Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Einrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Motors
nach der Gattung des Hauptanspruchs.
[0002] Es ist schon eine solche Einrichtung aus der DE-OS 32 19 730 bekannt, bei der ein
hydraulischer Differentialzylinder über ein elektrohydraulisches Regelventil ansteuerbar
ist, das mit einem differenzdruckabhängig gesteuerten, proportional arbeitenden Umschaltventil
zusammenarbeitet, welches über eine in vom Regelventil gesteuerten Volumenstrom liegende
Meßdrossel ansteuerbar ist. Mit dieser Einrichtung ist zum hydraulischen Motor ein
Volumenstrom analog steuerbar, dessen Größe die Nenngröße des Regelventils selbst
erheblich übersteigt. Bei dem als Schließzylinder in einer Kunststoff-Spritzgießmaschine
verwendeten Differentialzylinder wird beim Ausfahren der Kolbenstange eine Tauchkolbenschaltung
realisiert, wobei der aus dem Ringraum abfließende Volumenstrom wenigstens teilweise
in den Zylinderraum zurückgeführt wird. Andererseits wird beim Einfahren der Kolbenstange
der aus dem Zylinderraum abfließende Volumenstrom geteilt, wobei über das Regelventil
und das Umschaltventil jeweils nur ein einfacher Volumenstrom abgeführt wird, so daß
eine erhöhte Rücklaufdrosselung am Regelventil vermieden wird. Bei dieser Einrichtung
müssen somit in beiden Arbeitsrichtungen des Differentialzylinders im Regelventil
selbst keine über dessen Nenngröße hinaus gehenden Volumenströme verarbeitet werden.
Es kann nun aber in manchen Fällen von Nachteil sein, daß der beim Ausfahren der Kolbenstange
aus dem Ringraum abfließende Volumenstrom so geteilt wird, daß der eine Teilstrom
über das Regelventil zur Zulaufseite des Umschaltventils fließt, während der andere
Teilstrom bereits stromaufwärts vom Regelventil abgezweigt und zum Umschaltventil
geführt wird, wo sich beide Teilströme wieder vereinigen können und zur Zylinderseite
geführt werden. Dies kann eine aufwendige Bauweise des Umschaltventils verursachen
und zum anderen die Energieausnutzung beeinträchtigen. Ferner kann auch die bei der
Tauchkolbenschaltung im Zulaufstrom liegende Meßdrossel unerwünschte Drosselverluste
hervorrufen.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße Einrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Motors mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß sie
mit relativ geringem Aufwand und mit einfachen Bauelementen realisierbar ist und dabei
unter Beibehaltung bisheriger Vorteile einen verlustleistungsarmen Betrieb ermöglicht.
So lassen sich beim Betrieb des Differentialzylinders in Tauchkolbenschaltung die
Verluste einer Meßdrossel in dem zum Motor fließenden Volumenstrom vermeiden. Ferner
muß beim Betrieb mit Tauchkolbenschaltung kein Volumenstrom über das differenzdruckabhängig
gesteuerte Umschaltventil strömen. Ferner ist der Motor beim Ausfahren der Kolbenstange
hydraulisch gut eingespannt, da der aus dem Ringraum abfließende Volumenstrom von
einer einzigen Steuerkante im Regelventil beherrscht wird und erst stromabwärts vom
Regelventil dessen Zusammenführung mit einem Pumpen-Volumenstrom stattfindet. Durch
die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen Einrichtung möglich. Besonders
günstig ist es, wenn gemäß Anspruch 3 das Umschaltventil für eine doppelte Durchströmung
ausgeführt wird. Damit lassen sich Strömungskräfte ausgleichen; zugleich kann die
Nenngröße dieses Umschaltventils klein gehalten werden. Vorteilhaft ist ferner eine
Ausbildung nach Anspruch 5, wodurch neben der günstigen Anordnung der Meßdrossel in
einer Arbeitsleitung zwischen Regelventil und Differentialzylinder deren Drosselverluste
im Tauchkolbenbetrieb vermieden werden können. Zweckmäßig ist es ferner, wenn gemäß
Anspruch 6 das Umschaltventil für eine vorgesteuerte Druckregelfunktion verwendet
wird.
Zeichnung
[0004] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 und Figur 2 eine
erste bzw. zweite Einrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Motors, jeweils in
vereinfachter Darstellung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0005] Die Figur 1 zeigt eine Einrichtung 10 zur Steuerung eines hydraulischen Motors, der
hier als Differential-Zylinder 11 ausgebildet ist, wie er zum Beispiel als Schließzylinder
in einer Kunststoff-Spritzgießmaschine zum Betätigen einer Form verwendet wird. Der
Differentialzylinder 11 hat einen seiner großen wirksamen Fläche zugeordneten Zylinderraum
12 und einen der kleineren wirksamen Fläche zugeordneten Ringraum 13, wobei deren
Flächenverhältnis wie 2 : 1 ausgebildet ist.
[0006] Die Einrichtung 10 weist im wesentlichen als Bauelemente ein als elektrohydraulisches
Regelventil ausgebildetes Proportionalventil 14, ein differenzdruckabhängig gesteuertes
Umschaltventil 15, ein vorgesteuertes Sperrventil 16, sowie zwei Rückschlagventile
17 und 18 auf.
[0007] Das an sich bekannte Proportionalventil 14 ist zweistufig ausgebildet, in einen nicht
näher gezeichneten Regelkreis geschaltet und weist neben einer federzentrierten Neutralstellung
19 mit zugehöriger Nullentlastung eine erste Arbeitsstellung 21 sowie eine zweite
Arbeitsstellung 22 auf. Ein mit P bezeichneter Zulaufanschluß 23 wird von einer Pumpe
24 über eine Zulaufleitung 25 mit Druckmittel versorgt, wobei in die Zulaufleitung
25 das erste Rückschlagventil 17 geschaltet ist. Ein mit T bezeichneter Rücklaufanschluß
26 steht über eine Tankleitung 27, in die das Sperrventil 16 geschaltet ist, mit einem
Tank 28 in Verbindung. Von einem mit A bezeichneten, ersten Motoranschluß 29 führt
eine erste Arbeitsleitung 31 in den Zylinderraum 12 des Differentialzylinders 11.
In entsprechender Weise ist ein mit B bezeichneter zweiter Motoranschluß 32 über eine
zweite Arbeitsleitung 33 mit dem Ringraum 13 verbunden.
[0008] Das in die Tankleitung 27 geschaltete Sperrventil 16 besteht aus einer 2/2-Patrone
34, die hydraulisch von einem Magnetventil 35 vorgesteuert wird. Das Sperrventil 16
ist als normal offenes Ventil ausgebildet. Ferner ist in die Tankleitung 27 stromaufwärts
vom Sperrventil 16 eine Meßdrossel 36 geschaltet, welche in der Tankleitung 27 stromabwärts
von einem Abzweigpunkt 37 liegt. Das von der Meßdrossel 36 in der Tankleitung 27 verursachte
Druckgefälle wird über zwei Steuerleitungen 38, 39 abgegriffen und dient zur differenzdruckabhängigenSteuerung
des Umschaltventils 15.
[0009] Bei dem differenzdruckabhängig gesteuerten Umschaltventil 15 handelt es sich um ein
an sich bekanntes Drosselventil mit doppelter Durchströmung für Strömungskraftkompensation.
Es weist eine federzentrierte Sperrstellung 41 auf, in der alle Anschlüsse abgesperrt
sind und ist in eine druckabhängige Arbeitsstellung 42 auslenkbar, in der die Größe
des durchfließenden Druckmittelstroms proportional zur Größe der anliegenden Druckdifferenz
gesteuert wird. Das Umschaltventil 15 ist in eine Rücklaufleitung 43 geschaltet, welche
den Zylinderraum 12 des Differentialzylinders 11 unmittelbar mit dem Tank 28 verbindet,
wobei diese Rücklaufleitung 43 zum Anschließen des Umschaltventils 15 teilweise in
parallelen Abschnitten geführt ist.
[0010] Diese Rücklaufleitung 43 mit ihrem zum Schaltventil 15 Anschluß P geführten Abschnitt
und die erste Arbeitsleitung 31 haben einen gemeinsamen Knotenpunkt 44, der über eine
Bypassleitung 45 mit dem Abzweigpunkt 37 in Verbindung steht, so daß auf diese Weise
der Rücklaufanschluß 26 des Proportionalventils 14 unter Umgehung von Umschaltventil
15, Sperrventil 16 und Meßdrossel 36 unmittelbar mit dem Zylinderraum 12 in Verbindung
steht. In diese Bypassleitung 45 ist das zweite Rückschlagventil 18 so geschaltet,
daß es zum Zylinderraum 12 hin öffnet.
[0011] Die Wirkungsweise der Einrichtung 10 wird wie folgt erläutert:
Zum Schließen einer Form in einer Kunststoff-Spritzgießmaschine wird die Kolbenstange
des Differentialzylinders 11 ausgefahren. Zu diesem Zweck wird das Proportionalventil
14 aus seiner Neutralstellung 19 elektrohydraulisch in seine erste Arbeitstellung
21 verstellt. Zugleich wird das Magnetventil 35 erregt, so daß die Patrone 34 die
Tankleitung 24 blockiert. Das Umschaltventil 15 nimmt seine federzentrierte Sperrstellung
41 ein.
[0012] In der ersten Arbeitsstellung 21 fließt der von der Pumpe 24 kommende Volumenstrom
über die Steuerkante P-A und die erste Arbeitsleitung 31 in den Zylinderraum 12. Gleichzeitig
fließt das aus dem Ringraum 13 verdrängte Druckmittel über die zweite Arbeitsleitung
33, die Steuerkante B-T zum Abzweigpunkt 37 und weiter über die Bypassleitung 45 mit
dem Rückschlagventil 18 zum Knotenpunkt 44 und weiter in den Zylinderraum 12 des Differentialzylinders
11. Auf diese Weise wird beim Ausfahren der Kolbenstange eine Tauchkolbenschaltung
realisiert, wobei der von der Pumpe 24 kommende Volumenstrom und der aus dem Ringraum
13 übernommene Volumenstrom sich im Knotenpunkt 44 vereinen und gemeinsam in den Zylinderraum
12 strömen. Durch diese Zusammenführung der beiden Volumenströme am Knotenpunkt 44
wird erreicht, daß bei diesem Schließvorgang mit Hilfe der Steuerkante B-T im Proportionalventil
14 der Differentialzylinder 11 stets gut eingespannt ist. Ferner wird mit dieser Art
der Tauchkolbenschaltung beim Schließen erreicht, daß das Proportionalventil 14 nur
vom einfachen Volumenstrom durchströmt wird, so daß die Nenngröße dieses Ventils entsprechend
niedrig gewählt werden kann. Erst wenn die Form durch den Differentialzylinder 11
zugefahren ist, wird die Patrone 34 wieder geöffnet und damit der Ringraum 13 entlastet.
Die Funktionen Beschleunigen und Bremsen lassen sich somit beim Schließvorgang mit
Hilfe des elektrohydraulisch gesteuerten Proportionalventils 14 in einwandfreier Weise
durchführen.
[0013] Zum Öffnen einer Werkzeugform wird die Kolbenstange im Differentialzylinder 11 eingefahren,
wozu das Proportionalventil 14 in seine zweite Arbeitsstellung 22 gesteuert wird.
Der von der Pumpe 24 kommende Volumenstrom fließt über die Steuerkante P-A in den
Ringraum 13 des Zylinders 11. Gleichzeitig fließt durch die Flächenübersetzung im
Differentialzylinder 11 aus dem Zylinderraum 12 ein doppelt so großer Volumenstrom
über die erste Arbeitsleitung 31 ab. Am Knotenpunkt 44 wird dieser Volumenstrom geteilt
in einen Teilstrom zum Umschaltventil 15 und in einen anderen Teilstrom zum Proportionalventil
14. Der Teilstrom zum Proportionalventil 14 fließt über die Steuerkante A-T in die
Tankleitung 27 ab, wobei er die Meßdrossel 36 und das aufgesteuerte Sperrventil 16
durchströmt. Dieser Teilstrom verursacht an der Meßdrossel 36 eine Druckdifferenz,
welche über die Steuerleitungen 38, 39 auf das Umschaltventil 15 einwirkt und dieses
gegen Federkraft aus der Sperrstellung 41 heraus in seine Arbeitsstellung 42 verstellt.
Das differenzdruckgesteuerte Umschaltventil 15 steuert dabei vom Knotenpunkt 44 einen
Teilstrom über die Rücklaufleitung 43 unmittelbar zum Tank 28, wobei die Größe dieses
Volumenstromes proportional ist zur Größe der von der Meßdrossel 36 erzeugten Druckdifferenz.
Durch die doppelte Durchströmung des Umschaltventils 15 werden Strömungskräfte im
Ventil ausgeglichen; ferner kann seine Nenngroße entsprechend klein gehalten werden.
Die Einrichtung 10 kann nun so ausgelegt werden, daß bei einem Druckgefälle von ungefähr
5 bar an der Meßdrossel 36 bei maximaler Öffnungsgeschwindigkeit der halbe Volumenstrom
aus dem Zylinderraum 12 im Differentialzylinder 11 über das Umschaltventil 15 zum
Tank 28 gesteuert wird. Die Funktionen Beschleunigen und Bremsen beim Öffnen der Werkzeugform
sind weiterhin gewährleistet und werden vom Proportionalventil 14 durch dessen Rampentechnik
bestimmt. Das zweite Rückschlagventil 18 in der Bypassleitung 45 verhindert dabei,
daß Druckmittel aus dem Zylinderraum 12 unter Umgehung des Proportionalventils 14
in die Tankleitung 27 abströmen kann. Durch diese geschilderte Aufteilung des zurückflie-
ßenden, doppelten Volumenstromes aus dem Zylinderraum 12 während des Schließvorganges
wird eine unerwünscht starke Rücklaufdrosselung am Proportionalventil 14 vermieden.
Die Meßdrossel 36 ist bei der Einrichtung 10 in einem Leitungsstrang angeordnet, in
dem Volumenströme nur in einer Richtung zum Tank zurückfließen können.
[0014] Bei der Einrichtung 10 wird sowohl beim Ausfahren wie auch beim Einfahren der Kolbenstange
im Differentialzylinder 11 stets nur ein einfacher Volumenstrom über das Proportionalventil
14 geführt. Die Nenngröße dieses Ventils kann dementsprechend klein gewählt werden,
was besonders bei großen Maschinen mit großen Volumenströmen sich günstig, insbesondere
auf die Kosten, auswirkt. Ebenso muß das Sperrventil 16 nur auf einen einfachen Volumenstrom
ausgelegt werden; kann also eine entsprechend kleine Nenngröße aufweisen. Günstig
ist es ferner, wenn bei der Einrichtung 10 die Meßdrossel 36 mit der Patrone 34 im
Sperrventil 16 baulich in einem gemeinsamen Gehäuse zusammengefaßt werden. Weiterhin
ist es vorteilhaft, daß das Proportionalventil 14 in Neutralstellung 19 mit Nullentlastung
ausgerüstet ist; dadurch wird ein Driften des Schließzylinders 11 verhindert, z. B.
wenn er eine Stellung mit geöffneter Form einnimmt.
[0015] Die Figur 2 zeigt eine zweite Einrichtung 50, die sich von der ersten Einrichtung
10 wie folgt unterscheidet, wobei für gleiche Bauelemente gleiche Bezugszeichen verwendet
werden.
[0016] Anstelle des doppelt durchströmten Umschaltventils 15 nach Figur 1 verwendet die
zweite Einrichtung 50 ein einfach durchströmtes 2-Wege-Umschaltventil 51, das hier
als Patrone für Blockeinbau ausgebildet ist. Das Umschaltventil 51 arbeitet als Proportional-Drosselventil
und liegt wie bisher in der zum Tank 28 führenden Rücklaufleitung 43. Die Meßdrossel
36 ist bei der zweiten Einrichtung 50 in die erste Arbeitsleitung 31 geschaltet, so
daß sie zwischen dem Knotenpunkt 44 und dem Proportionalventil 14 zu liegen kommt.
Für eine Umgehung der Meßdrossel 36 ist in der ersten Arbeitsleitung 31 eine parallele
Zweigleitung 52 vorgesehen, in die ein zum Knotenpunkt 44 hin öffnendes, drittes Rückschlagventil
53 geschaltet ist. Die von der Meßdrossel 36 verursachte Druckdifferenz wird über
die Steuerleitungen 38 bzw. 39 auf das Umschaltventil 51 geleitet. Zudem wird der
Druck in der Steuerleitung 39 über ein elektromagnetisch verstellbares Druckregelventil
54 gesteuert, das zusammen mit dem Umschaltventil 51 und der Drossel 56 ein vorgesteuertes
Proportional-Druckventil ermöglicht. Der Druck im Ringraum 13 ist über ein zweites
Druckventil 55 abgesichert.
[0017] Die Wirkungsweise der zweiten Einrichtung 50 entspricht weitgehend derjenigen der
ersten Einrichtung 10, wobei auf folgende unterschiedliche Punkte hingewiesen wird:
Zum Schließen einer Form muß die Kolbenstange in der ersten Arbeitsstellung 21 des
Proportionalventils 14 ausgefahren werden, wobei der zum Zylinderraum 12 fließende
Volumenstrom in der ersten Arbeitsleitung 31 über die Zweitleitung 52 geführt wird.
Das Rückschlagventil 53 verursacht dabei einen wesentlich geringeren Durchflußwiderstand
als die Meßdrossel 36, die bei voller Öffnungsgeschwindigkeit des Differentialzylinders
11 einen Druckabfall von ca. 5 bar erzeugt. Sofern dieser Druckabfall in manchen Anwendungsfällen
nicht als störend angesehen wird, kann auch bei einer in der Arbeitsleitung 31 liegenden
Meßdrossel 36 die Zweigleitung 52 mit Rückschlagventil 53 vollständig entfallen. Das
Druckventil 54 ist zweckmäßig als Proportionalventil ausgebildet, so daß mit ihm unterschiedliche
Drücke programmierbar sind. Insbesondere kann damit der Formschließ-Sicherungsdruck
sowie der Schließdruck im Differential- zylinder 11 und gegebenenfalls andere Druckfunktionen,
wie zum Beispiel in einem Druckkissen, geregelt werden. Für diese Druckfunktionen
ist in der Steuerleitung 39 eine zusätzliche Drossel 56 vorgesehen.
[0018] Beim Öffnen einer Form muß die Kolbenstange am Differentialzylinder 11 eingefahren
werden, wozu das Proportionalventil 14 in seiner zweiten Arbeitsstellung 22 den von
der Pumpe 24 kommenden Volumenstrom in den Ringraum 13 führt, wobei der aus dem Zylinderraum
12 abfließende Volumenstrom am Knotenpunkt 44 wieder geteilt wird. Die Meßdrossel
36 liegt nun stromaufwärts vom Proportionalventil 14 in einem der Teilströme und erzeugt
eine Druckdifferenz, welche das Umschaltventil 51 betätigt.
[0019] Somit wird auch bei der zweiten Einrichtung 50 in beiden Bewegungsrichtungen des
Differentialzylinders 11 das Proportionalventil 14 stets nur mit dem einfachen Volumenstrom
durchströmt, so daß keine überhöhte Rücklaufdrosselung bei relativ kleiner Nenngröße
auftritt. Zudem sind die Drosselverluste während der Tauchkolbenschaltung beim Ausfahren
der Kolbenstange gering und zugleich der Differentialzylinder 11 gut eingespannt.
Fernerhin lassen sich mit dem Umschaltventil 51 überlagerte Druckfunktionen durchführen.
[0020] Bei der zweiten Einrichtung 50 wird die Ansteuerung des Sperrventils 16 durch ein
Magnetventil 35 mit geändertem Schaltsymbol vorgenommen; dieses Schaltsymbol ermöglicht
ein besseres Abfließen von Lecköl im Vergleich zu Figur 1. Diese in Figur 2 verwendete
Ansteuerung der Patrone 34 ist auch bei der ersten Einrichtung 10 nach Figur 1 anwendbar.
[0021] Selbstverständlich sind an den gezeigten Ausführungsformen Änderungen möglich, ohne
vom Gedanken der Erfindung abzuweichen. So können in die Einrichtungen für zusätzliche
Funktionen auch zusätzliche Ventilelemente eingebaut werden. Anstelle des zweistufigen
Proportionalventils kann auch ein einstufiges Regelventil verwendet werden. Anstelle
des doppelt durchströmten Umschaltventils 15 ist in der Einrichtung 10 auch eine einfach
durchströmte Ventilbauart verwendbar. Die Vorteile der Einrichtung sind auch dann
gegeben, wenn als hydraulischer Motor ein Drehantrieb verwendet wird. Vorliegende
Einrichtung eignet sich besonders für Schließeinheiten von Spritz- und Blasmaschinen.
1. Einrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Motors, insbesondere eines Schließzylinders
einer Kunststoff-Spritzgießmaschine, bei welcher Einrichtung der Motor als Differentialzylinder
mit Ringraum und Zylinderraum ausgebildet und über ein elektrohydraulisches Regelventil
ansteuerbar ist, und mit einer Meßdrossel, die zumindest beim Entleeren des Zylinderraums
in einen über das Regelventil geführten ersten Volumenstrom geschaltet ist und dabei
eine Druckdifferenz erzeugt, mit der ein differenzdruckabhängig gesteuertes, proportional
arbeitendes Umschaltventil ansteuerbar ist, das beim Entleeren des Zylinderraums einen
zum ersten Volumenstrom parallel geführten, zweiten Volumenstrom zum Tank steuert
und mit Mitteln für eine Tauchkolbenschaltung, um einen aus dem Ringraum abfließenden
Volumenstrom in den dabei druckbeaufschlagten Zylinderraum zurückzufuhren, dadurch
gekennzeichnet, daß in eine vom Rücklauf-Anschluß (26) des Regelventils (14) zum Tank
(28) geführte Tankleitung (27) ein Sperrventil (16) geschaltet ist und daß vom Rücklauf-Anschluß
(26) eine die Meßblende (36) und das Umschaltventil (15; 51) umgehende Bypass-Leitung
(45) zum Zylinderraum (12) geführt ist, in der ein zum Rücklauf-Anschluß (26) hin
sperrendes Rückschlagventil (18) angeordnet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßdrossel (36) in
die Tankleitung (27) zwischen Regelventil (14) und Sperrventil (16) geschaltet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Umschaltventil
als doppelt durchströmtes Drosselventil (15) ausgebildet ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßdrossel (36) in
eine vom Regelventil (14) zum Zylinderraum (12) des Differentialzylinders (11) führende
Arbeitsleitung (31) geschaltet ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsleitung (31)
eine zur Meßdrossel (36) parallel verlaufende Zweigleitung (52) aufweist, in die ein
zum Zylinderraum (12) hin öffnendes Rückschlagventil (53) geschaltet ist.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein den
Druck in der zum Zylinderraum (12) führenden Arbeitsleitung (31) steuerndes, insbesondere
verstellbares Druckventil (54) vorgesehen ist, welches mit dem Umschaltventil (51)
für eine überlagerte, vorgesteuerte Druckfunktion zusammenwirkt.
7. Einrichung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Umschaltventil
(51) als einfach durchströmte 2-Wege-Patrone ausgeführt ist.
8. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Arbeitsleitung (31), die Bypassleitung (45) unddie Rücklaufleitung (43)
im Bereich zwischen Umschaltventil (15) und Zylinderraum (12) einen Knotenpunkt (44)
bilden.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Regelventil
(14) in seiner Neutralstellung (19) eine Nullentlastung aufweist.