(19)
(11) EP 0 467 310 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.06.1994  Patentblatt  1994/23

(21) Anmeldenummer: 91111875.0

(22) Anmeldetag:  16.07.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E01H 5/06

(54)

Schneepflug

Snow plough

Chasse-neige


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR IT LI

(30) Priorität: 17.07.1990 DE 4022683

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.01.1992  Patentblatt  1992/04

(73) Patentinhaber: SCHMIDT WINTERDIENST- UND KOMMUNALTECHNIK GmbH
D-79837 St Blasien (DE)

(72) Erfinder:
  • Sebulke, Johannes, Dr.-Ing.
    W-7822 Häusern (DE)
  • Hirt, Roswitha
    W-7821 Bernau (DE)

(74) Vertreter: Grättinger, Günter 
Grättinger & Partner (GbR) Postfach 16 55
82306 Starnberg
82306 Starnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 111 882
EP-A- 0 362 837
EP-A- 0 181 454
CH-A- 665 237
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Schneepflug, dessen Pflugschar an einem Tragteil um eine vertikale Achse seitenverschwenkbar und um eine in Fahrtrichtung verlaufende Achse pendelbar aufgehängt ist und dessen Tragteil mittels eines Lenkerparallelogramms mit einer fahrzeugseitigen Tragplatte verbunden ist, wobei zwischen Tragplatte und Tragteil ein hydraulischer Hubzylinder abgestützt ist.

    [0002] Derartige Schneepflüge unterliegen, den Anforderungen, daß die Pflugschar nicht nur höhenverstellbar sondern auch seitenverschwenkbar ist, so daß wahlweise nach jeder Seite des Fahrzeugs geräumt werden kann, und daß sie außerdem um eine horizontale in Fahrtrichtung verlaufende Achse pendeln kann, so daß sie in der Lage ist, sich der Querneigung der Straße anzupassen bzw. dem Straßenprofil zu folgen.

    [0003] Ein Schneepflug mit einer derartigen, mehrgliedrig aufgebauten Anbauvorrichtung für dessen frontseitige Aufhängung an einem Räumfahrzeug ist in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 181 454 beschrieben. Die Pendelbewegung der Pflugschar wird hier dadurch ermöglicht, daß die Tragplatte einen Schemel bildet, der mit der Pflugschar arretierbar über eine zu dieser senkrecht verlaufende, horizontale Pendelachse verbunden ist. Wird die Arretierung freigegeben, so kann die Pflugschar entsprechend der Straßenquerneigung hinderungsfrei pendeln.

    [0004] Bei einer demgegenüber einfacher ausgebildeten Anbauvorrichtung (EP-A-0 362 837) für einen Schneepflug ist das Tragteil über elastische Elemente mit der Pflugschar verbunden, wobei zur Ermöglichung einer Pendelbewegung der Pflugschar am Tragteil ein Zapfen mit kugeligem Kopf angebracht ist, der in eine mit der Pflugschar verbundene vertikale Führung eingreift

    [0005] Schließlich ist eine Vorrichtung zur Aufhängung einer Pflugschar an einem Fahrzeug bekannt (CH-A-665 237) bei der unter Verzicht auf ein mehrgliedriges Tragteil eine direkte Gestängeverbindung zwischen Pflugschar und Fahrzeug vorgesehen ist, wobei für die verlangten Bewegungen der Pflugschar (Schwenken, Neigen, Kippen und Heben) die Gestängeverbindungen teilweise durch Hydraulikzylinder in ihrer Länge veränderbar sind; an ihren Enden sind sie jeweils mittels Kugelgelenken angeschlossen. Die Pflugschar wird außerdem mittels in ihrer Länge unveränderlicher Gestänge festgehalten, bestehend aus einer seitlich zwischen dem Räumschild-Drehpunkt und dem Fahrzeug angelenkten Stange und einer daran angelenkten Querverstrebung, welche mit dem anderen Ende ebenfalls fahrzeugseitig angelenkt ist. Hier bereitet die Koordinierung der Hubbewegungen der verschiedenen Hydraulikzylinder bei der Verwirklichung der vorgesehenen Verstellbewegungen Schwierigkeiten, wobei bereits kleine Ungenauigkeiten, z. B. hervorgerufen durch Toleranzfehler oder Verformungen unter Last zu Zwängungen in den Gestängeteilen führen können.

    [0006] Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine robuste Aufhängevorrichtung für die Pflugschar zu schaffen, welche, bei Verwendung eines einfach ausgebildeten Tragteils, eine genaue Längs- und Seitenführung des Pflugs gewährleistet, Seitenkräfte ohne instabile Phasen aufnimmt und trotzdem eine ungehinderte Pendelbewegung der Pflugschar ermöglicht.

    [0007] Diese Aufgabe wird an einem gattungsgemäßen Schneepflug dadurch gelöst, daß die Lenker des Lenkerparallelogramms jeweils mittels eine Pendelbewegung ermöglichenden Gelenken angelenkt sind und daß zur Aufnahme von Seitenkräften zusätzlich ein Dreieckslenker in einer der beiden Schwenkebenen des Lenkerparallelogramms oder in einer dazu parallelen Ebene zwischen Tragplatte und Tragteil vorgesehen ist, welcher zwei Anlenkpunkte an der Tragplatte aufweist.

    [0008] Der Dreieckslenker ist dabei zur Aufnahme von Seitenkräften vorgesehen. Als Gelenke eignen sich bevorzugt Kugelgelenke oder solche Schwenklager, bei denen die notwendige Pendelbewegung durch Gummihülsen oder ganz einfach durch Lagerspiel ermöglicht wird.

    [0009] In einer bevorzugten Ausführungsform genügt es, wenn die Schwenklager, mit denen die Lenker am Tragteil bzw. an der Tragplatte angelenkt sind, als Kugelgelenke ausgebildet sind, wohingegen die beiden tragplattenseitigen Anlenkpunkte des Dreieckslenkers jeweils als Schwenklager mit horizontaler Schwenkachse ausgebildet sind. Dabei versteht es sich von selbst, daß der Anlenkpunkt des Dreieckslenkers am Tragteil als Kugelgelenk ausgebildet ist.

    [0010] Um eine möglichst verschleißfeste Funktion aller Gelenke sicherzustellen, ist ferner vorgesehen, daß die Gelenke sowohl in der oberen als auch in der unteren Schwenkebene des Lenkerparallelogramms beidseitig jeweils bezüglich einer gemeinsammen horizontalen Schwenkachse ausgerichtet sind. Falls der Dreieckslenker nicht in einer der beiden Schwenkebenen sondern in einer dritten, zu den Schwenkebenen parallelen Ebene angeordnet ist, liegen seine beiden auf derselben Seite angeordneten Schwenklager ebenfalls auf einer gemeinsammen Schwenkachse.

    [0011] Im Sinne der obigen Ausführungen sind die Schwenkebenen jeweils definiert durch ein oder mehrere obere Lenker, welche die obere Schwenkebene bilden, sowie ein oder mehrere Lenker, welche die untere Schwenkebene bilden. Die Kugelgelenke können auf verschiedenste Weise ausgeführt sein; klassische Kugelgelenke mit schwenkbar gelagerter Gelenkskugel und diese umfassender Kugelkalotte sind verhältnismäßig teuer, jedoch bestens geeignet; zu ihrer seitlichen Abstützung kann es zweckmäßig sein, anstelle von starren Anschlägen elastomere Stützelemente zu verwenden, z.B. in Form seitlicher Kunststoffscheiben, welche auf die Schwenkachse der Lagerkugel aufgesteckt sind. Eine einfachere Ausführungsform des Kugelgelenks kann in der Kombination aus einem Drehlager und einem Schwenklager bestehen, wobei die Lagerachsen bei horizontal ausgerichteter Pflugschar in einer horizontalen Ebene liegen und zueinander senkrecht verlaufen.

    [0012] Aus Kostengründen ist es denkbar, daß bei ein oder mehreren Lenkern wenigstens ein Anlenkende als einfaches Schwenklager ausgebildet ist. Dabei ist allerdings zu beachten, daß ein Schwenklager mit Spiel gewählt werden muß, so daß ein gewisser Bewegungsausgleich im Rahmen der Pendelbewegung übernommen werden kann. Die Gefahr einer Überbeanspruchung eines derartigen Schwenklagers ist jedoch gegeben.

    [0013] In einer Ausführungsform mit insgesamt fünf Lenkern ist vorgesehen, daß der Dreieckslenker zusätzlich zu den vier Lenkern des Lenkerparallelogramms vorhanden ist; er ist bevorzugt in der unteren Ebene des Lenkerparallelogramms angeordnet und besteht aus zwei winkelig zusammengeschlossenen Armen.

    [0014] In einer demgegenüber vereinfachten Ausführungsform ist vorgesehen, daß ein Arm des Dreieckslenkers durch einen Lenker derselben Schwenkebene des Lenkerparallelogramms gebildet ist. Dabei kann zur besseren Kraftverteilung ferner vorgesehen sein, daß der Dreieckslenker gegenüber mindestens einem in derselben Schwenkebene des Lenkerparallelogramms angeordneten Lenker in einer Richtung senkrecht zur Schwenkebene elastisch verspannt ist. Durch ein derartiges Spannmittel, bevorzugt in Form einer Klammer, welche gegen eine obere und eine untere Fläche des zugeordneten Lenkers vorgespannt ist, ergibt sich insbesondere eine wirksame Rückstellung für die Pendelbewegung, sobald der Schneepflug vom Boden abgehoben wird. Dabei werden die gegenüber der Klammer verschwenkten Anlageflächen des Lenkers wieder in die Anlageposition zurückgeschwenkt, in welchen die Pflugschar waagrecht steht. Das weitere Anheben der Pflugschar wird dann dadurch begrenzt, daß an der Tragplatte ein Anschlag für einen Lenker der unteren Schwenkebene zur Begrenzung der maximalen Hubstellung vorgesehen ist.

    [0015] In einer Ausführungsform mit vier Lenkern und einem unteren Dreieckslenker ist der Hubzylinder zweckmäßig einerseits am Dreieckslenker und andererseits an der Oberseite des Tragteils, z.B. an einem das Tragteil verängernden Galgen angesetzt.

    [0016] Bei einer Ausführungsform mit einem in der oberen Schwenkebene vorgesehenen Mittellenker ist der Hubzylinder bevorzugt einerseits am Mittellenker und andererseits an der Unterseite der Tragplatte abgestützt.

    [0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung genügt ein einziger Umlenkzylinder für die Seitenverstellung des Schneepflugs; dieser kann einerseits an der Rückseite der Pflugschar und andererseits auf einer Seite des Tragteils angelenkt sein. Dadurch ist sichergestellt, daß Hubzylinder und Umlenkzylinder völlig unabhängig voneinander funktionieren, d.h. völlig unabhängig voneinander betätigbar sind.

    [0018] Gemäß einer weiteren noch einfacheren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß in einer der Schwenkebenen des Lenkerparallelogramms nur ein Mittellenker vorgesehen ist, welcher demzufolge die beiden in einer Schwenkebene üblicherweise vorhandenen Lenker eines Lenkerparallelogramms ersetzt. Ein solcher Mittellenker ist bevorzugt in der oberen Schwenkebene des Lenkerparallelogramms vorgesehen. In der Kombination mit dem von einem unteren Lenker abgezweigten Arm des Dreiecklenkers ergibt sich die einfachste Ausführungsform der Erfindung, nach welcher nur noch insgesamt drei Lenker, nämlich in der unteren Schwenkebene ein Dreieckslenker und ein zusätzlicher Lenker und in der oberen Schwenkebene der genannte Mittellenker vorhanden sind. Bei dieser Ausführungsform sind mit Ausnahme der beiden Anlenkpunkte des Dreieckslenkers an der Tragplatte, bei denen es sich um reine Schwenklager handelt, alle übrigen Anlenkpunkte als Kugelgelenke ausgebildet. Der besondere Vorzug dieser Ausführungsform besteht nicht nur in der damit verbundenen Reduzierung der Bauteile sondern vor allem darin, daß diese auf drei Lenker reduzierte Lösung praktisch unabhängig von Fertigungstoleranzen verwirklicht werden kann, da wegen des einzigen Mittellenkers in der oberen Schwenkebene eine genaue Ausrichtung der Anlenkpunkte der unteren Lenker, soweit die Kugelgelenke betroffen sind, nicht mehr erforderlich sind.

    [0019] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt
    Fig. 1
    eine erste Variante eines Schneepflugs mit fünf Lenkern, in der Seitenansicht,
    Fig. 2
    den Schneepflug gemäß Fig. 1 in der Draufsicht,
    Fig. 3
    einen Horizonalschnitt durch den Schneepflug gemäß III-III der Fig. 1,
    Fig. 4
    den Schneepflug in einer zweiten Variante mit nur drei Lenkern, in der Seitenansicht,
    Fig. 5
    den Schneepflug gemäß Fig. 4 in der Draufsicht,
    Fig. 6
    einen Horizonalschnitt durch den Schneepflug gemäß VI-VI der Fig. 4,
    Fig. 7
    die Darstellung eines Kugelgelenks gemäß Einzelheit VII in Fig. 6,
    Fig. 8
    ein Zweiachsen-Dreh-Schwenklager als Variante eines Kugelgelenks in Schnittdarstellung und
    Fig. 9
    eine Spannvorrichtung gemäß Einzelheit IX in Fig. 4.


    [0020] Fig. 1 zeigt in der Seitenansicht einen Schneepflug mit Aufhängevorrichtung zur Befestigung an der Frontseite eines (nicht gezeigten) Trägerfahrzeugs. Der Schneepflug umfaßt eine Pflugschar 1, welche mittels kurzer Schwenkarme 2 an einem Schwenkteil 3 angelenkt ist. Zur Vereinfachung der Zeichnung sind die Spannfedern, welche üblicherweise die Position der Pflugschar 1 gegenüber dem Schwenkteil 3 sichern und insbesondere deren Ausweichen nach oben ermöglichen, wenn die Verschleißschiene 5 der Pflugschar 1 gegen ein Hindernis fährt, weggelassen.

    [0021] Vorliegend steht im Mittelpunkt die Aufhängevorrichtung für die Pflugschar, welche die Verbindung herstellt zwischen einem Tragteil 4 und einer Tragplatte 6, welche Haken 7 zum Einhängen an einer, nicht gezeigten, an der Frontseite des Trägerfahrzeugs befestigten Fahrzeugplatte aufweist.

    [0022] Das Schwenkteil 3 ist mit einer vertikalen Welle 8 drehfest verbunden; die Welle 8 ist an ihren gegenüberliegenden Enden jeweils in einem Lagerarm 9 des Tragteils 4 schwenkbar gelagert. Auf diese Weise kann die Pflugschar 1 zwischen ihren beiden Räumstellungen, welche entweder ein Räumen nach rechts oder nach links ermöglichen, umgestellt werden. Zum Umstellen dient ein (nicht gezeichneter) hydraulischer Schwenkzylinder, welcher zwischen dem Tragteil 4 einerseits und der Pflugschar 1 bzw. dem Schwenkteil 3 andererseits abgestützt ist.

    [0023] Der Höhenverstellung des Schneepflugs dient das zwischen Tragteil 4 und Tragplatte 6 angeordnete Lenkerparallelogramm. In der Seitenansicht gemäß Fig. 1 sind nur zwei Lenker erkennbar, nämlich ein oberer Lenker 10 der oberen Schwenkebene des Lenkerparallelogramms und ein unterer Lenker 11 der unteren Schwenkebene des Lenkerparallelogramms. Wie sich aus den Fig. 2 und 3 ergibt, sind zwei obere Lenker 10 und zwei untere Lenker 11 vorhanden. Jeder von ihnen ist an den Enden einerseits an der Tragplatte 6, andererseits am Tragteil 4 angelenkt. An der Tragplatte 6 ist ferner ein Anschlag 12 befestigt, dessen Anschlagfläche 13 in der maximalen Hubstellung am zugeordneten unteren Lenker 11 anliegt. Die jeweilige Hubstellung wird gesichert durch einen hydraulischen Hubzylinder 14, dessen Kolben 15 an einem das Tragteil 4 nach oben verlängernden Galgen 16 angelenkt ist und dessen anderes Ende an einem Lagerteil 17 angelenkt ist, welches an einem in Fig. 1 verdeckten Dreieckslenker 18 der unteren Schwenkebene befestigt ist.

    [0024] In der Draufsicht gemäß Fig. 2 ist der Dreieckslenker 18 gut erkennbar. Er besitzt zwei zum Tragteil 4 hin zusammenlaufende schräge Arme 19, welche über eine Querstrebe 20 miteinander verbunden sind. An der Querstrebe 20 ist das Lagerteil 17 für die Anlenkung des unteren Endes des Hubkolbens 14 befestigt.

    [0025] In der Ausführungsform gemäß Fig. 1 bis 3 sind sowohl die beiden oberen Lenker 10 als auch die beiden unteren Lenker 11 jeweils beidseitig mit Kugelgelenken 21 am Tragteil 4 bzw. der Tragplatte 6 angeschlossen. Beide Arme 19 des Dreieckslenkers 18 hingegen sind über reine Schwenklager 22 an der Tragplatte 6 angelenkt. Das gegenüberliegende Lager 23 des Dreieckslenkers 18 im Tragteil 4 ist, wie man in der Schnittstellung gemäß Fig. 3 erkennt, in Art eines Lager ausgebildet, welches zusammengesetzt ist aus einem Drehlager 24 mit dem Lagerzapfen 25 und einem reinen Schwenklager 26 mit dem Lagerzapfen 27.

    [0026] Die auf seiten des Tragteils 4 ausnahmslos vorhandenen Kugelgelenke, sowohl für die Anlenkung der oberen und unteren Lenker 10, 11, als auch des Dreieckslenkers 18 ermöglichen die für die Schneepflugauflage auf der Straße erforderliche Pendelbewegung der Pflugschar um eine waagrechte, in Räumrichtung verlaufende Achse, d.h. um eine durch den Lagerzapfen 25 des Drehlagers 24 definierte Achse. Anstelle des aus dem Drehlager 24 und einem Schwenklager 26 zusammengesetzten Kugelgelenks 23 könnte auch ein Kugelgelenk üblicher Bauweise, entsprechend den Kugelgelenken 21 der Parallelogrammlenker 10, 11 vorgesehen sein.

    [0027] Grundsätzlich genügt es, wenn bei den Lenkern 10, 11 der oberen und unteren Schwenkebene des Lenkerparallelogramms statt der Kugelgelenke Schwenklager vorgesehen sind, bei denen die notwendige Pendelbewegung durch Gummihülsen oder ganz einfach durch Lagerspiel gestattet wird. Man vermeidet aber unerwünschten Verschleiß, verursacht durch hohe Beanspruchung hinsichtlich der Lagerelastizität, und störendes Klappern, wenn mit Ausnahme der beiden Schwenklager des Dreieckslenkers alle übrigen oder möglichst viele Schwenklager als Kugelgelenk ausgebildet sind.

    [0028] Die Ausführungsform einer Schneepflugaufhängung gemäß den Fig. 4 bis 6 unterscheidet sich von der Ausführungsform gemäß den Fig. 1 bis 3 im wesentlichen durch eine deutliche Verringerung der Anzahl der Lenker. Wie insbesondere in der Draufsicht gemäß Fig. 5 erkennbar, wurden die beiden oberen Lenker zu einem einzigen Mittellenker 28 zusammengefaßt, welcher beidseitig mittels Kugelgelenken 21 angelenkt ist. Der Hubzylinder 14 ist bei dieser Ausführungsform oben mit seinem Kolben 15 direkt am Mittellenker 28 angelenkt; das untere Ende des Zylinders 14 ist, wie in Fig. 6 gezeigt, direkt an der Tragplatte 6 angelenkt.

    [0029] Ein weiterer wesentlicher Unterschied zur Ausführungsform gemäß den Fig. 1 bis 3 besteht darin, daß, wie in Fig. 5 erkennbar, der Dreieckslenker 18 nur einen schrägen Arm 19 aufweist, welcher über eine Querstrebe 29 seitlich am linken unteren Lenker 11 angeschlossen ist. Auf diese Weise übernimmt dieser Lenker auch die Aufgaben des zweiten Arms 19 des Dreieckslenkers 18.

    [0030] Für die gegenüberliegende Anlenkung des unteren linken Lenkers 11 ist ein hochbelastbares Kugelgelenk 30 vorgesehen, welches als Einzelheit VII in der Fig. 7 vergrößert dargestellt ist. Bei diesem Kugelgelenk ist der Gelenkpunkt zusätzlich durch seitliche Kunststoffscheiben 31 abgestützt, wodurch die Beweglichkeit des Lagers nicht beeinträchtigt, die zulässige Seitenkraftbelastbarkeit aber vergrößert wird.

    [0031] In Fig. 8 ist eine Alternative zu Fig. 7 gezeigt, wobei ein Kugelgelenk dargestellt ist, welches sich zusammensetzt aus einem reinen Schwenklager um den Schwenkzapfen 32 und einem reinen Drehlager, bei welchem sich eine Buchse 33 um einen Drehzapfen 34 dreht. An der Buchse 33 ist seitlich die Querstrebe 29 des Dreieckslenkers 8 befestigt; am hinteren Ende der Buchse 33 ist der Lenker 11 angesetzt. Eine Druckschraube 35 dient der axialen Fixierung des Drehzapfens 34 innerhalb der Buchse 33. In einem mittleren Abschnitt besitzt der Drehzapfen 34 eine Eindrehung 36.

    [0032] Fig. 9 zeigt in vergrößerter Darstellung eine Rückstellvorrichtung 37, deren elastomere Druckfeder 38 jeweils in den Fig. 4 bis 6 eingezeichnet ist.

    [0033] Diese Rückstellvorrichtung ist an der Querstrebe 29 des Dreieckslenkers 18 befestigt. Sie dient zur Ausrichtung des benachbarten unteren Lenkers 11 gegenüber dem Dreieckslenker 18.

    [0034] Während der Dreieckslenker 18 infolge der beiden Schwenklager 22 seine Position gegenüber der Tragplatte 6 stets beibehält, kommt es bei einer Pendelbewegung des Schneepflugs zu einer entsprechenden Pendelbewegung der Lenker 10, 11. Auf die Fig. 9 angewandt, bedeutet dies, daß der untere Lenker 11 gegenüber dem Dreieckslenkerarm 29 nach oben oder unten ausweicht, je nachdem, ob der Schneepflug, - in Fahrtrichtung gesehen -, gerade linksdrehend oder rechtsdrehend pendelt. Dementsprechend werden die Klammerteile 39 geöffnet, und zwar entweder das obere oder das untere Klammerteil 39, jeweils indem es sich um das gemeinsame Schwenklager 40 gegen die Druckspannung in der Feder 38 verdreht. Letztere wird gespannt mittels einer Zugspindel 40, deren unteres Ende in einem Steg 41 des unteren Klammerteils 39 schwenkbar gelagert ist und deren oberes Ende mittels einer Mutter 42 gegenüber einer Druckplatte 43 verspannt ist. Die Druckplatte 43 drückt auf das obere Ende der elastomeren Druckfeder 38, deren unteres Ende gegenüber dem oberen Klammerteil 39 abgestützt ist. Die Spindel 40 ragt durch eine Bohrung 44 im oberen Klammerteil 39. Wird die Pflugschar vom Boden abgehoben, so bewirkt die Rückstellvorrichtung 38 eine waagrechte Pflugposition, sobald deren Unterkante vom Boden frei ist, d.h. eine zunächst vorhandene Schrägstellung der Pflugschar 1 entsprechend ihrer jeweiligen Pendellage wird durch die Vorspannung der Druckfeder 38 behoben, indem der Lenker 11 durch die Klammerteile 39 gezwungen wird, sich in seine Ausgangsposition zurückzudrehen.

    [0035] Selbstverständlich sind auch andere Rückstellvorrichtungen denkbar; die im Zusammenhang mit Fig. 9 beschriebene hat den Vorteil, daß sie durch die doppelseitige Wirkung mit einer einzigen Feder statt der sonst üblichen zwei Rückstellfedern für eine Pendelbewegung auskommt.


    Ansprüche

    1. Schneepflug, dessen Pflugschar (1) an einem Tragteil (4) um eine vertikale Achse seitenverschwenkbar und um eine in Fahrtrichtung verlaufende Achse pendelbar aufgehängt ist und dessen Tragteil (4) mittels eines Lenkerparallelogramms mit einer fahrzeugseitigen Tragplatte (6) verbunden ist, wobei zwischen Tragplatte (6) und Tragteil (4) ein hydraulischer Hubzylinder (14) abgestützt ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Lenker (10, 11) des Lenkerparallelogramms jeweils mittels eine Pendelbewegung ermöglichenden Gelenken (21) angelenkt sind und daß zur Aufnahme von Seitenkräften zusätzlich ein Dreieckslenker (18) in einer der beiden Schwenkebenen des Lenkerparallelogramms oder in einer dazu parallelen Ebene zwischen Tragplatte und Tragteil vorgesehen ist, welcher zwei Anlenkpunkte an der Tragplatte aufweist.
     
    2. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Gelenke sowohl in der oberen als auch in der unteren Schwenkebene des Lenkerparallelogramms beidseitig jeweils bezüglich einer gemeinsamen horizontalen Schwenkachse ausgerichtet sind.
     
    3. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß mit Ausnahme der beiden tragplattenseitigen Gelenke des Dreieckslenkers (18) alle anderen Gelenke des Lenkerparallelogramms jeweils als Kugelgelenk ausgebildet sind.
     
    4. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Dreieckslenker (18) aus zwei winkelig zusammengeschlossenen Armen (19) besteht.
     
    5. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß ein Arm des Dreieckslenkers (18) durch einen Lenker (11) derselben Schwenkebene des Lenkerparallelogramms gebildet ist.
     
    6. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Dreieckslenker (18) gegenüber mindestens einem in derselben Schwenkebene des Lenkerparallelogramms angeordneten Lenker (11) in einer Richtung senkrecht zur Schwenkebene elastisch verspannt ist.
     
    7. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Dreieckslenker (18) in der unteren Schwenkebene des Lenkerparallelogramms angeordnet ist.
     
    8. Schneepflug nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Hubzylinder (14) einerseits am Dreieckslenker (18) und andererseits an der Oberseite des Tragteils (4) angelenkt ist.
     
    9. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß in einer der Schwenkebenen des Lenkerparallelogramms nur ein Mittellenker vorgesehen ist.
     
    10. Schneepflug nach Anspruch 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Mittellenker (28) in der oberen Schwenkebene des Lenkerparallelogramms vorgesehen ist.
     
    11. Schneepflug nach Anspruch 10,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Hubzylinder (14) einerseits am Mittellenker (28) und andererseits an der Unterseite der Tragplatte (6) abgestützt ist.
     
    12. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß an der Tragplatte (6) ein Anschlag (12) für einen Lenker (11) der unteren Schwenkebene zur Begrenzung der maximalen Hubstellung vorgesehen ist.
     
    13. Schneepflug nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Gelenke jeweils in der Kombination aus einem Drehlager und einem reinen Schwenklager ausgebildet sind.
     


    Claims

    1. Snow plough, whereof the plough blade (1) is able to tilt laterally on a support part (4) about a vertical axis and is suspended to swing about an axis extending in the direction of travel and whereof the support part (4) is connected by means of a guide rod parallelogram to a support plate (6) adjacent the vehicle, a hydraulic lifting cylinder (14) being supported between the support plate (6) and support part (4), characterised in that the guide rods (10, 11) of the guide rod parallelogram are respectively pivoted by means of joints (21) allowing a swinging movement and that for receiving lateral forces, by way of addition a triangular guide rod (18) is provided in one of the two tilting planes of the guide rod parallelogram or in a plane parallel thereto between the support plate and support part, which triangular guide rod has two pivot points on the support plate.
     
    2. Snow plough according to Claim 1, characterised in that the joints both in the upper as well as in the lower tilting plane of the guide rod parallelogram are aligned on both sides respectively with regard to a common horizontal tilting axis.
     
    3. Snow plough according to Claim 1, characterised in that with the exception of the two joints of the triangular guide rod (18) adjacent the support plate, all the other joints of the guide rod parallelogram are respectively constructed as ball joints.
     
    4. Snow plough according to Claim 1, characterised in that the triangular guide rod (18) consists of two arms (19) interlocked at an angle.
     
    5. Snow plough according to Claim 1, characterised in that one arm of the triangular guide rod (18) is formed by a guide rod (11) of the same tilting plane of the guide rod parallelogram.
     
    6. Snow plough according to Claim 1, characterised in that with respect to at least one guide rod (11) arranged in the same tilting plane of the guide rod parallelogram, the triangular guide rod (18) is braced elastically in a direction perpendicular to the tilting plane.
     
    7. Snow plough according to Claim 1, characterised in that the triangular guide rod (18) is located in the lower tilting plane of the guide rod parallelogram.
     
    8. Snow plough according to Claim 7, characterised in that the lifting cylinder (14) is pivoted at one side on the triangular guide rod (18) and at the other side on the upper side of the support part (4).
     
    9. Snow plough according to Claim 1, characterised in that only one central guide rod is provided in one of the tilting planes of the guide rod parallelogram.
     
    10. Snow plough according to Claim 9, characterised in that the central guide rod (28) is provided in the upper tilting plane of the guide rod parallelogram.
     
    11. Snow plough according to Claim 10, characterised in that the lifting cylinder (14) is supported at one side on the central guide rod (28) and at the other side on the underneath of the support plate (6).
     
    12. Snow plough according to Claim 1, characterised in that provided on the support plate (6) is a stop (12) for a guide rod (11) of the lower tilting plane, for limiting the maximum stroke position.
     
    13. Snow plough according to Claim 1, characterised in that the joints are respectively constructed in combination from a rotary bearing and a pure swivel bearing.
     


    Revendications

    1. Chasse-neige dont l'étrave (1) est suspendue sur une partie portante (4) de manière à pouvoir pivoter latéralement autour d'un axe vertical et à penduler autour d'un axe s'étendant dans la direction du transport, ladite partie portante (4) étant reliée au moyen d'un parallélogramme de biellettes à une plaque support (6) du côté véhicule, un vérin hydraulique (14) venant s'appuyer entre ladite plaque support (6) et la partie portante (4), caractérisé en ce que les biellettes (10, 11) du parallélogramme sont articulées chacune au moyen d'articulations (21) permettant un mouvement pendulaire et en ce que, pour l'absorption de forces latérales, est prévue en outre, une biellette triangulaire (18) située dans l'un des deux plans de basculement du parallélogramme ou dans un plan parallèle à ceux-ci, entre la plaque support et la partie portante, ladite biellette triangulaire (18) présentant deux points d'articulation sur la plaque support.
     
    2. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que les articulations sont alignées, aussi bien dans le plan supérieur que dans le plan inférieur de basculement du parallélogramme, des deux côtés d'un axe de basculement horizontal commun.
     
    3. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que, à l'exception des deux articulations de la biellette triangulaire (18) du côté plaque support, toutes les autres articulations du parallélogramme sont réalisées sous la forme d'articulations à rotule.
     
    4. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que la biellette triangulaire (18) est constituée de deux brins (19) assemblés en formant un angle.
     
    5. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un bras de la biellette triangulaire (18) est constitué par une biellette (11) du même plan de basculement du parallélogramme.
     
    6. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que la biellette triangulaire (18) est montée, sous une tension élastique, par rapport à au moins une biellette (11) disposée dans le même plan de basculement que le parallélogramme, dans une direction perpendiculaire à ce plan de basculement.
     
    7. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que la biellette triangulaire (18) est disposée dans le plan de basculement inférieur au parallélogramme.
     
    8. Chasse-neige selon la revendication 7, caractérisé en ce que le vérin (14) est articulé, d'un côté, sur la biellette triangulaire (18) et, de l'autre côté, sur le côté supérieur de la partie portante (4).
     
    9. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans l'un des plans de basculement du parallélogramme, n'est prévue qu'une seule biellette centrale.
     
    10. Chasse-neige selon la revendication 9, caractérisé en ce que la biellette centrale (28) est prévue dans le plan de basculement supérieur du parallélogramme.
     
    11. Chasse-neige selon la revendication 10, caractérisé en ce que le vérin (14) s'appuie, d'un côté, sur la biellette centrale (28) et, de l'autre côté, sur le côté inférieur de la plaque support (6).
     
    12. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que, sur la plaque support (6) est prévue une butée (12) pour une biellette (11) du plan de basculement inférieur, afin de limiter la position maximale de levage.
     
    13. Chasse-neige selon la revendication 1, caractérisé en ce que chacune des articulations est réalisée par la combinaison entre un coussinet à rotation et un coussinet uniquement pivotant.
     




    Zeichnung