[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erstellung von Probedrucken einzelner Farben
oder Farbkombinationen in einer Druckmaschine.
[0002] In der DE-AS 15 36 449 ist eine Steuereinrichtung für eine Mehrfarben-Bogen-Rotations-Offset-Druckmaschine
bekannt geworden, bei der ausgewählte Gummituchzylinder oder beliebige Kombinationen
von Gummituchzylindern der Druckwerke von einer Hauptbedienungsstelle in die druckende
oder die nicht-druckende Lage verstellt werden können. Hierdurch wird erreicht, daß
Probedrucke beliebiger Farben oder Farbkombinationen ohne großen Aufwand erstellt
werden können.
[0003] Als Nachteil ist bei dieser Steuereinrichtung anzusehen, daß die Druckan- bzw. die
Druckabstellung vom Drucker manuell ausgeführt werden muß. Die Anzahl der in einer
ausgewählten Farbe oder Farbkombination erstellten Probedrucke läßt sich nicht exakt
festlegen. Es besteht die Gefahr, daß zu viele Bogen in einer ausgewählten Farbe bzw.
Farbkombination gedruckt werden, was letztendlich den Druck von Makulatur bedeutet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur automatischen Anfertigung
von Farbauszügen zu beschreiben.
[0005] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine Steuervorrichtung vorgesehen ist, in der
mindestens ein Steuerprogramm abspeicherbar ist, daß dieses Steuerprogramm aus einzelnen
Programmschritten aufgebaut ist und daß die Druckan- und die Druckabstellung in den
einzelnen Druckwerken der Druckmaschine entsprechend den abgespeicherten Programmschritten
erfolgt.
[0006] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
daß das Steuerprogramm aus einer Programmbibliothek ausgewählt wird. In dieser Programmbibliothek
sind, beispielsweise in Abhängigkeit von der Anzahl der zu druckenden Farben, gewisse
Steuerprogramme abgespeichert, die alle für die Beurteilung des Druckproduktes notwendigen
Probedrucke automatisch berücksichtigen, also Art des Farbauszuges und Anzahl der
zu erstellenden Drucke.
[0007] Parallel zu dieser Ausgestaltung ist vorgesehen, daß das Steuerprogramm aus frei
programmierbaren Programmschritten aufgebaut werden kann. Durch diese Maßnahme ist
dem Bedienpersonal die Möglichkeit gegeben, entsprechend den gewünschten Anforderungen
spezielle Probedrucke zu erstellen.
[0008] Als besonders vorteilhaft ist die Weiterbildung anzusehen, daß für jeden einzelnen
Programmschritt die Anzahl der in den entsprechenden Druckwerken der Druckmaschine
durchzuführenden Drucke vorgewählt werden kann. Durch diese Vorwahl der zu bedruckenden
Bögen bei einem Programmschritt wird erreicht, daß nur so viele Probedrucke einer
Farbe oder Farbkombination erstellt werden, wie für die Beurteilung des Probedruckes
notwendig sind. Hierdurch wird also sowohl eine Kosten- als auch eine Zeitersparnis
erreicht.
[0009] Weiterhin wird gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgeschlagen,
daß nach der Abarbeitung eines Programmschrittes, d. h., nach dem Druck der vorgewählten
Anzahl der Papierbögen in einer Farbe oder Farbkombination, automatisch ein Trennstreifen
in den Ablagestapel eingeschossen wird. Der Drucker kann so leicht visuell verfolgen,
wo der Probedruck einer Einzelfarbe oder einer Farbkombination endet bzw. wo der nächste
beginnt.
[0010] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorgeschlagen, daß
die Druckgeschwindigkeit der Druckmaschine vorgegeben wird. Diese Maßnahme ermöglicht
eine optimale Anpassung des Druckergebnisses an den zu einem späteren Zeitpunkt folgenden
eigentlichen Druckprozeß.
[0011] Weiterbildungsgemäß wird vorgeschlagen, daß vor, nach oder während des Programmlaufs
automatisch das Gummituch von nicht-angestellten Gummituchzylindern gewaschen wird.
[0012] Als vorteilhafte Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist weiterhin vorgesehen,
daß zum Andrucken Makulaturbögen vorgestapelt werden, daß die Anzahl der Makulaturbögen
der Steuereinrichtung mitgeteilt wird und daß erst nach Abarbeitung der Makulaturbögen
das eigentliche Steuerprogramm gestartet wird. Auch hier erweist es sich als vorteilhaft,
wenn die Makulaturbögen von den Gutbögen durch automatisches Streifeneinschiessen
getrennt werden. Außerdem ist vorgesehen, daß zwischen zwei Programmschritten jeweils
eine vorgewählte Anzahl von Makulaturbögen berücksichtigt wird.
[0013] Als weitere vorteilhafte Maßnahme ist zu erachten, daß automatisch beim Erstellen
des Probedrucks einer Farbe oder einer Farbkombination ein Gutbogen vereinzelt wird,
so daß der Drucker ohne zusätzliche Mühe eine Beurteilung des jeweiligen Probedruckes
vornehmen kann.
[0014] Darüber hinaus ist vorgesehen, daß die Anzahl der Makulaturbögen berücksichtigt wird,
die zwischen zwei Programmschritten gedruckt werden. Hierdurch wird sichergestellt,
daß eine Beurteilung des jeweiligen Probedruckes an einem Gutbogen durchgeführt wird
und nicht schon in der Vorlaufphase.
[0015] Um den stabilen Druckzustand nach einem Probedruckwechsel möglichst schnell zu erreichen,
wird vorgeschlagen, daß vor der Abarbeitung des nächsten Programmschrittes die Druckplatten
der zusätzlich anzustellenden Druckwerke eingefärbt und überfeuchtet werden.
[0016] Die Erfindung wird anhand der einzigen Figur näher erläutert.
[0017] Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Zweifarben-Bogen-Druckmaschine
mit einer angekoppelten Steuereinrichtung zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0018] In Fig. 1 ist eine Bogen-Druckmaschine 1 mit zwei Druckwerken 2, Anleger 3 und Ausleger
4 dargestellt. Die einzelnen Druckwerke 2 selbst zeigen die übliche Zylinderanordnung
bestehend aus Plattenzylinder 5, Gummituchzylinder 6, Druckzylinder 7 und Umführzylinder
8. Zwischen den beiden Druckwerken 2 ist eine Wendetrommel 9 angeordnet. An der Welle
der Registeranlegetrommel 10 ist ein Drehgeber 11 angebracht. Die von dem Drehgeber
11 gelieferte Information über die jeweilige Winkelstellung der Druckmaschine 1 wird
über Datenleitungen an die Steuereinrichtung 12 weitergegeben, die beispielsweise
in einem Schaltschrank untergebracht ist. Als Schnittstelle Maschine/Mensch dient
das Steuerpult 13, auf dem ein Plasmadisplay 14 und eine Tastatur 15 für die Datenein/-ausgabe
vorgesehen sind. Das Bedienpersonal hat von diesem Steuerpult 13 aus die Möglichkeit,
ein programmiertes Steuerprogramm aufzurufen. Entsprechend den in diesem Programm
abgespeicherten Programmschritten werden in der Druckmaschine 1 die einzelnen Probedrucke
unterschiedlicher Farben und Farbkombinationen erstellt.
[0019] Bei der in Fig. 1 dargestellten Zweifarben-Bogen-Druckmaschine besteht die Möglichkeit,
eine gewisse Anzahl von Bögen in den Einzelfarben sowie in einem Zusammendruck beider
Farben zu erstellen. Die folgerichtige An- bzw. Abstellung der Druckzylinder 7 an
die Gummituchzylinder 6, das Einschiessen der Trennstreifen in den Bogenstapel sowie
das folgerichtige Abstellen der Bogenanlage nach Abarbeitung des Programms erfolgt
über die Stelleinrichtungen 16, 17, 18 die an den entsprechenden Stellen der Druckmaschine
1 angeordnet sind. Darüber hinaus ist vorgesehen, daß zur Optimierung der Erstellung
von Probedrucken vor, während oder nach dem Ablauf der einzelnen Programmschritte
eine Gummituchwascheinrichtung automatisch aktiviert wird.
[0020] Weiterhin besteht die Möglichkeit, daß von der Abarbeitung des nachfolgenden Programmschrittes
die Druckplatte eines neu angestellten Druckwerkes 2 über das Feuchtwerk 19 und das
Farbwerk 20 eingefärbt und überfeuchtet wird.
1. Verfahren zur Erstellung von Probedrucken einzelner Farben oder Farbkombinationen
in einer Druckmaschine,
- wobei eine Steuereinrichtung (12) vorgesehen ist, in der mindestens ein Steuerprogramm
abspeicherbar ist,
- wobei dieses Steuerprogramm aus einzelnen Programmschritten aufgebaut ist und
- wobei die Druckan- und -abstellung in den einzelnen Druckwerken (2) der Druckmaschine
(1) entsprechend den abgespeicherten Programmschritten erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei das Steuerprogramm aus einer Programmbibliothek ausgewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei das Steuerprogramm aus frei programmierbaren Programmschritten aufgebaut wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
wobei für jeden Programmschritt die Anzahl der durchzuführenden Drucke in den entsprechenden
Druckwerken (2) der Druckmaschine (1) vorwählbar ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
wobei nach Abarbeitung eines Programmschrittes automatisch ein Trennstreifen eingeschossen
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4,
wobei die Druckgeschwindigkeit der Druckmaschine (1) vorgegeben wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei vor, nach bzw. während des Programmlaufs automatisch das Gummituch auf nicht
angestellten, bereits abgedruckten Gummituchzylindern (6) gewaschen wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
- wobei zum Andrucken Makulaturbögen vorgestapelt werden und
- wobei durch Eingabe der jeweiligen Anzahl der Makulaturbögen die Abarbeitung des
Steuerprogrammes einsetzt, wenn die Makulaturbögen gedruckt sind.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
wobei durch automatisches Streifeneinschießen die Makulaturbögen von den Gutbögen
getrennt werden.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei automatisch ein Gutbogen vereinzelt wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei automatisch die Anzahl der Makulaturbögen berücksichtigt wird, die zwischen
zwei Programmschritten gedruckt werden.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei vor der Abarbeitung eines Programmschrittes die Druckplatte eingefärbt und überfeuchtet
wird.