[0001] Die Erfindung betrifft ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial, das sich durch
einen besonders geringen Silberauftrag auszeichnet und das umweltfreundlich verarbeitet
wird, ohne daß ein eigentliches Color-Entwicklungsbad notwendig ist.
[0002] Es ist bekannt, farbfotografische Silberhalogenidmaterialien mit geringem Silberauftrag
mit einem dem Farbeentwicklungsbad nachfolgenden, H
20
2 enthaltenden Verstärkungsbad zu verarbeiten, sogenannte Verstärkungsverfahren.
[0003] Es wurde nun gefunden, daß sich farbfotografische Silberhalogenidmaterialien mit
geringem Silberauftrag nach dem Verstärkungsverfahren zu ausgezeichneten Farbbildern
verarbeiten lassen, ohne daß ein Farbentwicklungsbad durchlaufen wird, wenn die farbfotografischen
Materialien in den farbkupplerhaltigen Schichten in hydrophoben Öltröpfchen gelöst
wenigstens eine p-Phenylendiaminverbindung mit einer primären Aminogruppe und wenigstens
einem Ballastrest enthalten.
[0004] Gegenstand der Erfindung ist ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit wenigstens
einer blauempfindlichen, wenigstens einen Gelbkuppler enthaltenden Silberhalogenidemulsionsschicht,
wenigstens einer grünempfindlichen, wenigstens einen Purpurkuppler enthaltenden Silberhalogenidemulsionsschicht
und wenigstens einer rotempfindlichen, wenigstens einen Blaugrünkuppler enthaltenden
Silberhalogenidemulsionsschicht sowie üblichen Zwischen- und Schutzschichten, dadurch
gekennzeichnet, daß der Silberhalogenidauftrag aller lichtempfindlichen Schichten,
angegeben als AgN0
3, nicht mehr als 0,3 g/m
2 beträgt und die farbkupplerhaltigen Schichten in hydrophoben Öltröpfchen gelöst wenigstens
eine p-Phenylendiaminverbindung mit wenigstens einer primären Aminogruppe und wenigstens
einem Ballastrest enthalten.
[0005] Vorzugsweise enthält das farbfotografische Material in wenigstens einer lichtempfindlichen
Schicht als Emulsion eine Silberchloridbromidemulsion mit 0,05 bis 3 Mol-% Silberbromid.
Insbesondere befinden sich wenigstens 50 % des Silberbromids an der Oberfläche der
Silberhalogenidkörner. Solche Emulsionen erhält man besonders dadurch, daß man AgCI-Emulsionen
und AgCIBr-Emulsionen mit geringerem Bromidgehalt als gewünscht nach der Sensibilisierung
mit der wäßrigen Lösung eines Bromids behandelt.
[0006] Vorzugsweise sind die Emulsionen aller lichtempfindlichen Schichten AgCIBr-Emulsionen
der genannten Art, wobei die Bromidanteile innerhalb des gesteckten Rahmens von Schicht
zu Schicht unterschiedlich sein können.
[0007] Vorzugsweise haben die Silberhalogenide einen Bromidgehalt von 0,2 - 2 Mol-%.
[0008] Darüber hinaus können die Silberhalogenidkörner bis zu 0,5 Mol-% Silberiodid enthalten,
sind aber vorzugsweise silberiodidfrei.
[0009] Vorzugsweise werden Farbkuppler und p-Phenylen-diaminverbindung gemeinsam in einem
hochsiedenden hydrophoben Lösungsmittel ("Ölbildner") gelöst, und diese Lösung in
einer wäßrigen Gelatinelösung emulgiert.
[0010] Die p-Phenylendiaminverbindung entspricht insbesondere der Formel

worin Ballast ein Ballastrest, insbesondere ein C
10-C
20-Alkylrest,
R1 ein gegebenenfalls substituierter Alkylrest mit 2 bis 4 C-Atomen, der als Substituenten
insbesondere wenigstens einen OH-, S03H-, COOH-oder CH3SO2NH-Rest aufweist,
R2 und R3 Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl bedeuten.
[0012] Als p-Phenylendiaminverbindungen mit wenigstens einem Ballastrest werden auch solche
p-Phenylendiaminverbindungen verstanden, mit denen ein Latex beladen ist.
[0013] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Latices, gleiche oder verschiedene , sowohl
mit Farbkuppler als auch mit p-Phenylendiaminverbindungen zu beladen. Zu dieser Technik
wird beispielsweise auf DE-A-25 41 230, DE-A 25 41 274, DE-A-28 35 856, EP-A 0 014
921, EP-A 0 069 671, EP-A 0 130 115 und US-A 3 291 113 verwiesen.
[0014] Das farbfotografische Aufzeichnungsmaterial besteht vorzugsweise aus einem reflektierenden
Träger, auf den in der angegebenen Reihenfolge eine blauempfindliche, wenigstens einen
Gelbkuppler enthaltende Schicht, eine grünempfindliche, wengistens einen Purpurkuppler
enthaltende Schicht und eine rotempfindliche, wenigstens einen Blaugrünkuppler enthaltende
Schicht sowie übliche Zwischen- und Schutzschichten aufgetragen sind.
[0015] Der Silberhalogenidauftrag, angegeben als AgN0
3 beträgt vorzugsweise 0,05 bis 0,3 g/m
2.
[0016] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Bilderzeugungsverfahren für das vorstehend
genannte Material, bei dem nach bildmäßiger Belichtung das Material mit wäßrigem H
20
2 behandelt wird.
[0017] Die Konzentrationen an H
20
2 beträgt vorzugsweise 0,5 bis 25 g/l.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das farbfotografische Material oder
das Verstärkerbad eine Schwarzweiß-Entwicklersubstanz (z,B. Phenidon, Hydrochinon,
Metol, Amidol in einer Menge von 0,01 bis 1,0 g/l.
[0019] Der Verstärkung können sich die üblichen Schritte Bleichen, Fixieren, Wässern und
Trocknen anschließen, wobei Bleichen und Fixieren in einem Bad durchgeführt werden
können (Bleichfixierbad). Ein besonderer Vorteil des Verfahrens besteht jedoch darin,
daß die geringe Silberhalogenidmenge ein so schwaches Silberbild erzeugt, welches
das Farbbild nicht mehr stört und daher nicht entfernt zu werden braucht. Das Bleichen
kann somit entfallen. Auch das Fixieren (Lösen des unbelichteten Silberhalogenids)
kann entfallen, wenn das Silberhalogenid durch ein Stabilisierbad in ein lichtunempfindliches
Silberkomplexsalz überführt wird. In diesem Fall kann sich an die Stabilisierung sofort
die Trocknung anschließen.
[0020] Neben den Silberhalogenidkörnern und den Farbkupplern enthalten die Silberhalogenidemulsionsschichten
im wesentlichen ein Bindemittel, das auch hauptsächlicher Bestandteil der Zwischen-
und Schutzschichten ist.
[0021] Als Bindemittel wird vorzugsweise Gelatine verwendet. Diese kann jedoch ganz oder
teilweise durch andere synthetische, halbsynthetische oder auch natürlich vorkommende
Polymere ersetzt werden. Synthetische Gelatineersatzstoffe sind beispielsweise Polyvinylalkohol,
Poly-N-vinylpyrrolidon, Polyacrylamide, Polyacrylsäure und deren Derivate, insbesondere
deren Mischpolymerisate. Natürlich vorkommende Gelatineersatzstoffe sind beispielsweise
andere Proteine wie Albumin oder Casein, Cellulose, Zucker, Stärke oder Alginate.
Halbsynthetische Gelatineersatzstoffe sind in der Regel modifizierte Naturprodukte.
Cellulosederivate wie Hydroxyalkylcellulose, Carboxymethylcellulose und Phthalylcellulose
sowie Gelatinederivate, die durch Umsetzung mit Alkylierungs- oder Acylierungsmitteln
oder durch Aufpfropfung von polymerisierbaren Monomeren erhalten worden sind, sind
Beispiele hierfür.
[0022] Die Bindemittel sollen über eine ausreichende Menge an funktionellen Gruppen verfügen,
so daß durch Umsetzung mit geeigneten Härtungsmitteln genügend widerstandsfähige Schichten
erzeugt werden können. Solche funktionellen Gruppen sind insbesondere Aminogruppen,
aber auch Carboxylgruppen, Hydroxylgruppen und aktive Methylengruppen.
[0023] Die vorzugsweise verwendete Gelatine kann durch sauren oder alkalischen Aufschluß
erhalten sein. Es kann auch oxidierte Gelatine verwendet werden, Die Herstellung solcher
Gelatinen wird beispielsweise in The Science and Technology of Gelatine, herausgegeben
von A.G. Ward und A. Courts, Academic Press 1977, Seite 295 ff beschrieben. Die jeweils
eingesetzte Gelatine soll einen möglichst geringen Gehalt an fotografisch aktiven
Verunreinigungen enthalten (Inertgelatine). Gelatinen mit hoher Viskosität und niedriger
Quellung sind besonders vorteilhaft.
[0024] Bei den erfindungsgemäß verwendeten Silberhalogeniden kann es sich um überwiegend
kompakte Kristalle handeln, die z.B. regulär kubisch oder oktaedrisch sind oder Übergangsformen
aufweisen können. Die Silberhalogenide können auch als plättchenförmige Kristalle
vorliegen, deren durchschnittliches Verhältnis von Durchmesser zu Dicke z.B. wenigstens
5:1 ist, wobei der Durchmesser eines Kornes definiert ist als der Durchmesser eines
Kreises mit einem Kreisinhalt entsprechend der projizierten Fläche des Kornes. Die
Schichten können aber auch tafelförmige Silberhalogenidkristalle aufweisen, bei denen
das Verhältnis von Durchmesser zu Dicke wesentlich größer als 5:1 ist, z.B. 12:1 bis
30:1.
[0025] Die mittlere Korngröße der Emulsionen liegt vorzugsweise zwischen 0,2 um und 2,0
um, die Korngrößenverteilung kann sowohl homo- als auch heterodispers sein. Homodisperse
Korngrößenverteilung bedeutet, daß 95 % der Körner nicht mehr als ± 30% von der mittleren
Korngröße abweichen. Homodisperse Silberhalogenidemulsionen oder Abmischungen davon
sind bevorzugt. Die Emulsionen können neben dem Silberhalogenid auch organische Silbersalze
enthalten, z.B. Silberbenztriazolat oder Silberbehenat.
[0026] Es können zwei oder mehrere Arten von Silberhalogenidemulsionen, die getrennt hergestellt
werden, als Mischung verwendet werden.
[0027] Die fotografischen Emulsionen können nach verschiedenen Methoden (z.B. P. Glafkides,
Chimie et Physique Photographique, Paul Montel, Paris (1967), G.F. Duffin, Photographic
Emulsion Chemistry, The Focal Press, London (1966), V.L. Zelikman et al, Making and
Coating Photographic Emulsion, The Focal Press, London (1966) aus löslichen Silbersalzen
und löslichen Halogeniden hergestellt werden.
[0028] Die Fällung des Silberhalogenids erfolgt bevorzugt in Gegenwart des Bindemittels,
z.B. der Gelatine und kann im sauren, neutralen oder alkalischen pH-Bereich durchgeführt
werden, wobei vorzugsweise Silberhalogenidkomplexbildner zusätzlich verwendet werden.
Zu letzteren gehören z.B. Ammoniak, Thioether, Imidazol, Ammoniumthiocyanat oder überschüssiges
Halogenid. Die Zusammenführung der wasserlöslichen Silbersalze und der Halogenide
erfolgt wahlweise nacheinander nach dem single-jet- oder gleichzeitig nach dem double-jet-Verfahren
oder nach beliebiger Kombination beider Verfahren. Bevorzugt wird die Dosierung mit
steigenden Zuflußraten, wobei die "kritische" Zufuhrgeschwindigkeit, bei der gerade
noch keine Neukeime entstehen, nicht überschritten werden sollte, Der pAg-Bereich
kann während der Fällung in weiten Grenzen variieren, vorzugsweise wird das sogenannte
pAg-gesteuerte Verfahren benutzt, bei dem ein bestimmter pAg-Wert konstant gehalten
oder ein definiertes pAg-Profil während der Fällung durchfahren wird. Neben der bevorzugten
Fällung bei Halogenidüberschuß ist aber auch die sogenannte inverse Fällung bei Silberionenüberschluß
möglich. Außer durch Fällung können die Silberhalogenidkristalle auch durch physikalische
Reifung (Ostwaldreifung), in Gegenwart von überschüssigem Halogenid und/oder Silberhalogenidkomplexierungsmittel
wachsen. Das Wachstum der Emulsionskörner kann sogar überwiegend durch Ostwaldreifung
erfolgen, wobei vorzugsweise eine feinkörnige, sogenannte Lippmann-Emulsion, mit einer
schwerer löslichen Emulsion gemischt und auf letzterer umgelöst wird.
[0029] Während der Fällung und/oder der physikalischen Reifung der Silberhalogenidkörner
können auch Salze oder Komplexe von Metallen, wie Cd, Zn, Pb, TI, Bi, Ir, Rh, Fe vorhanden
sein.
[0030] Ferner kann die Fällung auch in Gegenwart von Sensibilisierungsfarbstoffen erfolgen.
Komplexierungsmittel und/oder Farbstoffe lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt
unwirksam machen, z.B. durch Änderung des pH-Wertes oder durch eine oxidative Behandlung.
[0031] Nach abgeschlossener Kristallbildung oder auch schon zu einem früheren Zeitpunkt
werden die löslichen Salze aus der Emulsion entfernt, z.B. durch Nudeln und Waschen,
durch Flocken und Waschen, durch Ultrafiltration oder durch lonenaustauscher.
[0032] Die Silberhalogenidemulsion wird im allgemeinen einer chemischen Sensibilisierung
unter definierten Bedingungen - pH, pAg, Temperatur, Gelatine-, Silberhalogenid- und
Sensibilisatorkonzentration - bis zum Erreichen des Empfindlichkeits- und Schleieroptimums
unterworfen. Die Verfahrensweise ist z.B. bei H. Frieser "Die Grundlagen der Photographischen
Prozesse mit Silberhalogeniden" Seite 675-734, Akademische Verlagsgesellschaft (1968)
beschrieben.
[0033] Dabei kann die chemische Sensibilisierung unter Zusatz von Verbindungen von Schwefel,
Selen, Tellur und/oder Verbindungen der Metalle der VIII. Nebengruppe des Periodensystems
(z.B. Gold, Platin, Palladium, Iridium) erfolgen, weiterhin können Thiocyanatverbindungen,
oberflächenaktive Verbindungen, wie Thioether, heterocyclische Stickstoffverbindungen
(z.B. Imidazole, Azaindene) oder auch spektrale Sensibilisatoren (beschrieben z.B.
bei F. Hamer "The Cyanine Dyes and Related Compounds", 1964, bzw. Ullmanns Encyclopädie
der technischen Chemie, 4. Auflage, Bd. 18, S. 431 ff. und Research Disclosure 17643
(Dez. 1978), Kapitel 111) zugegeben werden, Ersatzweise oder zusätzlich kann eine
Reduktionssensibilisierung unter Zugabe von Reduktionsmitteln (Zinn-II-Salze, Amine,
Hydrazinderivate, Aminoborane, Silane, Formamidinsulfinsäure) durch Wasserstoff, durch
niedrigen pAg (z.B. kleiner 5) und/oder hohen pH (z.B. über 8) durchgeführt werden.
[0034] Die fotografischen Emulsionen können Verbindungen zur Verhinderung der Schleierbildung
oder zur Stabilisierung der fotografischen Funktion während der Produktion, der Lagerung
oder der fotografischen Verarbeitung enthalten.
[0035] Besonders geeignet sind Azaindene, vorzugsweise Tetra- und Pentaazaindene, insbesondere
solche, die mit Hydroxyl- oder Aminogruppen substituiert sind. Derartige Verbindungen
sind z.B. von Birr, Z. Wiss. Phot. 47 (1952), S. 2-58 beschrieben worden. Weiter können
als Antischleiermittel Salze von Metallen wie Quecksilber oder Cadmium, aromatische
Sulfon- oder Sulfinsäuren wie Benzolsulfinsäure, oder stickstoffhaltige Heterocyclen
wie Nitrobenzimidazol, Nitroindazol, gegebenenfalls substituierte Benztriazole oder
Benzthiazoliumsalze eingesetzt werden, Geeignet sind auch Mercaptogruppen enthaltende
Heterocyclen, z.B. Mercaptobenzthiazole, Mercaptobenzimidazole, Mercaptotetrazole,
Mercaptothiadiazole, Mercaptopyrimidine, wobei diese Mercaptoazole auch eine wasserlöslichmachende
Gruppe, z.B. eine Carboxylgruppe oder Sulfogruppe, enthalten können. Weitere geeignete
Verbindungen sind in Research Disclosure 17643 (Dez. 1978), Kapitel VI, veröffentlicht.
[0036] Die Stabilisatoren können den Silberhalogenidemulsionen vor, während oder nach deren
Reifung zugesetzt werden. Selbstverständlich kann man die Verbindungen auch anderen
fotografischen Schichten, die einer Halogensilberschicht zugeordnet sind, zusetzen.
[0037] Es können auch Mischungen aus zwei oder mehreren der genannten Verbindungen eingesetzt
werden.
[0038] Die fotografischen Emulsionsschichten oder andere hydrophile Kolloidschichten des
erfindungsgemäß hergestellten lichtempfindlichen Materials können oberflächenaktive
Mittel für verschiedene Zwecke enthalten, wie Überzugshilfen, zur Verhinderung der
elektrischen Aufladung, zur Verbesserung der Gleiteigenschaften, zum Emulgieren der
Dispersion, zur Verhinderung der Adhäsion und zur Verbesserung der fotografischen
Charakteristika (z.B. Entwicklungsbeschleunigung, hoher Kontrast, Sensibilisierung
usw.). Neben natürlichen oberflächenaktiven Verbindungen, z.B. Saponin, finden hauptsächlich
synthetische oberflächenaktive Verbindungen (Tenside) Verwendung: nicht-ionische Tenside,
z.B. Alkylenoxidverbindungen, Glycerinverbindungen oder Glycidolverbindungen, kationische
Tenside, z.B. höhere Alkylamine, quartäre Ammoniumsalze, Pyridinverbindungen und andere
heterocyclische Verbindungen, Sulfoniumverbindungen oder Phosphoniumverbindungen,
anionische Tenside, enthaltend eine Säuregruppe, z.B. Carbonsäure-, Sulfonsäure-,
eine Phosphorsäure-, Schwefelsäureester- oder Phosphorsäureestergruppe, ampholytische
Tenside, z.B. Aminosäure- und Aminosulfonsäureverbindungen sowie Schwefel- oder Phosphorsäureester
eines Aminoalkohols. Geeignet sind auch fluorhaltige Tenside, die z.B. aus GB-PS 1
330 356, 1 524 631 und US-PS 3 666 478 und 3 689 906 bekannt sind.
[0039] Die fotografischen Emulsionen können unter Verwendung von Methinfarbstoffen oder
anderen Farbstoffen spektral sensibilisiert werden. Besonders geeignete Farbstoffe
sind Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe und komplexe Merocyaninfarbstoffe.
[0040] Eine Übersicht über die als Spektralsensibilisatoren geeigneten Polymethinfarbstoffe,
deren geeignete Kombinationen und supersensibilisierend wirkenden Kombinationen enthält
Research Disclosure 17643 (Dez. 1978),Kapitel IV.
[0041] Insbesondere sind die folgenden Farbstoffe - geordnet nach Spektralgebieten - geeignet:
1. als Rotsensibilisatoren
[0042] 9-Ethylcarbocyanine mit Benzthiazol, Benzselenazol oder Naphthothiazol als basische
Endgruppen, die in 5- und/oder 6-Stellung durch Halogen, Methyl, Methoxy, Carbalkoxy,
Aryl substituiert sein können sowie 9-Ethyl-naphthoxathia- bzw. -selencarbocyanine
und 9-Ethyl-naphthothiaoxa- bzw. - benzimidazocarbocyanine, vorausgesetzt, daß die
Farbstoffe mindestens eine Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff tragen.
2. als Grünsensibilisatoren
[0043] 9-Ethylcarbocyanine mit Benzoxazol, Naphthoxazol oder einem Benzoxazol und einem
Benzthiazol als basische Endgruppen sowie Benzimidazocarbocyanine, die ebenfalls weiter
substituiert sein können und ebenfalls mindestens eine Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen
Stickstoff enthalten müssen.
3. als Blausensibilisatoren
[0044] symmetrische oder asymmetrische Benzimidazo-, Oxa-, Thia- oder Selenacyanine mit
mindestens einer Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff und gegebenenfalls
weiteren Substituenten am aromatischen Kern, sowie Apomerocyanine mit einer Rhodaningruppe.
[0045] Farbkuppler zur Erzeugung des blaugrünen Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler
vom Phenol-oder a-Naphtholtyp; Farbkuppler zur Erzeugung des purpurnen Teilfarbenbildes
sind in der Regel Kuppler vom Typ des 5-Pyrazolons, des Indazolons oder der Pyrazoloazole;
Farbkuppler zur Erzeugung des gelben Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler mit
einer offenkettigen Ketomethylengruppierung, insbesondere vom Typ der Benzoylacetanilide
und der a-Pivaloylacetanilide. Beispiele für die Kuppler sind in der Literatur zahlreich
beschrieben.
[0046] Die Kuppler können auch hochmolekular sein, sogenannte Latexkuppler.
[0047] Hochmolekulare Farbkuppler sind beispielsweise in DE-C-1 297 417, DE-A-24 07 569,
DE-A-31 48 125, DE-A-32 17 200, DE-A-33 20 079, DE-A-33 24 932, DE-A-33 31 743, DE-A-33
40 376, EP-A-27 284, US-A-4 080 211 beschrieben. Die hochmolekularen Farbkuppler werden
in der Regel durch Polymerisation von ethylenisch ungesättigten monomeren Farbkupplern
hergestellt. Sie können aber auch durch Polyaddition oder Polykondensation erhalten
werden.
[0048] Die Einarbeitung der Kuppler, der p-Phenylendiaminderivate oder anderer Verbindungen
in Silberhalogenidemulsionsschichten kann in der Weise erfolgen, daß zunächst von
der betreffenden Verbindung eine Lösung, eine Dispersion oder eine Emulsion hergestellt
und dann der Gießlösung für die betreffende Schicht zugefügt wird. Die Auswahl des
geeigneten Lösungs- oder Dispersionsmittels hängt von der jeweiligen Löslichkeit der
Verbindung ab.
[0049] Methoden zum Einbringen von in Wasser im wesentlichen unlöslichen Verbindungen durch
Mahlverfahren sind beispielsweise in DE-A-26 09 741 und DE-A-26 09 742 beschrieben.
[0050] Hydrophobe Verbindungen können auch unter Verwendung von hochsiedenden Lösungsmitteln,
sogenannten Ölbildnern, in die Gießlösung eingebracht werden. Entsprechende Methoden
sind beispielsweise in US-A-2 322 027, US-A-2 801 170, US-A-2 801 171 und EP-A-0 043
037 beschrieben.
[0051] Anstelle der hochsiedenden Lösungsmitteln können Oligomere oder Polymere, sogenannte
polymere Ölbildner Verwendung finden.
[0052] Die diffusionsfeste Einlagerung anionischer wasserlöslicher Verbindungen (z.B. von
Farbstoffen) kann auch mit Hilfe von kationischen Polymeren, sogenannten Beizenpolymeren
erfolgen.
[0053] Geeignete Ölbildner sind z.B. Phthalsäurealkylester, Phosphonsäureester, Phosphorsäureester,
Citronensäureester, Benzoesäureester, Amide, Fettsäureester, Trimesinsäureester, Alkohole,
Phenole, Anilinderivate und Kohlenwasserstoffe.
[0054] Beispiele für geeignete Ölbildner sind Dibutylphthalat, Dicyclohexylphthalat, Di-2-ethylhexylphthalat,
Decylphthalat, Triphenylphosphat, Tricresylphosphat, 2-Ethylhexyldiphenylphosphat,
Tricyclohexylphosphat, Tri-2-ethylhexylphosphat, Tridecylphosphat, Tributoxyethylphosphat,
Trichlorpropylphosphat, Di-2-ethylhex- ylphenylphosphat, 2-Ethylhexylbenzoat, Dodecylbenzoat,
2-Ethylhexyl-p-hydroxybenzoat, Diethyldodecanamid, N-Tetradecylpyrrolidon, Isostearylalkohol,
2,4-Di-t-amylphenol, Dioctylacelat, Glycerintributyrat, Isostearyllactat, Trioctylcitrat,
N,N-Dibutyl-2-butoxy-5-t-octylanilin, Paraffin, Dodecylbenzol und Diisopropylnaphthalin.
[0055] Jede der unterschiedlich sensibilisierten, lichtempfindlichen Schichten kann aus
einer einzigen Schicht bestehen oder auch zwei oder mehr Silberhalogenidemulsionsteilschichten
umfassen.
[0056] Die in der Regel zwischen Schichten unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit angeordneten
nicht lichtempfindlichen Zwischenschichten können Mittel enthalten, die eine unerwünschte
Diffusion von Entwickleroxidationsprodukten aus einer lichtempfindlichen in eine andere
lichtempfindliche Schicht mit unterschiedlicher spektraler Sensibilisierung verhindern.
[0057] Geeignete Mittel, die auch Scavenger oder EOP-Fänger genannt werden, werden in Research
Disclosure 17 643 (Dez. 1978), Kapitel VII, 17 842 (Feb. 1979) und 18 716 (Nov. 1979),
Seite 650 sowie in EP-A-0 069 070, 0 098 072, 0 124 877, 0 125 522 beschrieben.
[0058] Das fotografische Material kann weiterhin UV-Licht absorbierende Verbindungen, Weißtöner,
Abstandshalter, Filterfarbstoffe, Formalinfänger, Lichtschutzmittel, Antioxidantien,
D
Min-Farbstoffe, Zusätze zur Verbesserung der Farbstoff-, Kuppler- und Weißenstabilisierung
sowie zur Verringerung des Farbschleiers, Weichmacher (Latices), Biocide und anderes
enthalten.
[0059] UV-Licht absorbierende Verbindungen sollen die Bildfarbstoffe vor dem Ausbleichen
durch UV-reiches Tageslicht schützen. Üblicherweise werden für die beiden Aufgaben
Verbindungen unterschiedlicher Struktur eingesetzt. Beispiele sind arylsubstituierte
Benzotriazolverbindungen (US-A-3 533 794), 4-Thiazolidonverbindungen (US-A-3 314 794
und 3 352 681), Benzophenonverbindungen (JP-A-2784/71), Zimtsäureesterverbindungen
(US-A-3 705 805 und 3 707 375), Butadienverbindungen (US-A-4 045 229) oder Benzoxazolverbindungen
(US-A-3 700 455).
[0060] Besonders geeignete UV-Absorber sollten Licht bis zu 400 nm absorbieren und in ihrer
Lichtabsorptionsfähigkeit bei Wellenlängen über 400 nm steil abfallen.
[0061] Beispiele besonders geeigneter Verbindungen sind
R, R1 = H; R2 = -C4H9-t
R = H; R1, R2 = -C4H9-t
R = H; R1, R2 = -C5H11-t
R = H; R1 = -C4H9-s; R2 = -C4H9-t
R = Cl; R1 = -C4H9-t; R2 = -C4H9-s
R = CI; R1, R2 = -C4H9-t
R = Cl; R1 = -C4H9-t; R2 = -CH2-CH2-COOC8H17
R = H; R = -C12H2s-i; R2 = -CH3
R, R1, R2 = -C4H9-t

R1, R2 = -C6H13-n; R3, R4 = -CN
R1, R2 = -C2H5;

R4 = -CO-OC8H17
R1, R2 = -C2H5;

R4 = -COO-Ci2H25
R1, R2 = -CH2=CH-CH2; R3, R4 = -CN

R1, R2 = H; R3 = -CN; R4 = -CO-NHCi2H25
R1, R2 = -CH3; R3 = -CN; R4 = -CO-NHCi2H25

[0062] Für sichtbares Licht geeignete Filterfarbstoffe umfassen Oxonolfarbstoffe, Hemioxonolfarbstoffe,
Styrylfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe, Cyaninfarbstoffe und Azofarbstoffe. Von diesen
Farbstoffen werden Oxonolfarbstoffe, Hemioxonolfarbstoffe und Merocyaninfarbstoffe
besonders vorteilhaft verwendet.
[0063] Geeignete Weißtöner sind z.B. in Research Disclosure 17 643 (Dez. 1978), Kapitel
V, in US-A-2 632 701, 3 269 840 und in GB-A-852 075 und 1 319 763 beschrieben.
[0064] Bestimmte Bindemittelschichten, insbesondere die vom Träger am weitesten entfernte
Schicht, aber auch gelegentlich Zwischenschichten, insbesondere, wenn sie während
der Herstellung die vom Träger am weitesten entfernte Schicht darstellen, können fotografisch
inerte Teilchen anorganischer oder organischer Natur enthalten, z.B. als Mattierungsmittel
oder als Abstandshalter (DE-A-33 31 542, DE-A-34 24 893, Research Disclosure 17 643,
(Dez. 1978), Kapitel XVI).
[0065] Der mittlere Teilchendurchmesser der Abstandshalter liegt insbesondere im Bereich
von 0,2 bis 10 um. Die Abstandshalter sind wasserunlöslich und können alkaliunlöslich
oder alkalilöslich sein, wobei die alkalilöslichen im allgemeinen im alkalischen Entwicklungsbad
aus dem fotografischen Material entfernt werden. Beispiele für geeignete Polymere
sind Polymethylmethacrylat, Copolymere aus Acrylsäure und Methylmethacrylat sowie
Hydroxypropylmethylcellulosehexahydrophthalat.
[0066] Zusätze zur Verbesserung der Farbstoff-, Kuppler- und Weißenstabilität sowie zur
Verringerung des Farbschleiers (Research Disclosure 17 643 (Dez. 1978), Kapitel VII)
können den folgenden chemischen Stoffklassen angehören: Hydrochinone, 6-Hydroxychromane,
5-Hydroxycumarane, Spirochromane, Spiroindane, p-Alkoxyphenole, sterische gehinderte
Phenole, Gallussäurederivate, Methylendioxybenzole, Aminophenole, sterisch gehinderte
Amine, Derivate mit veresterten oder verätherten phenolischen Hydroxylgruppen, Metallkomplexe.
[0067] Verbindungen, die sowohl eine sterisch gehinderte Amin-Partialstruktur als auch eine
sterisch gehinderte Phenol-Partialstruktur in einem Molekül aufweisen (US-A-4 268
593), sind besonders wirksam zur Verhinderung der Beeinträchtigung von gelben Farbbildern
als Folge der Entwicklung von Wärme, Feuchtigkeit und Licht. Um die Beeinträchtigung
von purpurroten Farbbildern, insbesondere ihre Beeinträchtigung als Folge der Einwirkung
von Licht, zu verhindern, sind Spiroindane (JP-A-159 644/81) und Chromane, die durch
Hydrochinondiether oder -monoether substituiert sind (JP-A-89 835/80) besonders wirksam.
[0068] Die Schichten des fotografischen Materials können mit den üblichen Härtungsmitteln
gehärtet werden. Geeignete Härtungsmittel sind z.B. Formaldehyd, Glutaraldehyd und
ähnliche Aldehydverbindungen, Diacetyl, Cyclopentadion und ähnliche Ketonverbindungen,
Bis-(2-chlorethylharnstoff), 2-Hydroxy-4,6-dichlor-1,3,5-triazin und andere Verbindungen,
die reaktives Halogen enthalten (US-A-3 288 775, US-A-2 732 303, GB-A-974 723 und
GB-A-1 167 207), Divinylsulfonverbindungen, 5-Acetyl-1,3-diacryloylhexahydro-1,3,5-triazin
und andere Verbindungen, die eine reaktive Olefinbindung enthalten (US-A-3 635 718,
US-A-3 232 763 und GB-A-994 869); N-Hydroxymethylphthalimid und andere N-Methylolverbindungen
(US-A-2 732 316 und US-A-2 586 168); Isocyanate (US-A-3 103 437); Aziridinverbindungen
(US-A-3 017 280 und US-A-2 983 611); Säurederivate (US-A-2 725 294 und US-A-2 725
295); Verbindungen vom Carbodiimidtyp (US-A-3 100 704); Carbamoylpyridiniumsalze (DE-A-22
25 230 und DE-A-24 39 551); Carbamoyloxypyridiniumverbindungen (DE-A-24 08 814); Verbindungen
mit einer Phosphor-Halogen-Bindung (JP-A-113 929/83); N-Carbonyloximid-Verbindungen
(JP-A-43353/81); N-Sulfonyloximido-Verbindungen (US-A-4 111 926), Dihydrochinolinverbindungen
(US-A-4 013 468), 2-Sulfonyloxypyridiniumsalze (JP-A-110 762/81), Formamidiniumsalze
(EP-A-0 162 308), Verbindungen mit zwei oder mehr N-Acyloximino-Gruppen (US-A-4 052
373), Epoxyverbindungen (US-A-3 091 537), Verbindungen vom Isoxazoltyp (US-A-3 321
313 und US-A-3 543 292); Halogencarboxyaldehyde, wie Mucochlorsäure; Dioxanderivate,
wie Dihydroxydioxan und Di-chlordioxan; und anorganische Härter, wie Chromalaun und
Zirkonsulfat.
[0069] Die Härtung kann in bekannter Weise dadurch bewirkt werden, daß das Härtungsmittel
der Gießlösung für die zu härtende Schicht zugesetzt wird, oder dadurch, daß die zu
härtende Schicht mit einer Schicht überschichtet wird, die ein diffusionsfähiges Härtungsmittel
enthält.
[0070] Unter den aufgeführten Klassen gibt es langsam wirkende und schnell wirkende Härtungsmittel
sowie sogenannte Soforthärter, die besonders vorteilhaft sind. Unter Soforthärtern
werden Verbindungen verstanden, die geeignete Bindemittel so vernetzen, daß unmittelbar
nach Beguß, spätestens nach 24 Stunden, vorzugsweise spätestens nach 8 Stunden die
Härtung so weit abgeschlossen ist, daß keine weitere durch die Vernetzungsreaktion
bedingte Änderung der Sensitometrie und der Quellung des Schichtverbandes auftritt.
Unter Quellung wird die Differenz von Naßschichtdicke und Trockenschichtdicke bei
der wäßrigen Verarbeitung des Films verstanden (Photogr. Sci., Eng. 8 (1964), 275;
Photogr. Sci. Eng. (1972), 449).
[0071] Bei diesen mit Gelatine sehr schnell reagierenden Härtungsmitteln handelt es sich
z.B. um Carbamoylpyridiniumsalze, die mit freien Carboxylgruppen der Gelatine zu reagieren
vermögen, so daß letztere mit freien Aminogruppen der Gelatine unter Ausbildung von
Peptidbindungen und Vernetzung der Gelatine reagieren.
[0072] Geeignete Beispiele für Soforthärter sind z.B. Verbindungen der allgemeinen Formeln
(a)

worin
R1 Alkyl, Aryl oder Aralkyl bedeutet,
R2 die gleiche Bedeutung wie R1 hat oder Alkylen, Arylen, Aralkylen oder Alkaralkylen bedeutet, wobei die zweite
Bindung mit einer Gruppe der Formel

verknüpft ist, oder
R1 und R2 zusammen die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen
Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes erforderlichen
Atome bedeuten, wobei der Ring z.B. durch C1-C3-Alkyl oder Halogen substituiert sein kann,
R3 für Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkoxy, -NR4-CORs, (CH2)-mNR8R9, -(CH2)nCONR13R14 oder

oder ein Brückenglied oder eine direkte Bindung an eine Polymerkette steht, wobei
R4, R6, R7, R9, R14, R15, R17, R18, und R19 Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl,
R5 Wasserstoff, C1-C4-Alkyl oder NR6R7,
R8 -COR10
R10 NR11R12
R11 C1-C4-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R12 Wasserstoff, C1-C4-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R13 Wasserstoff, C1-C4-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R16 Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, -COR18 oder -CONHR19, m eine Zahl 1 bis 3
n eine Zahl 0 bis 3
p eine Zahl 2 bis 3 und
Y 0 oder NR17 bedeuten oder
R13 und R14 gemeinsam die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen
Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes erforderlichen
Atome darstellen, wobei der Ring z.B. durch C1-C3-Alkyl oder Halogen substituiert sein kann,
Z die zur Vervollständigung eines 5- oder 6-gliedrigen aromatischen heterocyclischen
Ringes, gegebenenfalls mit anelliertem Benzolring, erforderlichen C-Atome und
Xe ein Anion bedeuten, das entfällt, wenn bereits eine anionische Gruppe mit dem übrigen
Molekül verknüpft ist; (b)

worin
R1, R2, R3 und X⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzen.
[0073] Es gibt diffusionsfähige Härtungsmittel, die auf alle Schichten innerhalb eines Schichtverbandes
in gleicher Weise härtend wirken. Es gibt aber auch schichtbegrenzt wirkende, nicht
diffundierende, niedermolekulare und hochmolekulare Härter. Mit ihnen kann man einzelnen
Schichten, z.B. die Schutzschicht besonders stark vernetzen. Dies ist wichtig, wenn
man die Silberhalogenid-Schicht wegen der Silberdeckkrafterhöhung wenig härtet und
mit der Schutzschicht die mechanischen Eigenschaften verbessern muß (EP-A-0 114 699).
[0074] Als Bleichmittel können z,B. Fe(III)-Salze und Fe(III)-Komplexsalze wie Ferricyanide,
Dichromate, wasserlösliche Kobaltkomplexe verwendet werden. Besonders bevorzugt sind
Eisen-(III)-Komplexe von Aminopolycarbonsäuren, insbesondere z.B. von Ethylendiamintetraessigsäure,
Propylendiamintetraessigsäure, Diethylentriaminpentaessigsäure, Nitrilotriessigsäure,
Iminodiessigsäure, N-Hydroxyethyl-ethylendiamintriessigsäure, Alkyliminodicarbonsäuren
und von entsprechenden Phosphonsäuren. Geeignete als Bleichmittel sind weiterhin Persulfate
und Peroxide, z.B. Wasserstoffperoxid.
[0075] Auf das Bleichfixierbad oder Fixierbad folgt meist eine Wässerung, die als Gegenstromwässerung
ausgeführt ist oder aus mehreren Tanks mit eigener Wasserzufuhr besteht.
[0076] Günstige Ergebnisse können bei Verwendung eines darauf folgenden Schlußbades, das
keinen oder nur wenig Formaldehyd enthält, erhalten werden.
[0077] Die Wässerung kann aber durch ein Stabilisierbad vollständig ersetzt werden, das
üblicherweise im Gegenstrom geführt wird, Dieses Stabilisierbad übernimmt bei Formaldehydzusatz
auch die Funktion eines Schlußbades.
Beispiel 1
[0078] Ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial wurde hergestellt, indem auf einen Schichtträger
aus beidseitig mit Polyethylen beschichtetem Papier die folgenden Schichten in der
angegebenen Reihenfolge aufgetragen wurden. Die Mengenangaben beziehen sich jeweils
auf 1 m
2. Für den Silberhalogenidauftrag werden die entsprechenden Mengen AgN0
3 angegeben. Alle Emulsionen waren mit 0,8 g Butylbenztriazol/100 g AgNO
3 stabilisiert. Vor dem Beguß wurden alle Gießlösungen auf pH 5,5 eingestellt.
Schichtaufbau 1 (Vergleich)
[0079]
1. Schicht (Substratschicht):
0,3 g Gelatine
2. Schicht (blauempfindliche Schicht)
0,09 g AgNO3 einer spektral blau sensibilisierten AgClo,994Bro,ooslo,oo1-Emulsion, mittlerer Korndurchmesser 0,8 um
1,42 g Gelatine
0,95 g Gelbkuppler GB 1
1,0 g Trikresylphosphat
3. Schicht (Zwischenschicht)
1,1 g Gelatine
0,06 g 2,5-Dioctylhydrochinon
0,06 g Dibutylphthalat
4. Schicht (grünempfindliche Schicht):
0,62 g AgNO3 einer spektral grün sensibilisierten AgCl0,995Br0,005-Emulsion, mittlerer Korndurchmesser 0,6 um,
1,20 g Gelatine,
0,41 g Purpurkuppler PP 1
0,35 g Dibutylphthalat,
0,25 g Trikresylphosphat
5. Schicht (V-Schutzschicht)
1,3 g Gelatine
0,56 g UV-Absorber der Formel

0,3 g Trikresylphosphat
6. Schicht (rotempfindliche Schicht)
0,054 g AgNO3 einer spektral rot sensibilisierten AgCl0,993Br0,007 Emulsion mittlerer Korndurchmesser 0,55 um,
0,85 g Gelatine
0,38 g Blaugrünkuppler BG 1
0,38 g Trikresylphosphat
7. Schicht (UV-Schutzschicht)
0,60 g Gelatine
0,2 g UV-Absorber (wie in der 5. Schicht)
0,1 g Trikresylphosphat
8. Schicht (Härterschicht)
0,9 g Gelatine
0,2 g Härtungsmittel der Formel

Verwendete Farbkuppler:
Schichtaufbau B (Vergleich)
Wie Schichtaufbau 1A, jedoch
[0081] Zusatz von 0,10 g Phenidon/m
2 zur
[0082] 2. Schicht, 0,08 g Phenidon/m
2 zur 4. Schicht, und 0,07 g Phenidon zur 6. Schicht
[0083] Schichtaufbau C (erfindungsgemäß) Wie Schichtaufbau A, jedoch
[0084] in der 2. Schicht 0,95 g GB 1 und 0,5 g E 6 zusammen in TKP emulgiert;
[0085] in der 4, Schicht 0,41 g PP 1 und 0,28 g E 6 zusammen in TKP emulgiert
[0086] in der 6. Schicht 0,38 g BG 1 und 0,30 g E 6 zusammen in TKP emulgiert.
Schichtaufbau D (erfindungsmäß)
[0087] Wie Schichtaufbau C, jedoch zusätzlich die in Schichtaufbau B genannten Mengen an
Phenidon zur 2., 4. und 6. Schicht.
Schichtaufbau E (erfindungsgemäß)
[0088] Wie Schichtaufbau C, jedoch gleiche Menge E 2 statt E 6; E 2 wurde getrennt vom Farbkuppler
in TKP emulgiert.
Schichtaufbau F (erfindungsgemäß)
[0089] Wie Schichtaufbau E, jedoch mit Zusatz der bei Schichtaufbau B genannten Mengen an
Phenidon in der 2., 4. und 6. Schicht.
[0090] Die so hergestellten Schichtaufbauten A bis F wurden in einem Sensitometer hintereinem
Graustufenkeil bildmäßig 1/100 s belichtet und mit den nachfolgenden Bändern verarbeitet:
Verstärkerbad I
[0091]

[0092] Da der Farbentwickler mit dem Wasserstoffperoxid bereits in der Lösung langsam reagiert,
wurde diese Lösung kurz vor Gebrauch frisch angesetzt.
Verstärkerbad 11
[0093] Wäßriges Wasserstoffperoxid 0,5 gew.-%ig mit KOH auf pH 10,6 stellen, dann Zusatz
von 0,5 g Phenidon auf 1000 ml
Verstärkerbad III
[0094] Wie Verstärkerbad 11, aber ohne Phenidon.
Fixierlösung
[0095]

Verarbeitung der Proben A bis F;

[0096] Da die Menge des entwickelten Silbers bei allen Proben und allen Verarbeitungen nur
sehr gering war, wurde auf eine Bleichstufe verzichtet.
[0097] Die Farbdichtekurven der so verarbeiteten Proben A bis F wursen hinter Blau-, Grün-
und Rotfilter gemessen; die sensitometrischen Daten sind in Tabelle 1 zusammengestellt.
[0098] Wie man aus dieser Tabelle entnehmen kann, erhält man mit dem phenidonfreien, farbentwicklerfreien,
umweltfreundlichen Verstärkerbad III brauchbare snsitometrische Daten (d.h. solche
wie beim Vergleichsbad I) nur mit den erfindungsgemäßen Schichtaufbauten D und F;
dagegen erhält man mit dem phenidonhaltigen, farbentwicklerfreien, umweltfreundlichen
Bad brauchbare sensitometrische Daten außerdem auch noch bei den erfindungsgemäßen
(phenidonfreien) Schichtaufbauten C und E.
