(19)
(11) EP 0 466 895 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
19.10.1994  Patentblatt  1994/42

(21) Anmeldenummer: 91903852.1

(22) Anmeldetag:  11.02.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5: A43B 17/18, A43B 13/40
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/AT9100/024
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9111/930 (22.08.1991 Gazette  1991/19)

(54)

SCHUH

SHOE

CHAUSSURE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 09.02.1990 AT 294/90

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.01.1992  Patentblatt  1992/04

(73) Patentinhaber: Head Sport Aktiengesellschaft
A-6921 Kennelbach (AT)

(72) Erfinder:
  • BECK, Hermann
    A-6912 Hörbanz (AT)

(74) Vertreter: Haffner, Thomas M., Dr. et al
Patentanwalt Schottengasse 3a
1014 Wien
1014 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-87/05192
FR-A- 2 427 801
US-A- 4 597 196
CA-A- 1 180 891
US-A- 3 457 659
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schuh, insbesondere Sportschuh und/oder Straßenschuh, mit einer Schuhschale bestehend aus einer Außensohle, einer mit einem Fußbett verbindbaren Brandsohle und einem über einen Leisten gezwickten, gegebenenfalls gefütterten Schaft.

    [0002] Herkömmliche Sport- bzw. Straßenschuhe sind meist so konstruiert, daß das Material der Schale über einen Leisten gezwickt wird, welcher etwa der Form eines Fußes entspricht. Die Schuhkonstruktion kann dabei klebegezwickt sein, mit eingenähter Brandsohle oder in einer unter dem Namen California oder Mocassin od.dgl. gängigen Typen ausgebildet sein. Das Volumen eines auf diese Weise über einen derartigen Leisten gefertigten Schuhes entspricht dem Leisten, sobald der Leisten aus dem Schuh genommen wird. Es ist bekannt, den Leisten im Volumen etwas weiter zu gestalten, um nachträglich eine Decksohle oder bei Gesundheitsschuhen eine lose Einlage in einen derartigen Schuh einlegen zu können.

    [0003] Die notwendige bzw. gewünschte Absatzhöhe derartiger Schuhe wird durch Anbringen eines gesonderten Absatzes an der Außenseite der Sohle hergestellt und der Absatz wird als Teil der Schuhkonstruktion starr mit dem Schuh verbunden.

    [0004] Prinzipiell besteht ein derartiger herkömmlicher Schuh somit aus einer Einheit, welche aus Schaft, Brandsohle, Außensohle und Absatz besteht, wobei der Schaft in üblicher Weise gefüttert sein kann.

    [0005] Aus der FR-A 2 427 801 ist ein Schuh der eingangs genannten Art bekanntgeworden, wobei in einer einstückig ausgebildeten, aus mehreren Teilen bestehenden Sohle ein Fußbett integriert ist und das Fußbett von einer dünnen Abdecksohle aus weichem Material abgedeckt ist.

    [0006] Der WO 87/05192 ist ein mehrteiliges Sohlenelement für einen Schuh zu entnehmen, wobei eine einen Absatz aufweisende Außensohle mit Verriegelungselementen für die Festlegung einer Brandsohle ausgebildet ist.

    [0007] Schuhkonstruktionen, bei welchen der Schuh aus zwei Einheiten aufgebaut ist, sind lediglich im Bereich des Schischuhes bekannt, bei welchen allerdings eine starre Außenschale Verwendung findet. Derartige Schuhe eignen sich daher nicht als Straßen- oder Sportschuhe, da die starre Schalenkonstruktion im Falle eines Schischuhes in erster Linie mit Rücksicht auf die sichere Einspannung in Bindungsteilen erforderlich ist. Bei derartigen Schischuhen ist es bekannt, einen kompletten Innenschaft bzw. Innenschuh innerhalb einer derartigen starren Schale anzubringen und es muß somit wiederum ein Schuh mit herkömmlicher Konstruktion bestehend aus einem Schaft und einer Sohle hergestellt werde, welcher in Folge im Inneren eines derartigen Schischuhes Verwendung finden kann.

    [0008] Auswechselbare Decksohlen, wie sie insbesondere in Form von anatomischen Schuheinlagen bekannt sind, sind bei Straßen- oder Sportschuhen in der Regel relativ dünn und lassen eine korrekte anatomische Positionierung des Fußes daher nur beschränkt zu. Insbesondere im vorderen Bereich derartiger, mit auswechselbaren Decksohlen ausgestatteter Schuhe kann die Auftrittsfläche nur in geringem Maße korrigiert werden. Auswechselbare Decksohlen dieser Art liegen üblicherweise lose im Schuh und können daher leicht verrutschen, wodurch ein sicherer Halt nicht gewährleistet ist. Um derartige anatomische Decksohlen zu fixieren, ist es aufgrund der geringen Stärke bzw. Dicke derartiger Decksohlen und aufgrund der Weichheit des für derartige Decksohlen gewählten Materials in der Regel erforderlich, diese Decksohlen auf der Brandsohle festzukleben, wodurch eine Auswechselbarkeit nicht mehr gegeben ist.

    [0009] Die Erfindung zielt nun darauf ab, einen Schuh, insbesondere Sport- und/oder Straßenschuh dahingehend weiterzubilden, daß bei einfacher Herstellung eine größere Anpaßbarkkeit an unterschiedliche Fußformen und eine bessere anatomische Abstützung ermöglicht wird. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht der erfindungsgemäße Schuh im wesentlichen darin, daß die Brandsohle im Inneren des Schuhes im wesentlichen eben ausgebildet ist und wenigstens eine Verriegelungsausnehmung bzw. einen Verriegelungsvorsprung aufweist, welche(r) mit einem Kupplungsglied eines eine Absatzerhöhung aufweisenden Fußbettes lösbar verbunden ist. Mit einer derartigen Konstruktion wird ein konventioneller Schuh geschaffen, welcher aus zwei miteinander zusammenwirkenden, einfach herzustellenden Einheiten besteht. Die Schuhschale besteht in konventioneller Weise aus Schaft, Brandsohle und Außensohle und kann erforderlichenfalls gefüttert sein. Die gewünschte Absatzerhöhung und der für anatomische Anpassungen erforderliche Korrekturspielraum wird zur Gänze in einen zweiten, gesondert herstellbaren und austauschbaren Bauteil integriert, welcher als Fußbett nachträglich in einen derartigen Schuh eingelegt und im Schuh verriegelt werden kann. Von wesentlicher Bedeutung ist hiebei, daß das auswechselbare Fußbett aufgrund der zur Verfügung stehenden Höhe besser anatomisch geformt werden kann und sicher im Inneren des Schuhes arretiert werden kann. Im Gegensatz zu Schischuhen besteht hier die Schale aus den Teilen Schaft, Brandsohle und Außensohle, die in einem konventionellen Klebezwickverfahren bzw. einem eingeschobenen Zwickverfahren mit eingenähter Brandsohle oder als Mocassin od.dgl. montiert werden können. Die Schuhfütterung bleibt Teil des Schaftes und ist nicht auswechselbar, wohingegen mit der Auswechselbarkeit des gesamten Fußbettes bzw. der Auftrittsfläche eine optimale anatomische Stützung bzw. Korrektur möglich ist. Im Vergleich zu herkömmlichen Schuhen ist eine derartige, ohne Absatz ausgebildete Schale, deren Brandsohle im Inneren des Schuhes im wesentlichen eben ausgebildet ist, ohne Einlage überhaupt nicht verwendbar. Ohne dem auswechselbaren Funktionsteil, nämlich dem Fußbett, ist ein derartiger Schuh überhaupt nicht zu tragen.

    [0010] Für die richtige Auftrittsstellung des Fußes im Schuh, d.h. die notwendige oder gewünschte Absatzhöhe, ist eine entsprechende Ausbildung des Fußbettes maßgeblich, wobei die Schale der Auftrittsfläche flach gestaltet ist und keine Absatzhöhe beinhaltet. Alle funktionellen Eigenschaften, wie z.B. Schockdämpfung, Energierückgewinnen, etc. können in das auswechselbare Fußbett integriert werden, wobei die Festlegung mittels Vertiefungen und Erhöhungen in der Brandsohle der Schuhschale erfolgt, wodurch ein Verrutschen in der Schuhschale verhindert wird.

    [0011] Der Leisten, welcher für die Herstellung eines derartigen Schuhes Verwendung findet, ist im Volumen wesentlich größer und so gestaltet, daß das Volumen des auswechselbaren Fußbettes im Gesamtvolumen berücksichtigt ist. Die Brandsohle wird wie beim herkömmlichen Klebezwickverfahren auf den Leisten geheftet, worauf der Schaft mit üblichen Maschinen über den Leisten gezwickt und mit Klebstoff mit der Brandsohle verbunden werden kann. Wie oben erwähnt, können auch andere Zwickverfahren mit eingenähter Brandsohle oder unter dem Namen California oder Mocassin od.dgl. gängige Typen Verwendung finden. Auch die Sohle kann in herkömmlicher Weise mit der gezwickten Schuhschale verklebt, vernäht, kombiniert verklebt und vernäht oder direkt angespritzt und/oder angeschäumt werden. Nach einer Befestigung der Sohle kann der Leisten entfernt und das auswechselbare Fußbett in der Weise in die Schuhschale eingelegt werden, daß Vertiefungen bzw. Erhöhungen der Brandsohle mit den entsprechenden Erhöhungen bzw. Vertiefungen bzw. Kupplungsgliedern des Fußbettes verrasten.

    [0012] Mit der erfindungsgemäßen Konstruktion eines Straßen- bzw. Sportschuhes wird dem Umstand Rechnung getragen, daß der menschliche Fuß nicht nur in der Länge, üblicherweise als Schuhgröße bezeichnet, unterschiedlich ist, sondern auch im Umfang beträchtlich variiert. Derartige unterschiedliche Weiten bei Füßen mit derselben Länge können bei konventioneller Herstellung des Schuhes nur in Form unterschiedlicher Schuhgrößen berücksichtigt werden, sodaß bei Schuhen, deren Leisten der Fußform des Trägers nicht hinreichend entspricht, ein exakter Halt, wie er insbesondere für Sportschuhe gefordert wird, nicht erzielt werden kann. Eine Lagerhaltung unterschiedlicher Weiten bei gleicher Schuhgröße ist aus ökonomischen Gründen nicht ohne weiteres sinnvoll und die erfindungsgemäße Konstruktion ermöglicht nun, nachträglich bei ein und der gleichen Schuhgröße unterschiedlichen Weiten des Fußes Rechnung zu tragen.

    [0013] Das Weitenvolumen kann bei der erfindungsgemäßen Konstrution hiebei auf verschiedene Art maßgenau angepaßt werden. Zwischen Brandsohle und auswechselbarem Fußbett kann eine genau abgestimmte Volumeneinlage angeordnet werden oder aber es kann das auswechselbare Fußbett eine spezielle Volumsgestaltung aufweisen. Bei einer derartigen zusätzlichen Volumeneinlage oder Weiteneinlage läßt sich ein konventioneller Schuh nur in geringem Ausmaß anpassen und es ist auf diese Weise ca. 5 mm Volumen im Ballenumfang kompensierbar. Die Auftrittsfläche muß nämlich bei mehr als einer derartigen, 5 mm Volumen betragenden Weite verschmälert oder erweitert werden. Durch spezielle Volumensgestaltung des auswechselbaren Fußbettes bei einem erfindungsgemäßen Schuh ist es aber nun möglich, mehrere derartige Weiten von etwa 5 mm Volumen im Ballenumfang mit der gleichen Schuhgröße zu erzielen. Es kann somit mit einer Schuhschale in einer bestimmten Größe eine Mehrzahl unterschiedlicher Weiten genau angepaßt werden, wobei ausschließlich verschiedene Einlagen und Fußbette zur Anwendung kommen.

    [0014] Das auswechselbare Fußbett kann darüber hinaus für unterschiedliche Anforderungen speziell gestaltet und abgestimmt werden und es ist neben der Variation in den Härtegraden möglich, das Fußbett in unterschiedlichen Materialien, wie beispielsweise Polyurethan, Kork od.dgl. zu fertigen. Auch die Oberflächenstruktur bzw. die Gestaltung der Bezüge des Fußbettes kann den Erfordernissen angepaßt werden und es können Massagenoppen oder Überzugsmaterialen unterschiedlicher Art eingesetzt werden.

    [0015] Zum Zweck der besseren Absorbtion von Schocks und zur Energierückgewinnung können beispielsweise Luftkanäle, Schläuche, Luftblasen oder mit verschiedenen Materialien gefüllte Kammern vorgesehen sein, wobei die Ausbildung hiezu vorzugsweise so getroffen ist, daß das Fußbett mit Hohlräumen für die Aufnahme von Luft und/oder stoßdämpfenden Massen ausgebildet ist. Zur besseren Ventilation im Bereich der Sohle können hiebei vorzugsweise die Hohlräume als im Inneren des Fußbettes verlaufende Kanäle ausgebildet sein, welche mit Öffnungen an der Oberseite des Fußbettes verbunden sind. Die Hohlräume können dabei in Längsrichtung des Fußbettes, in Querrichtung oder entsprechend den Bedingungen in unterschiedlichen Bereichen des Fußbettes angepaßten, unterschiedlichen Richtungen verlaufen. Für geringe zusätzliche Korrekturen können, wie bereits oben erwähnt, zusätzliche Volumeneinlagen vorgesehen sein, wobei die Ausbildung vorzugsweise so getroffen ist, daß das Fußbett von einem mit der Brandsohle lösbar verbindbaren Basisteil und einer mit dem Basisteil verbindbaren, anatomisch geformten Einlage gebildet ist.

    [0016] Das Fußbett kann aufgrund der erfindungsgemäß möglichen, wesentlich voluminöseren Gestalt anatomisch je nach den Anforderungen geformt werden. Das wichtigste Merkmal eines derartig anatomisch richtig geformten Fußbettes ist die gleichmäßige Druckverteilung auf die gesamte Fußauftrittsfläche und somit die bessere Durchblutung und Massage der Fußauftrittsfläche bzw. der darin enthaltenden Reflexzonen. Ein anatomisch geformtes Fußbett verleiht dem Fuß insgesamt beim Ausüben von Sport einen wesentlich besseren Halt, da sich der Fuß beim Auftritt selbst zentrieren kann und bei seitlichen Ausfallschritten im Schuh weniger verrutschen kann. Auch das stark ausgeprägte Fersenbett gibt dem Fuß einen guten seitlichen Halt, wodurch die Hinterkappenkonstruktion weicher gestaltet werden kann, wodurch die Gefahr von schmerzhaften Druckstellen und von Blasenbildung an der Ferse verringert wird. Je nach den anatomischen Anforderungen kann das Längs- und Quergewölbe des Fußes mehr oder weniger unterstützt werden, wobei das gesamte Fußbett beispielsweise zum Trocknen aus dem Schuh genommen bzw. je nach Material gewaschen werden kann.

    [0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 einen Schnitt durch die Schale eines erfindungsgemäßen Schuhs; Fig. 2 einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Fußbett; Fig. 3 einen Scnitt durch einen erfindungsgemäßen Schuh, wobei das Fußbett im Inneren des Schuhs mit der Brandsohle verankert ist; Fig. 4 einen Schnitt durch einen zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Schuhs verwendbaren Leisten mit diesen umgebenden Schaft und Brandsohle; Fig. 5 einen Leisten zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Schuhs; die Fig. 6 und 8 jeweils einen Schnitt durch den Ristbereich eines erfindungsgemäßen Schuhs, wobei eine Anpassung einer vorgegebenen Schuhschale an unterschiedliche Weiten angedeutet ist; die Fig. 9 und 10 jeweils einen Schnitt durch den Fersenbereich eines erfindungsgemäßen Schuhs mit darin aufgenommenen Fuß in unterschiedlichen Stellungen des Fußes relativ zum Schuh; und die Fig. 11 bis 15 jeweils einen Schnitt durch unterschiedliche Ausführungsformen des anatomisch geformten auswechselbaren Fußbettes im Fersenbereich desselben.

    [0018] In Fig. 1 ist mit 1 eine Schuhschale einer erfindungsgemäßen Schuhes bezeichnet, welche aus einem Schaft 2, einer Brandsohle 3 sowie einer Außensohle 4 besteht. Die Schale des Schuhes wird dabei in an sich bekannter Weise über einem Leisten gefertigt, wobei zur Verbindung des gegebenenfalls mit einem Futter ausgebildeten Schaftes mit der Brandsohle jeweils ein Zwickeinschlag 5 angedeutet ist. Die Brandsohle 3 weist im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Aussparung bzw. Ausnehmung 6 sowie im Fersenbereich eine Erhöhung bzw. einen Vorsprung 7 auf, welche für eine Verriegelung des in Fig. 2 dargestellten, anatomisch geformten Fußbettes 8 dienen. Das Fußbett weist einen der Form der Ausnehmung 6 der Brandsohle entsprechenden Vorsprung 9 sowie eine dem Vorsprung 7 der Brandsohle entsprechende Ausnehmung 10 auf. Mit 11 ist die Wandung des anatomisch geformten Fußbettes und mit 12 die Auftrittsfläche angedeutet.

    [0019] In Fig. 3 ist der aus den beiden Einzelbestandteilen der Fig. 1 und 2 zusammengesetzte Schuh dargestellt, wobei deutlich die Arretierung bzw. Verriegelung des Fußbettes 8 an der Brandsohle 3 dargestellt ist.

    [0020] In den Fig. 4 und 5 ist mit 13 ein Leisten zur Herstellung einer Schale eines erfindungsgemäßen Schuhs bezeichnet, wobei ebenso wie in den Fig. 1 und 3 deutlich ersichtlich ist, daß die Brandsohle im Gegensatz zu konventionellen Schuhen im wesentlichen eben ausgebildet ist. Der verwendete Leisten ist abweichend vom für die Herstellung von konventionellen Schuhen verwendeten Leisten nicht der Fußform angepaßt sondern mit im wesentlichen ebener Auftrittsfläche 14 sowie einer dem Vorsprung 7 entsprechenden Ausnehmung 15 ausgebildet, da das mit der Brandsohle zu kuppelnde, anatomisch geformte Fußbett wesentlich stärker und mit einer Absatzeinlage ausgebildet ist, während bei konventionellen Schuhen, für welche der Leisten weitestgehend der tatsachlichen Fußform entspricht, jeweils nur dünne, im wesentlichen ebene Einlegesohlen Verwendung finden können.

    [0021] In den Fig. 6 bis 8 ist näher dargestellt, wie bei Verwendung einer Schale 1 mit vorbestimmter Größe durch eine angepaßte Ausbildung des Fußbettes 8 bzw. zusätzliche Verwendung von Einlagen eine Anpassung an unterschiedliche Fußweiten vorgenommen werden kann. Dabei ist in Fig. 6 ein Fußbett für eine Normalweite lösbar auf der Brandsohle 3 aufgelegt. Zur Anpassung an eine etwas geringere Weite findet bei der Ausführungsform gemäß Fig. 7 eine auswechselbare, flache Weiteneinlage 16 Verwendung, während bei der Ausführungsform gemäß Fig. 8 für eine sehr schmale Weite ein speziell ausgebildetes Fußbett, welches gegenüber dem in den Fig. 6 und 7 dargestellten Fußbett eine größere Höhe und eine höhere Wandung aufweist, Verwendung findet. In Fig. 8 ist zum Vergleich strichliert mit 12' die Auftrittsfläche des Fußbettes 8 der Fig. 6 und 7 dargestellt. Es zeigt sich, daß somit in einfacher Weise für eine vorgegebene Schale für eine bestimmte Schuhgröße durch Variation des Fußbettes bzw. durch eine zusätzliche Einlage eine Anpassung an unterschiedliche Weiten in einem großem Ausmaß vorgenommen werden kann.

    [0022] In den Fig. 9 und 10 ist der Einfluß der insbesondere im Fersenbereich hochgezogenen Wandung des anatomisch geformten Fußbettes 8 deutlich ersichtlich. Während bei der in Fig. 9 gezeigten Normalstellung des Fußes 17 eine Zentrierung des Fußes bei jedem Schritt zum tiefsten Punkt des anatomisch geformten Fußbettes 8 erfolgt, ermöglicht die seitlich hochgezogene Wandung 11 bei einem in Fig. 10 schematisch angedeuteten seitlichen Ausfallschritt einen optimalen seitlichen Halt. Trotz der seitlichen Stellung ergibt sich somit ein relativ sicherer Halt des Fußes im Fußbett 8.

    [0023] In den Fig. 11 bis 15 sind unterschiedliche Ausführungsformen eines anatomisch geformten Fußbettes 8 dargestellt. Bei der Ausbildung gemäß Fig. 11 sind im Fußbett Luftlöcher 18 in der Auftrittsfläche 12 vorgesehen, welche in auf der der Brandsohle zugewandten Seite angeordnete Luftkanäle 19 münden. Abweichend von diesen zu beiden Seiten des Fußbettes 8 hin offenen Luftlöchern bzw. Kanälen 18 und 19 der Fig. 11 münden die Luftlöcher 18 der Fig. 12 in im wesentlichen in Längsrichtung des Fußbettes verlaufende Kanäle 20, wodurche eine Verbindung von an der Auftrittsfläche 12 mündenden Luftlöchern geschaffen wird, welche für eine Belüftung, Stoßdämpfung oder Energierückgewinnung herangezogen werden kann. Die Luftlöcher und Luftkanäle können dabei rund, oval oder mit einer beliebigen anderen Form ausgebildet sein.

    [0024] Bei der Ausbildung gemäß Fig. 13 ist im Fußbett eine aus einem Spezialmaterial 21 ausgebildete Stoßdämpfung angedeutet, wobei zusätzlich das Fußbett einen Überzug 22 aus Leder, Textil oder beispielsweise Massagematerial aufweist.

    [0025] Bei der Ausbildung gemäß Fig. 14 sind neben Luftlöchern 18, welche in einer zur Ausbildung gemäß Fig. 11 ähnlichen Weise in Luftkanäle 19 münden, an der Auftrittsfläche zusätzlich Massagenoppen vorgesehen, welche mit 22' angedeutet sind.

    [0026] Für eine Stoßdämpfung bzw. eine Energierückgewinnung können im Fußbett weiters mit Luft oder einer entsprechenden stoßdämfenden Masse gefüllte Kammern bzw. Hohlräume 23 vorgesehen sein.


    Ansprüche

    1. Schuh, insbesondere Sportschuh und/oder Straßenschuh, mit einer Schuhschale (1) bestehend aus einer Außensohle (4), einer mit einem Fußbett verbindbaren Brandsohle (3) und einem über einen Leisten (13) gezwickten, gegebenenfalls gefütterten Schaft (2), dadurch gekennzeichnet, daß die Brandsohle (3) im Inneren des Schuhes im wesentlichen eben ausgebildet ist und wenigstens eine Verriegelungsausnehmung (6) bzw. einen Verriegelungsvorsprung (7) aufweist, welche(r) mit einem Kupplungsglied (9,10) eines eine Absatzerhöhung aufweisenden Fußbettes (8) lösbar verbunden ist.
     
    2. Schuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Fußbett (3) mit Hohlräumen (18,19,20,23) für die Aufnahme von Luft und/oder stoßdämpfenden Massen ausgebildet ist.
     
    3. Schuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlräume als im Inneren des Fußbettes (8) verlaufende Kanäle (18,19,20) ausgebildet sind, welche mit Öffnungen an der Oberseite (12) des Fußbettes verbunden sind.
     
    4. Schuh nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Fußbett (8) von einem mit der Brandsohle (3) lösbar verbindbaren Basisteil und einer mit dem Basisteil verbindbaren, anatomisch geformten Einlage gebildet ist.
     


    Claims

    1. A shoe, in particular a sports shoe and/or street shoe, with a shoe shell (1) comprising an outer sole (4), an inner sole (3), which may be joined to a moulded insole, and a shoe upper (2), which is shaped over a last (13) and may be padded, characterised in that the inner sole (3) is constructed essentially flat inside the shoe and has at least one locking groove (6) or a locking projection (7), which is detachably connected to a coupling member (9, 10) of a moulded insole (8) provided with a raised heel section.
     
    2. A shoe according to Claim 1, characterised in that the moulded insole (3) is provided with cavities (18, 19, 20, 23) for the intake of air and/or to accommodate shock-absorbing elements.
     
    3. A shoe according to Claim 1 or 2, characterised in that the cavities are constructed in the form of channels (18, 19, 20) extending in the interior of the moulded insole (8) and connected to openings on the upper side (12) of the insole.
     
    4. A shoe according to Claim 1, 2 or 3, characterised in that the moulded insole (8) is formed from a base section, which may be detachably joined to the inner sole (3), and an anatomically moulded insert, which may be joined to this base section.
     


    Revendications

    1. Chaussure, en particulier chaussure de sport et/ou chaussure de route, comprenant une coque de chaussure (1) se composant d'une semelle extérieure (4), d'une première (3) pouvant être liée à un lit d'appui de pied et d'une tige d'empeigne (2) montée par l'intermédiaire d'une forme (13) et éventuellement doublée, caractérisée en ce que la première (3) est réalisée de façon sensiblement plane à l'intérieur de la chaussure et présente au moins un évidement de verrouillage (6) ou une saillie de verrouillage (7) qui est amoviblement relié(e) à un élément d'accouplement (9, 10) d'un lit d'appui de pied (8) comportant une bosse de talon.
     
    2. Chaussure selon la revendication 1, caractérisée en ce que le lit d'appui de pied (3) est réalisé avec des cavités (18, 19, 20, 23) pour la réception d'air et/ou de masses amortisseuses de choc.
     
    3. Chaussure selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les cavités sont réalisées sous forme de canaux (18, 19, 20) qui sont reliés à des orifices à la surface (12) du lit d'appui de pied.
     
    4. Chaussure selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisée en ce que le lit d'appui de pied (8) est constitué par un élément de base pouvant être amoviblement relié à la première (3) et par une pièce d'insertion rapportée pouvant être reliée à l'élément de base et conformée anatomiquement.
     




    Zeichnung