[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Spinnen eines Fadens, insbesondere Ringspinnmaschine,
Flyer od. dgl., mit Kopshülsen zugeordneten Öffnungen, Ansaugkanälen od. dgl. zum
Ansaugen von mit Verunreinigungen (Flug) belegter Luft in das Innere eines Gehäuses,
wobei die Öffnungen, Ansaugkanäle od. dgl. durch entsprechende Leitbleche des Gehäuses
gebildet sind.
[0002] Während des Spinnens von Fäden beispielsweise in einer Ringspinnmaschine entstehen
Verunreinigungen, die sich aus normalem Staub, Fasern, Fadenresten, Verunreinigungen
des Spinnmaterials od. dgl. zusammensetzen. Diese Verunreinigungen müssen beseitigt
werden, damit das Spinnen eines sauberen Fadens gewährleistet bleibt. Hierzu sind
Faden- und Flugabsauganlagen entwikkelt worden, wie dies beispielsweise in der CH-PS
375 644 aufgezeigt ist.
[0003] Mittels eines Ansauggebläses wird die Luft aus der Umgebung der Spinnstelle durch
Öffnungen in das Innere eines Gehäuses angesaugt und ggfs. gefiltert. Zum Führen des
Luftstromes in das Innere des Gehäuses und im Inneren sind entsprechende Leitbleche
angeordnet, wobei sich jedoch herausgestellt hat, dass es in toten Ecken und Winkeln
zu Ablagerungen der Verunreinigungen kommt. Dies wirkt sich störend auf den Betrieb
von derartigen Faden- und Flugabsauganlagen aus.
[0004] Der Erfinder hat sich zum Ziel gesetzt, eine Vorrichtung der oben genannten Art zu
entwickeln, bei der derartige Ablagerungen vermieden werden.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe führt, dass der Querschnitt der Öffnungen, Ansaugkanäle
od. dgl. zumindest teil- und/oder zeitweise während des Spinnvorganges veränderbar
ist.
[0006] Die Veränderung des Querschnitts von Öffnungen bzw. Ansaugkanälen bewirkt eine Veränderung
der Luftstromführung und auch von Wirbelbildungen im Inneren des Gehäuses, so dass
hierdurch Ablagerungen von Verunreinigungen in toten Ecken und Winkeln vermieden werden.
[0007] Wesentlich ist vor allem die Flugabsaugung im Bereich der Spinnstelle an der Kopshülse,
d.h. im Ballonbereich. Aus diesem Grunde soll bevorzugt ein Ansaugkanal einem unteren
Bereich und eine Öffnung einem mittleren und oberen Bereich der Kopshülse zugeordnet
sein. Der Ansaugkanal und die Öffnung werden durch entsprechende Leitbleche gebildet.
Bevorzugt ist der letztgenannten Öffnung ein weiteres Leitblech zugeordnet, welches
einen Fadenführer hält, wobei das Leitblech lageveränderbar angeordnet ist.
[0008] Bekanntermassen wird der Fadenführer während des Spinnvorganges mit der Bildung eines
Kopses angehoben, so dass diesem Anheben auch das Leitblech folgt. Hierbei wird der
Querschnitt der Öffnung während des Spinnvorganges immer mehr freigegeben. Dies bedeutet,
dass sich die vorliegende Erfindung Bewegungsabläufe zunutze macht, die in jedem Fall
in der Spinnvorrichtung stattfinden. Ferner bedeutet dies, dass am Anfang des Spinnvorganges
ein erhöhtes Ansaugen von Luft durch den unteren Ansaugkanal stattfindet, der sich
zu dieser Zeit am nächsten an der Spinnstelle befindet. Wandert die Spinnstelle entlang
der Kopshülse nach oben, wird mehr und mehr auch die Öffnung freigegeben, wobei die
Spinnstelle immer mehr in die Nähe dieser Öffnung gelangt. Durch das Freigeben der
Öffnung wird der Luftstrom im unteren Ansaugkanal vermindert, was jedoch unerheblich
ist, da sich die Spinnstelle zum gleichen Zeitpunkt von diesem Ansaugkanal entfernt.
[0009] Bevorzugt ist die Bewegung des Leitbleches mit der Bewegung eines Leitblechprofiles
gekoppelt, welches einen Ballonbegrenzer mit einem Ringrahmen verbindet. Hierdurch
erfolgt ein kontinuierliches Öffnen der Öffnung bei der Verlagerung der Spinnstelle
nach oben. Auch hier ist der Bewegungsablauf an einen bekannten Bewegungsablauf der
Spinnmaschine geknüpft.
[0010] Im Rahmen der Erfindung liegt, dass das Leitblechprofil zumindest eine Strömungsöffnung
aufweist, welche wiederum in der unteren Gebrauchslage mit dem unteren Ansaugkanal
und in einer mittleren bis oberen Gebrauchslage mit der mittleren Öffnung in etwa
fluchtet.
[0011] Durch diese Strömungsöffnung entsteht eine Konzentration der Luftströmung, die von
der Spinnstelle durch die Strömungsöffnung und in den unteren Ansaugkanal bzw. die
mittlere Öffnung führt. Hierdurch wird der Absaugvorgang verbessert.
[0012] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt
in
Figur 1 einen schematisch dargestellten Querschnitt durch einen Teil einer Ringspinnmaschine;
Figur 2 einen vergrössert dargestellten Querschnitt durch einen Teilbereich einer
Ringspinnmaschine;
Figur 3 einen vergrössert dargestellten Querschnitt entsprechend Figur 2 in einer
anderen Gebrauchslage;
Figur 4 einen vergrössert dargestellten Querschnitt entsprechend Figur 2 in einer
anderen Gebrauchslage.
[0013] In Figur 1 sind Teile einer Ringspinnmaschine schematisch dargestellt. Zu beiden
Seiten eines Gehäuses 1 sind Kopshülsen 2 auf in den Figuren 2 bis 4 gezeigten Spindelbänken
3 angeordnet. Die linksseitige Kopshülse 2 ist nur zu einem geringen Teil mit einem
strichpunktiert dargestellten Faden 4 belegt, während auf der rechtsseitigen Kopshülse
2 bereits ein vollendeter Kops 5 ausgebildet ist. Dabei verläuft der Faden von einem
Streckwerk 6, welches nur durch Streckwerkszylinder 7 angedeutet ist, durch einen
Fadenführer 8 ("Sauschwänzli") und durch einen Spinnring 9 zu der Kopshülse 2. Der
Spinnring 9 ist mit einem Ringrahmen 10 verbunden, der wiederum in Richtung x entlang
einer Achse A der Kopshülse 2 bewegt werden kann.
[0014] Linksseitig befindet sich dieser Ringrahmen in seiner unteren Gebrauchslage, während
er rechtsseitig in seiner oberen Endlage angeordnet ist. Während des Belegens der
Kopshülse 2 mit dem Faden 4 bewegt sich der Ringrahmen 10 in Richtung x, wodurch ein
vorbestimmtes, gewünschtes Aufwickeln des Fadens 4 auf der Kopshülse 2 erfolgt.
[0015] Auch der Fadenführer 8, welcher an einem Fadenführerleitblech 11 festgelegt ist,
bewegt sich in Richtung x während des Aufwickelns des Fadens 4, jedoch erfolgt dessen
Bewegung nicht in gleichem Ausmass wie die Bewegung des Ringrahmens 10. Dies ist ebenfalls
deutlich bei einem Vergleich der links- mit der rechtsseitigen Gebrauchslage in Figur
1 erkennbar.
[0016] Linksseitig verschliesst das Fadenführerleitblech 11 in der dort gezeigten Gebrauchslage
eine mittlere Öffnung 12, während sie in der rechtsseitig gezeigten Gebrauchslage
freigegeben ist. Die mittlere Öffnung 12 ist zwischen einem unteren Leitblech 13 und
einem vorderen Leitblech 14 ausgebildet.
[0017] Das vordere Leitblech 14 untergreift mit einem Schenkel 15 das Streckwerk 6, wobei
es zusammen mit einem unter einer Putzeinrichtung 16 vorgesehenen Leitblech 17 einen
Ansaugkanal 18 ausbildet. Ein weiterer Durchlass in den Ansaugkanal 18 zwischen dem
Leitblech 17 und einer Leitblechhaube 19 ist mit 20 gekennzeichnet.
[0018] Schlussendlich wird zwischen dem unteren Leitblech 13 und einer Leitblechbank 21
ein unterer Ansaugkanal 22 ausgebildet, welcher dem unteren Teil der Kopshülse 2 zugeordnet
ist.
[0019] Entsprechende, nicht näher gekennzeichnete Pfeile deuten die jeweiligen Luftströme
in den einzelnen Öffnungen bzw. Kanälen 12, 18, 20 und 22 an. Durch diese Öffnungen
bzw. Kanäle wird Luft, die mit Verunreinigungen oder Fadenbestandteilen belegt ist,
in das Innere 1 des Gehäuses 1 angesaugt. Das Ansaugen geschieht durch ein Querstromgebläse
23, welches sich in einem Ansaugtrichter 24 befindet. Dieser Ansaugtrichter 24 befindet
sich zwischen zwei Leitblechbänken 21, wobei eine entsprechende trichterförmige Ansaugöffnung
25 durch ein Filtertuch 26 abgedeckt ist.
[0020] In den Figuren 2 bis 4 ist ferner erkennbar, dass mit dem Ringrahmen 10 ein Ballonbegrenzer
28 über ein Leitblechprofil 29 verbunden ist. In dem Leitblechprofil 29 befindet sich
eine weitere Strömungsöffnung 30, welche in der unteren Gebrauchslage des Ringrahmens
10 dem unteren Ansaugkanal 22 zugeordnet ist. In dieser unteren Gebrauchslage verschliesst
das Fadenführerleitblech 11 die mittlere Öffnung 12, so dass der wesentliche Luftstrom
von der Kopshülse 2 durch die Strömungsöffnung 30 in den unteren Ansaugkanal 22 fliesst.
Im weiteren Fortlauf des Spinnvorganges bewegt sich der Ringrahmen 10 in Richtung
x entlang der Achse A der Kopshülse 2, wobei dieser Bewegung in abgeschwächter Form
auch das Fadenführungsleitblech 11 folgt. Hierdurch wird die mittlere Öffnung 12 langam
freigegeben, so dass sich, wie in Figur 3 gezeigt, der Luftstrom durch den unteren
Ansaugkanal 22 vermindert und dafür ein Teilstrom durch die mittlere Öffnung 12 entsteht.
[0021] In der in Figur 4 gezeigten Gebrauchslage ist der Luftstrom durch den unteren Ansaugkanal
22 wesentlich vermindert, während ein relativ erhöhter Luftstrom durch die Öffnung
12 hindurchfliesst.
[0022] In dieser Gebrauchslage ist auch die Strömungsöffnung 30 eher der mittleren Öffnung
12 zugeordnet, so dass immer gerade an der Spinnstelle selbst ein erhöhter Luftstrom
in das Innere des Gehäuses abfliesst. Dies bewirkt, dass an der Stelle, an der die
grössten Verunreinigungen entstehen, auch der stärkste Luftstrom stattfindet.
1. Vorrichtung zum Spinnen eines Fadens, insbesondere Ringspinnmaschine, Flyer od.
dgl., mit Kopshülsen zugeordneten Öffnungen, Ansaugkanälen od. dgl. zum Ansaugen von
mit Verunreinigungen (Flug) belegter Luft in das Innere eines Gehäuses, wobei die
Öffnungen, Ansaugkanäle od. dgl. durch entsprechende Leitbleche des Gehäuses gebildet
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Querschnitt der Öffnungen (12), Ansaugkanäle (22) od. dgl. zumindest teil-und/oder
zeitweise während des Spinnvorganges veränderbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Öffnungen,
Ansaugkanäle (22) od. dgl. von einem relativ dazu beweglichen Leitblech (11) veränderbar
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ansaugkanal
(22) einem unteren Bereich und eine Öffnung (12) einem mittleren und oberen Bereich
der Kopshülse (2) zugeordnet ist, wobei der Ansaugkanal (22) durch eine Leitblechbank
(21) und ein unteres Leitblech (13) und die Öffnung (12) durch das Leitblech (13)
und ein vorderes Leitblech (14) gebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnung (12) ein
weiteres Leitblech (11) zugeordnet ist, welches einen Fadenführer (8) hält, wobei
das Leitblech (11) lageveränderbar angeordnet ist und in einer Gebrauchslage die Öffnung
(12) abdeckt, während es in anderen Gebrauchslagen die Öffnung (12) freigibt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Leitbleches
(11) mit der Bewegung eines Leitblechprofiles (29) gekoppelt ist, welches einen Ballonbegrenzer
(28) mit einem Ringrahmen (10) verbindet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitblechprofil (29)
zumindest eine Strömungsöffnung (30) aufweist, welche in einer unteren Gebrauchslage
mit dem mittleren Ansaugkanal (22) und in einer mittleren bis oberen Gebrauchslage
mit der mittleren Öffnung (12) in etwa fluchtet.