| (19) |
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(11) |
EP 0 451 176 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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18.11.1993 Patentblatt 1993/46 |
| (22) |
Anmeldetag: 29.12.1989 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: D03D 47/34 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP8901/618 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9007/600 (12.07.1990 Gazette 1990/16) |
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| (54) |
FADENLIEFERVORRICHTUNG
YARN FEED DEVICE
DISPOSITIF DE LIVRAISON DU FIL
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE IT LI NL SE |
| (30) |
Priorität: |
31.12.1988 SE 8900006
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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16.10.1991 Patentblatt 1991/42 |
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Patentinhaber: IRO AB |
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S-523 01 Ulricehamn (SE) |
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Erfinder: |
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- THOLANDER, Lars, Helge, Gottfrid
S-552 65 Jönköping (SE)
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| (74) |
Vertreter: Grünecker, August, Dipl.-Ing. |
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Patentanwälte
Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Partner
Maximilianstrasse 58 80538 München 80538 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenliefervorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 10.
[0002] Bei einer aus der BE-PS 900 041 bekannten Fadenliefervorrichtung dient als Hilfsvorrichtung
eine Luftdüse nahe der Fadenvorratsvorrichtung, die entweder allein oder in Zusammenwirkung
mit einem quer zum Fadenweg federnd schwenkbaren Arm Fadenspannungsänderungen für
die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung während jedes Abzugstakts des Fadens klein
zu halten sucht, die auch aus der sich zyklisch ändernden Wickelrichtung des Fadens
in der als Spule ausgebildeten Vorratsvorrichtung resultieren. Die Hilfsvorrichtung
übernimmt sozusagen einen Teil der Abzugsarbeit der Fadenspeicher- und Liefervorrichtung.
Insbesondere bei den hohen Fadengeschwindigkeiten in Luftdüsenwebmaschinen wird so
eine Verringerung der Zahl der Fadenbrüche angestrebt. Die Luftdüse stellt jedoch
mit dem Schwenkarm eine Fehlerquelle im Fadenweg dar, da eine exakte Anpassung der
Einwirkung der pneumatischen Hilfsvorrichtung auf den Faden auf die Fadengeschwindigkeit
in der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung schwierig ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fadenliefervorrichtung der eingangs
genannten Art sowie ein Verfahren anzugeben, mit denen die Zahl der Fadenbrüche allgemein
und speziell in der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung weiter reduziert ist.
[0004] Die gestellte Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1
angegebenen Merkmalen sowie mit dem Verfahren gemäß Anspruch 11 gelöst.
[0005] Ein mechanisch und mit Schlupf auf den Faden wirkender Friktionsantrieb (slip-feed)
ist in der Lage, mittels einer Assistförderung die Fadengeschwindigkeit stromauf der
Fadenspeicher- und -liefervorrichtung so feinfühlig einzustellen, daß in der Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung unerwünscht starke Belastungen für den Faden vermieden werden.
Daraus resultiert eine spürbare Abnahme der Fadenbrüche allgemein und in der Fadenspeicherund
-liefervorrichtung im besonderen. Der Friktionsantrieb laßt sich mit geringem steuerungstechnischen
Aufwand an die Abzugsgeschwindigkeit der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung anpassen.
Er dämpft auch Spannungspitzen, die aus der wechselnden Wickelrichtung des Fadens
(Fadenzupfer) auf der Spule resultieren. Der Friktionsantrieb ist baulich einfach,
benötigt wenig Platz und läßt sich gut an unterschiedliche Fadenqualitäten anpassen.
Die Oberfläche, die der Faden berührt, darf nicht klebrig sein, sondern soll verhältnismäßig
glatt, fadenschonend und dabei verschleißfest sein. Z.B. eignet sich eine hartverchromte
Aluminium-Rotationsfläche oder eine plasmabeschichtete Keramik-Oberfläche gut für
diesen Zweck.
[0006] Eine zweckmäßige Ausführungsform geht aus Anspruch 2 hervor. Die Modulation der Einwirkung
auf den Faden ermöglicht die präzise Anpassung an die jeweilige Fadengeschwindigkeit,
z.B. durch Auswahl der rotierenden Oberfläche des Friktionsantriebs.
[0007] Bei der Ausführungsform gemäß Anspruch 3 kommen zwei Einflüsse zum Tragen. Der Antrieb
stellt Kraft für den Faden bereit; der Faden nimmt in Abhängigkeit von der Fadenspannung
soviel Kraft auf, wie er zum Erreichen der erforderlichen Fadengeschwindigkeit benötigt.
Die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung wird von dieser Aufgabe weitgehend entlastet.
Eine Modulation der Einwirkung auf den Faden ist auch durch Einflußnahme auf die Antriebsübertragung
im Friktionsantrieb möglich.
[0008] Eine weitere Ausführungsform geht aus Anspruch 4 hervor. Es läßt sich durch die Veränderung
des Umschlingungswinkels des Fadens im Friktionsantrieb die Einwirkung auf den Faden
modulieren, indem mit größerem Umschlingungswinkel eine stärkere Assistförderung,
hingegen mit kleinerem Umschlingungswinkel eine schwächere Assistförderung eingesteuert
wird. Der Umschlingungswinkel dient neben der Fadenspannung als Regelgröße für den
Schlupf.
[0009] Wenn der Umschlingungswinkel annähernd 90° beträgt, wird als zusätzlicher Vorteil
die bisher bei wie üblich vertikaler Spule und horizontaler Fadenspeicher- und -liefervorrichtung
erforderliche Fadenumlenkung von der Spule zum Speicher gleich vom Friktionsantrieb
übernommen (Anspruch 5). Die Friktionsrolle kann leicht und trägheitsarm sein und
ist rasch auf die nötige Geschwindigkeit beschleunig- und auch wieder verzögerbar.
Von der Spule stammende Fadenzupfer kompensiert die Friktionsrolle.
[0010] Die Kupplung gemäß Anspruch 6 bewirkt, daß der Faden mit der Friktionsrolle auch
ohne deren direkten Antrieb laufen kann, wenn dies unter bestimmten Betriebsbedingungen
günstig ist. Insbesondere in der Auslaufphase wird der Faden über die eingerückte
Kupplung und die abfallende Antriebsgeschwindigkeit sauber abgebremst, was das Nachlaufen
des Fadens aufgrund seiner Masse und somit eine unerwünschte überzufuhr zumindest
weitgehend unterbindet.
[0011] Bei der Alternative gemäß Anspruch 7 läßt sich mit der Bremseinrichtung die Friktionsrolle
rasch abbremsen oder beim Arbeiten gezielt und moduliert bremsen und eine gewünschte
Fadenspannung erzeugen. Gegebenenfalls ist dann auch ein in einer Richtung sperrender
Freilauf vorgesehen.
[0012] Der speziell ausgewählte Oberflächenbelag der Friktionsrolle gemäß Anspruch 8 bestimmt
den Schlupf des Fadens mit. In Anpassung an die Fadenqualität können axial nebeneinander
unterschiedliche Oberflächenbeläge vorgesehen sein, von denen der jeweils passende
benutzt wird.
[0013] Wichtig ist die Ausführungsform gemäß Anspruch 9, weil die Geschwindigkeits-Steuereinheit
die genaue Steuerung des Friktionsantriebs in Abhängigkeit von der von der Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung bestimmten Fadengeschwindigkeit vornimmt. Es ist aber auch
denkbar, den Friktionsantrieb eigenständig anzutreiben, und die tatsächliche Fadengeschwindigkeit
nur über die Modulation der Einwirkung, z.B. durch den Schlupf, zu regeln. Auch besonders
empfindliche oder schwache Fäden lassen sich so mit großer Geschwindigkeit bruchsicher
verarbeiten.
[0014] Mit dem Verfahren gemäß Anspruch 10 wird eine gleichmäßige Anpassung der Fadengeschwindigkeit
für die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung erreicht. In der Fadenspeicher- und
-liefervorrichtung bricht der Faden selbst bei hoher Geschwindigkeit und relativ scharfer
Umlenkung nicht mehr. Der bewußt eingesteuerte Geschwindigkeitsunterschied bewirkt
den Schlupf, der zur Assistförderung (Bremsen oder Beschleunigen) benötigt wird.
[0015] Regelungstechnisch einfach ist die Verfahrensvariante gemäß Anspruch 11. Von Anfang
an wird mit zunehmendem Schlupf gefördert.
[0016] Gemäß Anspruch 12 ist der Arbeitsbereich in mehrere aneinander anschließende Bereiche
unterteilt. Im ersten Bereich wird der Faden, z.B. in der Auslaufphase der Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung zwecks Unterbindung eines Nachlaufs gebremst, weil der Friktionsantrieb
langsamer läuft als der Faden oder stillsteht. Im nächsten Bereich kann der Friktionsantrieb
von seinem Antrieb abgekuppelt sein, der Faden ist dann dem mechanischen Bewegungswiderstand
des Friktionsantriebs ausgesetzt, was Spannungsschwankungen unterdrückt. Im darauffolgenden
Bereich steht durch den schneller als der Faden angetriebenen Friktionsantrieb eine
überschußgeschwindigkeit zur Verfügung, die der Faden mit Schlupf bei Bedarf zumindest
zum Teil aufnimmt. Die exakt dosierbare Assistförderung unterdrückt auch in diesem
Geschwindigkeitsbereich Spannungsschwankungen im Faden.
[0017] Gemäß Anspruch 13 bremst die Assistförderung im Bereich niedriger Fadengeschwindigkeit,
während sie bei höherer Fadengeschwindigkeit nachschiebt.
[0018] Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Fadenliefervorrichtung mit einer Hilfsvorrichtung,
- Fig. 2
- diagrammartig eine Fadengeschwindigkeitskurve, und
- Fig. 3,4a,4b
- verschiedene Geschwindigkeitsdiagramme.
[0019] Bei einer Liefervorrichtung 1 für einen Faden Y zu einer Textilmaschine 2, z.B. einer
Luftdüsen-Webmaschine, ist eine Eintragvorrichtung 3, z.B. eine Luftdüse, zur Textilmaschine
vorgesehen. Der Eintragvorrichtung 3 sind ein Fadenauge 5 und eine Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung 4 vorgesetzt, die, falls ein Längenabschnitte bemessener Schußfaden
verarbeitet werden soll, eine Meßvorrichtung für die jeweils ausgegebene Schußfadenlänge
aufweisen kann. Stromauf der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 4 ist eine weitere
Fadenöse 6 vorgesehen. Ein mit einer nicht gezeigten Steuerung verbundener Antriebsmotor
7 der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung treibt ein Aufwickelelement 18, das den
Faden Y auf einer Speicherfläche 19 aufwickelt. Bei diesem Typ der Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung 4 tritt im Bereich 20 eine signifikante Fadenumlenkung auf,
die bei hoher Fadengeschwindigkeit Ursache für Fadenbrüche sein kann.
[0020] Der Faden Y kommt von einer Fadenvorratsvorrichtung 8, beispielsweise einer konischen
Spule 9, auf der er, z.B. mit wechselnder Richtung überkreuzend, aufgewickelt ist.
Zwischen der Spule 9 und der Fadenöse 6 ist eine Hilfsvorrichtung 10 angeordnet, zweckmäßigerweise
nahe an der Spule 9. Die Hilfsvorrichtung 10 ist ein Friktionsantrieb R mit einer
Friktionsrolle 11, z.B. mit reibungsaktiver Oberfläche. Die Friktionsrolle 11 steht
mit einem verstellbaren Antrieb 12, z.B. einem Schrittmotor, in Antriebsverbindung.
Die Steuerung des Antriebs 7 der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 4 ist über
eine Leitung 16 an eine Steuereinheit 15 angeschlossen, die über die Fadengeschwindigkeit
informiert ist. über eine Leitung 17 kann auch der Antrieb 12 an die Steuereinheit
15 angeschlossen sein.
[0021] Zwischen dem Antriebsmotor 12 und der Friktionsrolle 11 kann - falls nicht eine direkte
Antriebsverbindung vorliegt - eine gesteuert lös- und einrückbare, ggfs. modulierbare,
Kupplung 13 eingeordnet sein, die es in gelöstem Zustand der Friktionsrolle 11 ermöglicht,
schneller oder langsamer zu laufen als der Antriebsmotor 12. Zusätzlich könnte auch
eine modulierbare Bremsvorrichtung für die Friktionsrolle 11 vorgesehen sein. Gegebenenfalls
ist dann anstelle der Kupplung 13 ein nur in Antriebsrichtung sperrender Freilauf
vorgesehen.
[0022] Die Spule 9 steht senkrecht; die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 4 hingegen
annähernd waagrecht. An der Friktionsrolle 11 wird der Faden 4 mit einem Umschlingungswinkel
α von annähernd 90° umgelenkt. Der Winkel α kann verstellt werden.
[0023] Die Eintragvorrichtung 3 zieht von der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 4, z.B.
in der Länge exakt vorbestimmte, Fadenabschnitte ab. Der Antriebsmotor 7 hält in Abhängigkeit
vom Verbrauch der Textilmaschine 2 ständig einen Fadenvorrat in der Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung 4 aufrecht und zieht den Faden Y von der Spule 9 ab. Dies erfolgt
so, daß der Faden praktisch kontinuierlich läuft. Dem Abziehen des Fadens Y von der
Spule 9 stehen ein bestimmter Abwickelwiderstand sowie ggfs. Spannungspitzen bei Wickelrichtungsänderungen
(Fadenzupfer) entgegen.
[0024] Die Hilfsvorrichtung 10 assistiert beim Fördern des Faden Y mit der von der Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung benötigten Geschwindigkeit oder bremst ihn so, daß Aenderungen
der Spannung im Faden Y gering bleiben. Spannungsschwankungen aufgrund wechselnder
Wickelrichtung (Fadenzupfer) auf der Spule 9 werden von der Hilfsvorrichtung 10 kompensiert
oder ausgefiltert und sind im Bereich 20 der Fadenumlenkung in der Vorrichtung 4 fast
nicht mehr spürbar.
[0025] Die exakte Steuerung des Antriebsmotors 12 bzw. der Friktionsrolle 11 in Anpassung
an die Geschwindigkeit in der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 4 ist besonders
wichtig, weil damit der Geschwindigkeitseinfluß (Reibung) bei der scharfen Umlenkung
des Fadens, z.B. am Auslaß des Aufwickelelements 18, eliminiert wird. Zusammengefaßt
werden im Bereich 20 eine zu große Fadenspannung und gefährliche Spannungsänderungen
durch die Assistförderung weitgehend vermieden, Faktoren also, die eine vermutete
Ursache für dort auftretende Fadenbrüche waren.
[0026] Gemäß Fig. 2 bleibt die Fadengeschwindigkeit KY im gesamten Arbeitsbereich unterhalb
der Umfangsgeschwindigkeit KR des Friktionsantriebs. Beide Geschwindigkeitskurven
sind idealisiert als Geraden mit verschiedenen Anstiegen dargestellt. Zwischen dem
Faden und dem Friktionsantrieb stellt sich ein mit steigender Fadengeschwindigkeit
zunehmender Schlupf ein, damit der Friktionsantrieb stets nachschieben kann, wenn
dies die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 4 verlangt.
[0027] Gemäß Fig. 3 ist der Arbeitsbereich der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 4,
d.h. die Kurve KY der Fadengeschwindigkeit VY ist in drei Bereiche A, B, C unterteilt.
Der Bereich A reicht bis zu einem relativ niedrigen Geschwindigkeitsreferenzwert a;
der Bereich B von a bis zu einem höheren Geschwindigkeitsreferenzwert b; der Bereich
C von b bis zum höchsten Geschwindigkeitsreferenzwert c (max. Fadengeschwindigkeitswert
VYmax). Im Bereich A wird der Faden durch den ggfs. stehenden Friktionsantrieb abgebremst.
Die Kupplung ist dabei eingerückt. Dies ist besonders in der Auslaufphase wichtig.
Im Bereich B ist die Kupplung gelöst. Der Friktionsantrieb dreht frei mit dem Faden;
aufgrund des Drehwiderstandes des Friktionsantriebs tritt Schlupf auf. Im Bereich
C wird der Friktionsantrieb mit positivem Geschwindigkeitsüberschuß angetrieben, die
Kupplung ist eingerückt. Der Faden wird mit Schlupf gefördert. Bei einer Steigerung
der Fadenspannung nehmen der Schlupf ab und die Assistförderung zu bzw. umgekehrt.
Wiederum wird die Spannung relativ niedrig und gleichmäßig gehalten. Es ergibt sich
eine unstetige Geschwindigkeitskurve KR für den Friktionsantrieb, wobei die Kurve
KR in Fig. 3 übertrieben bzw. idealisiert ist.
[0028] Gemäß Fig. 4a, 4b ist ein Referenzgeschwindigkeitswert d entlang der Kurve KY, z.B.
in Abhängigkeit von der Fadenqualität, ausgewählt, so daß zwei Bereiche D, E vorliegen.
Mit steigender Fadengeschwindigkeit VY wird im Bereich D der Friktionsantrieb langsamer
als der Faden angetrieben, bis die Friktionsantriebskurve KR im Punkt d die Kurve
KY überkreuzt. Im Bereich E wird der Friktionsantrieb mit zunehmendem Geschwindigkeitsüberschuß
angetrieben. Die Kurve KR kann idealisiert eine Gerade (Fig. 4a) oder eine flache
S-Kurve (Fig. 4b) mit dem Wendepunkt im Punkt d sein. Unter besonderen Betriebsbedingungen
könnte der Friktionsantrieb auch mit der Fadenbewegung entgegengesesetzter Richtung
angetrieben werden, um absichtlich eine noch stärkere Bremsung zu erzeugen.
1. Fadenliefervorrichtung für eine Textilmaschine (2), insbesondere für eine Luftdüsenwebmaschine,
mit einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung (4) zwischen einer Fadenvorrats-Vorrichtung
(8) und der Eintragevorrichtung (3) der Textilmaschine, und mit einer im Fadenweg
von der Fadenvorrats-Vorrichtung zur Fadenspeicher- und -liefervorrichtung angeordneten
Hilfsvorrichtung (10), dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsvorrichtung (10) einen Schlupf-Friktionsantrieb (R) für den Faden (Y)
aufweist.
2. Fadenliefervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Friktionsantrieb (R) in seiner Einwirkung auf den Faden (Y) modulierbar
ist.
3. Fadenliefervorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Friktionsantrieb (R) einen eigenen Antrieb (12) aufweist und in seiner Einwirkung
auf den Faden (Y) zumindest durch die von der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung
(4) im Faden (Y) erzeugte Fadenspannung zwischen der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung
(4) und der Fadenvorratsvorrichtung (8) modulierbar ist.
4. Fadenliefervorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Friktionsantrieb (R) für den Faden (Y) einen in seiner Länge vorbestimmten
Berührungsbereich (z.B. Umschlingungswinkel (α) aufweist und daß der Berührungsbereich
zum Modulieren veränderbar ist.
5. Fadenliefervorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Friktionsantrieb (10) eine Friktionsrolle (11) aufweist, die mit dem, vorzugsweise
verstellbaren, Antrieb (12) in Antriebsverbindung steht und daß der Faden auf der
Oberfläche der Friktionsrolle umgelenkt wird.
6. Fadenliefervorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Friktionsrolle (11) und dem Antrieb (12) eine lösbare und/oder modulierbare
Kupplung (13) vorgesehen ist.
7. Fadenliefervorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß für die Friktionsrolle (11) eine modulierbare Bremseinrichtung vorgesehen ist.
8. Fadenliefervorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Oberfläche der Friktionsrolle (11) axial begrenzte, unterschiedlich schlupffreudige
Oberflächenbeläge nebeneinander liegen.
9. Fadenliefervorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (12) der Friktionsrolle (11) mit einer an eine Geschwindigkeitssteuerung
für die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung (4) angeschlossenen Geschwindigkeitssteuereinheit
(15) verbunden und in Abhängigkeit von der Fadengeschwindigkeit in der Fadenspeicher-
und liefervorrichtung (4) steuerbar ist.
10. Verfahren zum Antreiben eines von einer Vorratsvorrichtung abgezogenen Fadens mittels
eines zwischen der Vorratsvorrichtung und einer Fadenspeicherund -liefervorrichtung
angeordneten Hilfsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß in einem die Hilfsvorrichtung bildenden Friktionsantrieb (10) die Oberflächengeschwindigkeit
(KR) des Friktionsantriebes (10) von der Fadengeschwindigkeit (KY) in der Fadenspeicher-
und -liefervorrichtung (4) abweichend eingesteuert wird, und daß der Faden (Y) auf
der Oberfläche mit einem während der Förderung aufrechterhaltenen Schlupf gefördert
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Geschwindigkeitsunterschied und der Schlupf mit zunehmender Fadengeschwindigkeit
in etwa stetig vergrößert werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Fadengeschwindigkeit in der Fadenspeicher- und
-liefervorrichtung in einem vorbestimmten Bereich bis zu einem Maximalwert variabel
ist, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Bereiches mehrere Referenzgeschwindigkeitswerte (a, b, c) als Schaltpunkte
für die Geschwindigkeits-Steuereinheit (12) des Friktionsantriebes ausgewählt sind,
und daß der Friktionsantrieb in einem ersten, durch den Referenzgeschwindigkeitswert
(a) begrenzten Bereich den Faden zwangsweise bremst, daß der Friktionsantrieb in einem
weiteren, zwischen den Referenzgeschwindigkeitswerten (a, b) liegenden Bereich von
seinem Antrieb abgekuppelt wird und mit dem Faden freidrehbar läuft, und daß ab dem
weiteren Referenzgeschwindigkeitswert (b) und gegebenenfalls bis zum höchsten Referenzgeschwindigkeitswert
(c) der Friktionsantrieb mit steigender Fadengeschwindigkeit mit einem anwachsenden
positiven Geschwindigkeitsunterschied angetrieben wird und den Faden Schlupfen fördert.
13. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Fadengeschwindigkeit in der Fadenspeicher- und
-liefervorrichtung in einem vorbestimmten Bereich bis zu einem Maximalwert variabel
ist, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Bereiches ein, vorzugsweise an die Fadenqualität angepaßter, Referenzgeschwindigkeitswert
(d) ausgewählt ist, der Friktionsantrieb bis zum Referentgeschwindigkeitswert (d)
langsamer als der Faden angetrieben wird, und daß ab Erreichen des Referenzgeschwindigkeitswerts
(d) der Friktionsantrieb zunehmend schneller als die Fadengeschwindigkeit angetrieben
wird, derart, daß die Kurve der Friktionsantriebsgeschwindigkeit annähernd gerade
oder leicht S-förmig die Fadenschwindigkeitskurve überkreuzt.
1. Thread-delivery device for a textile machine (2), especially for an air-jet weaving
machine, with a thread-storage and thread-delivery device (4) between a thread-supply
device (8) and the shooting-in device (3) of the textile machine, and with an auxiliary
device (10) arranged in the thread path from the thread-supply device to the thread-storage
and thread-delivery device, characterized in that the auxiliary device (10) has a
slip-friction drive (R) for the thread (Y).
2. Thread-delivery device according to Claim 1, characterized in that the effect of the
friction drive (R) on the thread (Y) can be modulated.
3. Thread-delivery device according to Claims 1 and 2, characterized in that the friction
drive (R) has its own drive (12), and its effect on the thread (Y) can be modulated
at least by the thread tension, generated in the thread (Y) by the thread-storage
and thread-delivery device (4), between the thread-storage and thread-delivery device
(4) and the thread-supply device (8).
4. Thread-delivery device according to Claims 1 to 3, characterized in that the friction
drive (R) for the thread (Y) has a contact region of predetermined length (for example,
a looping angle (α), and in that the contact region can be varied for modulation.
5. Thread-delivery device according to Claims 1 to 4, characterized in that the friction
drive (10) has a friction roller (11) which is drive-connected to the preferably adjustable
drive (12), and in that the thread is deflected on the surface of the friction roller.
6. Thread-delivery device according to Claim 5, characterized in that a releasable and/or
modulatable coupling (13) is provided between the friction roller (11) and the drive
(12).
7. Thread-delivery device according to Claims 1 to 5, characterized in that a modulatable
braking device is provided for the friction roller (11).
8. Thread-delivery device according to Claims 1 to 7, characterized in that axially limited
surface coverings of differing slip capacity are located next to one another on the
surface of the friction roller (11).
9. Thread-delivery device according to Claims 1 to 8, characterized in that the drive
(12) of the friction roller (11) is connected to a speed-control unit (15) connected
to a speed control for the thread-storage and thread-delivery device (4) and can be
controlled in dependence on the thread speed in the thread-storage and thread-delivery
device (4).
10. Method for driving a thread, drawn off from a supply device, by means of an auxiliary
device arranged between the supply device and a thread-storage and thread-delivery
device, characterized in that, in a friction drive (10) forming the auxiliary device,
the surface speed (KR) of the friction drive (10) is selected different from the thread
speed (KY) in the thread-storage and thread-delivery device (4), and in that the thread
(Y) is conveyed on the surface with a slip which is maintained during the conveyance.
11. Method according to Claim 10, characterized in that the speed difference and the slip
are increased approximately continuously with an increasing thread speed.
12. Method according to Claim 10, in which the thread speed in the thread-storage and
thread-delivery device is variable in a predetermined range up to a maximum value,
characterized in that, within the range, a plurality of reference speed values (a,
b, c) are selected as switching points for the speed-control unit (12) of the friction
drive, and in that the friction drive brakes the thread positively in a first range
limited by the reference speed value (a), in that, in a further range located between
the reference speed values (a, b), the friction drive is uncoupled from its drive
and runs freely rotatably together with the thread, and in that, from the further
reference speed value (b) and, if appropriate, up to the highest reference speed value
(c), the friction drive is driven at an increasing thread speed with an increasing
positive speed difference and conveys the thread with slip.
13. Method according to Claim 10, in which the thread speed in the thread-storage and
thread-delivery device is variable in a predetermined range up to a maximum value,
characterized in that, within the range, a reference speed value (d) preferably adapted
to the thread quality is selected, and the friction drive is driven more slowly than
the thread up to the reference speed value (d), and in that, from the moment when
the reference speed value (d) is reached, the friction drive is driven increasingly
faster than the thread speed, in such a way that the curve of the friction-drive speed
intersects the thread-speed curve in an approximately straight or slightly S-shaped
manner.
1. Dispositif de livraison de fil, pour une machine textile (2), en particulier pour
une machine à tisser à buses pneumatiques, avec un dispositif d'accumulation et de
livraison de fil (4) placé entre un dispositif de stockage (8) et le dispositif d'introduction
(3) de la machine textile, et avec un dispositif auxiliaire (10), disposé dans la
trajectoire du fil, entre le dispositif de stockage du fil et le dispositif d'accumulation
et de livraison de fil, caractérisé en ce que le dispositif auxiliaire (10) présente
un entraînement à glissement et friction (R) pour le fil (Y).
2. Dispositif de livraison de fil selon la revendication (1) caractérisé en ce que l'action
de l'entraînement à friction (R) sur le fil (Y) peut être modulée.
3. Dispositif de livraison de fil selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce
que l'entraînement à friction (R) présente un entraînement propre (12) et son action
sur le fil (Y) pouvant être modulée, au moins au moyen de la tension produite dans
le fil (Y) par le dispositif d'accumulation et de livraison de fil (4), entre le dispositif
d'accumulation et de livraison de fil (4) et le dispositif de stockage de fil (8).
4. Dispositif de livraison de fil selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que
l'entraînement à friction (R) destiné au fil (Y) présente une zone de contact (par
exemple angle d'enlacement (α)) dont la longueur est prédéterminée, et en ce que la
zone de contact peut être modifiée pour opérer la modulation.
5. Dispositif de livraison de fil selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que
l'entraînement à friction (10) présente un galet de friction (11), placé en entraînement
de liaison avec l'entraînement (12), qui est de préférence réglable, et en ce que
le fil est dévié sur la surface du galet de friction.
6. Dispositif de livraison de fil selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'un couplage
(13) désolidarisable et ou modulable est prévu entre le galet de friction (11) et
l'entraînement (12).
7. Dispositif de livraison de fil selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'un
dispositif de freinage modulable est prévu pour le galet de friction (11).
8. Dispositif de livraison de fil selon les revendications 1 à 7, caractérisé en ce que
des revêtements de surface, favorisant différemment le glissement, délimités axialement,
sont placés les uns à côté des autres sur la surface du galet de friction (11).
9. Dispositif de livraison de fil selon les revendications 1 à 8, caractérisé en ce l'entraînement
(12) du galet de friction (11) est relié à une unité de commande de vitesse (15),
raccordée à une commande de vitesse destinée au dispositif d'accumulation et de stockage
du fil (4), et peut être commandé en fonction de la vitesse du fil dans le dispositif
d'accumulation et de livraison de fil (4).
10. Procédé d'entraînement d'un fil tiré d'un dispositif de stockage, au moyen d'un dispositif
auxiliaire disposé entre le dispositif de stockage et un dispositif d'accumulation
et de livraison de fil, caractérisé en ce que, dans un entraînement à friction (10)
formant le dispotif auxiliaire, la vitesse superficielle (KR) de l'entraînement à
friction (10) est commandée par la vitesse de fil (KY), pour prendre une valeur différente
dans le dispositif d'accumulation et de livraison du fil, et en ce que le fil (Y)
est transporté en passant sur la surface avec un glissement entretenu pendant le transport.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que la différence de vitesse
et le glissement augmentent de façon à peu près régulière lorsque la vitesse du fil
augmente.
12. Procédé selon la revendication 10, la vitesse du fil dans le dispositif d'accumulation
et de livraison de fil étant variable, dans une plage prédéterminée allant jusqu'à
une vitesse maximale, caractérisé en ce qu'à l'intérieur de la plage sont sélectionnées
plusieurs valeurs de vitesse de référence (a, b, c) servant de points de commutation
pour l'unité de commande de vitesse (12) de l'entraînement à friction, et en ce que
l'entraînement à friction freine obligatoirement le fil dans une première plage délimitée
par la vitesse de référence (a), en ce que l'entraînement à friction est désaccouplé
de son entraînement dans une autre plage située entre les valeurs de vitesse de référence
(a, b) et tourne librement avec le fil, et en ce qu'à partir de l'autre valeur de
vitesse de référence (b) et, le cas échéant, jusqu'à la valeur de vitesse de référence
maximale (c), l'entraînement à friction est entraînée avec une différence de vitesse
positive croissante et transporte le fil avec un glissement.
13. dispositif selon la revendication 10, la vitesse de fil dans le dispositif d'accumulation
et de livraison étant variable dans une plage prédéterminée allant jusqu'à une valeur
maximale, caractérisé en ce qu'à l'intérieur de la plage, de préférence pour une vitesse
de référence de fil (d) adaptée à la qualité des fils, l'entraînement à friction est
entraîné plus lentement que le fil jusqu'à atteinte de la vitesse de référence de
fil (d) et qu'à partir de l'atteinte de la valeur de vitesse de référence (d), l'entraînement
à friction est entraîné avec une augmentation de vitesse supérieure à l'augmentation
de la vitesse de fil, de manière que la courbe de la vitesse d'entraînement à friction
croise la courbe de vitesse de fil avec une allure à peu prés rectiligne, ou légèrement
en S.
