[0001] Die Erfindung betrifft einen Dieselmotor gemäß den im Oberbegriff des Patentanspruches
1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Ein Dieselmotor der gattungsgemäßen Bauart ist aus der DE-AN S 24 846, 46b1, 23,
v. 09.07.1953 bekannt. Dabei ist im Zylinderkopf des Dieselmotors neben den Gaswechselventilen
pro Zylinder ein Drosselventil für den Motorbremsbetrieb vorgesehen, welches schräg
eingebaut ist und am Ventilteller einen Verdrängungskörper aufweist. Der Verdrängungskörper
ragt in einen angrenzenden Überströmraum, der sich bis in die Ebene des Zylinderkopfbodens
erstreckt. Das Schadvolumen, das der Überströmraum aufgrund des Schrägeinbaus des
Drosselventils und dessen Ventilsitzrückstandes im Zylinderkopf ausbildet, kann jedoch
vom Verdrängungskörper nur teilweise ausgefüllt werden. Ein Schadvolumen von derartiger
Größe führt besonders bei niedrigen Drehzahlen zu erheblichen Verschlechterungen der
motorischen Werte. Ein weiterer Nachteil zeigt sich in der Ausformung des Verdrängungskörpers
am Ventilteller, welche eine ungünstige Strömungsführung vom Brennraum in den Gasauslaßkanal
besitzt.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, im Hinblick auf die Erzielung guter
motorischer Werte einerseits das Schadvolumen weitestgehend zu reduzieren und andererseits
die Strömungsführung vom Brennraum in den Gasauslaßkanal zu verbessern.
[0004] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 angegebenen kennzeichnenden
Merkmale gelost.
[0005] Durch die Erfindung erfolgt nicht nur eine Minimierung des Schadvolumens, sondern
auch eine Verlagerung in den Kolbenboden, in dem es kaum noch eine nachteilige Wirkung
auf den Luftdrall hat.
[0006] Dabei wird der Ventilsitz bis zur Ebene des Zylinderkopfbodens vorgezogen, wodurch
das Schadvolumen im Zylinderkopf zunächst reduziert wird. Eine weitere Reduzierung
des Schadvolumens wird sodann dadurch erzielt, daß die Form einer für den Überstand
des Drosselventils im Kolbenboden eingelassenen Mulde dem am Ventilteller angeordneten
Verdrängungskörper derart angepaßt ist, daß bei maximalem Ventilhub des Drosselventils
und in OT-Stellung des Kolbens die Mulde weitestgehend ausgefüllt ist. Des weiteren
wird hierdurch die Luftströmung (Drallbewegung) der in den Zylinder eingesaugten Verbrennungsluft
kaum mehr beeinträchtigt, was insbesondere bei Dieselmotoren mit direkter Einspritzung
des Kraftstoffs in eine im Kolbenboden vorgesehene Brennraummulde von Vorteil ist.
[0007] Um das Schadvolumen so klein wie möglich zu halten, ist nach Anspruch 2 der Verdrängungskörper
am Ventilteller so ausgestaltet, daß er den Überströmraum zwischen Ventilsitz und
Zylinderkopfboden weitgehend ausfüllt. Dies wird mit der hufartigen Ausbildung des
Verdrängungskörpers erzielt.
[0008] In einer besonders günstigen Ausgestaltung weist nach Anspruch 3 der hufförmige Verdrängungskörper
parallel zum Drosselventilkanal verlaufende Seitenflächen und eine bündig zum Zylinderkopfboden
verlaufende Grundfläche auf, wobei das Schadvolumen bis auf ein geringes Ausmaß reduziert
wird.
[0009] Als weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Drosselventils ist nach Anspruch 4 der
Verdrängungskörper ballig ausgebildet. Dadurch wird das Ventil besser umströmt, was
die Strömungsführung vom Brennraum in den Gasauslaßkanal optimiert. Außerdem führt
die ballige Ausbildung des Verdrängungskörpers zu einer Form der Mulde im Kolbenboden,
welche als Kugelkalotte das kleinstmögliche Schadvolumen aufweist. Insgesamt führt
diese Ausführungsform zu einer Lösung, mit der sowohl eine gute Umströmung des Drosselventils
und damit eine bestmögliche Motorbremsleistung als auch ein kleinstmögliches Schadvolumen
im Zylinderkopf und Kolbenboden erreicht wird. Durch die gerundete Kontur des Verdrängungskörpers
und der Mulde wird ferner die Luftbewegung (Drall) im Zylinder kaum noch beeinträchtigt.
Ein weiterer Vorteil der Ausgestaltung liegt in der zur Drosselventilachse rotationssymmetrischen
Form des Verdrängungskörpers, wodurch sich das Drosselventil im Betrieb ungehindert
drehen kann, so daß auf eine Ventilführung verzichtet werden kann. Schließlich wird
die Stabilität des Drosselventils erhöht, da der Ventilteller durch die Ausformung
eine Verstärkung am Ventilsitz aufweist, wodurch ein Durchbiegen des Tellers während
der betrieblichen Beanspruchung verhindert wird.
[0010] In zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltungen der Erfindung nach den Ansprüchen 5
und 6 sind Abmessungen und Größenverhältnisse von Ventilsitzdurchmesser und Querschnittsdurchmesser
des Überströmraumes sowie von Ventilsitzdurchmesser und Durchmesser des Gasauslaßkanals
strömungstechnisch so günstig aufeinander abgestimmt, daß eine besonders gute Drosselwirkung
des Drosselventils erzielt wird.
[0011] Als weitere Ausgestaltung der Erfindung wäre am Ventilteller ein ballig oder hufförmig
ausgebildeter Verdrängungskörper denkbar, dessen Konturen knapp oberhalb der Ebene
des Zylinderkopfbodens liegen. Dadurch werden Beschädigungen am Drosselventil, die
in der Montage bei einem Absetzen des Zylinderkopfes durch Aufschlagen auf einer harten
Unterlage entstehen können, verhindert.
[0012] In der nachfolgenden Zeichnungsbeschreibung werden zwei Ausführungsbeispiele der
Erfindung näher erläutert.
[0013] Es zeigt:
Figur 1 im teilweisen Längsschnitt einen Zylinderkopf mit schrägeingebautem Drosselventil
und ballig ausgebildetem Verdrängungskörper sowie einer angepaßten Mulde im Kolbenboden,
Figur 2 den Zylinderkopf mit Drosselventil im teilweisen Längsschnitt aus Figur 1
mit hufförmigem Verdrängungskörper und entsprechend angepaßter Mulde im Kolbenboden.
[0014] In Figur 1 ist ein Teil eines Zylinderkopfes 1 im Bereich des Zylinderkopfbodens
2 und ein diesem zugeordneter Teil eines Kolbens 3 dargestellt. Im Zylinderkopf 1
befindet sich ein schräg eingelassener Gasauslaßkanal 4, der in der Nähe des Zylinderkopfbodens
2 in einen Überströmraum 5 mit einer Öffnung zum Kolben 3 hin mündet. Gemäß der schrägen
Anordnung des Gasauslaßkanals 4 bilden dessen Wandungen 6 an der Einmündung in den
Überströmraum 5 einen schrägen Ventilsitz 7 aus. Dabei schließt der Ventilsitz 7 in
einem unteren Umfangsbereich bündig mit dem Zylinderkopfboden 2 ab. An dem Ventilsitz
7 liegt ein Ventilteller 8 eines im Gasauslaßkanal 4 befindlichen Drosselventils 9,
wobei die Bodenfläche des Ventiltellers 8 einen ballig ausgeformten rotationssymmetrisch
zu einer Drosselventilachse 10 angeordneten Verdrängungskörper 11 aufweist. Dabei
schließt ein von der Drosselventilachse 10 begrenzter unterer Teilbogen 12 der Außenkontur
des balligen Verdrängungskörpers 11 mit der Ebene des Zylinderkopfbodens 2 nahezu
vollständig bündig ab. Im Kolbenboden 13 ist eine Mulde 14 eingelassen, die von dem
in OT-Stellung des Kolbens und bei maximal geöffnetem Drosselventil 9 über den Zylinderkopfboden
2 hinausragenden Teil des Ventiltellers 8 und des Verdrängungskörpers 11 bis auf einen
Spalt vollständig ausgefüllt wird. Die Mulde 14 hat dabei entsprechend der Form des
Verdrängungskörpers 11 eine kalottenförmig gewölbte Kontur. Die Tiefe der Mulde 14
richtet sich nach dem maximalen Ventilhub des Drosselventils 9.
[0015] Eine besondere Ausgestaltung des Verdrängungskörpers 11 und der Mulde 14 zeigt Figur
2. Der Verdrängungskörper 11 ist hufförmig ausgebildet, wobei im Längsschnitt dessen
Seitenflächen 15,16 parallel zur Drosselventilachse 10 verlaufen und seine Grundfläche
17 bündig mit dem Zylinderkopfboden 2 abschließt. Durch diese Ausbildung des Verdrängungskörpers
11 wird der Überströmraum 5 weitgehend ausgefüllt. Die dem hufförmigen Verdrängungskörper
11 entsprechende, durch den Ventilhub erforderliche Form der Mulde 14 im Kolbenboden
13 ist die eines schiefen Zylinders.
[0016] Eine besonders gute Drosselwirkung des Drosselventils 9 wird erreicht, wenn bei einem
Zylinderdurchmesser der Brennkraftmaschine von 125 bis 128 mm der mittlere Ventilsitzdurchmesser
d₁ des Drosselventils 9 etwa 16 mm, der Gasauslaßkanal 4 einen Durchmesser d₂ von
etwa 14 mm, der Ventilhub des Drosselventils 9 etwa 4 mm und der Durchmesser d₄ des
Verbindungskanals 18 zwischen dem Gasauslaßkanal 4 und einer hier nicht weiter dargestellten
Abgasleitung etwa 9.5 mm beträgt. Dabei ist das Drosselventil 9 gegenüber dem Zylinderkopfboden
2 in einem Winkel α von etwa 65° schräg angeordnet.
1. Dieselmotor mit mindestens einem Einlaß- und einem Auslaßventil und einem zusätzlichen
Drosselventil pro Zylinder für den Motorbremsbetrieb, welches schräg im Zylinderkopf
eingebaut und im Motorbremsbetrieb geöffnet ist und welches in geschlossenem Zustand
an einem am Zylinderkopf angeordneten Ventilsitz anliegt, wobei das Drosselventil
einen Ventilteller mit einem Verdrängungskörper aufweist, der in einen zwischen dem
Ventilsitz und einem Zylinderkopfboden angeordneten Überströmraum ragt, wobei im Boden
eines Kolbens eine Mulde eingelassen ist, in die bei OT-Stellung des Kolbens und bei
maximalem Ventilhub des Drosselventils der Verdrängungskörper hineinragt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ventilsitz (7) längs einer Drosselventilachse (10) zumindest mit einem Umfangsbereich
in die Ebene des Zylinderkopfbodens (2) vorgezogen ist, und daß die Form der Mulde
(14) dem Verdrängungskörper (11) derart angepaßt ist, daß bei maximalem Ventilhub
des Drosselventils (9) und in OT-Stellung des Kolbens (3) die Mulde (14) weitestgehend
ausgefüllt ist.
2. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verdrängungskörper (11) hufförmig ausgebildet ist.
3. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der hufförmige Verdrängungskörper (11) parallel zum Gasauslaßkanal (4) verlaufende
Seitenflächen (15,16) und eine bündig zum Zylinderkopfboden (2) verlaufende Grundfläche
(17) besitzt.
4. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verdrängungskörper (11) ballig ausgebildet ist.
5. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Mulde (14) kalottenförmig ausgebildet ist.
6. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Überströmraum (5) in Verlängerung der Drosselventilachse (10) im Querschnitt
kreisförmig ausgebildet ist, dessen Durchmesser d₃ gegenüber dem mittleren Ventilsitzdurchmesser
d₁ um das 1.3 bis 1.5 -fache größer ist.
7. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mittlere Ventilsitzdurchmesser d₁ um das 1.1 bis 1.3 -fache größer ist als
der Durchmesser d₂ des Gasauslaßkanals (4).
8. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Drosselventil (9) gegenüber dem Zylinderkopfboden (2) in einem Winkel α von
etwa 60° bis 70° schräg angeordnet ist.