[0001] Die Erfindung bezieht sich zunächst auf ein Verfahren zum Rundumsterilisieren von
gestapelten Verpackungselementen, insbesondere aus Kunststoff bestehende Becher mit
unterschiedlichen Wandstärken, in einer separaten Sterilisierkammer an einer Füll-
und Verschließmaschine mittels eines Sterilisiermittels, wie H2O2-Dampf und heißer
Sterilluft.
[0002] Beim Sterilisieren von stapelbaren Behältern (Deutsche Patentschrift 23 10 661) werden
die Behälter während des Einströmens des Sterilisiermittels auf gegenseitigen Abstand
zueinander gebracht. Dies geschieht mit Hilfe von Greifvorrichtungen, die an umlaufenden
Kettenförderern angebracht sind. Durch das Auseinanderziehen des Behälterstapels entsteht
zwischen den jeweiligen Innen- und Außenwandungen der Behälter ein so großer Spalt,
daß das Sterilmittel, beispielsweise eine 35 %ige H2O2-Lösung beim Einsprühen aus
Sprühdüsen die Innen- und Außenwandungen der Behälter vollständig benetzen kann. Nach
dem Besprühen mit dem Sterilisiermittel wird in einer nachfolgenden Trockenkammer
Warmluft eingeblasen. Dabei dampfen die Reste des Sterilisiermittels ab und durch
die Wärmeeinwirkung zerfällt das Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff.
[0003] Beim Verpacken sterilisierter Füllprodukte in keimfreie Packmittel unter aseptischen
Bedingungen muß darauf geachtet werden, daß durch das Sterilisieren des Packmittels,
wie z. B. aus Kunststoff bestehende Becher zur Aufnahme flüssiger oder pastöser Güter,
wie z. B. Milch, Joghurt, Schlagsahne, Fertigsuppen usw. einerseits die gewünschte
bzw. erforderliche Entkeimungswirkung erzielt und daß als Film auf die Innen- und
Außenwandungen der Becher aufgebrachte H2O2 vollständig von der Becheroberfläche entfernt
wird und daß andererseits eine Hitzebeschädigung des Bechers vermieden wird.
[0004] Beim Entkeimen mit Wasserstoffperoxid bedient man sich der stark oxidierenden Wirkung
der konzentrierten Wasserstoffperoxidlösung (35 % Konzentration) bei erhöhten Temperatur
(60°C bis 80°C), wobei selbst eine Abtötung von widerstandsfähigen Mikroorganismen
(Bacillus-Sporen) im Sekundenbereich ermöglicht wird. Zur aseptischen Abfüllung neutraler
Füllgüter wird bei Verpackungen bis zu 2 l Inhalt eine Reduktionsrate widerstandsfähiger
Keime (Bacillus subtilis Sporen) um mindestens vier Zehnerpotenzen als notwendig erachtet.
[0005] Es ist bekannt, daß zwischen der keimabtötenden Wirkung von Wasserstoffperoxid sowie
deren Konzentration und der Temperatur der H2O2-Lösungen eine Abhängigkeit besteht.
So nimmt die mikrobizide Wirkung von Wasserstoffperoxid mit steigender Konzentration
zu. Schließlich kann die keimabtötende Wirkung von Wasserstoffperoxidlösungen durch
Temperaturerhöhung entscheidend verbessert werden.
[0006] Als Maß für den Abtötungseffekt von Mikroorganismen wird der sogenannte D-Wert (Dezimale
Reduktionszeit) verwendet. Dieser Wert gibt die Zeit in Minuten an, welche zur Abtötung
von 90 % der vorhandenen Mikrobenpopulation bei konstanter Temperatur erforderlich
ist. Eine Abtötung der hartnäckigen Sporenbildner im Sekundenbereich, wie dies in
Aseptikanlagen erforderlich ist, ist nur dann gewährleistet, wenn bei H2O2-Konzentrationen
von etwa 30 % und darüber hinaus Mindesttemperaturen von 80°C bis 90°C angewendet
werden.
[0007] Auf internationaler Ebene, z. B. durch die amerikanische FDA wurden strenge Richtlinien
hinsichtlich des Abtötungseffektes bzw. der Unsterilitätsrate gefordert. Um diesen
Forderungen gerecht zu werden, wäre es sehr einfach, die Temperatur der H2O2-Lösung
zum Zwecke einer weitergehenden Abtötungsrate zu erhöhen. Im Vergleich zur Behandlung
von Folien als Packmittel ist jedoch die Entkeimung von Behältern, zumal wenn diese
aus Kunststoff bestehen, nicht so einfach. Vorgefertigte Kunststoffbecher benötigen
naturgemäß Stapelelemente, die durch Rippen, Hinterschnitte, hochgezogene Böden usw.
erzeugt werden. Diese Bereiche benötigen für einen wirksamen Abtötungseffekt eine
lang andauernde und hohe Wärmeeinwirkung, während demgegenüber die vergleichsweise
dünnen Wandungen des Behälters eine solche Einwirkung nicht aushalten bzw. deformiert
oder beschädigt werden.
[0008] Die zur Erfindung führenden Überlegungen gehen wegen dieser Problematik von der Erkenntnis
aus, daß die Keimbelastung des Packmittels von großer Bedeutung ist. Je niedriger
die Keimzahl auf der Packmitteloberfläche ist, desto leichter läßt sich diese entkeimen.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein zum Rundumsterilisieren von gestapelten
Verpackungselementen, insbesondere aus Kunststoff bestehende Becher mit unterschiedlichen
Wandstärken geeignetes Verfahren vorzuschlagen, durch das auf einfache und vor allen
Dingen ökonomische Weise eine den strengen Anforderungen gerecht werdende Sterilisierung
ermöglicht wird, ohne daß das Packmittel beeinträchtigt und/oder die Restbeseitigung
des Sterilisiermittels erschwert wird. Gleichfalls soll eine Vorrichtung geschaffen
werden, die die gestellte Aufgabe mit geringstem Bauaufwand und auf engstem Raum zu
lösen ermöglicht.
[0010] In verfahrensmäßiger Hinsicht wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß die Verpackungselemente vor ihrem Eintritt in die Sterilisierkammer mittels H2O2-haltiger
Luft vorsterilisiert werden. Dies kann in der Weise geschehen, daß die Verpackungselemente,
wie z. B. aus Kunststoff bestehende Becher stapelweise für eine ausreichende Zeit
vorsterilisiert werden und danach der Sterilisierkammer mit der darin nachfolgenden,
herkömmlichen Sterilisation zugeführt werden. Die H2O2-haltige Luft für die Vorsterilisation
könnte im Prinzip unabhängig von dem Sterilisiermittel in der Sterilisierkammer aufbereitet
werden.
[0011] Zweckmäßigerweise erfolgt jedoch das Vorsterilisieren der Verpackungselemente mittels
aus der Sterilisierkammer auströmender H2O2-haltiger Luft. Hierdurch wird der besondere
Vorteil erreicht, daß die H2O2-Abluft aus der Sterilisierkammer unmittelbar für die
Vorsterilisation benutzt wird. Die H2O2-haltige Luft sollte dabei noch eine Konzentration
von 2000 bis 2500 ppm aufweisen. Durchgeführte Versuche haben gezeigt, daß die Temperatur
der H2O2-haltigen Luft mindestens 90°C betragen sollte und daß die Verpackungselemente
mindestens 30 Sekunden lang vorsterilisiert werden sollten.
[0012] Am einfachsten ist es, wenn die H2O2-haltige Luft aus der Vorsterilisierkammer abgesaugt
wird.
[0013] Eine zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtung zum Rundumsterilisieren
von gestapelten Verpackungselementen, insbesondere aus Kunststoff bestehende Becher
mit unterschiedlichen Wandstärken, besteht aus einer an einer Füll- und Verschließmaschine
angeordneten, separaten Sterilisierkammer mit jeweils einer oberen Einlaßöffnung und
unteren Auslaßöffnung für die gestapelten Verpackungselemente sowie einem Einlaß für
ein Sterilisiermittel-Dampf-Gemisch sowie Heißluft, wobei erfindungsgemäß der Sterilisierkammer
eine Vorsterilisierkammer zugeordnet ist, aus der die Verpackungselemente an die Sterilisierkammer
übergeben werden. Die Übergabe kann grundsätzlich manuell erfolgen. Zweckmäßigerweise
ist jedoch die Vorsterilisierkammer mit der Sterilisierkammer über deren Ausströmleitung
für die H2O2-haltige Luft verbunden. Auf diese Weise kommt man zu einer kompletten
Baueinheit, die sich auf engstem Raum an einer Füll- und Verschließmaschine anbringen
läßt.
[0014] Eine besonders ökonomische Verfahrensweise ergibt sich dann, wenn an die Vordosierkammer
eine Saugleitung angeschlossen ist und wenn ferner die Ausströmleitung und die Saugleitung
im wesentlichen auf gegenüberliegenden Seiten der Vordosierkammer einmünden. Hierdurch
ergibt sich eine gute und gleichmäßige Durchströmung der Vordosierkammer, so daß die
darin befindlichen Behälter allseits gut umspült werden.
[0015] Zu dem gleichen Zweck trägt auch bei, wenn die Sterilisierkammer und/oder die Vorsterilisierkammer
eine von mit Durchtrittsöffnungen versehenen Zwischenwänden begrenzte Verteilerkammer
aufweist, in deren Bereich die Anschlußstellen für die Ausströmleitung und die Saugleitung
angeordnet sind.
[0016] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Durchtrittsöffnungen der Zwischenwände zumindest
auf der jeweiligen Einströmseite schräg nach unten zum inneren der Becher oder dgl.
gerichtet sind. Hierdurch wird gleichfalls eine gute Verteilung des H2O2-Sterilisiermittels
bzw. der H2O2-haltigen Luft gewährleistet.
[0017] Zur guten Verteilung ist es weiterhin von Vorteil, wenn auf den Einströmseiten im
Bereich der Verteilerkammern der Sterilisierkammer und der Vorsterilisierkammer mit
Durchschlagsöffnungen versehene Prallbleche angeordnet sind und wenn schließlich die
Einströmseiten der Sterilisierkammer und der Vorsterilisierkammer auch im wesentlichen
diametral gegenüberliegenden Seiten angeordnet sind.
[0018] An sich spielt es keine Rolle, wo die Vorsterilisierkammer angeordnet ist. Aus baulichen
Gründen bietet sich jedoch an, die Vorsterilisierkammer oberhalb der Sterilisierkammer
anzuordnen. Dadurch wird es auch erheblich einfacher, in der Sterilisierkammer und
der Vorsterilisierkammer angeordnete Transportmittel in zweckmäßiger Weise auszugestalten.
Als Transportmittel eignen sich zum Beispiel durchgehende Förderschnecken mit gleicher
oder aber zweckmäßigerweise ungleicher Teilung in der Sterilisierkammer und der Vorsterilisierkammer.
[0019] Es versteht sich, daß auch mehrere Sterilisier- und Vorsterilisierkammern reihenweise
nebeneinander angeordnet sein können und dabei über ein geeignetes Leitungssystem
an die Ausströmleitung und die Saugleitung angeschlossen sind.
[0020] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im einzelnen nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- Eine Sterilisiervorrichtung mit Sterilisier- und Vorsterilisierkammer für gestapelte
Becher,
- Fig.2
- eine schematische Aufsicht mit einer teilweisen Schnittdarstellung durch die Vorsterilisierkammer
entlang der Linie II-II der Fig. 1,
- Fig.3
- eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung durch die Sterilisierkammer entlang der
Linie III-III der Fig. 1 und
- Fig.4
- ein Schaubild mit zwei Vergleichskurven für eine Sterilisation ohne und mit Vorsterilisation.
[0021] Eine in Fig. 1 nur angedeutete Füll- und Verschließmaschine ermöglicht das Verpacken
sterilisierter Füllprodukte in keimfreie Packmittel unter aseptischen Bedingungen.
Als Füllprodukte kommen flüssige und pastöse Lebensmittel in Frage, wie z. B. Milch,
Joghurt, Schlagsahne, Fertigsuppen usw. Als Packmittel werden vorgefertigte Becher
14 aus Kunststoff eingesetzt. Grundsätzlich kommen auch Becher aus Aluminium oder
Verbundmaterialien in Frage. Die Becher weisen am Boden, den Ecken und dem Rand verstärkte
Wandungen im Vergleich zu der seitlichen Wandung auf. Die Becher können mit Kunststoffdeckeln
oder Alu-Flachdeckeln aus geprägter Folie, sicher versiegelt werden. Innerhalb des
unter Sterilluft-Überdruck stehenden Gehäuses 2 der Füll- und Verschließmaschine ist
ein Bechertransporteur in Form von umlaufenden Transportketten angeordnet. Die Füll-
und Verschließmaschine besitzt ferner eine Becher-Abstapel- und Eingabestation 4 mit
einer Sterilisiervorrichtung 5. Diese weist eine Sterilisierkammer 18 und eine weiter
unten näher erläuterte Vorsterilisierkammer 10 auf.
[0022] Die Becher-Abstapel- und Eingabestation 4 besitzt ein Stapelmagazin 13, in dem die
zu sterilisierenden Becher 14 unmittelbar aneinanderliegend mit ihrer Öffnung nach
oben eingebracht sind. Unterhalb des Stapelmagazins 13, das zum Beispiel von mit Abstand
zueinander angeordneten Stangen gebildet sein kann, ist die Vorsterilisierkammer 10
angeordnet. Es sei hier bemerkt, daß sowohl die Vorsterilisierkammer 10 als auch die
Sterilisierkammer 18 an allen zur Aufrechterhaltung einer einwandfreien Sterilisierwirkung
erforderlichen Stellen abgedichtet sind. Vertikal unter der Vorsterilisierkammer 10
befindet sich die Sterilisierkammer 18 mit einem Gehäuse 15, das eine Außenwandung
16 sowie Zwischenwandungen 17 aufweist (s. auch Fig. 3). Von den Zwischenwandungen
wird die eigentliche Sterilisierkammer 18 gebildet, durch die die Becher 14 in weiter
unten näher beschriebener Weise hindurchgeführt werden. Nach dem Durchlauf der Becher
14 werden diese mittels eines nicht dargestellten Greifers oder eines Saugelementes
ergriffen und in Zellenbleche 19 des Kettentransporteurs eingehängt. Der Kettenförderer
kann schrittweise in Richtung des Pfeils 21 bewegt werden. Die Sterilisierkammer 18
besitzt zum Ein- und Austritt der Becher eine Einlaßöffnung 22 und eine Auslaßöffnung
23. Ferner weist die Sterilisierkammer 18 einen Einlaß 24 für ein Sterilisiermittel
auf, wie z. B. ein 35 %iges H2O2-Dampfgemisch, das über eine Zweistoffdüse 25 und
eine Heizkammer 30' eingegeben werden kann. Das in weiter unten näher beschriebenen
Weise auf die Becher aufgebrachte H2O2-Dampfgemisch verteilt sich auf diesen als Kondensatfilm.
Das nachfolgende Austrocknen der Becher erfolgt mit steriler, etwa 200°C heißer Luft,
die über einen Einlaß 26 eingebracht wird. Der Einlaß 26 steht mit einer Verteilerkammer
27 in Verbindung, in der sich ein mit Durchlaßöffnungen 30 versehenes Prallblech 28
befindet. Hierdurch wird eine gute Verteilung der Heißluft gewährleistet. Aus der
Verteilerkammer 27 tritt die sterile Heißluft über nach unten gerichtete Durchtrittsbohrungen
29 in der auf der Einströmseite liegenden Zwischenwand 17 in die Sterilisierkammer
18 ein. Durch die Heißluft wird das H2O2 in atomaren Sauerstoff und Wasser gespalten.
Die Restperoxidmenge in Dampfform wird gezielt aus der Sterilisierkammer 18 abgesaugt,
und zwar über eine Ausströmleitung 31 und über eine mit der Vorsterilisierkammer 10
in Verbindung stehende Saugleitung 32, in der ein Sauggebläse 6 eingebaut ist.
[0023] Obwohl in Fig. 1 nur eine Sterilisierkammer 18 und eine Vorsterilisierkammer 10 dargestellt
sind, können auch mehrere solcher Kammern hintereinander angeordnet sein, so wie das
in den Fig. 2 und 3 dargestellt ist. In diesem Fall sind die einzelnen Kammern jeweils
über ein entsprechend ausgebildetes Leitungssystem mit dem Einlaß 24, der Ausströmleitung
31 und der Saugleitung 32 verbunden.
[0024] Die Vorsterilisierkammer 10 ist gleichfalls vom einem Gehäuse 7 umgeben, das eine
Außenwandung 8 und Zwischenwände 20 aufweist. Die Zwischenwand 20 besitzt dabei auf
der Einströmseite nach unten gerichtete und auf der Ausströmseite nach oben gerichtete
Durchtrittsöffnungen 20'. Es sei hier bemerkt, daß zur Vereinfachung der Darstellung
in Fig. 1 jeweils in der Sterilisierkammer 18 und der Vorsterilisierkammer 10 nur
eine Zwischenwand dargestellt ist, um die Strömungsverhältnisse, so wie sie durch
die eingezeichneten Pfeile charakterisiert sind, besser zeigen zu können. Das Gehäuse
7 der Vorsterilisierkammer 10 besitzt wiederum eine Verteilerkammer 11, auf deren
Einströmseite ein mit Durchlaßöffnungen 12' versehenes Prallblech 12 angeordnet ist.
[0025] Aus der Sterilisierkammer 18 über die Ausströmleitung 31 austretende H2O2-haltige
Luft mit einer Temperatur von mindestens 90°C und einer Konzentration von 2000 bis
2500 ppm gelangt von der Verteilerkammer 11 über die Durchtrittsöffnungen 20' in der
Zwischenwand 20 der Vorsterilisierkammer 10 in die eigentliche Vorsterilisierkammer
10. In dieser werden die in weiter unten näher beschriebenen Weise auseinandergezogenen
Behälter 14 allseitig von der H2O2-haltigen Luft bestrichen und auf diese Weise vorsterilisiert.
Die Vorsterilisierzeit sollte mindestens 30 Sekunden betragen.
[0026] Die Becher werden mit Hilfe von Förderschnecken 33 durch die Vorsterilisierkammer
10 und die Sterilisierkammer 18 gefördert. Die Förderschnecken 33 können einstückig
ausgebildet sein. Die synchron drehend angetriebenen Förderschnecken 33 werden über
Antriebsritzel 34 und einen nicht dargestellten Antrieb angetrieben. Im Bereich der
Vorsterilisierkammer 10 besitzen die Förderschnecken eine geringere Teilung als im
Bereich der Sterilisierkammer mit der Folge, daß im Bereich der Vorsterilisierkammer
die Becher einen geringeren gegenseitigen Abstand als in der Sterilisierkammer aufweisen.
Vorzugsweise beträgt das Verhältnis etwa 1 : 2.
[0027] In Fig. 4 ist ein Schaubild mit zwei aus Versuchen abgeleiteten Vergleichsdarstellungen
für einen typischen Sterilisationsverlauf (Bacillus Subtilis-Sporen) ohne Vorsterilisation
und mit Vorsterilisation gezeigt. Dabei sind auf der Abszisse die für die Sterilisation
bzw. Vorsterilisation vorgesehene Zeit in Sekunden und auf der Ordinaten die Keimreduktion
in log aufgetragen. Bei den zu sterilisierenden Gegenständen handelte es sich um Kunststoffbecher.
Als Sterilisiermittel wurde eine 35 %ige H2O2-Lösung benutzt. Die Bezeichnungen (1),
(2), (3) haben folgende Bedeutung:
- (1) =
- Ohne Vorsterilisation (Keimreduktion = 4,02 log)
- (2) =
- Vorsterilisation (Keimreduktion = 2,3 log)
- (2) + (3) =
- Vorsterilisation mit nachfolgender Sterilisation (Keimreduktion = 5,75 log)
[0028] Es versteht sich, daß die Erfindung nicht nur auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt ist, sondern im Rahmen der Ansprüche auch Abänderungen zuläßt. So ist es
grundsätzlich denkbar, daß die Vorsterilisierkammer 10 auch seitlich neben der Sterilisierkammer
angeordnet ist und daß anstatt der Förderschnecken als Transportmittel für die Bewegung
der Becher durch die Kammern auch andere geeignete Transportmittel, wie Ketten mit
Greifern oder dgl. vorgesehen sein können.
1. Verfahren zum Rundumsterilisieren von gestapelten Verpackungselementen, insbesondere
aus Kunststoff bestehende Becher mit unterschiedlichen Wandstärken, in einer separaten
Sterilisierkammer an einer Füll- und Verschließmaschine mittels eines Sterilisiermittels,
wie H2O2-Dampf und heißer Sterilluft, dadurch gekennzeichnet, daß die Verpackungselemente vor ihrem Eintritt in die Sterilisierkammer mittels
H2O2-haltiger Luft vorsterilisiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorsterilisieren der Verpackungselemente mittels aus der Sterilisierkammer
ausströmender H2O2-haltiger Luft erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die H2O2-haltige Luft aus der Vorsterilisierkammer abgesaugt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die H2O2-haltige Luft eine Konzentration von 2000 bis 2500 ppm aufweist.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der H2O2-haltigen Luft mindestens 90°C beträgt.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verpackungselemente mindestens 30 Sekunden lang vorsterilisiert werden.
7. Vorrichtung zum Rundumsterilisieren von gestapelten Verpackungselementen, insbesondere
aus Kunststoff bestehende Becher mit unterschiedlichen Wandstärken zum Durchführen
des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, bestehend aus einer
an einer Füll- und Verschließmaschine angeordneten, separaten Sterilisierkammer mit
jeweils einer oberen Einlaßöffnung und unteren Auslaßöffnung für die gestapelten Verpackungselemente
sowie einem Einlaß für ein Sterilisiermittel-Dampf-Gemisch sowie Heißluft, dadurch gekennzeichnet, daß der Sterilisierkammer (18) eine Vorsterilisierkammer (10) zugeordnet ist, aus
der die Verpackungselemente (14) an die Sterilisierkammer (18) übergeben werden.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekenn zeichnet, daß die Vorsterilisierkammer (10) und die Sterilisierkammer (18) über deren Ausströmleitung
(31) für die H2O2-haltige Luft miteinander verbunden sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn zeichnet, daß an die Vorsterilisierkammer eine Saugleitung (32) angeschlossen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsterilisierkammer (10) oberhalb der Sterilisierkammer (18) angeordnet
ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausströmleitung (31) und die Saugleitung (32) im wesentlichen auf gegenüberliegenden
Seiten der Vorsterilisierkammer (10) einmünden.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Sterilisierkammer (18) und/oder die Vorsterilisierkammer (10) eine von mit
Durchtrittsöffnungen (29, 20') versehenen Zwischenwänden (17, 20) begrenzte Verteilerkammer
(27, 11) aufweist, in deren Bereich die Anschlußstellen für die Ausströmleitung (31)
und die Saugleitung (32) sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsöffnungen (29, 20') der Zwischenwände (17, 20) zumindest auf
der jeweiligen Einströmseite schräg nach unten zum inneren der Becher oder dgl. gerichtet
sind.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Einströmseiten im Bereich der Verteilerkammern (27, 11) der Sterilisierkammer
(18) und der Vorsterilisierkammer (10) mit Durchlaßöffnungen (30, 12') versehene Prallbleche
(28, 12) angeordnet sind.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Einströmseiten der Sterilisierkammer (18) und der Vorsterilisierkammer (10)
auf im wesentlichen diametral gegenüberliegenden Seiten angeordnet sind.
16. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsterilisierkammer (10) oberhalb der Sterilisierkammer (18) angeordnet
ist.
17. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 15, gekennzeichnet durch in der Sterilisierkammer (18) und der Vorsterilisierkammer (10) angeordnete Transportmittel
für die Becher (14) oder dgl.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportmittel in der Vorsterilisierkammer (10) bezüglich ihrer die Becher
(14) oder dgl. fördernden Mitnehmer einen gegenseitigen geringeren Abstand als in
der Sterilisierkammer (18) aufweisen.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportmittel von sich durch die Sterilisierkammer (18) und Vorsterilisierkammer
(10) erstreckenden Förderschnecken (33) gebildet sind.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils mehrere Sterilisier- und Vorsterilisierkammern (18, 10) reihenweise
nebeneinander angeordnet sind und über ein Leitungssystem an die Ausströmleitung (31)
und die Saugleitung (32) angeschlossen sind.