Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Gegenstände, deren Form und deren Oberfläche zur Erzielung
einer ästhetischen Wirkung in bestimmter Weise gestaltet sind.
[0002] Die Erfindung betrifft insbesondere einen dekorierten Gegenstand, welcher einen transparenten
Körper bestimmter Form aufweist, auf dessen Oberfläche ein Schichtsystem zur Erzeugung
von Interferenzeffekten vorgesehen ist.
Stand der Technik
[0003] Technische Anwendungen für optische Bauelemente sind bekannt und üblich. Beispiele
sind Hochleistungsspiegel, Filter und Strahlteiler. Eine Übersicht ist enthalten in
H.A.M. Macleod, Thin Film Optical Devices, in "Active and passive thin film devices",
Academic Press 1978 (D1).
[0004] Manche Bauelemente lassen sich nur mit Hilfe von Interferenzschichten realisieren.
Man kann praktisch alle physikalisch nicht verbotenen optischen Eigenschaften mit
Hilfe von Interenzschichtsystemen züchten. Die Möglichkeiten reichen von der völligen
Entspiegelung bis zu einem Spiegel, der stärker reflektiert als eine Silberoberfläche;
von einem schmalbandigen Durchlaßfilter bis zu einem Bandpaß mit steilen Kanten. Die
Abhängigkeit der optischen Eigenschaften.
Durchlaß T und Reflektion R von der Wellenlänge hat zur Folge, daß das Schichtsystem
farbig erscheint.
Insbesondere ist es leicht, mit Interferenzschichtsystemen kräftige, farbige Reflektion
zu erzielen, was mit anderen Mitteln nicht oder nur schwer möglich ist.
[0005] Übliche Färbung geschieht durch Zusatz von Stoffen, die einen bestimmten Wellemlängenbereich
absorbieren. Der Gegenstand erscheint dann im der Farbe der nichtabsorbierten Wellenlängen.
Dieser Mechanismus geschieht hauptsächlich beim Durchlaß des Lichts, kaum in Reflektion.
Absorbierende Färbung ist gekennzeichnet dadurch, daß ein Teil des Lichts vernichtet
wird. Ein so gefärbter Gegenstand wirkt dunkel. Um so reiner und tiefer die Farbe
ist, um so mehr Licht muß absorbiert werden und um so dunkler wirkt der Gegenstand.
Dieser Effekt macht sich insbesondere dann nachteilig bemerkbar, wenn die Farbe als
dekoratives Element zur Erzielung einer ästhetischen Wirkung eingesetzt werden soll.
Die Absorption ist eine Eigenschaft der verwendeten Stoffe, so daß die verfügbaren
Farben durch die Anzahl geeigneter Stoffe begrenzt wird. Da es sich um absorbierende
Färbung handelt, ergibt die Mischung verschiedener Stoffe in der Regel schmutzige
Mischfarbe.
[0006] Die Verwendung von absorptionsfreien Interferenzschichtsystemen bringt folgende Vorteile:
- Herstellung beliebiger, klarer Farben möglich,
- kräftige, farbige Reflektion,
- helle Farben, kein Lichtverlust.
[0007] Trotzdem werden bisher die absorptionsfreien Interferenzschichtsysteme nicht zur
Dekoration genutzt. Es ist anzunehmen, daß ausschlaggebend für die Nichtnutzung folgender
Umstand ist: Die Farbwirkung von absorptionsfreien Interferenzschichtsystemen zeigt
eine ausgeprägte Abhängigkeit von den Beleuchtungsverhältnissen. Insbesondere ist
für eine Anwendung schädlich, daß unter üblicher, halbwegs gleichmäßiger, Beleuchtung,
die Farbeffekte nahezu verschwinden.
[0008] Zur Erläuterung wird der Begriff "Farbtiefe" K verwendet.
Auf das Auge des Beobachters trifft Licht mit der Intensität I. Die Änderung der Intensität
mit der Wellenlänge ist ausschlaggebend für das Farbempfinden. Es tritt maximale Intensität
auf , Imax, und minimale Intensität, Imin, im sichtbaren Spektralbereich Die Funktion

kann als Maß für die Farbtiefe genommen werden, vorausgesetzt, daß die Extrema nicht
so dicht liegen, daß das Auge über die Wellenlänge integriert. Falls die Intensität
nicht schwankt,

, ergibt sich für K der Wert 0. Tatsächlich erscheint das Licht in diesem Fall weiß
(farblos). Das Auge "mißt" relativ, so daß in K das Verhältnis von Intensitäten berechnet
wird. Ein großer Wert von Imin verringert den Wert von K, damit wird berücksichtigt,
daß eine bei allen Wellenlängen vorhandene Grundintensität die Farbe "verweißlicht".
[0009] Von der Färbung eines Gegenstandes, dessen Dekoration in der Färbung besteht, ist
zu verlangen, daß die Farben unter vielen Beleutungsverhältnissen wirksam werden.
1. Fall: reine Reflektion
Im Falle reiner Reflektion zeigen Schichtsysteme und sogar Einfachschichten (Lüster,
Seifenblasen) hohe Farbtiefe.
Das wird verursacht durch geringen Wert von Imin. Es muß keine Mühe darauf angewandt
werden, in Reflektion ausreichende Farbtiefe zu erreichen. Reine Reflektion tritt
aber sehr selten auf.
2. Fall: reine Transmission
In reiner Transmission ist akzeptable Farbtiefe erst mit Dreifachschichten zu erreichen
(Tab.1). Es bereitet keine Schwierigkeit, durch Gestaltung des Schichtsystems beliebig
hohe Farbtiefe zu erreichen. Reine Transmission tritt eher auf als reine Reflektion.
Es genügt meist, durch den Gegenstand hindurch eine Lichtquelle zu betrachten. Die
Helligkeit einer Lichtquelle ist im Vergleich zur Umgebung oft so groß, daß näherungsweise
von reiner Transmission gesprochen werden kann.
3. Fall: Reflektion und Transmission gleichzeitig
Die Farbtiefe ist in diesem Fall eine Funktion des Verhältnisses der verursachenden
Intensitäten. Fig. 1 zeigt eine typische Beleuchtung. Ein transparenter Gegenstand
G, der eine Interferenzschicht S aufweist, befindet sich oberhalb einer Unterlage
U ( z.B.: eines Tisches) und wird schräg von oben betrachtet (angedeutet durch das
Augensymbol).
In Fig. 3 sind die Größen angegeben, die zur Berechnung der auf das Auge fallenden
Intensität verwendet werden.
Die Intensität setzt sich zusammen aus von links einfallenden Intensität A, multipliziert
mit dem Durchlaß T und der von rechts einfallenden Intensität B, multipliziert mit
der Reflektion R.




[0010] In Tab. 2 ist die Farbtiefe K als Funktion von V und R für den Fig.1 betreffenden
Fall angegeben. Die nicht beschichtete Rückseite des Gegenstandes wird vernachlässigt.
Die maximale Reflektion 60%, 81%, 93%, 96% entspricht 3, 5, 7, und 9-fach Schichten
(Tab.1). Aus Tab. 2 geht hervor, daß die Farbtiefe im Falle gleichmäßiger Ausleuchtung
der Unterlage (A = B bzw. V = 1) exakt Null ist. Dieses völlige Verschwinden der Farbe
tritt auch unter realen Bedingungen auf. D.h. unabhängig von sonstigen Lichtquellen
und Beleuchtungsverhältnissen im Raum, solange nur die Unterlage gleichmäßig ausgeleuchtet
ist.
In Tab. 2 sind auch die Werte von K für nichtgleichmäßige Ausleuchtung angegeben.
Der Durchschnitt von K bei verschiedenen Werten V ist ein Maß für die dekorative Wirkung
unter üblichen Beleuchtungsverhältnissen. Es ist interressant, daß, sich der Durchschnitt
von K nicht wesentlich steigern läßt durch Einsatz großer Anzahl von Schichten.
[0011] Der Umstand, daß die Farbe unter üblichen Beleuchtungsverhältnissen schwach ist und
zum Teil völlig verschwinden kann, ist ein erheblicher Mangel, der die Nutzung von
Interferenzschichten zur Farbgebung verhindert. Die Kenntnis dieses Mangels gehört
zum Stand des Wissens. Es wurden verschiedentlich Vorschläge gemacht, den Mangel zu
mildern:
European Patent Application, Appl. No.: 85304031.9, Publ. No.: 0 165 021 (D2) und
DE-OS 3635567 (D3).
[0012] In D2 wird eine symbolerzeugende optische Interferenzvorrichtung zum Echtheitsnachweis
vorgeschlagen. Der Gefahr, daß die Interferenzfarben nicht sichtbar sind, soll dadurch
vorgebeugt werden, daß ganze Schichtsysteme übereinander aufgebracht werden. Tatsächlich
steigt die durchschnittliche Farbtiefe mit steigender Schichtzahl (steigender maximaler
Reflektion) etwas an, s. Tab. 2. Dafür wird aber ein großer Aufwand getrieben. Der
Herstellungsaufwand steigt überproportional mit der Schichtzahl, weil sich Schichtfehler
addieren. Der Gewinn an Farbtiefe ist sehr gering. Es kann, auch mit beliebig hoher
Schichtzahl, nicht verhindert werden, daß bei gleichmäßiger Beleuchtung (V = 1) die
Farbe völlig verschwindet.
[0013] D3 liegt die Beobachtung zugrunde, daß bereits geringe Farbtiefen zur Dekoration
ausreichen, wenn dafür gesorgt wird, daß unterschiedliche Farben gleichzeitig betrachtet
werden. Es findet statt eine Vergrößerung des Kontrasts, und damit der dekorativen
Wirkung, wenn zwei verschiedene Farben miteinander verglichen werden. Auch dann, wenn
die jeweilige Farbtiefe recht gering ist. Die Vorschrift nach D3 setzt aber eine nicht
verschwindende Farbtiefe voraus. Im Falle gleichmäßiger Ausleuchtung verschwinden
alle Farben, so daß dann kein Vergleich verschiedener Farben mehr möglich ist. Auch
die zu kleine Farbtiefe in der Nähe von V = 1 läßt sich durch die Vorschrift nach
D3 kaum mildern.
[0014] Aus der gattungsbildenden DE-U-86 28 629 (D4) ist ein dekorierter Gegenstand nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekanntgeworden. Bei diesem Gegenstand ist auf der
Oberfläche eines transparenten Hohlkörpers ein Schichtsystem mit ganz bestimmten Eigenschaften
vorgesehen. Dabei besteht das Wesen dieses Gegenstandes darin, daß Oberflächenbereiche
mit unterschiedlichen optischen Eigenschaften angeordnet werden müssen. Mehrfachreflektionen
an verschiedenen Stellen werden jedoch stark unterdrückt.
Aufgabe der Erfindung
[0015] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Gegenstand anzugeben, der mit Hilfe eines Schichtsystems
und eines transparenten Körpers
(1) die Vorteile absorptionsfreier Färbung aufweist, insbesondere kräftige Farbreflexe
entwickelt, beliebige Farbwahl gestattet und helle Färbung ohne Lichtverlust ermöglicht
und
(2) den Mangel geringer, bzw. völlig verschwindender Farbtiefe bei üblicher Beleuchtung
behebt.
Darstellung der Erfindung
[0016] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem dekorierten Gegenstand nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 durch die kennzeichnenden Merkmale gelöst.
[0017] Die erfindungsgemäße Vorschrift setzt zwei unabhängige physikalische Mechanismen
in Gang. Ein Mechanismus sorgt für die Entstehung von farbigen Reflexen, der zweite
Mechanismus verstärkt die Farbtiefe und verhindert auch das völlige Verschwinden der
Farbe unter üblichen Beleuchtungsverhältnissen.
[0018] Der Kern der Erfindung ist nur zugänglich experimenteller Messung oder mathematischer
Analyse. Denn es ist auf den ersten Blick unverständlich, wieso eine farblos erscheinende
Schicht durch eine zweite, ebenso farblos erscheinende Schicht hindurch betrachtet,
dann farbig erscheint.
[0019] Zur Entstehung der farbigen Reflexe ist notwendig, daß die Flächennormalen in allen
drei räumlichen Komponenten variiert werden und daß eine Schicht durch eine andere
Schicht hindurch betrachtet wird. Während zur Verstärkung der Farbtiefe allein ausreichend
ist, daß eine Schicht durch die andere Schicht betrachtet wird.
Mechanismus 1: Verstärkung der Farbtiefe, Verhindern des Verschwindens der Farbe unter
üblicher Beleuchtung
[0020] Fig. 2 zeigt den bisher betrachteten Fall, daß ein Gegenstand G sich auf einer Unterlage
U befindet und schräg von oben betrachtet wird. Im Gegensatz zu Fig. 1 weist der Gegenstand
erfindungsgemäß zwei beschichtete Oberflächenbereiche auf. Fig. 4 gibt die Größen
an, die zur Berechnung der Intensität verwendet werden. Mit T als Durchlaß und R als
Reflektion ergibt sich die Intensität
und daraus mit
Es wird deutlich, daß kein Wert von V gefunden werden kann, für den die Intensität
I unabhängig von R wird. D.h. es gibt nach Anordnung der Fig. 2 kein Beleuchtungsverhältnis,
für das die Farben der Anordnung verschwinden. Darüberhinaus zeigt Tab. 3, daß die
Farbtiefe im Durchschnitt verstärkt wird. Diese Farbtiefe ist zum Beispiel bereits
für eine Dreifachschicht (Rmax = 60%) größer als für eine Neunfachschicht (Rmax =
96%) nach Tab. 2.
Mechanismus 2: Entstehen farbiger Reflexe und Ausführungsbeispiel
[0021] In Fig. 5 ist ein Gegenstand G dargestellt, beispielsweise ein Glaskörper mit gewölbter
Oberfläche (Sektglas), auf dessen Kelchwände ein Schichtsystem S aufgetragen ist.
Ein Betrachter, angedeutet durch das Augensymbol, blickt schräg von oben auf den Gegenstand.
Er erblickt an der Stelle C einen Reflex, wenn sich auch schräg oben eine Lichtquelle
befindet. Das ist sehr leicht möglich durch eine Lampe, eine helle Zimmerdecke, ein
Fenster oder durch den Himmel. Es handelt sich um einen Reflex 2. Ordnung, der nur
dadurch ermöglicht wird, daß sich x- und z- Komponenten der Flächennormalen auf verschiedenen
Oberfächenbereichen der Schicht ändern. Für den vergleichsweise einfachen Fall eines
Reflexes 2. Ordnung nach Fig. 5 wurde eine Berechnung ausgeführt. Es handelt sich
um schrägen Lichteinfall, sodaß s- und p-Komponenten des Lichts berücksichtigt werden
müssen. Der Strahlengang liegt nur in einer Ebene, deshalb wandeln sich s- und p-Komponenten
nicht ineinander um, und es genügt s- und p-Komponente während des gesamten Strahlenganges
getrennt zu behandeln. Vorgaben für die Berechnung: Dreifachschicht, zweimalige Transmission
durch das Schichtsystem unter 60° Einfallswinkel, zweimalige Reflektion unter 30°
Einfallswinkel, Vernachlässigung der unbeschichteten Substratoberflächen. Es existieren
mathematisch günstig aufbereitete Darstellungen der Interferenzeffekte an dünnen Schichten,
beispielsweise D1, S. 326-334, die zur Berechnung der Intensität herangezogen werden
können.
Die Ergebnisse der Berechnung und die genauen Daten des Schichtsystems sind in Fig.
6 dargestellt.
Die Erfindung ermöglicht, wie aus Fig. 6 ersichtlich,
1. eine beachtliche Farbtiefe selbst für das einfachste Schichtsystem und
2. einen erstaunlich hohen Wert für Imax.
Der hohe Wert von Imax ensteht durch die Nutzung der Winkelabhängigkeit der optischen
Eigenschaften von Interferenzschichtsystemen. Wären die optischen Eigenschaften unabhängig
von Einfallswinkel, dann ergäbe sich nach zweimaliger Transmission und zweimaliger
Reflektion Imax = 6,25%. Der Wert von etwa 30% für Imax aus Fig. 6 bezieht sich auf
die Intensität des schräg einfallenden Lichts. Die Wirkung des Reflexes ist in der
Regel größer als der berechnete Wert vermuten läßt. Denn es kann sich entweder um
einen Reeflex von einer Lichtquelle hoher Leuchtdichte handeln, oder es wird das Licht
eines Winkelbereichs erfaßt und auf das Auge des Beobachters gebündelt. Die Bündelung
ist in Fig. 5 durch drei Strahlengänge angedeutet.
Das Auftreten des Reflexes ist nicht an die spezielle Geometrie der Fig. 5 gebunden.
Der Reflex tritt auch bei anderen Einfalls- und Betrachtungswinkeln auf. Einfallswinkel
und Betrachtungswinkel müssen nicht gleich groß sein. Der Reflex wird dann in der
Höhe am Glas verschoben.
D.h., es ergibt sich unter üblicher Beleuchtung häufig eine ganze Reflexlinie.
[0022] Bisher wurde der Reflex 2. Ordnung betrachtet. Es treten aber nach der erfindungsgemäßen
Ausführung auch Reflexe höherer Ordnung auf. Zur Betrachtung ist es notwendig, alle
drei räumlichen Komponenten des Strahlenganges zu berücksichtigen. Der in Fig. 5 dargestellte
Gegenstand sei rotationssymetrisch bezüglich der z-Achse. Dann ergibt sich für die
x-y Ebene eine Darstellung nach Fig. 7 (Draufsicht). Ähnlich wie in Fig. 5 werde der
einfallende Strahl im unteren Teil des Kelches umgelenkt. Dort ist der Radius des
Kelches klein, entsprechend R1 in Fig. 7. Im oberen Teil habe der Kelch konstant den
Radius R2. In Fig. 7 ist eine Dreifachreflektion gezeichnet. Charakteristisch ist,
daß alle Strahlen im Inneren des Kelches einen Kreis mit dem Radius RB tangieren.
Aus den Bedingungen
ergibt sich genau eine physikalisch sinnvolle Lösung
[0023] D.h. für den Betrachter erscheint in definierter Entfernung vom Reflex 2. Ordnung
der Reflex 3. Ordnung. Wenn die verursachende Lichtquelle keine allzu große Ausdehnung
hat, dann sind die Reflexe scharf voneinander getrennt. Ebenso werden Reflexe höherer
Ordnung beobachtet, die deutlich voneinander getrennt sind.
Überstreicht der Einfallswinkel einen ganzen Bereich, dann bilden alle Ordnungen Reflexlinien.
[0024] Die Entstehung dieser Reflexe ist nicht trivial. Die Entstehung erfordert das erfindungsgemäße
Zusammenwirken eines Interferenzschichtsystems mit einer bestimmten Formgebung. Es
ist notwendig, daß die Flächennormalen in allen drei räumlichen Komponenten variieren.
Ein transparenter Gegenstand erfindungsgemäßer Form, kann zwar auch ohne Interferenzschicht
Reflexe höherer Ordnung bilden. Die Intensität dieser Reflexe ist aber derart gering,
daß eine Beobachtung schwer fällt, geschweige denn eine Nutzung zur Dekoration des
Gegenstandes möglich wäre.
[0025] Die Unterschiede in der Intensität sind drastisch. Beispielsweise ergeben sich für
Strahlengang nach Fig. 5 beim Fehlen des Interenzschichtsystems folgende Werte für
die Intensität des Reflexes 2. Ordung:
p-Komponente: 0,0731% s-Komponente: 0,250%
berechnet jeweils für eine Grenzfläche Glas-Luft. Verglichen mit dem Wert von Imax
aus Fig. 6 von etwa 30% ist hier die Intenstät auf zum Teil weit weniger als ein Hundertstel
gesunken. Der Unterschied läßt die Formulierung zu, daß erst durch die erfindungsgemäße
Ausführung solche Reflexe höherer Ordnung auftauchen.