[0001] Die Erfindung betrifft einen Elektrolyseur mit geometrisch hintereinander geschalteten
bipolaren Zellen, jeweils bestehend aus metallischen Trennwänden zu den unmittelbar
angrenzenden Nachbarzellen mit darauf aufliegenden federelastischen Elektroden und
einem zwischen den Elektroden angeordneten, aus einem nichtmetallischen Werkstoff
bestehenden, durch im Kathoden- und Anodenraum eingefügte Distanzelemente auf definiertem
Abstand zu den Elektroden gehaltenen Diaphragma.
[0002] Ein derartig aufgebauter in der DE-A-3 815 266 beschriebener Elektrolyseur soll eine
hohe Sicherheit gegen Kurzschluß und Korrosion gewährleisten und der Energieverbrauch
möglichst niedrig sein. Da jedoch bei diesem Elektrolyseur die Distanzelemente zwischen
dem Diaphragma und den Elektroden abwechselnd im Kathoden- und Anodenraum eingefügt
sind, kann es in den den Distanzelementen gegenüberliegenden Bereichen des jeweils
anderen Zwischenraums von Diaphragma und Kathode bzw. Anode bei Fertigungsungenauigkeiten
der Zellenbauteile, z.B. der Zellenrahmendicke, oder wenn Druckunterschiede zwischen
Kathoden- und Anodenraum bestehen, zu einer Verengung des Zwischenraums und ggf. zu
einer Berührung der federelastischen Elektrode mit dem Diaphragma kommen. Durch die
Verwendung herkömmlicher preisgünstiger Werkstoffe, insbesondere durch die Verwendung
von Stählen, für die Peripherie des Elektrolyseurs, wie Gasabscheider, Leitungen für
die Zirkulation des Elektrolyten oder dergl., können sich insbesondere Eisen, Chrom
und andere im Stahl enthaltenen Elemente an der Kathode abscheiden. Bei der Berührung
der Kathode mit dem Diaphragma kann dann Eisen durch das Diaphragma bis zur Anode
hindurchwachsen, dort entweder zum Kurzschluß führen oder bereits vor Eintritt des
Kurzschlusses im Anodenbereich, in dem üblicherweise Sauerstoff entsteht, Wasserstoff
erzeugen, so daß es zu einer Verunreinigung des Sauerstoffs kommt, die lokal bis zu
einem explosiven Gasgemisch führen kann. Darüber hinaus führt die Annäherung der Elektrode
an das Diaphragma infolge des dadurch enger werdenden Zwischenraums zwischen Elektrode
und Diaphragma zu einer Behinderung der Aufwärtsströmung der an der Elektrode entstehenden
Gasblasen. Eine verlangsamte Aufwärtsbewegung bewirkt aber eine Vergrößerung der Gasblasenmenge
im Bereich der Verengung des Zwischenraums und damit einen erhöhten elektrischen Widerstand,
mithin eine kleinere Stromdichte im Bereich des verengten Zwischenraums. Falls die
Elektrode nicht ausreichend mit Gasaustrittsöffnungen für das Entweichen der entstandenen
Gasblasen in dem Zwischenraum zwischen Elektrode und Diaphragma versehen ist, kann
eine Berührung von Elektrode und Diaphragma an solchen Stellen zu einer nahezu totalen
Unterbrechung des Stromflusses führen. Das ist aber nicht erwünscht, da dadurch der
Gesamtquerschnitt der gasproduzierenden Elektrodenfläche verkleinert wird. Auf diese
Weise erhöht sich die Stromdichte im Querschnitt der verbleibenden gasproduzierenden
Fläche der Elektrode, demzufolge steigt die Zellenspannung und damit auch die entstehende
Verlustenergie an. Die Zellentemperatur steigt und kann zu Korrosion auslösender Überhitzung
führen. Ähnliche Nachteile entstehen auch bei einem Elektrolyseur (EP-A-0 170 051),
dessen Diaphragma aus einer fein-porösen Schicht besteht, in der über die Fläche verteilte
aus der Oberfläche herausragende gröbere Körner integriert sind.
[0003] Es ist die Aufgabe vorliegender Erfindung, bei dem Elektrolyseur des eingangs beschriebenen
Aufbaus den Abstand zwischen den federelastischen Elektroden und dem Diaphragma unter
allen Bedingungen von Fertigungsungenauigkeiten und/oder größerer Druckdifferenz zwischen
Kathoden- und Anodenraum im wesentlichen konstant zu halten.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt in der Weise, daß die Distanzelemente unmittelbar
einander gegenüberliegend und mit den Distanzelementen der übrigen Zellen fluchtend
angeordnet sind.
[0005] Die Distanzelemente sind mit der Elektrode verbunden, vorzugsweise in Durchbrechungen
oder Vertiefungen der Elektrode eingesetzt.
[0006] Es ist jedoch auch möglich, die Distanzelemente am Diaphragma zu befestigen bzw.
das Diaphragma in einer Abstand bildenden Form zu gestalten.
[0007] Im Rahmen der besonderen Ausgestaltung der Erfindung besitzt der von der Elektrode
und dem Diaphragma gebildete Kathoden- bzw. Anodenraum eine Breite von jeweils 0,3
bis 3,0 mm, vorzugsweise jeweils 0,5 bis 3,0 mm.
[0008] Die mit den ebenen Elektroden verbundenen, als Abstandhalter und Stromüberträger
dienenden Trennwände besitzen ein regelmäßiges Profil und sind vorzugsweise deckungsgleich
hintereinander angeordnet.
[0009] Für den Fall, daß die Trennwände eben sind, weisen die Elektroden ein Abstand gebendes
Profil auf.
[0010] Bei der Verwendung ebener Trennwände und ebener Elektroden liegen die Elektroden
auf mit den Trennwänden verbundenen stiftförmigen oder leistenförmigen Elementen auf.
[0011] Als besonders vorteilhaft hat sich eine Elektrodendicke von 0,1 bis 0,4 mm und eine
Diaphragmadicke von 0,2 bis 1 mm erwiesen.
[0012] Im Hinblick auf die angestrebte Wirkung sowie auf einen Langzeiteinsatz hat sich
ein aus einem dünnen Nickelnetz als tragender Struktur mit darauf aufgesinterten Schichten
aus porösen keramischen Werkstoffen, wie z.B. Nickeloxid, bestehendes Diaphragma bewährt.
[0013] Es ist jedoch auch möglich, als Diaphragma eine korrosionsbeständige Kunststoffolie
zu verwenden.
[0014] Als besonders zweckmäßig erweisen sich Elektroden, die aus einer Nickelträgerschicht
und einer diaphragmaseitig durch Kaltwalzplattieren einer Pulvermischung aus Carbonyl-Nickelpulver
und Raney-Legierungspulver damit verbundenen gesinterten und aktivierten Deckschicht
bestehen.
[0015] Auf die Anordnung von mit lochartigen Durchbrechungen versehenen Elektroden kann
verzichtet werden, wenn nach einem besonderen Erfindungsmerkmal die Elektroden aus
mehreren parallel und vorzugsweise horizontal zueinander angeordneten Streifen gebildet
sind. Zwischen den Streifen ist jeweils ein Spalt von wenigstens 1 % der Elektrodenhöhe
für den Durchtritt der Gasblasen vorgesehen.
[0016] Eine vorzugsweise Ausbildung der bipolaren Einzelzelle wird erreicht, wenn als Trennwände
warzenförmig, wellenförmig, trapezförmig dreieckförmig oder rechteckförmig profilierte
Bleche eingesetzt und deckungsgleich hintereinander angeordnet sind.
[0017] Durch eine Vielzahl relativ nahe beieinander liegender Kontaktpunkte bzw. durch linienförmige
Kontakte der Elektroden mit den Trennwänden können die federelastischen Elektroden
dünnwandig bei dennoch geringem elektrischen Spannungsabfall und somit niedrigem Energieverlust
für die Stromverteilung von den Kontaktpunkten der Elektroden mit den Trennwänden
ausgebildet sein. Der Kontakt läßt sich durch Anpressen der Trennwände gegen die Elektroden
oder durch Punkt- bzw. Nahtschweißung erreichen.
[0018] Nach einem weiteren Erfindungsmerkmal sind mit den Elektroden oder dem Diaphragma
zusätzliche Abstandhalter verbunden, deren Dicke kleiner als der Abstand des Diaphragmas
zu den Elektroden ist. Diese Abstandhalter sorgen dafür, daß bei extrem hohen Druckdifferenzen
zwischen Kathoden- und Anodenraum ein ausreichender Spalt zwischen der Elektrode und
dem Diaphragma für das Aufwärtsströmen der Gasblasen geöffnet bleibt. Bei Normalbetrieb
des Elektrolyseurs liegen die zusätzlichen Abstandhalter je nach dem, ob sie mit den
Elektroden oder dem Diaphragma verbunden sind, nicht auf dem Diaphragma oder den Elektroden
auf, so daß die aktiven Oberflächen eines der beiden Bauelemente nicht verkleinert
werden.
[0019] Zweckmäßigerweise sind die Distanzelemente und die Abstandhalter in dem Kathoden-
und Anodenraum so gestaltet, daß sie einen kleinen Strömungswiderstand gegenüber der
aufwärts gerichteten Strömung des Elektrolyt-Gasblasen-Gemisches und dem nachströmenden
Elektrolyten besitzen, um die vorteilhafte starke, aufwärts gerichtete turbulente
Strömung nicht zu beeinträchtigen.
[0020] Die Erfindung ist durch den in der schematischen Zeichnung wiedergegebenen ausschnittsweisen
Querschnitt durch den Aufbau einer bipolaren Einzelzelle näher und beispielhaft erläutert.
[0021] Die Zelle (1) besteht aus den beiden ein trapezförmiges Profil besitzenden, in einen
nicht dargestellten ringförmigen Rahmen eingespannten Trennwänden (2,3) aus vernickeltem
Stahlblech. Die Trennwände (2,3) bilden gleichzeitig jeweils eine Wand der benachbarten
Zellen (4,5). In regelmäßigen Abständen sind die kleinen Auflageflächen (6) des Trapezprofils
der Trennwände (2,3), auf denen die Elektroden (7,8) aufliegen, mit kleinen muldenförmigen
Vertiefungen (9) versehen, die den Schäften der keramischen Distanzelemente (10,11)
Raum geben. Die Distanzelemente (10,11) von Anoden- (12) und Kathodenraum (13) sind
einander gegenüberliegend und mit denjenigen der anderen Zellen (4,5) fluchtend angeordnet.
Zwischen den Distanzelementen (10,11) ist das Diaphragma (14) eingeklemmt, so daß
zwischen dem Diaphragma (14) und den Elektroden (7,8) jeweils ein definierter Abstand
vorliegt.
1. Elektrolyseur mit geometrisch hintereinander geschalteten bipolaren Zellen, jeweils
bestehend aus zwei metallischen Trennwänden zu den angrenzenden Nachbarzellen mit
darauf aufliegenden federelastischen Elektroden und einem zwischen den Elektroden
angeordneten, aus einem nichtmetallischen Werkstoff bestehenden, durch im Kathoden-
und Anodenraum eingefügte Distanzelemente auf definiertem Abstand zu den Elektroden
gehaltenen Diaphragma, dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzelemente (10,11) unmittelbar
einander gegenüberliegend und mit den Distanzelementen der übrigen Zellen (4,5) fluchtend
angeordnet sind.
2. Elektrolyseur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ein regelmäßiges Profil
besitzenden Trennwände (2,3) vorzugsweise deckungsgleich hintereinander angeordnet
sind.
3. Elektrolyseur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwände (2,3) eben
sind und die vorzugsweise deckungsgleich hintereinander angeordneten Elektroden (7,8)
ein regelmäßiges Profil besitzen.
4. Elektrolyseur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwände (2,3) eben
sind und die ebenen Elektroden (7,8) auf mit den Trennwänden verbundenen stiftförmigen
oder leistenförmigen Elementen aufliegen.
5. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Distanzelemente (10,11) mit der Elektrode (7,8) verbunden sind.
6. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der von der Elektrode (7,8) und dem Diaphragma (14) gebildete Zwischenraum (12,13)
eine Breite von jeweils 0,3 bis 3,0 mm, vorzugweise jeweils 0,5 bis 3,0 mm, besitzt.
7. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (7,8) eine Dicke von 0,1 bis 0,4 mm und das Diaphragma (14) eine
Dicke von 0,2 bis 1 mm besitzen.
8. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Diaphragma (14) aus einem dünnen Nickelnetz als tragender Struktur mit darauf
aufgesinterten Schichten aus porösen keramischen Werkstoffen, wie beispielweise Nickeloxid,
besteht.
9. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Diaphragma (14) aus einer korrosionsbeständigen Kunststoffolie besteht.
10. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektrode (7,8) aus einer Nickelträgerschicht und einer diaphragmaseitig durch
Kaltwalzplattieren einer Pulvermischung aus Carbonyl-Nickelpulver und Raney-Legierungspulver
damit verbundenen gesinterten und aktivierten Deckschicht besteht.
11. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (7,8) jeweils aus mehreren parallel zueinander angeordneten Streifen
bestehen und zwischen zwei benachbarten Streifen ein Spalt von wenigstens 1 % der
Elektrodenhöhe vorgesehen ist.
12. Elektrolyseur nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen horizontal
angeordnet sind.
13. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Trennwände (2,3) bzw. Elektroden im Querschnitt warzenförmig, wellenförmig,
trapezförmig, dreieckförmig oder rechteckförmig profiliert sind.
14. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Trennwände (2,3) und die Elektroden (7,8) durch Punktschweißung oder Nahtschweißung
miteinander verbunden sind.
15. Elektrolyseur nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwände
(2,3) und die Elektroden (7,8) aneinander gepreßt sind.
16. Elektrolyseur nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß mit den Elektroden (7,8) oder dem Diaphragma (14) zusätzliche Abstandhalter verbunden
sind, deren Dicke kleiner als der Abstand des Diaphragmas zu den Elektroden ist.