[0001] Die Erfindung betrifft ein hydraulisch gedämpftes Gummilager in Kombination mit einem
Kolbenmotor nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Ein solche Gegenstand ist aus der DE-A-36 19 685 bekannt. Bei dem Gummilager läßt
sich die Wirklänge der Leitung dabei durch Betätigung eines Ventils beliebig vergrößern
und verkleinern, um eine auf Resonanzeffekten beruhende Dämpfungswirkung in einem
möglichst breiten Frequenzbereich zu erzielen. In Bezug auf die Isolierung von Schwingungen,
die bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl des durch das Lager abgestützten Kolbenmotors
auftreten, ist das wenig befriedigend insofern, als sich derartige Schwingungen störend
in der Karosserie bemerkbar machen.
[0003] Aus der US-A-4,858,899 ist ebenfalls ein hydraulisch dämpfendes Gummilager in Kombination
mit einem Kolbenmotor bekannt, wobei eine der Verbindungsöffnungen des Gummilagers
bedarfsweise durch ein Ventil verschließbar ist. Eine Betätigung des Ventils und somit
eine Veränderung der Federrate erfolgt in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit des
Fahrzeugs und von der Größe der durch die Fahrbahnoberfläche eingeleiteten Schwingungsamplituden.
Bei hohen Geschwindigkeiten des Fahrzeugs ist es vorgesehen, daß einer der Durchgänge
zwischen den beiden flüssigkeitsgefüllten Kammern durch das Ventil verschlossen ist.
Wird das Fahrzeug dagegen mit relativ verringerter Geschwindigkeit über eine unebene
Fahrbahn bewegt, wird das Ventil innerhalb des Durchgangs zwischen den beiden flüssigkeitsgefüllten
Kammern geöffnet um ein komfortableres Abrollen des Fahrzeugs zu gewährleisten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Gegenstand gemäß oberbegriff des Anspruchs
1 derart weiterzuentwickeln, daß sich bei guter Dämpfung der fahrbahnerregten, niederfrequenten
Schwingungen eine gute Isolierung von Schwingungen ergibt, die von dem Kolbenmotor
bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl ausgehen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Auf
vorteilhafte Ausgestaltungen nehmen die Unteransprüche Bezug.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Gegenstand ist es vorgesehen, daß bei dem Gummilager der
kanalartige Durchgang bei Drehzahlen des Kolbenmotors oberhalb der Leerlaufdrehzahl
durch das Ventil verschlossen ist und daß der kanalartige Durchgang so groß dimensioniert
und mit der Blähelastizität der Begrenzungswände abgestimmt ist, daß, wenn das Ventil
geöffnet ist mit Erreichen der Leerlaufdrehzahl des Kolbenmotors die von dem Durchgang
umschlossene Flüssigkeitsmasse in eine gleichphasig mit dem Kolbenmotor schwingende
Relativbewegung mit einer Amplitude gelangt, die größer ist als die Amplitude der
Bewegung des Kolbenmotors, multipliziert mit dem Verhältnis aus dem kolbenartig wirksamen
Verdrängungsquerschnitt der Begrenzungswände und den Querschnitt des kanalartigen
Durchgangs, wobei der kolbenartig wirksame Verdrängungsquerschnitt demjenigen Flächenbestandteil
der Begrenzungswände entspricht, der beim Ein- oder Ausfedern des Gummilagers kolbenartig
wirksam ist.
[0007] Der Betrag der dynamischen Steifigkeit des Gummilagers ist hierdurch bei Erreichen
der Leerlaufdrehzahl kleiner als bei Motorstillstand, wodurch die von dem Kolbenmotor
bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl ausgehenden Schüttelbewegungen in ausgezeichneter
Weise isoliert werden. Resonanzüberhöhte Schwingungsausschläge des Motors sind bei
Erreichen dieses Betriebszustandes nicht zu befürchten. Die Betriebssicherheit ist
daher in keiner Weise gefährdet. Der Verdrängungsquerschnitt bezeichnet in diesem
Zusammenhang denjenigen Flächenbestandteil des Federelementes, der bei einer Ein-
oder Ausfederung des Auflagers kolbenartig wirksam ist.
[0008] Aus einem Fachaufsatz von Spurk/Andrä, "Theorie des Hydrolagers", veröffentlicht
in Automobilindustrie 5/85, Bild 3, Seite 554 ist es bekannt, daß die dynamische Steifigkeit
bei hydraulisch gedämpften Gummilagern der vorstehend zur Diskussion stehenden Art
unterhalb der Resonanzfrequenz der in der Leitung enthaltenen Flüssigkeitsmasse eine
Absenkung erfährt. Die Ausnutzung dieses Effektes für die Erzielung einer guten Isolierung
des Leerlaufschüttelns wird in dem genannten Aufsatz nicht erwähnt.
[0009] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es nunmehr vorgesehen, diesen Effekt in
gezielter Weise auszunutzen und die Abstimmung so vorzunehmen, daß sich bei Erreichen
der Leerlaufdrehzahl des abgestützten Kolbenmotors eine größtmögliche Weichheit des
den Kolbenmotor abstützenden Gummilagers ergibt.
[0010] In konstruktiver Hinsicht ist es gleichgültig, ob das Ventil in dem Arbeits-, in
dem Ausgleichsraum oder einer Zwischenzone angeordnet ist weil sich hiervon unabhängig
bei einer Betätigung stets eine Blockierung des kanalartigen Durchgangs ergibt.
[0011] Der Durchgang sollte einen Durchtrittsquerschnitt haben, der wenigstens 100 mm² umfaßt.
Hierzu ist anzumerken, daß die Massenwirkung des Durchgangs durch die Formel
charakterisiert ist. ζ o bedeutet hierin die Dichte der in dem Durchgang enthaltenen
Flüssigkeit, L die Länge des Durchgangs und A den Querschnitt des Durchgangs. In Verbindung
mit der Blähelastizität der Wandungen der Arbeitsräume und dessen hydraulischem Verdrängungsquerschnitt
ist es somit grundsätzlich möglich, eine gleichwertig erscheinende Abstimmung auf
eine bestimmte Frequenz unter Verwendung einer Leitung von großer Länge und großem
Querschnitt vorzunehmen oder von kleiner Länge und kleinem Querschnitt. Im Rahmen
der vorliegenden Erfindung gelangt bevorzugt ein kanalartiger Durchgang zur Anwendung,
der einen Querschnitt aufweist, welcher so groß ist, wie unter konstruktiven Gesichtspunkten
irgend möglich. Hierdurch werden bei Einleitung von Schwingungen in das Gummilager
im Vergleich zu üblichen Gummilagern erheblich vergrößerte Flüssigkeitsmassen mit
vergleichsweise verminderter Geschwindigkeit hin- und herverlagert, was eine Absenkung
der dynamischen Federsteifigkeit bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl bedingt. Unter
diesem Gesichtspunkt hat es sich als zweckmäßig bewährt, wenn der Durchgang einen
Querschnitt aufweist, der wenigstens 100 mm² umfaßt. Bei Drehzahlen oberhalb der Leerlaufdrehzahl
ist der Durchgang durch ein Ventil verschlossen und nicht aktiv. Für die Flüssigkeitsbewegung
zwischen den Arbeitsräumen steht nur die parallel geschaltete Verbindungsöffnung zur
Verfügung. Diese ist bei kanalartiger Ausbildung zweckmäßig ebenfalls so groß wie
möglich dimensioniert, was aus den angegebenen Gründen eine gute Dämpfung von resonanzüberhöhten
Schwingungsausschlägen des Motors ermöglicht.
[0012] Das Entlastungsventil sollte einen Querschnitt haben, der wenigstens so groß ist
wie der Querschnitt des Durchgangs. Es vermag bei einer solchen Ausbildung die Relativbewegung
der gegebenenfalls durchtretenden Flüssigkeitsbestandteile nicht zusätzlich zu hemmen.
[0013] Das Gummilager kann hinsichtlich seines äußeren Aufbaus an die Form der üblichen
Hydrolager angelehnt sein. Bei diesen sind die beiden Arbeitsräume durch eine im wesentlichen
eben ausgebildete Trennwand voneinander getrennt und durch Gummiwandungen nach außen
abgeschlossen, von denen wenigstens die eine hohlkegelig gestaltet ist. Der Durchgang
ist hierbei zumeist von Bestandteilen der Trennwand umschlossen.
[0014] Bei Ausführungen, bei denen beide Arbeitsräume durch Aussparungen eines einzigen
Gummikörpers gebildet sind, der in dem radialen Zwischenraum zwischen zwei einander
umschließenden Stützhülsen angeordnet ist, hat es sich demgegenüber als vorteilhaft
bewährt, wenn der Durchgang zumindest teilweise durch eine Ausnehmung der äußeren
Stützhülse gebildet ist. Dem vorliegend zum Tragen kommenden Wunsch nach einem großen
Querschnitt und einer großen Länge des Durchgangs läßt sich hierdurch am besten entsprechen.
Eine solche Ausnehmung kann zumindest einen Abschnitt aufweisen, der sich im wesentlichen
in Umfangsrichtung erstreckt. Zusätzlich oder alternativ kann die Ausnehmung zumindest
einen Abschnitt aufweisen, der sich im wesentlichen in Längsrichtung der Stützhülse
erstreckt.
[0015] Das Ventil wird so betätigt, daß der Durchgang nur bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl
des Kolbenmotors freigegeben ist. Bei anderen Betriebszuständen des Kolbenmotors ist
die Dämpfungsöffnung demgegenüber verschlossen und für die schwingungsbedingte Hin-
und Herbewegung von Flüssigkeitsbestandteilen zwischen den beiden Arbeitsräumen steht
lediglich die zum Durchgang parallel geschaltete Verbindungsöffnung zur Verfügung.
Diese ist so dimensioniert, daß Resonanzbewegungen des abgestützten Kolbenmotors bei
guter Isolierung akustisch störender Schwingungen weitestgehend unterdrückt werden.
Blenden und kanalartige Ausbildungsformen sind möglich. Sie können die eigentliche
Dämpfungsöffnung in konstruktiver Hinsicht ergänzen oder separat von dieser angebracht
sein.
[0016] Der Gegenstand der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung verdeutlicht.
Es zeigen:
- Figur 1
- Ein Diagramm, in welchem die dynamische Steifigkeit über der Frequenz aufgetragen
ist.
- Figuren 2 bis 4
- Einige beispielhafte Ausführungen des Gummilagers in quergeschnittener Darstellung.
- Figur 5
- Eine beispielhafte Ausführung eines Einbauteiles, welches in einem Gummilager von
zylindrischem Außenumriß zur Anwendung gelangen kann.
- Figur 6
- Eine beispielhafte Ausführung eines Gummilagers in längsgeschnittener Darstellung.
[0017] In dem in Figur 1 gezeigten Diagramm ist die dynamische Steifigkeit aufgetragen über
der Frequenz der unter normalen Betriebsbedingungen eines Kolbenmotors eingeleiteten
Schwingungen. Das Diagramm weist zwei Kurvenverläufe auf. Der linke Kurvenverlauf
zeigt das Verhalten des Gummilagers bei geschlossenem Ventil. Dabei ergibt sich im
Bereich der Stuckerfrequenzen ein steifes, dämpfendes System. Durch Öffnen des Ventils
läßt sich die Kurve soweit zu höheren Frequenzen verschieben, daß das Minimum der
Steifigkeit mit der Erregerfrequenz des Systems im Leerlaufzustand des abgestützten
Kolbenmotors zusammenfällt. Das Gummilager weist hierdurch eine besonders große Nachgiebigkeit
und Weichheit bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl auf, wodurch eine optimale Entkopplung
der Leerlaufschüttelbewegungen des Kolbenmotors erreicht wird.
[0018] Das in Figur 2 gezeigte Gummilager ist hinsichtlich seiner äußeren Gestalt an die
Bauform der Buchsenlager angepaßt. Es umfaßt ein Innenteil 9 und ein Außenteil 8 aus
metallischem Werkstoff, die einander koaxial umschließen und dem Anschluß der aufeinander
abzustützenden, in einer Relativbewegung befindlichen Maschinenteile dienen. Das Innenteil
9 und das Außenteil 8 sind durch einen Tragkörper 4 aus gummielastischem Werkstoff
und mit einander verbunden. Der Tragkörper 4 füllt den gesamten Zwischenraum zwischen
dem Innenteil 9 und dem Außenteil 8 aus, mit Ausnahme der im Inneren angeordneten
und nach außen abgeschlossenen Arbeitsräume 1, 2, die mit einer hydraulischen Flüssigkeit
gefüllt sind und durch eine Verbindungsöffnung 5 sowie einen kanalartigen Durchgang
6 in flüssigkeitsleitender Verbindung stehen. Das Gummilager ist für die Abstützung
eines Kolbenmotors bestimmt. Dieser weist einen Sensor auf, der bei Erreichen der
Leerlaufdrehzahl ein Signal abgibt. Das Signal wird einem Ventil 7 zugeführt, welches
den Durchgang 6 bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl freigibt. Bei anderen Betriebszuständen
ist der Durchgang 6 demgegenüber verschlossen.
[0019] Das Gummilager ist während seiner bestimmungsgemäßen Verwendung so eingebaut, daß
die Arbeitsräume 1, 2 in Richtung der bestimmungsgemäß aufzunehmenden Schwingungen
hintereinanderliegend angeordnet sind. Die Richtung ist durch einen Doppelpfeil angedeutet.
[0020] Zur Funktion ist folgendes auszuführen:
Bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl des abgestützten Kolbenmotors wird das Ventil 7
geöffnet und die Arbeitsräume 1, 2 stehen sowohl durch die Verbindungsöffnung 5 als
auch durch den Durchgang 6 in einer flüssigkeitsleitenden Verbindung. Die Arbeitsräume
1, 2 sind im Bereich der sich quer zur Achse des Innenteiles 9 und des Außenteiles
8 erstreckenden Stirnseite durch dünne Wandungen begrenzt, welche Bestandteile des
gummielastischen Tragkörpers 4 bilden und blähelastisch sind. Die Wandungen erfahren
dementsprechend bei Einleitung der betriebsbedingt aufzunehmenden Schwingungen abwechselnd
eine elastische Aufblähung, was zur Folge hat, daß die in der Verbindungsöffnung 5
und die in dem Durchgang 6 enthaltenen Flüssigkeitsmassen normalerweise keine Relativverschiebung
erfahren, die der erregenden Schwingungen in synchroner Weise folgt. Im Normalfall
ist vielmehr davon auszugehen, daß in Abhängigkeit von der Frequenz der eingeleiteten
Schwingungen sowie in Abhängigkeit von der Größe der jeweils in den Öffnungen enthaltenen
Flüssigkeitsmassen sowie der Federelastizität der Wandungen eine mehr oder weniger
ausgeprägte Phasenschiebung zwischen der erregenden Schwingung und der Relativbewegung
der Flüssigkeitsmassen auftritt. Die diesbezüglichen Zusammenhänge sind an sich bekannt.
[0021] Abweichend vom bekannten Gegenstand ist gemäß der Erfindung bei dem Gummilager ein
Durchgang 6 vorgesehen, welcher nur bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl durch Betätigung
eines Ventils 7 freigegeben wird und welche so dimensioniert ist, daß die umschlossene
Flüssigkeitsmasse bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl des Kolbenmotors in eine gleichphasig
mit diesem schwingende Relativbewegung einer Amplitude gelangt, die größer ist als
die Amplitude der Bewegungen des Kolbenmotors, multipliziert mit dem Verhältnis aus
dem Verdrängungsquerschnitt der Blähfedern, d.h. der vorstehend angesprochenen Wandungen,
und dem Querschnitt des Durchgangs. Bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl verhält sich
das Gummilager dadurch weicher als bei Motorstillstand. Das bei Erreichen der Leerlaufdrehzahl
auftretende Motorschütteln läßt sich hierdurch sehr gut isolieren.
[0022] Bei Erreichen höherer Motordrehzahlen wird der Durchgang 6 durch Betätigung des Ventils
7 verschlossen. Als Verbindung zwischen den Arbeitsräumen steht anschließend nur noch
die Verbindungsöffnung 5 zur Verfügung. Das Gummilager erfährt dementsprechend hinsichtlich
seiner elastischen Nachgiebigkeit eine gewissen Verhärtung. Diese ist so gering wie
möglich bemessen, um zu erreichen, daß akustisch störende Schwingungen nicht in nennenswertem
Maße übertragen werden. Hiervon unabhängig ist die Verbindungsöffnung 5 so gestaltet,
daß die enthaltene Flüssigkeitsmasse beim Auftreten kritischer Motorschwingungen in
eine hierzu gegenphasige Resonanzbewegung gelangt. Entsprechende Schwingungen erfahren
dadurch eine gute Dämpfung.
[0023] Die in Figur 3 gezeigte Ausführung unterscheidet sich von der vorstehend beschriebenen
im wesentlichen dadurch, daß die Verbindungsöffnung und der kanalartige Durchgang
(5, 6) ineinander übergehend ausgebildet sind und gemeinsame Ein- und Auslaßöffnungen
haben. Die Herstellung ist hierdurch wesentlich vereinfacht. Die Funktion des Gummilagers
entspricht im übrigen der vorstehend beschriebenen.
[0024] Figur 4 unterscheidet sich von den vorstehend beschriebenen im wesentlichen dadurch,
daß die Verbindungsöffnung 5 dem Innenteil 9 zugeordnet ist und sich parallel zur
Richtung der bestimmungsgemäß aufzunehmenden Schwingungen erstreckt. Diese sind hinsichtlich
ihrer Richtung durch einen Doppelpfeil angedeutet und die parallele Zuordnung bedingt
ein verbessertes Ansprechen der Dämpfungswirksamkeit der Verbindungsöffnung 5.
[0025] In Figur 5 ist ein Einbauteil in einer perspektivischen Ansicht von oben wiedergegeben,
welches bei der Herstellung eines Gummilagers vom Typ der Buchsenlager zur Anwendung
gelangen kann. Diesem Typ entsprechen auch die vorstehend beschriebenen Ausführungen
nach den Figuren 1 bis 4.
[0026] Das in Figur 5 gezeigte Einbauteil besteht im wesentlichen aus dem Innenteil 9 und
dem Außenteil 8, welche jeweils aus Metall bestehen und welche durch einen Tragkörper
4 aus Gummi und einander festgelegt und verbunden sind. Der Tragkörper 4 kann durch
unmittelbares Anvulkanisieren mit dem Innenteil 9 und dem Außenteil 8 verbunden sein.
[0027] Der Außenteil 8 umschließt eine Verbindungsöffnung 5 und einen Durchgang 6. Beide
werden durch Ausnehmungen des Außenteiles 8 gebildet, wobei der Durchgang 6 ineinander
übergehend zwei Abschnitte aufweist, die sich im wesentlichen in Umfangsrichtung des
Außenteiles 8 erstreckt und einen Abschnitt, der sich im wesentlichen parallel zur
Längsrichtung des Innenteiles 9 erstreckt, welches vorliegend durch eine Stützhülse
gebildet ist. Das Betätigungsglied des Ventils 7 ist schematisch angedeutet. Es kann
den Durchgang 6 auch in einer von der dargestellten Ausführung abweichenden Weise
zugeordnet sein. Die die Arbeitsräume während der bestimmungsgemäßen Verwendung stirnseitig
abschließenden, blähelastischen Wandungen sind mit 3 bezeichnet. Sie bilden einen
einstückigen Bestandteil des Tragkörpers 4 und bestehen aus Gummi.
[0028] Figur 6 zeigt ein Gummilager in längsgeschnittener Darstellung, welches ebenfalls
als Buchsenlager ausgebildet ist. Das Innenteil 9 besteht aus einem Rohr, welches
auf seiner ganzen Länge von dem Außenteil 8 umschlossen und mit diesem durch den Tragkörper
4 aus gummielastischem Werkstoff verbunden ist. Der Tragkörper 4 enthält in Richtung
der bestimmungsgemäß aufzunehmenden Schwingungen hintereinanderliegend angeordnete
Arbeitsräume 1, 2, welche stirnseitig durch Wandungen 3 verschlossen, mit einer hydraulischen
Flüssigkeit gefüllt und durch eine kanalartig ausgebildete Verbindungsöffnung 5 und
einen hierzu parallel geschaltete, kanalartig ausgebildeten Durchgang 6 verbunden
sind. Sowohl die Verbindungsöffnung 5 als auch der Durchgang 6 werden durch sich in
Umfangsrichtung erstreckende Ausnehmungen des Außenteiles 8 gebildet, welche im Bereich
ihrer Mündungen axial in Richtung des jeweiligen Arbeitsraumes 1 bzw. 2 geöffnet sind
Der Durchgang 6 ist durch ein signalbetätigbares Ventil 7 verschließbar. Dieses ist
im Bereich der einen Mündung des Durchgangs 6 angeordnet.
[0029] Das in Figur 6 gezeigte Gummilager entspricht der herstellungsbedingten Form. Diese
ist vor allem dadurch gekennzeichnet, daß es in dem Teil 9 in bezug auf das Außenteil
8 um ein Maß A relativ nach oben verschoben ist. Das Maß A ist so gewählt, daß sich
nach dem Aufbringen der bestimmungsgemäß abzutragenden Last eine konzentrische Zuordnung
des Innenteiles 9 im Außenteil 8 ergibt. Die Relativbeweglichkeit des Innenteiles
9 in bezug auf das Außenteil 8 ist hierdurch in allen Richtungen von übereinstimmender
Größe.
[0030] Das Außenteil 8 wird außenseitig von einem Blechkörper umschlossen, welcher die Arbeitsräume
1, 2, die Verbindungsöffnung 5 und den Durchgang 6 zugleich nach außen abschließt.
Er besteht aus metallischem Werkstoff.
1. Gummilager und ein Kolbenmotor, wobei bei dem Gummilager zwei flüssigkeitsgefüllte
Arbeitsräume (1, 2) vorgesehen sind, die durch elastisch aufblähbare Begrenzungswände
(3) begrenzt und durch wenigstens zwei parallel geschaltete Verbindungsöffnungen verbunden
sind, wobei die Verbindungsöffnungen einen kanalartigen Durchgang (6) umfassen, der
durch ein signalbetätigbares Ventil (7) verschließbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der kanalartige Durchgang (6) bei Drehzahlen des Kolbenmotors oberhalb der Leerlaufdrehzahl
durch das Ventil (7) verschlossen ist und der kanalartige Durchgang (6) so groß dimensioniert
und mit der Blähelastizität der Begrenzungswände (3) abgestimmt ist, daß, wenn mit
Erreichen der Leerlaufdrehzahl des Kolbenmotors das Ventil (7) geöffnet ist, die von
dem Durchgang (6) umschlossene Flüssigkeitsmasse in eine gleichphasig mit dem Kolbenmotor
schwingende Relativbewegung mit einer Amplitude gelangt, die größer ist als die Amplitude
der Bewegungen des Kolbenmotors, multipliziert mit dem Verhältnis aus dem kolbenartig
wirksamen Verdrängungsquerschnitt der Begrenzungswände (3) und dem Querschnitt des
kanalartigen Durchgangs (6), wobei der kolbenartig wirksame Verdrängungsquerschnitt
demjenigen Flächenbestandteil der Begrenzungswände entspricht, der beim Ein- oder
Ausfedern des Gummilagers kolbenartig wirksam ist.
2. Gummilager und Kolbenmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der kanalartige
Durchgang (6) einen Querschnitt aufweist, der wenigstens 100 mm² umfaßt.
3. Gummilager und Kolbenmotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei
dem Gummilager die Arbeitsräume durch Aussparungen eines Gummikörpers gebildet sind,
der in dem radialen Zwischenraum zwischen zwei einander umschließenden Stützhülsen
(8, 9) angeordnet ist, und daß der kanalartige Durchgang (6) zumindest teilweise durch
eine Ausnehmung der äußeren Stützhülse (8) gebildet ist.
4. Gummilager und Kolbenmotor nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung
zumindest einen Abschnitt aufweist, der sich im wesentlichen in Umfangsrichtung erstreckt.
5. Gummilager und Kolbenmotor nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ausnehmung zumindest einen Abschnitt aufweist, der sich im wesentlichen in Längsrichtung
der Stützhülse erstreckt.
1. A rubber mount and a piston motor, wherein in the case of the rubber mount two liquid-filled
operating chambers (1, 2) are provided, which are bounded by elastically bloatable
boundary walls (3) and are connected by at least two connection openings linked in
parallel, the connection openings comprising a channel-like passage (6) which can
be closed by a valve (7) which can be actuated by a signal, characterized in that
the channel-like passage (6) is closed by the valve (7) at speeds of the piston motor
above the idling speed, and the channel-like passage (6) is dimensioned to be sufficiently
large and is matched to the bloating elasticity of the boundary walls (3) in such
a way that, if upon reaching the idling speed of the piston motor the valve (7) is
open, the liquid mass enclosed by the passage (6) passes into a relative motion vibrating
in phase with the piston motor at an amplitude which is greater than the amplitude
of the motions of the piston motor, multiplied by the ratio of the displacement cross-section
of the boundary walls (3) acting in the manner of a piston and the cross-section of
the channel-like passage (6), the displacement cross-section acting in the manner
of a piston corresponding to that constituent of the area of the boundary walls which
acts in the manner of a piston during the compression or rebound of the rubber mount.
2. A rubber mount and a piston motor according to claim 1, characterized in that the
channel-like passage (6) has a cross-section which spans at least 100 mm².
3. A rubber mount and a piston motor according to either of claims 1 and 2, characterized
in that, in the case of the rubber mount, the operating chambers are formed by cutouts
in a rubber body which is arranged in the radial gap between two mutually surrounding
support sleeves (8, 9), and in that the channel-like passage (6) is formed at least
partially by a recess in the outer support sleeve (8).
4. A rubber mount and a piston motor according to claim 3, characterized in that the
recess has at least one section which extends substantially in the circumferential
direction.
5. A rubber mount and a piston motor according to either of claims 3 and 4, characterized
in that the recess has a least one section which extends substantially in the longitudinal
direction of the support sleeve.
1. Support en caoutchouc et moteur à piston, où deux espaces de travail (1, 2) remplis
de liquide sont prévus au niveau du support en caoutchouc, lesquels sont délimités
par des parois de délimitation (3) pouvant se gonfler élastiquement, et reliés par
au moins deux ouvertures de communication montées de manière parallèle, les ouvertures
de communication comprenant un passage (6) semblable à un canal pouvant être obturé
par une soupape (7) commandable par un signal, caractérisé en ce que, pour les régimes
du moteur à piston qui sont au-dessus de la vitesse à vide, le passage (6) semblable
à un canal est obturé par la soupape (7), et qu'il est pourvu de dimensions telles,
et ainsi adapté à la force élastique de gonflement des parois de délimitation (3)
que lorsque, la vitesse à vide du moteur à piston étant atteinte, la soupape (7) est
ouverte, la masse de liquide enfermée par le passage (6) entre dans un mouvement oscillatoire
relatif en phase avec le moteur à piston, pourvu d'une amplitude qui est plus grande
que l'amplitude des mouvements du moteur à piston, multipliée par le rapport de la
section transversale de déplacement des parois de délimitation, active à la manière
d'un piston, et de la section transversale du passage (6) semblable à un canal, la
section transversale de déplacement, active à la manière d'un piston, correspondant
à la partie constitutive de la surface des parois de délimitation qui, lorsque le
support en caoutchouc se compresse et se détend, agit comme un piston.
2. Support en caoutchouc et moteur à piston selon la revendication 1, caractérisés en
ce que le passage (6) semblable à un canal est pourvu d'une section transversale qui
comprend au moins 100 mm².
3. Support en caoutchouc et moteur à piston selon la revendication 1 ou 2, caractérisés
en ce que, au niveau du support en caoutchouc, les espaces de travail sont constitués
par des évidements d'un corps en caoutchouc situé dans l'intervalle radial existant
entre deux manchons de soutien (8, 9) dont l'un entoure l'autre, et que le passage
(6) semblable à un canal est constitué, au moins en partie, par un évidement du manchon
de soutien externe (8).
4. Support en caoutchouc et moteur à piston selon la revendication 3, caractérisés en
ce que l'évidement est pour'vu d'au moins un segment qui s'étend essentiellement dans
le sens de la circonférence.
5. Support en caoutchouc et moteur à piston selon la revendication 3 ou 4, caractérisés
en ce que l'évidement est pourvu d'au moins un segment qui s'étend essentiellement
dans le sens longitudinal du manchon de soutien.