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EP 0 469 337 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.03.1994 Patentblatt 1994/09 |
| (22) |
Anmeldetag: 06.07.1991 |
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Stahl-Beton-Verbundbauteil
Steel-concrete composite construction
Construction composite acier-béton
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
26.07.1990 DE 4023692
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.02.1992 Patentblatt 1992/06 |
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Patentinhaber: |
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- Ramm, Wieland, Prof. Dr. Ing.
D-67661 Kaiserslautern (DE)
- Scheele, Joachim, Dr.-Ing.
D-23701 Eutin (DE)
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Erfinder: |
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- Ramm, Wieland, Prof. Dr. Ing.
D-67661 Kaiserslautern (DE)
- Scheele, Joachim, Dr.-Ing.
D-23701 Eutin (DE)
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Vertreter: Lichti, Heiner, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte,
Dipl.-Ing. Heiner Lichti,
Dipl.-Phys. Dr. rer. nat. Jost Lempert,
Dipl.-Ing. Hartmut Lasch,
Postfach 41 07 60 76207 Karlsruhe 76207 Karlsruhe (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 419 315 US-A- 2 987 855 US-A- 4 445 303
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DE-A- 3 507 197 US-A- 3 210 900
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Stahl-Beton-Verbundbauteil mit einem Stahlteil und einem
Betonteil, die mittels zumindest einem auf das Stahlteil aufgeschweißten Aufschweißdübel
aus Metall miteinander verbunden sind, wobei der Dübel einen Schaft mit einem Aufschweißende
aufweist.
[0002] Der Stahl-Beton-Verbundbau bietet ein breites Einsatzgebiet für vorgenannte Dübel.
Dazu werden Dübel mittels eines bekannten Bolzenschweißverfahrens auf ein mit dem
Beton zu verbindendes Stahlbauteil geschweißt. Ein solches Stahlbauteil kann z. B.
ein Verbundträger für den Brückenbau oder den Hochbau, ein metallischer Liner für
Stahlbeton- oder Spannbeton-Hohlkörper oder -gebäude oder eine Ankerplatte zur Verankerung
von Lasten in einer Betonstruktur sein. Der Beton schließt dabei im allgemeinen direkt
an das Stahlbauteil an, wobei dieses gegebenenfalls zugleich die Schalung oder einen
Teil derselben bildet. Ein derartiges Stahl-Beton-Verbundbauteil ist aus der US-A-32
10 900 bekannt, von der im Oberbegriff des Anspruchs 1 ausgegangen wird. Ein derartiger
Dübel weist einen Schaft mit einem kreiszylindrischen Durchmesser auf, an dessen einen
Ende ein Kopf mit verbreitertem Durchmesser ausgebildet ist. Mit dem dem Kopf entgegengesetzten
Ende wird der Dübel aufgeschweißt, wobei sich das Material des Dübels beim Schweißvorgang
mit dem Material des darunterliegenden Stahlträgers monolithisch verbindet. Dabei
bildet sich ein umlaufender Schweißwulst am Fuß des Dübels.
[0003] Von wesentlicher konstruktiver Bedeutung für solche Stahl-Beton-Verbundbauteile ist
das Tragverhalten der Dübel. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Zugbelastungen, d.
h. in Richtung der Längsachse des Dübels, und Scherbelastungen, d. h. in Richtung
der Grenzfläche Stahl-Beton wirkenden Lasten. Sehr wichtig ist dabei das Tragverhalten
des Dübels bezüglich der Scherbelastung, die z. B. als planmäßige Belastung infolge
von Schubkräften zwischen Stahl und Beton entstehen oder in Form einer zu verankernden
Last eingeleitet werden kann. Die Scherbelastung kann aber z.B. auch infolge von thermischen
Ausdehnungen, Setzungserscheinungen oder dergleichen auftreten.
[0004] Ein wesentlicher Aspekt des Dübeltragverhaltens bei Belastung auf Abscheren ist die
Versagensart. Das Versagen einer Dübelverbindung der geschilderten Art kann entweder
in Form eines Stahlversagens (der Dübel schert oder reißt ab) oder in Form eines Betonversagens
(als Ausbruch eines meist trichterförmigen Betonteiles) auftreten. Dabei ist es für
das Tragverhalten der Verbindung günstiger, wenn ein Betonversagen vermieden werden
kann, wie es bei einem großen Teil der derzeit ausgeführten Stahl-Beton-Verbundkonstruktionen
auch der Fall ist, indem hierzu ausreichend lange Dübel verwendet werden.
[0005] Das Tragverhalten bezüglich Scherbelastung wird im wesentlichen durch zwei Parameter
bestimmt, nämlich die Bruchlast, d. h. die maximale Scherkraft, die von der Dübelverbindung
aufgenommen werden kann, und die Bruchverschiebung, d.h. die maximale Verschiebung
zwischen Stahlbauteil und Beton. Das Tragverhalten läßt sich anschaulich darstellen,
indem die Scherkraft über der Verschiebung als sogenannte Last-Verformungslinie aufgetragen
wird. Die Fläche unter dieser Linie wird als Arbeitsvermögen des Dübels bezeichnet,
wobei ein hohes Arbeitsvermögen wünschenswert ist.
[0006] Aus dem DE 89 06 810 U1 ist ein mehrteiliger Stauchanker bekannt, dessen unteres
Ende mittels einer Stauchverbindung an eine Ankerschiene anbringbar ist. Der Stauchanker
umfaßt ein dübelartiges oberes Schaftteil, das einen im wesentlichen kreiszylindrischen
Querschnitt aufweist und am oberen Ende mit einem Kopf versehen ist. Mit seinem unteren
Ende ist das dübelartige Schaftteil auf ein Fußteil aufschweißbar. Das Fußteil ist
ebenfalls schaftartig ausgebildet und kann in eine Ausnehmung einer Ankerschiene eingesetzt
werden. Nach dem Einsetzen des Fußteils in die Ankerschiene wird das Fußteil derart
gestaucht, daß es nicht mehr aus der Ankerschiene entnommen werden kann und somit
mit diesem verbunden ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Stahl-Beton-Verbundbauteil der oben
genannten Art mit verbessertem Tragverhalten bei Scherbelastung zu schaffen.
[0008] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein Dübel aufgeschweißt ist, bei dem der Schaft
vor dem Aufschweißen am Aufschweißende einen Abschnitt mit einem gegenüber dem sonstigen
Schaftabschnitt vergrößerten Durchmesser aufweist.
[0009] Die Erfindung trägt der Erkenntnis Rechnung, daß sich bei einem herkömmlichen Dübel
bei hohen Belastungen weite Bereiche des Dübelschaftes an der Abtragung der Scherbelastungen
in den Beton beteiligen, wobei die Lastabtragung im wesentlichen über Pressungen zwischen
Dübelschaft und Beton vonstatten geht. Durch den erfindungsgemäßen Abschnitt vergrößerten
Durchmessers im Bereich des Aufschweißendes wird erreicht, daß sich die Pressungen
im Bereich dieses Abschnittes stark konzentrieren. Dadurch wird die mit der Dübelverschiebung
einhergehende Verdrängung des Betons verstärkt, was zu größeren Dübelverschiebungen
und auch zu einer stärkeren Aktivierung weiterer Lastabtragungsmechanismen, wie es
z.B. Axialzugkräfte im verformten Bolzen sind, führt. Es hat sich bei Versuchen gezeigt,
daß Dübel mit dem Abschnitt vergrößerten Durchmessers nicht nur ein wesentlich günstigeres
Tragverhalten zeigen als herkömmliche Dübel mit einem über die gesamte Länge konstanten
Durchmesser, der dem Durchmesser des sonstigen Schaftabschnitts des erfindungsgemäßen
Dübels entspricht, sondern daß auch, wenn der Durchmesser des herkömmlichen Dübels
dem Durchmesser des erfindungsgemäßen Abschnittes vergrößerten Durchmessers entspricht,
das Tragverhalten des Dübels mit konstantem Durchmesser schlechter ist als bei Dübeln
mit einem Abschnitt vergrößerten Durchmessers. Es ist also lediglich eine Frage der
Beschreibungsweise und für den Erfindungsgedanken unerheblich, ob man die Ausgestaltung
des Dübels durch Verringerung des Querschnittes des sonstigen Schaftabschnittes oder
durch Vergrößerung im Bereich des Aufschweißendes erreicht. Wesentlich ist die deutliche
Steigerung der Bruchverschiebung und die damit verbundene Steigerung des Arbeitsvermögens.
Weiterhin ist von Bedeutung, daß auch hinsichtlich der Bruchlast eine deutliche Steigerung
erreicht wird, wenn man die Betrachtungsweise eines am Aufschweißende im Durchmesser
vergrößerten Dübels wählt, wohingegen nur geringe Verluste bei der Bruchlast zu verzeichnen
sind, wenn man den Dübel als einen Dübel mit verringertem Durchmesser des sonstigen
Schaftabschnitts betrachtet.
[0010] Eine herstellungstechnisch besonders einfache Realisierung ergibt sich dann, wenn
der sonstige Schaftabschnitt und der Abschnitt vergrößerten Durchmessers rotationssymmetrisch
zu einer gemeinsamen Achse ausgebildet sind. Zudem weist ein solcher Dübel ein symmetrisches
Tragverhalten auf.
[0011] Bei bestimmten Lastkombinationen kann es aber auch vorteilhaft sein, den sonstigen
Schaftabschnitt und/oder den Abschnitt vergrößerten Durchmessers prismatisch auszubilden.
[0012] In einer einfachen bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der sonstige Schaft
und/oder der Abschnitt vergrößerten Durchmessers jeweils die Form eines geraden Kreiszylinders
aufweisen.
[0013] Zur weiteren Optimierung des Tragverhaltens kann jedoch auch vorgesehen sein, daß
der Abschnitt vergrößerten Durchmessers in Achsrichtung ballig ist.
[0014] Wenn der Abschnitt vergrößerten Durchmessers mit einer stetigen Verjüngung in den
sonstigen Schaftabschnitt übergeht, wird eine gleichmäßigere Gesamtbeanspruchung des
Dübels insbesondere im Bereich des Überganges von dem Abschnitt vergrößerten Durchmessers
auf den sonstigen Schaftabschnittes mit normalem Querschnitt erreicht und eine Kerbwirkung,
die im Zusammenhang mit dynamischen Beanspruchungen unerwünscht ist, vermieden.
[0015] Damit eine ausreichende Verankerung im Beton gewährleistet wird, kann der Dübel,
wie herkömmlich, an seinem freien Ende einen Kopf aufweisen. In diesem Fall ist gemäß
einem Ausführungsbeispiel vorgesehen, daß der Durchmesser des Kopfes mindestens so
groß wie der Durchmesser des Abschnittes vergrößerten Durchmessers ist.
[0016] In einer bevorzugten Ausführung ist vorgesehen, daß das Verhältnis von Länge zu Durchmesser
des Abschnittes vergrößerten Durchmessers zwischen 1:2 und 4:2, vorzugsweise zwischen
1:2 und 3:2 liegt. Dadurch wird zum einen erreicht, daß der Dübel mittels bekannter
Bolzenschweißverfahren verschweißt werden kann, zum anderen wird dadurch ein besonders
günstiges Verformungsverhalten sichergestellt.
[0017] In weiterhin bevorzugter Ausführung ist vorgesehen, daß das Verhältnis von Länge
zu Durchmesser des sonstigen Schaftabschnittes ohne Kopf etwa 3:1 oder größer ist,
wodurch eine ausreichende Verankerung des Dübels im Beton sichergestellt und ein durch
die Scherbelastung hervorgerufenes Ausreißen des Dübels aus dem Beton vermieden wird.
[0018] Zur Optimierung des Arbeitsvermögens eines Dübels ist des weiteren vorgesehen, daß
das Verhältnis des Durchmessers des Abschnitts vergrößerten Durchmessers zu dem des
sonstigen Schaftabschnittes zwischen 7:6 und 10:6, vorzugsweise bei etwa 9:6 liegt,
und/oder daß das Verhältnis der Länge des Abschnittes vergrößerten Durchmessers zu
der des sonstigen Schaftabschnittes ohne Kopf mindestens 1:3 beträgt, wobei die Obergrenze
bei 1:8 liegen kann. Vorzugsweise liegt dieses Verhältnis zwischen 1:4 und 1:7.
[0019] Zur weiteren Verbesserung des Verformungsverhaltens kann zudem vorgesehen werden,
daß der Abschnitt vergrößerten Durchmessers eine abgestufte Querschnittsvergrößerung
aufweist.
[0020] Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht eines Aufschweißdübels;
- Figur 2
- einen Schnitt II - II gemäß Figur 1;
- Figur 3
- einen Dübel mit einem außenballigen Abschnitt;
- Figur 4
- einen Dübel mit einem innenballigen Abschnitt;
- Figur 5
- einen Dübel mit zwei gestuften Abschnitten;
- Figur 6
- einen Dübel in einer abgewandelten Ausführung und
- Figur 7
- ein Diagramm mit Last-Verformungslinien.
[0021] In Figur 1 ist ein Aufschweißdübel dargestellt, dessen Schaft am Aufschweißende 3
einem Abschnitt 2 vergrößerten Durchmessers besitzt. Der Abschnitt 2 vegrößerten Durchmessers
und der sonstige Schaftabschnitt 1 weisen jeweils die Form eines geraden Kreiszylinders
auf. Der Abschnitt 2 vergrößerten Durchmessers geht im dargestellten Ausführungsbeispiel
gleichmäßig über einen Übergangsabschnitt 4 in den sonstigen Schaftabschnitt 1 über.
Mit dem freien Ende des Abschnittes 2 vergrößerten Durchmessers, dem Aufschweißende
3, wird der Dübel mittels eines Bolzenschweißapparates auf ein nicht gezeigtes Bauteil
aus Stahl aufgeschweißt.
[0022] An dem dem Aufschweißende 3 gegenüberliegenden Ende weist der Dübel beim gezeigten
Ausführungsbeispiel einen Kopf 5 auf. Dieser dient der Übertragung von parallel zur
Längsachse des Dübels gerichteten Belastungen zwischen Beton und Dübel und damit auch
zur Verbesserung der Verankerung des Dübels im Beton.
[0023] In Figur 2 ist ein Schnitt II - II des Dübels gemäß Figur 1 dargestellt. Man erkennt
deutlich den kreisförmigen Querschnitt des Abschnittes 2 vergrößerten Durchmessers,
des Kopfes 5 sowie gestrichelt dargestellt des sonstigen Schaftabschnitts 1. In diesem
Ausführungsbeispiel ist der Durchmesser des Abschnittes 2 vergrößerten Durchmessers
gegenüber dem Durchmesser des sonstigen Schaftabschnitts 1 um ca. 40 % vergrößert.
Um eine gute Verankerung des Dübels im Beton zu erreichen, ist der dargestellte Kopf
5 im Durchmesser wesentlich größer als der Abschnitt 2 vergrößerten Durchmessers.
Da der Abschnitt 2 vergrößerten Durchmessers, der sonstige Schaftabschnitt 1 und der
Kopf 5 rotationssymmetrisch auf einer Achse liegen, kann der Dübel einfach hergestellt
werden.
[0024] Der gesamte Dübel ist im Einbauzustand in Beton eingesetzt. Bei einer Scherbelastung,
d. h. einer Belastung rechtwinklig zur Längsachse des Dübels im Bereich des Aufschweißendes
3, treten hohe Pressungen zwischen Dübel und Beton auf. Bei kleinen Scherbelastungen
konzentrieren sich die Pressungen in der Nähe des Aufschweißendes 3. Bei steigender
Scherbelastung nimmt die Größe des Bereiches des Dübels zu, der in dieser Form zur
Lastabtragung herangezogen wird. Bei Dübeln mit konstantem Durchmesser über die gesamte
Länge kann sich dieser Bereich, je nach Betonzusammensetzung bis über fast die gesamte
Dübellänge ausdehnen. Dies gilt besonders für Dübel mit großen Durchmessern, die eine
hohe Biegesteifigkeit besitzen. Verringert man den Durchmesser des herkömmlichen Dübels
auf ca. 2/3 des ursprünglichen Durchmessers auf einer Länge von ca. 80 % vom Kopf
5 her, so ergibt sich der Dübel gemäß Figur 1. Bei diesem Dübel konzentrieren sich
bei hohen Scherbelastungen die Pressungen im Bereich des Abschnittes 2 vergrößerten
Durchmessers. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Dübel mit einem Durchmesser, der
dem des Abschnittes 2 vergrößerten Durchmessers entspricht, liegen daher die übertragbaren
Scherbelastungen etwas niedriger. Allerdings liegen sie deutlich über den Scherbelastungen,
die ein herkömmlicher Dübel mit einem Durchmesser, der dem des sonstigen Schaftabschnittes
1 entspricht, zu übertragen in der Lage ist. Infolge der Konzentration der Pressungen
im Bereich des Abschnittes 2 vergrößerten Durchmessers wird dort der Beton im Vergleich
zu herkömmlichen Dübeln wesentlich stärker beansprucht. Dies führt zu größeren Verformungen
des Betons und zu einer Vergrößerung der lokal begrenzten Bereiche der Betonverdrängung.
Dies wiederum ermöglicht größere Dübelverschiebungen, d.h. größere Verschiebungen
des Dübelfußes, der in diesem Fall dem Abschitt 2 vergrößerten Durchmessers entspricht,
rechtwinklig zur Längsachse des Dübels. Mit wachsenden Verschiebungen nehmen auch
die Axialzugkräfte im Dübel zu. Diese wiederum liefern mit ihrem parallel zur Scherbelastung
verlaufenden Anteil einen deutlichen Beitrag zur Bruchlast des Dübels. Außerdem rufen
sie Verformungen des sonstigen Schaftabschnittes 1 hervor, die auch die Verschiebungen
des Abschnittes 2 vergrößerten Durchmessers vergrößern. Dadurch erklärt sich, daß
mit einem sehr hohen Gewinn in der Bruchverschiebung lediglich ein geringer Verlust
in der Bruchlast des Dübels oder sogar ein deutlicher Gewinn in der Bruchlast einhergeht,
je nachdem welche der oben genannten Betrachtungsweisen gewählt wird. Dies wird später
an Hand des Diagrammes gemäß Figur 7 deutlich.
[0025] In den Figuren 3, 4 und 5 sind verschiedene Ausführungsformen des Abschnittes 2 vergrößerten
Abschnitts dargestellt. Diese Ausführungen können in Verbindung mit verschiedenen
Betonsorten durchaus ein weiter verbessertes Tragverhalten bei einer Scherbelastung
bieten.
[0026] Im Diagramm gemäß Figur 7 sind die Last-Verformungslinien dreier Dübel aufgetragen.
Zwei dieser Linien, nämlich die Linien A und B, zeigen das Last-Verformungsverhalten
herkömmlicher Dübel. Beide Dübel haben die gleiche Länge und über die gesamte Länge
einen konstanten Querschnitt. Die Länge entspricht der Gesamtlänge des Dübels gemäß
Figur 1. Der Durchmesser entspricht dem Durchmesser des sonstigen Schaftabschnittes
1 gemäß Figur 1 für Kurve A und dem Durchmesser des Abschnittes 2 vergrößerten Durchmessers
gemäß Figur 1 für die Kurve B. In dem Diagramm ist die Scherkraft F in kN über der
Scherverschiebung s in mm aufgetragen. Dabei stellt s die relative Verschiebung des
Stahlbauteiles und damit auch des Dübelfußes gegenüber dem Betonteil dar. Wie zu erkennen
ist, liegt für Kurve A und den dazugehörigen Dübel die Bruchlast bei ca. 80 kN und
die Bruchverschiebung bei ca. 7,5 mm, während für Kurve B und den dazugehörigen Bolzen
die Bruchlast bei ca. 155 kN und die Bruchverschiebung bei ca. 9,0 mm liegt. Die Kurve
C stammt aus einem Versuch, in dem ein Dübel gemäß Figur 1 geprüft wurde, dessen Schaftdurchmesser
auf ca. 80 % der Dübellänge demjenigen der Dübel gemäß Kurve A und dessen Durchmesser
im Abschnitt vergrößertem Durchmessers demjenigen des Dübels gemäß Kurve B entsprach.
Man erkennt, daß die Bruchlast mit etwa 140 kN etwas geringer als bei Kurve B ist,
jedoch ergibt sich mit ca. 29 mm eine wesentliche Steigerung der Bruchverschiebung.
Aus diesen Werten ergibt sich überschlagsmäßig, daß bei den in diesem Beispiel vorgegebenen
konstruktiven Bedingungen das Arbeitsvermögen des Dübels durch Anordnung eines Abschnittes
vergrößerten Durchmessers im Vergleich zu den zu den Kurven A und B gehörigen Dübeln
um den Faktor 5,5 bzw. 3,0 gesteigert wird. Diese Werte können durch Änderung der
konstruktiven Vorgaben beeinflußt werden.
[0027] Natürlich entsprechen Tragverhalten und Tragfähigkeit eines erfindungsgemäßen Dübels
bei Belastung auf Zug weitgehend dem eines herkömmlichen Dübels mit einem konstanten,
dem Durchmesser des sonstigen Schaftabschnittes 1 entsprechenden Durchmesser. Jedoch
sind oftmals die Scherbelastungen ausschlaggebend für die Auslegung der Dübel, so
daß eine derartige gesteigerte Bruchverschiebung, das deutlich gesteigerte Arbeitsvermögen
und die hohen Bruchlasten in Scherrichtung viel entscheidender sind. Dabei sind vor
allem die großen Bruchverschiebungen z.B. bei Anwendung des Traglastverfahrens im
Verbundbau von besonderer Bedeutung. Ein weiterer Vorteil des im sonstigen Schaftabschnitts
verringerten Durchmessers des Dübels gemäß Figur 1 ist die Tatsache, daß dadurch mehr
Platz für die Anordnung von Bewehrungsstäben im Beton verbleibt. Dies ist z. B. bei
der Verwendung von Ankerplatten, in deren Umgebung erfahrungsgemäß vielfach eine Häufung
von Bewehrung notwendig ist, von Bedeutung.
1. Stahl-Beton-Verbundbauteil mit einem Stahlteil und einem Betonteil, die mittels zumindest
einem auf das Stahlteil aufgeschweißten Aufschweißdübel aus Metall miteinander verbunden
sind, wobei der Dübel einen Schaft mit einem Aufschweißende (3) aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Dübel aufgeschweißt ist, bei dem der Schaft vor dem Aufschweißen
am Aufschweißende (3) einen Abschnitt (2) mit einem gegenüber dem sonstigen Schaftabschnitt
(1) vergrößerten Durchmesser aufweist.
2. Verbundbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der sonstige Schaftabschnitt
(1) und der Abschnitt (2) vergrößerten Durchmessers rotationssymmetrisch zu einer
gemeinsamen Achse ausgebildet sind.
3. Verbundbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der sonstige Schaftabschnitt
(1) und der Abschnitt (2) vergrößerten Durchmessers die Form eines Prismas aufweisen.
4. Verbundbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der sonstige Schaftabschnitt
(1) rotationssymmetrisch und der Abschnitt (2) vergrößerten Durchmessers prismatisch
oder der sonstige Schaftabschnitt (1) prismatisch und der Abschnitt (2) vergrößerten
Durchmessers rotationssymmetrisch ausgeführt sind.
5. Verbundbauteil nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der sonstige
Schaftabschnitt (1) und/oder der Abschnitt (2) vergrößerten Durchmessers jeweils die
Form eines geraden Kreiszylinders aufweisen.
6. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abschnitt (2) vergrößerten Durchmessers in Achsrichtung ballig ist.
7. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abschnitt (2) vergrößerten Durchmessers mit einer stetigen Verjüngung (4) in den
sonstigen Schaftabschnitt (1) übergeht.
8. Verbundbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Dübel
an seinem freien Ende einen Kopf (5) aufweist.
9. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchmesser des Kopfes (5) mindestens so groß wie der Durchmesser des Abschnittes
(2) vergrößerten Durchmessers ist.
10. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis von Länge zu Durchmesser des Abschnitts (2) vergrößerten Durchmessers
zwischen 1:2 und 4:2 beträgt.
11. Verbundbauteil nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Länge
und Durchmesser des Abschnittes (2) vergrößerten Durchmessers zwischen 1:2 und 3:2
beträgt.
12. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis von Länge zu Durchmesser des sonstigen Schaftabschnitts (1) ohne Kopf
(5) etwa 3:1 oder größer ist.
13. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis des Durchmessers des Abschnittes (2) vergrößerten Durchmessers zu dem
des sonstigen Schaftabschnittes (1) zwischen etwa 7:6 und 10:6 liegt.
14. Verbundbauteil nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis des Durchmessers
des Abschnittes (2) vergrößerten Durchmessers zu dem des sonstigen Schaftabschnittes
(1) etwa 9:6 beträgt.
15. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Verhältnis der Länge des Abschnittes (2) vergrößerten Durchmessers zu der des
sonstigen Schaftabschnittes (1) ohne Kopf (5) mindestens 1:3 beträgt.
16. Verbundbauteil nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Länge
des Abschnittes (2) vergrößerten Durchmessers zu der des sonstigen Schaftabschnittes
(1) ohne Kopf (5) zwischen 1:3 und 1:8 liegt.
17. Verbundbauteil nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Länge
des Abschnittes (2) vergrößerten Durchmessers zu der des sonstigen Schaftabschnittes
(1) ohne Kopf (5) zwischen 1:4 und 1:7 liegt.
18. Verbundbauteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abschnitt (2) vergrößerten Durchmessers eine abgestufte Querschnittsvergrößerung
aufweist.
1. Composite concrete-steel component with a steel part and a concrete part, which are
interconnected by means of at least one metallic welded dowel welded onto the steel
part, the dowel having a shank with a welded end (3), characterized in that a dowel
is welded, in which, prior to welding to the welded end (3), the shank has a portion
(2) with a larger diameter than the remaining shank portion (1).
2. Composite component according to claim 1, characterized in that the remaining shank
portion (1) and the larger diameter portion (2) are rotationally symmetrical to a
common axis.
3. Composite component according to claim 1, characterized in that the remaining shank
portion (1) and the larger diameter portion (2) are shaped like a prism.
4. Composite component according to claim 1, characterized in that the remaining shank
portion (1) is rotationally symmetrical and the larger diameter portion (2) prismatic,
or the remaining shank portion (1) is prismatic and the larger diameter portion (2)
is rotationally symmetrical.
5. Composite component according to claim 1,2 or 4, characterized in that the remaining
shank portion (1) and/or the larger diameter portion (2) are in each case shaped like
a straight circular cylinder.
6. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the larger diameter portion (2) is axially dome-shaped.
7. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the larger diameter portion (2) passes with a continuous taper (4) into the remaining
shank portion (1).
8. Composite component according to one of the claims 1 to 7, characterized in that at
its free end the dowel has a head (5).
9. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the diameter of the head (5) is at least as large as the diameter of the larger diameter
portion (2).
10. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the length to diameter ratio of the larger diameter portion (2) is between 1:2 and
4:2.
11. Composite component according to claim 10, characterized in that the length to diameter
ratio of the larger diameter portion (2) is between 1:2 and 3:2.
12. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the length to diameter ratio of the remaining portion (1) without the head (5) is
approximately 3:1 or larger.
13. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the diameter of the larger diameter portion (2) to that of the remaining shank portion
(1) is between approximately 7:6 and 10:6.
14. Composite component according to claim 13, characterized in that the ratio of the
diameter of the larger diameter portion (2) to that of the remaining shank portion
(1) is approximately 9:6.
15. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the ratio of the length of the larger diameter portion (2) to that of the remaining
shank portion (1), without the head (5), is at least 1:3.
16. Composite component according to claim 15, characterized in that the ratio of the
length of the larger diameter portion (2) to that of the remaining shank portion (1),
without the head (5) is between 1:3 and 1:8.
17. Composite component according to claim 16, characterized in that the ratio of the
length of the larger diameter portion (2) to that of the remaining shank portion (1),
without the head (5), is between 1:4 and 1:7.
18. Composite component according to one of the preceding claims, characterized in that
the larger diameter portion (2) has a stepped cross-sectional enlargement.
1. Elément de construction acier-béton comprenant une partie en acier et une partie en
béton, reliées entre elles par au moins un goujon à souder en acier soudé sur la partie
en acier, le goujon présentant une tige comportant une extrémité à souder (3), caractérisé
en ce qu'un goujon est soudé dont la tige présente, en-deça de la soudure de l'extrémité
à souder (3), un segment (2) de diamètre élargi par rapport à l'autre segment (1)
de tige.
2. Elément selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'autre segment (1) de tige
et le segment (2) de diamètre élargi sont conformés symétriques en rotation par rapport
à un axe commun.
3. Elément selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'autre segment (1) de tige
et le segment (2) de diamètre élargi sont de forme prismatique.
4. Elément selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'autre segment (1) de tige
est symétrique en rotation et le segment (2) de diamètre élargi prismatique, ou en
ce que l'autre segment (1) de tige est prismatique et le segment (2) de diamètre élargi
est symétrique en rotation.
5. Elément selon l'une quelconque des revendications 1, 2 ou 4, caractérisé en ce que
l'autre segment (1) de tige et/ou le segment (2) de diamètre élargi présentent chacun
la forme d'un cylindre circulaire droit.
6. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le segment (2) de diamètre élargi est convexe dans le sens de l'axe.
7. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le passage du segment (2) de diamètre élargi vers le segment se fait par un rétrécissement
(4) progressif.
8. Elément selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le
goujon présente à son extrémité libre une saillie (5).
9. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le diamètre de la saillie (5) est au moins de la dimension du diamètre du segment
(2) de diamètre élargi.
10. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le rapport entre la longueur et le diamètre du segment (2) de diamètre élargi se situe
entre 1/2 et 4/2.
11. Elément selon la revendication 10, caractérisé en ce que le rapport de la longueur
et du diamètre du segment (2) de diamètre élargi se situe entre 1/2 et 3/2.
12. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le rapport entre la longueur et le diamètre de l'autre segment (1) de tige est de
l'ordre de 3/1 ou plus, saillie (5) non comprise.
13. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le rapport entre le diamètre du segment (2) de diamètre élargi et celui de l'autre
segment (1) de tige se situe entre 7/6 et 10/6.
14. Elément selon la revendication 13, caractérisé en ce que le rapport entre le diamètre
du segment (2) de diamètre élargi et celui de l'autre segment (1) de tige est d'environ
9/6.
15. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le rapport entre la longueur du segment (2) de diamètre élargi et celle de l'autre
segment (1) de tige est d'au moins 1/3, saillie (5) non comprise.
16. Elément selon la revendication 15, caractérisé en ce que le rapport entre la longueur
du segment (2) de diamètre élargi et celle de l'autre segment (1) de tige se situe
entre 1/3 et 1/8, saillie (5) non comprise.
17. Elément selon la revendication 16, caractérisé en ce que le rapport entre la longueur
du segment (2) de diamètre élargi et celle de l'autre segment (1) de tige se situe
entre 1/4 et 1/7, saillie (5) non comprise.
18. Elément selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
le segment (2) de diamètre élargi présente une augmentation de section étagée.

