[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung aufschäumbarer Metallkörper und
deren Verwendung.
[0002] Aus der US-PS 3087807 ist ein Verfahren bekannt, nach dem die Herstellung eines porösen
Metallkörpers beliebiger Form möglich ist. Danach wird eine Mischung aus einem Metallpulver
und einem Treibmittelpulver mit einem Preßdruck von mindestens 80 MPa im ersten Schritt
kalt kompaktiert. Durch anschließendes Strangpressen wird sie um mindestens 87,5%
umgeformt. Dieser hohe Umformgrad ist notwendig, damit durch die Reibung der Teilchen
aneinander während des Umformprozesses die Oxydhäute zerstört und die Metallteilchen
miteinander verbunden werden. Der so hergestellte extrudierte Stab kann durch Erwärmung
auf mindestens die Schmelztemperatur des Metalles zu einem porösen Metallkörper aufgeschäumt
werden. Die Aufschäumung kann in verschiedenen Formen erfolgen, so daß der fertige
poröse Metallkörper die gewünschte Form aufweist. Nachteilig ist, daß dieses Verfahren
aufgrund seines zweistufigen Kompaktierungsvorganges sowie des erforderlichen, sehr
hohen Umformgrades aufwendig und auf durch Strangpressen herstellbare Halbzeuge beschränkt
ist. Bei dem in dieser US-PS offenbarten Verfahren sind nur Treibmittel verwendbar,
deren Zersetzungstemperatur oberhalb der Kompaktierungstemperatur liegt, da sonst
das Gas während des Aufheizvorganges entweichen würde. Gerade aber sind Treibmittel,
deren Zersetzungstemperatur unterhalb der Kompaktierungstemperatur liegt, für viele
Metallarten geeignet und preisgünstig. Während des auf den Kompaktierungsvorgang folgenden
Aufschäumung entsteht ein poröser Metallkörper mit offener Porösität, wobei die Poren
offen oder miteinander verbunden sind. Der Extrusionsvorgang nach dem in der US-PS
beschriebenen Verfahren ist notwendig, da die Verbindung der Metallteilchen durch
die bei dem Extrusionsvorgang auftretenden hohen Temperaturen und die Reibung der
Teilchen aneinander, d.h. durch Verschweißung der Teilchen miteinander entsteht. Da
aus obengenannten Gründen die für die Verbindung der Teilchen notwendige Tempemit
sehr hohen Umformgraden gearbeitet werden, damit eine möglichst gute und gasdichte
Verbindung der Metallteilchen untereinander entsteht.
[0003] Daneben sind mehrere Verfahren bekannt, nach denen poröse Metallwerkstoffe hergestellt
werden können. Eine einfache Methode zur Herstellung dieser Werkstoffe ist die Einmischung
von gasabspaltenden Stoffen in Metallschmelzen. Durch die Temperatureinwirkung zersetzt
sich das Treibmittel unter Freisetzung von Gas. Dieser Vorgang führt zur Aufschäumung
der Metallschmelze. Nach Abschluß des Vorganges liegt ein aufgeschäumter Metallwerkstoff
vor, welcher eine unregelmäßige, zufällige Form aufweist. Dieser Werkstoff kann durch
entsprechende Verfahren zu Körpern gewünschter Form weiterverarbeitet werden. Es muß
dabei jedoch beachtet werden, daß als Verfahren zur Weiterverarbeitung nur Trennverfahren
in Frage kommen, und demnach nicht jeder beliebige Metallkörper aus einem solchen
Metallwerkstoff geformt werden kann. Dies ist nachteilig. Mit ähnlichen Nachteilen
sind auch weitere Verfahren zur Herstellung von porösen Metallwerkstoffen behaftet,
wie z. B. Tränkung eines vorhandenen Kunststoffschaumstoffes mit einem Schlicker aus
Metallpulver und einem Trägermedium und ein anschließendes Ausbrennen oder Verdampfen
des Kunststoffschaumes nach erfolgter Trocknung. Diese Methode ist über die vorerwähnten
Nachteile hinaus sehr aufwendig.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung aufschäumbarer
Metallkörper anzugeben, welches preisgünstig, einfach in der Anwendung, ohne hohen
umformtechnischen Aufwand durchführbar und gleichzeitig für Treibmittel mit niedriger
Zersetzungstemperatur anwendbar ist. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine
Verwendung der so hergestellten aufschäumbaren Körper vorzuschlagen.
[0005] Diese Aufgabe ist durch die in den Ansprüchen 1 und 6 und in dem Verwendungsanspruch
angegebene Erfindung gelöst. Die Unteransprüche stellen vorteilhafte Weiterbildungen
dar.
[0006] Danach wird zunächst eine Mischung aus einem oder mehreren Metallpulvern und einem
oder mehreren gasabspaltenden Treibmittelpulvern hergestellt. Als Treibmittel können
Metallhydride, wie z.B. Titanhydrid, Karbonate, z.B.Calziumcarbonat, Kaliumcarbonat,
Natriumcarbonat, Natriumbicarbonat, Hydrate, z. B. Aluminiumsulfathydrat, Alaun, Aluminiumhydroxid
oder leicht verdampfende Stoffe, z.B. Quecksilberverbindungen oder pulverisierte organische
Substanzen eingesetzt werden. Diese, intensiv durchmischte, Pulvermischung wird durch
Heißpressen oder heißisostatisches Pressen zu einem kompakten, gasdichten Körper verdichtet.
Bei dem Kompaktierungsvorgang ist erfindungsgemäß von ausschlaggebender Bedeutung,
daß die Temperatur so hoch gewählt wird, daß die Verbindung zwischen den einzelnen
Metallpulverteilchen überwiegend durch Diffusion erfolgt. Weiterhin ist es wesentlich,
daß der Druck so hoch gewählt wird, daß die Zersetzung des Treibmittels verhindert
wird und ein kompaktierter Körper entsteht, bei dem die Metallteilchen sich in einer
festen Verbindung untereinander befinden und einen gasdichten Abschluß für die Gasteilchen
des Treibmittels bilden. Die Treibmittelteilchen werden also zwischen den miteinander
verbundenen Metallteilchen "eingeschlossen", so daß sie erst bei einem späteren Schritt
des Aufschäumens Gas freisetzen. Somit können auch Treibmittel eingesetzt werden,
deren Zersetzungstempatur unterhalb der Kompaktierungstemperatur liegt. Durch die
Anwendung des hohen Druckes, zersetzen sich diese Treibmittel nicht. Diese erfindungsgemäße
Maßnahme erlaubt den Einsatz von Treibmitteln, deren Auswahl nur nach den Gesichtspunkten
der Verträglichkeit mit dem gewählten Metallpulver bzw. nach den Gesichtspunkten der
Wirtschaftlichkeit des Verfahrens gewählt werden können. Durch die geeignete Wahl
der Verfahrens-Parameter Temperatur und Druck wird erreicht, daß ein Körper entsteht,
welcher eine gasdichte Struktur aufweist. Weiterhin wird dadurch, daß das Treibgas
zwischen den Metallteilchen "eingeschlossen" bleibt, verhindert, daß es vorzeitig
aus dem kompaktierten Körper entweicht. Demnach sind die erforderlichen Treibmittelmengen
gering. So reichen Treibmittelanteile in der Größenordnung von wenigen Zehntel Gewichtsprozent
aus, weil der kompaktierte Körper vollständig verdichtet ist und das Treibgas nicht
entweichen kann. Als besonders günstig haben sich Treibmittelmengen von 0,2 bis 1%
erwiesen.Es muß nur die Menge Treibmittel zugegeben werden, die zur Herstellung einer
Schaumstruktur notwendig ist. Das führt zur Kostenersparnis. Weiterhin ist es vorteilhaft,
daß , aufgrund der gewählten hohen Temperatur und der Anwendung des hohen Drukkes
der Kompaktierungsvorgang in kurzer Zeit erfolgt
[0007] Ein vorteilhaftes Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß nach Beendigung
des Heißkompktierungsvorganges sowohl die Wärmeeinwirkung als auch die Druckeinwirkung
gleichzeitig aufgehoben werden. Der noch heiße Metallkörper behält seine Form, obwohl
keine Druckeinwirkung mehr stattfindet. Das bedeutet, daß die Metallteilchen einen
solchen dichten Abschluß für die Treibmittelpulverteilchen bilden, daß keine Expansion
des Treibmittels, auch bei erhöhter Temperatur stattfindet. Der so hergestellte Metallkörper
ist formstabil und behält seine Form auch unter erhöhter Temperatur und ohne Druckeinwirkung.
[0008] Zur Festigkeitssteigerung der Metallkörper sieht die Erfindung die Zugabe von Verstärkungskomponenten
in Form von Fasern oder Partikel aus geeigneten Materialien, wie z.B. Keramik vor.
Diese werden vorteilhafterweise den Ausgangspulvern beigemischt. Dazu sollten insbesondere
die Ausgangsmaterialien und die Aufschäumparameter so gewählt werden, daß eine gute
Benetzung der Verstärkungskomponenten durch die Metallmatrix gewährleistet ist. Es
ist vorteilhaft, wenn die Fasern bzw. Partikel beschichtet sind (z.B. mit Nickel).
Dies gewährleistet, daß die Kräfte aus der Metallmatrix in die Partikel/Faser eingeleitet
werden.
[0009] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung aufschäumbarer Metallkörper ist das Walzen
bei erhöhter Temperatur einer aus mindestens einem Metallpulver und mindestens einem
Treibmittelpulver bestehenden Pulvermischung. Dabei entsteht eine Verbindung der Metall-
und Treibmittelpulverteilchen im Walzspalt. Hierbei trifft für den Fachmann überraschend
die Sonderheit zu, daß die Diffusion zwischen den Teilchen bereits bei niedrigeren
Temperaturen, im Temperaturbereich um etwa 400 °C bei Aluminium in ausreichendem Maße
auftritt. Diese Vorgänge treten insbesondere in den Oberflächenschichten auf. Als
besonders vorteilhaft bei Aluminiumwalzen hat sich der Temperaturbereich zwischen
350 °C und 400 °C erwiesen. Insbesondere ist die Maßnahme einer Zwischenerwärmung
des vorgewalzten Materials nach den einzelnen Walzstichen von Bedeutung, da dadurch
das Entstehen von Kantenrissen weitgehend vermieden werden kann.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, daß sofern
eine Ausrichtung der Verstärkung entlang einer Vorzugsrichtung vorliegen soll, diese
durch Umformung des aufschäumbaren Körpers bewirkt werden kann. Diese Umformung kann
z.B. durch Strangpressen oder Walzen erfolgen.
[0011] In vorteilhafter Ausgestaltung sieht die Erfindung vor, daß zwei oder mehrere Treibmittel
mit unterschiedlichen Zersetzungstemperaturen dem Metallpulver zugemischt werden.
Wird ein aus dieser Pulvermischung hergestellter aufschäumbarer Körper erhitzt, so
zersetzt sich zunächst das Treibmittel mit der niedrigeren Temperatur und bewirkt
ein Aufschäumen. Wird die Temperatur weiter erhöht, zersetzt sich das Treibmittel
mit der nächsthöherer Zersetzungstemperatur und bewirkt ein weiteres Aufschäumen.
Das Aufschäumen erfolgt in zwei oder mehreren Stufen. Solche stufenweise expandierenden
aufschäumbaren Metallkörper finden eine besondere Anwendung, z.B. im Brandschutz.
[0012] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß es nun
möglich ist, Körper herzustellen, welche über ihren Querschnitt eine sich kontinuierlich
oder diskontinuierlich verändernde Dichte aufweisen, sogenannte gradierte Werkstoffe.
Dabei wird eine Zunahme der Dichte zum Rand des aufschäumbaren Körpers hin bevorzugt,
da hier die primäre Beanspruchung erfolgt. Weiterhin bietet ein aufschäumbarer Körper
mit einer massiven Deckschicht oder einer Deckschicht höheren Dichte Vorteile hinsichtlich
des Fügens und des Verbindens mit artgleichen oder artfremden Werkstoffen. Wird der
Vorgang des Heißkompaktierens in einer Form durchgeführt, wobei die Pulvermischung
ganz oder teilweise durch ein treibmittelfreies Metall oder Metallpulver umgeben ist,
so bilden die treibmittelfreien Metallschichten fen. Wird der Vorgang des Heißkompaktierens
in einer Form durchgeführt, wobei die Pulvermischung ganz oder teilweise durch ein
treibmittelfreies Metall oder Metallpulver umgeben ist, so bilden die treibmittelfreien
Metallschichten jeweils eine feste, wenig poröse Außenschicht bzw. Bodenschicht oder
Deckschicht, zwischen denen sich eine Schicht befindet, welche nach einem Aufschäumvorgang
eine hochporöse Metallschaumschicht bildet. Durch das Herstellen des aufschäumbaren
Metallkörpers derart, daß der Pulvermischung ein treibmittelfreies Metallstück vorgelagert
ist und die Pulvermischung stranggepreßt wird, entsteht ein aufschäumbarer Körper,
der mit dem Massivmaterial zusammengepreßt ist und das Massivmaterial den aufschäumbaren
Körper in Form einer äußeren Schicht umschließt.
[0013] Der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte aufschäumbare Metallkörper
kann zur Herstellung eines porösen Metallkörpers verwendet werden. Dies geschieht
durch Aufheizen des aufschäumbaren Körpers auf eine Temperatur oberhalb der Zersetzungstempratur
des Treibmittels, wobei derselbe Gas freisetzt, und anschließendes Abkühlen des so
aufgeschäumten Körpers. Vorteilhaft ist, wenn die Aufheiztemperatur im Temperaturbereich
des Schmelzpunktes des verwendeten Metalles liegt bzw. oberhalb oder im Solidus-Liquidus
Intervall der verwendeten Legierung.
[0014] Die Aufheizraten des Halbzeuges beim Aufschäumvorgang liegen in üblichen Grenzen,
d.h. sie betragen etwa 1 - 5 ° C pro sec. Hohe Aufheizgeschwindigkeiten sind nicht
notwendig, da das Gas ohnehin nicht entweichen kann. Diese üblichen Aufheizgeschwindigkeiten
sind ein weiteres zur Kostensenkung führendes Merkmal der Erfindung. Selbstverständlich
ist, daß in Einzelfällen, z.B. zur Erzielung kleiner Porengröße, eine hohe Aufheizgeschwindigkeit
vorteilhaft ist.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht weiterhin vor, daß nach dem Aufschäumen die
Abkühlgeschwindigkeit so gewählt werden muß, daß kein weiterer Aufschäumvorgang vom
Inneren des Körpers aus stattfindet. Bei größeren Teilen muß also die Abkühlgeschwindigkeit
höher gewählt werden, als bei kleineren, sie muß dem Probenvolumen angepaßt sein.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor,
daß durch die geeignete Wahl der Aufschäumparameter Zeit und Temperatur die Dichte
des porösen Metallkörpers variiert werden kann. Wird der Aufschäumvorgang nach einer
bestimmten Zeit bei konstanter Temperatur unterbrochen, so ergibt sich eine bestimmte
Dichte. Wird der Aufschäumvorgang länger fortgesetzt, so führt dies zu anderen Dichtewerten.
Wichtig ist, daß bestimmte Grenzwerte beachtet werden: Eine maximal zulässige Aufschäumzeit,
nach deren Überschreitung das bereits aufgeschäumte Material kollabiert, soll beachtet
werden.
[0017] Das Aufschäumen des Halbzeuges erfolgt frei, wenn keine Endform vorgegeben ist. Das
Aufschäumen kann auch in einer Form erfolgen. In diesem Fall nimmt der fertige poröse
Metallkörper die vorgegebene Gestalt an. Es ist also nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
möglich, auch Formteile aus porösem metallischen Werkstoff herzustellen.
[0018] Der durch das Aufschäumen des so beschaffenen Halbzeuges hergestellte Metallkörper
weist eine überwiegend geschlossene Porösität auf; die Metallkörper schwimmen im Wasser.
Die dabei entstehenden Poren sind gleichmäßig im gesamten Metallkörper verteilt, sie
weisen auch eine annähernd einheitliche Größe auf. Die Porengröße kann während des
Aufschäumvorganges durch die Zeit, in welcher der Metallschaum expandieren kann, eingestellt
werden. Die Dichte des porösen Metallkörpers kann den Erfordernissen entsprechend
angepaßt werden. Dies kann nicht nur, wie bereits beschrieben, durch die geeignete
Wahl der Aufschäumparameter erfolgen, sondern auch durch eine geeignete Zugabe des
Treibmittels. Durch die Wahl der Parameter Temperatur und Zeit, bei welchen das Aufschäumen
erfolgt, kann die Festigkeit und die Duktilität des porösen Metallkörpers variiert
werden. Die Beeinflussung der beiden genannten Eigenschaften geschieht ohnehin durch
die Einstellung der erwünschten Porengröße. Selbstverständlich ist, daß die Eigenschaften
des fertigen metallischen Körpers, vor allem von der Wahl der Ausgangsmaterialien
abhängig sind.
[0019] Das Verformungsvermögen des kompaktierten Halbzeuges ist mit dem des massiven Ausgangsmetalles
vergleichbar. Auch in seinem äußeren Aussehen unterscheidet sich das Halbzeug nicht
von dem des Ausgangsmetalls. Das Halbzeug kann demnach durch bekannte Umformverfahren
zu Halbzeugen beliebiger Geometrien verarbeitet werden. Es kann zu Blechen, Profilen
etc. umgeformt werden. Es ist nahezu jedem Verformungsverfahren zugänglich, das unter
Beachtung der Zersetzungstemperatur stattfindet. Erst beim auf den Umformvorgang stattfindenden
Erwärmen des Halbzeuges auf Temperaturen oberhalb der Zersetzungstemperatur des verwendeten
Treibmittels erfolgt das Aufschäumen.
[0020] Wird ein gemäß der Ausführungsform nach dem Anspruch 11 hergestellte Körper zur Herstellung
eines porösen Metallkörpers verwendet, so umgibt nach dem Aufschäumen eine wenig poröse
äußere Schicht einen Kern aus hochporösem geschäumten Metall. Eine weitere Verwendung
des aufschäumbaren Körpers ist die Herstellung von Metallschäumen mit fester Außenschicht.
Der aufschäumbare Körper wird dabei zunächst durch geeignete Umformverfahren zu einem
zylindrischen Stab umgeformt, dieser in ein eines zunächst frei expandierenden Schaumes
die Wandungen berührt, werden die oberflächennahen Poren durch den inneren Druck des
von Innen nachschäumenden Materials flachgedrückt und so der zunächst hochporöse äußere
Rand des Formteiles wieder verdichtet. Die Dicke dieses äußeren Randes, welche eine
gegenüber dem Werkstükkinneren erhöhte Dichte besitzt, kann gesteuert werden über
die Zeitdauer in welcher nach dem Kontakt mit den Wandungen das Material von Innen
nachschäumen kann, bevor das Formteil schließlich abgekühlt wird, wodurch das Nachschäumen
abgebrochen wird. Schließlich sind Verfahren möglich, bei denen die Oberfläche des
erfindungsgemäßen aufschäumbaren Körpers oder des expandierenden Schaumes durch Kühlung
daran gehindert wird, so stark wie in den nichtgekühlten Bereichen aufzuschäumen.
Dabei kann die Kühlung durch geeignete Kühlmedien oder durch Kontakt mit kalten Materialien
bewirkt werden. Die Kühlung kann auf die gesamte Oberfläche oder auch nur auf Teilbereiche
einwirken.
[0021] Integralschaumartige Metallkörper lassen sich durch Bekleben eines Metallschaumes
mit artgleichen oder artfremden Werkstoffen herstellen. Neben dem Kleben sind auch
andere Fügeverfahren und Befestigungsverfahren (Löten, Schweißen, Anschrauben) anwendbar.
Schließlich kann ein Metallschaum auch mit Metallschmelzen oder anderen, zunächst
flüssigen und dann erstarrenden oder erhärtenden Materialien umgossen werden.
[0022] In den nachfolgenden Beispielen wird der Verlauf der erfindungsgemäßen Verfahren
und einer Verwendung des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten aufschäumbaren
Körper dargestellt:
Beispiel 1
[0023] Eine Pulvermischung der Zusammensetzung AIMg1 mit 0,2 Gewichtsprozent Titanhydrid
wurde in eine Heißpreßvorrichtung gefüllt und unter einem Druck von 60 MPa auf eine
Temperatur von 500 C erwärmt. Nach einer Haltezeit von 30 Minuten wurde die Probe
entlastet, ausgebaut und abgekühlt. Das Aufschäumen erfolgte durch Erwärmung der Probe
in einem auf 800°C vorgeheizten Laborofen. Die Dichte des entstandenen Aluminiumschaumes
lag bei ca. 0,55 g/cm
3.
Beispiel 2:
[0024] Eine Pulvermischung der Zusammensetzung AIMg2 mit 0,2 Gewichtsprozent Titanhydrid
wurde in der Heißpreßvorrichtung unter einem Druck von 100 MPa und einer Temperatur
von 550 C kompaktiert und nach einer Haltezeit von 29 Minuten entlastet und ausgebaut.
Das anschließende Aufschäumen der Probe erfolgte durch Erwärmung der Probe in einem
auf 800°C vorgeheizten Laborofen und führte zu einem Schaum der Dichte 0,6 g/
cm3.
Beispiel 3:
[0025] Eine Pulvermischung aus Reinaluminiumpulver und 1,5 Gewichtsprozent Natriumbicarbonat
(NaHCOa) wurde in eine Heißpreßvorrichtung gefüllt und unter einem Druck von 150 MPa
auf eine Temperatur von 500° C erwärmt. Nach einer Haltezeit von 20 Minuten wurde
die Probe ausgebaut und in einem auf 850 C vorgeheizten Ofen aufgeschäumt. Die Dichte
des entstandenen Aluminiumschaums lag bei 1,3 g/cm
3.
Beispiel 4:
[0026] Eine Pulvermischung aus Reinaluminiumpulver und 2 Gewichtsprozent Aluminiumhydroxid
wurde in die Heißpreßvorrichtung gefüllt und unter einem Druck von 150 MPa auf eine
Temperatur von 500. C erwärmt. Nach einer Haltezeit von 25 Minuten wurde die Probe
ausgebaut und in einem auf 850 C vorgeheizten Ofen aufgeschäumt. Die Dichte des entstandenen
Aluminiumschaums betrug 0,8
g/cm3.
Beispiel 5:
[0027] Ein Bronzepulver der Zusammensetzung 60% Cu und 40% Sn wurde mit 1 Gewichtsprozent
Titanhydridpulver vermischt und diese Pulvermischung bei einer Temperatur von 500
C und einem Druck von 100 MPa 30 Minuten lang kompaktiert. Anschließend wurde die
kompaktierte Probe in einem auf 800 C vorgeheizten Ofen erwärmt und dadurch aufgeschäumt.
Der resultierende Bronzeschaum hatte eine Dichte von etwa 1,4 g/cm
3.
Beispiel 6:
[0028] Eine Mischung aus 70 Gewichtsprozent Kupferpulver und 30 Gewichtsprozent Aluminiumpulver
wurde mit 1 Gewichtsprozent Titanhydrid vermischt und diese Pulvermischung bei einer
Temperatur von 500°C und einem Druck von 100 MPa 20 Minuten lang kompaktiert. Anschließend
wurde die kompaktierte Probe in einem auf 950 C vorgeheizten Ofen erwärmt und dadurch
aufgeschäumt. Die Dichte dieser geschäumten Kupferlegierung lag unter 1 g/c
m3.
[0029] Weitere Versuche zur Herstellung von Nickelschaum haben bereits zu ersten brauchbaren
Ergebnissen geführt.
Beispiel 3:
[0030] Eine Pulvermischung aus Reinaluminiumpulver und 1,5 Gewichtsprozent Natriumbicarbonat
(NaHC0
3) wurde in eine Heißpreßvorrichtung gefüllt und unter einem Druck von 150 MPa auf
eine Temperatur von 500 °C erwärmt. Nach einer Haltezeit von 20 Minuten wurde die
Probe ausgebaut und in einem auf 850 C vorgeheizten Ofen aufgeschäumt. Die Dichte
des entstandenen Aluminiumschaums lag bei 1,3 g/cm
3.
Beispiel 4:
[0031] Eine Pulvermischung aus Reinaluminiumpulver und 2 Gewichtsprozent Aluminiumhydroxid
wurde in die Heißpreßvorrichtung gefüllt und unter einem Druck von 150 MPa auf eine
Temperatur von 500°C erwärmt. Nach einer Haltezeit von 25 Minuten wurde die Probe
ausgebaut und in einem auf 850 C vorgeheizten Ofen aufgeschäumt. Die Dichte des entstandenen
Aluminiumschaums betrug 0,8
g/cm3.
Beispiels 5:
[0032] Ein Bronzepulver der Zusammensetzung 60% Cu und 40% Sn wurde mit 1 Gewichtsprozent
Titanhydridpulver vermischt und diese Pulvermischung bei einer Temperatur von 500
C und einem Druck von 100 MPa 30 Minuten lang kompaktiert. Anschließend wurde die
kompaktierte Probe in einem auf 800° C vorgeheizten Ofen erwärmt und dadurch aufgeschäumt.
Der resultierende Bronzeschaum hatte eine Dichte von etwa 1,4 g/cm
3.
Beispiel 6:
[0033] Eine Mischung aus 70 Gewichtsprozent Kupferpulver und 30 Gewichtsprozent Aluminiumpulver
wurde mit 1 Gewichtsprozent Titanhydrid vermischt und diese Pulvermischung bei einer
Temperatur von 500 C und einem Druck von 100 MPa 20 Minuten lang kompaktiert. Anschließend
wurde die kompaktierte Probe in einem auf 950 °C vorgeheizten Ofen erwärmt und dadurch
aufgeschäumt. Die Dichte dieser geschäumten Kupferlegierung lag unter 1 g/
cm3.
[0034] Weitere Versuche zur Herstellung von Nickelschaum haben bereits zu ersten brauchbaren
Ergebnissen geführt.
Beispiel 7:
[0035] Eine Pulvermischung aus Aluminiumpulver und 0,4 Gewichtsprozent Titanhydridpulver
wurde auf eine Temperatur von 350°C erwärmt. Anschließend wurde diese erwärmte Pulvermischung
dem Walzspalt zugeführt und in 3 Stichen umgeformt. Als Ergebnis lag ein Blech vor,
welches an ruhender Luft abgekühlt wurde. Aus diesem Blech wurden Abschnitte der Abmessung
100m x 100mm herausgetrennt, wobei die rißbehafteten Randbereiche entfernt wurden.
Das Aufschäumen dieser Abschnitte erfolgte frei in einem auf 850°C vorgewärmten Ofen
und führte zu Dichtewerten von ca. 0,8 g/cm
3. In einer Abwandlung des Verfahrens wurde nach dem ersten Stich eine Zwischenwärmung
für 15 Minuten bei 400° C durchgeführt. Durch diese Zwischenwärmung konnte das Auftreten
der Kantenrisse weitgehend reduziert werden.
[0036] Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in den Figuren 1 und
2 dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 das Herstellen eines aufschäumbaren Integralmetallkörpers in einer Form;
Fig. 2 das Herstellungsverfahren eines aufschäumbaren Integralmetallkörpers durch
Strangpressen;
Fig. 3 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens und dessen Verwendung;
[0037] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, wird in eine Heißpreßvorrichtung 1 eine Schicht 2 aus
treibmittelfreiem Metallpulver eingefüllt, anschließend eine Schicht aus treibmittelhaltigem
Metallpulver 3 und schließlich wiederum eine Schicht 2' aus treibmittelfreiem Metallpulver.
Nach Durchführung des erfindungsgemäßen Kompaktierungsverfahrens wird ein Preßling
4 erhalten, welcher gegebenenfalls zu einem weiteren Körper 5 umgeformt werden kann.
Dieser Körper kann anschließend auch zu einem Körper 6 aufgeschäumt werden. Dabei
bilden die treibmittelfreien Metallschichten jeweils eine feste, wenig poröse Bodenschicht
7 bzw. Deckschicht 8, zwischen denen sich eine hochporöse Metallschaumschicht 9 befindet.
[0038] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Integralschäumen ist in Fig. 2 dargestellt.
Hier wird die Öffnung 19 eines Strangpreßwerkzeuges 11 zunächst durch eine Scheibe
aus massivem Metallstück 12 abgedeckt. Anschließend wird der Preßraum des Werkzeuges
mit treibmittelhaltigem Metallpulver 13 gefüllt und die Pulvermischung unter einen
Druck von etwa 60 MPa gesetzt. Durch Aufheizen des Werkzeuges mitsamt der Pulvermischung
13 wird die letztere verdichtet. Danach wird der Preßdruck so weit erhöht, daß der
zentrale Bereich der Massivmetallplatte 12, welche die Öffnung 10 des Werkzeuges verschließt,
durch diese Öffnung 10 hindurchfließt und diese so freigibt. Im weiteren Verlauf des
Preßvorganges wird das aufschäumbare Halbzeug 14 gemeinsam mit dem Massivmaterial
12 durch die Öffnung 10 gepreßt, wobei das Massivmaterial 12 den aufschäumbaren Körper
in Form einer äußeren Schicht 13 umschließt. Nach dem Aufschäumen dieses Verbundkörpers
umgibt eine wenig poröse Schicht einen Kern aus hochporösem geschäumten Metall.
[0039] In Fig. 3 ist eine schematische Darstellung des erfindungsgmäßen Verfahrens und eine
Anwendung wiedergegeben: Ein Metallpulver 15 wird mit einem Treibmittelpulver 16 intensiv
vermischt. Die so erhaltene Mischung 17 wird in einer Presse 18 unter Druck und Temperatureinfluß
kompaktiert. Nach dem Kompaktieren entsteht ein Halbzeug 19. Das Halbzeug 19 kann
beispielsweise zu einem Blech 20 umgeformt werden. Anschließend kann das Blech 20
durch Temperatureinwirkung zu einem fertigen porösen Metallkörper 21 aufgeschäumt
werden.
1. Verfahren zur Herstellung aufschäumbarer Metallkörper, bei dem eine Mischung aus
mindestens einem Metallpulver und mindestens einem gasabspaltenden Treibmittelpulver
hergestellt und zu einem Halbzeug heißkompaktiert wird, dadurch gekennzeichnet, daß
die Heißkompaktierung bei einer Temperatur stattfindet, bei der die Verbindung der
Metallpulverteilchen überwiegend durch Diffusion erfolgt und bei einem Druck, der
hoch genug ist, um die Zersetzung des Treibmittels zu verhindern derart, daß die Metallteilchen
sich in einer festen Verbindung untereinander befinden und einen gasdichten Abschluß
für die Gasteilchen des Treibmittels darstellen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur beim Heißkompaktieren
oberhalb der Zersetzungstemperatur des Treibmittels liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Beendigung des Heißkompaktierungsvorganges
die Wärmeeinwirkung und die Druckeinwirkung gleichzeitig aufgehoben werden und daß
die vollständige Abkühlung des metallischen Körpers ohne Druckeinwirkung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Pulvermischung Verstärkungskomponenten
wie hochfeste Fasern, insbesondere auf keramischer Basis oder Keramikpartikel beigemischt
sind.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß dem Schritt des Heißkompaktierens
sich ein Verfahrensschritt anschließt, bei dem die Verstärkungskomponenten in einer
Vorzugsrichtung ausgerichtet werden.
6. Verfahren zur Herstellung aufschäumbarer Metallkörper bei dem eine Mischung aus
mindestens einem Metallpulver und mindestens einem gasabspaltenden Treibmittelpulver
hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß diese Mischung gewalzt wird, bei erhöhter
Temperatur und bei einem Druck, der hoch genug ist, um die Zersetzung des Treibmittels
zu verhindern derart, daß die Metallteilchen sich in einer festen Verbindung untereinander
befinden und einen gasdichten Abschluß für die Gasteilchen des Treibmittels darstellen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Walztemperatur 3500
c-400 C bei Materialien Aluminium und Titanhydrid beträgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach einzelnen Walzstichen
das vorgewalzte Halbzeug zwischenerwärmt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Zwischenerwärmung
400 C beträgt und die Zeitdauer 15 Minuten.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Treibmittelpulver mit unterschiedlichen Zersetzungstemperaturen
verwendet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Heißkompaktieren in
einer Form erfolgt, wobei die Pulvermischung ganz oder teilweise durch ein treibmittelfreies
Metall oder Metallpulver umgeben ist.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Heißkompaktieren durch
Strangpressen erfolgt, wobei der Pulvermischung ein treibmittelfreies Metallstück
vorgelagert ist.
13. Verwendung des im Verfahren nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche
hergestellten metallischen Körpers zur Herstellung eines porösen Metallkörpers durch
Aufheizen auf eine Temperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur des Treibmittels
und anschließendes Abkühlen des so aufgeschäumten Körpers.
14. Verwendung des im Verfahren nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche
1 bis 12 hergestellten metallischen Körpers zur Herstellung eines porösen Metallkörpers
durch Aufheizen auf eine Temperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur des Treibmittels
im Temperaturbereich des Schmelzpunktes des verwendeten Metalles bzw. im Solidus-Liquidus
Intervall der verwendeten Legierung und anschließendes Abkühlen des so aufgeschäumten
Körpers.
15. Verwendung des im Verfahren nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche
1 bis 12 hergestellten metallischen Körpers zur Herstellung eines porösen Metallkörpers
durch Aufheizen auf eine Temperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur des Treibmittels,
wobei beim Aufschäumen des metallischen Körpers unterschiedliche Temperatur- und Zeitwerte
in Abhängigkeit von der zu erreichenden Dichte des herzustellenden Metallkörpers eingestellt
sind und anschließendes Abkühlen des so aufgeschäumten Körpers.
16. Verwendung des im Verfahren nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche
1 bis 12 hergestellten metallischen Körpers zur Herstellung eines porösen Metallkörpers
durch Aufheizen auf eine Temperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur des Treibmittels,
wobei die Aufheizgeschwindigkeit zwischen 1 und 5°C/sec beträgt und anschließendes
Abkühlen des so aufgeschäumten Körpers mit einer Geschwindigkeit, die im Verhältnis
zum Volumen des aufgeschäumten Körpers derart hoch ist, daß weiteres Aufschäumen abgebrochen
wird.