[0001] Die Erfindung betrifft eine Empfangsspule für einen programmierbaren Geschosszünder
mit einem Spulenkern, auf dem sich eine Wicklung befindet.
[0002] Ein programmierbarer Geschosszünder, z.B. gemäss EP-A-0 300 255, enthält eine Vorrichtung
zum Einstellen eines Zählers zum Auslösen des Zünders, insbesondere eines Zeitzünders,
im Geschoss nach dessen Abschuss, wobei der Zähler induktiv von einer vor der Rohrmündung
einer Waffe befestigten Sendespule über die im Geschoss befindliche Empfangsspule
eingestellt wird mit einer Einrichtung zum Messen der Mündungsgeschwindigkeit des
Geschosses, um den Zähler zum Auslösen des Zeitzünders in Abhängigkeit der Mündungsgeschwindigkeit
einzustellen, wobei die Empfangsspule auf einen Spulenkörper gewickelt ist.
[0003] Um den Zeitzünder mit der gewünschten Genauigkeit einstellen zu können, ist es notwendig,
von der Sendespule auf die Empfangsspule mindestens 12 Bit zu übertragen. Bei einer
Mündungsgeschwindigkeit von beispielsweise über 1200 m/sek erfolgt der Durchtritt
der Empfangsspule des Geschosses durch die an der Waffenrohrmündung befestigte Sendespule
in relativ kurzer Zeit, so dass nur wenig Zeit zur Übertragung der Information von
der Sendespule auf die Empfangsspule zur Verfügung steht. Es sind daher hohe Frequenzen
zur Übertragung der Information notwendig.
[0004] Es hat sich nun gezeigt, dass bei einem Spulenkern aus Stahl die Übertragung dieser
Information von der Sendespule auf die Empfangsspule möglich ist, was aber zu einer
unerwünschten Steigerung des Zündergewichtes führt. Um das Gewicht des Zünders im
Geschoss zu reduzieren, kann der Spulenkern aus Aluminium hergestellt werden, dabei
ist
a) die induzierte Spannung bei einem Aluminiumkern wesentlich kleiner als bei einem
Eisenkern;
b) die positiven und negativen Amplituden der induzierten Spannung sind bei einem
Aluminiumkern asymmetrisch und nicht entgegengesetzt gleich gross.
[0005] Um diese Nachteile zu vermeiden, wird erfindungsgemäss zwischen Spulenkern und Spulenwicklung
eine Einlage angeordnet, welche die Wicklung gegenüber Wirbelstromfeldern abschirmt.
Vorzugsweise wird zwischen eine Spulenwicklung aus Kupfer und einem Spulenkern aus
Aluminium als Einlage ein dünnes, 0,05 mm dickes Stahlband eingelegt. Dieses Stahlband
dämpft die magnetischen Felder der Sendespule so stark, dass im Spulenkern aus Aluminium
nahezu keine Wirbelströme erzeugt werden. Im Stahlband bilden sich ebenfalls Wirbelströme,
diese sind jedoch wesentlich kleiner infolge des grösseren Wirbelstromwiderstandes
R (fe) des Eisens.
[0006] Die genannte Einlage aus Stahlband hat zwei verschiedene Aufgaben:
a) Infolge der ferroelektrischen Eigenschaften des Stahlbandes werden die magnetischen
Kraftlinien geringfügig verdichtet.
b) Die auf den Zylinder aus Stahlband auftretenden magnetischen Feldlinien induzieren
in demselben Wirbelströme. Diese schirmen den darunterliegenden Aluminium-Spulenträger
so ab, dass sich innerhalb desselben nahezu keine Wirbelströme ausbilden.
[0007] Bei richtiger Dimensionierung des Stahlbandes verhält sich die erfindungsgemässe
Empfangsspule wie eine Spule auf einem Spulenkern aus Stahl.
[0008] Das bedeutet:
a) Die Ausgangsspannung der Empfangsspule steigt bei gleichem Programmierstrom der
Sendespule deutlich an.
b) Die positiven und negativen Amplituden sind gleich gross.
c) Mit einer dünnen, einseitig isolierten Stahlfolie mit mehreren Windungen können
die Wirbelströme noch mehr reduziert werden.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der die erfindungsgemässe Empfangsspule enthaltende Vorrichtung
ist im folgenden anhand der beigefügten Zeichnung ausführlich beschrieben. Es zeigt:
Fig.1 einen Längsschnitt durch eine Rohrmündung mit einer Einrichtung zum Messen der
Mündungsgeschwindigkeit und mit einer Sendespule zum Übertragen von Informationen
auf ein Geschoss, das aus der Rohrmündung austritt;
Fig.2 einen Längsschnitt durch ein Geschoss gemäss einem zweiten Ausführungsbeispiel;
Fig.3 einen vergrösserten Längsschnitt durch den Zünder gemäss Fig.2 zur Verdeutlichung
der erfindungsgemässen Einlage.
[0010] Gemäss Fig.1 ist die Waffenrohrmündung 10 von einem dreiteiligen Käfig 11,12,13 umgeben,
der über die Waffenrohrmündung 10 hinausragt. Im mittleren Teil 12 des Käfigs befindet
sich eine erste Messspule 14 und im vorderen Teil 13 des Käfigs befindet sich eine
zweite Messspule 15 sowie eine Sendespule 16. Die Befestigung des dreiteiligen Käfigs
11,12,13 an der Waffenrohrmündung 10 und die Verbindung der drei Teile miteinander
wird als bekannt vorausgesetzt und ist hier weder dargestellt noch beschrieben. Zur
elektrischen Speisung der beiden Messspulen 14 und 15 sind Leitungen 17 und 18 vorhanden.
Zur Abschirmung der ganzen Messanlage vor Störeinflüssen durch Magnetfelder sind eine
Anzahl Weicheisenstäbe 19 in den dreiteiligen Käfig 11,12,13 eingesetzt, von denen
in Fig.1 nur zwei sichtbar sind. Die Sendespule 16 besteht aus einer Einzelwindung
20 und aus einem Spulenkörper 21. Ein Geschoss 22 fliegt in Richtung des Pfeiles A
durch die Einrichtung zum Messen der Anfangsgeschwindigkeit und zum Übertragen von
Informationen, d.h. durch die beiden Messspulen 14 und 15 und durch die Sendespule
16 hindurch. Die Sendespule besteht aus einer Einzelwindung 20 und ist relativ schmal.
Zur Bestimmung der Anfangs- oder Mündungsgeschwindigkeit des Geschosses 22 wird die
Zeit t gemessen, welche das Geschoss 22 benötigt, um von der Spule 14 zur Spule 15
zu gelangen. Aus dem Abstand a zwischen diesen beiden Spulen 14,15 und dieser Zeit
t ergibt sich die Geschwindigkeit V
o = a/t. Unter Berücksichtigung dieser Mündungsgeschwindigkeit des Geschosses 22 lässt
sich die Zeit berechnen, bis das Geschoss 22 ins Ziel gelangt. Somit lässt sich ein
im Geschoss 22 befindlicher Zeitzünder 24 so einstellen oder "tempieren", dass das
Geschoss 22 im Bereich des Zieles gezündet wird. Diese Zeit, welche das Geschoss 22
benötigt, um beim Austritt von der Rohrmündung 10 bis ins Ziel zu gelangen, wird in
digitaler Form von der Sendespule 16 auf eine Empfangsspule 25 im Geschoss übertragen.
Wie üblich, erfolgt die Übertragung induktiv. Für die Einstellung des Zeitzünders
24 mit der gewünschten Genauigkeit sollten mindestens zwölf Impulse von der Sendespule
16 auf die Empfangsspule 25 übertragen werden. Da, wie bereits erwähnt, das Geschoss
22 mit einer Geschwindigkeit von ca. 1'200 Metern pro Sekunde durch die Sendespule
16 hindurchfliegt, ist es notwendig, die zwölf Impulse mit relativ hoher Frequenz
im richtigen Zeitpunkt auszusenden. Der richtige Zeitpunkt zum Aussenden der Impulse
wird mit Hilfe der vorderen Messspule 15 der Einrichtung zum Messen der Mündungsgeschwindigkeit
bestimmt. Sobald das Geschoss 22 durch die Spule 15 hindurchgeflogen ist, kann die
Information von der Sendespule 16 auf die Empfangsspule 25 übertragen werden. Die
Impulse gelangen von der Empfangsspule 25 über einen Filter 29 zu einem Zähler 32,
der mit dem Zeitzünder 24 verbunden ist.
[0011] Gemäss Fig.2 ist ein sogenannter Bodenzünder 40 am hinteren Ende eines Geschosses
41 über ein Gewinde 42 eingeschraubt. Die einzelnen Organe des Zünders befinden sich
im Innern eines Zündergehäuses 43, das auch als Spulenkern 43 wirkt und zusammen mit
einer Wicklung 23 die von der bereits erwähnten Empfangsspule 25 bildet. Eine Isolationsschicht
44 schützt die Spule vor Beschädigung durch die heissen Treibgase. Der Aufbau des
Zünders wird als bekannt vorausgesetzt und hier nicht näher beschrieben.
[0012] Gemäss Fig.3 befindet sich bei der Empfangsspule 25 zwischen der Wicklung 23 aus
Kupferdraht und dem durch das Zündergehäuse gebildeten Spulenkern 43 aus Aluminium
eine Einlage 45, vorzugsweise ein Stahlband, beispielsweise aus ferroelektrischem
Material mit hoher Permeabilität, wobei eine Dicke von 0,05 mm genügt, um die Wicklung
23 gegen ein Wirbelstromfeld abzuschirmen.
[0013] Anstelle des dünnen Stahlbandes kann eine wesentlich dickere Einlage 45 aus Isoliermaterial
verwendet werden, sofern genügend Platz vorhanden ist. Durch den dabei gebildeten
Abstand zwischen Kupferdraht und Aluminiumkern wird eine ähnliche Wirkung erreicht.
1. Empfangsspule (25) für einen programmierbaren Geschosszünder (24,40) mit einem
Spulenkern (43), auf dem sich eine Wicklung (23) befindet, dadurch gekennzeichnet,
dass der Spulenkern (43) aus Aluminium besteht und dass zwischen Spulenkern (43) und
Wicklung (23) eine Einlage (45) angeordnet ist, welche die Wicklung (23) gegenüber
Wirbelstromfeldern abschirmt.
2. Empfangsspule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Einlage (45) ein
Stahlband verwendet wird.
3. Empfangsspule nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlband aus ferroelektrischem
Material mit hoher Permeabilität besteht.
4. Empfangsspule nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlband aus einer
einseitig isolierten Stahlfolie mit mehreren Windungen besteht.
5. Empfangsspule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Einlage (45) ein
elektrisches Isoliermaterial verwendet wird.