(19)
(11) EP 0 471 870 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.02.1992  Patentblatt  1992/09

(21) Anmeldenummer: 90115997.0

(22) Anmeldetag:  21.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E04G 11/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL

(71) Anmelder: Gleitbau-Gesellschaft mit beschränkter Haftung
A-5033 Salzburg (AT)

(72) Erfinder:
  • Herzog, Guido
    A-5020 Salzburg (AT)

(74) Vertreter: Heim, Hans-Karl, Dipl.-Ing. et al
Weber & Heim Patentanwälte Irmgardstrasse 3
D-81479 München
D-81479 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schalungssystem


    (57) Die Erfindung betrifft ein Schalungssystem für eine Takt-Gleitschalung. Zur Vermeidung von Querankern in der Betonwand und zur Arbeitserleichterung geht man bei der Erfindung den Weg, eine Schalungsanker-Einrichtung (40,23,26) oberhalb der Schalungsfelder im Jochgerüst anzubringen, wobei zusätzlich kleine Haltekonusse (15) auf den Innenseiten der Schalungstafeln vorgesehen werden.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Schalungssystem für eine Takt-Gleitschalung gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Ein derartiges Schalungssystem ist aus der EP 0 350 525 A1 bekannt. Bei diesem bekannten Schalungssystem geht man zur Erstellung von Bauwerkswänden aus Beton den Weg, eine Kletterschalung mit mehreren, vertikal übereinander angeordneten Schalungsfeldern vorzusehen. Diese Schalungsfelder werden durch Queranker, die in Kunststoffrohren, welche im Beton verbleiben, in der Wand verankert. Nach Abbinden und Verfestigen des Betons zwischen den oberen Schalungsfeldern werden die unteren Schalungsfelder bzw. Schalungstafeln gelöst und als oberste, neue Schalungsfelder montiert.

    [0003] Um speziell bei hohen Bauwerken diese Arbeiten durchführen zu können, wird ein Gleitgerüst eingesetzt, das über eine Kletterstange und eine Hebereinrichtung nach oben gleiten kann. Das Jochgerüst weist hierbei beidseitig zur Bauwerkswand jeweils einen Jochschenkel auf, die im Bereich der Hebereinrichtung mittels einer Jochtraverse verbunden sind. An den Jochschenkeln befestigt sind die einzelnen Arbeitsbühnen vorgesehen, wobei in Richtung zur Bauwerkswand Querversteifungen angeordnet sind, die an den Vertikalträgern der Schalungsfelder anliegen und auf diesen nach oben gleiten.

    [0004] Ein wesentlicher Nachteil bei diesem bekannten Schalungssystem kann in der relativ arbeitsintensiven Anbringung der Kunststoffrohre, die auch Mauerstärken genannt werden, für die Queranker gesehen werden. Sowohl die Anordnung dieser Kunststoffrohre beim Einlegen der Bewehrungseisen als auch das Lösen der Queranker an den unteren Schalungsfeldern beim Umsetzen dieser Schalungstafeln erfordert einen erheblichen Zeitaufwand. Darüber hinaus müssen nachträglich die beidseitig offenen Kunststoffrohre verschlossenw werden, wobei auch nach dem Abschluß der Öffnungen diese Mauerstärken gerade bei einer glatten Betonwand unschönerweise noch erkennbar sind.

    [0005] Ein anderes Schalungssystem ist aus der DE 19 43 365 A1 bekannt. Bei diesem Schalungssystem wird eine Kombination zwischen einer Kletterschalung und einer Gleitschalung benutzt, wobei das Jochgerüst als Doppelbock in Art eines kraftschlüssigen Parallelogramms stabilisiert ist. Das Ziel dieses letztgenannten Schalungssystems ist es gerade, eine Struktur der einzelnen Schalungsfelder auf der Betonwandfläche gut erkennbar zu machen, wozu man sich der Anordnung von rohrartigen Formkörpern z.B. in horizontaler Richtung längs der Fugen der Schalungsfelder, gegebenenfall auch in vertikaler Richtung, bedient. Auch soll zumindest bei dem die Kletterschalung tragenden Jochschenkel eine Verankerung vorgesehen werden.

    [0006] Ausgehend insbesondere von dem an erster Stelle genannten Schalungssystem liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Schalungssystem der gattungsgemäßen Art so zu verbessern, daß ein erleichtertes Takt-Gleitverfahren bei einer Kletterschalung unter Beibehaltung sicherheitstechnischer Erfordernisse erreicht wird, wobei der Arbeits- und Materialeinsatz insbesondere im Hinblick auf die Verankerung spürbar reduziert werden können.

    [0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Schalungssystem durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

    [0008] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, von den durch die Betonwand hindurchgehenden Querankern und deren Kunststoffhüllrohre abzugehen und stattdessen sozusagen einen Schalungsanker je Jochgerüst einzusetzen, der sich jedoch dicht oberhalb der Schalungsoberkante der oberen Schalungstafel befindet und ein Zusammenspannen des Jochgerüstes zur Aufnahme und zum Ausgleich des Betondruckes ermöglicht. Darüber hinaus wird es als zweckmäßig angesehen, auf der Betonierseite der Schalungstafeln relativ kleine Halteanker, z.B. in Art von Haltekonussen aus Hartgummi, vorzusehen, die mit Hilfe einer Torbandschraube befestigt sind. Diese Haltekonusse, von denen zweckmäßigerweise jeweils zwei je Schalungstafel im unteren Teil vorgesehen sind, können etwa eine Tiefe von 1,5 cm haben und stellen sozusagen eine Verdübelung der Schalungstafel mit der Betonwand dar.

    [0009] Diese vorgenannten Maßnahmen konstruktiver Art bewirken eine erhebliche Arbeitsersparnis und bringen zugleich eine Verbesserung der Betonoberfläche auch in ästhetischer Hinsicht, da man mit einer weitaus geringeren Anzahl von Haltekonussen und dementsprechend kleinen Vertiefungen auskommt. Darüber hinaus werden auch sonst optisch noch wahrnehmbare Betonausbuchtungen durch lokale elastische Verformungen der Schalung, wie es bei Querankern möglich war, vermieden.

    [0010] Um auch relativ hohe Querkräfte sicher übertragen zu können, ist das Jochgerüst auf jeder Seite mit dem eigentlichen Jochschenkel ausgestattet, der nachfolgend als innerer Jochschenkel bezeichnet wird. Dieser innere Jochschenkel, der zweckmäßigerweise ein Vierkantstahlrohr ist, steht über die Jochtraverse kraftschlüssig mit der Schalungsanker-Einrichtung in Verbindung.

    [0011] Um die Querkräfte zur Verspannung optimal vom Jochgerüst auf die oberen Schalungsfelder einleiten zu können, wird in horizontaler Richtung benachbart dem inneren Jochschenkel zu beiden Seiten ein äußerer Jochschenkel vorgesehen, der über Querverstrebungen als Einheit ausgelegt ist. An einer Querverstrebung etwa in halber Höhe dieser äußeren Jochschenkel werden ein oder mehrere Queranker vorgesehen, die ihr Gegenlager auf der Außenseite der gegenüberliegenden äußeren Jochschenkel haben. Bei einem Verspannen der äußeren Jochschenkel über den Anker werden daher die Querkräfte auf die oberen Schalungstafeln übertragen, so daß eine Egalisierung des Betondruckes im obersten Schalungsgeld sehr präzise und sicher erreicht werden kann. Diese Querkräfte werden durch ein Verspannen über den oder die Anker im wesentlichen direkt auf horizontale Querträger übertragen, die auf den Vertikalstützen der Schalungstafeln kraftschlüssig aufliegen.

    [0012] Die bisher üblichen Queranker je Schalungstafel werden daher durch eine einzige Schalungsanker-Einrichtung, die pro Jochgerüst aus ein bis zwei Querankern besteht, ersetzt. Es ist damit eine sehr zuverlässige Einstellung der Querkräfte möglich. Ergänzend besteht auch eine Nachstelleinrichtung zwischen den äußeren Jochschenkeln und dem jeweiligen inneren Joch, so daß sozusagen noch eine lokale Feineinstellung der auf die oberen Schalungstafeln wirkenden Querkräfte möglich ist.

    [0013] Verfahrensmäßig wird daher nach einem Erstarren des Füllbetons zwischen den oberen Schalungstafeln die durch den Anker aufgebrachte Querspannung gelöst und das gesamte Jochgerüst gleitend nach oben angehoben. Es erfolgt dann ein Umsetzen der unteren Schalungstafeln als neue oberste Schalungstafel, wobei erneut die Queranker des Jochgerüstes oberhalb der Schalungsoberkante zu liegen kommen. Die Queranker werden dann erneut gegen die Vertikalstützen der obersten Schalungstafeln vorgespannt, wobei in der Zwischenzeit die Haltkonusse der darunter liegenden Schalungstafeln eine sichere, wenn auch geringfügige Verankerung an der Betonwand des Bauwerks gewährleisten.

    [0014] Das fußseitige Ende des Jochgerüstes liegt vorteilhafterweise im oberen Bereich der bereits verfestigten Betonwand, so daß beim Einbringen des Betons zwischen die obersten Schalungstafeln die erforderlichen Querkräfte durch eine etwa mittige Durchbiegung der äußeren Jochschenkel etwa im Bereich von 1,5 cm optimal eingestellt werden können.

    [0015] Der Queranker des Jochgerüstes ist zweckmäßigerweise ein Rundstahl- oder Rundeisen, das beidseitig ein Außengewinde zur Verschraubung mit Muttern aufweist. Die Queranker können in einer anderen bevorzugten Ausführungsform als an den Jochschenkeln kraftschlüssig angreifende Hydraulikpressen ausgebildet sein, die auch gesteuert die erforderlichen Kräfte über die Jochschenkeln verbindende Rund- bzw. Spanneisen auf das Jochgerüst einleiten.

    [0016] Zur Gewichtserleichterung werden die äußeren Jochschenkel als U-Träger ausgelegt mit einer vom inneren Jochschenkel abgewandten U-Öffnung. Allein im Bereich der Queranker wird in der U-Form zweckmäßigerweise ein plattenförmiges Versteifungseisen angebracht.

    [0017] Zur gleichmäßigen Krafteinleitung sind die äußeren Jochschenkel etwa mittig über ein Ankerquereisen miteinander verbunden. Die Anker selbst werden daher an diesem Ankerquereisen plaziert, wobei der Abstand zwischen den Ankern so gehalten ist, daß dazwischen mit Spiel der innere Jochschenkel und die Kletterstange zu liegen kommen.

    [0018] Geeigneterweise werden pro Schalungstafel mehrere Vertikalträger, die als Vierkantrohre ausgebildet sind, vorgesehen. Die vertikal übereineinander vorgesehenen Vierkantträger werden zweckmäßigerweise formschlüssig miteinander verbunden, wozu eine Querverkeilung treten kann.

    [0019] Die Abstützung der sozusagen allein der Querverankerung dienenden äußeren Jochschenkeln erfolgt kopfseitig mit einem Querlager gegenüber der Jochtraverse und fußseitig mit einer Anlage gegen den als Querträger, z.B. als Vierkantstahlrohr ausgebildeten unteren Kranzträger. Ein vertikales Auflager für die äußeren Jochschenkel wird kopfseitig gegenüber dem inneren Joch geschaffen.

    [0020] Ein miteinander starr verbundenes äußeres Jochschenkelpaar ist daher in Querrichtung über den Queranker frei verstellbar, wobei ein Schwenkbereich kopfseitig im Bereich der Jochtraverse und dem oberen Ende des inneren Jochschenkels vorhanden ist.

    [0021] Das erfindungsgemäße Schalungssystem kann nicht nur bei weitgehend geradlinigen Bauwerkswänden, sondern auch bei gerundeten, ring- bzw. kreisförmigen oder polygonalen Bauwerken eingesetzt werden.

    [0022] Die Erfindung wird nachstehend anhand schematischer Darstellungen eines Ausführungsbeispiels noch näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine teilweise gefertigte Bauwerkswand mit beidseitiger Kletterschalung und kopfseitig vorgesehenem Jochgerüst.

    Fig. 2 eine etwas vergrößerte Darstellung des Jochgerüstes nach Fig. 1 mit weiteren Details und

    Fig. 3 eine Draufsicht von der Seite auf das Jochgerüst eines Joches ohne Einbeziehung von Schalungstafeln.



    [0023] In Fig. 1 ist am oberen Ende einer aus Beton erstellten Bauwerkswand 6 ein Jochgerüst 1 dargestellt, das Teil eines Schalungssystems ist, welches zudem eine Takt-Gleitschalung 2 bzw. Kletterschalung aufweist.

    [0024] Im Beispiel der Fig.1 besteht die Kletterschalung 2 aus drei übereinander angeordneten Schalungstafeln 4, die mittels Vertikalträger 5 miteinander fixiert sind. Die Vertikalträger 5 sind beispielsweise Vierkantstahlrohre, die formschlüssig ineinandergreifen und im Übergangsbereich mittels eines Querkeils 17 gegeneinander verkeilt sind.

    [0025] Wandseitig weist jede Schalungstafel 4 im unteren Bereich einen Haltekonus 15 auf, der z.B. aus Hartgummi besteht und eine Halbkugel- oder Kegelstumpfform aufweisen kann.

    [0026] Zwischen den obersten Schalungstafeln 5 ist in der Darstellung nach Fig. 1 noch kein Beton eingebracht. Um einerseits Arbeitsbühnen vorsehen zu können und mitanheben zu können und andererseits Querkräfte auf die Schalungstafeln aufbringen zu können und deren Fixierung gegenüber der Bauwerkswand sicherheitstechnisch mitzubestimmen, ist das Jochgerüst 1 vorgesehen.

    [0027] Das Jochgerüst 1 besteht im wesentlichen aus einer oberen Jochtraverse 21, die üblicherweise aus zwei U-Trägern gebildet ist, welche in ihrem Zwischenraum eine Hubeinrichtung 8 aufnehmen. Die üblicherweise hydraulisch beaufschlagte Hubeinrichtung trägt daher über die Jochtraverse 21 das gesamte Jochgerüst an der etwa an der Mitte der Betonwand vertikal nach oben ragenden Kletterstange 11.

    [0028] Unter Einbeziehung der Darstellung nach Fig. 2 ist mit der Jochtraverse 21 zu beiden Seiten der Bauwerkswand ein inneres Joch 22 kraftschlüssig und insbesondere starr über ein oberes Winkeleisen 35 verbunden. Dieser innere Jochschenkel 22 ist normalerweise ein Vierkantrohr, in dessen unteren Bereich, der Bauwerkswand zugewandt, Querstreben 31,32 und 33 angeschweißt sind. Diese Querstreben 31,32 und 33 verlaufen etwa horizontal und liegen auf der Außenfläche der Vertikalträger 5 auf.

    [0029] Im Beispiel ist fußseitig ein weiteres Winkeleisen 47 zur besseren Versteifung zwischen dem inneren Jochschenkel 22 und dem unteren Kranzträger 30 vorhanden.

    [0030] Angedeutet in der Fig. 1 ist weiterhin eine obere Arbeitsbühne 51, wobei diese und eine untere Arbeitsbühne (nicht gezeigt) üblicherweise vom inneren Jochschenkel getragen werden.

    [0031] Anstelle einer Vielzahl von Querankern durch die Bauwerkswand zur Fixierung und Halterung der Schalungstafeln 5 und zur Aufnahme des Betondru kes beim Einbringen des festen Betons wird nunmehr das Jochgerüst mit einer Schalungsanker-Einrichtung ausgestattet.

    [0032] Diese Schalungsanker-Einrichtung ist in Draufsicht in Fig.3 dargestellt. Die Fig. 3 stellt eine Seitenansicht, z.B. von rechts, auf das Jochgerüst nach Fig. 1 dar.

    [0033] Diese Schalungsanker-Einrichtung besteht im wesentlichen aus zwei parallel zum innere Jochschenkel 22 angeordneten äußeren Jochschenkeln 23. Diese Jochschenkel 23 sind kopfseitig über ein Winkeleisen 45 vertikal auf dem inneren Jochschenkel gelagert und nach innen über das weitere Winkeleisen 35 abgestützt. Im Beispiel weisen diese beiden zu einer Einheit starr verbundenen äußeren Jochschenkel 23 ein unteres Quereisen 38, ein mittleres Quereisen 37 und ein auf halber Höhe angesetztes Ankerquereisen 36, das als Vierkantrohr ausgebildet ist, auf.

    [0034] Da das gesamte Jochgerüst 1 spiegelsymmetrisch zur Mittelachse der Kletterstange 11 ausgebildet ist, wird im weiteren nur auf die Konstruktion einer Seite des Jochgerüstes Bezug genommen.

    [0035] Wie in Fig. 1 und 2 erkennbar, werden etwa mittig, oberhalb der Schalungsoberkante 57, zwei Anker 40, z.B. aus Rundstahl, in Querrichtung angebracht. Diese Anker 40 ragen durch die Ankerbohrungen 54 und 55 (Fig. 3) und sind auf der Außenseite mittels Muttern 41 kraftschlüssig zur Querbeaufschlagung der äußeren Jochschenkel ausgelegt.

    [0036] Da die äußeren Jochschenkel 23 im Beispiel U-Träger sind, sind im Bereich der Anker Versteifungseisen 43 plattenartig eingeschweißt.

    [0037] Diese plattenartigen Versteifungseisen 43 erstrecken sich zwischen den Schenkeln 26 und 27 der U-Träger. Unterhalb des Quereisens 36 befindet sich ein weiteres, mittleres Quereisen 37, das ebenfalls ein Vierkantrohr ist. In diesem Quereisen 37 greift ein Schraubbolzen 42 hindurch und liegt fußseitig gegen eine Anschlagplatte 49, die auf der Außenseite des inneren Jochschenkels 22, z.B. angeschweißt ist, an.

    [0038] Zur geringfügigen Neigungsverstellung sind über Quereisen 53 im oberen Bereich Stellschrauben 52 vorgesehen, die in Eingriff mit der Jochtraverse 21 stehen.

    [0039] Die äußeren Jochpaare 23 stellen daher eine unabhängig vom inneren Jochschenkel 22 kraftmäßig beaufschlagbare Schalungsanker-Einrichtungen dar. Zur Einstellung der Querkräfte und zur Abstützung an unteren Vertikalstützen werden daher die äußeren Jochschenkel 23 über die Anker und deren Muttern 41 nach innen in Richtung zur Bauwerkswand vorgespannt. Die Querträger 31 bis 33 gelangen damit in Anpressungsanlage gegen die Vertikalträger 5 des obersten und im Beispiel auch des nächstunteren Schalungsfeldes. Es ist daher mit dieser konstruktiven Ausbildung sowohl eine Nachregulierung der Querverspannung möglich als auch eine weitere Einstellung zwischen äußerem Jochpaar und dem inneren Jochschenkel über die Schraubbolzenverbindung 42. Üblicherweise kann eine leichte Durchbiegung der äußeren Jochschenkel im Bereich von 1 bis 2 cm im mittigen Bereich auftreten.

    [0040] Auf diese Weise ist mit der Erfindung ein Schalungssystem geschaffen worden, das eine wesentliche Erleichterung des Arbeitsablaufs beim Hochziehen einer Bauwerkswand aus Beton ermöglich, die aber auch sicherheitstechnischen Erfordernissen, insbesondere im Hinblick auf die Fixierung der Schalungstafeln gegenüber dem Bauwerk entspricht.


    Ansprüche

    1. Schalungssystem für eine Takt-Gleitschalung zur Herstellung von Bauwerkswänden aus Beton, mit einem Jochgerüst, das im wesentlichen sich vertikal erstreckende, innere und äußere, einander zugeordnete Joche aufweist, die mittels einer Jochtraverse fixiert oder verstellbar, kraftschlüssig miteinander verbunden sind, mit mindestens einer in Höhenerstreckung der Wand in der Wand fixierten Kletterstange, mit einer relativ zur Kletterstange bewegbaren Hubeinrichtung, deren Höhenverstellung das Jochgerüst über die Jochtraverse mitgleiten läßt und mit einer zwischen dem Jochgerüst und der Bauwerkswand vorgesehenen Wandschalung, die mehrere, vertikal übereinander angeordnete Schalungstafeln aufweist, die mittels einer Schalungsanker-Einrichtung gegen die Bauwerkswand fixierbar sind, wobei nach Hochgleiten des Jochgerüstes die jeweils unterste Schalungstafel als neue oberste Schalungstafel montierbar ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schalungsanker-Einrichtung (40,23,36) zur direkten oder indirekt über die Joche (22) erfolgenden Querkraftbeaufschlagung eines oder mehrerer oberer Schalungsfelder (5) oberhalb der Schalungsoberkante (57) der obersten Schalungstafeln (5) mindestens einen Queranker (40) aufweist.
     
    2. Schalungssystem nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schalungsfelder (5) in Richtung zur Betonwand (6) geringfügig vorstehende Halteanker (15), insbesondere als Haltekonusse aus Hartgummi, aufweisen.
     
    3. Schalungssystem nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Halteanker (15) im unteren Bereich der Schalungsfelder (5) vorgesehen, insbesondere entgegengesetzt zur Betonwand (6) schraubbefestigt sind.
     
    4. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schalungsanker-Einrichtung auf jeder Wandseite etwa parallel zum jeweiligen Joch (22) und relativ dazu mindestens in Querrichtung zur Betonwand bewegbar zwei äußere Jochschenkel (23) aufweist, die insbesondere über zwei Queranker (40) mit den gegenüberliegenden zwei Jochschenkeln (22) verspannbar sind.
     
    5. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Jochschenkel (23) kopfseitig eine Vertikal-(45) und Querabstützung (35) aufweisen und fußseitig über Querträger (31,32,33) des inneren Joches (22) in Querkraftwirkung zu den Schalungstafeln (5) bringbar sind.
     
    6. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Queranker (40) in Querrichtung beidseitig der Joche (22) und der Kletterstange (11) vorgesehen sind.
     
    7. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß unterhalb und/oder oberhalb der Queranker (40) eine Nachstelleinrichtung (37,42) für das jeweilige innere Joch (22) vorgesehen ist.
     
    8. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die äußeren Jochschenkel einer Seite des Jochgerüstes mittels etwa parallel zur Bauwerkswand orientierter Querversteifungen (36,37) als Einheit kraftbeaufschlagbar sind.
     
    9. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß mehrere Vertikalträger (5) auf der Außenfläche jeder Schalungstafel (4) vorgesehen sind, wobei die Vertikalträger insbesondere als Vierkantträger oder als Vierkantrohre, z.B. aus Stahl, ausgebildet sind.
     
    10. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Vertikalträger (5) der übergeordneten, höheren Schalungstafeln (4) mindestens kraftschlüssig, insbesondere formschlüssig, mit den zugeordneten unteren vertikalen Trägern fixiert sind.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht