| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 466 644 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
21.09.1994 Patentblatt 1994/38 |
| (22) |
Anmeldetag: 01.07.1991 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)5: B21B 3/00 |
|
| (54) |
Verfahren zum Aufrauhen der Oberfläche eines Aluminiumbandes
Process for roughening the surface of an aluminium strip
Procédé pour rendre rugueux la surface d'une bande en aluminium
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE GB IT NL |
| (30) |
Priorität: |
11.07.1990 CH 2311/90
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
15.01.1992 Patentblatt 1992/03 |
| (73) |
Patentinhaber: ALUSUISSE-LONZA SERVICES AG |
|
8034 Zürich (CH) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Dean, Robert J.
CH-8248 Uhwiesen (CH)
- Bloeck, Margarete
CH-8212 Neuhausen am Rheinfall (CH)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
- SOVIET INVENTIONS ILLUSTRATED Derwent Publications Ltd., section M, week 843326 Sep.
1984, no. 84-206537/33 & SU-A-1063494 (KAZAKOV V G) 31 March 1982
- Artikel ALUMINIUM ALLOYS AS SUBSTRATES FOR LITHOGRAPHIC PLATES von F. Wehnerund R.J.
Dean, 8. Internationale Leichtmetalltagung Leoben-Wien 1987
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Bandes aus Aluminium oder
einer Aluminiumlegierung mit aufgerauhter Oberfläche für lithographische Druckplatten,
wobei ausgehend von einem Walzbarren das Band durch Warm- und/oder Kaltwalzen gefertigt
wird.
[0002] Lithographische Druckplatten aus Aluminium, die typischerweise eine Dicke von etwa
0,3 mm aufweisen, haben gegenüber Platten aus anderen Werkstoffen Vorteile, von denen
hier nur einige genannt sind:
- Eine gleichmässige Oberfläche, die sich gut zur mechanischen, chemischen und elektrochemischen
Aufrauhung eignet.
- Eine harte Oberfläche nach dem Anodisieren, was eine grosse Zahl von Abdrucken ermöglicht.
- Leichtes Gewicht.
- Niedrige Gestehungskosten.
[0003] Der Artikel ALUMINIUM ALLOYS AS SUBSTRATES FOR LITHOGRAPHIC PLATES von F. Wehner
und R.J. Dean, 8. Internationale Leichtmetalltagung Leoben-Wien 1987, gibt einen Ueberblick
über die Herstellung und Eigenschaften von Bändern für lithographische Druckplatten.
[0004] Bei der konventionellen Fertigung von Aluminiumband zur Herstellung von Druckplatten
weist das Band nach dem Walzen eine als Folge des Walzenschliffs und damit der gerichteten
Struktur der Walzenoberfläche sowie durch die praktisch uniaxiale Verformung des Materials
im Walzspalt eine anisotrope Oberflächentopographie auf. In weiteren Arbeitsschritten
wird das gewalzte Band gebeizt, anschliessend bis zur gewünschten Rauhigkeit mechanisch,
chemisch oder elektrochemisch oder in kombination dieser Prozesse aufgerauht und gegebenenfalls
anodisiert.
[0005] Angesichts dieser Gegebenheiten hat sich der Erfinder zum Ziel gesetzt, ein Verfahren
der eingangs erwähnten Art bereitzustellen, welches ohne zusätzlichen Arbeitsgang
die Einstellung einer isotropen, d.h. von der Walzrichtung unabhängigen, Struktur
der Bandoberfläche mit hohem Rauhigkeitsgrad ermöglicht.
[0006] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt, dass der letzte Walzstich mit einer
entsprechend der gewünschten Oberflächentopographie und -rauhigkeit des Bandes bearbeiteten
Walze mit geringer Stichabnahme erfolgt.
[0007] Die Stichabnahme kann hierbei im Extremfall praktisch null betragen, d.h. der letzte
Walzstich würde damit einem reinen Prägevorgang entsprechen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit
erfolgt jedoch zweckmässigerweise eine Stichabnahme im Rahmen des gesamten Walzvorgangs,
wobei die Stichabnahme maximal 50% betragen soll.
[0008] Bei der konventionellen Fertigung von Aluminiumband sind die Walzen mit einem Walzenschliff
versehen, wobei die sich in Richtung des Bandlaufes folgenden Walzen einen immer feineren
Schliff aufweisen. In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens
kann nun vorgesehen werden, dass der vorletzte Walzstich entgegen der allgemein üblichen
Praxis mit einer Walze mit grobem Walzenschliff durchgeführt wird. Die Walzoelverteilung
auf der Bandoberfläche und in der Folge die Vorgänge im Walzspalt der letzten Walze
werden dadurch in günstiger Weise derart beeinflusst, dass die Stichabnahme mit der
letzten Walze verhältnismässig gross sein kann, ohne die Qualität der Oberflächentopographie
und -rauhigkeit des endgewalzten Bandes zu vermindern.
[0009] Die Bearbeitung der Oberfläche der erfindungsgemäss für den letzten Walzstich verwendeten
Walze kann in bekannter Weise durch Strahlen, z.B. Stahlkugelstrahlen, Funkenerosion,
Lasertexturierung, Elektronenstrahltexturierung, chemisches und/oder elektrochemisches
Aufrauhen oder andere Aufrauhverfahren erfolgen. Die Wahl des Bearbeitungsverfahrens
richtet sich nach der Art des gewünschten Rauhigkeitsmusters sowie des Rauhigkeitsgrades,
d.h. der Rauhtiefe, des mittleren Abstandes der Rauhigkeitsspitzen sowie anderen kenngrössen.
[0010] Die Aufrauhung der Bandoberfläche beeinflusst die späteren Beiz- und Aetzschritte
auf dem Weg zur Herstellung der lithographischen Druckplatten, führt unter anderem
zu einem schnelleren und gleichmässigeren Angriff der Beiz- und Aetzlösungen und kann
ausserdem die Einstellung andersartiger Oberflächentopographien ermöglichen. Mit dem
erfindungsgemässen Verfahren wird es zudem möglich, während des Walzvorgangs bei der
Herstellung des Bandes ein Rauhigkeitsmuster auf die Bandoberfläche aufzubringen,
welches dem an der lithografischen Druckplatte gewünschten Rauhigkeitsmuster bereits
weitgehend entspricht.
1. Verfahren zum Herstellen eines Bandes aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung
mit aufgerauhter Oberfläche für lithographische Druckplatten, wobei ausgehend von
einem Walzbarren das Band durch Warm- und/oder Kaltwalzen gefertigt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der letzte Walzstich mit einer entsprechend der gewünschten Oberflächentopographie
und -rauhigkeit des Bandes bearbeiteten Walze mit geringer Stichabnahme erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der vorletzte Walzstich mit
einer Walze mit grobem Walzenschliff erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der letzte Walzstich
mit einer Stichabnahme von max. 50% erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der letzte Walzstich als Prägestich
erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenbearbeitung
der für den letzten Walzstich vorgesehenen Walze durch Strahlen, Funkenerosion, Laser-
oder Elektronenstrahltexturierung oder durch chemisches und/oder elektrochemisches
Aufrauhen erfolgt.
1. Process for producing a strip of aluminium or an aluminium alloy with a roughened
surface for lithographic printing plates, in which the strip is manufactured by hot
and/or cold rolling from a rolling slab, characterised in that the last roll pass
is effected by a roll with a low pass reduction machined in accordance with the desired
surface topography and roughness of the strip.
2. Process according to claim 1, characterised in that the penultimate roll pass is effected
by a roll with a rough roll polish.
3. Process according to claim 1 or claim 2, characterised in that the last roll pass
is effected with a pass reduction of a maximum of 50 %.
4. Process according to claim 3, characterised in that the last roll pass is effected
as a stamping pass.
5. Process according to one of claims 1 to 4, characterised in that the surface of the
roll provided for the last roll pass is machined by blasting, spark erosion, laser
or electron beam texturing or by chemical and/or electrochemical roughening.
1. Procédé de production d'une bande en aluminium ou alliage d'aluminium à surface rugueuse
pour planches d'impression lithographique, la bande étant fabriquée par laminage à
chaud et/ou à froid à partir d'un bloom, caractérisé en ce que la dernière passe s'effectue
pour une réduction faible à l'aide d'un cylindre usiné en fonction de la topographie
et de la rugosité superficielles souhaitées pour la bande.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'avant-dernière passe s'effectue
à l'aide d'un cylindre à poli grossier.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la dernière passe s'effectue
pour une réduction de 50 % maximum.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que la dernière passe s'effectue
sous la forme d'une passe d'estampage.
5. Procédé selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'usinage superficiel
du cylindre prévu pour la dernière passe s'effectue par grenaillage, étincelage, texturation
par laser ou bombardement électronique ou décapage chimique et/ou électrochimique.