[0001] Die Erfindung betrifft eine Laboratoriums-Zentrifuge mit einer einen Motor aufweisenden
Antriebseinheit, mit einem Rotor und mit einer Einrichtung zur Erkennung einer auftretenden
Unwucht beim Betreiben der Zentrifuge, wobei die Einrichtung ein Unwuchtelement und
ein Schaltelement aufweist, wobei das Unwuchtelement in fester Zuordnung zu der Antriebseinheit
steht und im Fall einer Unwucht der Unwuchtbewegung unmittelbar folgt und gegenüber
dem Schaltelement eine Relativbewegung ausführt, wobei nach Überschreiten eines vorgegebenen
Schwellwertes der Relativbewegung ein Schalt-Signal erzeugt wird, das eine Steuereinheit
anspricht, die die Stromversorgung des Motors unterbricht.
[0002] Beim Zentrifugieren auftretende Unwuchten der Antriebswelle oder des Rotors, die
ein tolerierbares Maß übersteigen, können aufgrund der hohen Fliehkräfte zur Zerstörung
der Zentrifuge führen und Personen gefährden. Aus Sicherheitsgründen ist es daher
erforderlich kritische Unwuchten, die sich sowohl in großen Auslenkungen, als auch
in hohen Beschleunigungen (Vibrationen) der Antriebseinheit auswirken können, rechtzeitig
zu erkennen.
[0003] Zur Erkennung von Unwuchten werden an Zentrifugen Einrichtungen eingesetzt, die auf
dem Prinzip beruhen, daß eine am Motor-Gehäuse der Zentrifuge befestigte Platte (Unwuchtelement)
bei Auslenkung
durch Unwucht eine in einem einstellbaren Abstand befindliche, ortsfeste Schraube
(Schaltelement) berührt und einen elektrischen Kontakt schließt und daraufhin der
Antriebs-Motor gebremst wird. Für den Fall, daß die Schraube starr befestigt ist,
wird diese aufgrund einer auftretenden Unwucht beim ersten Kontakt mit der Platte
verbogen und ist damit unbrauchbar. In einer abgewandelten Ausführung ist die Schraube
auf Gummipuffer gesetzt, damit sie bei Kontakt mit der Platte ausweichen kann. Hierbei
können jedoch Schraube und Gummipuffer als Feder-Masse-System bei bestimmten Drehzahlen
der Zentrifuge in Schwingung geraten und "Fehlalarm" auslösen.
[0004] Die aufgrund einer Unwucht hervorgerufenen Auslenkungen der Antriebseinheit beginnen
in einer nichtvorhersehbaren Richtung und wandern dann langsam auf einer Kreisbahn
um die Achse der Antriebseinheit herum. Da jedoch mit jeweils einer der beschriebenen
Vorrichtungen nur Auslenkungen in einer Richtung zu erfassen sind, kann es vorkommen,
daß Unwuchten zu spät bemerkt werden. Mit derartigen Vorrichtungen können nur von
Anfang an vorhandene Unwuchten, die sich bei niedrigen Drehzahlen in großen Auslenkungen
offenbaren, erkannt werden. Unwuchten, die erst bei hohen Drehzahlen während der Zentrifugation
entstehen, z. B. durch einen Bruch eines Zentrifugengefäßes, und die sich in hohen
Beschleunigungswerten und kleinsten Auslenkungen auswirken können, werden z. B. mit
Beschleunigungsschaltern erfaßt, bei der ein Bolzen frei an einer Feder hängend, an
der Antriebseinheit befestigt ist.
Bei Überschreitung eines, entsprechend der Masse des Bolzens und der Federkonstante
der Feder einstellbaren Schwellwertes der Beschleunigung der Antriebseinheit, weicht
der Bolzen aus der vertikalen Lage aus und stellt einen elektrischen Kontakt zu einem
im Abstand angeordneten Kontaktblech her, wodurch der Motor abgebremst wird.
[0005] Um die gesamten Drehzahlbereich einer Zentrifuge auftretenden Unwuchtbewegungen sicher
erkennen zu können, sind also bisher mindestens zwei unterschiedliche Vorrichtungen
erforderlich, die darüberhinaus störanfällig und leicht verstellbar sind und häufig
nachgeprüft und nachjustiert werden müssen.
[0006] Die Erfindung hat sich als Aufgabe gestellt, eine einfache und kostengünstige, aber
dennoch sichere Einrichtung zur Erkennung einer Unwucht in allen Drehzahlbereichen
einer Zentrifuge anzugeben, die justierfreundlich und störunanfällig ist und die gleichzeitig
sowohl Unwuchtbewegungen, die sich in großen Auslenkungen der Antriebseinheit, als
auch solche, die sich in hohen Beschleunigungswerten auswirken, in allen Raum-Richtungen
erfassen kann.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei der eingangs angegebenen Zentrifuge dadurch
gelöst, daß das Schaltelement zusammen mit dem Unwuchtelement eine Einheit bildet,
die an der Antriebseinheit befestigt ist, wobei das Unwuchtelement mindestens zwei
mit Abstand zueinander angeordnete Elemente aufweist, die eine Signal-Übertragungsstrecke
bilden, und daß das Schaltelement ein in einem Behälter angeordnetes Schalt-Fluid
ist, das innerhalb des von der Signal-Übertragungsstrecke bestimmten Zwischenraumes
in einem Umgebungs-Fluid frei beweglich ist und die Übertragungsstrecke, das Schalt-Signal
erzeugend, öffnet und/oder schließt, wobei das Schalt-Fluid und das Umgebungs-Fluid
unterschiedliche spezifische Dichten aufweisen und nicht miteinander mischbar sind
und wobei mindestens eines der beiden Fluide eine Flüssigkeit ist.
[0008] Dadurch, daß das Unwuchtelement, als Signal-Übertragungsstrecke ausgebildet, am Motor
oder am Motor-Gehäuse befestigt ist, folgt die Signal-Übertragungsstrecke allen Bewegungen
der Antriebseinheit unmittelbar und verändert ihre Lage entsprechend der Lage der
Antriebseinheit. Das Schaltelement, das mindestens eine frei bewegliche Flüssigkeit
aufweist, die sich in einem Behälter, der an der Antriebseinheit befestigt ist, befindet,
folgt aufgrund seiner trägen Masse den Bewegungen der Antriebseinheit verzögert oder,
im Fall sehr schneller Bewegungen, überhaupt nicht und bildet aufgrund der schweren
Masse der Flüssigkeit einen Flüssigkeitsspiegel unabhängig von der Lage der Antriebseinheit
oder Lage der Signal-Übertragungsstrecke aus. Dadurch führen Bewegungen der Antriebseinheit
zu Lageänderungen oder Relativbewegungen zwischen Signal-Übertragungsstrecke
und Schaltelement, wodurch Schalt-Signale erzeugt werden können. Da das Schaltelement
als Fluid ausgebildet ist, werden Verformungen des Schaltelementes und dadurch hervorgerufene
Dejustierungen der Unwuchterkennungs-Einrichtung verhindert. Eine aufeinander abgestimmte
Justierung der Elemente der Unwuchterkennungs-Einrichtung ist nicht erforderlich,
da Schaltelement und Unwuchtelement eine Einheit bilden.
[0009] Um einen Verlust der Fluide durch Verdampfung oder Verschütten zu verhindern, ist
der Behälter geschlossen ausgebildet.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Einrichtung, die eine besonders einfache
Gestaltung der Teile des Unwuchtelementes als elektrisch leitende, auf unterschiedlichen
Potentialen liegende Bauteile erlaubt, ist das Schalt-Fluid eine elektrisch leitende
Flüssigkeit.
[0011] Vorteilhafterweise ist der Betriebszustand der Unwuchterkennungs-Einrichtung im Ruhezustand
derart, daß die Flüssigkeit den elektrischen Kontakt zwischen den elektrisch leitenden
Bauteilen schließt. Das Öffnen des elektrischen Kontaktes während eines Zentrifugenlaufes
kann sowohl auf eine kritische Auslenkung der Antriebseinheit aus ihrer Ruhelage,
als auch auf sehr schnelle Vibrationen der Antriebseinheit, bei der sich die elektrisch
leitende Flüssigkeit im Behälter verteilt und dadurch den Kontakt öffnet, zurückzuführen
sein. Ein offener elektrischer Kontakt im Ruhezustand der Zentrifuge ist ein Hinweis
auf eine Unterbrechung der elektrischen Leitung von der Steuereinheit zur Einrichtung.
[0012] In einer einfachen Anordnung sind die elektrisch leitenden Elemente des Unwuchtelementes
Stifte, die in den Innenraum des Behälters hineinragen und deren Stromzuführungen
durch die Wand des Behälters elektrisch voneinander isoliert herausgeführt sind.
[0013] Die Empfindlichkeit dieser Anordnung wird erhöht, wenn die Stifte elektrisch isolierende
Seitenwände aufweisen und nur die Stirnflächen oder die Spitzen der Stifte elektrisch
leitend gestaltet sind.
[0014] In einer anderen Ausführungsform ist eines oder beide der elektrisch leitenden Elemente
des Unwuchtelementes als Teil des Behälters, in dem sich die elektrisch leitende Flüssigkeit
befindet, gestaltet. Durch die Ausbildung des Behälters, z. B. als rotationssymmetrisches
Bauteil, ist es möglich, die elektrisch leitenden Elemente so zu positionieren und
zu gestalten, daß sie zentrisch zueinander angeordnet sind, wodurch die gleiche Empfindlichkeit
der Einrichtung für Auslenkungen der Antriebs-Einheit aus der Vertikalen in allen
Richtungen gewährleistet ist.
[0015] Als elektrisch leitende Flüssigkeit hat sich Quecksilber bewährt.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Unwuchterkennungs-Einrichtung
die sich dadurch auszeichnet, daß durch Unwucht hervorgerufene Bewegungen der Antriebseinheit,
die den vorgegebenen Schwellwert nicht überschreiten, ebenfalls erfaßt und über eine
Auswerteelektronik zur Steuerung des Zentrifugenlaufes verwertet werden können, bilden
die Elemente des Unwuchtelementes eine Lichtschranke.
[0017] Um eine hohe Empfindlichkeit der Einrichtung für Unwuchtbewegungen zu gewährleisten,
ist es vorteilhaft, wenn die Fluide, die sich innerhalb der Lichtschranke befinden,
stark unterschiedliche Lichtdurchlässigkeiten aufweisen, wobei sich im Ruhezustand
der Zentrifuge entweder das Fluid mit der geringeren Lichtdurchlässigkeit oder das
Fluid mit der höheren Lichtdurchlässigkeit innerhalb der Lichtschranke befindet.
[0018] Um im Ruhezustand eine definierte Lage der beiden Fluide zueinander zu gewährleisten,
ist es vorteilhaft den Behälter als Kugelsegment auszubilden, und so anzuordnen, daß
die gekrümmte Außenfläche des Behälters nach unten gerichtet ist, wenn die spezifische
Dichte des Schalt-Fluids größer als die spezifische Dichte des Umgebungs-Fluids ist
und die gekrümmte Außenfläche des Behälters nach oben gerichtet ist, wenn die spezifische
Dichte des Schalt-Fluids kleiner ist als die spezifische Dichte des Umgebungs-Fluids.
[0019] Um der Zerstörung einer Zentrifuge aufgrund von Unwuchten vorzubeugen, hat es sich
bewährt, Menge, spezifische Dichte und Viskosität des Schalt-Fluids und die geometrische
Anordnung des Unwuchtelementes so wählen, daß ab einer Verkippung des Behälters aus
der vertikalen Ausrichtung um mehr als 10 Winkelgraden und/oder ab einer Beschleunigung
des Behälters von mehr als der einfachen Erdbeschleunigung, das Schaltsignal erzeugt
wird, das zum Abbremsen des Motors führt. Die hierfür erforderliche Menge des Schalt-Fluids
ist von den Innenabmessungen des Behälters abhängig und kann in einfacher Weise empirisch
oder rechnerisch ermittelt werden. Der gewünschte Grad an Trägheit oder Flinkheit,
mit der die Unwucht-Erkennungseinrichtung auf Unwuchtbewegungen reagiert, wird über
Dichte und Viskosität des Schalt-Fluids eingestellt.
[0020] Aufgrund der Lagerung des Motors auf Gummipuffern, befindet sich der Drehpunkt für
die im Falle einer Unwucht auftretenden Unwuchtbewegungen am Motorfuß. Durch eine
Befestigung der Unwuchterkennungs-Einrichtung am antriebsseitigen Ende des Motor-Gehäuses,
in großer Entfernung vom Drehpunkt wird durch den langen, wirksamen Hebelarm an der
Stelle des Behälters, eine Vergrößerung und damit eine genauere Erfassung auftretender
Unwuchtbewegungen erreicht.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachstehend
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Unwuchterkennungs-Einrichtung, bei der das Unwuchtelement
aus zwei Stiften und das Schalt-Fluid aus einer elektrisch leitenden Flüssigkeit besteht,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Unwuchterkennungs-Einrichtung, mit einer gegenüber
Figur 1 geänderten Gestaltung des Unwuchtelementes,
- Figur 3
- eine schematische Darstellung einer Unwuchterkennungs-Einrichtung, bei der die Elemente
des Unwuchtelementes eine Lichtschranke bilden und das Schalt-Fluid eine lichtundurchlässige
Flüssigkeit ist,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung einer Umgehungsform der in Figur 3 dargestellten Unwuchterkennungs-Einrichtung,
- Figur 5
- eine schematische Darstellung der Wirkungsweise der in Figur 1 dargestellten Einrichtung
bei einer Schieflage der Antriebseinheit,
- Figur 6
- eine schematische Darstellung der Wirkungsweise der in Figur 1 dargestellten Einrichtung,
bei einer Bewegung der Antriebseinheit in horizontaler Richtung,
- Figur 7
- eine schematische Darstellung der Wirkungsweise der in Figur 1 dargestellten Unwuchterkennungs-Einrichtung
bei vibrierender Antriebseinheit und
- Figur 8
- eine schematische Darstellung der Anordnung der Unwuchterkennungs-Einrichtung an der
Antriebseinheit.
[0022] Bei der in Figur 1 dargestellten Unwuchterkennungs-Einrichtung sind innerhalb eines
zylinderförmigen Behälters 1 zwei elektrisch leitende Stifte 2 angeordnet, die auf
unterschiedlichen elektrischen Potentialen liegen und deren Stromanschlüsse 3 durch
eine elektrisch isolierende Durchführung 16 aus dem Boden des Behälters 1 herausgeführt
sind. Das Schaltelement weist zwei Fluide auf, wobei das Schalt-Fluid 4 aus Quecksilber
und das Umgebungs-Fluid 5 aus Luft besteht. Im Ruhezustand der Unwuchterkennungs-Einrichtung
umspült das Quecksilber die Stifte 2 und schließt zwischen ihnen den elektrischen
Kontakt. Die Menge des Quecksilbers im Behälter 1 und die Geometrie und Anordnung
der Stifte 2 sind so gewählt, daß bei einer Verkippung des Behälters 1 aus der Vertikalen
von 40 Winkelgraden und bei einer Beschleunigung des Behälters 1 um die einfache Erdbeschleunigung
der elektrische Kontakt geöffnet und dadurch ein Schaltsignal erzeugt wird, das eine
Steuereinheit 6 anspricht, die den Zentrifugen-Motor 7 abbremst. In Figur 2 ist gegenüber
Figur 1 eine abgewandelte Ausführungsform der Unwuchterkennungs-Einrichtung dargestellt,
die einen zylinderförmigen Behälter 1 mit einem halbkugelförmig nach außen gekrümmten
Boden aufweist. Die Wand des Behälters 1 und ein zentrisch innerhalb des Behälters
1 angeordneter metallischer Stift 17 liegen auf unterschiedlichen elektrischen Potentialen.
Im Ruhezustand wird der elektrische Kontakt zwischen dem metallischen Stift 17 und
der Behälterwand durch das Schalt-Fluid 4, das aus Quecksilber besteht, geschlossen.
Dadurch, daß die Seitenwand des Stiftes 17 elektrisch isoliert und nur die, in das
Schalt-Fluid 4 hineinragende Spitze 8 des Stiftes 17 elektrisch leitend ausgebildet
ist, wird eine erhöhte Empfindlichkeit der Unwuchterkennungs-Einrichtung für Unwuchtbewegungen
erreicht. Der rotationssymmetrische Aufbau der Unwuchterkennungs-Einrichtung hat den
Vorteil, daß Auslenkungen des Behälters 1 aus der Vertikalen in allen Richtungen mit
gleicher Genauigkeit und gleicher Empfindlichkeit erfaßt werden. Eine weitere Ausführungsform
der Unwuchterkennungs-Einrichtung ist in Figur 3 dargestellt. Das Unwuchtelement besteht
aus einem optischen Sender 9 und einem optischen Empfänger 10, die auf Stützen 11
innerhalb des Behälters 1 angeordnet sind und die eine Lichtschranke bilden. Im Ruhezustand
ist die Lichtschranke vom Schalt-Fluid 4, einer für die verwendete Lichtwellenlänge
undurchlässigen Flüssigkeit 12, unterbrochen. Die Anordnung von Sender 9 und Empfänger
10 auf Stützen 11 erhöht die Empfindlichkeit der Unwuchterkennungs-Einrichtung für
auftretende Unwuchtbewegungen. In einer weiteren in Figur 4 dargestellten, vorteilhaften
Ausführungsform der Unwuchterkennungs-Einrichtung ist der Behälter 1 in Form eines
Hohlkugelsegmentes ausgebildet und im Ruhezustand der Zentrifuge mit seiner Krümmung
vertikal nach oben ausgerichtet. An ihrem höchsten Punkt ist an der Behälter-Außenwand
ein optischer Sender 9 und auf der gegenüberliegenden Behälter-Außenwand ein optischer
Empfänger 10 angebracht, wobei der optische Sender 9 und der optische Empfänger 10
eine Lichtschranke bilden. Das Schalt-Fluid 4 ist in Form einer Gasblase 13 ausgebildet,
die sich, im Ruhezustand der Zentrifuge, auf dem Umgebungs-Fluid 5 aufschwimmend,
innerhalb der Lichtschranke befindet und die ein für die verwendete Lichtwellenlänge
nicht absorbierendes Gas enthält. Das Umgebungs-Fluid 5 besteht aus einem Öl, das
für die verwendete Lichtwellenlänge undurchlässig ist. Die Menge des Gases
ist so gewählt, daß im Ruhezustand der Zentrifuge der Lichtfleck zwischen Sender 9
und Empfänger 10 in seiner gesamten Breite die Gasblase 13 gerade ausfüllt und das
Maximum an Lichtintensität am Empfänger 10 registriert wird. Bei einer Verkippung
des Behälters 1 wandert die Lichtschranke aus dem Bereich der Gasblase 13, wobei die
am Empfänger 10 registrierte Lichtintensität bis auf Null abnimmt. Der Krümmungsradius
des Behälters 1 und die Breite des Lichtflecks sind dabei so gewählt, daß die am Empfänger
10 registrierte Lichtintensität bei einer Verkippung des Behälters 1 um 40 Winkelgrade
Null ist. Bei einer Verkippung des Behälters 1 aus der Vertikalen von weniger als
40 Winkelgraden, werden Lichtintensitäten zwischen Null und dem Maximum gemessen,
wobei die Meßwerte zur Steuerung des Zentrifugenlaufes verwertet werden können. In
den Figuren 5 bis 7 wird schematisch die Wirkungsweise der in Figur 1 dargestellten
Unwuchterkennungs-Einrichtung bei verschiedenen Arten der Unwuchtbewegungen veranschaulicht.
Figur 5 zeigt eine Verkippung des Behälters 1 aus der Vertikalen und die daraus resultierende
Öffnung des elektrischen Kontaktes zwischen den elektrisch leitenden Stiften 2. In
Figur 6 ist die Öffnung des elektrischen Kontaktes aufgrund einer horizontalen Schwingbewegung
entlang des mit der Bezugsziffer 18 bezeichneten Richtungspfeils der Antriebseinheit
14 und des daran starr befestigten Behälters 1 gezeigt, wobei sich das Schalt-Fluid
4, Quecksilber, an der Wand des Behälters 1 verteilt. In Figur 7 ist dargestellt,
wie sich aufgrund der, bei hohen Drehzahlen einer unwuchtigen Zentriguge auftretenden,
kritischen Vibrationen der Antriebseinheit 14 das Quecksilber in Tropfenform an der
Wand des Behälters 1 verteilt, wodurch der elektrische Kontakt zwischen den elektrisch
leitenden Stiften 2 ebenfalls geöffnet wird. In Figur 8 ist die Anordnung der Unwuchterkennungs-Einrichtung
an einem Kunststoff-Träger 19 gezeigt, der antriebsseitig auf der Antriebseinheit
14 so angeordnet ist, daß er die Antriebswelle 20 des Motors 7 becherförmig umschließt
und der an seinen Seitenwänden Montageflächen aufweist, an denen die Unwuchterkennungs-Einrichtung
orientiert befestigt ist. Aufgrund der schwimmenden Lagerung der Antriebseinheit 14
auf Gummipuffern 15 befindet sich der Drehpunkt für die bei Unwucht auftretenden Bewegungen
am Motorfuß. Durch die Befestigung des Behälters 1 am antriebsseitigen Ende des Motors
7, in großer Entfernung vom Drehpunkt, wird durch den langen, wirksamen Hebelarm an
der Stelle des Behälters 1, eine Vergrößerung und damit eine genauere Erfassung auftretender
Unwuchtbewegungen erreicht. Die bei Unwuchtbewegungen auftretenden Schaltsignale werden
von einer Steuereinheit 6 verarbeitet, die im Fall einer kritischen Unwucht den Motor
7 abbremst. Sofern in Figuren Bezugsziffern aufgeführt sind, die zwar nicht in der
Beschreibung der Figur aber bereits im Text davor erläutert sind, gelten dafür die
selben Ausführungen wie bei ihrer vorherigen Verwendung.
1. Laboratoriums-Zentrifuge mit einer einen Motor aufweisenden Antriebseinheit, mit einem
Rotor und mit einer Einrichtung zur Erkennung einer auftretenden Unwucht beim Betreiben
der Zentrifuge, wobei die Einrichtung ein Unwuchtelement und ein Schaltelement aufweist,
wobei das Unwuchtelement in fester Zuordnung zu der Antriebseinheit steht und im Fall
einer Unwucht der Unwuchtbewegung unmittelbar folgt und gegenüber dem Schaltelement
eine Relativbewegung ausführt, wobei nach Überschreiten eines vorgegebenen Schwellwertes
der Relativbewegung ein Schalt-Signal erzeugt wird, das eine Steuereinheit anspricht,
die die Stromversorgung des Motors unterbricht, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltelement
zusammen mit dem Unwuchtelement eine Einheit bildet, die an der Antriebseinheit (14)
befestigt ist, wobei das Unwuchtelement mindestens zwei mit Abstand zueinander angeordnete
Elemente aufweist, die eine Signal-Übertragungsstrecke bilden, und daß das Schaltelement
ein in einem Behälter (1) angeordnetes Schalt-Fluid (4; 12; 13) ist, das innerhalb
des von der Signal-Übertragungsstrecke bestimmten Zwischenraumes in einem Umgebungs-Fluid
(5) frei beweglich ist und die Übertragungsstrecke, das Schalt-Signal erzeugend, öffnet
und/oder schließt, wobei das Schalt-Fluid (4; 12; 13) und das Umgebungs-Fluid (5)
unterschiedliche spezifische Dichten aufweisen und nicht miteinander mischbar sind
und wobei mindestens eines der beiden Fluide eine Flüssigkeit ist.
2. Zentrifuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (1) geschlossen
ist.
3. Zentrifuge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schalt-Fluid (4)
eine elektrisch leitende Flüssigkeit ist und die Elemente des Unwuchtelementes elektrisch
leitende Bauteile sind.
4. Zentrifuge nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente des Unwuchtelementes
auf unterschiedlichen Potentialen liegen.
5. Zentrifuge nach Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrisch leitende
Flüssigkeit die Signal-Übertragungsstrecke im Ruhezustand schließt.
6. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrisch
leitenden Elemente des Unwuchtelementes Stifte (2) sind, die in den Innenraum des
Behälters (1) hineinragen.
7. Zentrifuge nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stifte elektrisch isolierende
Seitenwände aufweisen.
8. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
das eine elektrisch leitende Element des Unwuchtelementes durch einen Teil des Behälters
gebildet ist.
9. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 3 bis 5 oder Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die elektrisch leitenden Elemente zentrisch zueinander angeordnet sind.
10. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Schalt-Fluid
(4) Quecksilber ist.
11. Zentrifuge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente des Unwuchtelementes
eine Lichtschranke bilden.
12. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fluide unterschiedliche Lichtdurchlässigkeiten aufweisen.
13. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 1, 2, 11 oder 12 dadurch gekennzeichnet, daß der
Behälter (1) in Form eines Kugelsegmentes ausgebildet ist.
14. Zentrifuge nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichte des Schalt-Fluids
(4; 12; 13) größer ist als die Dichte des Umgebungs-Fluids 15) und der Behälter (1)
so angeordnet ist, daß seine gekrümmte Außenfläche nach unten gerichtet ist.
15. Zentrifuge nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichte des Schalt-Fluids
(4; 12; 13) kleiner ist als die Dichte des Umgebungs-Fluids (5) und der Behälter (1)
so angeordnet ist, daß seine gekrümmte Außenfläche nach oben gerichtet ist.
16. Zentrifuge nach Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß Menge, Dichte und
Viskosität des Schalt-Fluids (4; 12; 13) und die geometrische Anordnung des Unwuchtelementes
so gewählt sind, daß ab einer Verkippung des Behälters (1) aus der vertikalen Ausrichtung
von mehr als 10 Winkelgraden das Schaltsignal erzeugt wird.
17. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß Menge, Dichte
und Viskosität des Schalt-Fluids (4; 12; 13) und die Geometrie des Unwuchtelementes
so gewählt sind, daß ab einer Beschleunigung des Behälters (1) von mehr als der einfachen
Erdbeschleunigung das Schaltsignal erzeugt wird.
18. Zentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung
zur Erkennung einer Unwucht am antriebsseitigen Ende des Motor-Gehäuses befestigt
ist.