| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 453 819 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
19.10.1994 Patentblatt 1994/42 |
| (22) |
Anmeldetag: 30.03.1991 |
|
|
| (54) |
Verfahren zur Herstellung von Feinstfaservliesen aus thermoplastischen Polymeren
Method for producing micro fibre fleeces from thermoplastic polymers
Procédé de fabrication de nappes de fibres très fines de polymères thermoplastiques
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
BE DE FR GB NL SE |
| (30) |
Priorität: |
12.04.1990 DE 4011883
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
30.10.1991 Patentblatt 1991/44 |
| (73) |
Patentinhaber: BAYER AG |
|
51368 Leverkusen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Nyssen, Peter Roger, Dipl.-Ing.
W-4047 Dormagen 11 (DE)
- Berkenhaus, Dirk, Dipl.-Ing.
W-5000 Köln 50 (DE)
- van Pey, Hans-Theo
W-5152 Lipp (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 322 136 GB-A- 2 093 400
|
EP-A- 0 325 116
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Herstellung von Feinstpolymerfaservliesen
aus thermoplastischen Polymeren mit einem mittleren Faserdurchmesser von 0,1 µm -
20 µm, vorzugsweise 0,5 µm - 10 µm, bei dem das geschmolzene Polymer in einem rotierenden
Düsenkopf unter einem Vordruck von 1 bar -200 bar aus einer Vielzahl von Austrittsbohrungen
radial unter Faserbildung geschleudert wird und die noch nicht vollständig erstarrten
Fasern in einem radialen Abstand von 10 mm - 200 mm von den Austrittsbohrungen durch
einen äußeren Gasstrom in axiale Richtung umgelenkt und anschließend als Vlies auf
einem umlaufenden, luftdurchlässigen Träger abgeschieden werden. Ein derartiges Verfahren
wird in DE-A 3 801 080 beschrieben.
[0002] Gemäß dem Stand der Technik werden Faservliese aus schmelzbaren Polymeren in erster
Linie nach dem sogenannten Melt-Blown-Verfahren hergestellt (siehe z.B. US 4 048 364,
US 4 622 259, US 4 623 576, DE 2 948 821, EP 92 819, EP 0 239 080). Die gemäß EP 239
080 hergestellten elastischen Vliesstoffe sind z.B. durch einen mittleren Faserdurchmesser
gekennzeichnet, der über 10 µm liegt. Dieser Bereich ist auch mit konventionellen
Stapel- oder Endlosfaserspinnverfahren ohne Probleme zugänglich. Die so hergestellten
elastischen Vliesstoffe können daher streng genommen nicht als Mikrofaser- oder Feinstfaservliesstoffe
bezeichnet werden. Da das Melt-Blown-Verfahren auf einer rein aerodynamischen Faserbildung
beruht, wobei die Polymerschmelze mit Luft hoher Geschwindigkeit (100 -300 m/sec)
unter einer Temperatur oberhalb der Schmelzetemperatur direkt verblasen wird, müssen
spezielle Voraussetzungen hinsichtlich der Materialeigenschaften des Polymers zur
Erzielung von sehr feinen Faserdurchmessern erfüllt sein. Die Schmelze muß insbesondere
eine niedrige Schmelzviskosität und Dehnviskosität besitzen. Polymere mit geringen
Wechselwirkungskräften zwischen den Molekülketten, wie z.B. Polyolefine, haben sich
als besonders geeignet herausgestellt. Liegen dagegen höhere Wechselwirkungskräfte
vor, wie z.B. bei PA, TP und Polyurethan vor, so wird der Faserbildungsprozeß durch
die hohe Dehnviskosität behindert, was in der Regel zu gröberen Faserdurchmessern
führt. Selbst eine Erniedrigung des Molekulargewichts ist mit Rücksicht auf die Faser-
und Vlieseigenschaften nur begrenzt hilfreich. Die Verfahrensparameter wie die Schmelzetemperatur
und die Lufttemperatur können im Gegensatz zu Polyolefinen nur in einem sehr engen
Bereich variiert werden, da sonst mit einer thermischen Zersetzung und Schädigung
des Polymers gerechnet werden muß. Dies trifft in besonderem Maße auf den Rohstoff
Polyurethan zu.
[0003] Für die Herstellung elastischer Vliesstoffe wird daher in EP-A-0 239 080 beispielsweise
die Anwendung des Melt-Blown-Verfahrens unter Verwendung von Copolymeren, wie Ethylen-Vinylacetat
(EVA)- oder Ethylen-Methylacrylat (EMA)-Copolymeren beschrieben. Im Beispiel 7 dieser
Veröffentlichung wird für EVA ein Faserdurchmesser von mehr als 10 µm angegeben. Die
Vliesfestigkeit ebenso wie die Dehnbarkeit weisen große Unterschiede in Längs- und
Querrichtung auf.
[0004] Dagegen gestattet das in DE 3 801 080 und EP-A-0 325 116 beschriebene Schleuderblasverfahren
die Herstellung von Feinstpolymerfasern mit einem Faserdurchmesser von 0,1 -10 µm.
Dieses Verfahren beruht darauf, daß die gebildeten Primärfäden zunächst im Zentrifugalfeld
ausgezogen werden (Vorverzug) und dann durch einen axialen Gasstrom hoher Geschwindigkeit
zu Feinstfasern weiter ausgezogen werden (Endverzug). Mit diesem Verfahren gelingt
die Herstellung von Feinstfasern aus Polymeren in einem großen Schmelz- und Dehnviskositätsbereich,
so daß auch Polymere mit hohem Molekulargewicht und großen Wechselwirkungskräften
zwischen den Molekülketten als Ausgangsmaterial eingesetzt werden können. Hier setzt
die Erfindung an.
[0005] Es liegt die Aufgabe zugrunde, ausgehend von dem vorbeschriebenen Verfahren Vliesstoffe
aus thermoplastischen Polymeren, insbesondere aus thermoplastischem Polyurethan, mit
folgenden Eigenschaften herzustellen:
1. Der Vliesstoff soll aus Kurzfasern mit einem mittleren Faserdurchmesser von 0,1
µm - 20 µm, vorzugsweise 0,5 µm - 10 µm, bestehen.
2. Die Fasern sollen eine relativ große Länge aufweisen (Verhältnis von Länge zu Durchmesser
>20.000)
3. Der Vliesstoff soll eine hohe Abriebfestigkeit sowie eine verbesserte Höchstzugkraft,
Höchstkraftdehnung und ein hohes elastisches Rückstellvermögen aufweisen.
4. Der Vliesstoff soll keine oder nur sehr geringe Unterschiede in den Festigkeitseigenschaften
in Längs- und Querrichtung besitzen.
[0006] Diese Aufgabe wird ausgehend von dem in DE 3 801 080 beschriebenen Schleuderblasverfahren
dadurch gelöst, daß zusätzlich zu dem äußeren Gasstrom hoher Geschwindigkeit in einem
kleineren radialen Abstand als die Schmelzeaustrittsbohrungen ein innerer Gasstrom
mit kleinerer Geschwindigkeit aus einer Vielzahl von axialen Bohrungen am Düsenkopf
austritt, der unter der Einwirkung der am rotierenden Düsenkopf auftretenden zentrifugalen
Schleppkräfte ein rotationssymmetrisches Strömungsfeld mit einer überwiegend radialen
Geschwindigkeitskomponente bildet und dessen Temperatur gleich oder größer als die
Düsenkopftemperatur ist.
[0007] Vorteilhaft werden dabei die Gasmengenströme des inneren und des äußeren Gasstromes
so eingestellt, daß ihr Verhältnis zwischen 0,2 und 2,0 liegt.
[0008] Im Hinblick auf die Erzeugung eines über die gesamte Breite und in seinen mechanischen
Eigenschaften gleichmäßigen Vliesstoffes besteht eine weitere Verbesserung darin,
daß außerhalb des Düsenkopfes in einem axialen Abstand 0 mm ≦a ≦500 mm von den Schmelzeaustrittsbohrungen
an mindestens zwei gegenüberliegende Seiten weitere Begrenzungsgasströme unter einem
Winkel von 0° bis 70°, vorzugsweise 10° bis 60°, gegen die Achse auf den axial umgelenkten
Faserstrom gerichtet werden.
[0009] Vorzugsweise wird dabei das Verhältnis der Summe dieser Begrenzungsgasmengenströme
zu der Summe des äußeren und inneren Gasmengenstromes auf einen Wert zwischen 0,1
und 1, vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,5, eingestellt. Außerdem hat es sich als günstig
erwiesen, wenn die Begrenzungsgasströme in einem radialen Abstand von der Achse des
Düsenkopfes eingeblasen werden, der das 1,5 bis 5-fache, vorzugsweise das 1,5 bis
3-fache des Düsenkopfradius beträgt.
[0010] Das neue verbesserte Schleuderblasverfahren hat sich zur Herstellung von Feinstfaservliesen
aus Polyolefinen, Polyester, Polyamid, insbesondere aus Polyester-, Polyether- oder
Polyethercarbonaturethanvliesen bewährt. Gegenstand der Erfindung sind somit auch
die nach diesem Verfahren hergestellten Polyurethanvliese mit herausragenden physikalischen
Eigenschaften.
[0011] Mit der Erfindung werden folgende Vorteile erzielt:
Die nach dem neuen Verfahren hergestellten Feinstfaservliese besitzen einen mittleren
Faserdurchmesser, der deutlich niedriger ist als bei vergleichbaren Polyurethanvliesen,
die nach anderen Spinnverfahren hergestellt wurden. Trotz der besonderen Faserfeinheit
besitzen die Einzelfasern eine ungewöhnlich große Länge. Es können elastische Vliesstoffe
aus unterschiedlichen Faserfeinheiten (Faserdurchmesser zwischen 0,1 µm und 20 µm)
hergestellt werden, die bereits ohne weitere Nachbehandlung eine hervorragende Festigkeit,
Elastizität und Abriebfestigkeit besitzen.
[0012] Im Gegensatz zu anderen Verfahren können Polyurethanschmelzen in einem Schmelzviskositätsbereich
von 20 bis 1.000 Pa.s verarbeitet werden, insbesondere auch solche Polyurethane mit
einem hohen Molekulargewicht. Die Primärfadenbildung in einem Zentrifugalfeld mit
einem überlagerten homogenen rotationssymmetrischen Strömungsfeld erlaubt die Nutzung
hoher Schmelzviskositäten und niedrige Schmelztemperaturen, so daß eine thermische
Zersetzung (Degradation) der Polymeren vermieden wird.
[0013] Die erzeugten Vliesstoffe zeichnen sich trotz der hohen Faserfeinheit durch eine
hohe Gleichmäßigkeit aus und sind besonders arm an Verklebungen, Verdrillungen und
Dickstellen. Sie weisen gleichmäßige Festigkeitseigenschaften in Längs- und Querrichtung
auf.
[0014] Elastische Vliesstoffe können nach diesem Verfahren mit Flächengewichten von 4 bis
500 g/m² problemlos hergestellt werden; insbesondere bei niedrigen Flächengewichten
besitzen sie aufgrund der hohen Faserfeinheit eine hervorragende Flächendeckung. Die
Vliesstoffe aus speziellen Polyurethanen weisen ferner eine hervorragende chemische
und biologische Resistenz (Mikrobenstabilität) auf.
[0015] Die elastischen Feinstfaservliesstoffe können zudem in vielfältiger Weise mit Vliesstoffen
anderer Polymeren kombiniert werden. Das Herstellverfahren erlaubt ferner die Verarbeitung
von Polymerblends aus Polyurethan und z.B. Polyolefinen, wodurch insbesondere die
elastischen Eigenschaften gezielt eingestellt werden können.
[0016] Ferner zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren durch eine hervorragende Wirtschaftlichkeit
aus.
[0017] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Zeichnungen näher
beschrieben.
[0018] Es zeigen:
- Fig 1
- ein Verfahrensschema für eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens
- Fig 2
- den Aufbau des Düsenkopfes mit Vorrichtungen zur Erzeugung von Begrenzungsgasströmen
und
- Fig 3
- einen Düsenkopf mit schwenkbaren Vorrichtungen zur Erzeugung der Begrenzungsgasströme.
[0019] Gemäß Fig. 1 wird das Polymergranulat 1 eines thermoplastischen Polyurethans in einem
Extruder 2 aufgeschmolzen und unter einem konstant geregelten Druck im Bereich von
5 bar über eine rotierende Dichtung 3 in einen zentrischen, rotierenden Schmelzekanal
4 in einem gleichzeitig zur Lagerung dienenden Gehäuse 5 geleitet. Der Schmelzekanal
4 steht mit einem rotierenden Düsenkopf 6 in Verbindung, dessen Drehzahl im Bereich
von 1.000 bis 11.000 min⁻¹, vorzugsweise 6.000 bis 9.000 min⁻¹, liegt. Aus dem Düsenkopf
6 tritt die Polymerschmelze durch kleine Bohrungen am Umfang unter einem Winkel von
90° zur Drehachse radial aus. Aufgrund des an den Bohrungen anliegenden Schmelzevordrucks
von 5 bis 20 bar werden kontinuierliche Massenströme pro Bohrung von 0,01 bis 2 g/min
gebildet. Diese Massenströme werden von einem aus dem Ringkanal 7 austretenden, überwiegend
mit axialer Komponente strömenden Umlenkgasstrom 8 erfaßt und dabei zu endlich langen
Feinstfasern 10 verzogen und verstreckt. Die Fasern 10 werden dann durch einen Schacht
11 auf ein Ablageband 12 mit einer Gasabsaugung 13, 14 zu einem Vlies 15 verdichtet,
das gegebenenfalls zwischen beheizbaren Walzen 16 weiter verfestigt wird.
[0020] Der Antrieb des rotierenden Düsenkopfes 6 erfolgt durch einen Motor 17 mit einem
Keilriemengetriebe 18. Die Beheizung des Düsenkopfes 6 erfolgt zweckmäßig durch eine
elektrische Induktionsheizung oder durch Strahlungsheizung mittels einer elektrischen
Heizwicklung. Die Gaszuführung für die Umlenkgasströme 8 erfolgt durch den Anschluß
19.
[0021] Das für den Ausziehvorgang maßgebliche aerodynamische Strömungsfeld wird anhand von
Fig. 2 erläutert. Gemäß Fig. 2 wird ein Zusatzgasstrom 21 über die Zugführung 22 in
den rückwärtigen Bereich des Düsenkopfes 6 eingebracht. Dieser Gasstrom tritt durch
4 rotationssymmetrisch angeordnete axiale Bohrungen 23 an der Stirnfläche des Düsenkopfes
6 aus und wird durch Zentrifugalkräfte in ein radiales Strömungsfeld 24 aufgefächert.
Dieses Strömungsfeld hat eine im wesentlichen radiale Komponente.
[0022] Die zu verspinnende Polyurethanschmelze 25 wird auf die zur Einstellung der gewünschten
Viskosität erforderliche Temperatur oberhalb des physikalischen Schmelzpunktes aufgeheizt
und mit einem Druck von 5 bar in den zentrisch rotierenden Schmelzekanal 4 und von
dort über radiale Bohrungen 26 in eine im Düsenkopf 6 angeordnete, den Schmelzeaustrittsöffnungen
27 vorgeschaltete Ringkammer 28 geleitet.
[0023] Zur Einstellung der gewünschten Schmelzetemperatur am Austritt der Bohrungen 27 wird
der Düsenkopf 6 mit elektrischen Strahlungsheizungen 29, 30 aufgeheizt.
[0024] Der innere Zusatzgasstrom 21 soll bei seinem Austritt am Düsenkopf eine Temperatur
besitzen, die gleich oder wenig größer ist als die Temperatur des Düsenkopfes 6. Aufgrund
der Geometrie und der Rotation des Düsenkopfes 6 resultiert ein symmetrisch aufgefächertes
Strömungsfeld, das für einen gleichmäßigen Verzug (hinsichtlich der Winkelverteilung)
der aus den Bohrungen 27 austretenden Primärschmelzeströme 9 sorgt. Außerdem wird
die Abkühlung der Primärschmelzeströme verzögert. Im Anschluß daran werden die Schmelzeströme
von den aus dem Blasring 7 austretenden äußeren Gasströmen 8 erfaßt, axial umgelenkt
und zu Feinstfasern 10 ausgezogen (s. auch Fig. 1).
[0025] Desweiteren sind in einem axialen Abstand a = 40 mm von den Schmelzeaustrittsbohrungen
27 Blasdüsen 31a, 31b angeordnet, die von Verteilern 33a, 33 b außerhalb des Strömungsfeldes
gespeist werden. Dadurch werden Gasströme 34a, 34b erzeugt, die als Begrenzungsgasströme
unter einem Winkel α von 30° gegen die Achse auf den axial umgelenkten Faserstrom
gerichtet werden. Das Gas wird den Verteilern 33a, 33b unter Druck über die Zuleitungen
32a, 32b zugeführt. Der radiale Abstand der Verteiler von der Drehachse beträgt das
zweifache des Düsenkopfradius. Durch die Begrenzungsgasströme 34a, 34b wird das Faserluftgemisch
noch vor dem Eintritt in den Schacht 11 (s. Fig. 1) über den Querschnitt vergleichmäßigt
(Erzeugung eines Faservlieses mit einer gleichmäßigen Flächendichte und gleichmäßigen
mechanischen Eigenschaften).
[0026] Ferner hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn man die Begrenzungsgasströme 34a,
34b pulsieren läßt. Die z.b. sinusförmige Pulsation kann im Gleichtakt oder Wechseltakt
(Gegentakt) erfolgen. Die Pulsationsfrequenz kann im Bereich von 0,5 s⁻¹ bis 5 s⁻¹
liegen.
[0027] Eine weitere vorteilhafte Variante besteht darin, die Begrenzungsgasströme 34a, 34b
zueinander parallel auszurichten und über einen Winkelbereich von ± 10°≦ β ≦ ± 70°
zur Achse des Faserstromes mit einer Frequenz von 0,5 s⁻¹ bis 5 s⁻¹ zu schwenken.
Hierdurch wird insbesondere bei mehreren parallel betriebenen Düsenköpfen 6 eine gleichmäßigere
Faserablage erzielt (Figur 3).
Beispiel 1
[0028] Mit einer Apparatur gemäß Fig. 1 und 2 wurde ein handelsübliches thermoplastisches
Polyesterpolyurethan mit der Bezeichnung Desmopan® versponnen. Das Material hatte
eine Dichte von 1,2 g/cm³, eine Glastemperatur von -42°C, eine Erweichungstemperatur
von +91°C und einen Schmelzetemperaturbereich von 180°C bis 250°C. Die Viskosität
der Schmelze betrug 60 Pa.s bei einer Temperatur von 230°C und einer Schergeschwindigkeit
von 400 s⁻¹. Die Schmelzetemperatur betrug 225°C, die Temperatur des Düsenkopfes 240°C.
Der Düsenkopf 6 rotierte mit einer Drehzahl von 9.000 min⁻¹. Dabei wurde ein Massendurchsatz
von 0,2 g/min pro Bohrung 27 erreicht. Das Mengenverhältnis des inneren Gasstromes
21 und des äußeren Ausziehgasstromes 19 betrug 0,4, die Temperatur des äußeren Umlenkgasstromes
19 20°C, die des inneren Zusatzgasstromes 21 260°C. Die beiden gegenüberliegenden
Begrenzungsgasströme 34a und 34b hatten einen axialen Abstand a von 40 mm (s. Fig.
2) und einen radialen Abstand 2r zur Drehachse, wobei r der Düsenkopfradius ist. Der
Anstellwinkel α zur Normalen (s. Fig. 2) betrug 30°C. Das Mengendurchsatzverhältnis
dieser beiden Gasströme 34a und 34b und der Summe der am Düsenkopf eingebrachten Gasströme
19 und 21 betrug 0,3, die Temperatur der Begrenzungsgasströme 20°C. Die auf diese
Weise versponnenen Feinstfasern 10 hatten einen mittleren Faserdurchmesser von 3,5
µm bei einer Standardabweichung von 1,9 µm. Das Ergebnis wurde durch Auszählung von
250 Fasern in einem Rasterelektronenmikroskop gefunden. Das abgeschiedene Faservlies
besaß eine hervorragende Gleichmäßigkeit über die Breite und in Abhängigkeit vom Flächengewicht
folgende Festigkeitseigenschaften:

Beispiel 2
[0029] Mit der gleichen Apparatur und bei sonst gleichen Einstellungen wurde der Massendurchsatz
auf 0,1 g/min pro Bohrung reduziert und die Begrenzungsgasströme 34a, 34b entsprechend
einem Mengenverhältnis von 0,2, bezogen auf die Gesamtsumme der in den Düsenkopf 6
eingespeisten Gasströme 19, 21 eingestellt. Dabei ergab sich ein mittlerer Faserdurchmesser
von 1,3 µm mit einer Standardabweichung von 0,7 µm (Messung analog zu Beispiel 1).
Die bereits im Zusammenhang mit Beispiel 1 definierten Festigkeitseigenschaften sind
in der nachfolgenden Tabelle II zusammengestellt.

[0030] Im Vergleich zu Beispiel 1 besaß der Vliesstoff gemäß Beispiel 2 eine höhere innere
Gleichmäßigkeit und Flächendeckung.
1. Verfahren zur Herstellung von Feinstpolymerfaservliesen mit einem mittleren Faserdurchmesser
von 0.1 µm - 20 µm, vorzugsweise 0.5 µm - 10 µm, bei dem ein geschmolzenes thermoplastisches
Polymer aus einem rotierenden Düsenkopf (6) unter einem Vordruck von 1 bar - 200 bar
aus einer Vielzahl von Austrittsöffnungen (27) unter der Einwirkung eines inneren
Gasstromes in einem rotationssymmetrischen Strömumgsfeld radial unter Faserbildung
geschleudert wird, und die noch nicht vollständig erstarrten Fasern in einem radialen
Abstand von 10 mm - 200 mm von den Austrittsbohrungen (27) durch einen äußeren Gasstrom
(8) in axiale Richtung umgelenkt und anschließend als Vlies (15) auf einem umlaufenden,
luftdurchlässigen Träger (12) abgeschieden werden, dadurch gekennzeichnet daß der
innere Gasstrom mit einer kleineren Geschwindigkeit als der äußere Gasstrom aus einer
Vielzahl von axialen Bohrungen (23) am Düsenkopf als Heißgasstrom mit einer Temperatur
austritt, die größer oder gleich der Düsenkopftemperatur ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis des inneren
und des äußeren Gasmengenstromes auf einen Wert zwischen 0,2 und 2,0 eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Gasmengenstrom
aus 2 bis 20, vorzugsweise 2 bis 10 axial verlaufenden Bohrungen (23) des rotierenden
Düsenkopfes (6) ausströmt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß außerhalb des Düsenkopfes
(6) in einem axialen Abstand 0 mm ≦a ≦500 mm, von den Schmelzeaustrittsöffnungen (27)
mindestens zwei weitere Begrenzungsgasströme (34a, 34b) unter einem Winkel von 0°
bis 70° , vorzugsweise 10° bis 60° gegen die Achse auf den axial umgelenkten Faserstrom
gerichtet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Summe der
Begrenzungsgasmengenströme (34a, 34b) und der Summe des äußeren (19) und inneren (21)
Gasmengenstromes auf einen Wert zwischen 0 und 1, vorzugsweise zwischen 0 und 0,5,
eingestellt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsgasströme
(34a, 34b) in einem radialen Abstand eingeblasen werden, der das 1- bis 5-fache, vorzugsweise
das 1- bis 3-fache, des Düsenkopfradius beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsgasströme
gleichphasig oder gegenphasig pulsieren.
8. Verfahren nach Anspruch 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsgasströme
(34a, 34b) zueinander parallel ausgerichtet sind und über einen Winkelbereich von
± 10° bis ± 70° zur Achse des Faserstromes mit einer Frequenz von 0,5 s⁻¹ bis 5 s⁻¹
geschwenkt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Polymer ein Polyester-,
Polyether- oder Polyethercarbonaturethan verwendet wird.
1. Process for the production of superfine polymer fibre nonwoven fabrics with a mean
fibre diameter of 0.1 µm - 20 µm, preferably 0.5 µm - 10 µm, in which a molten thermoplastic
polymer at a supply pressure of 1 bar - 200 bar from a rotating nozzle head (6) is
spun out radially in a rotationally-symmetrical flow field from a plurality of discharge
holes (27) under the action of an inner gas stream to form fibres and the not yet
completely solidified fibres are deflected in the axial direction at a radial distance
of 10 mm to 200 mm from the discharge holes (27) by an outer gas stream (8) and afterwards
deposited as nonwoven fabric (15) on a circulating, air-permeable carrier (12), characterised
in that the inner gas stream emerges with a lower velocity than the outer gas stream
from a plurality of axial drilled holes (23) in the nozzle head as a hot gas stream
with a temperature that is greater than or equal to the nozzle head temperature.
2. Process according to claim 1, characterised in that the ratio of the inner to the
outer gas flow rates is adjusted to a value between 0.2 and 2.0.
3. Process according to claims 1 to 2, characterised in that the inner gas stream discharges
from 2 to 20, preferably 2 to 10, drilled holes (23) running axially in the rotating
nozzle head (6).
4. Process according to claims 1 to 3, characterised in that outside the nozzle head
(6) at an axial distance 0 mm ≦ a ≦ 500 mm from the melt discharge holes (27), at
least two further delimiting gas streams (34a, 34b) are directed at an angle of 0°
to 70°, preferably 10° to 60°, to the axis onto the axially deflected fibre stream.
5. Process according to claim 4, characterised in that the ratio of the sum of the delimiting
gas flow rates (34a, 34b) to the sum of the outer (19) and inner (21) gas flow rates
is adjusted to a value between 0 and 1, preferably between 0 and 0.5.
6. Process according to claims 4 to 5, characterised in that the delimiting gas streams
(34a, 34b) are blown in at a radial distance that is 1 to 5 times, preferably 1 to
3 times, the nozzle head radius.
7. Process according to claims 4 to 6, characterised in that the delimiting gas streams
pulsate in phase or inversely phased.
8. Process according to claims 4 to 7, characterised in that the delimiting gas streams
(34a, 34b) are aligned mutually parallel and swung through an angular range of ± 10°
to ± 70° to the axis of the fibre stream with a frequency of 0.5 s⁻¹ to 5 s⁻¹.
9. Process according to claims 1 to 8, characterised in that a polyester urethane, polyether
urethane or polyethercarbonate urethane is used as polymer.
1. Procédé pour la préparation de non-tissés en fibres polymères ultrafines ayant un
diamètre de fibre moyen de 0,1 µm-20 µm, de préférence de 0,5 µm-10 µm, dans lequel
un polymère thermoplastique fondu est projeté en direction radiale avec formation
de fibres dans un champ d'écoulement symétrique en rotation, à partir d'une tête de
filière rotative (6) sous une pression d'admission de 1 bar-200 bar hors d'une multitude
d'ouvertures d'évacuation (27) sous l'influence d'un courant de gaz interne, et les
fibres qui ne sont pas encore complètement solidifiées sont déviées, en direction
axiale, d'une distance radiale de 10 mm-200 mm par rapport aux alésages d'évacuation
(27) à l'intervention d'un courant de gaz externe (8) et sont ensuite déposées sous
forme de non-tissé (15) sur un support périphérique (12) perméable à l'air, caractérisé
en ce que le courant de gaz interne, avec une vitesse inférieure à celle du courant
de gaz externe, sort d'une multitude d'alésages axiaux (23) sur la tête de filière
sous forme de courant de gaz chaud, avec une température qui est supérieure ou égale
à la température de la tête de filière.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on règle le rapport des flux
massiques de gaz interne et externe à une valeur entre 0,2 et 2,0.
3. Procédé selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que le flux massique de
gaz interne s'écoule hors de 2 à 20, de préférence de 2 à 10 alésages (23) de la tête
de filière rotative (6), s'étendant en direction axiale.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, à l'extérieur de la
tête de filière (6), à une distance axiale de 0 mm ≦ a ≦ 500 mm par rapport aux ouvertures
d'évacuation (27) pour la masse fondue, au moins deux courants de gaz limiteurs supplémentaires
(34a, 34b) sont dirigés sur l'écoulement de fibres dévié en direction axiale, en formant
un angle de 0° à 70°, de préférence de 10° à 60° par rapport à l'axe.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'on règle le rapport de la somme
des courants de gaz limiteurs (34a, 34b) et de la somme des flux massiques de gaz
externe (19) et interne (21) à une valeur entre 0 et 1, de préférence entre 0 et 0,5.
6. Procédé selon les revendications 4 et 5, caractérisé en ce que les courants de gaz
limiteurs (34a, 34b) sont insufflés à une distance radiale qui s'élève de 1 à 5 fois,
de préférence de 1 à 3 fois le rayon de la tête de tuyère.
7. Procédé selon les revendications 4 à 6, caractérisé en ce que les courants de gaz
limiteurs produisent des pulsations en phase ou en opposition de phase.
8. Procédé selon les revendications 4 à 7, caractérisé en ce que les courants de gaz
limiteurs (34a, 34b) sont alignés parallèlement l'un à l'autre et pivotent en couvrant
un domaine angulaire de ± 10° à ± 70° par rapport à l'axe de l'écoulement de fibres
avec une fréquence de 0,5 s⁻¹ à 5 s⁻¹.
9. Procédé selon les revendications 1 à 8, caractérisé en ce que, comme polymère, on
utilise un polyester-, un polyéther- ou un polyéthercarbonate-uréthanne.