[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine
Einrichtung zum Durchführen dieses Verfahrens.
[0002] Bei bekannten Einrichtungen zum serienweisen Auftragen von Materialbahnen auf kontinuierlich
von einer Fördervorrichtung bewegte Werkstücke wird das Auftragungsorgan periodisch
in zur Förderrichtung des Werkstücks senkrechten Richtungen hin und her bewegt. Die
Anzahl der dabei aufgetragenen Bahnen pro Werkstücklänge ergibt einen Wert für die
Bahnüberlappung, die ihrerseits ausschlaggebend für die Gleichmäßigkeit der Schichtstärke
und beispielsweise des Farbtons der aufgebrachten Schicht ist.
[0003] Vorzugsweise sind die das Auftragungsorgan führenden Maschinen in Werkstück-Förderrichtung
ortsfest montiert. Es gibt zwar auch in Förderrichtung "mitlaufend" bewegte Maschinen,
die jedoch vor jedem neuen Auftragzyklus entgegengesetzt zur Förderrichtung wieder
in ihre ursprüngliche Position zurückfahren müssen. Bei dem Betrieb mit ortsfesten,
d.h. nicht "mitlaufenden" Maschinen ergibt sich andererseits das Problem, daß der
Materialauftreffpunkt auf dem Werkstück je nach Antriebskinematik im wesentlichen
periodische Bahnen von Sägezahn- bis Sinusoidencharakter beschreibt, deren in Förderrichtung
gemessene Periodenlänge von der Hubfrequenz und der Fördergeschwindigkeit abhängt.
Derart erzeugte Bahnen ergeben in der Werkstückmitte andere Abstände der Bahnmittelachsen
und damit andere Überlappungen als in den Werkstückrandzonen, also eine über die Werkstückbreite
ungleichmäßige Beschichtung. In der Praxis unterdrückt man diese Erscheinung durch
die Vorgabe von an sich unnötig hohen Werten der Bahnüberlappungen, die eine hohe
Hubfrequenz und damit eine hohe Auftraggeschwindigkeit zur Bedingung haben. Man weiß
aber, daß hohe Auftraggeschwindigkeiten den Auftragwirkungsgrad herabsetzen und Verluste
an Beschichtungsmaterial zur Folge haben können.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer entsprechenden
Einrichtung, die es bei vollautomatischer Steuerung und ohne die Notwendigkeit parallel
zur Förderrichtung mitlaufend geführter Auftragungsorgane ermöglichen, daß alle erzeugten
Bahnen möglichst genau parallel zueinander liegen und sich eine gleichmäßige Überlappung
oder Überdeckung ergibt.
[0005] Diese Aufgabe wird durch das im Anspruch 1 angegebene Verfahren bzw. die in weiteren
Ansprüchen gekennzeichnete Einrichtung gelöst.
[0006] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung ist also die Möglichkeit einer über die Werkstückbreite
gleichmäßigen Beschichtung bei ausreichender Überlappung oder Überdeckung der einzelnen
Bahnen ohne die Notwendigkeit, die das Auftragungsorgan führende Maschine nach jedem
Zyklus, z.B. jeweils nach Fertigstellung eines Werkstücks, entgegen der Förderrichtung
in die Ausgangsposition zurückfahren zu müssen.
[0007] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Beschichtungseinrichtung zur Erläuterung des Arbeitsprinzips
der Erfindung;
- Fig. 2
- eine ähnliche Darstellung der Einrichtung nach Fig. 1 während des Auftragens der gewünschten
Bahnen; und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer anderen Ausführungsform einer Beschichtungseinrichtung
gemäß der Erfindung.
[0008] Bei der in Fig. 1 dargestellten Einrichtung kann es sich um einen Teil einer Beschichtungsanlage
für Werkstücke 1 handeln, die serienweise von einer (nicht dargestellten) Fördervorrichtung
an sich bekannter Art kontinuierlich z.B. horizontal in Richtung des Pfeils 2 durch
eine im wesentlichen geschlossene Kabine 3 bewegt werden. Es sei angenommen, daß die
Oberseite des Werkstücks 1 von einem Auftragungsorgan 4 beschichtet werden soll, das
von einer (nicht dargestellten) automatisch, vorzugsweise programmgesteuerten Maschine
längs einer Führungskonstruktion 5 bewegbar ist, die sich bei diesem Beispiel horizontal
über das Werkstück 1 erstreckt. Das Auftragungsorgan 4 beschichtet die Werkstückoberfläche
mit Bahnen einer gegebenen Breite b und einer bestimmten effektiven Länge l, die bei
Annahme einer mehr oder weniger gewölbten und an den Rändern abgerundeten Werkstückoberfläche
etwas größer sein kann als die dargestellte Werkstückbreite. Die Begrenzung der Bahnlänge
erfolgt durch zeitrichtiges Ein- und Ausschalten des Auftragungsorgans 4 während seiner
periodischen Bewegungen längs der Führungskonstruktion 5.
[0009] Darstellungsgemäß kann die Führungskonstruktion 5 ein langgestrecktes, beispielsweise
schienenartiges Balkenelement sein, das sich schräg zu der den Pfeil 2 entsprechenden
Förrichtung des Werkstücks 1 in einer Führungsrichtung erstreckt, die mit der Förderrichtung
einen vorbestimmten Winkel β < 90° bildet.
[0010] Der Winkel β wird vor Betriebsbeginn von der Steuereinrichtung der Anlage nach der
Formel
errechnet, wobei V
F die Fördergeschwindigkeit des Werkstücks und V
Be die effektive Geschwindigkeit bedeutet, mit der sich das Auftragungsorgan relativ
zu dem Werkstück bewegt, also die effektive Beschichtungsgeschwindigkeit. Der Winkel
β soll vorzugsweise größer als 45° sein. Die genannten Größen sind in dem Vektordiagramm
in Fig. 1 veranschaulicht, das als dritte Größe den Vektor der längs der Führungskonstruktion
5 gemessenen wirklichen Geschwindigkeit V
B des Auftragungsorgans enthält. Wie aus diesem Diagramm ersichtlich ist, entspricht
der parallel zur Führungskonstruktion 5 liegende Vektor der Geschwindigkeit V
B dem resultierenden Vektor aus der Fördergeschwindigkeit V
F und dem senkrecht zu der Förderrichtung liegenden Vektor der effektiven Geschwindigkeit
V
Be des Auftragungsorgans 4. Mit anderen Worten: Wenn der Winkel β nach der obengenannten
Form eingestellt wird, verlaufen die aufgetragenen Bahnen senkrecht zur Förderrichtung.
Nach der Formel β = arc cos V
F/V
B kann der Winkel auch aufgrund der wirklichen Geschwindigkeit V
B des Auftragungsorgans längs der Führungskonstruktion errechnet werden.
[0011] Da nach den jeweiligen Betriebsbedingungen die effektive Geschwindigkeit V
Be und/oder die Fördergeschwindigkeit V
F änderbar sein sollen, muß der vor Betriebsbeginn errechnete Winkel β ggf. entsprechend
verstellt werden. Die Führungskonstruktion 5 ist deshalb um eine senkrecht zur Förderrichtung
und zur Führungsrichtung liegende Achse schwenkbar gelagert, derart, daß der Winkel
β von einer automatischen Steuereinrichtung durch Schwenken der Führungskonstruktion
mindestens im Bereich 90° > β > 45° einstellbar ist.
[0012] Eine erste Möglichkeit besteht darin, die Führungskonstruktion 5 um eine außerhalb
des Werkstücks 1 liegende Achse schwenkbar zu lagern, bei dem in Fig. 1 angenommenen
Beispiel um eine vertikale Achse an einem ortsfesten Punkt A an der einen Seite der
Kabine 3. Der Punkt B am anderen Ende der Führungskonstruktion 5 auf der gegenüberliegenden
Kabinenseite verschiebt sich beim Verstellen des Winkels β allgemein längs des Pfeiles
7 und zugleich in Querrichtung relativ zu der Befestigungsstelle an der die Führungskonstruktion
5 tragenden Stützkonstruktion 8, was durch ein bei 9 angedeutetes Gelenk od. dgl.
ermöglicht wird.
[0013] Bei dieser Ausführungsform mit außerhalb des Werkstücks 1 gelagerter Führungskonstruktion
5 arbeitet das Auftragungsorgan 4 nur in der einen Richtung seiner periodischen Bewegungen,
nämlich während seiner Bewegungen von rechts nach links in Fig. 1, bei denen er eine
mit der Fördergeschwindigkeit V
F übereinstimmende Bewegungskomponente in der Förderrichtung gemäß dem Pfeil 2 hat.
Nach dem Auftragen einer Bahn und vor dem Erzeugen der nächsten Bahn wird das Auftragungsorgan
4 jeweils mit erhöhter Geschwindigkeit längs der Führungskonstruktion 5 in seine Ausgangsposition
auf die andere Werkstücksseite zurückbewegt. Die beiden Bewgungsrichtungen des Auftragungsorgans
4 sind durch den Doppelpfeil 6 angedeutet.
[0014] Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß die Führungskonstruktion 5 um eine bei
dem betrachteten Beispiel vertikale Achse schwenkbar ist, die wenigstens annähernd
in einer durch die Mitte des Werkstücks parallel zur Förderrichtung verlaufenden Ebene
liegt, also um den Punkt, bei dem in Fig. 1 das Auftragungsorgan 4 dargestellt ist.
Bei dieser Ausführungsform kann das Auftragungsorgan 4 bei seinen periodischen Hin-
und Herbewegungen in beiden Richtungen gemäß dem Doppelpfeil 6 zwischen den Punkten
A und B jeweils eine Bahn erzeugen. Die Führungskonstruktion 5 wird periodisch jeweils
vor Beginn der Beschichtung so verschwenkt, daß ihr mit der Förderrichtung gebildeter
Winkel zwischen +β und -β wechselt (oder zwischen β und 180°-β). Anders gesagt: sie
wird so verschwenkt, daß sie ihre Richtung bezüglich der zur Förderrichtung senkrechten
Ebene mit gleichen Winkelbeträgen wechselt, entsprechend den Vektoren V
B(4) und V
B(4') in Fig.3. Bei Beschichtungsbeginn muß die Führungskonstruktion entsprechend dem
Grundprinzip der Erfindung jeweils diejenige ihrer beiden Schwenkstellungen haben,
bei der das Auftragungsorgan 4 eine Bewegungskomponente in Förderrichtung erhält.
Die oben erwähnte Einstellung des Winkels β (bzw. -β) zur Berücksichtigung veränderbarer
Geschwindigkeiten erfolgt hiebei unabhängig und gesondert von den periodischen Verschwenkungsbewegungen
durch entsprechende Begrenzung, also durch Festlegung der Verschwenkungsendpunkte.
[0015] Insbesondere bei der Ausführungsform mit periodischem Vorzeichenwechsel von β soll
dieser Winkel vorzugsweise nur wenig kleiner sein als 90°, insbesondere im Bereich
von etwa 70° bis 88°, damit die Lücke zwischen den Bahnmittelachsen am Ende der einen
Bahn und dem Beginn der jeweils nächsten Bahn nach dem Verschwenken der Führungskonstruktion
5 nicht zu groß für die gewünschte Bahnüberlappung wird.
[0016] Statt eines Wechsels zwischen +β und -β ist auch ein Verschwenken der Führungskonstruktion
5 in bezüglich der senkrecht zur Förderrichtung liegenden Nullachse unterschiedlich
große Winkel denkbar, wenn die Geschwindigkeiten entsprechend unterschiedlich sind.
[0017] Fig. 2 erläutert die Betriebsweise der Einrichtung nach Fig. 1 durch schematische
Darstellungen der von dem Auftragungsorgan 4 auf dem Werkstück 1 aufgetragenen Schichten
oder Bahnen mit der Breite b. Der Winkel β zwischen der Führungsrichtung der Führungskonstruktion
5 und der Förderrichtung gemäß dem Pfeil 2 ist von der Rechen- und Steuereinrichtung
der Anlage in Abhängigkeit von der gegebenen oder eingestellten Fördergeschwindigkeit
V
F und/oder von der gewünschten Beschichtungsgeschwindigkeit automatisch so berechnet
und eingestellt worden, daß die erzeugten Bahnen auf dem Werkstück senkrecht zur Förderrichtung
verlaufen, wie bei der vom Auftragungsorgan 4 gerade erzeugten Bahn 10 ersichtlich
ist. Ferner sind der Winkel, die Fördergeschwindigkeit und die Geschwindigkeit des
Auftragungsorgans 4 längs der Führungskonstruktion 5 so aufeinander abgestimmt, daß
aufeinanderfolgende Bahnen einander überlappen und die gewünschte, vorgegegebene Überlappungsbreite
benachbarter Bahnen über die Werkstücklänge (in Förderrichtung) gleich bleibt. Die
Relativverschiebung des Werkstücks zwischen zwei Bahnen, also im einfachsten Ausführungsfall
während der Zeit der beschichtungsfreien Rückholbewegung des Auftragungsorgans 4 bis
zum erneuten Beschichtungsbeginn, beträgt bei dem dargestellten Beispiel eine halbe
Bahnbreite, also b/2, so daß sich eine schuppenartige Überlappung von ebenfalls jeweils
b/2 und somit eine Doppelbeschichtung um 100% ergeben.
[0018] Insbesondere eine beispielsweise von Tag zu Tag wechslnde Fördergeschwindigkeit kann
in gewissen Fällen zur besseren Steuerung des Produktionsablaufs erwünscht sein. Außer
der Beschichtungsgeschwindigkeit sollen dann durch automatische Steuerung auch sonstige
Prozeßparameter wie z.B. die Materialausflußmenge des Auftragungsorgans so nachgeführt
werden, daß die Schichtdicke und/oder sonstige Eigenschaften der Beschichtung gleichmäßig
bleiben.
[0019] Lediglich an der Anfangsstelle der Beschichtung erfolgt gemäß dem dargestellten Beispiel
über eine halbe Bahnbreite nur eine Einfachbeschichtung. Dies ist aber in der Praxis
kein Problem, da es u.a. häufig möglich ist, die halbe erste vom Auftragungsorgan
gelieferte Materialbahn am Werkstück vorbei "ins Freie" oder auf abgewinkelt an die
zu beschichtende Oberfläche angrenzende Flächen zu sprühen. Auch am Rand der Überlappungsgrenzen
der einzelnen Bahnen können sich kleine Bereiche mit Einfachbeschichtung ergeben,
da das Beschichtungsmuster eines Auftragungsorgans in der Regel nicht rechteckig ist,
sondern mehr oder weniger abgerundet wie das bei 11 angedeutete Muster des Auftragungsorgans
4.
[0020] In Fig. 3 ist schematisch eine Einrichtung gemäß einer anderen Ausführungsform der
Erfindung dargestellt, welche die Erzeugung von Bahnen in beiden Richtungen, also
in der Zeichnung sowohl von rechts nach links als auch von links nach rechts ermöglicht,
ohne daß hierfür ein periodisches Verschwenken der Führungskonstruktion 5 zwischen
+β und -β, wie bei dem anhand von Fig. 1 erläuterten Ausführungsbeispiel erforderlich
ist. Stattdessen ist ein zweites Auftragungsorgan 4' an einer zweiten, zusätzlichen
Führungskonstruktion 5' vorhanden, deren Führungsrichtung den zum Winkel β der Führungskonstruktion
5 entgegengesetzt gleichen Winkel -β (im oben erläuterten Sinn) mit der Förderrichtung
gemäß dem Pfeil 2 bildet. Hiervon abgesehen, können beide Führungskonstruktionen der
Ausführungsform nach Fig. 1 entsprechen, insbesondere können die jeweiligen Winkel
in der beschriebenen Weise durch automatische Steuerung gemäß den Pfeilen 7 bzw. 7'
justiert werden. Auch die durch die beiden entgegengesetzt gleichen Vektordiagramme
in Fig. 3 dargestellten Bewegungen der bei den Auftragungsorgane 4, 4' entsprechen
denen nach Fig. 1.
[0021] Die beiden Auftragungsorgane 4, 4' arbeiten also gleichzeitig in gegenläufiger Richtung.
Unterhalb des Werkstücks 1 sind in Fig. 3 die beiden von den Auftragungsorganen bis
zu der Werkstückmitte, an der sie sich darstellungsgemäß gerade befinden, erzeugten
jeweiligen Bahnstücke dargestellt. Die Bewegungen der beiden Auftragungsorgane können
zweckmäßig miteinander synchronisiert sein, wie schematisch durch ein die beiden Auftragungsorgane
über eine Rolle 12 verbindendes Seil 13 angedeutet ist. In der Praxis kann die Synchronisation
durch entsprechende Programmsteuerung der die Auftragungsorgane führenden Maschinen
realisiert werden.
[0022] Ebenfalls gleichzeitig erfolgt die beschichtungsfreie Rückführung der Auftragungsorgane
4, 4' mit erhöhter Geschwindigkeit zum Punkt A bzw. zum Punkt B' nach Vollendung der
beiden gleichzeitig erzeugten Bahnen.
[0023] Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist eine mindestens über den größten Teil der
Werkstückoberfläche gleichmäßige Doppelbeschichtung um 100% möglich. Beispielsweise
können die beiden Auftragungsorgane die gleichzeitig entstehenden Bahnen jeweils um
eine halbe Bahnbreite überlappend erzeugen, worauf das Werkstück vor der Erzeugung
der jeweils nächsten Bahnen jeweils um ein einer Bahnbreite entsprechendes Stück weiterbewegt
wird. Eine Überdeckung um 100% ist theoretisch auch dann möglich, wenn die beiden
Bahnen mit einem gegenseitigen Abstand von etwa einer Bahnbreite (oder einem ganzzahligen
Vielfachen hiervon) erzeugt werden. Andere Möglichkeiten ergeben sich, wenn die beiden
Organe zeitlich versetzt arbeiten. Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 hat jedenfalls
den Vorteil, daß bei gegebener Fördergeschwindigkeit die Beschichtungsgeschwindigkeit
klein sein kann.
[0024] Da die zu beschichtenden Werkstücke in der Regel weder durchgehend ebene noch genau
rechtwinklig zueinander liegende Oberflächen haben, kann es erforderlich sein, daß
die Auftragungsorgane zusätzlich zu der normalerweise linearen Bewegung längs ihrer
Führungskonstruktion 5 entsprechende Sonderbewegungen ausführen. Beispielsweise kann
das Auftragungsorgan 4 während seiner periodischen Hin- und Herbewegungen entlang
der Werkstückoberseite entsprechend der Oberflächenkontur vertikal nach oben oder
unten oder in anderen Richtungen auf das Werkstück zu oder von ihm weg bewegt werden.
Ähnlich kann es erforderlich sein, das Auftragungsorgan während der Beschichtung um
eine zur Förderrichtung parallele Achse zu drehen, um entsprechend gewölbte oder abgestufte
Oberflächenbereiche zu erreichen. Aus dem selben Grund kann auch eine Drehung um eine
zur Förderrichtung senkrechte Achse erforderlich sein. In Sonderfällen besteht außerdem
die erfindungsgemäß an sich nicht notwendige Zusatzmöglichkeit einer mit der Förderbewegung
mitlaufenden Bewegung der Führungsmaschine längs der Stützkonstruktion 8 (Fig. 1).
Geeignete Maschinen zur Führung von Auftragungsorganen mit den erwähnten Bewegungsfreiheitsgraden
sind an sich bekannt. Gemäß einem besonderen Aspekt der Erfindung kann das Auftragungsorgan
auch von einem üblichen Industrieroboter in der beschriebenen Weise geführt und bewegt
werden.
[0025] Bei dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel war die Erfindung unter der Annahme
einer Beschichtung der Oberseite eines horizontal bewegten Werkstücks erläutert worden.
Die Erfindung eignet sich aber in gleicher Weise auch für die Erzeugung paralleler
Bahnen auf den Seitenflächen, Front- und Rückseiten und ggf. Unterseiten von Werkstücken.
Beispielsweise bei der Beschichtung der Seitenflächen horizontal bewegter Werkstücke
verläuft die Führungsrichtung des Auftragungsorgans in einer allgemein parallel zur
Seitenfläche liegenden vertikalen Ebene mit dem oben definierten Neigungswinkel β
gegen die Vertikale. Bei der Beschichtung vertikaler Front- und Heckflächen eines
horizontal geförderten Werkstücks ist die Führungsrichtung in zur Förderrichtung parallelen
vertikalen Ebenen um den Winkel β gegen die Vertikale geneigt. Bei der industriellen
Serienbeschichtung von Werkstücken kann es zweckmäßig sein, die in verschiedenen Ebenen
liegenden Oberflächen gleichzeitig mit jeweils anderen, in den entsprechenden Richtungen
erfindungsgemäß geführten Auftragungsorganen in der beschriebenen Weise zu beschichten.
[0026] Für die Beschichtung in vertikaler Richtung geförderter Werkstücke gilt das oben
Gesagte. Ein typisches Anwendungsbeispiel der Erfindung ist die industrielle Serienbeschichtung
von Kraftfahrzeugkarossen mit z.B. elektrostatisch arbeitenden Sprühorganen, die von
hierbei an sich üblichen Dach- und Seitenmaschinen oder Lackierrobotern geführt werden.
1. Verfahren zum automatischen Erzeugen von zueinander parallelen, einander überlappenden
oder überdeckenden Bahnen auf Werkstücken, die mit einer gegebenen Fördergeschwindigkeit
V
F in einer gegebenen Förderrichtung bewegt werden und auf die die Bahnen während ihrer
Bewegung von mindestens einem maschinell geführten Auftragungsorgan aufgebracht werden,
das hierbei periodisch mit einer quer zu der Förderrichtung gerichteten Bewegungskomponente
entlang der Werkstückoberfläche bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Auftragungsorgan in einer Richtung geführt wird, die mit der Förderrichtung
wenigstens annähernd einen Winkel
bildet, wobei β < 90 ° ist und V
Be die effektive Geschwindigkeit bedeutet, mit der sich das Auftragungsorgan relativ
zu dem Werkstück bewegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel β > 45° ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel β im Bereich von etwa 70° bis 88° liegt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei unterschiedlichen Fördergeschwindigkeiten die Bewegungsgeschwindigkeit des
Auftragungsorgans sowie der Winkel β von einer Rechen- und Steuereinrichtung selbsttätig
in Abhängigkeit von VF so eingestellt werden, daß die Überlappungsbreite benachbarter Bahnen oder die Überdeckung
nacheinander erzeugter Bahnen gleich bleiben.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Auftragungsorgan periodisch jeweils nach Erzeugung einer Bahn mit bezüglich
der Beschichtungsgeschwindigkeit erhöhter Geschwindigkeit ohne Beschichtung des Werkstücks
in seine Ausgangsposition zurückbewegt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das periodisch entlang der Werkstückoberfläche hin und her bewegte Auftragungsorgan
sowohl auf seinem Hinweg als auch auf seinem Rückweg je eine Bahn erzeugt und seine
Bewegungsrichtung bei der Bewegungsumkehr jeweils so verschwenkt wird, daß sich der
den jeweiligen Geschwindigkeiten entsprechende Winkel β und eine Bewegungsvektorkomponente
des Auftragungsorgans in Förderrichtung ergeben.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungsrichtung des Auftragungsorgans periodisch um einen wenigstens annähernd
in der Mitte seines Bewegungshubes liegenden Punkt geschwenkt wird und ihr mit der
Förderrichtung gebildeter Winkel hierbei periodisch zwischen +β und -β wechselt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein erstes Auftragungsorgan von einem Rand des Werkstücks aus mit dem Winkel
β bezüglich der Förderrichtung und gleichzeitig ein zweites Auftragungsorgan vom entgegengesetzten
Rand des Werkstücks aus mit dem Winkel -β bezüglich der Förderrichtung bewegt werden
und beide Auftragungsorgane hierbei je eine Bahn erzeugen.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungen der beiden Auftragungsorgane miteinander synchronisiert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Bahnen mit einer gegenseitigen Überlappung von etwa einer halben Bahnbreite
erzeugt werden, daß die Auftragungsorgane nach der Erzeugung ihrer Bahnen jeweils
ohne Beschichtung in ihre Ausgangs positionen zurückbewegt werden, und daß das Werkstück
vor der Erzeugung der jeweils nächsten Bahnen um ein einer Bahnbreite entsprechendes
Stück weiterbewegt wird.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Auftragungsorgan schräg zur Förderrichtung allgemein in einer zur Förderrichtung
parallelen horizontalen Ebene oder in einer vertikalen Ebene bewegt wird, die parallel
oder senkrecht zur horizontalen Förderrichtung liegt.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Auftragungsorgan zusätzliche Bewegungen parallel und/oder senkrecht zur
Förderrichtung und/oder Rotationsbewegungen um parallel und/oder senkrecht zur Förderrichtung
liegende Achsen ausführt.
13. Einrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche
zum Erzeugen von zueinander parallelen Bahnen auf Gegenständen, mit einer Fördervorrichtung
zum Bewegen der Gegenstände mit änderbarer Fördergeschwindigkeit in einer gegebenen
Förderrichtung und mit einem von einer automatisch gesteuerten Antriebsmaschine längs
einer Führungskonstruktion allgemein quer zur Förderrichtung entlang der Werkstückoberfläche
bewegbaren Auftragungsorgan für die zu erzeugenden Bahnen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Führungskonstruktion (5) des Auftragungsorgans (4) um eine senkrecht zu
der Förderrichtung und zur Führungsrichtung liegende Achse schwenkbar gelagert und
der Winkel β, den die Führungsrichtung der Führungskonstruktion (5) für das Auftragungsorgan
(4) mit der Förderrichtung bildet, von einer automatischen Steuereinrichtung durch
Schwenken der Führungskonstruktion (5) mindestens im Bereich 90° > β > 45° einstellbar
ist.
14. Einrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der im Betrieb eingestellte Winkel
beträgt, wobei β < 90° ist und V
Be die effektive Geschwindigkeit bedeutet, mit der sich das Auftragungsorgan relativ
zu dem Werkstück bewegt.
15. Einrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungskonstruktion (5) um eine außerhalb des Werkstücks (1) liegende Achse
schwenkbar ist.
16. Einrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungskonstruktion (5) um eine Achse schwenkbar ist, die wenigstens annähernd
in einer parallel zur Förderrichtung durch die Mitte des Werkstücks verlaufenden Ebene
liegt.