[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einfärbung von Textilien, bei welchem zugleich
mit der Einfärbung die Oberflächen der Textilien derart mechanisch bearbeitet werden,
daß Verschleißerscheinungen auftreten und daß das Gewebe erweicht.
[0002] Bekannte Verfahren dieser Art dienen insbesondere der Erzeugung von modisch bedingten
speziellen Kleidungsstücken mit Auswascheffekten, wie z. B. von sogenannten "Jeans".
[0003] Hierfür ist ein Verfahren bekannt, bei welchem entweder das fertige Stück oder das
Ausgangsmaterial (Meterware) zunächst vollständig mit der Farbe versehen wird, worauf
anschließend in einem Wasch- und Verschleißvorgang die Farbe bis zu 95 % herausgewaschen
und gleichzeitig während dieses Waschvorganges durch Beigabe von Schleifmitteln, wie
Sand und/oder Bims oder dergleichen der Verschleißeffekt erzielt wird.
[0004] Nachteilig bei diesem bekannten Verfahren ist es, daß es zum einen relativ zeitaufwendig
ist, weil der größte Teil der vorher eingebrachten Farbe wieder entfernt werden muß,
wodurch außerdem ein relativ hoher Energieaufwand gegeben ist, und daß zum anderen
die Umwelt durch die den Gewebestücken entzogene Farbe in hohem Maße belastet wird.
Außerdem ist der Materialaufwand an Farbe und Waschmitteln erheblich.
[0005] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit welchem es möglich ist, sowohl den Energie- als auch den Materialaufwand
als auch die Umweltbelastung möglichst gering zu halten.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Textilien als Fertigstücke
oder Meterware im Durchlauf von den Borstenenden von Bürsten beaufschlagt werden,
durch die gleichzeitig eine Farbflotte mit einem sehr geringen Farbanteil in der Größenordnung
von etwa 0,01 bis 0,05 g/l auf die Textilstücke aufgebracht wird.
[0007] Mit diesem Verfahren wird erreicht, daß aufgrund des geringen Farbanteiles, der zur
Oberflächeneinfärbung der Textilstücke erforderlich ist, auch nur eine sehr geringe
Menge der Farbflotte auf die Oberfläche der Textilien aufgebracht zu werden braucht,
so daß die Textilien noch nicht einmal vollständig durchfeuchtet werden, sondern rasch
trocknen. Dies bedeutet, daß praktisch keinerlei Farbrückstände in die Umwelt entlassen
werden müssen, weil die eingebrachten Farbmengen vollständig von den Textilien absorbiert
werden.
[0008] Die Textilstücke können aber auch so weit mit der Farbflotte durchtränkt werden,
daß sich die Farbgebung auf der Textilrückseite, also auf der den Bürsten abgewandten
Seite der Textilien abbildet, was insbesondere dadurch begünstigt werden kann, daß
die Farbflotte mit Dampf beaufschlagt wird, welcher das Einziehen und Durchziehen
durch die Textilstücke begünstigt. Bei dem Dampf handelt es sich um normalen Naßdampf
mit einer Temperatur von etwa 100° bis 120° C.
[0009] Etwa überschüssige Anteile der Farbflotte, die an den Textilstücken vorbeigelangen,
können zweckmäßigerweise aufgefangen und der Farbflotte wieder zugeführt werden.
[0010] Bei einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind zweckmäßigerweise
mehrere sich drehende und angetriebene Bürsten vorgesehen, die die Textilstücke mit
der Farbflotte beaufschlagen.
[0011] Die Vorrichtung besteht zweckmäßigerweise aus einer Reihe von horizontal angeordneten
Aufnahmebehältern für die Farbflotte mit getrennten Auslaßkanälen, die auf die Borsten
der drehbar unterhalb der Behälter angeordneten Bürsten gerichtet sind.
[0012] Zweckmäßig ist es, wenn unterhalb der Bürsten wenigstens ein Förderband kontinuierlich
umläuft, auf welches die Textilstücke aufgelagert werden.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn das Förderband unter Vorspannung gegen
die Borsten der Bürsten anliegt. Auf diese Weise werden nämlich durch die Bürsten
die Textilstücke nicht nur eingefärbt, sondern aufgrund der Vorspannung auch in ihrer
Oberfläche in der oben beschriebenen Weise bearbeitet.
[0014] Das Förderband besteht zweckmäßigerweise aus einem elastischen mit Durchbrüchen versehenen
Material, damit die überschüssige Farbflotte durch das Förderband hindurch in eine
zweckmäßigerweise unterhalb des Förderbandes angeordnete Aufnahmewanne gelangen kann.
Insbesondere ist es möglich, das Förderband aus einem Gummi, insbesondere einem textilfaserverstärkten
Gummi herzustellen.
[0015] Vorteilhaft ist es weiter, wenn die Vorrichtung so ausgestaltet ist, daß in einem
Arbeitsgang die Vorder- und die Rückseite der Textilstücke in derselben Weise bearbeitet
werden können. Hierzu ist zweckmäßigerweise eine Umlenkvorrichtung sowie ein zweites
unterhalb des ersten angeordnetes Förderband vorgesehen, das ebenfalls von Bürsten
beaufschlagt wird, die oberhalb des zweiten Förderbandes laufen. Die Textilstücke
werden also von dem ersten Förderband in die Umlenkvorrichtung gefördert, dann von
dem zweiten Förderband ergriffen und zum zweiten Mal durch die Vorrichtung gezogen.
Die Umlenkvorrichtung kann aus einem Leitblech bestehen, welches die Textilstücke
zum zweiten Förderband führt.
[0016] Vorteilhaft ist es weiter, wenn die einzelnen Aufnahmebehälter an ihren Ausgängen
mit wenigstens einer Dampfleitung in Verbindung stehen, wobei der Zufuhrkanal für
die Hinführung der Farbflotte zu den Bürsten gleichzeitig auch den Dampf zuführen
kann, so daß die Durchtränkung herbeigeführt wird. Vorteilhaft ist es weiter, wenn
in den Aufnahmebehältern wenigstens eine Druckluftleitung angeordnet ist, die dem
Innenraum der einzelnen Aufnahmebehälter zugewandte Austritteöffnungen hat, um die
Farbflotte zu verwirbeln und in Bewegung zu halten, so daß sich Farbbestandteile nicht
absetzen können.
[0017] Zweckmäßig ist es, wenn die Zufuhrkanäle für die Farbflotte einzeln absperrbar sind,
wobei entsprechende Absperrventile zweckmäßigerweise in unmittelbarer Nähe der Oberflächen
der Bürsten angeordnet sind. Diese Zufuhrkanäle können auch mit einem Bypass versehen
sein, der die Farbflotte an den Ventilen vorbei der zweiten, dem zweiten Förderband
zugeordneten Reihe, von Bearbeitungsbürsten zuführt, so daß die abgeschlossenen Ventile
umgangen werden können.
[0018] Ferner kann zweckmäßigerweise Dampf vor der Bearbeitung der Rückseite der Textilstücke
mittels einer Dampfdüse im Bereich des Leitbleches den Bürsten zugeführt werden, so
daß auch die Rückseite der zu behandelnden Textilstücke von Dampf durchfeuchtet wird.
[0019] Die erfindungsgemäße Anordnung kann in verschiedenster Weise genutzt werden. So kann
beispielsweise die Intensität der Farbe in den einzelnen Aufnahmebehältern unterschiedlich
sein; es können verschiedene Farben in den einzelnen Behältern vorgesehen sein, und
es können abschnittsweise die Ventile so eingestellt werden, daß entweder gar keine
oder eine unterschiedliche Menge von Farbflotte auf die Bürsten gelangt.
[0020] Die Aufnehmebehälter können beheizt sein, wobei die Temperaturen in den einzelnen
Aufnahmebehältern unterschiedlich sein können, so daß sich hieraus unterschiedliche
Einziehgeschwindigkeiten für die Farbflotte ergeben.
[0021] Schließlich kann auch der Abstand der Achsen oder Wellen der Bürsten zu den Förderbändern
einstellbar sein, so daß auf diese Weise die Vorspannung, mit welcher die verschleißende
Bearbeitung der Textilien vorgenommen wird, sich ändert.
[0022] Alle Bürsten können mit einem gemeinsamen Antrieb, beispielsweise einem Kettentrieb,
versehen sein, so daß ein einziger Antriebsmotor zum Antrieb der Bürsten genügt.
[0023] Zwischen den mit relativ großen Durchmessern versehenen Hauptbürsten können Zwischenbürsten
angeordnet sein, die einen kleineren Durchmesser haben und nicht unbedingt dem Farbauftrag
dienen, sondern lediglich der verschleißenden Behandlung der Oberflächen der Textilien.
[0024] Die Förderbänder können unterteilt sein, oder aber die Bürsten können mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten laufen, so daß sich in den Gewebestücken Falten ergeben, die einem
besonderen Verschleiß durch die Bürsten ausgesetzt sind. Aus denselben Gründen ist
es möglich, weitere Zwischenbürsten vorzusehen, die im Gegenlauf zu den die Förderrichtung
bestimmenden Hauptbürsten sich drehen.
[0025] Ein weiterer Bürstensatz in jeder Bürstenreihe kann als Niederhalter Verwendung finden.
[0026] Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine Zusatzeinrichtung vorgesehen ist, mit welcher
die Farbpartikel über Farbdüsen unter gleichzeitiger Druckbeaufschlagung den umlaufenden
Bürsten und/oder den zu bearbeitenden Textilien zugeführt werden.
[0027] Zweckmäßigerweise weist die Zusatzeinrichtung mehrere Dampfdüsen sowie wenigstens
eine Zufuhrleitung für die Zufuhr von Heizungsdampf und/oder Naßdampf zu den Dampfdüsen
auf.
[0028] Hierbei können die Farbdüsen auch von einer Druckluftleitung und/oder von den Dampfleitungen
beaufschlagt werden.
[0029] Zweckmäßigerweise kann der Druckluftleitung ein die Farbe enthaltender Behälter zugeordnet
sein, der dort die Form eines Venturirohres zur Entnahme von Farbpartikeln hat.
[0030] Es können insbesondere auch mehrere Zusatzeinrichtungen vorgesehen sein, die nebeneinander
angeordnet sind und etwa 15 steuer- und regulierbare Bürstensysteme beaufschlagen.
[0031] Eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens besteht darin, daß die Niederhalterbürsten, die zwischen den Bearbeitungsbürsten
angeordnet sind und einen wesentlich kleineren Durchmesser als diese haben, nicht,
wie in den vorangegangenen Ausführungsbeispielen, als Borstenbürsten, sondern als
Schwammbürsten ausgebildet sind, die aus einem auf eine Welle aufgezogenen zylindrischen
schlauchförmigen Formstück bestehen, welches mit der Welle durch Klebung oder dergleichen
fest verbunden ist.
[0032] Die Verwendung solcher Schwammbürsten hat den Vorteil, daß sich damit aufgrund der
stärkeren Adhäsion zu dem Textilstück Knautschzonen ergeben, die sich als Muster-
oder Strichbildung auf dem Textilstück niederschlagen und eine höhere Einfärbung als
die Umgebung aufweisen. Damit es zu dieser Erscheinung kommt, werden solche Schwammbürsten
im allgemeinen nicht als verschleißende Werkzeuge eingesetzt, sondern als Knautsch-
und Auftragsbürsten für das Farbmaterial. Im Rahmen der Knautschfunktion kann außerdem
ein Abquetschen herbeigeführt werden, indem im Faltenbereich aufgrund der Zusammenschiebung
des Textilstückes in diesem Bereich es zu einem stärkeren Farbaufdruck und damit zu
einer Wiedergabe des so erzeugten Musters kommt.
[0033] Vorteilhaft ist es, wenn die aus Schwämmen bestehenden Niederhalterbürsten in ihrer
Relativlage zu den benachbarten Borstenbürsten nach vorn, nach hinten, nach oben oder
nach unten einstellbar sind, wobei auch eine unterschiedliche Einstellung der Höhe
der die Schwämme tragenden Wellen zu der Oberfläche des Förderbandes in Betracht kommt.
Wird die Welle näher an das Förderband herangeführt, so bedeutet dies, daß in diesem
Bereich der zylindrische Schwammüberzug stärker zusammengedrückt wird, was gleichzeitig
einen höheren Druck auf das Textilstück in diesem Bereich bedeutet und damit zu hiervon
wieder abweichenden Mustern führt.
[0034] Diesen Schwammwalzenbürsten sind, wie bei den vorangegangenen Ausführungsformen auch,
Bürstenbürstenwalzen nachgeschaltet, welche die durch die Schwämme erzeugte ziemlich
deutliche Kontur der Quetschfalten oder dergleichen zu einem Teil wieder auflösen,
wobei die Größe der Auflösung von der Anzahl der nachgeschalteten Borstenbürsten abhängt.
[0035] Die aufgetragene Kontur mittels der Schwämme ist aber von Hause aus sehr viel deutlicher
als diejenige, die gemäß der ersten Ausführungsform durch Borstenbürsten, beispielsweise
durch die Niederhalterbürsten, entsteht, so daß bei der Schwammausführung die aufgebrachte
Kontur in jedem Fall trotz der Auflösung durch die nachgeschalteten Borstenbürsten
weitgehend erhalten bleibt.
[0036] Wie die Niederhalterbürsten nach der ersten Ausführungsform auch, können die Schwammwalzenbürsten
gegenläufig zu den benachbarten Borstenbürstenwalzen laufen, was zu einer weiteren
Steigerung der Auflösung der Kontur wegen der hierdurch bedingten Relativbewegung
führt.
[0037] Anstelle des Förderbandes können die Textilstücke mittels der Bürsten auch auf einer
glatten und ebenen Gleitfläche entlanggeführt werden, wobei ihr Vorschub durch die
in Vorschubrichtung wirkenden Hauptbürsten bewirkt wird. Dieser Hauptvorschub wird
auch dadurch nicht beeinträchtigt, daß vereinzelt gegenläufig arbeitende Bürsten,
wie die Niederhalterbürsten oder die Schwammwalzenbürsten, vorgesehen sind, da die
von den Hauptbürsten aufgebrachten Vorschubkräfte in jedem Fall ein Mehrfaches der
Kräfte der gegenläufig arbeitenden Schwammbürstenwalzen betragen.
[0038] Diese Gleitfläche kann aus einem polierten Edelstahl, aus einem glatten verschleißfesten
Kunststoff oder dergleichen bestehen, so daß die Bewegung der Textilstücke entlang
dieser Fläche nicht behindert wird.
[0039] Zur Wiedergewinnung von Farbe kann die Gleitfläche mit nach unten weisenden Öffnungen
versehen sein, durch welche die überschüssige Farbe oder das überschüssige Farbmaterial
(die Farbflotte) abtropfen und dort aufgefangen werden kann.
[0040] Die so abgeführte Farbflotte kann im oberen Bereich der Vorrichtung wieder in die
Farbflottenbehälter eingeführt werden.
[0041] Neben den durch Abquetscherscheinungen oder Knautscherscheinungen auf den Textilstücken
erzeugten Mustern können bestimmte Formen von Mustern auch bewußt dadurch erzielt
werden, daß auf der Oberfläche der Schwammbürstenwalze Musterstücke körperlich aufgebracht
werden, was durch Klebung oder beispielsweise dadurch geschehen kann, daß über die
gesamte Schwammbürstenwalze ein ein Netz geführt ist, welches die obengenannten Gegenstände
auf dieser festhält. Ein solches Netz hat gleichzeitig den Vorteil, daß von Hause
aus die Kontur, die durch das Musterstück erzeugt werden soll, aufgelöst erscheint
(geslftet).
[0042] Das Musterstück kann aus einem Textil, einem flexiblen Kunststoff, aber auch aus
einem flexiblen Metallmaterial bestehen.
[0043] Eine andere Möglichkeit zur Erzeugung des Musters besteht darin, daß in die Oberfläche
der Schwammwalzenbürsten Vertiefungen eingebracht sind, beispielsweise durch Ausfräsungen,
welche die Musterkonturen bilden.
[0044] Das über die Musterstücke und die Schwammwalzen gezogene Netz kann auch ein Textilstoff
sein, beispielsweise ein grobmaschiger Textilstoff, dessen Maschen als Muster sich
dann auf dem einzufärbenden Textilstück wiederfinden.
[0045] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt in schematischer, teilweise perspektivischer Darstellung die Ansicht der Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
- Fig. 2
- ist die Ansicht II/II auf die drehbaren Bürsten unter Weglassung der Zufuhrkanäle.
- Fig. 3
- zeigt in Ansicht die Bürstensätze zur Behandlung der Textilien und ihren Antrieb.
- Fig. 4
- zeigt in schematischer Darstellung in Ansicht achsparallel zu den Bearbeitungsbürsten
verlaufende Niederhalter, die ebenfalls Bürstenform haben können.
- Fig. 5
- zeigt in schematischer Darstellung eine abgewandelte Ausführungsform zur Aufbringung
der Farbflotte.
- Fig. 6
- zeigt in perspektivischer Darstellung eine Ausführungsform einer Schwammwalze.
[0046] Gemäß den Figuren 1 und 2 sind mehrere sich drehende und angetriebene Bürsten 1 vorgesehen,
die die zu bearbeitenden Textilien mit der Farbflotte beaufschlagen. Die Farbflotte
befindet sich in einer Reihe von Aufnahmebehältern 2, die jeweils getrennte Auslässe
3 in Form von schachtartigen Kanälen oder Leitungen haben, welche auf die Borsten
der unterhalb der Behälter 2 angeordneten Bürsten 1 gerichtet sind. Der besseren Übersichtlichkeit
halber ist in Fig. 1 die perspektivische Darstellung der Behälter 2, der Auslässe
3 und der Bürsten 1 nur schematisch angedeutet.
[0047] Die Auslaßleitungen 3 für die Farbflotte sind durch Absperrventile 4 einzeln absperrbar,
wobei die Absperrventile 4 in unmittelbarer Nähe der Oberflächen der Bürsten 1 angeordnet
sind. Die Auslaßleitungen 3 können auch mit einem Bypass 5 versehen sein, der die
Farbflotte an den Ventilen 4 vorbei einer zweiten Reihe von Auslaßleitungen 6 mit
Ventilen 7 und über diese einer zweiten Reihe Bürsten 8 zuführt.
[0048] Unterhalb der Bürsten 1 läuft ein angetriebenes und über Rollen 10 geführtes Förderband
9 kontinuierlich um, welches sich mit seinem Obertrum in Richtung der Pfeile 11 bewegt.
Diese Art Bewegungsrichtung ist auch in Fig. 2 durch den Pfeil 11 wiedergegeben. Die
zu bearbeitenden Textilstücke werden also rechts in den Fig. 1 und 2 in die Vorrichtung
oberhalb des Förderbandes 9 eingegeben und in der beschriebenen Weise von den unter
Vorspannung auf diesem Förderband aufliegenden sich drehenden Bürsten 1 bearbeitet.
Den Textilstücken wird hierbei über die Zufuhrschächte 3 und die Bürsten 1 die Farbflotte
zugeführt und außerdem werden sie aufgrund der Vorspannung auch in ihrer Oberfläche
machanisch bearbeitet.
[0049] Das Förderband 9 ist im Bereich seines Obertrums in an sich bekannter Weise mit kleinen
Stützrollen 12 versehen, so daß die Vorspannung über die gesamte Länge des Förderbandes
aufrecht erhalten bleibt.
[0050] Das Förderband 9 besteht aus einem elastischen mit Durchbrüchen versehenen Material,
damit die überschüssige Farbflotte nach unten in eine unterhalb des Förderbandes 9
angeordnete Aufnahmewanne 13 gelangen kann.
[0051] Um in einem Arbeitsgang auch die Rückseite der Textilstücke in derselben Weise bearbeiten
zu können, ist eine Umlenkvorrichtung in Form eines Leitbleches 14 vorgesehen, welche
die aus dem ersten Bürstensatz 1 in Richtung des Pfeiles 15 herausgeförderten und
einseitig bearbeiteten Textilstücke dem zweiten unteren Bürstensatz mit den Bürsten
8 zuführt. Durch das Leitblech 14 werden die Textilstücke in Richtung des Pfeiles
16 umgelenkt. Sie durchlaufen dann den zweiten unteren Bürstensatz in Richtung der
Pfeile 17 und werden bei 18 ausgefördert. Der Aufbau des unteren Förderbandes 19,
welches über Rollen 20 geführt ist, und dessen Obertrum ebenfalls durch Stützrollen
12 gegen die Bürsten 8 gehalten wird, entspricht denjenigen des oberen Förderbandes
9.
[0052] Die einzelnen Aufnahmebehälter 2 stehen im Bereich ihrer behälterseitigen Ausgänge
mit einer Dampfleitung 21 in Verbindung, so daß über die Auslaßleitung 3 für die Farbflotte
auch Dampf den Bürsten 1 und 8 zugeführt werden kann. Außerdem kann in den Behältern
2 jeweils eine Druckluftleitung 22 angeordnet sein, die den Innenraum der einzelnen
Behälter zugewandte Austrittöffnungen hat, so daß Luft in die Behälter eingeblasen
wird, um die Farbflotte zu verwirbeln und in Bewegung zu halten.
[0053] Im Bereich des Leitbleches 14 kann wenigstens eine Dampfdüse 23 vorgesehen sein,
so daß während der Umlenkung auch die Rückseite der zu behandelden Textilstücke vom
Dampf durchfeuchtet wird. Der Abstand der Bürstenachsen zu den Förderbändern 9 und
19 kann einstellbar sein, so daß die Vorspannung zwischen Förderbandoberfläche und
Borsten geändert werden kann.
[0054] Wie aus Fig. 2 hervorgeht, sind die im wesentlichen der Bearbeitung dienenden Hauptbürsten
1, sowohl nebeneinander auf gemeinsamen Wellen 26, als auch hintereinander angeordnet.
In den sich so ergebenden Zwischenräumen können kleinere Zwischenbürsten 24 angeordnet
sein, die gegebenenfalls nicht dem Farbauftrag dienen, sondern lediglich der verschleißenden
Behandlung der Oberflächen der Textilien. Außerdem können sie, wie oben beschrieben,
als Niederhalter für die Textilien fungieren, um ein Hochreißen oder Versetzen der
zu behandelnden Textilstücke zu verhindern.
[0055] Schließlich können weitere Zwischenbürsten 25 vorgesehen sein, die sich im Gegenlauf
zu den die Förderrichtung bestimmenden Hauptbürsten 1 drehen und damit Falten erzeugen,
die einem besonderen Verschleiß durch die Bürsten ausgesetzt sind.
[0056] Die Bearbeitungsrichtung dieser Bürsten ist also gegenläufig zu derjenigen der Bürsten
1; die Eingriffsrichtung entspricht also den Pfeilen 28.
[0057] Fig. 3 zeigt in schematischer Darstellung die Bürstensätze 1 und 8,sowie deren gemeinsamen
Antrieb 29 und 30, der beispielsweise ein Kettentrieb sein kann. Mit de Antriebe 29
und 30 werden auch die hier dargestellten und sich im Gegenlauf drehenden Zwischenbürsten
25 durch entsprechende Führung des gemeinsamen Antriebes betätigt. Die von den im
Gegenlauf sich bewegenden Zwischenbürsten 25 auf die Textilien übertragbaren Kräfte
können etwa 25 % der gesamten auf die Textilien wirkenden Kräfte betragen.
[0058] Die Geschwindigkeit des Antriebes kann stufenlos regelbar sein, so daß die Bürsten
1 des oberen Bürstensatzes sich mit abweichender Geschwindigkeit gegenüber den Bürsten
8 des unteren Bürstensatzes drehen können.
[0059] Fig. 4 zeigt in schematischer Darstellung die kleinen, als Niederhalter fungierenden
Zwischenbürsten 24 (vgl. auch Fig. 2) für den oberen und unteren Bürstensatz der Vorrichtung.
Diese Zwischenbürsten 24 können ebenfalls mit als Kettentrieb ausgebildeten Antrieben
31 und 32 versehen sein, wobei auch hier die Kettentriebe regelbar sein können. Die
Zwischenbürsten 24 und 25 (vgl. Fig. 2) können einschließlich ihrer Antriebe als Baueinheit
zwischen die Hauptbürsten 1 lösbar eingesetzt sein.
[0060] Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ist jeweils zwischen zwei umlaufenden Hauptbürsten
8 eine Zusatzeinrichtung 40 angeordnet, mit welcher ein Färbevorgang als solcher gegenüber
demjenigen nach den obengenannten Ausführungsformen weiter verfeinert und damit verbessert
werden kann. Bei der dargestellten Ausführungsform weist der Körper der Zusatzeinrichtung
40 schematisch angedeutete Dampfdüsen 41 auf, die, wie dargestellt, gegen wenigstens
eine der rotierenden Bürsten 8 gerichtet sein können und die von einer Dampfleitung
42, beispielsweise von einer Dampfheizungsleitung, beaufschlagbar sind. Die Leitung
42 ist ebenfalls an den Grundkörper der Zusatzeinrichtung 40 angeschlossen. In entsprechender
Weise können die Dampfdüsen 41 auch alternativ oder gleichzeitig mit Naßdampf über
eine weitere Leitung 43 beaufschlagt werden. Selbstverständlich ist es möglich, den
Naßdampf auch durch die Leitung 42 zuzuführen.
[0061] Die Dampfdüsen sind entsprechend den Anforderungen einstellbar.
[0062] Ferner sind mehrere Farbdüsen 44 vorgesehen, die an eine nicht dargestellte Druckluftleitung
angeschlossen sein können und/oder von den Dampfleitungen 42 und 43 beaufschlagt werden
können.
[0063] Der Farbenvorrat befindet sich in einem nicht dargestellten Behälter, an welchem
die Druckluftleitung in Form eines Venturirohres vorbeigeführt werden kann, so daß
die Farbe den Farbdüsen 44 bereits in zerstäubter Form zuführbar ist.
[0064] Wie in Fig. 5 schematisch angedeutet, treten die Farbpartikel fein verteilt aus den
Farbdüsen 44 aus, so daß sie in der beschriebenen Weise von den Bürsten 8 und 24 erfaßt
und in das Gewebe 45 eingebracht werden können.
[0065] Mit der erfindungsgemäßen Anordnung werden also erheblich bessere Ergebnisse als
mit den bekannten Verfahren erreicht, wobei deren hoher Umweltbelastungsgrad vermieden
wird. Die bekannten Verfahren haben auch einen bis zu 50fach höheren Farbstoffverbrauch,
sowie einen hohen Verbrauch an Chemikalien, Bleichwasch- und Schleifmitteln, wobei
letztere trotz intensiver Spülung von 70 l und mehr pro Teil nicht rückstandsfrei
aus dem Gewebe herausgespült werden können.
[0066] Da Jeans- und Freizeitkleidung fast ausschließlich ungefüttert hergestellt wird,
haben die auf diese Weise eingefärbten Stoffe einen ständigen Hautkontakt, der aufgrund
der obengenannten Rückstände in den Textilien zu Haut- und Allergieerkrankungen führen
kann.
[0067] Im Gegensatz dazu wird bei der erfindungsgemäßen Anordnung nahezu vollständig auf
die Verwendung der obengenannten Chemikalien und Schleifmittel verzichtet, so daß
auch keine Ausspülungen mehr notwendig sind. Das mit der erfindungsgemäßen Anordnung
durchgeführte Verfahren ist ansonsten entsorgungsfrei und entsprechend hautfreundlich.
[0068] Da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren das Gewebe stufen- und schichtweise nur bis
zu der gewünschten Farbstufe eingefärbt wird und da damit eine Grundeinfärbung wieder
herausgewaschen werden muß, fällt dieser umweltschädliche Arbeitsgang vollständig
weg.
[0069] Im Verhältnis zum Abriebgrad bekannter Techniken, in dem Schleifmittel den Waschvorgängen
beigegeben werden, wird durch die der Erfindung zugrunde liegende Bürstentechnik ein
wesentlich höherer Weichheitsgrad erreicht, so daß das Gewebe vergleichsweise fließender
wird.
[0070] Im Verhältnis vergleichbarer Techniken herkömmlicher Art werden in bedeutender Weise
Material-, Energie-, Arbeits- und Entsorgungskosten eingespart, so daß sich eine wesentliche
Wettbewerbsverbesserung ergibt. Die Kostensituation im Entsorgungsbereich wird in
Zukunft durch Gesetzentscheidungen noch ganz erheblich steigen, so daß sich zugunsten
der Erfindung, die ja entsorgungsfrei ist, ein weiterer Wettbewerbsvorteil schon jetzt
ankündigt.
[0071] Insbesondere ist es mit der erfindungemäßen Anordnung möglich, in einem einzigen
Arbeitsgang verschieden farbige Textilien bzw. Bekleidungsstücke herzustellen.
[0072] Aufgrund der erfindungsgemäßen Bürstentechnik können auch empfindliche Materialien,
wie z.B. Seide mit dem erfindungsgemäßen Verfahren mit verarbeitet werden, ohne daß
diese, wie bei der Behandlung mit den bekannten Verfahren, beschädigt werden. Da die
Mitverarbeitung dieser Stoffe bei den bekannten Verfahren nicht möglich ist, müssen
diese nachträglich aufgenäht werden, was zu höheren Kosten führt und das homogene
Farbbild der Bekleidungsstücke unterbricht.
[0073] Fig. 6 zeigt in perspektivischer Darstellung eine abgewandelte Ausführungsform, bei
welcher die Niederhalterwalzen 24 (vgl. Fig. 2) nicht als Borstenbürstenwalzen, sondern
als Schwammwalzen ausgeführt sind. Diese bestehen aus einem schlauchförmigen Formstück
51, welches auf der zugehörigen Welle 50 durch Kleben oder dergleichen befestigt ist.
Das schlauchförmige, aus Schwamm bestehende Formstück 51 kann hierbei unter Vorspannung
auf der Welle 50 sitzen.
[0074] Die so gebildete Schwammwalze 52 dient in erster Linie nicht dem Verschleißen der
zu behandelnden Textilstücke, sondern in der oben beschriebenen Weise einem Farbauftrag,
wobei durch die Schwammwalzen 52 die Textilstücke abgequetscht und geknautscht werden,
so daß im so erzeugten Faltenbereich es zu einem stärkeren Farbauftrag kommt.
[0075] Die Welle 50 kann mehr oder weniger nah an das Förderband 9 bzw. an die vor- und
nachgeschalteten Bürstenwalzen 1 nach oben, unten und zur Seite herangerückt werden,
um die Identität des Farbauftrages und gegebenenfalls die spätere Auflösung der Kontur
in der gewünschten Weise zu beeinflussen. Hierzu sind entsprechende Verstelleinrichtungen
für die Welle 50 vorgesehen.
[0076] Neben der Befestigung durch Kleben auf der Welle 50 kann der schlauchförmige Schaumüberzug
51 auch durch ein Netz 53 abgedeckt und auf der Welle 50 befestigt sein, wobei das
Netz, wie dargestellt, großmaschig ausgebildet sein kann, so daß die einzelnen Maschen
54 sich auf der Oberfläche der Schwammwalze 52 abbilden. Zum Zwecke der Befestigung
kann, wie dargestellt, das Netz 53 in Richtung der Pfeile 55 um die Schwammwalze 52
herumgeführt sein, wobei sich die freien Enden 56 des Netzes 53 überlappen.
[0077] Ferner können, wie aus Fig. 6 weiter hervorgeht, bestimmte vorgeformte Muster 57
körperlich aufgebracht werden, was durch Klebung oder aber dadurch geschehen kann,
daß das Netz 53 gleichzeitig diese Muster mit festhält. Im letzteren Fall würde neben
dem Muster 57 sich die Abbildung der Maschen 54 auf der Schwammwalze 52 wiederfinden.
Das Muster 57 kann aus einem Textil, einem flexiblen Kunststoff oder auch aus einem
flexiblen Metallmaterial bestehen.
[0078] Anstelle der Auflagerung auf die Außenfläche des zylindrischen Schwammstückes 51
können negative Ausfräsungen oder Eindrücke in die Oberfläche des Schwammwalzenschlauches
51 vorgenommen sein, weil solche Vertiefungen ebenfalls die Musterkonturen abbilden.
1. Verfahren zur Einfärbung von Textilien, bei welchem zugleich mit der Einfärbung die
Oberflächen der Textilien derart mechanisch bearbeitet werden, daß Verschleißerscheinungen
auftreten und daß das Gewebe erweicht, dadurch gekennzeichnet, daß die Textilien als
Fertigstücke oder Meterware im Durchlauf von den Borstenenden von Bürsten beaufschlagt
werden, durch die gleichzeitig eine Farbflotte mit einem sehr geringen Farbanteil
in der Größenordnung von etwa 0,01 bis 0,05 g/l auf die Textilstücke aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Textilstücke so weit mit
der Farbflotte durchtränkt werden, daß sich die Farbgebung auf der Textilrückseite,
also auf der den Bürsten abgewandten Seite der Textilien abbildet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbflotte mit
Dampf beaufschlagt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Dampf Naßdampf mit einer
Temperatur von etwa 100° bis 120°C ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß überschüssige
Anteile der Farbflotte, die an den Textilstücken vorbeigelangen, aufgefangen und der
Farbflotte wieder zugeführt werden.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere sich drehende und angetriebene Bürsten (1) vorgesehen
sind, die die Textilstücke mit der Farbflotte beaufschlagen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichent, daß die Vorrichtung aus einer
Reihe von horizontal angeordneten Aufnahmebehältern (2) für die Farbflotte besteht,
die mit getrennten Auslaßkanälen (3) versehen sind, welche auf die Borsten der drehbar
unterhalb der Behälter (2) angeordneten Bürsten (1) gerichtet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Bürsten
(1) wenigstens ein Förderband (9) kontinuierlich umläuft, auf welches die Textilstücke
aufgelagert werden.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband (9) unter
Vorspannung gegen die Borsten der Bürsten (1) anliegt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband (9)
aus einem elastischen, mit Durchbrüchen versehenen Material besteht.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichent, daß unterhalb des Förderbandes
(9) eine Aufnahmewanne (13) zur Aufnahme überschüssiger Farbflotte angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband
(9) aus einem Gummi, insbesondere einem textilfaserverstärktem Gummi besteht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
so ausgestaltet ist, daß in einem Arbeitsgang die Vorder- und die Rückseite der Textilstücke
in derselben Weise bearbeitbar sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine Umlenkvorrichtung,
sowie ein zweites unterhalb des ersten (9) angeordnetes Förderband (19) vorgesehen
ist, das ebenfalls von Bürsten (8) beaufschlagt wird, die oberhalb des zweiten Förderbandes
(19) laufen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichent, daß die Umlenkvorrichtung aus
einem Leitblech (14) besteht, welches die Textilstücke zum zweiten Förderband (19)
führt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Aufnahmebehälter (2) an ihren Ausgängen mit wenigstens einer Dampfleitung (21) in
Verbindung stehen.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Zufuhrkanal (3) für
die Hinführung der Farbflotte zu den Bürsten (1) gleichzeitig auch den Dampf zuführt.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß in den
einzelnen Aufnahmebehältern (2) für die Farbflotte wenigstens eine Druckluftleitung
(22) angeordnet ist, die dem Innenraum der einzelnen Aufnahmebehälter (2) zugewandte
Austrittsöffnungen hat.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhrkanäle
(3) für die Farbflotte einzeln absperrbar sind.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß Absperrventile (4) in unmittelbarer
Nähe der Oberflächen der Bürsten (1) angeordnet sind.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhrkanäle (3) mit
einem Bypass (5) versehen sind, der die Farbflotte an den Ventilen (4) vorbei der
zweiten, dem zweiten Förderband (19) zugeordneten Reihe von Bearbeitungsbürsten (8)
zuführt.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß Dampf
vor der Bearbeitung der Rückseite der Textilstücke mittels einer Dampfdüse (23) im
Bereich des Leitbleches (14) den Bürsten (1) zugeführt wird.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß in den
einzelnen Aufnahmebehältern (2) Farbflotten unterschiedlicher Intensität und/oder
unterschiedlicher Farbgebung vorgesehen sind und/oder daß unterschiedliche Mengen
der Farbflotte auf die Bürsten (1,8) gelangen.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmebehälter
(2) beheizbar sind, und daß die Temperaturen in den einzelen Aufnahmebehältern (2)
unterschiedlich sind.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
der Achsen oder Wellen der Bürsten (1,8) zu den Förderbändern (9,19) einstellbar ist.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß alle Bürsten
(1,8;24,25) mit einem gemeinsamen Antrieb, beispielsweise einem Kettentrieb (29,30;31,32)
versehen sind.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
Hauptbürsten (1,8) mit relativ großen Durchmessern, Zwischenbürsten (24) angeordnet
sind, die einen kleineren Durchmesser haben und nicht unbedingt dem Farbauftrag dienen.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderbänder
(9,19) unterteilt sind.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürsten
(1,8;24,25) mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen.
30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 27 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß weitere
Zwischenbürsten (25) vorgesehen sind, die im Gegenlauf zu den die Förderrichtung bestimmenden
Hauptbürsten (1,8) sich drehen.
31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 27 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß ein weiterer
Zusatz von Bürsten (24) in jeder Bürstenreihe als auf die Textilstücke wirkender Niederhalter
Verwendung findet.
32. Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens nach einem der Ansprüche
6 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zusatzeinrichtung (40) vorgesehen ist,
mit welcher die Farbpartikel über Farbdüsen (44) unter gleichzeitiger Druckbeaufschlagung
den umlaufenden Bürsten (8,24) und/oder den zu bearbeitenden Textilien (45) zugeführt
werden.
33. Vorrichtung nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzeinrichtung (40)
mehrere Dampfdüsen (41) sowie wenigstens eine Zufuhrleitung(42,43) für die Zufuhr
von Heizungsdampf und/oder Naßdampf zu den Dampfdüsen (41) aufweist.
34. Vorrichtung nach Anspruch 32 oder 33, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbdüsen (44)
von einer Druckluftleitung und/oder von den Dampfleitungen (42,43) beaufschlagt werden.
35. Vorrichtung nach Anspruch 34, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckluftleitung einem
die Farbe enthaltenden Behälter zugeordnet ist und dort die Form eines Venturirohres
zur Entnahme von Farbpartikeln hat.
36. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 32 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Zusatzeinrichtungen vorgesehen sind, die nebeneinander zugeordnet sind und etwa 15
steuer- und regulierbare Bürstensysteme (8,24) beaufschlagen.
37. Vorrichtung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Niederhalterbürsten
(24) als Schwammbürsten (52) ausgebildet sind, die aus einem auf eine Welle (50) aufgezogenen
zylindrischen schlauchförmigen Formstück (51) bestehen, welches mit der Welle (50)
durch Klebung oder dergleichen fest verbunden ist.
38. Vorrichtung nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwammbürsten (52)
in ihrer Relativlage zu den benachbarten Borstenbürsten (1,25) nach vorn, nach hinten,
nach oben oder nach unten einstellbar sind.
39. Vorrichtung nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, daß die die Schwammüberzüge
(51) tragenden Wellen (50) zu der Oberfläche des Förderbandes (9) in der Höhe verstellbar
sind.
40. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 37 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß den Schwammwalzenbürsten
(52) Borstenbürstenwalzen (1,25) nachgeschaltet sind, welche die durch die Schwämme
(51) erzeugte Kontur wieder auflösen.
41. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 37 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwammwalzenbürsten
(52) gegenläufig zu den benachbarten Borstenbürstenwalzen (1,25) laufen.
42. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 37 bis 41, dadurch gekennzeichnet, daß anstelle
des Förderbandes (9) die Textilstücke mittels der Bürsten auf einer glatten und ebenen
Gleitfläche entlanggeführt werden, wobei ihr Vorschub durch die in Vorschubrichtung
wirkenden Hauptbürsten (1) bewirkt wird.
43. Vorrichtung nach Anspruch 42, dadurch gekennzeichnet, daß die Textilstücke mittels
des Hauptvorschubes durch die Hauptbürsten entgegen der Richtung des durch die gegenläufig
arbeitenden Bürsten, wie die Schwammwalzen (52) bewirkt wird.
44. Vorrichtung nach Anspruch 42 oder 43, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitfläche
aus einem polierten Edelstahl, aus einem glatten verschleißfesten Kunststoff oder
dergleichen besteht.
45. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 42 bis 44, dadurch gekennzeichnet, daß zur Wiedergewinnung
von Farbe die Gleitfläche mit nach unten weisenden Öffnungen versehen ist, durch welche
die überschüssige Farbe oder das überschüssige Farbmaterial (die Farbflotte) abtropfen
und aufgefangen werden kann.
46. Vorrichtung nach Anspruch 45, dadurch gekennzeichnet, daß die abgeführte Farbflotte
im oberen Bereich der Vorrichtung wieder in die Farbflottenbehälter (2) eingeführt
wird.
47. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 37 bis 46, dadurch gekennzeichnet, daß auf der
Oberläche der Schwammbürstenwalze (52) Musterteile (57) durch Klebung oder dergleichen
körperlich aufgebracht werden.
48. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 37 bis 47, dadurch gekennzeichnet, daß über
die gesamte Schwammbürstenwalze (52) ein Netz (53) geführt ist, welches unter anderem
die Musterteile (57) auf der Oberfläche des Schwammüberzuges (51) festhält.
49. Vorrichtung nach Anspruch 47 oder 48, dadurch gekennzeichnet, daß das Musterstück
(57) aus einem Textil, einem flexiblen Kunststoff, oder auch aus einem flexiblen Metallmaterial
besteht.
50. Vorrichtung nach Anspruch 47, dadurch gekennzeichnet, daß in der Oberfläche der Schwammwalzenbürsten
(52) Vertiefungen beispielsweise durch Ausfräsungen, welche die Musterkonturen bilden,
eingebracht sind.
52. Vorrichtung nach Anspruch 48, dadurch gekennzeichnet, daß das über die Musterstücke
(57) und die Schwammwalzen (52) gezogene Netz (53) ein grobmaschiger Textilstoff ist,
dessen Maschen (54) sich als Muster auf dem einzufärbenden Textilstück wiederfindet.