[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Austragkartusche mit einem Vorratszylinder
und einem Förderkolben, dessen dem Kartuscheninhalt zugekehrte Bodenfläche vom Kolbenrand
zu einer Entlüftungsbohrung hin stetig vertieft ist und die Entlüftungsbohrung mittels
eines Verschlusses verschlossen ist. Eine solche Austragkartusche ist aus der EP-A-344
491 des gleichen Anmelders bekannt. Diese bekannte Austragkartusche stellte damals
gegenüber dem bekannten Stand der Technik einen Fortschritt dar, doch haben Versuche
gezeigt, dass auch diese Kartusche verbesserungsfähig ist. Insbesondere hat sich erwiesen,
dass beim Einfüllen von relativ flüssigem Material dieses nach dem Entlüftungsvorgang
auf der rückseitigen Oberfläche des Förderkolbens verbleibt und zu Verschmutzung Anlass
geben kann. Es ist daher ausgehend von dieser Austragkartusche Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, diese dahingehend zu verbessern, dass beim Hineinpressen des Förderkolbens
und dem Verschliessen der Entlüftungsbohrung herausfliessendes Material nicht mehr
stören kann und ein schnelleres und einfacheres Verschliessen gewährleistet wird.
Diese Aufgabe wird mit den in den Ansprüchen beschriebenen Merkmalen gelöst.
[0002] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt im Schnitt eine erfindungsgemässe Austragkartusche beim Aufsetzen des
Förderkolbens,
Fig. 2 zeigt den aufgesetzten Förderkolben in der Anfangsstellung vor dem Austragen
und
Fig. 3 zeigt einen Schnitt gemäss der Linie III-III in Fig. 1.
[0003] Man erkennt in Fig. 1 die Austragkartusche 1 mit dem Vorratszylinder 2, der unten
durch eine abschliessbare Mündung 3 abgeschlossen ist. Im Zylinder 2 befindet sich
in der Fig. 1 bereits die genau abgewogene Menge der Füllmasse 4. Im Zylinder 2 läuft
ein Förderkolben 5, in dessen Wand ein O-Ring 6 eingelassen ist, um ihn abzudichten.
Der Förderkolben ist in der Regel aus einem formsteifen Material. Anstatt einem O-Ring
kann auch eine am Kolbenrand angeformte, elastische Dichtlippe vorgesehen sein, welche
gegen die Innenwand des Zylinders anliegt. Der Kartuscheninhalt wird im Vorratszylinder
gelagert und später bei Verwendung durch die Mündung ausgepresst. Beim Einfüllen,
respektive Einführen des Förderkolbens ist es wichtig, dass unabhängig von der Viskosität
der Füllmasse 4 oder von der Gestalt ihrer Oberfläche sämtliche Luft unter der Bodenfläche
7 des Förderkolbens entweichen kann. Daher ist diese dem Kartuscheninhalt zugekehrte
Bodenfläche vom Kolbenrand gegen die Mitte hin stetig vertieft. Von der tiefsten Stelle
8 der Bodenfläche 7 geht eine Entlüftungsbohrung 9 aus, welche durch den Kolben hindurch
nach aussen führt.
[0004] Die Bohrung 9 wird durch einen Verschluss 10 verschlossen, der in vorliegendem Beispiel,
siehe Fig. 2, mittels einem Wulst 11 am Kopf 12 des Verschlusses in einer Ringnut
13 einrastbar ist. Dabei ist der Wulst auf einem federnden Kragen angebracht, der
einen Anpressdruck des Wulstes in der Ringnut 13 gewährleistet.
[0005] Die Entlüftungsbohrung 9 besitzt, siehe Figur 3, über eine gewisse Höhe von der Bodenfläche
aus gesehen, eine Querschnittsverengung, beispielsweise in Form eines Kreuzschlitzes
14, wobei die Verengung als Drossel gegenüber schnelles Ausfliessen der Füllmasse
nach dem Beenden des Füllvorganges dient. Damit wird eine vollständige Entlüftung
gesichert. Selbstverständlich können die Schlitze, respektive Innennuten auch anders
und in anderer Anzahl ausgebildet sein.
[0006] Ausserdem weist die Bodenfläche des Kolbens eine Anordnung von radial verlaufenden,
schlitzförmigen Vertiefungen 15 auf, welche an der Entlüftungsbohrung münden. Ferner
kann der Kolben oberhalb seiner Bodenfläche radiale Rippen 16 aufweisen. Die radial
verlaufenden, schlitzförmigen Vertiefungen 15 sowie die Rippen 16 sind in der vorgenannten
Anmeldung in allen Einzelheiten dargestellt und gezeichnet.
[0007] Bei dieser vorgenannten Lösung fliesst die Füllmasse beim Einpressen des Kolbens
über den Rand der dort mit 19 bezeichneten Dichtfläche und kann dann Verschmützungen
verursachen, da diese Dichtmasse auf der Oberfläche des Förderkolbens verbleibt. Um
zu vermeiden, dass die Füllmasse nach dem Einfüllen störend wirkt, ist um die zylindrische
Entlüftungsbohrung 9 eine Entlüftungskammer 17 angeordnet, die durch einen umlaufenden
Dichtzylinder 18 gebildet wird, der in einem Abstand zur Wand 19 angeordnet ist, die
die zylindrische Entlüftungsbohrung 9 bildet und in dessen Innenfläche die Ringnut
13 gebildet ist. In der die Entlüftungsbohrung bildenden Wand 19 sind Schlitze 20
angebracht, aus welchen die Füllmasse austreten kann, wie dies in Fig. 2 dargestellt
ist.
[0008] Die Füllmasse kann beispielsweise von unten durch die offene Mündung 3 eingefüllt
werden, wobei das exakte Volumen dieser Masse durch eine Dosiervorrichtung eingebracht
wird. Anschliessend wird die Mündung 3 verschlossen. Dann wird der Förderkolben von
oben in den Zylinder eingesetzt und soweit nach unten gegen die Füllmasse gedrückt,
bis sämtliche Luft unter dem Kolbenboden durch die Entlüftungsbohrung mit Drossel
ausgetreten ist. Die vollständige Entlüftung kann optisch verfolgt werden und ist
dann eingetreten, wenn die Füllmasse aus den Schlitzen 20 der Wand 19 tritt. Daraufhin
kann der Verschluss 10 eingepresst werden, bis dessen Wulst 11 in der Ringnut 13 einrastet
und der Absatz 21 am Verschluss auf der Stirnfläche 22 der Wand 19 aufliegt. Beim
Einführen des Kolbens sowie des Verschlusses wird ein kleiner Anteil der Füllmasse
im Bereich der Schlitze 20 in die Ueberlaufkammer gedrückt. In der in Fig. 2 gezeigten
Position ist die Austragkartusche bereit, um ein genaues Austragen der Füllmasse zu
ermöglichen.
[0009] Die Füllmasse kann selbstverständlich auch bei verschlossener Mündung 3 förderkolbenseitig
eingefüllt werden, wobei dies vom Abfüllsystem und den Dosiervorrichtungen abhängt.
Ausser dem gezeigten und beschriebenen Verschluss 10 kann auch eine Verschlussschraube
verwendet werden, die ähnlich der vorgenannten Schrift gebildet sein kann, jedoch
einen Kopf aufweisen muss, der die Ueberlaufkammer abdichtet.
1. Austragkartusche (1) mit einem Vorratszylinder (2) und einem Förderkolben (5), dessen
dem Kartuscheninhalt (4) zugekehrte Bodenfläche (7) vom Kolbenrand zu einer Entlüftungsbohrung
(9) hin stetig vertieft ist und die Entlüftungsbohrung mittels eines Verschlusses
(10) verschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, dass um die Entlüftungsbohrung (9)
eine Ueberlaufkammer (17) angeordnet ist, die ebenfalls durch den Verschluss (10)
abgeschlossen ist.
2. Austragkartusche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die die Entlüftungsbohrung
(9) bildende Wand (19) Ueberlaufschlitze (20) enthält.
3. Austragkartusche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss
(10) einen in die Bohrung (9) hineinragenden Zapfenteil und einen Kopf (12) aufweist
mit einem umlaufenden Wulst (11), der im verschlossenen Zustand in einer Ringnut (13)
in der Aussenwand der Ueberlaufkammer (17) eingerastet ist.
4. Austragkartusche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss
in die Entlüftungsbohrung schraubbar ist und einen Kopf aufweist, der die Ueberlaufkammer
abdichtet.
5. Austragkartusche nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die
Entlüftungsbohrung (9), vom Kartuscheninhalt aus gesehen, über eine gewisse Höhe eine
als Drossel wirkende Verengung mit Schlitzen oder Innennuten (14) aufweist.
6. Austragkartusche nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der umlaufende Wulst
(11) über einen federnden Kragen am Kopf (12) angeordnet ist.
7. Austragkartusche nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Bodenfläche (7) des Förderkolbens (5) radial verlaufende schlitzförmige Vertiefungen
aufweist, die an der Entlüftungsbohrung (9) münden.