[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Regalfördersystem mit einem Regalförderzeug, das
in einem Ober- und in einem Bodenschienensystem geführt ist oder mit einem Regalbediengerät,
das in einem Bodenschienensystem geführt ist, wobei beide an einem Rahmen angelenkte
Laufwerke aufweisen, die mittels Laufräder beim Regalbediengerät auf Laufflächen des
Schienensystems oder auf dem Boden, geführt mittels zumindest einer Führungsschiene,
und beim Regalförderzeug auf zumindest einer Lauffläche des Schienensystems abgestützt
und bei letzterem mit Leitelementen ausgestattet sind, die seitlich am Schienensystem
angreifen und an Abzweigungen zur Geradeausfahrt bzw. zur Einleitung von Abzweigungsfahrten
einseitig von dem Schienensystem entfernbar sind, und wobei das Regalfördersystem
Halteelemente aufweist, die ein ungewolltes Abheben der Laufräder von den Schienen
verhindern.
[0002] Ein derartiges Regalförderzeug (DE-A- 34 46 310) weist pro Laufwerk je ein einziges
Laufrad auf, das auf der ebenen Fläche einer einspurigen Schiene abgestützt ist. Jedes
Laufwerk weist weiterhin pro Seite zwei Leitelemente auf, die bei Geradeausfahrt die
Führung des Laufwerkes auf der Schiene sicherstellen und bei Abzweigungen je nach
gewünschter Fahrtrichtigung einseitig angehoben werden. Dabei ist es erforderlich,
daß den dann nicht anhobenen Leitelementen eine äußere Zusatzschiene zugeordnet ist,
damit die Laufräder nicht von den Laufflächen der Bodenschiene herunterlaufen können.
Das bekannte Regalförderzeug weist weiterhin Halteelemente auf, die mit den Leitelementen
zu einer Einheit zusammengefaßt sind, jedoch in Verbindung mit dem Ein-Laufflächensystem
und dem zusätzlichen außeren Leitprofil den Nachteil aufweisen, daß die Halte- und
Leitelemente nicht weggeklappt sondern im Bereich der Abzweigungen angehoben werden
müssen, so daß Aussparungen erforderlich sind, damit die Halteelemente die Hinterschneidung
der Lauffläche verlassen können.
[0003] Es ist weiterhin ein Regalförderzeug mit zwei Schienen und zwei Laufrädern pro Laufwerk
bekannt (EP-A- 0 298 341), bei dem zwischen den Laufflächen des Schienensystems angeordnete
Führungselemente gleichzeitig als Halteelemente ausgebildet sind, die unter die Hinterschneidungsflächen
des Schienensystems greifen.
[0004] Die bekannten Regalförderzeuge in Verbindung mit ihren Schienensystemen sind zwar
funktionssicher und erfüllen ihre Aufgabe, sind jedoch aufwendig in der Herstellung
und Speziallösungen für das jeweilige Schienensystem.
[0005] Weiterhin sind Regalbediengeräte bekannt, die ähnlich wie die Regalförderzeuge aufgebaut
sind, sich aber zumeist dadurch unterscheiden, daß sie nicht zum Befahren von Abzweigungen
ausgelegt sind. Sie können auch ohne Oberschienensystem auskommen und weiterhin so
ausgelegt sein, daß sie mit Gummibereifung auf dem Boden fahren und nur in zumindest
einer Schiene geführt sind.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Regalfördersystem in der Hinsicht
zu verbessern, daß unabhängig von dem Schienensystem (ein- oder zweischienig) und
den Fahrzeugen ein Haltesystem zur Verfügung steht, das mit einfachem Bauaufwand und
geringem Bedienungsaufwand auskommt und kostengünstig in der Herstellung ist. Weiterhin
soll es leicht automatisierbar sein, d.h. der Steuerung automatisch arbeitender Regalfördersysteme
angepaßt werden können. Diese Aufgabe der Erfindung wird im wesentlichen dadurch gelöst,
daß die Halteelemente als Magnet oder Magnetblöcke ausgebildet sind, die im Bereich
der Laufflächen, mit minimalem Abstand dazu, angeordnet sind. Sobald die Gefahr besteht,
daß eines der Laufwerke, beispielsweise beim scharfen Bremsen oder starken Beschleunigen
abheben würde, so werden die Magnete oder Magnetblöcke eingeschaltet, die dadurch
eine praktisch berührungsfreie Verklammerung mit dem Schienensystem erzeugen. Je nach
Größe des Regalfördersystems können daher kleine Magnete ausreichen oder mehrere Magnete
mit entsprechenden Magnetkernen zu Magnetblöcken zusammengefaßt sein. Die Magnete
oder Magnetblöcke eignen sich besonders für die Verklammerung der Regalförderfahrzeuge
oder Bediengeräte an den Schienen gegen Abheben, weil die schienengeführten Regalförderzeuge
oder Bediengeräte zumeist ungefedert sind, so daß die Magnete oder Magnetblöcke mit
minimalem Abstand zu den Laufflächen der Schienen angeordnet sein können, weil kein
Federweg zu berücksichtigen ist. Aufgrund des erzielbaren geringen Luftspaltes wird
daher eine sehr wirkungsvolle Halterung erreicht. Die Magnete oder Magnetblöcke sind
vorzugsweise oberhalb der Lauffläche der Schienen angeordnet. Sie können aber auch
seitlich an den Schienenköpfen angeordnet sein, wobei dann auch beidseitig der Schienenköpfe
Magnete angeordnet werden können.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Magnete oder
Magnetblökke an den Laufwerken befestigt sind. Je nach erforderlicher Haltekraft und
vorhandenem Schienensystem können bis zu vier Magnete bzw. Magnetblöcke vorgesehen
und vor sowie hinter dem Laufwerk angeordnet sein. Die Magnete oder Magnetblöcke können
aber auch an den Endbereichen der Rahmen angebracht sein.
[0008] Weiterhin wird vorgeschlagen, daß an den Laufwerken und/oder den Rahmen Sensoren
angebracht sind, die entweder den Abstand zu den Laufflächen ermitteln oder die jeweilige
Belastung des Laufwerks feststellen und danach ggfs. über eine Steuereinheit die Magnete
oder Magnetblöcke ein- und ausschalten. Dabei können die Sensoren nach dem Induktionsprinzip,
d.h. als Induktionsspule ausgebildet sein, deren Kraftfeld durch das Schienensystem
bzw. die Laufflächen beeinflußt wird. Die Sensoren können aber auch als Lichtschranke
ausgebildet sein und dadurch ein Abheben der Laufräder bzw. der Laufwerke signalisieren.
Eine Lastmessung kann beispielsweise durch an geeigneter Stelle eingebaute Drucksensoren
bzw. die Verformung messende Sensoren ermittelt werden.
[0009] Die automatische Steuerung bzw. Ein- und Ausschaltung der Magnete bzw. Magnetblöcke,
gleich mit welchen Sensoren, geht davon aus, daß immer dann, wenn sich der Abstand
zwischen Laufwerk oder Regalförderzeugrahmen und Lauffläche des Schienensystems über
das normale Maß hinaus vergrößert, die Magnete eingeschaltet werden, die dann ein
Abheben des Laufwerkes verhindern. Bei den die Belastung des Laufwerkes ermittelnden
Sensoren werden die Magente dann eingeschaltet, wenn die Belastung unter ein bestimmtes
Maß absinkt bzw. an dem betreffenden Laufwerk Null wird.
[0010] Dadurch, daß die Halteorgane als Magnete oder Magnetblöcke ausgebildet sind, wird
für den Fall, daß ein Abheben eines der Laufwerke durch eine starke Bremsung hervorgerufen
wird, eine im doppelten Sinn wirkende Bremskraft erzeugt. Dies einmal dadurch, daß
das entlastete Laufwerk belastet wird und dadurch die Laufräder wieder bremsen, zum
anderen dadurch, daß die Magnete oder Magnetblöcke in Verbindung mit dem Schienensystem
als magnetische Bremse wirken.
[0011] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnungen verwiesen, in denen
Ausführungsbeispiele der Erfindung in Verbindung mit Regalförderzeugen vereinfacht
dargestellt sind. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Regalfördersystems, das in einem Ober- und einem Bodenschienensystem
geführt ist,
Fig. 2 ein Regalfördersystem gemäß Fig. 1 mit Ansicht in Fahrtrichtung des Systems,
wobei seitliche Regale angedeutet sind,
Fig. 3 eine Ansicht eines skizzierten Laufwerkes in vergrößertem Maßstab mit einem
Doppelschienensystem,
Fig. 4 eine Draufsicht auf ein Doppelschienensystem mit Abzweigung und einem skizzierten
Laufwerk,
Fig. 5 eine Ansicht eines skizzierten Laufwerkes in vergrößertem Maßstab mit einem
Einschienensystem,
Fig. 6 ein Laufwerk gemäß Fig. 4 im Bereich einer Abzweigung,
Fig. 7 ein zu einem Laufwerk gemäß den Fig. 4 und 5 passenden Schienensystem mit Darstellung
einer Abzweigung und
Fig. 8 ein Laufwerk nach Fig. 4 in Seitenansicht.
[0012] In den Fig. 1 bis 8 ist, soweit im einzelen dargestellt, mit 1 ein Regalförderzeug
bezeichnet, daß einen Regalförderzeugrahmen 2 mit zwei Laufwerken 3, einen Mast 4
und einen oberen Fahrzeugrahmen 5 aufweist. Weiterhin weist das Fahrzeug ein mit 6
bezeichnetes Hubgerüst auf, das in an sich bekannter Weise an verschiedenen Stellen
Lasten aufnehmen und absetzen kann. Das Regalförderfahrzeug 1 ist weiterhin in einem
Bodenschienensystem 7 und einem Oberschienensystem 8 geführt. Seitlich vom Regalförderzeug
1 sind, wie in Fig. 2 dargestellt, Regale 9 angeordnet.
[0013] Wie der Fig. 1 weiter zu entnehmen ist, weist das links neben dem Mast 4 angeordnete
Laufwerk einen elektrischen Antriebsmotor 9a auf, der über ein im einzelnen nicht
dargestelltes Getriebe mit einem Laufrad bzw. mit Laufrädern eines Laufwerkes 3 verbunden
ist. Auf der dem elektrischen Antriebsmotor abgewandten Seite des Laufwerks 3 ist
ein mit 10 bezeichneter Magnetblock angeordnet, der mit dem Laufwerk fest verbunden
ist und mit geringem Abstand oberhalb des Bodenschienensystems 7 angeordnet ist. Auch
das Laufwerk 3 auf der rechten Seite des Mastes 4 weist einen Magnetblock 10 auf,
der in entsprechender Weise ausgebildet ist. Auch dieses Laufwerk kann selbstverständlich
einen Antriebsmotor aufweisen.
[0014] Das Bodenschienensystem 7 gemäß Fig. 2 weist zwei Schienen 11 auf, die parallel zueinander
angeordnet und zu einem an sich bekannten Doppelschienensystem ausgebildet sind. Bei
einem solchen Doppelschienensystem besteht die Möglichkeit, daß jedes Laufwerk insgesamt
vier Magnetblöcke 10 aufnehmen kann, die vor und hinter dem Laufwerk angeordnet sind.
[0015] In den Fig. 3 und 4, die ein Laufwerk nach Fig. 2 in vergrößertem Maße darstellen,
sind darüberhinaus noch die mit 12 bezeichneten Leitelemente dargestellt, die zur
Führung und Steuerung bei Abzweigungen alternativ abgesenkt werden können.
[0016] In den Fig. 5 bis 8 ist ein Bodenschienensystem 7 im vergrößertem Maßstab einschließlich
der dazugehörigen Laufwerke dargestellt, das aus einer einzigen Schiene 11 besteht.
Gemäß Fig. 5, die das Laufwerk bei Geradeausfahrt zeigt, sind beide Leitelemente 12
abgesenkt. Wie den Fig. 6 und 7 zu entnehmen ist, sind bei Abzweigungen Hilfsschienen
13 vorgesehen, so daß bei Absenkung der Leitelemente 12 auf nur einer Seite eine Lenkung
und Führung gewährleistet ist. Insbesondere in Fig. 8, die ein Laufwerk nach Fig.
4 zeigt, ist zu sehen, daß vor und hinter dem Laufwerk 3 je ein Magnetblock 10 angeordnet
ist.
[0017] Wie weiter Fig. 8 zu entnehmen ist, sind an dem mit 14 bezeichneten Halter für den
Magnetblock Sensoren 15 befestigt, die im vorliegenden Fall als induktive Sensoren
ausgebildet sind und bei einer Abstandsänderung zur Lauffläche der Schiene 11 eine
Induktionsänderung signalisieren, die zur Steuerung der Magnetblöcke 10 benutzt wird.
[0018] In der Zeichnungsbeschreibung ist die Erfindung nur in Verbindung mit Regalförderzeugen
erläutert. Die Erfindung kann aber auch in entsprechender Weise bei ebenfalls bekannten
Bediengeräten angewandt werden, wie dies in den Ansprüchen und der allgemeinen Beschreibung
ausgeführt ist.
1. Regalfördersystem mit einem Regalförderzeug, das in einem Ober- und in einem Bodenschienensystem
geführt ist, oder mit einem Regalbediengerät, das in einem Bodenschienensystem geführt
ist, wobei beide an einem Rahmen angelenkte Laufwerke aufweisen, die mittels Laufräder
beim Regalbediengerät auf Laufflächen des Schienensystems oder auf dem Boden, geführt
mittels zumindest einer Führungsschiene, und beim Regalförderzeug auf zumindest einer
Lauffläche des Schienensystems abgestützt und bei letzterem mit Leitelementen ausgestattet
sind, die seitlich am Schienensystem angreifen und an Abzweigungen zur Geradeausfahrt
bzw. zur Einleitung von Abzweigungsfahrten einseitig von dem Schienensystem entfernbar
sind, und wobei das Regalfördersystem Halteelemente aufweist, die ein ungewolltes
Abheben der Laufräder von den Schienen verhindern,
dadurch gekennzeichnet, daß die Halteelemente als Magnete oder Magnetblöcke (10) ausgebildet
sind, die im Bereich der Laufflächen, mit minimalem Abstand, dazu angeordnet sind.
2. Regalfördersystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Magnete oder Magnetblöcke (10) an den Laufwerken (3)
befestigt sind.
3. Regalfördersystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete oder Magnetblöcke (10) an den Endbereichen der Rahmen (2) befestigt sind.
4. Regalfördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß an den Laufwerken (3) und/oder dem Rahmen (2) Sensoren
(15) angebracht sind, die entweder den Abstand zu der Lauffläche ermitteln oder die
Belastung des jeweiligen Laufwerkes (3) messen und danach ggfs. über eine Steuereinheit
die Magnete oder Magnetblöcke (10) ein- und ausschalten.
5. Regalfördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren (15) nach dem Induktionsprinzip mit den Schienen
(11) in Wirkverbindung stehen.
6. Regalfördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren
(18) als optisch arbeitende Geber ausgebildet sind.