[0001] Schüttgutsilo, dessen Boden eine luftdurchlässige Faserschicht für den fein verteilten
Durchlaß von Luft von einer darunter angeordneten Druckluftzuführungskammer in den
darüber befindlichen Siloraum umfaßt, um zumindest eine dem Boden unmittelbar aufliegende
Schüttgutschicht derart fließfähig zu machen, daß sie sich zu einem Druckentspannungsort
(bspw. einer Auslaßöffnung) zu bewegen vermag, insbesondere unter der Wirkung des
Luftdrucks und/oder des Drucks des darüber befindlichen Guts und/oder eines Gefälles.
[0002] Die Menge des je Flächeneinheit durch die Belüftungsvorrichtung eines Silobodens
hindurchtretende Gasmenge ist abhängig von dem Druck in der unter dem Belüftungsboden
befindlichen Luftzuführungskammer, vom Drosselwiderstand des Belüftungsbodens und
vom Gegendruck. Der Gegendruck wird bestimmt durch den Widerstand, den die in den
Siloraum übergetretene Luft bzw. das durch diese Luft fluidisierte Schüttgut auf dem
Weg zum nächsten Entspannungsort vorfindet. Dieser Widerstand hängt ab von der Entfernung
zum Entspannungsort. Wenn der Entspannungsort vom Siloauslaß oder einer Auslaßkammer
gebildet ist, ist dieser Widerstand für das Gut in auslaßfernen Bodenbereichen wesentlich
größer als für die dem Auslaß näheren. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Gutsäule
im Siloraum nicht vollständig, sondern nur eine vergleichsweise dünne Schicht durchlüftet
wird, die auf ihrem Weg zum Entspannungsort der Reibung und dem Druck des darüber
befindlichen, ruhenden, im wesentlichen unbelüfteten Guts ausgesetzt ist. Demzufolge
sind die Bedingungen für den Gutsabzug aus den auslaßfernen Bodenbereichen ungünstig.
Das führt zu einer verschlechterten Aktivierung des im wandnahen Bereich eingelagerten
Materials. Bei dem in der Praxis häufig vorkommenden Betrieb mit sehr langen Zeitabständen
zwischen aufeinanderfolgenden vollständigen Siloentleerungen, führt dies zu Ansatzbildung
an der Silowand. Dadurch wird die Lagerkapazität des Silos stark herabgemindert. Das
angesetzte Material muß mit großem Kostenaufwand entfernt werden. Deshalb wünscht
man, die auslaßfernen Bodenbereiche ebenso am Guttransport zu beteiligen wie die auslaßnäheren.
Bekannt ist es, zu diesem Zweck die auslaßfernen Bodenbereiche mit einem höheren Belüftungsdruck
zu beaufschlagen, indem man ihnen gesonderte Luftzuführungskammern zuordnet und die
Luftzuführung zu den auslaßnäheren Luftzuführungskammer stärker drosselt als zu den
auslaßferneren. Jedoch ist dies mit verhältnismäßig hohem Aufwand verbunden, zumal
man eine feine Abstufung des Luftzuführungsdrucks durch eine Vielzahl von Luftzuführungskammern
erreichen will.
[0003] Die Erfindung sucht dieses Ziel mit geringerem Aufwand zu erreichen.
[0004] Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß der Durchströmungswiderstand der luftdurchlässigen
Faserschicht längs des Wegs der Gutbewegung zum Entspannungsort zunimmt.
[0005] Da erfindungsgemäß in auslaßfernen Bereichen der Durchströmungswiderstand gering
bemessen wird, steht hier trotz gleichen Drucks in der Luftzuführungskammer eine größere
Druckspanne für die Belüftung des Siloinhaltes zur Verfügung als in den auslaufnäheren
Bereichen. Dies hat die Wirkung, daß das den Boden durchströmt habende Auflokkerungsgas
in den auslauffernen Bereichen einen höheren Druck haben kann als in den auslaufnahen
Bereichen, so daß sich über dem Belüftungsboden ein stärkerer Druckgradient von den
auslauffernen Bereichen zum Auslauf hin und damit eine stärkere Beteiligung der Außenbezirke
an dem Abzugsstrom ergibt.
[0006] Der bereichsweise unterschiedliche Durchströmungswiderstand der luftdurchlässigen
Faserschicht kann auf unterschiedliche Weise bewirkt werden. Bei einer vorteilhaften
Ausführungsart der Erfindung werden die Faserzwischenräume der Faserschicht bereichsweise
unterschiedlich verengt, und zwar in solcher Weise, daß dies bleibenden Charakter
hat. Wenn die Faserschicht aus thermoplastischem Werkstoff besteht oder thermoplastischen
Werkstoff enthält, kann dies durch Wärmebehandlung mit oder ohne Pressung geschehen,
wobei die unterschiedliche Verengung durch das Zusammenfließen der Fasern und/oder
unterschiedliche Zusammenpressung erreicht wird.
[0007] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung werden die Faserzwischenräume,
die für den Durchtritt des Auflockerungsgases zur Verfügung stehen, bereichsweise
in unterschiedlichem Grade gefüllt, vorzugsweise durch Einbringen einer Imprägnierung,
d.h. eines Stoffes, der im flüssigen Zustand eingebracht werden kann, sich an Ort
und Stelle verfestigt und dann einen mehr oder weniger großen Anteil des Porenquerschnitts
verschließt. Statt dessen oder zusätzlich kann auch feinkörniger oder staubförmiger
Feststoff eingebracht werden, der die Poren teilweise verstopft.
[0008] Die Verengung der Faserzwischenräume braucht in der Regel nicht die gesamte Dicke
der Faserschicht zu erfassen, damit die gewünschte Drosselwirkung zustandekommt. Da
die oben erläuterten Techniken eine sehr feine Graduierung des Preßdrucks oder der
Preßtemperaturen oder der einzubringenden Substanzmenge verlangen, und da es einfacher
sein kann, stellenweise statt dessen einen hohen Verschlußgrad zu erzielen, ist nach
einer weiteren Variante der Erfindung vorgesehen, daß die Faserschicht kleine, gänzlich
oder in hohem Maße verschlossene Stellen enthält und der Anteil dieser Stellen bereichsweise
unterschiedlich ist, während die diese Stellen umgebenden Flächenanteile unbeeinflußt
bleiben und daher in verschiedenen Bereichen den gleichen Durchströmungswiderstand
je Flächeneinheit haben. Die verschlossenen Stellen können geometrisch regelmäßige
oder unregelmäßige Gestalt haben. Beispielsweise kann verteilt über die Fläche der
Faserschicht eine Vielzahl sehr kleiner Preßstellen verteilt werden, in denen durch
Heißpressung die Faserzwischenräume verschlossen oder verringert sind. Der unterschiedliche
Anteil dieser Stellen an der Gesamtfläche kann dadurch variiert sein, daß ihre Dichte
oder ihre Größe variiert ist. Sie können gänzlich voneinander getrennt sein oder auch
sich zu Streifen verbinden. Vorteilhaft ist insbesondere die Form von feinen Streifen,
die in Richtung zum Auslauf führen und deren Breite sich zum Auslauf hin vergrößert
und/oder deren Abstand sich zum Auslauf hin verringert. Es ist nicht erforderlich,
daß in diesen Stellen der Porenquerschnitt vollständig verschlossen ist. Er sollte
aber mindestens so stark vermindert sein, wie es in den Bereichen größter Auslaufnähe
für die dortige Gesamtfläche erwünscht ist.
[0009] Schließlich ist es auch möglich, die Faserschicht aus gesonderten Teilstücken unterschiedlichen
Durchströmungswiderstands zusammenzusetzen.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert,
die vorteilhafte Ausführungsbeispiele veranschaulicht. Es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt durch den Bodenbereich eines Silos,
Fig. 2 eine Vorrichtung zum Beeinflussen des Durchströmungswiderstands einer Faserschicht
und
Fig. 3 und 4 Draufsichten auf Faserschichten, die Muster von Stellen vergrößerten
Durchströmungswiderstands enthalten.
[0011] Der Boden eines Siloraums 1 wird oberhalb des tragenden Betonbodens 2 von einer Belüftungsvorrichtung
gebildet, die aus sogenannten Belüftungskästen besteht, die einen Luftzuführungsraum
3 unterhalb einer luftdurchlässigen Schicht 4 enthalten. Diese besitzt als Element,
das die durchtretende Luft fein verteilt dem Siloraum 1 zuführt, eine Faserschicht
4, beispielsweise ein Vlies oder Gewebe aus Polyesterfasern. Dem Luftzuführungsraum
3 kann von einem nicht gezeigten Gebläse her Druckluft über die Leitung 5 zugeführt
werden. Sie dringt durch die luftdurchlässige Schicht 4 in den Siloraum fein verteilt
ein. Mit ihrer Hilfe wird das im Silo eingelagerte Schüttgut in Bodennähe entweder
über die gesamte Bodenfläche oder partiell in einer oder mehreren Bodensektionen belüftet
und dadurch in einen flüssigkeitsähnlichen Zustand versetzt. In diesem Zustand kann
es unter dem Einfluß der Bodenneigung oder von Druckdifferenzen dem Auslauf 6 zufließen.
Da sein Weg in mehr oder weniger dünner Schicht unter dem auflastenden, ruhenden Gut
hindurchführt, hat es dabei einen Strömungswiderstand zu überwinden, der von der Entfernung
zum Auslauf abhängt und in auslauffernen Bereichen 7 wesentlich größer ist als in
auslaufnahen Bereichen 8. Dies ist angedeutet durch die von außen nach innen kleiner
werdenden Pfeile 9.
[0012] Um den Einfluß der Auslaufentfernung zu kompensieren, will man die Auflockerungsluft
den auslauffernen Bereichen 7 mit höherem Druck als den auslaufnahen Bereichen 8 zuführen.
Die Erfindung hat erkannt, daß es dafür auf den Druck oberhalb der luftdurchlässigen
Schicht 4 ankommt, und sieht daher eine unterschiedliche Drosselung der Luft innerhalb
der luftdurchlässigen Schicht 4 vor. Und zwar wird die luftdurchlässige Schicht 4
derart gestaltet, daß der Durchströmungswiderstand, angedeutet durch die Pfeile 10,
im auslaufnahen Bereich 8 entsprechend größer ist als im auslauffernen Bereich 7.
Vorzugsweise nimmt der Durchströmungswiderstand kontinuierlich von außen nach innen
zu, damit sich keine Druckabstufungen bilden, die zu unerwünschten Erscheinungen Anlaß
geben können. Jedoch reicht in vielen Fällen auch eine stufige Änderung des Durchströmungswiderstands
längs des Gutwegs zum Auslauf aus.
[0013] Gemäß Fig. 2 wird zu diesem Zweck das in der luftdurchlässigen Schicht verwendete,
thermoplastische Gewebe (beispielsweise Polyestergewebe) einer Behandlung unterzogen,
die einen Teil der Gewebezwischenräume verschließt oder verengt. Gemäß Fig. 2 ist
oberhalb einer Reihe von zu behandelnden Gewebebahnen 11 eine auf Schienen 12 laufende
Brücke 13 vorgesehen, die mit Sprühdüsen 14 (linke Darstellung) oder einem Heizstrahler
15 (rechte Darstellung) ausgerüstet ist und mit variablem Vorschub oberhalb der Gewebebahnen
11 in deren Längsrichtung verfahrbar ist. Die Sprühdüsen sprühen mit konstanter Leistung
ein Imprägnierungsmittel, das nach seiner Trocknung im Gewebe 11 dessen Poren je nach
Auftragsstärke mehr oder weniger verschließt. Der Heizstrahler 15 bewirkt eine Erweichung
der thermoplastischen Fasern und dadurch ein teilweises Zusammenfließen derselben,
gleichfalls mit der Wirkung einer Verengung der Durchflußquerschnitte. In beiden Fällen
ist das Ausmaß der Wirkung abhängig von der Einwirkungsdauer und somit von der Vorschubgeschwindigkeit.
Durch geeignete Steuerung der Vorschubgeschwindigkeit der Brükke kann somit die Luftdurchlässigkeit
des Gewebes 11 eingestellt werden. Beispielsweise kann die Behandlung mit großer Vorschubgeschwindigkeit
am einen Ende der Bahnen 11 oder innerhalb des Endes in einem gewissen Abstand von
diesem begonnen werden, um am anderen Ende mit geringer Vorschubgeschwindigkeit zu
enden.
[0014] Gemäß Fig. 3 und 4 ist vorgesehen, daß die Bahn mit einem Muster von verdichteten
Stellen erhöhten Durchströmungswiderstands versehen wird. Während diese im Falle der
Fig. 3 die Form von Streifen 16 haben, die in Längsrichtung verlaufen, sind sie im
Beispiel der Fig. 4 als Punkte 17 ausgebildet. Im Beispiel der Fig. 3 ist vorausgesetzt,
daß diese Streifen eine Mindestdurchlässigkeit behalten, die dem in Auslaufnähe gewünschten
Wert entspricht, so daß der auslaufnahe Bereich 8 zu 100 % mit verdichteten Stellen
bedeckt wird, während die Dichte in den übrigen Bereichen entsprechend geringer ist.
In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 4 ist angenommen, daß die Stellen 17 nahezu keine
Luftdurchlässigkeit mehr aufweisen, wobei sie aber so klein sind und überall mit so
großem Abstand voneinander angeordnet sind, daß dennoch eine hinreichend gleichmäßige
Luftverteilung erreicht wird.
[0015] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 ist eine diskontinuierliche Zunahme des Durchströmungswiderstands
in insgesamt fünf Feldern vorgesehen. Eine solche Stufung ist dem Ideal der kontinuierlichen
Veränderung für viele Fälle hinreichend angenähert. Es kann Fälle geben, in denen
es sogar ausreicht, nur zwei Zonen unterschiedlichen Durchströmungswiderstands auf
dem Weg zum Auslaß hintereinander anzuordnen.
[0016] Die Zunahme des Durchströmungswiderstands kann linear von außen nach innen erfolgen.
Bevorzugt wird im allgemeinen eine überproportionale Zunahme. Geeignete Werte lassen
sich von Fall zu Fall durch Versuch leicht bestimmen.
1. Schüttgutsilo, dessen Boden eine luftdurchlässige Faserschicht (4) für den fein
verteilten Durchlaß von Luft von einer darunter angeordneten Druckluftzuführungskammer
(3) in den darüber befindlichen Siloraum (1) umfaßt, um zumindest eine dem Boden unmittelbar
auf liegende Schüttgutschicht derart fließfähig zu machen, daß sie sich zu einem Druckentspannungsort
(bspw. einer Auslaßöffnung 6) zu bewegen vermag, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchströmungswiderstand
(10) der luftdurchlässigen Faserschicht (4) längs des Wegs der Gutbewegung zum Entspannungsort
(6) zunimmt.
2. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserzwischenräume
der Faserschicht bereichsweise in unterschiedlichem Grade gefüllt sind.
3. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserzwischenräume
eine Imprägnierung enthalten.
4. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die durchgehende
Faserschicht bereichsweise bleibend unterschiedlich verdichtet ist.
5. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserschicht
kleine, im wesentlichen gänzlich oder in hohem Maße verschlossene Stellen (16, 17)
enthält und der Flächenanteil dieser verschlossenen Stellen bereichsweise unterschiedlich
ist.
6. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserschicht
(4) aus gesonderten Teilstücken unterschiedlichen Durchströmungswiderstands zusammengesetzt
ist.