(19)
(11) EP 0 457 289 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.03.1995  Patentblatt  1995/11

(21) Anmeldenummer: 91107833.5

(22) Anmeldetag:  15.05.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F24F 7/10, F24F 13/068, F24F 5/00

(54)

Klimasystem für Mehrraumgebäude

Air conditioning system for multiple room buildings

Système de conditionnement pour bâtiments à plusieurs chambres


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 16.05.1990 DE 4015665

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
21.11.1991  Patentblatt  1991/47

(73) Patentinhaber: SCHMIDT REUTER INGENIEURGESELLSCHAFT mbH & PARTNER KOMMANDITGESELLSCHAFT
D-50823 Köln (DE)

(72) Erfinder:
  • Radtke, Wolfgang
    W-5063 Steinenbrück (DE)
  • Soethout, Freddie
    W-5024 Pulheim-Dansweiler (DE)
  • Perrey,Gerhard
    W-5042 Erftstadt-Blessem (DE)

(74) Vertreter: Selting, Günther, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner Postfach 10 22 41
50462 Köln
50462 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 1 679 598
US-A- 2 781 557
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung eines Klimasystems in einem Mehrraumgebäude der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.

    [0002] Die Anforderungen an Klimaanlagen haben sich wesentlich erhöht, nachdem bekannt wurde, daß die üblichen Klimasysteme mit Nur-Luft-Kühlung zum Teil unbehagliche Raumluftgeschwindigkeiten ergeben, bei denen die Raumnutzer über fühlbare Luftbewegungen klagen. Es sind daher Systeme mit örtlicher Mischlüftung entwickelt worden, bei denen die Luftführung von unten nach oben erfolgt und durch entsprechende Luftverteilung dafür gesorgt wird, daß an den Arbeitsplätzen geringe Luftgeschwindigkeiten auftreten. Solche Mischlüftungen erfordern große Freiräume für die Anordnung der Bodenluftauslässe mit einer Mischzone über jedem Auslaß. Auch die Quellüftung mit nicht störender impulsarmer Luftzuführung am Boden ergibt geringe Raumluftgeschwindigkeiten, verlangt jedoch sehr große Klimaanlagen, wenn eine wirksame Kühlung erfolgen soll. Dies liegt an den hohen Einblastemperaturen, die erforderlich sind, weil eine Mischung mit warmer Raumluft nicht erfolgt.

    [0003] In dem Bestreben überschüssige Wärme, die durch Sonneneinstrahlung, durch Personen, durch elektrische Geräte u.dgl. in einem Raum entsteht, ohne wesentliche Luftbewegungen abzuführen, sind wassergekühlte Kühldecken entwickelt worden. Dabei wird auf die Zuführung von Frischluft und Kühlung verzichtet und die Lüftung wird durch Öffnen der Fenster vorgenommen. Derartige Kühldecken führen die überschüssige Raumwärme vorwiegend durch Strahlungsabsorption ab. Sie haben jedoch den Nachteil einer erhöhten Schwitzwassergefahr und einer verstärkten Verschmutzung der Raumdecke, wenn im Raum hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Daher sind aufwendige Schutzmaßnahmen zur Begrenzung der Schwitzwasserbildung erforderlich.

    [0004] DE-OS 19 41 819 beschreibt ein Verfahren zum Klimatisieren und Belüften von Räumen, bei dem geheizte oder gekühlte Luft durch die Raumdecke, den Raumboden oder die Wände hindurch geleitet wird, um diese Wandbereiche zu heizen oder zu kühlen, und anschließend in den Raum eingeleitet wird. Dieses Klimatisierungssystem bewirkt, je nach Bedarfsfall, entweder die Heizung oder die Kühlung und deckt zusätzlich den erforderlichen Lüftungsbedarf. Obwohl die Luft mit relativ niedriger Geschwindigkeit in den Raum geblasen werden soll, sind unangenehme Zugerscheinungen unausweichlich, weil beispielsweise Warmluft, die durch einen Deckeneinlaß in den Raum geleitet wird, eine höhere Strömungsgeschwindigkeit benötigt, um sich auch unten im Raum zu verteilen und nicht im Deckenbereich zu verharren.

    [0005] Aus DE-OS 16 79 598 ist eine Deckenplatte mit Belüftungskammern bekannt, die an der Unterseite in langgestreckte Austrittsöffnungen münden. Die Belüftungskammer weist einen Zuführungsraum auf, aus dem die Frischluft in langgestreckte Austrittsöffnungen geleitet werden, aus denen sie aus der Belüftungskammer austritt. Die Austrittsöffnungen sind gegenüber den Zuführöffnungen versetzt angeordnet, um eine gleichmäßige Luftverteilung zu erreichen. Außerdem sind an den Austrittsöffnungen verstellbare Drosselanordnungen vorgesehen. Auch hierbei treten je nach Luftbedarf Zugerscheinungen auf.

    [0006] DE-PS 475 081 beschreibt einen in die Wand eingebauten Lüfter, der Abluft nach außen leitet und gleichzeitig Frischluft ansaugt und in das Gebäude einleitet. Der Lufteinlaß ist durch verstellbare Klappen einstellbar.

    [0007] Der DE-Sonderdruck aus CCI 3/789: Schmidt "Schwerkraftkühlung nach dem Fallstromprinzip, Entkopplung von Wasser- und Luftsystemen" beschreibt ein Raumkühlungssystem unter Verzicht auf Kühllufteinblasung. Für die Gebäudekühlung wird Wasser benutzt, das die Luft mit einem unter der Decke installierten Rippenrohr-Kühlkörper kühlt. Die kühle Luft fällt durch einen senkrechten Schacht bis zum Fußboden ab und quillt an den gewünschten Stellen aus. Dadurch wird eine Wandkühlung mit gleichzeitigem Frischlufteinlaß erreicht. In den Schächten sinkt die Kühlluft unter Schwerkrafteinfluß ab. Der Einsatz von Kühlschächten an den Wänden erfordert einen zusätzlichen baulichen Aufwand.

    [0008] In der DE-Z HLH Bd. 39 (1988) Nr. 4-April, S. 173-181 ist eine Raumkühlung mit impulsarmer Luftzufuhr durch Quellüftung beschrieben. Bei Quellüftung tritt Luft impulsarm in Bodennähe in den Raum ein, wo sie durch Wärmequellen erwärmt wird und aufsteigt. Dies erfordert Quelluftauslässe in Bodennähe.

    [0009] Eine Anordnung eines Klimasystems in einem Mehrraumgebäude, von der der Oberbegriff des Patentanspruches 1 ausgeht, ist bekannt aus US-A-2 781 557. Bei dieser Anordnung wird dem Deckenhohlraum an einer Seite Frischluft zugeführt. Der Deckenhohlraum ist nach unten durch eine dicke Akustikplatte von dem zu belüftenden Raum getrennt, die selbsttragend ist. Gemäß einer ersten Variante weist der Deckenhohlraum Quelluftauslässe an den Seitenwänden des Raumes auf, wobei aus den Quellluftauslässen Frischluft längs der Seitenwände in den Raum hinein absinkt. Gemäß weiterer Varianten sind solche Quelluftauslässe nicht vorhanden. Statt dessen sind die Deckenplatten mit Löchern oder Schlitzen versehen, durch die hindurch Frischluft in den Raum gelangt. In jedem Fall bestehen die Deckenplatten aus selbsttragenden Akustikplatten, die einen hohen Wärmewiderstand aufweisen. Sofern von der Decke eine Kühlwirkung ausgeht, wird diese ausschließlich durch aus der Decke austretende Luftströmungen erreicht. Diese Decke löst sowohl die Heiz- als auch die Kühlaufgabe, so daß es im Winter nicht möglich ist, im oberen Bereich des Raumes kühlere Temperaturen zu haben als im unteren Bereich.

    [0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung eines Klimasystems der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art zu schaffen, die eine Heizung, Kühlung und Belüftung ohne störende Luftbewegungen mit geringem Aufwand ermöglicht.

    [0011] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen.

    [0012] Bei der erfindungsgemäßen Anordnung eines Klimasystems ist für die Heizung ein übliches Heizkörpersystem vorgesehen. Für die Wärmeabführung, d.h. Kühlung, wird eine luftgekühlte Kühldecke benutzt. Die Kühlluft tritt aus dieser Kühldecke an den Raumwänden aus, und zwar derart, daß die Kühlluft unter Schwerkraftwirkung an den Raumwänden absinkt. An den Raumwänden werden also keine turbulenten Impulsströmungen erzeugt, sondern es entsteht ein etwa 2 bis 5 cm starker Kaltluftschleier, der sich über die gesamte Höhe der jeweiligen Raumwand erstreckt. Dadurch, daß die Luft impulsarm zugeführt wird, sinkt der Kaltluftschleier in turbulenzarmer Strömung ab, ohne sich wesentlich mit der wärmeren Raumluft zu vermischen. Die luftgekühlte Kühldecke bewirkt somit gleichzeitig eine Kühlung mindestens einer Raumwand. Die Wärme wird aus dem Raum vorwiegend durch Strahlungsabsorption zur Kühldecke und zu der gekühlten Raumwand hin abgeführt. Die absinkende Luft wird durch die Raumwand zunehmend erwärmt. Dadurch wird verhindert, daß die Luft mit immer größerer Geschwindigkeit absinkt. Die Erwärmung durch die Raumwand bewirkt eine Bremsung des absinkenden Kaltluftschleiers, der auf diese Weise ohne Zugerscheinungen bis in den Bodenbereich gelangt und dort einen relativ ruhigen, kühlen Frischluftsee bildet.

    [0013] Die Austrittsgeschwindigkeit, mit der die Luft aus den wandnahen Quelluftauslässen austritt, beträgt etwa 0,2 bis 0,5 m/s und liegt in jedem Fall unterhalb von 0,5 m/s, so daß eine impulsarme Lufteinleitung in den Raum erfolgt.

    [0014] Bei dem erfindungsgemäßen Klimasystem erfolgt die Trennung der Heizaufgabe von der Kühlaufgabe. Zur Lösung der Kühlaufgabe wird ausschließlich Kaltluft benutzt, wodurch gleichzeitig die Raumlüftung erfolgt. Die Kaltluft wird vor dem Einleiten in die Kühldecke gefiltert bzw. gereinigt und erforderlichenfalls getrocknet. Auf diese Weise bleibt die Kühldecke sauber und die zugeführte Kühlluft ist für Lüftungszwecke geeignet. Infolge der mit extrem niedrigen Austrittsgeschwindigkeit an der Wand herabsinkenden Kühlluft herrscht im Bereich der Personen nur die Geschwindigkeit der über Personen und Arbeitsplätzen infolge Erwärmung aufsteigenden Luft. Deshalb ist eine Störung der Personen durch von oben herabfallende Kaltluft ausgeschlossen.

    [0015] Bei dem erfindungsgemäßen Klimasystem erfolgt eine Kühlung der Raumwände von außen entlang der Wandoberflächen durch die Kühlluft. Die Wände sind nicht im Inneren von Kühlluft durchströmt. Das Klimasystem setzt voraus, daß das Gebäude in mehrere Räume unterteilt, also in Zellenbauweise ausgeführt ist, im Gegensatz zu Großraumbüros.

    [0016] Der Zuluftvolumenstrom an den Oberkanten der Raumtrennwände sollte etwa mit 10 bis 40 m³/h pro laufendem Meter Wandlänge zugeführt werden, vorzugsweise mit 15 bis 20 m³/h. Der Zuluftauslaß bzw. Quelluftauslaß ist maximal 5 cm breit und unmittelbar an die Wand angrenzend angeordnet.

    [0017] Vorzugsweise sind zwei gleiche Quelluftauslässe an jeweils gegenüberliegenden Wänden angeordnet. Dadurch wird die Bildung von Luftwalzen, die innerhalb der Räume zirkulieren, verhindert.

    [0018] Der Luftauslaß besitzt zweckmäßigerweise einen Laminarisator, durch den Turbulenzen und örtliche Geschwindigkeitsspitzen vermieden werden, damit eine starke Injektion von Raumluft verhindert bzw. reduziert wird. Dadurch wird erreicht, daß keine wesentliche Einmischung von Raumluft, die im Deckenbereich besonders verschmutzt ist, in die absinkende Kaltluft erfolgt. Die Kaltluft strömt gleichmäßig über die wesentlichen Wandflächen, wobei Wandreibung und zunehmende Temperaturerhöhung eine Beschleunigung verhindern. Hierzu können rauhe Wandbeläge und Stoffbespannungen besonders vorteilhaft sein.

    [0019] Die Zuluft hat im Bodenbereich der Wand nahezu die Raumtemperatur angenommen. Sie breitet sich im Bodenbereich aus und wird durch Wärmequellen, wie z.B. Menschen und Büromaschinen, erwärmt und im verschmutzten Zustand zur Raumdecke abgeleitet. Die Abluft wird bevorzugt über den Personen, also über Kopfhöhe, im Deckenbereich abgesaugt und aus dem Raum geführt. Bei dieser Luftführung erfolgt im Personenbereich eine Luftströmung von unten nach oben.

    [0020] Durch die von den Raumwänden absorbierte Strahlungswärme wird die außerhalb des Aufenthaltsbereichs zugeführte Kaltluft so vorgewärmt, daß auf eine Mischung der Kaltluft mit warmer Raumluft verzichtet werden kann und dennoch im Fußbereich keine unangenehme Kühlung erfolgt.

    [0021] Die Kühldecke ist zugleich als akustische Decke ausgebildet. Eine solche schallabsorbierende Deckenkonstruktion ist bekannt aus EP 0 023 618 B1. Diese bekannte Deckenkonstruktion ist jedoch nicht als Kühldecke ausgebildet. Sie weist eine Lochplatte und eine damit fest verbundene mikroporöse Schicht mit einer Dicke von höchstens 5 mm und einem Strömungswiderstand zwischen 10 und 1000 g cm⁻² s⁻¹ auf. Durch das erfindungsgemäße Einblasen von Zuluft in den Luftführungsraum herrscht oberhalb der schallabsorbierenden luftdurchlässigen Wand ein Überdruck, wodurch geringe Luftmengen durch die Absorptionsschicht hindurch in den Raum einströmen. Durch diese Luftströmung wird über die Kühlung durch Wärmeleitung hinaus die Unterseite der Kühldecke durch die austretende Kaltluft gekühlt.

    [0022] Durch Einblasen gefilterter Zuluft in den Deckenhohlraum wird ein vorgewählter Überdruck aufgebaut, so daß eine geringe Menge sauberer Luft durch die Unterwand der Kühldecke strömt und diese sauberhält. In den Deckenhohlraum gelangt somit keine Luft, die den Deckenhohlraum verschmutzen könnte. Die akustischen Schwingungen der Schallabsorptionsschicht werden durch die ausströmende Luft überlagert, wodurch Schmutzansammlungen vermieden werden, ohne daß die schallabsorbierende Wirkung beeinträchtigt würde.

    [0023] Die Decken-Kühlflächen werden ausschließlich von getrockneter Zuluft berührt, die im Kühlgerät beim Abkühlen entfeuchtet wird. Da bei einem Ausfall der Lüftung auch die Kühlung unterbleibt, können Schwitzwasserschäden nicht auftreten.

    [0024] Ein besonderer Vorteil besteht darin, daß die Kühlluft sich nach dem Einleiten in die Kühldecke im Deckenhohlraum erwärmt, und daß dieses Maß der Erwärmung von der im Raum herrschenden Temperatur abhängt. Je nach Raumtemperatur erhöht oder erniedrigt sich die Temperatur, die die Kühlluft am Quelluftauslaß annimmt, so daß eine selbstregulierende Annäherung der Kühllufttemperatur an die Raumtemperatur erfolgt. Die Geschwindigkeit der an der Wand herabsinkenden Kühlluft wird deshalb auch im sehr warmen Raum nie zu hoch.

    [0025] Bei Bürogebäuden muß häufig die Raumgröße dem Verwendungszweck angepaßt werden, d.h. es müssen Raumtrennwände installiert oder versetzt werden. Um eine Anpassungsmöglichkeit an solche variierenden Verhältnisse zu schaffen, schlägt die Erfindung vor, Zuluftkanäle über denjenigen Stellen anzuordnen, an denen die Möglichkeit für das Errichten von Raumtrennwänden besteht. Wenn keine Raumtrennwand installiert ist, wird der Deckenhohlraum unterhalb des Zuluftkanals durch eine Platte an seiner Unterseite verschlossen, so daß aus dem Zuluftkanal Kaltluft nur in den Deckenhohlraum hinein antreten kann. Wird dagegen unter dem Zuluftkanal eine Raumtrennwand installiert, so verschließt diese die unteren Öffnungen des Zuluftkanals. Die Raumtrennwand ist schmaler als die Öffnung im Deckenhohlraum, so daß beidseitig der Raumtrennwand spaltförmige Quelluftauslässe entstehen, durch die Kaltluft, unmittelbar an die Raumwand angrenzend, in laminarem Strom antreten kann.

    [0026] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.

    [0027] Es zeigen:
    Fig. 1
    eine schematische Darstellung eines Raumes mit dem Klimasystem,
    Fig. 2
    zwei durch eine Trennwand voneinander getrennte klimatisierte Räume,
    Fig. 3
    einen Querschnitt durch die Kühldeckenkonstruktion,
    Fig. 4
    eine Draufsicht auf Fig. 3 aus Richtung des Pfeiles IV und
    Fig. 5
    in vergrößertem Maßstab einen Schnitt entlang der Linie V-V von Fig. 4.


    [0028] In Fig. 1 ist ein Raum dargestellt, der durch seitliche Wände 10 begrenzt ist und dessen Fußboden mit 11 bezeichnet ist. Der Raum hat Fenster 12. In der Nähe der Fensterwand sind Heizkörper 13 für die Raumheizung installiert.

    [0029] Nach oben ist der Raum durch eine Kühldecke 14 abgeschlossen, die nach oben von einer Rohbetondecke 15 und nach unten von einer abgehängten Decke 16 begrenzt ist. Zwischen der Rohbetondecke 15 und der Decke 16 befindet sich der Deckenhohlraum 17, der sich bei diesem Beispiel über die gesamte Raumfläche erstreckt. Dieser Deckenhohlraum 17 ist im wandnahen Bereich durch schallabsorbierende Wandteile 18 begrenzt, die von der abgehängten Decke 16 aufragen und nicht bis zur Rohbetondecke 15 reichen, so daß sie überströmt werden können.

    [0030] Über der Raummitte befindet sich im Deckenhohlraum 17 ein Kaltluftauslaß 19, dem gefilterte und getrocknete Kaltluft zugeführt wird. Die Kaltluft gelangt in den Deckenhohlraum 17, verteilt sich dort und kühlt die Decke 16. Danach gelangt die Kaltluft unmittelbar angrenzend an die Raumwände 10 zu den Quelluftauslässen 20, aus denen sie mit einer Austrittsgeschwindigkeit von 0,2 bis 0,5 m/s austritt. Die Kaltluft fällt aufgrund ihres gegenüber der Raumluft höheren spezifischen Gewichts entlang der Raumwände 10 ab und bildet dort einen maximal etwa 5 cm breiten Kaltluftschleier, der durch die Pfeile 21 bezeichnet ist. Die Kaltluft kühlt die Raumwände 10, die dadurch kälter werden als die Raumluft und Wärme aus dem Raum absorbieren. Die Kaltluft gelangt in turbulenzarmem Strom entlang der Raumwände bis in den Bodenbereich und bildet dort einen Frischluftsee 22. An Personen und Arbeitsplätzen erwärmt sich die Frischluft, um aufzusteigen. Dabei wird die Luft verunreinigt. Die aufgestiegene erwärmte Luft wird durch Abluftablässe 23, die über Kopfhöhe in Deckennähe angeordnet sind, abgesaugt und nach außen mit einem Kanal 24 abgeführt. Im Winter übernimmt ein Heizkörper 13 die Heizung, die infolge der kalten Fenster 12 erforderlich ist.

    [0031] Aus Fig. 1 erkennt man, daß durch die Kaltluft keine Luftströmungen in denjenigen Bereichen erzeugt werden, in denen sich Personen aufhalten. Die wesentlichen Luftströmungen im Raum werden durch aufsteigende Warmluft erzeugt. Die Kaltluft kühlt die abgehängte Decke 16 und die Raumwände 10, die dann ihrerseits Raumwärme absorbieren. Auf diese Weise wird verhindert, daß die Decke 16 und die Raumwände sich durch Sonnenstrahlung oder durch Wärmestrahlung von Geräten oder Personen aufheizen. Die Raumkühlung verursacht keine als störend empfundenen Zugerscheinungen.

    [0032] Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 2 wird nicht der gesamte Deckenhohlraum 17 von Kaltluft durchströmt, sondern in diesem Deckenhohlraum befinden sich Luftführungsräume 25, die nach unten hin durch Paneele 26 begrenzt sind, welche den Raumabschluß bilden. Quer zu den Luftführungsräumen 25 verlaufen Zuluftkanäle 27, die Luftauslässe aufweisen, welche in die Luftführungskanäle 25 hineinführen. Die Luftführungsräume 25 weisen an den Raumwänden Quelluftauslässe 20 auf.

    [0033] Wie Fig. 2 zeigt, ist das Gebäude in Raumzellen 28 aufgeteilt, die durch Zwischenwände 10a abgetrennt werden können. Die Zuluftkanäle 27 sind jeweils im Grenzbereich zwischen zwei Raumzellen 28 angeordnet. Wenn zwei Raumzellen nicht durch eine Trennwand abgetrennt sind, versorgt der diesen beiden Raumzellen zugeordnete Zuluftkanal beide Raumzellen mit Kaltluft, die sich in den angrenzenden Luftführungsräumen 25 nach beiden Seiten hin verteilt. Sind dagegen zwei Raumzellen 28 durch eine Zwischenwand 10a voneinander getrennt, so verschließt diese Zwischenwand 10a die Austrittsöffnungen des darüber befindlichen Zuluftkanals 27, so daß dieser Zuluftkanal unwirksam wird. Durch diese Zwischenwand wird auch der schalldichte Abschluß zwischen den Raumezellen 28 und Luftführungsräumen 25 bwirkt.

    [0034] Gemäß Fig. 3 sind die Zuluftkanäle 27 unmittelbar über den Luftführungsräumen 25 angeordnet und als Tragelemente der abgehängten Kühldecke 14 ausgebildet. Die Luftführungskanäle 27 sind unter der tragenden Betondecke 15 aufgehängt. Die Luftführungsräume 25 sind nach unten hin durch streifenförmige Paneele 26 begrenzt und nach oben hin durch schallabsorbierende oder schwingfähige dünne Platten 34, mit denen die Zuluftkanäle 27 abdichtend verbunden sind. Die Zuluftkanäle weisen an ihrer Unterseite Austrittsöffnungen 29 auf, die mit nach innen schräggestellten Leitblechen 30 versehen sind, welche von Austrittsöffnung zu Austrittsöffnung in entgegengesetzte Richtungen gerichtet sind, so daß eine der Austrittsöffnungen 29 gemäß Fig. 4 die Luft in den rechten angrenzenden Luftführungsraum 25 lenkt, während die benachbarte Austrittsöffnung Luft in den benachbarten linken Luftführungsraum lenkt. Dadurch entsteht eine Zirkulation der Kühlluft in den Luftführungsräumen 25, so daß die Temperaturen der Paneele 26 gleichmäßiger werden.

    [0035] Unter jedem Zuluftkanal 27 befindet sich eine Öffnung, die von den angrenzenden Paneelen 26 begrenzt wird. Jedes Paneel weist an dieser Öffnung eine nach oben gerichtete L-förmige Abkantung auf. Die Öffnungen 31 sind durch Platten 32 abdichtend verschlossen, welche in die Ebenen der Paneele 26 eingepaßt sind, sofern der zugehörige Zuluftkanal 27 zum Zuführen von Kaltluft in die Luftführungsräume benutzt wird.

    [0036] In Fig. 3 ist links ein Zuluftkanal 27 dargestellt, unter dem sich eine Zwischenwand 10a befindet. Die Zwischenwand 10a ragt in den für die Luftführungskanäle 25 bestimmten Raum hinein und schließt sich unmittelbar an die Unterseite des Zuluftkanals 27 an, wobei dessen Öffnungen 29 durch die Oberseite der Wand verschlossen werden. Da die Stärke der Zwischenwand 10a geringer ist als die Breite der Öffnung 31 und da diese Öffnung nicht durch eine Platte 32 verschlossen ist, werden seitlich von der Zwischenwand 10a zwei Quelluftauslässe 20 gebildet, aus denen die Kaltluft austreten und an der Zwischenwand 10a entlang abfallen kann. In die schlitzförmigen Quelluftauslässe 20 sind Laminarisatoren 35 eingesetzt.

    [0037] Abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel kann die Zwischenwand 10a auch seitlich versetzt von dem Zuluftkanal 27 angeordnet sein und sich durch einen Öffnung 31 hindurch bis zur Betondecke 15 erstrecken.

    [0038] In Fig. 5 ist die Ausbildung eines Paneels 26 dargestellt. Das Paneel 26 ist luftdurchlässig und als Schallabsorptionselement ausgebildet. Es weist eine Lochwand 33 und eine darunter (oder darauf) fest angebrachte mikroporöse Schicht 36 mit einer Dicke von höchstens 5 mm gemäß EP 0 023 618 B1 auf. Während die dünne Platte 34 luftundurchlässig ist, ist das Paneel 26 luftdurchlässig, wobei der Luftwiderstand so gewählt ist, daß etwa 10 bis maximal 50 % der Kaltluft durch das Paneel 26 hindurchgeht, während die Kaltluft im übrigen durch die Quelluftauslässe 20 hindurch austritt. Die Paneele 26 bewirken eine Schallabsorption, wobei der hindurchgehende Schall durch die dahinter angeordnete schallabsorbierende oder schwingfähige Platte 34 und den Deckenhohlraum 17 eliminiert wird. Der Luftführungsraum mit dem Paneel 26 und der darüber angeordneten Platte 34 bildet einen Resonator-Absorber. Infolge der Druckdifferenz am Paneel 26 wird dieses Paneel von Schmutzablagerungen, die bei rein akustischen Schwingungen auftreten können, freigehalten.


    Ansprüche

    1. Anordnung eines Klimasystems in einem Mehrraumgebäude, mit einer luftdurchströmten Decke (14), die angrenzend an mindestens eine Raumwand (10,10a) einen Quelluftauslaß (20) aufweist, aus dem die Kühlluft mit so geringer Geschwindigkeit ausströmt, daß sie unter Schwerkraftwirkung einen Kühlvorhang vor der Wand (10,10a) bildet,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß in den Räumen Heizkörper (13) vorgesehen sind, daß die Decke als Kühldecke (14) ausgebildet ist und nach unten hin luftdurchlässig ist und maximal 50 % der Kühlluft durchläßt, während der Rest zu den Quelluftauslässen (20) gelangt, und daß die Kühldecke (14) eine Lochwand (33) und eine damit fest verbundene luftdurchlässige akustische Dämmschicht (36) von maximal 5 mm Stärke aufweist.
     
    2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühldekke doppelwandig ist und über einem Luftführungsraum (25) eine schwingfähige dünne Oberwand (Platten 34) aufweist.
     
    3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Abluftauslaß (23) über Kopfhöhe an einer Raumwand oder innerhalb der Gebäudedecke vorgesehen ist.
     
    4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühldecke Zuluftkanäle (27) enthält, die mit hierzu querverlaufenden Luftführungsräumen (25) in Verbindung stehen.
     
    5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftführungsräume (25) nach unten durch Paneele (26) begrenzt sind, welche im Rastermaß einer Raumzellenstruktur des Gebäudes durch abnehmbare Platten (32) ergänzt sind.
     
    6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in für die Platten (32) vorgesehene Spalte (31) anstelle der Platten (32) Zwischenwände (10a) einsetzbar sind, welche schmaler sind als die Platten (32), so daß zwischen den Paneelen (26) und einer Zwischenwand (10a) beidseitig dieser Zwischenwand Quelluftauslässe (20) gebildet werden.
     
    7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Spalte (31) für die Platten (32) unter den Zuluftkanälen (27) angeordnet sind und daß die Zwischenwände (10a) sich jeweils in der Höhe bis zu dem Zuluftkanal (27) erstrecken und dessen Öffnungen (29) verschließen.
     
    8. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Spalte (31) für die Platten (32) gegenüber den Zuluftkanälen (27) seitlich versetzt sind und daß die Zwischenwände durch die Spalte (31) hindurch bis zur tragenden Gebäudedecke (15) reichen.
     
    9. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuluftkanäle (27) an ihren Unterseiten Öffnungen (29) aufweisen, die mit den Luftführungsräumen (25) in Verbindung stehen.
     
    10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß an den Öffnungen (29) Luftleitelemente (30) vorgesehen sind, die bei benachbarten Öffnungen in entgegengesetzte Richtungen weisen.
     


    Claims

    1. An assembly of an air-conditioning system in a building having a plurality of rooms, comprising a ceiling (14) which has air flowing therethrough and, adjacent to at least one wall (10,10a) of a room, is provided with a displacement air outlet (20) emitting cooling air at such a low speed that said cooling air under the effect of gravity produces a cooling curtain in front of said wall (10,10a),
    characterized in
    that radiators (13) are provided in said rooms, that said ceiling is provided as a cooling ceiling (14) and is air-permeable in downward direction and allows passage of at least 50 % of said cooling air while the rest passes to said displacement air outlets (20), and that said cooling ceiling (14) comprises a perforated wall (33) and an air-permeable acoustically insulating layer (36) of a maximum thickness of 5 mm which is fixedly connected to said perforated wall (33).
     
    2. The assembly according to claim 1, characterized in that said cooling ceiling is double-walled and, above an air-guiding chamber (25), is provided with a thin upper wall (plates 34) able to vibrate.
     
    3. The assembly according to claim 1 or 2, characterized in that at least one exhaust air outlet (23) is arranged above head level on a wall of a room or within the ceiling of the building.
     
    4. The assembly according to any one of claims 1 to 3, characterized in that said cooling ceiling comprises supply air channels (27) connected to air-guiding chambers (25) extending transversely thereto.
     
    5. The assembly according to claim 4, characterized in that said air-guiding chambers (25) are limited in downward direction by panels (26) which, in accordance with the modular dimension of a room partitioning structure of the building, are supplemented by removable plates (32).
     
    6. The assembly according to claim 5, characterized in that gaps (31), provided for said plates (32), are adapted to have partition walls (10a) inserted therein instead of said plates (32), which partition walls (10a) are of a narrower width than said plates (32) to form displacement air outlets (20) between said panels (26) and a partition wall (10a) on both sides of said partition wall.
     
    7. The assembly according to claim 6, characterized in that said gaps (31) for said plates (32) are arranged below said supply air channels (27), and that each of said partition walls (10a) extends up to the height of said supply air channel (27) and closes the openings (29) thereof.
     
    8. The assembly according to claim 6, characterized in that said gaps (31) for said plates (32) are laterally offset relative to said supply air channels (27), and that said partition walls extend through said gaps (31) up to the structural ceiling (15) of the building.
     
    9. The assembly according to claim 4, characterized in that said supply air channels (27) have their lower sides provided with openings (29) connected to said air-guiding chambers (25).
     
    10. The assembly according to claim 9, characterized in that said openings (29) have air guiding elements (30) provided thereon, which in adjacent openings are oriented in opposite directions.
     


    Revendications

    1. Arrangement d'un système de conditionnement d'air dans un bâtiment à plusieurs pièces, avec un plafond (14) traversé par de l'air qui présente, adjacente au voisinage d'au moins une cloison (10, 10a), une sortie d'air provenant d'une source (20) de laquelle sort l'air froid à une vitesse si faible qu'il se forme, sous l'effet de la gravité, un rideau froid devant la cloison (10, 10a), caractérisé par le fait que dans les chambres sont prévus des éléments de chauffage (13), que le plafond se présente sous forme de plafond froid (14) et qu'il est perméable à l'air vers le bas et laisse passer au maximum 50% de l'air froid, tandis que le reste arrive aux sorties d'air provenant d'une source (20) et que le plafond froid (14) présente une paroi perforée (33) et une couche d'isolation acoustique (36) perméable à l'air, solidaire de cette dernière, d'une épaisseur de maximum 5 mm.
     
    2. Arrangement selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le plafond froid est à double paroi et présente, au-dessus d'un espace de guidage d'air (25), une mince paroi supérieure apte à osciller (plaques 34).
     
    3. Arrangement selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'il est prévu au moins une sortie d'air usé (23) au-dessus de la hauteur de tête, dans une cloison ou dans le plafond du bâtiment.
     
    4. Arrangement selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait que le plafond froid comporte des canaux d'amenée d'air (27) qui communiquent avec des espaces de guidage d'air (25), s'étendant transversalement à ces derniers.
     
    5. Arrangement selon la revendication 4, caractérisé par le fait que les espaces de guidage d'air (25) sont délimités vers le bas par des panneaux (26) qui sont complétés, dans le cadre d'une structure cellulaire du bâtiment, par des plaques amovibles (32).
     
    6. Arrangement selon la revendication 5, caractérisé par le fait que dans des ouvertures (31) prévues pour les plaques (32) peuvent être insérées, au lieu des plaques (32), des cloisons (10a) qui sont plus étroites que les plaques (32), de sorte qu'il est créé, entre les panneaux (26) et une cloison (10a), de part et d'autre de cette cloison, des sorties d'air provenant d'une source (20).
     
    7. Arrangement selon la revendication 6, caractérisé par le fait que les ouvertures (31) pour les plaques (32) sont disposées sous les canaux d'amenée d'air (27) et que les cloisons (10a) s'étendent, chacune, en hauteur jusqu'au canal d'amenée d'air (27) et obturent ses ouvertures (29).
     
    8. Arrangement selon la revendication 6, caractérisé par le fait que les ouvertures (31) pour les plaques (32) sont décalées latéralement par rapport aux canaux d'amenée d'air (27) et que les cloisons arrivent, à travers les ouverures (31) jusqu'au plafond portant (15) du bâtiment.
     
    9. Arrangement selon la revendication 4, caractérisé par le fait que les canaux d'amenée d'air (27) présentent, sur leurs faces inférieures, des ouvertures (29) qui communiquent avec les espaces de guidage d'air (25).
     
    10. Arrangement selon la revendication 9, caractérisé par le fait qu'aux ouvertures (29) sont prévus des éléments déflecteurs d'air (30) qui sont orientés, pour des ouvertures adjacentes, dans des directions opposées.
     




    Zeichnung