[0001] Die Erfindung betrifft einen Plungerzylinder mit einem bodenseitig geschlossenen,
mit Druckflüssigkeit beaufschlagbaren Zylinder und einem in in ringförmigen Einstichen
des Zylinders angeordneten Führungs-, Dicht- und/oder Abstreifringen geführten, öffnungsseitig
aus dem Zylinder herausragenden Plungerkolben.
[0002] Plungerkolben haben einen glatten, meist geschliffenen oder hartverchromten Mantel,
der in der Packung aus Führungs-, Dicht- und/oder Abstreifringen geführt wird. Dadurch
kann die Oberflächenbehandlung der Zylinderinnenfläche entfallen. Die Plungerzylinder
sind vor allem für hohe Drücke geeignet und werden beispielsweise für den Antrieb
von Rohrweichen in Dickstoffpumpen eingesetzt. Die Betätigung der Plungerzylinder
erfolgt meist über hydraulische Folgesteuerungen, für deren Auslösung Signalabgriffe,
die den Zustand der Aggregate anzeigen, erforderlich sind. Bei Hydrozylindern, deren
Kolben die Dichtelemente, wie Kolben- und Abstreifringe tragen, ist es zwar bekannt,
am Zylinder hydraulische Signalabgriffe vorzusehen. Eine Übertragung dieser Techniken
auf Plungerzylinder ist jedoch nicht ohne weiteres möglich, da das Abdichten des Signalabgriffraums
mit den im Zylinder angeordneten Führungs- und Dichtelementen mit Schwierigkeiten
verbunden ist, die vor allem darin begründet sind, daß im Bereich des Signalabgriffs
hohe Druckspitzen und damit hohe Fließgeschwindigkeiten auftreten, die bei den von
außen nach innen wirkenden Zylinderdichtungen zu einem frühzeitigen Verschleiß führen,
zumal Plungerzylinder regelmäßig für hohe Drücke ausgelegt sind. In Anlagen mit Plungerzylindern
hat man sich deshalb meist mit indirekten Signalabgriffen, wie induktive Wegabnehmer
oder Verzögerungsdrosseln in Steuerungsleitungen beholfen.
[0003] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Plungerzylinder
zu schaffen, der einen unmittelbaren hydraulischen Signalabgriff ermöglicht und trotzdem
für hohe Drücke ausgelegt werden kann und eine ausreichende Führung des Plungerkolbens
gewährleistet.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird die im Patentanspruch 1 angegebene Merkmalskombination
vorgeschlagen. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung geht von der Erkenntnis aus, daß der Plungerkolben auf
der Druckseite in unmittelbarer Nähe des Signalabgriffs sowohl eine gute Führung als
auch eine gute und verschleißfreie Abdichtung erfordert, um über eine lange Standzeit
ein Durchkriechen von Öl in diesem Bereich und damit Fehlsignale zu vermeiden. Dementsprechend
werden gemäß der Erfindung folgende Lösungsmerkmale vorgeschlagen:
- einen am Zylindermantel angeordneten hydraulischen Signalabgriffstutzen,
- eine die Zylinderwandung durchsetzende, den Signalabgriffstutzen mit dem Zylinderinneren
verbindende Querbohrung,
- einen auf der Zylinderinnenseite der Querbohrung angeordneten, an seiner öffnungsseitigen
und bodenseitigen Flanke durch je einen über die Zylinderinnenfläche überstehenden
Führungs- und Dichtring begrenzten Ringkanal, wobei der die bodenseitige Flanke begrenzende
Führungs- und Dichtring als offener, an seinen Öffnungskanten einen Haarspalt bildender
Metallring ausgebildet ist, der in einem mit einem elastomeren Dichtring hinterlegten
ringförmigen Einstich des Zylinders angeordnet ist,
- mindestens eine im Plungerkolben angeordnete, mit der Bodenseite des Zylinders kommunizierende,
im Abstand vom bodenseitigen Kolbenende den Kolbenmantel durchdringende Steuerbohrung.
[0006] Der erfindungsgemäße vollhydraulische Signalabgiff spricht auf den ausgefahrenen
Zustand des Plungerkolbens an. Im Falle einer Rohrweiche für Dickstoffpumpen sind
demgemäß zwei Plungerzylinder vorgesehen, die abwechselnd ein Endsignal abgeben.
[0007] Der erfindungsgemäße Metallring ist zwar geschlitzt und kann damit von innen her
in den Einstich der Zylinderinnenwand eingesetzt werden. Im eingesetzten Zustand liegen
die als Schnittflächen ausgebildeten Schlitzkanten jedoch exakt gegeneinander an,
so daß nur eine Haarnut verbleibt. Die Innenfläche des Metallrings ist zylindrisch
geschliffen und steht geringfügig über den Zylindermantel nach innen über, so daß
er eine Führung bildet. Der Metallring hat damit sowohl eine dichtende als auch eine
zentrierende Funktion. Der auf der Innenseite des Metallrings im Einstich angeordnete
elastomere O-Ring sorgt dafür, daß der Metallring am Plungerkolben außen satt anliegt
und der Stoß zwischen den beiden freien Metallringenden trotzdem Null ist. Der elastomere
Dichtring muß jedoch so eingepaßt sein, daß beim Überfahren der Steuerbohrungen des
Plungerkolbens kein merkliches Zurückfedern stattfinden kann, so daß ein Kriechen
von Druckflüssigkeit und damit eine Fehlauslösung vermieden wird.
[0008] Vorteilhafterweise beträgt die radial gemessene Wandstärke des Metallrings ein Mehrfaches
der Ringkanaltiefe, während die axiale Erstreckung des Metallringes ein Mehrfaches
seiner radial gemessenen Wandstärke beträgt. Weiter sollte die Wandstärke des hinterlegten
elastomeren Dichtrings ein Mehrfaches der radial gemessene Wandstärke des Metallrings
betragen.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist in bodenseitigem Abstand
von dem metallischen Führungs- und Dichtring zusätzlich ein geschlitzter, an seinen
Schlitzkanten einen Haarspalt bildender Dichtring aus Kunststoff in einem mit einem
elastomeren Dichtring hinterlegten ringförmigen Einstich des Zylinders angeordnet.
Der zusätzliche Dichtring gewährleitstet, daß ein stufenweiser Druckabbau bis zum
Signalabgriffsraum erfolgt. Während der metallische Führungs-und Dichtring eine Art
Grobdichtung bildet, erfolgt die Feindichtung über den beispielsweise aus PTFE bestehenden
Kunststoffdichtring. Die weiche Kunststoffdichtung paßt sich der Plungeroberfläche
besser an und dichtet dadurch besser ab als die metallische Dichtung. Die Metalldichtung
gewährleistet andererseits im unmittelbaren Druckabgriffsbereich eine bessere Führung
und eine geringere Verschleißanfälligkeit bei den dort auftretenden hohen Strömungsgeschwindigkeiten.
[0010] Der die Ringnut öffnungsseitig begrenzende Führungs- und Dichtring unterliegt nicht
den hohen mechanischen Beanspruchungen des bodenseitig begrenzenden Führungs- und
Dichtrings und kann daher beispielsweise als Führungsband aus mit Bronze gefüllten
PTFE oder aus Epoxidharz-getränktem Textilband bestehen.
[0011] Weiter wird vorteilhafterweise im bodenseitigen Abstand vom Kunststoff-Führungs-
und Dichtring ein axial langgestrecktes Führungsband angeordnet, das ebenfalls aus
mit Bronze gefülltem PTFE oder aus Epoxidharz-getränktem Textilband bestehen kann.
[0012] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist der Plungerkolben
einen bodenseitig offenen Hohlraum sowie mehrere über den Umfang verteilt angeordnete,
in den Hohraum mündende Querbohrungen als Steuerbohrungen auf. Über diese Steuerbohrungen
wird beim Überfahren des im Bereich des Signalabgriffs angeordneten Ringkanals ein
Kurzschluß hergestellt und eine Ölmenge abgegeben, die das Schaltsignal auslöst. Durch
die Anordnung mehrerer über den Umfang verteilt angeordneter Steuerbohrungen im Plungerkolben
wird die abgegebene Ölmenge über den Umfang verteilt und damit die lokale Strömungsgeschwindigkeit
zur Vermeidung von Zerstörungen in den benachbarten Dichtungen vermindert.
[0013] Während sich der Signalabgriffstutzen erfindungsgemäß in der Nähe des öffnungsseitigen
Zylinderendes befindet, ist der Anschlußstutzen für die Druckflüssigkeit zweckmäßig
in der Nähe des bodenseitigen Endes am Zylindermantel angeordnet.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Plungerkolben
mit einem bodenseitigen zylindrischen Hohlraum auf einen unter Freilassung eines Ringraums
koaxial über den Zylinderboden überstehenden zylindrischen Dämpfungszapfen aufschiebbar.
Zur Erleichterung des Aufschiebens ist der zylindrische Dämpfungszapfen mit einem
stirnseitigen Führungskonus versehen, während der Hohlraum des Plungerkolbens zum
bodenseitigen Kolbenende hin aus dem gleichen Grund konisch erweitert sein kann. Die
Dämpfungswirkung wird im wesentlichen dadurch erzielt, daß der Dämpfungszapfen ein
geringes Untermaß von wenigen Zehntel mm, vorzugsweise 2/10 mm gegenüber dem Hohlrauminnenmaß
des Plungerkolbens aufweist, während der Zylinder in seinem bodennahen Bereich ein
geringes Untermaß von wenigen Zehntel mm, vorzugsweise ca. 2/10 mm gegenüber dem Außenmaß
des Plungerkolbens aufweist. Die dadurch gebildeten Zwischenräume reichen aus, um
die Druckflüssigkeit gedämpft zum Anschlußstutzen hin zu verdrängen und den Plungerkolben
beim Anfahren ausreichend schnell wieder aus der Endlage herauszubringen. Weiter ist
der Dämpfungszapfen im Bereich seiner Mantelfläche mit Ringnuten versehen, über die
sich ein Ölpolster mit Zentrierwirkung ausbilden kann.
[0015] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Plungerzylinder
im Bereich des Anschlußstutzens eine Querschnittserweiterung aufweist, die bodenseitig
durch eine Konusflanke begrenzt ist. Die bodenseitige Kante (Dämpfungskante) der Konusflanke
ist dabei zweckmäßig hinter der bodenseitigen Kante (Führungskante) des Führungskonus
angeordnet. Durch den Versatz zwischen Führungskante und Dämpfungskante erfolgt damit
das Aufschieben und Dämpfen in zwei Stufen. Um andererseits ein rasches Ausfahren
des Plungerkolbens zu ermöglichen, ist gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung der Abstand der Steuerbohrungen vom bodenseitigen Kolbenende größer
als der Abstand der bodenseitigen Konuskanten vom Zylinderboden.
[0016] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0017] Die einzige Figur zeigt einen Plungerzylinder mit hydraulischem Signalabgriff in
längsgeschnittener Darstellung.
[0018] Der Plungerzylinder besteht im wesentlichen aus einem einseitig an seinem Boden 10
geschlossenen Zylinder 12 und einem im Zylinder 12 axial verschiebbaren, über die
Zylinderöffnung 14 überstehenden Plungerkolben 16. An den freien Enden des Zylinders
12 und des Plungerkolbens 16 ist je eine Kugel 18 bzw. 20 angeformt, die zur Aufhängung
des Plungerzylinders dient. Anstelle der Kugeln 18, 20 können auch andere Gelenke
vorgesehen werden.
[0019] Der Plungerkolben 16 weist eine glatte, vorzugsweise geschliffene oder hartverchromte
zylindrische Mantelfläche 22 auf und ist mit einem bodenseitig offenen Hohlraum 24
versehen. Die dadurch gebildete, im wesentlichen zylindrische Wandung des Plungerkolbens
weist im Abstand vom bodenseitigen Ende 26 mehrere in Umfangsrichtung verteilt angeordnete,
als Querbohrungen ausgebildete Steuerbohrungen 28 auf.
[0020] Der Zylinder 12 weist zwei über seine Mantelfläche 30 überstehende Stutzen 32, 34
auf, von denen der Stutzen 32 als Anschlußstutzen für die Druckflüssigkeit und der
Stutzen 34 als Signalabgriffsstutzen ausgebildet ist. Der in Bodennähe angeordnete
Anschlußstutzen 32 mündet über eine weite Querbohrung 36 und einen Ringkanal 38 in
das Zylinderinnere, so daß der Plungerkolben 16 bodenseitig mit Druckflüssigkeit beaufschlagt
werden kann. Der in der Nähe der Zylinderöffnung 14 angeordnete Signalabgriffstutzen
34 ist über eine enge Querbohrung 40 und einen Ringkanal 42 mit dem Zylinderinneren
verbunden.
[0021] Die Zylinderinnenfläche weist mehrere ringnutenförmige Einstiche 44 bis 54 auf, die
zur Aufnahme von Führungs, Dicht- und/oder Abstreifringen 56 bis 66 bestimmt sind.
Die in der öffnungsseitig offenen Nut 44 und in der eingeschlossenen Nut 46 angeordneten
elastomeren Ringe 56, 58 haben sowohl eine Abstreif- als auch eine Dichtfunktion,
während den relativ langgestreckten, in den Flachnuten 48 und 54 angeordneten Führungsbändern
60, 66 vor allem eine Führungsfunktion für den Plungerkolben zukommt. Die Führungsbänder
bestehen vorzugsweise aus mit Bronze gefülltem PTFE oder aus einem Epoxidharz-getränkten
Textilband. In den der Querbohrung 40 bodenseitig benachbarten Nuten 50, 52 sind zwei
weitere Ringe 62, 64 angeordnet, denen im Hinblick auf die Abdichtung des Signalabgriffraums
34 und die Führung des Plungerkolbens in diesem Bereich eine Spezialaufgabe zukommt.
Der in der Nut 50 mit einem elastomeren O-Ring 63 hinterlegte Ring 62 ist als geschlitzter
Metallring ausgebildet, der zusammen mit dem Führungsband 60 den Ringkanal 42 seitlich
begrenzt. Die Schnittflächen des offenen Metallrings 62 liegen im eingesetzten Zustand
unter Bildung eines Haarspaltes dicht gegeneinander an. Der an seiner Innenfläche
exakt auf Kolbenmaß geschliffene Metallring gewährleistet eine verschleißfeste Kolbenführung
und eine lecksichere Flüssigkeitsabdichtung. Gleichwohl kommt dem Metallring nur die
Funktion einer Grobdichtung zu. Die Feinabdichtung des Signalabgriffs erfolgt über
den Kunststoffring 64, der sich in der Nut 52 auf einem elastomeren O-Ring 65 abstützt.
[0022] Gelangt der Plungerkolben beim Ausfahren mit seinen Steuerbohrungen 28 in den Bereich
des Ringkanals 42, so tritt Druckflüssigkeit in den Signalabgriffsstutzen 34 aus und
löst in einem dort angeschlossenen Schaltventil einen Schaltvorgang aus. Durch die
Ausbildung der Dichtung 62, 63 ist sichergestellt, daß trotz der aufgrund der hohen
Arbeitsdrücke beim Schaltvorgang auftretenden Druckspitzen und hohen Strömungsgeschwindigkeiten
keine nennenswerten Verschleißerscheinungen oder gar Zerstörungen an den Dichtungen
auftreten.
[0023] Um darüberhinaus beim Einfahren des Plungerkolbens 16 ein hartes Anschlagen gegen
den Zylinderboden 10 zu vermeiden, ist ein über den Zylinderboden koaxial überstehender
Dämpfungszapfen 68 vorgesehen, der einen zylindrischen Ringraum 70 zur Aufnahme des
bodennahen Kolbenendes begrenzt. Die Zwischenräume zwischen der Oberfläche des Zapfens
68 und der benachbarten Hohlrauminnenfläche des Plungerkolbens 16 sowie zwischen der
Plungeraußenfläche und der bodennahen Zylinderinnenfläche betragen jeweils etwa 2/10
mm, so daß beim Einfahren des Plungerkolbens Druckmittel gedämpft zum Stutzen hin
verdrängt werden kann und der Plungerkolben beim Anfahren ausreichend schnell wieder
aus seiner Endlage herausführbar ist. Die drei Ringnuten 71 auf dem Dämpfungszapfen
68 sorgen für ein ausreichendes Ölpolster im engen Zwischenraum und damit für eine
gute Zentrierwirkung. Der Dämpfungszapfen 68 trägt stirnseitig einen durch eine Führungskante
72 begrenzten Führungskonus 74. Auch der Plungerkolben weist an seinem bodenseitigen
Ende 26 innenseitig einen Auflaufkonus 76 bodenseitigen Ende 26 innenseitig einen
Auflaufkonus 76 auf. Der in der Zylinderwandung im Bereich des Anschlußstutzens 32
ausgesparte Ringkanal 38 ist bodenseitig konisch ausgebildet und durch eine Dämpfungskante
78 begrenzt. Der Versatz zwischen der Führungskante 72 des Dämpfungszapfens 68 und
der Dämpfungskante 78 sorgt dafür, daß das Aufschieben und Dämpfen des Plungerkolbens
beim Einfahrvorgang in zwei Stufen erfolgt. Die Steuerbohrungen 28 sind auch im vollständig
eingefahrenen Zustand des Plungerkolbens 16 noch in den querschnitterweiterten Bereichen
des Führungskonus 74 und des Ringkanals 38 angeordnet, so daß zur Beschleunigung des
Anfahrvorgangs Druckflüssigkeit von der Anschlußseite über die Steuerbohrungen 28
in den Hohlraum 24 einströmen kann.
[0024] Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfindung bezieht sich auf einen
Plungerzylinder, an dessen Zylindermantel 30 ein hydraulischer Signalabgriffstutzen
34 angeordnet ist. Der Signalabgriffstutzen ist über eine Querbohrung 40 mit dem Zylinderinneren
verbunden. Auf der Zylinderinnenseite der Querbohrung 40 befindet sich ein Ringkanal
42, der an seinen öffnungsseitigen und bodenseitigen Flanken durch Führungs- und Dichtringe
60,62 begrenzt ist. Der die bodenseitige Flanke begrenzende Dichtring 62 ist als offener
Metallring ausgebildet, der in einem einen elastomeren Dichtring 63 hinterlegten ringförmigen
Einstich 50 des Zylinders angeordnet ist. Der Plungerlkolben 16 weist mehrere mit
der Bodenseite des Zylinderinnenraums kommunizierende, im Abstand vom bodenseitigen
Kolbenende 28 auf, die beim Überfahren des Ringkanals 42 über den Signalabgriff einen
Schaltvorgang auslösen.
1. Plungerzylinder mit einem bodenseitig mit Druckflüssigkeit beaufschlagbaren Zylinder
und einem in in ringförmigen Einstichen des Zylinders angeordneten Führungs-, Dicht-und/oder
Abstreifringen geführten, öffnungsseitig aus dem Zylinder herausragenden Plungerkolben,
gekennzeichnet durch
- einen am Zylindermantel (30) angeordneten hydraulischen Signalabgriffstutzen (34),
- eine die Zylinderwandung (12) durchsetzende, den Signalabgriffstutzen (34) mit dem
Zylinderinneren verbindende Querbohrung (40),
- einen auf der Zylinderinnenseite der Querbohrung (40) angeordneten, an seiner öffnungsseitigen
und bodenseitigen Flanke durch je einen über die Zylinderinnenfläche überstehenden
Führungs-und/oder Dichtring (60,62) begrenzten Ringkanal (42), wobei der die bodenseitige
Flanke begrenzende Führungs- und Dichtring (62) als offener, an seinen Öffnungskanten
einen Haarspalt bildender Metallring ausgebildet ist, der in einem mit einem elastomeren
Dichtring (63) hinterlegten ringförmigen Einstich (50) des Zylinders (12) angeordnet
ist, und
- mindestens eine im Plungerkolben (16) angeordnete, mit der Bodenseite des Zylinderinnenraums
(12) kommunizierende, im Abstand vom bodenseitigen Kolbenende (26) den Kolbenmantel
(30) durchdringende Steuerbohrung (28).
2. Plungerzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die radial gemessene
Wandstärke des Metallrings (62) ein Mehrfaches der Tiefe des Ringkanals (42) beträgt.
3. Plungerzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die axiale
Erstreckung des Metallrings (62) ein Mehrfaches seiner radial gemessenen Wandstärke
beträgt.
4. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wandstärke des hinterlegten elastomeren Dichtrings (63) ein Mehrfaches der radial
gemessenen Wandstärke des Metallrings (62) beträgt.
5. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in
bodenseitigem Abstand von dem die Ringnut bodenseitig begrenzenden Führungs- und Dichtring
(62) ein Dichtring (64) aus Kunststoff in einem mit einem elastomeren Dichtring (65)
hinterlegten ringförmigen Einstich (52) des Zylinders (12) angeordnet ist.
6. Plungerzylinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der vorzugsweise aus
PTFE bestehende Kunststoff-Dichtring (64) offen ist und an seinen Öffnungskanten einen
Haarspalt bildet.
7. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
den Ringkanal (42) öffnungsseitig begrenzende Führungs- und/oder Dichtring (60) als
Führungsband ausgebildet ist.
8. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in
bodenseitigem Abstand vom Kunststoff-Dichtring (64) ein im Axialschnitt langgestrecktes
ringförmiges Führungsband (66) angeordnet ist.
9. Plungerzylinder nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsband
(60,66) aus mit Bronze gefülltem PTFE oder aus Epoxidharz-getränktem Textilband besteht.
10. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
der Signalabgriffstutzen (34) in der Nähe des öffnungsseitigen Zylinderendes (14)
angeordnet ist.
11. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Plungerkolben (16) einen bodenseitig offenen Hohlraum (24) aufweist und daß mehrere
über den Umfang verteilt angeordnete, in den Hohlraum (24) mündende Querbohrungen
als Steuerbohrungen (28) vorgesehen sind.
12. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch eine am
Zylindermantel (30) in der Nähe des bodenseitigen Endes (10) angeordneten, mit der
Druckflüssigkeit beaufschlagbaren Anschlußstutzen (32).
13. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
der Plungerkolben (16) mit einem bodenseitigen zylindrischen Hohlraum (24) auf einen
unter Freilassung eines Ringraums (70) koaxial über den Zylinderboden (10) überstehenden
zylindrischen Dämpfungszapfen (68) aufschiebbar ist.
14. Plungerzylinder nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der zylindrische
Dämpfungszapfen (68) einen stirnseitigen Führungskonus (74) aufweist.
15. Plungerzylinder nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum
(24) des Plungerkolbens (16) zum bodenseitigen Kolbenende (26) hin konisch erweitert
ist.
16. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß
der Zylinder (12) im Bereich des Anschlußstutzens eine einen Ringkanal (38) bildende
Querschnittserweiterung aufweist, die bodenseitig durch eine Konusflanke begrenzt
ist.
17. Plungerzylinder nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die bodenseitige
Kante (Dämpfungskante 78) der Konusflanke hinter der bodenseitigen Kante (Führungskante
72) des Führungskonus (74) angeordnet ist.
18. Plungerzylinder nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der
Steuerbohrungen (28) vom bodenseitigen Kolbenende (26) größer als der Abstand der
bodenseitigen Konuskanten (72,78) vom Zylinderboden (10) ist.
19. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß
der Dämpfungszapfen (68) mindestens eine Ringnut (71) aufweist.
20. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß
der Dämpfungszapfen (68) ein Untermaß von wenigen Zehntel mm, vorzugsweise ca. 2/10
mm gegenüber dem Innenmaß des benachbarten Hohlraums (24) des Plungerkolbens (16)
aufweist.
21. Plungerzylinder nach einem der Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß
der Zylinder (12) in seinem bodennahen Bereich ein Übermaß von wenigen Zehntel mm,
vorzugsweise ca. 2/10 mm gegenüber dem Außenmaß des Plungerkolbens (16) aufweist.