[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verhindern der Inkrustation von Rohrbündeln,
gemäss dem kennzeichenden Merkmal des Anspruchs 1.
[0002] Die Verschmutzung verschlechtert den Wärmeübergang der Wärmeaustauschflächen da die
Wärmeleitung der Schmutzstoffe wesentlich schlechter als die der wärmeübertragenden
Flächen ist. Verschmutzungen auf der Produktseite sind meist Ablagerungen von Salzen,
die feste Krusten beim Prozess der Inkrustation bilden, so dass bei längerem Betrieb
die Wärmetauscher ihre Leistung verlieren. In der Praxis wird der Verlust an Heiz-
oder Kühlleistung stillschweigend durch vermehrten Energieeinsatz wett gemacht. Da
dieses Verhalten im Wiederspruch zum Energiebewusstsein und zu den Zielen der Betriebswirtschaftlichkeit
steht, wird seit längerer Zeit nach Möglichkeiten der Herabsetzung der Inkrustation
gesucht.
[0003] So ist der Einsatz nicht korrosiever, sehr glatter Oberflächen des Wärmetauschers
sehr verbreitet, und der Einsatz von Chemikalien (Inhibitoren) d.h. von Stoffen, die
bevorzugt an der Austauschfläche adsorbiert werden um dadurch vor Kristallansatz zu
schützen, in manchen Fällen gerechtfertigt. Eine weiter Möglichkeit ist das Mitführen
von Fremdkörpern, die rezierkuliert d.h. zum Prozess zugefügt, und anschliessend zurückgewonnen
werden müssen. Ansonst wird die periodische Reinigung mit Hilfe von Chemikalien praktiziert,
die zum Einsatz der Reinigungsmitteln, der Entleerung und Stillegung der Anlage zwingt.
Auch da wird der Gebrauch von Chemikalien mit der Alternative derer Entsorgung oder
Belastung der Umwelt nebst dem Produktionsausfall in Kauf genommen.
[0004] Da all diese Lösungsansätze keine befriedigenden Ergebnisse zeigen, stellt sich die
vorliegende Erfindung die Aufgabe, die genannten Nachteile zu beseitigen.
[0005] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des
Anspruchs 1.
[0006] Anhand der beiliegenden, schematischen Zeichnung wird die Erfindung beispielsweise
an einem Eindicker erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch den Eindicker
Fig. 2 den Grundriss des Eindickers
Fig. 3 einen Querschnitt des Eindickers.
[0007] Der Eindicker 1 der auch Konzentrator genannt wird, dient der Erhöhung des Gehaltes
von Trokkensubstanz eines Substrates 11, indem das Substrat erhitzt, sein flüchtiger
Anteil verdampft und somit in Form von Brüden 12 ausgeschieden wird. Dabei gelangt
das Substrat 11 durch den Haubenstutzen 22 in den Wärmetauscher 2, anschliessend in
den Dampfdom 3 und verlässt in konzentrierter Form 13 den Eindicker 1 durch den Mantelstutzen
32, während seine Brüden 12 durch den Haubenstutzen 33 ausscheiden. Der Eindicker
1 weist eine vertikale, säulenförmige Bauart auf und besteht grundsätzlich aus einem
Wärmetauscher 2, einem Dampfdom 3, und der Vorrichtung 4, zum Verhindern der Inkrustation
der Rohrbündel 21 des Wärmetauschers 2.
[0008] Die Vorrichtung 4 besteht aus einer Anzahl Reinigungsorgane 41, die auf die Rohrachsen
des Rohrbündels 21 zentriert und entlang der Rohrachsen von den über die Ebene des
Rohrbodens 25 gezeigten Startposition in die unterhalb des Rohrbodens 26 angedeutete
Endposition 41' mit Hilfe eines Linearantriebes 42 verschiebbar sind. Die Reinigungswirkung
der Vorrichtung ist mechanisch. Sie entsteht durch Reibung der substratbenetzten Wand
des Rohrbündels mit dem jeweiligen Reinigungsorgan beim Durchstossen des Rohrbündels;
durch die in die Rohrachse wirkende Stosskraft des Linearantriebes 42, und einer zweiten
auf den Rohrumfang senkrecht verteilten Reaktionskraft, die durch das laterale Zusammenpressen
der gegenüber dem Hohlraum der Rohre grösser gewählten Ausdehnung der Reinigungsorgane
bewirkt wird. Die Reibung und die Reinigungskraft hängen im übrigen von der Werkstoffwahl
der Reinigungsorgane und von der Gestaltung derselben ab. Je nach Substrat und Lebensdaueranforderung
der Reinigungsorgane werden sie aus organischen oder anorganischen Werkstoffen beispielsweise
Polymeren oder Metallen bestehen und die Form von gebüschelten und gewundenen Borsten,
wie auch von einfachen oder gefalteten Lamellen, oder aufgeschichteten Scheiben aufweisen.
[0009] Obwohl zu jedem Rohr des Rohrbündels 21 ein Reinigungsorgan 41 der Vorrichtung 1
zugeordnet werden muss, braucht die Zahl der Rohre des Rohrbündels 21 mit der der
Rinigungsorgane 41 der Vorrichtung 1 nicht identisch zu sein. Aus der Fig.3 ist ersichtlich,
dass von dem Rohrbündel 21 des Rohrbodens 25 bespielsweise nur ein Viertel der Rohre
mit den Reinigungsorganen 41 besetzt sind. Die Zuordnung der Reinigungsorgane 41 zu
den einzelnen Rohren des Rohrbündels 21 wird schrittweise erreicht, indem die Reinigungsorgane
41 mit dem Linearvorschub 42 sektorenweise rotiert werden. In Figur 1 und 2 wird beispielsweise
ein mechanisches Klinkenradgetriebe 43 mit Lagerung im zentralen Haubenstutzen 44
des Dampfdomes 3 gezeigt. Sie wird auf ein Podest 45 an der Haube des Dampfdomes 3
angeordnet, und besteht aus einem durch Speichen 46 käfigartig verbundenen Klinkenrad
47, das durch die Feder 48 gespannten Antriebszylinder 49' getrieben und durch die
auf die Speichen 46 durch den Arbeitszylinder 49" wirkende Arretierung 46'in jede
Reinigungsposition der Vorrichtung 4 verrigelt wird. In Figur 1 wird gezeigt, dass
die Reinigungsorgane 41 untereinander, und mit der Antriebsstange der Linearantrieb
42 durch eine gemeinsame Halterung 41" verbunden sind. Am Zylinderende des Linearantriebes
42 wird der Mitnehmer 50' und sein Mitnehmerbolzen 50" angedeutet, die um die Halterung
41" der Reinigungsorgane 41 greifen, wenn der Linearantrieb 42 eingefahren ist und
mit dem Klinkenradantrieb 43 die Vorrichtung 4 in die neue Reinigungsposition gedreht
werden soll.
[0010] Schliesslich verdient erwähnt zu werden, dass die dargestellte Ausführung Dank der
reduzierten Zahl der Reinigugsorgane 41 und dem Mannloch 35 Platz für die einfache
Montage, Wartbarkeit und die Möglichkeit zuverlässiger Kontrollen bietet.
1. Vorrichtung 1 zum Verhindern der Inkrustation von Rohren, insbesondere Rohrbündel
21 von Wärmeaustauschern 2 bestehend aus mechanisch wirkenden Reinigungsorgane 41,
die auf die Rohrachsen zentriert und entlang der Rohrachsen verschiebbar sind, je
einen Start- und Endposition ausserhalb der Rohre haben und mindestens einen auf die
Reinigungsorgane wirkenden Linearantrieb 42 und eine Steuerung für das Durchstossen
der Rohre des Rohrbündels 21 aufweisen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsorgan 41
im Ruhezustand eine grössere laterale Ausdehnung, als der Hohlraum eines Rohres, des
Rohrbündels 21 aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsorgan
41 aus einer stabförmigen Halterung 41' und aus elastischen Borsten besteht.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die elastischen Borsten
an ihren Enden erweitert sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsorgan
41 aus einer stabförmigen Halterung 41' und aus mindestens einer elastischen Scheibe
besteht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsorgan
41 aus einer stabförmigen Halterung 41' und aus Lamellen besteht.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsorgane 41
sektoriel gebündelt angeordnet und für die sektorenweise Positionierung mit einem
positionierbaren Drehantrieb, beispielsweise Klinkenradantrieb 43 ausgerüstet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass für die sektorenweise
Positionierung mit einer auf den Klinkenradantrieb 43 wirkenden Arretierung 46' ausgerüstet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung mit einem
Zeitglied für die Veränderung der Betriebsintervalle ausgerüstet ist.