[0001] Die Erfindung geht aus von einem Wäschetrockner mit einem zum Heizen der Prozeßluft,
die mittels eines elektromotorisch angetriebenen Gebläses in einem geschlossenen Prozeßluftkanal
durch einen Wäschetrockenraum geführt wird, und zum Ausfällen der in der Prozeßluft
aus dem Wäschetrockenraum mitgeführten Feuchtigkeit eingerichteten Wärmepumpenkreis
aus Verflüssiger, Verdampfer, Kompressor und Drossel sowie ferner mit einer einstellbaren
Abluftöffnung im Prozeßluftkanal zwischen dem Verflüssiger und dem Wäschetrockenraum
[0002] Ein derartiger Wäschetrockner ist aus der deutschen Offenlegungsschrift 34 07 439
bekannt. Zur Einhaltung der Temperatur der Prozeßluft wird beim bekannten Wäschetrockner
der Kompressor, d.h. also der Wärmepumpenkreis, in seiner Leistung geregelt. Zusätzlich
sind im Prozeßluftkanal Luftklappen vorgesehen, durch welche bei Überhitzung Umgebungsluft
zugeführt und heiße Luft abgeführt wird. Umgebungsluft wird dabei vorschlagsgemäß
in Strömungsrichtung der Prozeßluft vor dem Verdampfer zugeführt. Dies führt jedoch
zu einer Leistungsminderung des Wärmepumpenkreises, weil der Verdampfer nunmehr mit
kühlerer Luft beaufschlagt wird, daher also nicht mehr so viel Kältemittel pro Zeiteinheit
verdampfen kann wie im höheren Temperaturniveau. Außerdem wird natürlich auch die
Temperaturdifferenz zwischen der gemischten Prozeß-/Umgebungsluft und dem Verdampfer
geringer, was zur Herabsetzung der Entfeuchtungsrate in der Prozeßluft führt. Ferner
ist die Leistungsregelung des Kompressors technisch nicht gerade einfach zu bewerkstelligen
und nicht ganz unproblematisch. Die an sich auf Energieeinsparung gegenüber koventionell
beheizten Wäschetrocknern abzielenden Vorschläge aus dem Stand der Technik verteuern
also den Wäschetrockner ganz erheblich und machen den gesamten Trocknungsprozeß wieder
unwirtschaftlicher und langwieriger.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wärmepumpen-Wäschetrockner der eingangs
genannten Art unter möglichster Vermeidung von Zusatzaufwand so auszubilden, daß der
Trocknungsprozeß wirtschaftlich und kurzfristig durchgeführt werden kann.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß zwischen dem Verdampfer und
dem Verflüssiger im Prozeßluftkanal eine Zuluftöffnung angeordnet ist.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Maßnahme kann auf einfache Weise das Temperaturniveau
im Prozeßluftkanal in einer gewünschten Höhe gehalten werden, ohne die Leistung des
Wärmepumpen-Kreislaufes zu vermindern. Da die Temperaturdifferenz am Verdampfer nahezu
gleich bleibt, wird auch die wirksame Entfeuchtung der Prozeßluft erhalten. Das Temperaturniveau
wird lediglich am Verflüssiger gesenkt, seine Leistung bleibt aber gleich, weil sie
von der erfindungsgemäßen, nicht beeinflußten Verdampfer-Leistung abhängig ist. Die
Leistungsfähigkeit der Wärmepumpe wird so ausgelegt, daß das gewünschte Temperaturniveau
bei voller Beladung des Wäschetrockners mit feuchter Wäsche gehalten werden kann.
Dadurch fällt weiterer Regelungsaufwand weg. Das hält den Gestehungspreis des Wärmepumpen-Wäschetrockners
in einem vertretbaren Rahmen.
[0006] Wenn in einer Weiterbildung der Erfindung die Abluftöffnung oder die Abluft- und
die Zuluftöffnungen mit steuerbaren Verschlußeinrichtungen verschließbar sind, können
diese Verschlußeinrichtungen während der Anlaufphase des Trockenbetriebes bis zum
Erreichen einer gewünschten Betriebstemperatur der Prozeßluft bzw. des Kompressors
geschlossen gehalten werden. Damit kann die Anlaufphase schneller durchfahren und
ihr Ende genauer definiert werden. Am besten eignet sich zur Steuerung der Verschlußeinrichtungen
ein Steuergerät. Als Kriterium zum Schalten der Verschlußeinrichtungen kann dem Steuergerät
eine Temperaturmeßeinrichtung, z.B. ein Temperatursensor, im Prozeßluftkanal dienen,
die vorzugsweise im Prozeßluftkanal zwischen dem Verflüssiger und dem Wäschetrockenraum
aber in Strömungsrichtung vor der Abluftöffnung angeordnet ist. Statt dessen kann
aber auch entsprechend die Temperatur des Kompressors überwacht werden, die mit dem
Ende der Anlaufphase stark ansteigt.
[0007] Andererseits können auch die Verschlußeinrichtungen mit je einem Temperatursensor
direkt verbunden sein, der beim Erreichen der gewünschten Temperatur im Sinne der
Öffnung auf die zugeordnete Verschlußeinrichtung einwirkt. Hierdurch sind zwar andere
Steuerkriterien als die Temperatur für die Verschlußeinrichtungen ausgeschlossen;
jedoch bildet diese Maßnahme eine der einfachsten und billigstens Möglichkeiten zur
Steuerung der Anlaufphase.
[0008] Anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Blockschaltbildes eines Wärmepumpen-Wäschetrockners
ist die Erfindung nachstehend erläutert.
[0009] Der Wäschetrockner enthält als Wäschetrockraum eine Wäschetrommel 1, die von einem
Warmluftstrom entsprechend den Pfeilen durchströmt wird. Die Warmluft ist in einem
geschlossenen Prozeßluftkanal geführt, der einen Kanalteil 2 für die trockene warme
Luft, einen Kanalteil 3 für die feuchte, etwas kühlere Luft und einen Kanalteil 4
für die kühle trockene Luft zwischen einem Verdampfer 5 und einem Verflüssiger 6 enthält.
Im Zuge des Kanalteils 2 zwischen dem Verflüssiger 6 und der Wäschetrommel 1 ist ein
elektromotorisch angetriebenes Gebläse 7 geschaltet, das die Prozeßluft im Umlauf
hält.
[0010] Im Zuge des Prozeßluftkanals sind der Verdampfer 5 und der Verflüssiger 6 eines Wärmepumpenkreises
derart angeordnet, daß die Prozeßluft jeweils in intensiven Kontakt mit den Wärmetauscherflächen
des Verdampfers und des Verflüssigers kommen kann. Der Wärmepumpenkreislauf enthält
ferner einen Kompressor 8 und ein Drosselventil 9. Unterhalb des Verdampfers 5 ist
eine Auffangschale 1 für wässriges Kondensat 11 angeordnet, das sich aus der Prozeßluft
an den kühlen Wärmetauscherflächen des Verdampfers 5 niederschlägt. Im Verflüssiger
6 hat die Prozeßluft ebenfalls guten Kontakt zu den Wärmetauscherflächen und nimmt
hierbei die beim Verflüssigungsvorgang frei werdende Wärmeenergie und den größten
Teil der Kompressorenergie auf und trägt sie in die Wäschetrommel 1. Dort dient sie
zum Aufheizen der feuchten Wäsche und zum Verdunsten bzw. Verdampfen der in der Wäsche
vorhandenen Feuchtigkeit. Diese wird durch den Kanalteil 3 wiederum zum Verdampfer
5 geführt und kondensiert dort mit gleichzeitiger Abkühlung der Prozeßluft.
[0011] Zwischen dem Verflüssiger 6 und der Wäschetrommel 1 ist an den Kanalteil 2 eine Abluftöffnung
12 angeschlossen, die im kühlen Zustand der Anlage von einer Klappe 13 verschlossen
ist. Ferner ist zwischen dem Verdampfer 5 und dem Verflüssiger 6 an den Kanalteil
4 eine Zuluftöffnung 14 angeschlossen. Sie kann im kalten Zustand der Anlage von einer
Klappe 15 verschlossen sein. Da ein Entweichen von Prozeßluft aus der Abluftöffnung
automatisch zum Nachsaugen von Frischluft durch die Zuluftöffnung führen würde, kann
auch auf eine Verschlußvorrichtung an der Zuluftöffnung 14 verzichtet werden. Wenn
im folgenden beim Ausführungsbeispiel die Klappe 15 gleichsinnig mit der Klappe 13
gesteuert wird, kann auch auf diese Klappe 15 verzichtet werden. Sollte jedoch darüber
hinaus eine hier nicht weiter beschriebene Funktion mit der Klappe 15 verbunden sein,
dann wäre sie selbstverständlich unverzichtbar.
[0012] Nach dem Inbetriebsetzen des Wäschetrockners aus dem kalten Zustand befindet sich
die Anlage in der Anlaufphase. Sie ist dadurch gekennzeichnet, daß die aus der Wäschetrommel
1 entnommene Prozeßluft am Verdampfer 5 abgekühlt und zur Verdampfung der im Wärmepumpenkreis
befindlichen Kühlflüssigkeit führt. Die gasförmige Kühlflüssigkeit wird vom Kompressor
8 zum Verflüssiger 6 geleitet, geht dort wieder in den flüssigen Zustand über und
gibt daher ihre Verdampfungswärme über die Wärmetauscherflächen wieder an die Prozeßluft
ab. Bei einem direkt angetriebenen Gebläse 7 liegt im Prozeßluftkreis auch der Motor
M des Gebläses 7, der seine Wärmeenergie ebenfalls an die Prozeßluft abgibt.
[0013] Allmählich erwärmt sich die Prozeßluft und nimmt daher Feuchtigkeit in der Wäschetrommel
1 auf, die sie über den Kanalteil 3 zum Verdampfer 5 transportiert und unter Abgabe
ihrer Verdampfungswärme an den Verdampfer 5 und die darin befindliche Kühlflüssigkeit
kondensiert. Die in ihr enthaltene Wärmeenergie wird über den Wärmepumpenkreis ebenfalls
wieder der Prozeßluft zugeführt. Gegen Ende der Anlaufphase erreicht die Temperatur
der Prozeßluft die gewünschte Betriebstemperatur. Diese Temperatur reicht bei geöffneter
Klappe 13 zur ständigen Aufrechterhaltung des Wärmetauschund Entfeuchtungsprozesses
im eingeschwungenen Zustand aus.
[0014] Die Anlage ist so dimensioniert, daß dieser eingeschwungene Zustand innerhalb einer
für die Dauer der Anlaufphase noch als vertretbar angesehenen Zeit erreicht wird,
wenn eine maximale Beladung der Wäschetrommel 1 mit feuchter Wäsche eines bestimmten
Feuchtigkeitsgrades (z.B. 75 % Restfeuchte) vorliegt. In vielen Fällen dürfte diese
Beladung jedoch nicht erreicht werden, weshalb die Anlaufphase in diesen Fällen entsprechend
kürzer ausfällt.
[0015] Damit die Temperatur im Prozeßluftkanal nicht über den vorgenannten gewünschten Wert
hinausgeht, ist gemäß der Erfindung vorgesehen, den Wärmepumpenkreis ohne Leistungsminderung
weiter zu betreiben, im Kanalteil 2 zwischen dem Verflüssiger 6 und der Wäschetrommel
1 aber die Klappe 13 der Abluftöffnung 12 vorsichtig zu öffnen, so daß hier ein Teil
der erhitzten Luft entweichen kann. Die Luftmenge, die durch die Abluftöffnung 12
entweicht, muß jedoch wieder ersetzt werden. Hierzu ist eine Zuluftöffnung 14 vorgesehen,
die an den Kanalteil 4 zwischen dem Verdampfer 5 und dem Verflüssiger 6 angeschlossen
ist. Die aus der vergleichsweise kühlen Umgebung des Wäschetrockners entnommene Luft
trägt hier zur Senkung der Temperatur der Prozeßluft bei, so daß ohne Beeinflussung
der Leistung des Wärmepumpenkreises das Temperaturniveau gehalten werden kann. Auch
hierbei kann eine Klappe 15 an der Zuluftöffnung 14 der vorsichtigen Dosierung zuflie-
ßender Frischluft dienen.
[0016] Die Klappen 13 und 15 können von einem Steuergerät 16 des Wäschetrockners betätigt
werden. Dabei kann das Steuergerät die Betätigung der Klappen 13 und 15 lediglich
vom zeitlichen Fortschritt des Trockenprozesses abhängig machen. Im Sinne einer Regelung
des Trockenprozesses und der darin zu erreichenden Temperatur der Prozeßluft ist es
jedoch vorteilhafter, die Steuerung der Klappen 13 und 15 von der in Strömungsrichtung
hinter dem Verflüssiger 6 erreichten Temperatur der Prozeßluft abhängig zu machen.
Hierzu dient ein Temperatursensor 17, der in den Strom der Prozeßluft eingeführt ist.
Er ist an eine Signalbildungsschaltung 18 angeschlossen, die ihrerseits dem Steuergerät
16 das verarbeitbare Temperatursignal zuführt.
[0017] Auf diese Weise kann einerseits die Anlaufphase in Form einer Regelung beendet werden,
indem die angestiegene Temperatur der Prozeßluft am Temperatursensor 17 und seiner
Signalformerschaltung 18 ein Signal abgibt, das im Steuergerät 16 bewertet und verarbeitet
wird. Es setzt dieses Signal in eine bestimmte Öffnungweite der Klappen 13 und 15
um. Die Öffnungsweiten der Klappen 13 und 15 können selbstverständlich in einer bestimmten
Beziehung zur Differenz der Solltemperatur von der vom Temperatursensor 17 gemessenen
Isttemperatur im Kanalteil 2 abhängig sein. Auf diese Weise läßt sich auch während
des weiterführenden Trocknungsprozesses die Temperatur der Prozeßluft im Kanalteil
2 regeln, auch wenn bei fortgeschrittener Trocknung nicht mehr so viel Wärmeenergie
durch Verdunstung von Wäschefeuchtigkeit aus der Prozeßluft entnommen wird wie zu
Beginn des eingeschwungenen Zustands.
[0018] Die Meß- und Regeleinrichtung 16 bis 18 für die Klappen 13 und 15 kann auch auf einfachere
Weise, jedoch ohne Eingriff mit zeitlicher Abhängigkeit dadurch erreicht werden, daß
die Klappen 13 und/oder 15 selbst mit Temperatursensoren ausgestattet sind. Dies läßt
sich beispielsweise durch federbelastete Deckel erreichen, die im kalten Zustand Öffnungen
verschließen, aber mit Temperaturmeßdosen direkt gekoppelt sind, die im Strömungsbereich
des zu messenden Mediums liegen.
1. Wäschetrockner mit einem zum Heizen der Prozeßluft, die mittels eines elektromotorisch
angetriebenen Gebläses in einem geschlossenen Prozeßluftkanal durch einen Wäschetrokkenraum
geführt wird, und zum Ausfällen der in der Prozeßluft aus dem Wäschetrockenraum mitgeführten
Feuchtigkeit eingerichteten Wärmepumpenkreis aus Verflüssiger, Verdampfer, Kompressor
und Drossel sowie ferner mit einer einstellbaren Abluftöffnung im Prozeßluftkanal
zwischen dem Verflüssiger und dem Wäschetrokkenraum, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Verdampfer (5) und dem Verflüssiger (6) im Prozeßluftkanal (2, 3, 4) eine Zuluftöffnung
(14) angeordnet ist.
2. Wäschetrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abluftöffnung (12)
oder die Zuluft- und die Abluftöffnungen (14 und 12) mit steuerbaren Verschlußeinrichtungen
(13 und 15) verschließbar sind.
3. Wäschetrockner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußeinrichtungen
(13 und 15) während der Anlaufphase des Trockenbetriebs bis zum Erreichen einer gewünschten
Betriebstemperatur der Prozeßluft geschlossen sind.
4. Wäschetrockner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußeinrichtungen
(13 und 15) während der Anlaufphase des Trockenbetriebs bis zum Erreichen einer gewünschten
Betriebstemperatur des Kompressors (8) geschlossen sind.
5. Wäschetrockner nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
der Verschlußeinrichtungen (13 und 15) mit einem Temperatursensor direkt verbunden
ist, der beim Erreichen der gewünschten Temperatur im Sinne der Öffnung auf die zugeordnete
Verschlußeinrichtung (13 bzw. 15) einwirkt.
6. Wäschetrockner nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußeinrichtungen
(13 und 15) von einem Steuergerät (16) des Wäschetrockners durchlässig und undurchlässig
schaltbar sind.
7. Wäschetrockner nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß dem Steuergerät (16)
als Kriterium zum Schalten der Verschlußeinrichtungen (13 und 15) ein Temperatursignal
einer Meßeinrichtung (17) im Prozeßluftkanal (2) bzw. am Kompressor (8) dient.
8. Wäschetrockner nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung
ein Temperatursensor (17) ist.
9. Wäschetrockner nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung
(17) im Prozeßluftkanal (2) zwischen dem Verflüssiger (6) und dem Wäschetrockenraum
(1) aber in Strömungsrichtung vor der Abluftöffnung (12) angeordnet ist.