[0001] Die Erfindung betrifft einen Teleskopausleger der im Oberbegriff des Patentanspruchs
angegebenen Gattung. Ein solcher Teleskopausleger ist bereits aus der DE 35 10 710
C2 bekannt.
[0002] Diese Veröffentlichung zeigt einen dreiteiligen Teleskopausleger mit zwei teleskopierbaren
Auslegerteilen und einer hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit, wobei die einzelnen
Auslegerteile gegeneinander verriegelbar sind und bei denen durch Kuppeln des Kopfes
der Kolbenstange an zwei verschiedenen Stellen innerhalb des inneren Teleskopteils
(des Kopfteils) zwei verschiedene Auslegerlängen, nämlich 2/3 der maximalen Länge
bzw. die ganze maximale Auslegerlänge, verwirklicht werden können. Wird anstelle eines
einfachen Hydraulikzylinders ein Hydraulikzylinder mit teleskopierbarer Kolbenstange
mit n Stufen verwendet, so sind (n + 1) teleskopierbare Auslegerteile bzw. ein Ausleger
mit insgesamt (n + 2) Auslegerteile handhabbar.
[0003] Aus der US-A-4,514,939 ist ein teleskopierbarer Ausleger bekannt, der aus einem Grundkörper
und mehreren teleskopierbaren Auslegerteilen sowie einer hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit
besteht. Bei diesem bekannten Teleskopausleger läßt sich das freie Ende der Kolbenstange
dieser Kolben-Zylinder-Einheit nur an einer einzigen Stelle mit dem Grundkörper verbinden.
Im übrigen kann das freie Ende dieser Kolbenstange lediglich mit dem nächst kleineren
Auslegerteil verbunden werden.
[0004] In ihrer zweiten Stellung ist die Kolben-Zylinder-Einheit nur indirekt mit dem Grundteil
gekoppelt und zwar über dessen Kupplung mit dem ersten teleskopierbaren Auslegerteil.
[0005] Mit zunehmender Stufenzahl der Ausschiebeanordnung steigen die Gewichte des Teleskopauslegers
und der dafür erforderliche technische Aufwand. Mit steigendem Gewicht des Auslegers
nimmt die zulässige Belastung bei sonst gleichen Verhältnissen ab, insbesondere bei
vorgegebener Achslast eines Kranfahrzeuges.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen teleskopierbaren Kranausleger der
im Oberbegriff des Patentanspruchs angegebenen Gattung so zu gestalten, daß im Vergleich
mit bekannten Kranauslegern mit gegebener Ausschiebeanordnung ein weiteres teleskopierbares
Auslegerteil gehandhabt werden kann bzw. daß bei einem Kranausleger mit vorgegebener
Anzahl von Auslegerteilen die zulässige Belastung zumindest bei Teillängen des Auslegers
gesteigert werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Patentanspruchs gelöst.
[0008] Soweit die Ausschiebeanordnung aus mehreren Ausschiebevorrichtungen, z.B. Hydraulikzylindern,
besteht, bezieht sich die erfindungsgemäße Maßnahme analog auf diejenige Ausschiebevorrichtung,
die sich innerhalb des Grundkörpers befindet.
[0009] Ausgehend davon, daß die Ausschiebeanordnung zunächst in dem dem Kopfteil bzw. der
Seilrollenanordnung abgewandten Ende mit dem Grundkörper gekuppelt ist, ist es mit
der erfindungsgemäßen Maßnahme möglich alle teleskopierbaren Auslegerteile zusammen
auszuschieben, wobei diese in bekannter Weise untereinander vorriegelt sind. Bei der
ersten Ausschiebestufe wird somit nicht der schwächste Querschnitt des Kopfteils,
sondern der relativ tragfähigste Querschnitt des dem Grundkörper unmittelbar folgenden
teleskopierbaren Auslegerteils zum Tragen herangezogen. Folglich kann bei dieser Teillänge
eine größere Last angehängt werden.
[0010] Zum weiteren Ausfahren des Auslegers kann die Kupplung zwischen der Ausschiebeanordnung
und dem Grundkörper gelöst und die Ausschiebeanordnung auf ihre ursprüngliche Länge
zurückgefahren werden. Da die Ausschiebeanordnung im Kopfteil des Auslegers angelenkt
ist, bedeutet dies, daß der Anlenk- oder Kupplungspunkt der Ausschiebeanordnung innerhalb
des Grundkörpers um eine Hublänge in Richtung auf die Seilrollenanordnung bzw. das
Kopfteil gezogen wird. In dieser zweiten Stellung wird die Ausschiebeanordnung mit
dem Grundkörper neu gekuppelt und mit jedem Hub der Ausschiebeanordnung kann der Ausleger
in bekannter Weise um eine Teillänge weiter ausgefahren bzw. verlängert werden. Insgesamt
sind mit der erfindungsgemäßen Maßnahme bei einer Ausschiebeanordnung mit n Hüben
bzw. Stufen (n + 1) Auslegerteile bei zumindest teilweise größeren zulässigen Lastwerten
handhabbar. Sofern die Ausschiebeanordnung auch im Kopfteil des Auslegers an zwei
axial verschiedenen Stellen kuppelbar ist, können sogar (n + 2) teleskopierbare Auslegerteile
bzw. ein Ausleger mit insgesamt (n + 3) Auslegerteilen (einschließlich Grundkörper)
gehandhabt werden.
[0011] In jedem Fall kann die Ausschiebeanordnung bei vorgegebener Anzahl von Teleskopteilen
gegenüber bekannten Teleskopauslegern um einen Hub bzw. eine Stufe einfacher ausgebildet
sein und damit mit geringerem Aufwand hergestellt werden. Außerdem ergeben sich Material-
und Gewichtseinsparungen, die zur Verstärkung der tragenden Teile des Auslegers genutzt
werden können.
[0012] Da die Ausschiebeanordnung sowohl im Grundkörper als auch im Kopfteil des Auslegers
an axial verschiedenen Stellen kuppelbar ist, sind zum Kuppeln der genannten Teile
baugleiche Kupplungsvorrichtungen vorgesehen, die sich lediglich in der durch den
verschieden großen Querschnitt der Auslegerteile bedingten Breite unterscheiden. Die
Baugleichheit wirkt sich sowohl bei der Beschaffung wie bei der Ersatzteilbereitstellung
kostengünstig aus.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im folgenden näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Teleskopausleger in der zusammengeschobenen Transportstellung
in einem schematisierten Längsschnitt,
- Fig. 2
- den Ausleger im ausgefahrenen Zustand im Längsschnitt,
- Fig. 3
- einen teilweisen Querschnitt durch den Ausleger längs der Linie III-III in Fig. 1
und
- Fig. 4
- den Ausleger mit einer Verriegelungsanordnung in einer auszugsweisen Seitenansicht
[0014] Der dargestellte Ausleger 1 ist Teil eines (nicht dargestellten) Fahrzeugkrans. Er
ist um eine waagerechte Achse 2 heb- und senkbar und um eine senkrechte Achse dreh-
bzw. schwenkbar gelagert, wie dies beispielsweise in der DE-OS 30 28 241 (Fig. 1)
offenbart ist.
[0015] Der Ausleger 1 weist fünf kastenförmige Auslegerteile auf: Den unmittelbar am Fahrzeugkran
in der waagerechten Achse 2 angelenkten Grundkörper 3, drei weitere teleskopierbare
Zwischenteile 4, 5, 6 und das teleskopierbare Kopfteil 7 mit dem Kopf 8, in dem eine
oder mehrere Rollen 9 zur Führung des Seils 10 angeordnet sind. Jedes Auslegerteil
3...7 ist mit dem ihm benachbarten Auslegerteil durch eine Verriegelungsanordnung
mit je zwei seitlichen Verriegelungseinrichtungen 11.3 (am Grundkörper 3), 11.4 (am
Zwischenteil 4), usw. verriegelbar, wie sie beispielsweise in der DE-PS 35 10 710
offenbart sind.
[0016] An der Innenseite der Stege 12 der Auslegerteile 3, 7 sind parallel zur Hauptachse
13 des Auslegers 1 je eine obere und untere Führungsschiene 15, 16 angeordnet. Zwischen
den Führungsschienen 15, 16 sind in den Stegen 12 der Auslegerteile 3, 7 an beiden
Seiten mittig zwischen den Führungsschienen 15, 16 Ausnehmungen 17 vorgesehen, und
zwar im Grundkörper 3 die Ausnehmungen 17.3.1 im Bereich der waagerechten Achse 2
und 17.3.2 im von der waagerechten Achse 2 wegweisenden Bereich und im Kopfteil 7
die Ausnehmungen 17.7.1 (in dem dem Grundkörper 3 zugewandten Bereich) und (in der
Nähe des Kopfes 9) 17.7.2 (soweit im folgenden nicht eine bestimmte Ausnehmung gemeint
ist, wird allgemein das Bezugszeichen 17 verwendet).
[0017] Innerhalb der Auslegerteile 3...7 befindet sich ein Hydraulikzylinder 20 mit einer
zweistufigen Kolbenstange 21, 21a. Sowohl am Fuß des eigentlichen Hydraulikzylinders
20 als auch am freien Ende der Kolbenstange 21a ist je eine Kupplungsvorrichtung 22.3
bzw. 22.7 befestigt. Diese Kupplungseinrichtungen (im folgenden auch nur kurz mit
22 bezeichnet) weisen nach außen weisende Sicherungs- oder Kupplungsbolzen 27 auf,
die in der kuppelnden Position in die Ausnehmungen 17 in den Stegen 12 des Auslegerteils
3 bzw. 7 eingreifen. Zum Entkuppeln kann ein gasförmiges oder flüssiges Druckmedium
herangezogen werden, das durch einen Anschluß 34 in die Kupplungsvorrichtung gelangt.
Im Falle der Druckbeaufschlagung durch das Medium werden die Kupplungsbolzen 27 in
Richtung auf die senkrechte Längsmittelebene 35 der Auslegerteile 3, 7 bzw. des ganzen
Auslegers 1 bewegt und aus den Ausnehmungen 17 der Stege 12 zurückgezogen: Der Hydraulikzylinder
20 bzw. die Kolbenstange 21a sind von dem Auslegerteil 3 bzw. 7 entkuppelt. Die Kupplungsvorrichtungen
22.3 bzw. 22.7 sind zwischen den Führungsschienen 15, 16 gleitbar geführt.
[0018] Die Kupplungsvorrichtungen 22.3 und 22.7 weisen untereinander den gleichen Aufbau
auf. Sie unterscheiden sich, durch die Größe der zugeordneten Auslegerteile 3 bzw.
7 bedingt, lediglich in ihrer Breite bzw. ihrer axialen Erstreckung.
[0019] Die Versorgung des Hydraulikzylinders 20 und der Kupplungsvorrichtungen 22.3 bzw.
22.7 mit Druckmedium kann über (nicht dargestellte) flexible Leitungen von einer Schlauch-
bzw. Kabeltrommel oder über eine an sich bekannte Energieführungskette 37 erfolgen.
[0020] Zur Überwachung der Stellung der Kupplungsbolzen 27 sind, wie z. B. in der DE-PS
35 10 710 offenbart, mechanische Endschalter oder induktive Näherungsschalter vorgesehen.
Sowohl die Betätigung als auch die Überwachung der Kupplungsvorrichtungen 22.3 und
22.7 kann somit zentral von dem Bedienungsstand des Fahrzeugkrans erfolgen.
[0021] In der zusammengeschobenen Transportstellung des Auslegers 1 greifen die Kupplungsbolzen
27 der Kupplungsvorrichtungen 22.3 bzw. 22.7 in die Ausnehmungen 17.3.1 am Anfang
des Grundkörpers 3 bzw. 17.7.2 am Ende des Kopfteils 7 ein.
[0022] Durch Ausfahren der Kolbenstange 21 werden die Ausleger- oder Teleskopteile 4 bis
7 bei entriegelter Verriegelungsanordnung 11.3 am Grundkörper 3 zusammen ausgeschoben
und die Verriegelungsanordnung 11.3 anschließend wieder verriegelt. In einem weiteren
Schritt wird die Verriegelungsanordnung 11.4 entriegelt und es werden die Teleskopteile
5 bis 7 durch weiteres Ausfahren der Kolbenstange 21a in einer zweiten Stufe gemeinsam
ausgefahren.
[0023] Nach dem Verriegeln der Verriegelungsanordnung 11.4 werden die Kupplungsbolzen 27
der Kupplungsvorrichtung 22.3 aus den Ausnehmungen 17.3.1 des Grundauslegers 3 zurückgezogen,
so daß der Hydraulikzylinder 20 von dem Grundkörper 3 entkuppelt ist. Im folgenden
wird die Kolbenstange 21a eingezogen. Da die Kolbenstange 21a mit dem Kopfteil 7 gekuppelt
ist, bedeutet dies, daß der Zylinder 20 - mit der entkuppelten Kupplungsvorrichtung
22.3 - bei gegebener Relativbewegung zu den Kolbenstangen 21, 21a - in Richtung auf
das Kopfteil 7 gezogen wird. Dabei gleitet die Kupplungsvorrichtung 22.3 am Fuß des
Zylinders 20 in den Führungsschienen 15, 16 des Grundkörpers 3 in Richtung auf das
Kopfteil in die in Fig. 2 dargestellte Stellung. Durch Sperrung bzw. Aufhebung der
Druckbeaufschlagung der Kupplungsvorrichtung 22.3 durch den Anschluß 34 werden die
Kupplungsbolzen 27 in der neuen Stellung in dem von der Achse 2 abgewandten Bereich
des Grundkörpers 3 durch die Federn 30 in die Ausnehmungen 17.3.2 gedrückt.
[0024] Von der durch die Ausnehmungen 17.3.2 gegebenen neuen Position des Hydraulikzylinders
20 werden bei einem erneuten Ausfahren der Kolbenstange 21a die beiden äußeren Teleskopteile
6, 7 gemeinsam ausgefahren. Durch Entkuppeln der Kupplungsvorrichtung 22.7 aus den
Ausnehmungen 17.7.2 und Zurückziehen der Kolbenstange 21a kann die Kolbenstange 21a
in der in Fig. 2 dargestellten, durch die Ausnehmungen 17.7.1 gegebenen Lage mit dem
Kopfteil 7 gekuppelt werden. Durch abermaliges Ausfahren der Kolbenstange 21a wird
der Ausleger in seine größte, in Fig. 2 dargestellte, Erstreckung gebracht.
[0025] Zur Erzielung einer besseren Unterteilung der Auslegelänge können der Grundkörper
3 und das Kopfteil 7 zwischen den Ausnehmungen 17.3.1 und 17.3.2 bzw. 17.7.1 und 17.7.2
natürlich weitere Ausnehmungen in vorgebbaren Abständen aufweisen.
1. Teleskopausleger, bestehend aus einem Grundkörper und mehreren teleskopierbaren Auslegerteilen
und einer Ausschiebeanordnung, wobei jeweils zwei benachbarte Auslegerteile untereinander
verriegelbar sind und die Ausschiebeanordnung (20, 21, 21a) durch eine Kupplungsvorrichtung
(22, 7) an zwei axial verschiedenen Stellen (17.7.1; 17.7.2), deren Abstand im wesentlichen
der Hublänge eines teleskopierbaren Auslegerteils (4, 5, 6, 7) entspricht, mit dem
teleskopierbaren Kopfteil axial belastbar kuppelbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausschiebeanordnung (20, 21, 21a) durch eine weitere Kupplungsvorrichtung
(22.3) an zwei axial verschiedenen Stellen (17.3.1; 17.3.2), deren Abstand im wesentlichen
wiederum der Hublänge eines teleskopierbaren Auslegerteils (4, 5, 6, 7) entspricht,
mit dem Grundkörper (3) axial belastbar kuppelbar ist, wobei die beiden Kupplungsvorrichtungen
(22.3; 22.7), abgesehen von ihrer Breite, baugleich ausgebildet sind.
1. A telescopic jib, consisting of a base element and a number of telescopically movable
jib parts and an extension system, each pair of adjacent jib parts being lockable
together and the extension system (20, 21, 21a) being adapted to be coupled, for axial
loading, to the telescopically movable head part by means of a coupling device (22,
7) at two axially different locations (17.7.1; 17.7.2), the distance between which
corresponds substantially to the length of travel of a telescopically movable jib
part (4, 5, 6, 7), characterised in that the extension system (20, 21, 21a) is adapted
to be coupled by another coupling device (22.3) to the base element (3) for axial
loading at two axially different locations (17.3.1; 17.3.2), the distance between
which again corresponds substantially to the length of travel of a telescopically
movable jib part (4, 5, 6, 7), the two coupling devices (22.3; 22.7) being of identical
construction, except for their width.
1. Flèche télescopique, constituée d'un corps de base et de plusieurs parties télescopiques
de flèche ainsi que d'un mécanisme d'extension, dans laquelle à chaque fois deux parties
de flèche adjacentes peuvent être bloquées ensemble et le mécanisme d'extension (20,
21, 21a) peut être couplé à la partie de tête télescopique, de manière à pouvoir exercer
une poussée axiale, au moyen d'un dispositif de couplage (22, 7) en deux positions
(17.7.1 ; 17.7.2) axialement différentes de l'axe et séparées d'une distance correspondant
sensiblement à la course d'une partie de flèche (4, 5, 6, 7) télescopique, caractérisée en ce que le mécanisme d'extension (20, 21, 21a) peut être couplé au corps de base (3), de
manière à pouvoir exercer une poussée axiale, au moyen d'un autre dispositif de couplage
(22.3), en deux positions (17.3.1 ; 17.3.2) axialement différentes et séparées d'une
distance correspondant de nouveau sensiblement à la course d'une partie de flèche
(4, 5, 6, 7) télescopique, les deux dispositifs de couplage (22.3 ; 22.7) étant construits
identiquement, mis à part leurs largeurs.