[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbrennen fluider, insbesondere flüssiger
Brennstoffe, wie Öl oder dgl., mit einer Brennstoffdüse, deren Öffnung in einen Verbrennungsraum
mündet und die konzentrisch von einem Lufteintritt umgeben ist.
[0002] Derartige Ölbrenner sind allgemein bekannt. Sie zeichnen sich jedoch allesamt durch
eine unvollständige, da nichtstöchiometrische Verbrennung aus. Vornehmlich ist dies
bedingt durch die unkontrollierte Beimischung von Umgebungsluft. Der vorliegenden
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannte Vorrichtung so abzuändern, daß
sich eine stöchiometrische Verbrennung einstellt bzw. einstellen läßt mit der Folge
eines entsprechend erhöhten Wirkungsgrades im Vergleich zu herkömmlichen Vorrichtungen
dieser Art.
[0003] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst, wobei
bevorzugte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Konstruktion in den Unteransprüchen
beschrieben sind.
[0004] Durch die zusätzliche Einblasung von Luft in den Verbrennungsraum durch den erfindungsgemäß
vorgeschlagenen hohlwandigen Topfeinsatz hindurch, insbesondere entsprechend dem Vorschlag
nach Anspruch 2, läßt sich ein Druckabfall zwischen dem Hohlraum des Topfeinsatzes
und dem Verbrennungsraum einstellen, der eine stöchiometrische Verbrennung des im
Bodenbereich des Topfeinsatzes eingeleiteten Brennstoffs gewährleistet. Ein herkömmlicher
Ölbrenner für die Beheizung von Wohnraum benötigt etwa 1,5 l Öl pro Stunde. Der Luftverbrauch
pro Liter Öl beträgt etwa 12 m³, so daß zum Verbrennen der vorgenannten 1,5 l Öl 18
m³ Luft benötigt werden. Im vorgenannten Hohlraum des Topfeinsatzes wird die kalte
Umgebungsluft auf etwa 200°C erwärmt mit der Folge, daß die Luftkapazität zunimmt
auf

Die entsprechende Luftmasse γ berechnet sich zu

Daraus ergibt sich ein Druckabfall zwischen dem vorgenannten Hohlraum des Topfeinsatzes
und dem Verbrennungsraum von

Dieser Druckabfall bewirkt, daß zur Verbrennung exakt diejenige Menge Luft zur Verfügung
steht, die benötigt wird, so daß sich eine stöchiometrische Verbrennung einstellt.
Die Umgebungsluft wird unter einem Druck von etwa 80 mm Wassersäule zugeführt. Das
zu verbrennende Öl steht unter einem Druck von etwa 7 bar. Bei diesen beiden letztgenannten
Werten handelt es sich um herkömmliche Werte bei Standard-Ölbrennern der hier genannten
Art.
[0005] Die Durchströmung des erfindungsgemäß vorgeschlagenen Topfeinsatzes mit Verbrennungsluft
hat nicht nur den Vorteil, wenigstens einen Teil der Verbrennungsluft vorzuwärmen
sowie den vorgenannten Druckabfall herzustellen, sondern darüber hinaus den Vorteil,
daß die äußere Begrenzung des Verbrennungsraums in unmittelbarer Nähe der Brennstoffdüse
relativ kühl gehalten wird, so daß auch bei kleinerer Bauweise des Verbrennungsraums
eine Überhitzung desselben ausgeschlossen ist.
[0006] Von Bedeutung für eine kompakte Bauweise des Verbrennungsraums sind noch die Maßnahmen
der Ansprüche 4 und 5, die zu einer um die Längsachse des Verbrennungsraums rotierenden
Luftmantel-Strömung führen, die die Flamme in radialer Richtung begrenzt. Damit wird
auch ein möglicher Niederschlag an der seitlichen Begrenzungswand des Verbrennungsraumes
sicher vermieden. Des weiteren wird durch diese Rotationsströmung eine zentrale Flammen-Rezirkulation
gefördert, die ebenfalls zu einer vollständigen Verbrennung des eingeleiteten Brennstoffs
beiträgt.
[0007] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand
der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verbrennen von Öl im schematischen Längsschnitt;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß Fig. 1 längs Linie A-A in Fig. 1; und
- Fig. 3
- einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß Fig. 1 längs Linie B-B in Fig. 1.
[0008] Die in Fig. 1 schematisch dargestellte Vorrichtung dient zum Verbrennen von Öl. Sie
weist eine Standard-Brennstoffdüse 10 auf, deren Öffnung 11 in einen Verbrennungsraum
12 mündet und die konzentrisch von einem Lufteintritt 13 umgeben ist. Die Düse 10
ragt mit ihrem die Düsenöffnung 11 umfassenden vorderen Teil 14 durch den Boden 15
eines hohlwandigen Topfeinsatzes 16 hindurch in den Verbrennungsraum 12 hinein, wobei
durch die Hohlwand des Topfeinsatzes 16 hindurch Verbrennungsluft in den Verbrennungsraum
12 blasbar ist (s. Pfeile 17). Die Zylinderhohlraumwand 18 des Topfeinsatzes 16 weist
zwei Gruppen von jeweils mehreren längs des Umfangs der Zylinderhohlraum 18 angeordneten
Einblasöffnungen 19 auf, die sowohl in vorbestimmtem axialem Abstand vom Boden 15
des Topfeinsatzes 16 als auch in vorbestimmtem axialem Abstand voneinander angeordnet
sind. Die Einblasöffnungen sind jeweils durch in den Topfhohlraum bzw. Verbrennungsraum
12 ragende Einblasröhrchen 20 gebildet. Entsprechend den Fig. 2 und 3 sind die Einblasröhrchen
in einer Ebene senkrecht zur Längsachse 21 des Topfeinsatzes 16 jeweils schräg zur
Radialen gerichtet, und zwar unter einem spitzen Winkel "α". Die Schrägstellung der
Einblasröhrchen ist jeweils die gleiche, so daß beim Einblasen von Luft durch die
Röhrchen 20 die oben erwähnte Luftmantel-Rotationsströmung im Verbrennungsraum 12
erhalten wird.
[0009] Wie Fig. 1 erkennen läßt, weist die dem Verbrennungsraum 12 abgewandte Wandung 22
der Bodenhohlwand 15 des Topfeinsatzes 16 eine größere Öffnung 23 für den Durchtritt
der Düse 10 auf als die den Verbrennungsraum 12 unmittelbar begrenzende Wandung 24,
wobei zwischen letzterer und der Düse bzw. dem Düsenkörper ein Ringspalt 25 gebildet
ist. Der die Düsenöffnung 11 umfassende, in den Verbrennungsraum 12 hineinragende
Teil 14 der Düse 10 ist entweder konisch verjüngt oder wie gemäß Fig. 1 kugelkalottenförmig
ausgebildet. Des weiteren ist die Düse 10 in axialer Richtung verstellbar (Doppelpfeil
26) unter Ausbildung eines mehr oder weniger breiten Ringspaltes 25 zwischen dem kugelkalottenförmigen
Teil 14 der Düse 10 und der den Verbrennungsraum 12 unmittelbar begrenzenden Wandung
24 der Bodenhohlwand 15 des Topfeinsatzes 16. Der Topfeinsatz 16 begrenzt düsenseitig
den Verbrennungsraum 12. Er besteht aus hitzebeständigem Stahlblech. Die Düse 10 ist
innerhalb eines Luftzufuhrkanals 27 durch radial wirksame Abstandselemente 28 in Position
relativ zu den Öffnungen 23 und 25 in der Bodenhohlwand 15 des Topfeinsatzes 16 gehalten,
so wie dies in Fig. 1 dargestellt ist.
[0010] Durch die vorgenannte axiale Verstellung der Düse 10 kann die lichte Weite des Ringspaltes
25 und damit der Durchsatz der durch diesen Spalt eingeblasenen Verbrennungsluft reguliert
werden. Im übrigen wird die durch den vorgenannten Luftzufuhrkanal 27 eingeleitete
Luft aufgeteilt in eine Strömung durch den Hohlraum des Topfeinsatzes 16 hindurch
und in eine Strömung durch den vorerwähnten Ringspalt 25. Die in den Kanal 27 zugeführte
Luft steht bei den angegebenen Bedingungen unter einem Druck von etwa 70 bis 100,
insbesondere etwa 80 mm Wassersäule. Dieser Druck wird durch ein herkömmliches Luftgebläse
erzeugt.
[0011] Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden als erfindungswesentlich
beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik
neu sind.
1. Vorrichtung zum Verbrennen fluider, insbesondere flüssiger Brennstoffe, wie Öl oder
dgl., mit einer Brennstoffdüse (10), deren Öffnung (11) in einen Verbrennungsraum
(12) mündet und die konzentrisch von einem Lufteintritt (13) umgeben ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Düse (10) mit ihrem die Düsenöffnung (11) umfassenden Teil (14) durch den Boden
(15) eines hohlwandigen Topfeinsatzes (16) hindurch in den Verbrennungsraum (12) hineinragt,
wobei durch die Hohlwand des Topfeinsatzes (16) hindurch Verbrennungsluft in den Verbrennungsraum
(12) blasbar ist (Pfeil 17).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zylinderhohlwand (18) des Topfeinsatzes (16) in vorbestimmtem axialem Abstand
vom Boden (15) desselben etwa radial nach innen gerichtete Öffnungen zur Einblasung
von Verbrennungsluft in den Verbrennungsraum (12) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die etwa radial gerichteten Einblasöffnungen durch in den Topfhohl- bzw. Verbrennungsraum
(12) ragende Einblasröhrchen (20) gebildet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Einblasröhrchen (20) etwa gleichmäßig verteilt über den Umfang der Zylinderhohlwand
(18) des Topfeinsatzes (16) angeordnet und in einer Ebene senkrecht zur Längsachse
(21) des Topfeinsatzes (16) jeweils schräg zur Radialen gerichtet sind (Winkel α).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Gruppen von jeweils mehreren längs des Umfangs der Zylinderhohlwand
(18) des Topfeinsatzes (16) angeordneten Einblasöffnungen (19) vorgesehen sind, die
sowohl in vorbestimmtem axialem Abstand vom Boden (15) des Topfeinsatzes (16) als
auch in vorbestimmtem axialem Abstand voneinander angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die dem Verbrennungsraum (12) abgewandte Wandung (22) der Bodenhohlwand (15)
des Topfeinsatzes (16) eine größere Öffnung (23) für den Durchtritt der Düse (10)
aufweist als die an den Verbrennungsraum (12) unmittelbar angrenzende Wandung (24),
wobei zwischen letzterer und der Düse (10) ein Ringspalt (25) gebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der die Düsenöffnung (11) umfassende, in den Verbrennungsraum (12) hineinragende
Teil (14) der Düse (10) konisch verjüngt oder kugelkalottenförmig ausgebildet ist,
und daß die Düse (10) in axialer Richtung verstellbar ist (Doppelpfeil 26) unter Ausbildung
eines mehr oder weniger breiten Ringspaltes (25) zwischen der Düse (10) und der an
dem Verbrennungsraum (12) unmittelbar angrenzenden Wandung (24) der Bodenhohlwand
(15) des Topfeinsatzes (16).
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Topfeinsatz (16) düsenseitig den Verbrennungsraum (12) begrenzt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der Topfeinsatz (16) aus hitzebeständigem Stahlblech hergestellt ist.