verteilkasten 27 zugeführt und durch
eine Abführleitung 20 aus dem Saugkasten 28 abgeführt. Zumeist wird die Führung des
Gases von außen nach innen vorteilhafter sein, so daß also der äußere Kasten als Verteiler
und der innere als Saugkasten dient. An den perforierten Mänteln der Walzen 7 sind
jeweils eine Belüftungsvorrichtung 22 und ein Schaber 13 zum Ableiten des Kondensats
von der Oberfläche des Mantels der Walze 7 angeordnet.
[0024] Eine Abkühlvorrichtung 4 gemäß Fig. 8 hat eine Kühlwalze 7, deren Mantel mittels
eines Kühlkörpers 9 gekühlt wird. Die Abkühlung findet statt in einem kreissegmentförmigen
Spalt zwischen dem Mantel der Walze 7 und einem endlosen, gleich schnellen und in
gleicher Richtung zu dem Mantel der Walze 7 antreibbaren Band 8, das den Mantel teilweise
umschlingt.
[0025] Wie sich aus dem vorher Gesagten ergibt, werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
die folgenden Maßnahmen einzeln oder in Kombination angewandt:
A. Vorbehandlung der Papierbahn 1 vor ihrem Eintritt in den Preßspalt 3 des Glättwerks
durch Aufwärmen und/oder Befeuchten der Oberflächen der Bahn. Dadurch wird gegebenenfalls
das Erreichen bzw. Überschreiten der Glasumwandlungstemperatur des Materials in dem
beheizten Preßspalt 3 begünstigt oder überhaupt ermöglicht. Vorteilhafte Techniken
dazu sind z.B. Oberflächenbefeuchtung mit Dampf, mit Wasserdüsen, mit Wasser-Schaber,
mit Auftragen eines Wasserfilms über Walzen, bzw. Vorwärmung über Kontakt mit vorgelagerten
Heizwalzen, mit Dampf, mit temperiertem Wasser, mit IR-Strahlung, Mikrowellen oder
in einem beheizten, insbesondere verlängerten Preßspalt, z.B. wie gemäß Fig. 5.
B. Gezielte Feuchtereduzierung durch Verdampfung im Preßspalt 3 (Kontakt der Papierbahn
mit beheizten Walzen oder Bändern) und Abkühlung infolge Verdunstungskälte. Durch
Verdampfung zumindest eines Teiles der Bahnfeuchte aufgrund der eingesetzten Temperatur
im Preßspalt 3 und durch die damit verbundene und parallel verlaufende Bahnabkühlung
mittels der Verdunstungskälte unmittelbar nach dem Preßspalt 3 kann ausgehend von
einem Zustand oberhalb der Glasumwandlungskurve ein Zustand unterhalb der Glasumwandlungskurve
erreicht werden. Dieser Vorgang kann sowohl in einem Preßspalt 3 zwischen Glättwalzen
(siehe Fig. 1 bis 4) wie auch zwischen Glättbändern (siehe Fig. 5) stattfinden.
C. Gezielte Abkühlung der Papierbahn 1 praktisch unmittelbar vor Ablauf von etwa 20
bis 60 ms nach Austritt aus dem Preßspalt 3 des Glättwerks von einer Temperatur oberhalb
der Glasumwandlungskurve zu einer unterhalb der Glasumwandlungskurve. Dies kann erfolgen
z.B. durch Verdunstung von der Feuchte der Bahn oder von zusätzlich aufgesprühter
Flüssigkeit, wie flüssiger Stickstoff oder flüssige Luft, Alkohol, Azeton oder Keton
und durch Absaugung der Dämpfe, durch Kontakt mit kalter Flüssigkeit, z.B. Wasser,
durch Kontakt mit einer Eisleiste, z.B. aus Kohlendioxid- oder Wassereis oder durch
Anwendung einer der im Zusammenhang mit Fig. 1 bis 8 als Beispiel beschriebenen Abkühlvorrichtung
4.
[0026] Je nach angewendetem Verfahren wird die Feuchte dabei reduziert, erhöht oder bleibt
unverändert (Fig. 12, 15).
[0027] Bei allen unter A, B oder C beschriebenen, einzeln oder in deren Kombination eingesetzten
Maßnahmen ist jeweils darauf zu achten, daß in dem Preßspalt 3 die Glasumwandlungstemperatur
überschritten wird, und daß parallel zu der Abkühlung unter die Glasumwandlungstemperatur
der Feuchtigkeitsgehalt den technologisch gewünschten Wert annimmt und vorzugsweise
thermodynamisch der Gleichgewichtsfeuchte (relativ zur Umgebung) entspricht.
[0028] In den Fig. 9 bis 15 sind Verläufe der Maßnahmen unter A, B bzw. C einzeln oder in
deren möglichen Kombinationen grafisch dargestellt. In den Figuren bezeichnen:
30 die Temperatur-Koordinate,
31 die Feuchtigkeits-Koordinate,
32 die Glasumwandlungskurve der Zellulose und Heimzellulose, und
33 die Glasumwandlungskurve des Lignins jeweils bei einer Kristallinität von 60 %.
[0029] Der Verlauf der einzelnen Maßnahmeschritte ist jeweils mit Buchstaben A, B oder C
bezeichnet, wobei der Temperaturanstieg, die Abkühlung und die Feuchteänderungen eingezeichnet
sind. Dabei ist jeweils mit 34 der Anfangspunkt vor dem Preßspalt 3, mit 35 der Eintrittspunkt
in den Preßspalt 3, gestrichelt der Temperaturverlauf im Preßspalt 3, mit 36 der Austrittspunkt
aus dem Preßspalt 3 und mit 37 der Endzustand nach Abkühlung und Feuchtereduktion
der Papierbahn bezeichnet.
[0030] Im Beispiel gemäß Fig. 9 erfolgt die Aufwärmung lediglich in dem Preßspalt 3 und
die Abkühlung lediglich durch die Verdunstungskälte der eigenen Feuchte der Papierbahn
1 ohne deren Vorwärmung und ohne Vorbefeuchtung vor dem Eintritt in den Preßspalt
3 (Maßnahme B).
[0031] Im Beispiel gemäß Fig. 10 erfolgt die Aufwärmung lediglich in dem Preßspalt 3 ohne
Vorwärmung und Vorbefeuchtung, die Abkühlung jedoch erfolgt durch den Umwandlungsschritt
4 unmittelbar nach dem Austritt der Papierbahn 1 aus dem Preßspalt 3 (Maßnahme C).
[0032] Im Beispiel gemäß Fig. 11 erfolgt die Aufwärmung im Preßspalt 3 nach vorgeschalteter
Aufwärmung und Vorbefeuchtung und die Abkühlung lediglich durch die Verdunstungskälte
der Feuchte der Papierbahn 1 (Kombination der Maßnahmen A und B).
[0033] Im Beispiel gemäß Fig. 12 erfolgt die Aufwärmung im Preßspalt 3 nach einer Vorwärmung
und Vorbefeuchtung vorher und die Abkühlung durch den Umwandlungsschritt 4 unmittelbar
nach dem Austritt der Papierbahn 1 aus dem Preßspalt 3 (Kombination der Maßnahmen
A und C).
[0034] Im Beispiel gemäß Fig. 13 erfolgt die Aufwärmung im Preßspalt 3 nach einer Vorwärmung
und Vorbefeuchtung und die Abkühlung teilweise durch Verdunstungskälte der Feuchte
der Papierbahn und durch den Umwandlungsschritt 4 unmittelbar nach dem Austritt der
Papierbahn 1 aus dem Preßspalt 3 (Kombination der Maßnahmen A, B und C).
[0035] Das Beispiel gemäß Fig. 14 betrifft den Fall, bei dem sowohl die Glasumwandlungstemperatur
der Zellulose, bzw. der Heimzellulose, als auch die Glasumwandlungstemperatur des
Lignins in der Papierbahn bei Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens überschritten
wird. Nach Vorwärmung und Vorbefeuchtung vor dem Preßspalt 3 wird die Papierbahn 1
im Preßspalt 3 mit einer Temperatur oberhalb der höher liegenden Glasumwandlungstemperatur
des Lignins geglättet. Die Abkühlung erfolgt durch den Einsatz des Abkühlungsschrittes
4 (Kombination der Maßnahmen A und C). Sinnvollerweise sind auch in diesem Fall die
Maßnahmen B oder C oder Kombinationen der Maßnahmen A und B oder A, B und C denkbar.
1. Verfahren zum Glätten einer Papier- oder Kartonbahn (1) in einem Glättwerk (2) unter
Einsatz von Druck, Feuchte und Wärme in einem Preßspalt (3) des Glättwerks zum Erreichen
einer gewünschten Oberflächenqualität an der geglätteten Papierbahn(1),
wobei zumindest die zu glättende Oberfläche der Papier- oder Kartonbahn (1) beim Glätten
in dem Preßspalt (3) mit einer Temperatur oberhalb des Glasumwandlungspunktes des
Materials behandelt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem Austritt der Papier- oder Kartonbahn (1) aus dem Preßspalt vor Ablauf
eines Zeitabschnittes von etwa 20 bis 60 ms (Millisekunden) die geglättete Oberfläche
der Papierbahn (1) einem Umwandlungsschritt auf eine Temperatur und Feuchte unterhalb
des Glasumwandlungspunktes des Materials gezielt unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umwandlungsschritt mittels einer Abkühlvorrichtung (4) vorgenommen wird,
die am Austritt der Papierbahn (1) aus dem Preßspalt (3) angeordnet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umwandlungsschritt durch wäremaustauschenden Kontakt der abzukühlenden Oberfläche
der Papier-oder Kartonbahn (1) mit einer gekühlten Fläche erfolgt, zu der die Papier-
oder Kartonbahn geführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umwandlungsschritt zumindest teilweise durch ein Absaugen des Dampfes, der
beim Austritt der Papierbahn (1) aus dem Preßspalt (3) entsteht, vorgenommen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umwandlungsschritt bei direktem Kontakt der abzukühlenden Oberfläche der
Papierbahn (1) mit einem kühlenden Gas erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Umwandlungsschritt mit einem inerten Gas vorgenommen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas auf die Papierbahn (1) geblasen und durch die Papierbahn (1) hindurch
gesaugt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Papierbahn (1) vor dem Eintritt in den Preßspalt (3) vorgewärmt und/oder
befeuchtet wird.
1. A method for smoothing a web (1) of paper or card in glazing rollers (2) using pressure,
moisture and heat in a press nip (3) of the glazing rollers in order to achieve a
desired surface quality on the glazed paper web (1),
with at least the surface of the web (1) of paper or card which is to be glazed being
treated during glazing in the press nip (3) at a temperature above the second-order
transition point of the material,
characterised in that once the web (1) of paper or card has emerged from the press
nip before a period of approximately 20 to 60 ms (milliseconds) has elapsed the glazed
surface of the paper web (1) is deliberately subjected to a transition step to bring
it to a temperature and moisture content below the second-order transition point of
the material.
2. A method according to Claim 1, characterised in that the transition step is performed
by means of a cooling device (4) which is located at the exit of the paper web (1)
from the press nip (3).
3. A method according to Claim 1, characterised in that the transition step takes place
by heat-exchanging contact of the surface of the web (1) of paper or card to be cooled
with a cooled surface, to which the web of paper or card is guided.
4. A method according to Claim 1, characterised in that the transition step is performed
at least in part by drawing off the steam which is produced upon the emergence of
the paper web (1) from the press nip (3).
5. A method according to Claim 1, characterised in that the transition step takes place
with direct contact of the surface of the paper web (1) to be cooled with a cooling
gas.
6. A method according to Claim 5, characterised in that the transition step is performed
using an inert gas.
7. A method according to Claim 5, characterised in that the gas is blown on to the paper
web (1) and is drawn by suction through the paper web (1).
8. A method according to Claim 1, characterised in that the paper web (1) is preheated
and/or moistened before entering the press nip (3).
1. Procédé de lissage d'une laize (1) de papier ou de carton dans une lisseuse (2) en
mettant en oeuvre la pression, l'humidité et la chaleur dans une fente de compression
(3) de la lisseuse pour obtenir sur la laize de papier lissée (1) une qualité de surface
voulue,
dans lequel tout au moins la surface à lisser de la laize (1) de papier ou de carton
est traitée, lors du lissage dans la fente de compression (3),à une température supérieure
au point de transformation vitreuse du matériau,
caractérisé en ce que, après la sortie de la laize (1) de papier ou de carton hors de la fente
de compression, la surface lissée de la laize (1) de papier est soumise délibérément,
avant l'expiration d'une période d'environ 20 à 60 ms (millisecondes), à une opération
de transformation à une température et à un taux d'humidité inférieurs au point de
transformation vitreuse du matériau.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'opération de transformation
est entreprise au moyen d'un dispositif refroidisseur (4) disposé sur la sortie de
la laize de papier (1) hors de la fente de compression (3).
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'opération de transformation
a lieu par contact avec échange de chaleur entre la surface à refroidir de la laize
(1) de papier ou de carton avec une surface refroidie, sur laquelle on fait passer
la laize de papier ou de carton.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'opération de transformation
est entreprise, au moins partiellement, par aspiration de la vapeur qui se forme à
la sortie de la laize de papier (1) hors de la fente de compression (3).
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'opération de transformation
a lieu par contact direct de la surface à refroidir de la laize de papier (1) avec
un gaz réfrigérant.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'opération de transformation
est entreprise avec un gaz inerte.
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que le gaz est soufflé sur la
laize de papier (1) et est aspiré à travers la laize de papier (1).
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la laize de papier (1) est
préchauffée et/ou humidifiée avant son entrée dans la fente de compression (3).