(19)
(11) EP 0 470 454 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.02.1992  Patentblatt  1992/07

(21) Anmeldenummer: 91112569.8

(22) Anmeldetag:  26.07.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B66F 9/07, B65G 1/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 04.08.1990 DE 4024822

(71) Anmelder: Köttgen GmbH & Co Kommanditgesellschaft
D-5060 Bergisch Gladbach 2 (DE)

(72) Erfinder:
  • Gronau, Christian Jürgen
    W-5060 Bergisch Gladbach 2 (DE)

(74) Vertreter: Nau, Walter, Dipl.-Ing. 
c/o Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Patentwesen PR-P
D-51057 Köln
D-51057 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Regalfördersystem


    (57) Regalfördersystem mit einem Regalförderzeug (1), das in einem Ober- und in einem Bodenschienensystem (8,7) geführt ist, oder mit einem Regalbediengerät (1), das in einem Bodenschienensystem (8) geführt ist, wobei beide an einem Rahmen (2) angelenkte Laufwerke (3) aufweisen, die mittels Laufräder beim Regalbediengerät auf Laufflächen des Schienensystems oder auf dem Boden, geführt mittels zumindest einer Führungsschiene, und beim Regalförderzeug (1) auf zumindest einer Lauffläche des Schienensystems abgestützt und bei letzterem mit Leitelementen (12) ausgestattet sind, die seitlich am Schienensystem angreifen und an Abzweigungen zur Geradeausfahrt bzw. zur Einleitung von Abzweigungsfahrten einseitig von dem Schienensystem entfernbar sind, wobei das Regalfördersystem, um ein ungewolltes Abheben der Laufräder von den Schienen (11) zu verhindern, aktivierbare Magnete oder Magnetblöcke (10) aufweist, die oberhalb der Lauffläche mit minimalem Abstand davon angeordnet sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Regalfördersystem mit einem Regalförderzeug, das in einem Ober- und in einem Bodenschienensystem geführt ist oder mit einem Regalbediengerät, das in einem Bodenschienensystem geführt ist, wobei beide an einem Rahmen angelenkte Laufwerke aufweisen, die mittels Laufräder beim Regalbediengerät auf Laufflächen des Schienensystems oder auf dem Boden, geführt mittels zumindest einer Führungsschiene, und beim Regalförderzeug auf zumindest einer Lauffläche des Schienensystems abgestützt und bei letzterem mit Leitelementen ausgestattet sind, die seitlich am Schienensystem angreifen und an Abzweigungen zur Geradeausfahrt bzw. zur Einleitung von Abzweigungsfahrten einseitig von dem Schienensystem entfernbar sind, und wobei das Regalfördersystem Halteelemente aufweist, die ein ungewolltes Abheben der Laufräder von den Schienen verhindern.

    [0002] Ein derartiges Regalförderzeug (DE-A- 34 46 310) weist pro Laufwerk je ein einziges Laufrad auf, das auf der ebenen Fläche einer einspurigen Schiene abgestützt ist. Jedes Laufwerk weist weiterhin pro Seite zwei Leitelemente auf, die bei Geradeausfahrt die Führung des Laufwerkes auf der Schiene sicherstellen und bei Abzweigungen je nach gewünschter Fahrtrichtigung einseitig angehoben werden. Dabei ist es erforderlich, daß den dann nicht anhobenen Leitelementen eine äußere Zusatzschiene zugeordnet ist, damit die Laufräder nicht von den Laufflächen der Bodenschiene herunterlaufen können. Das bekannte Regalförderzeug weist weiterhin Halteelemente auf, die mit den Leitelementen zu einer Einheit zusammengefaßt sind, jedoch in Verbindung mit dem Ein-Laufflächensystem und dem zusätzlichen außeren Leitprofil den Nachteil aufweisen, daß die Halte- und Leitelemente nicht weggeklappt sondern im Bereich der Abzweigungen angehoben werden müssen, so daß Aussparungen erforderlich sind, damit die Halteelemente die Hinterschneidung der Lauffläche verlassen können.

    [0003] Es ist weiterhin ein Regalförderzeug mit zwei Schienen und zwei Laufrädern pro Laufwerk bekannt (EP-A- 0 298 341), bei dem zwischen den Laufflächen des Schienensystems angeordnete Führungselemente gleichzeitig als Halteelemente ausgebildet sind, die unter die Hinterschneidungsflächen des Schienensystems greifen.

    [0004] Die bekannten Regalförderzeuge in Verbindung mit ihren Schienensystemen sind zwar funktionssicher und erfüllen ihre Aufgabe, sind jedoch aufwendig in der Herstellung und Speziallösungen für das jeweilige Schienensystem.

    [0005] Weiterhin sind Regalbediengeräte bekannt, die ähnlich wie die Regalförderzeuge aufgebaut sind, sich aber zumeist dadurch unterscheiden, daß sie nicht zum Befahren von Abzweigungen ausgelegt sind. Sie können auch ohne Oberschienensystem auskommen und weiterhin so ausgelegt sein, daß sie mit Gummibereifung auf dem Boden fahren und nur in zumindest einer Schiene geführt sind.

    [0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Regalfördersystem in der Hinsicht zu verbessern, daß unabhängig von dem Schienensystem (ein- oder zweischienig) und den Fahrzeugen ein Haltesystem zur Verfügung steht, das mit einfachem Bauaufwand und geringem Bedienungsaufwand auskommt und kostengünstig in der Herstellung ist. Weiterhin soll es leicht automatisierbar sein, d.h. der Steuerung automatisch arbeitender Regalfördersysteme angepaßt werden können. Diese Aufgabe der Erfindung wird im wesentlichen dadurch gelöst, daß die Halteelemente als Magnet oder Magnetblöcke ausgebildet sind, die im Bereich der Laufflächen, mit minimalem Abstand dazu, angeordnet sind. Sobald die Gefahr besteht, daß eines der Laufwerke, beispielsweise beim scharfen Bremsen oder starken Beschleunigen abheben würde, so werden die Magnete oder Magnetblöcke eingeschaltet, die dadurch eine praktisch berührungsfreie Verklammerung mit dem Schienensystem erzeugen. Je nach Größe des Regalfördersystems können daher kleine Magnete ausreichen oder mehrere Magnete mit entsprechenden Magnetkernen zu Magnetblöcken zusammengefaßt sein. Die Magnete oder Magnetblöcke eignen sich besonders für die Verklammerung der Regalförderfahrzeuge oder Bediengeräte an den Schienen gegen Abheben, weil die schienengeführten Regalförderzeuge oder Bediengeräte zumeist ungefedert sind, so daß die Magnete oder Magnetblöcke mit minimalem Abstand zu den Laufflächen der Schienen angeordnet sein können, weil kein Federweg zu berücksichtigen ist. Aufgrund des erzielbaren geringen Luftspaltes wird daher eine sehr wirkungsvolle Halterung erreicht. Die Magnete oder Magnetblöcke sind vorzugsweise oberhalb der Lauffläche der Schienen angeordnet. Sie können aber auch seitlich an den Schienenköpfen angeordnet sein, wobei dann auch beidseitig der Schienenköpfe Magnete angeordnet werden können.

    [0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Magnete oder Magnetblökke an den Laufwerken befestigt sind. Je nach erforderlicher Haltekraft und vorhandenem Schienensystem können bis zu vier Magnete bzw. Magnetblöcke vorgesehen und vor sowie hinter dem Laufwerk angeordnet sein. Die Magnete oder Magnetblöcke können aber auch an den Endbereichen der Rahmen angebracht sein.

    [0008] Weiterhin wird vorgeschlagen, daß an den Laufwerken und/oder den Rahmen Sensoren angebracht sind, die entweder den Abstand zu den Laufflächen ermitteln oder die jeweilige Belastung des Laufwerks feststellen und danach ggfs. über eine Steuereinheit die Magnete oder Magnetblöcke ein- und ausschalten. Dabei können die Sensoren nach dem Induktionsprinzip, d.h. als Induktionsspule ausgebildet sein, deren Kraftfeld durch das Schienensystem bzw. die Laufflächen beeinflußt wird. Die Sensoren können aber auch als Lichtschranke ausgebildet sein und dadurch ein Abheben der Laufräder bzw. der Laufwerke signalisieren. Eine Lastmessung kann beispielsweise durch an geeigneter Stelle eingebaute Drucksensoren bzw. die Verformung messende Sensoren ermittelt werden.

    [0009] Die automatische Steuerung bzw. Ein- und Ausschaltung der Magnete bzw. Magnetblöcke, gleich mit welchen Sensoren, geht davon aus, daß immer dann, wenn sich der Abstand zwischen Laufwerk oder Regalförderzeugrahmen und Lauffläche des Schienensystems über das normale Maß hinaus vergrößert, die Magnete eingeschaltet werden, die dann ein Abheben des Laufwerkes verhindern. Bei den die Belastung des Laufwerkes ermittelnden Sensoren werden die Magente dann eingeschaltet, wenn die Belastung unter ein bestimmtes Maß absinkt bzw. an dem betreffenden Laufwerk Null wird.

    [0010] Dadurch, daß die Halteorgane als Magnete oder Magnetblöcke ausgebildet sind, wird für den Fall, daß ein Abheben eines der Laufwerke durch eine starke Bremsung hervorgerufen wird, eine im doppelten Sinn wirkende Bremskraft erzeugt. Dies einmal dadurch, daß das entlastete Laufwerk belastet wird und dadurch die Laufräder wieder bremsen, zum anderen dadurch, daß die Magnete oder Magnetblöcke in Verbindung mit dem Schienensystem als magnetische Bremse wirken.

    [0011] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnungen verwiesen, in denen Ausführungsbeispiele der Erfindung in Verbindung mit Regalförderzeugen vereinfacht dargestellt sind. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Seitenansicht eines Regalfördersystems, das in einem Ober- und einem Bodenschienensystem geführt ist,

    Fig. 2 ein Regalfördersystem gemäß Fig. 1 mit Ansicht in Fahrtrichtung des Systems, wobei seitliche Regale angedeutet sind,

    Fig. 3 eine Ansicht eines skizzierten Laufwerkes in vergrößertem Maßstab mit einem Doppelschienensystem,

    Fig. 4 eine Draufsicht auf ein Doppelschienensystem mit Abzweigung und einem skizzierten Laufwerk,

    Fig. 5 eine Ansicht eines skizzierten Laufwerkes in vergrößertem Maßstab mit einem Einschienensystem,

    Fig. 6 ein Laufwerk gemäß Fig. 4 im Bereich einer Abzweigung,

    Fig. 7 ein zu einem Laufwerk gemäß den Fig. 4 und 5 passenden Schienensystem mit Darstellung einer Abzweigung und

    Fig. 8 ein Laufwerk nach Fig. 4 in Seitenansicht.



    [0012] In den Fig. 1 bis 8 ist, soweit im einzelen dargestellt, mit 1 ein Regalförderzeug bezeichnet, daß einen Regalförderzeugrahmen 2 mit zwei Laufwerken 3, einen Mast 4 und einen oberen Fahrzeugrahmen 5 aufweist. Weiterhin weist das Fahrzeug ein mit 6 bezeichnetes Hubgerüst auf, das in an sich bekannter Weise an verschiedenen Stellen Lasten aufnehmen und absetzen kann. Das Regalförderfahrzeug 1 ist weiterhin in einem Bodenschienensystem 7 und einem Oberschienensystem 8 geführt. Seitlich vom Regalförderzeug 1 sind, wie in Fig. 2 dargestellt, Regale 9 angeordnet.

    [0013] Wie der Fig. 1 weiter zu entnehmen ist, weist das links neben dem Mast 4 angeordnete Laufwerk einen elektrischen Antriebsmotor 9a auf, der über ein im einzelnen nicht dargestelltes Getriebe mit einem Laufrad bzw. mit Laufrädern eines Laufwerkes 3 verbunden ist. Auf der dem elektrischen Antriebsmotor abgewandten Seite des Laufwerks 3 ist ein mit 10 bezeichneter Magnetblock angeordnet, der mit dem Laufwerk fest verbunden ist und mit geringem Abstand oberhalb des Bodenschienensystems 7 angeordnet ist. Auch das Laufwerk 3 auf der rechten Seite des Mastes 4 weist einen Magnetblock 10 auf, der in entsprechender Weise ausgebildet ist. Auch dieses Laufwerk kann selbstverständlich einen Antriebsmotor aufweisen.

    [0014] Das Bodenschienensystem 7 gemäß Fig. 2 weist zwei Schienen 11 auf, die parallel zueinander angeordnet und zu einem an sich bekannten Doppelschienensystem ausgebildet sind. Bei einem solchen Doppelschienensystem besteht die Möglichkeit, daß jedes Laufwerk insgesamt vier Magnetblöcke 10 aufnehmen kann, die vor und hinter dem Laufwerk angeordnet sind.

    [0015] In den Fig. 3 und 4, die ein Laufwerk nach Fig. 2 in vergrößertem Maße darstellen, sind darüberhinaus noch die mit 12 bezeichneten Leitelemente dargestellt, die zur Führung und Steuerung bei Abzweigungen alternativ abgesenkt werden können.

    [0016] In den Fig. 5 bis 8 ist ein Bodenschienensystem 7 im vergrößertem Maßstab einschließlich der dazugehörigen Laufwerke dargestellt, das aus einer einzigen Schiene 11 besteht. Gemäß Fig. 5, die das Laufwerk bei Geradeausfahrt zeigt, sind beide Leitelemente 12 abgesenkt. Wie den Fig. 6 und 7 zu entnehmen ist, sind bei Abzweigungen Hilfsschienen 13 vorgesehen, so daß bei Absenkung der Leitelemente 12 auf nur einer Seite eine Lenkung und Führung gewährleistet ist. Insbesondere in Fig. 8, die ein Laufwerk nach Fig. 4 zeigt, ist zu sehen, daß vor und hinter dem Laufwerk 3 je ein Magnetblock 10 angeordnet ist.

    [0017] Wie weiter Fig. 8 zu entnehmen ist, sind an dem mit 14 bezeichneten Halter für den Magnetblock Sensoren 15 befestigt, die im vorliegenden Fall als induktive Sensoren ausgebildet sind und bei einer Abstandsänderung zur Lauffläche der Schiene 11 eine Induktionsänderung signalisieren, die zur Steuerung der Magnetblöcke 10 benutzt wird.

    [0018] In der Zeichnungsbeschreibung ist die Erfindung nur in Verbindung mit Regalförderzeugen erläutert. Die Erfindung kann aber auch in entsprechender Weise bei ebenfalls bekannten Bediengeräten angewandt werden, wie dies in den Ansprüchen und der allgemeinen Beschreibung ausgeführt ist.


    Ansprüche

    1. Regalfördersystem mit einem Regalförderzeug, das in einem Ober- und in einem Bodenschienensystem geführt ist, oder mit einem Regalbediengerät, das in einem Bodenschienensystem geführt ist, wobei beide an einem Rahmen angelenkte Laufwerke aufweisen, die mittels Laufräder beim Regalbediengerät auf Laufflächen des Schienensystems oder auf dem Boden, geführt mittels zumindest einer Führungsschiene, und beim Regalförderzeug auf zumindest einer Lauffläche des Schienensystems abgestützt und bei letzterem mit Leitelementen ausgestattet sind, die seitlich am Schienensystem angreifen und an Abzweigungen zur Geradeausfahrt bzw. zur Einleitung von Abzweigungsfahrten einseitig von dem Schienensystem entfernbar sind, und wobei das Regalfördersystem Halteelemente aufweist, die ein ungewolltes Abheben der Laufräder von den Schienen verhindern,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Halteelemente als Magnete oder Magnetblöcke (10) ausgebildet sind, die im Bereich der Laufflächen, mit minimalem Abstand, dazu angeordnet sind.
     
    2. Regalfördersystem nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Magnete oder Magnetblöcke (10) an den Laufwerken (3) befestigt sind.
     
    3. Regalfördersystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnete oder Magnetblöcke (10) an den Endbereichen der Rahmen (2) befestigt sind.
     
    4. Regalfördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, daß an den Laufwerken (3) und/oder dem Rahmen (2) Sensoren (15) angebracht sind, die entweder den Abstand zu der Lauffläche ermitteln oder die Belastung des jeweiligen Laufwerkes (3) messen und danach ggfs. über eine Steuereinheit die Magnete oder Magnetblöcke (10) ein- und ausschalten.
     
    5. Regalfördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren (15) nach dem Induktionsprinzip mit den Schienen (11) in Wirkverbindung stehen.
     
    6. Regalfördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren
     
    (18) als optisch arbeitende Geber ausgebildet sind.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht