[0001] Die Erfindung betrifft ein Schalungssystem für eine Takt-Gleitschalung gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Schalungssystem ist aus der EP 0 350 525 A1 bekannt. Bei diesem bekannten
Schalungssystem geht man zur Erstellung von Bauwerkswänden aus Beton den Weg, eine
Kletterschalung mit mehreren, vertikal übereinander angeordneten Schalungsfeldern
vorzusehen. Diese Schalungsfelder werden durch Queranker, die in Kunststoffrohren,
welche im Beton verbleiben, in der Wand verankert. Nach Abbinden und Verfestigen des
Betons zwischen den oberen Schalungsfeldern werden die unteren Schalungsfelder bzw.
Schalungstafeln gelöst und als oberste, neue Schalungsfelder montiert.
[0003] Um speziell bei hohen Bauwerken diese Arbeiten durchführen zu können, wird ein Gleitgerüst
eingesetzt, das über eine Kletterstange und eine Hebereinrichtung nach oben gleiten
kann. Das Jochgerüst weist hierbei beidseitig zur Bauwerkswand jeweils einen Jochschenkel
auf, die im Bereich der Hebereinrichtung mittels einer Jochtraverse verbunden sind.
An den Jochschenkeln befestigt sind die einzelnen Arbeitsbühnen vorgesehen, wobei
in Richtung zur Bauwerkswand Querversteifungen angeordnet sind, die an den Vertikalträgern
der Schalungsfelder anliegen und auf diesen nach oben gleiten.
[0004] Ein wesentlicher Nachteil bei diesem bekannten Schalungssystem kann in der relativ
arbeitsintensiven Anbringung der Kunststoffrohre, die auch Mauerstärken genannt werden,
für die Queranker gesehen werden. Sowohl die Anordnung dieser Kunststoffrohre beim
Einlegen der Bewehrungseisen als auch das Lösen der Queranker an den unteren Schalungsfeldern
beim Umsetzen dieser Schalungstafeln erfordert einen erheblichen Zeitaufwand. Darüber
hinaus müssen nachträglich die beidseitig offenen Kunststoffrohre verschlossenw werden,
wobei auch nach dem Abschluß der Öffnungen diese Mauerstärken gerade bei einer glatten
Betonwand unschönerweise noch erkennbar sind.
[0005] Ein anderes Schalungssystem ist aus der DE 19 43 365 A1 bekannt. Bei diesem Schalungssystem
wird eine Kombination zwischen einer Kletterschalung und einer Gleitschalung benutzt,
wobei das Jochgerüst als Doppelbock in Art eines kraftschlüssigen Parallelogramms
stabilisiert ist. Das Ziel dieses letztgenannten Schalungssystems ist es gerade, eine
Struktur der einzelnen Schalungsfelder auf der Betonwandfläche gut erkennbar zu machen,
wozu man sich der Anordnung von rohrartigen Formkörpern z.B. in horizontaler Richtung
längs der Fugen der Schalungsfelder, gegebenenfall auch in vertikaler Richtung, bedient.
Auch soll zumindest bei dem die Kletterschalung tragenden Jochschenkel eine Verankerung
vorgesehen werden.
[0006] Ausgehend insbesondere von dem an erster Stelle genannten Schalungssystem liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Schalungssystem der gattungsgemäßen Art so zu
verbessern, daß ein erleichtertes Takt-Gleitverfahren bei einer Kletterschalung unter
Beibehaltung sicherheitstechnischer Erfordernisse erreicht wird, wobei der Arbeits-
und Materialeinsatz insbesondere im Hinblick auf die Verankerung spürbar reduziert
werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Schalungssystem durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, von den durch die
Betonwand hindurchgehenden Querankern und deren Kunststoffhüllrohre abzugehen und
stattdessen sozusagen einen Schalungsanker je Jochgerüst einzusetzen, der sich jedoch
dicht oberhalb der Schalungsoberkante der oberen Schalungstafel befindet und ein Zusammenspannen
des Jochgerüstes zur Aufnahme und zum Ausgleich des Betondruckes ermöglicht. Darüber
hinaus wird es als zweckmäßig angesehen, auf der Betonierseite der Schalungstafeln
relativ kleine Halteanker, z.B. in Art von Haltekonussen aus Hartgummi, vorzusehen,
die mit Hilfe einer Torbandschraube befestigt sind. Diese Haltekonusse, von denen
zweckmäßigerweise jeweils zwei je Schalungstafel im unteren Teil vorgesehen sind,
können etwa eine Tiefe von 1,5 cm haben und stellen sozusagen eine Verdübelung der
Schalungstafel mit der Betonwand dar.
[0009] Diese vorgenannten Maßnahmen konstruktiver Art bewirken eine erhebliche Arbeitsersparnis
und bringen zugleich eine Verbesserung der Betonoberfläche auch in ästhetischer Hinsicht,
da man mit einer weitaus geringeren Anzahl von Haltekonussen und dementsprechend kleinen
Vertiefungen auskommt. Darüber hinaus werden auch sonst optisch noch wahrnehmbare
Betonausbuchtungen durch lokale elastische Verformungen der Schalung, wie es bei Querankern
möglich war, vermieden.
[0010] Um auch relativ hohe Querkräfte sicher übertragen zu können, ist das Jochgerüst auf
jeder Seite mit dem eigentlichen Jochschenkel ausgestattet, der nachfolgend als innerer
Jochschenkel bezeichnet wird. Dieser innere Jochschenkel, der zweckmäßigerweise ein
Vierkantstahlrohr ist, steht über die Jochtraverse kraftschlüssig mit der Schalungsanker-Einrichtung
in Verbindung.
[0011] Um die Querkräfte zur Verspannung optimal vom Jochgerüst auf die oberen Schalungsfelder
einleiten zu können, wird in horizontaler Richtung benachbart dem inneren Jochschenkel
zu beiden Seiten ein äußerer Jochschenkel vorgesehen, der über Querverstrebungen als
Einheit ausgelegt ist. An einer Querverstrebung etwa in halber Höhe dieser äußeren
Jochschenkel werden ein oder mehrere Queranker vorgesehen, die ihr Gegenlager auf
der Außenseite der gegenüberliegenden äußeren Jochschenkel haben. Bei einem Verspannen
der äußeren Jochschenkel über den Anker werden daher die Querkräfte auf die oberen
Schalungstafeln übertragen, so daß eine Egalisierung des Betondruckes im obersten
Schalungsgeld sehr präzise und sicher erreicht werden kann. Diese Querkräfte werden
durch ein Verspannen über den oder die Anker im wesentlichen direkt auf horizontale
Querträger übertragen, die auf den Vertikalstützen der Schalungstafeln kraftschlüssig
aufliegen.
[0012] Die bisher üblichen Queranker je Schalungstafel werden daher durch eine einzige Schalungsanker-Einrichtung,
die pro Jochgerüst aus ein bis zwei Querankern besteht, ersetzt. Es ist damit eine
sehr zuverlässige Einstellung der Querkräfte möglich. Ergänzend besteht auch eine
Nachstelleinrichtung zwischen den äußeren Jochschenkeln und dem jeweiligen inneren
Joch, so daß sozusagen noch eine lokale Feineinstellung der auf die oberen Schalungstafeln
wirkenden Querkräfte möglich ist.
[0013] Verfahrensmäßig wird daher nach einem Erstarren des Füllbetons zwischen den oberen
Schalungstafeln die durch den Anker aufgebrachte Querspannung gelöst und das gesamte
Jochgerüst gleitend nach oben angehoben. Es erfolgt dann ein Umsetzen der unteren
Schalungstafeln als neue oberste Schalungstafel, wobei erneut die Queranker des Jochgerüstes
oberhalb der Schalungsoberkante zu liegen kommen. Die Queranker werden dann erneut
gegen die Vertikalstützen der obersten Schalungstafeln vorgespannt, wobei in der Zwischenzeit
die Haltkonusse der darunter liegenden Schalungstafeln eine sichere, wenn auch geringfügige
Verankerung an der Betonwand des Bauwerks gewährleisten.
[0014] Das fußseitige Ende des Jochgerüstes liegt vorteilhafterweise im oberen Bereich der
bereits verfestigten Betonwand, so daß beim Einbringen des Betons zwischen die obersten
Schalungstafeln die erforderlichen Querkräfte durch eine etwa mittige Durchbiegung
der äußeren Jochschenkel etwa im Bereich von 1,5 cm optimal eingestellt werden können.
[0015] Der Queranker des Jochgerüstes ist zweckmäßigerweise ein Rundstahl- oder Rundeisen,
das beidseitig ein Außengewinde zur Verschraubung mit Muttern aufweist. Die Queranker
können in einer anderen bevorzugten Ausführungsform als an den Jochschenkeln kraftschlüssig
angreifende Hydraulikpressen ausgebildet sein, die auch gesteuert die erforderlichen
Kräfte über die Jochschenkeln verbindende Rund- bzw. Spanneisen auf das Jochgerüst
einleiten.
[0016] Zur Gewichtserleichterung werden die äußeren Jochschenkel als U-Träger ausgelegt
mit einer vom inneren Jochschenkel abgewandten U-Öffnung. Allein im Bereich der Queranker
wird in der U-Form zweckmäßigerweise ein plattenförmiges Versteifungseisen angebracht.
[0017] Zur gleichmäßigen Krafteinleitung sind die äußeren Jochschenkel etwa mittig über
ein Ankerquereisen miteinander verbunden. Die Anker selbst werden daher an diesem
Ankerquereisen plaziert, wobei der Abstand zwischen den Ankern so gehalten ist, daß
dazwischen mit Spiel der innere Jochschenkel und die Kletterstange zu liegen kommen.
[0018] Geeigneterweise werden pro Schalungstafel mehrere Vertikalträger, die als Vierkantrohre
ausgebildet sind, vorgesehen. Die vertikal übereineinander vorgesehenen Vierkantträger
werden zweckmäßigerweise formschlüssig miteinander verbunden, wozu eine Querverkeilung
treten kann.
[0019] Die Abstützung der sozusagen allein der Querverankerung dienenden äußeren Jochschenkeln
erfolgt kopfseitig mit einem Querlager gegenüber der Jochtraverse und fußseitig mit
einer Anlage gegen den als Querträger, z.B. als Vierkantstahlrohr ausgebildeten unteren
Kranzträger. Ein vertikales Auflager für die äußeren Jochschenkel wird kopfseitig
gegenüber dem inneren Joch geschaffen.
[0020] Ein miteinander starr verbundenes äußeres Jochschenkelpaar ist daher in Querrichtung
über den Queranker frei verstellbar, wobei ein Schwenkbereich kopfseitig im Bereich
der Jochtraverse und dem oberen Ende des inneren Jochschenkels vorhanden ist.
[0021] Das erfindungsgemäße Schalungssystem kann nicht nur bei weitgehend geradlinigen Bauwerkswänden,
sondern auch bei gerundeten, ring- bzw. kreisförmigen oder polygonalen Bauwerken eingesetzt
werden.
[0022] Die Erfindung wird nachstehend anhand schematischer Darstellungen eines Ausführungsbeispiels
noch näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine teilweise gefertigte Bauwerkswand mit beidseitiger
Kletterschalung und kopfseitig vorgesehenem Jochgerüst.
Fig. 2 eine etwas vergrößerte Darstellung des Jochgerüstes nach Fig. 1 mit weiteren
Details und
Fig. 3 eine Draufsicht von der Seite auf das Jochgerüst eines Joches ohne Einbeziehung
von Schalungstafeln.
[0023] In Fig. 1 ist am oberen Ende einer aus Beton erstellten Bauwerkswand 6 ein Jochgerüst
1 dargestellt, das Teil eines Schalungssystems ist, welches zudem eine Takt-Gleitschalung
2 bzw. Kletterschalung aufweist.
[0024] Im Beispiel der Fig.1 besteht die Kletterschalung 2 aus drei übereinander angeordneten
Schalungstafeln 4, die mittels Vertikalträger 5 miteinander fixiert sind. Die Vertikalträger
5 sind beispielsweise Vierkantstahlrohre, die formschlüssig ineinandergreifen und
im Übergangsbereich mittels eines Querkeils 17 gegeneinander verkeilt sind.
[0025] Wandseitig weist jede Schalungstafel 4 im unteren Bereich einen Haltekonus 15 auf,
der z.B. aus Hartgummi besteht und eine Halbkugel- oder Kegelstumpfform aufweisen
kann.
[0026] Zwischen den obersten Schalungstafeln 5 ist in der Darstellung nach Fig. 1 noch kein
Beton eingebracht. Um einerseits Arbeitsbühnen vorsehen zu können und mitanheben zu
können und andererseits Querkräfte auf die Schalungstafeln aufbringen zu können und
deren Fixierung gegenüber der Bauwerkswand sicherheitstechnisch mitzubestimmen, ist
das Jochgerüst 1 vorgesehen.
[0027] Das Jochgerüst 1 besteht im wesentlichen aus einer oberen Jochtraverse 21, die üblicherweise
aus zwei U-Trägern gebildet ist, welche in ihrem Zwischenraum eine Hubeinrichtung
8 aufnehmen. Die üblicherweise hydraulisch beaufschlagte Hubeinrichtung trägt daher
über die Jochtraverse 21 das gesamte Jochgerüst an der etwa an der Mitte der Betonwand
vertikal nach oben ragenden Kletterstange 11.
[0028] Unter Einbeziehung der Darstellung nach Fig. 2 ist mit der Jochtraverse 21 zu beiden
Seiten der Bauwerkswand ein inneres Joch 22 kraftschlüssig und insbesondere starr
über ein oberes Winkeleisen 35 verbunden. Dieser innere Jochschenkel 22 ist normalerweise
ein Vierkantrohr, in dessen unteren Bereich, der Bauwerkswand zugewandt, Querstreben
31,32 und 33 angeschweißt sind. Diese Querstreben 31,32 und 33 verlaufen etwa horizontal
und liegen auf der Außenfläche der Vertikalträger 5 auf.
[0029] Im Beispiel ist fußseitig ein weiteres Winkeleisen 47 zur besseren Versteifung zwischen
dem inneren Jochschenkel 22 und dem unteren Kranzträger 30 vorhanden.
[0030] Angedeutet in der Fig. 1 ist weiterhin eine obere Arbeitsbühne 51, wobei diese und
eine untere Arbeitsbühne (nicht gezeigt) üblicherweise vom inneren Jochschenkel getragen
werden.
[0031] Anstelle einer Vielzahl von Querankern durch die Bauwerkswand zur Fixierung und Halterung
der Schalungstafeln 5 und zur Aufnahme des Betondru kes beim Einbringen des festen
Betons wird nunmehr das Jochgerüst mit einer Schalungsanker-Einrichtung ausgestattet.
[0032] Diese Schalungsanker-Einrichtung ist in Draufsicht in Fig.3 dargestellt. Die Fig.
3 stellt eine Seitenansicht, z.B. von rechts, auf das Jochgerüst nach Fig. 1 dar.
[0033] Diese Schalungsanker-Einrichtung besteht im wesentlichen aus zwei parallel zum innere
Jochschenkel 22 angeordneten äußeren Jochschenkeln 23. Diese Jochschenkel 23 sind
kopfseitig über ein Winkeleisen 45 vertikal auf dem inneren Jochschenkel gelagert
und nach innen über das weitere Winkeleisen 35 abgestützt. Im Beispiel weisen diese
beiden zu einer Einheit starr verbundenen äußeren Jochschenkel 23 ein unteres Quereisen
38, ein mittleres Quereisen 37 und ein auf halber Höhe angesetztes Ankerquereisen
36, das als Vierkantrohr ausgebildet ist, auf.
[0034] Da das gesamte Jochgerüst 1 spiegelsymmetrisch zur Mittelachse der Kletterstange
11 ausgebildet ist, wird im weiteren nur auf die Konstruktion einer Seite des Jochgerüstes
Bezug genommen.
[0035] Wie in Fig. 1 und 2 erkennbar, werden etwa mittig, oberhalb der Schalungsoberkante
57, zwei Anker 40, z.B. aus Rundstahl, in Querrichtung angebracht. Diese Anker 40
ragen durch die Ankerbohrungen 54 und 55 (Fig. 3) und sind auf der Außenseite mittels
Muttern 41 kraftschlüssig zur Querbeaufschlagung der äußeren Jochschenkel ausgelegt.
[0036] Da die äußeren Jochschenkel 23 im Beispiel U-Träger sind, sind im Bereich der Anker
Versteifungseisen 43 plattenartig eingeschweißt.
[0037] Diese plattenartigen Versteifungseisen 43 erstrecken sich zwischen den Schenkeln
26 und 27 der U-Träger. Unterhalb des Quereisens 36 befindet sich ein weiteres, mittleres
Quereisen 37, das ebenfalls ein Vierkantrohr ist. In diesem Quereisen 37 greift ein
Schraubbolzen 42 hindurch und liegt fußseitig gegen eine Anschlagplatte 49, die auf
der Außenseite des inneren Jochschenkels 22, z.B. angeschweißt ist, an.
[0038] Zur geringfügigen Neigungsverstellung sind über Quereisen 53 im oberen Bereich Stellschrauben
52 vorgesehen, die in Eingriff mit der Jochtraverse 21 stehen.
[0039] Die äußeren Jochpaare 23 stellen daher eine unabhängig vom inneren Jochschenkel 22
kraftmäßig beaufschlagbare Schalungsanker-Einrichtungen dar. Zur Einstellung der Querkräfte
und zur Abstützung an unteren Vertikalstützen werden daher die äußeren Jochschenkel
23 über die Anker und deren Muttern 41 nach innen in Richtung zur Bauwerkswand vorgespannt.
Die Querträger 31 bis 33 gelangen damit in Anpressungsanlage gegen die Vertikalträger
5 des obersten und im Beispiel auch des nächstunteren Schalungsfeldes. Es ist daher
mit dieser konstruktiven Ausbildung sowohl eine Nachregulierung der Querverspannung
möglich als auch eine weitere Einstellung zwischen äußerem Jochpaar und dem inneren
Jochschenkel über die Schraubbolzenverbindung 42. Üblicherweise kann eine leichte
Durchbiegung der äußeren Jochschenkel im Bereich von 1 bis 2 cm im mittigen Bereich
auftreten.
[0040] Auf diese Weise ist mit der Erfindung ein Schalungssystem geschaffen worden, das
eine wesentliche Erleichterung des Arbeitsablaufs beim Hochziehen einer Bauwerkswand
aus Beton ermöglich, die aber auch sicherheitstechnischen Erfordernissen, insbesondere
im Hinblick auf die Fixierung der Schalungstafeln gegenüber dem Bauwerk entspricht.
1. Schalungssystem für eine Takt-Gleitschalung zur Herstellung von Bauwerkswänden
aus Beton, mit einem Jochgerüst, das im wesentlichen sich vertikal erstreckende, innere
und äußere, einander zugeordnete Joche aufweist, die mittels einer Jochtraverse fixiert
oder verstellbar, kraftschlüssig miteinander verbunden sind, mit mindestens einer
in Höhenerstreckung der Wand in der Wand fixierten Kletterstange, mit einer relativ
zur Kletterstange bewegbaren Hubeinrichtung, deren Höhenverstellung das Jochgerüst
über die Jochtraverse mitgleiten läßt und mit einer zwischen dem Jochgerüst und der
Bauwerkswand vorgesehenen Wandschalung, die mehrere, vertikal übereinander angeordnete
Schalungstafeln aufweist, die mittels einer Schalungsanker-Einrichtung gegen die Bauwerkswand
fixierbar sind, wobei nach Hochgleiten des Jochgerüstes die jeweils unterste Schalungstafel
als neue oberste Schalungstafel montierbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalungsanker-Einrichtung (40,23,36) zur direkten oder indirekt über die
Joche (22) erfolgenden Querkraftbeaufschlagung eines oder mehrerer oberer Schalungsfelder
(5) oberhalb der Schalungsoberkante (57) der obersten Schalungstafeln (5) mindestens
einen Queranker (40) aufweist.
2. Schalungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalungsfelder (5) in Richtung zur Betonwand (6) geringfügig vorstehende
Halteanker (15), insbesondere als Haltekonusse aus Hartgummi, aufweisen.
3. Schalungssystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Halteanker (15) im unteren Bereich der Schalungsfelder (5) vorgesehen, insbesondere
entgegengesetzt zur Betonwand (6) schraubbefestigt sind.
4. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalungsanker-Einrichtung auf jeder Wandseite etwa parallel zum jeweiligen
Joch (22) und relativ dazu mindestens in Querrichtung zur Betonwand bewegbar zwei
äußere Jochschenkel (23) aufweist, die insbesondere über zwei Queranker (40) mit den
gegenüberliegenden zwei Jochschenkeln (22) verspannbar sind.
5. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Jochschenkel (23) kopfseitig eine Vertikal-(45) und Querabstützung (35) aufweisen
und fußseitig über Querträger (31,32,33) des inneren Joches (22) in Querkraftwirkung
zu den Schalungstafeln (5) bringbar sind.
6. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Queranker (40) in Querrichtung beidseitig der Joche (22) und der Kletterstange
(11) vorgesehen sind.
7. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß unterhalb und/oder oberhalb der Queranker (40) eine Nachstelleinrichtung (37,42)
für das jeweilige innere Joch (22) vorgesehen ist.
8. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußeren Jochschenkel einer Seite des Jochgerüstes mittels etwa parallel zur
Bauwerkswand orientierter Querversteifungen (36,37) als Einheit kraftbeaufschlagbar
sind.
9. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Vertikalträger (5) auf der Außenfläche jeder Schalungstafel (4) vorgesehen
sind, wobei die Vertikalträger insbesondere als Vierkantträger oder als Vierkantrohre,
z.B. aus Stahl, ausgebildet sind.
10. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vertikalträger (5) der übergeordneten, höheren Schalungstafeln (4) mindestens
kraftschlüssig, insbesondere formschlüssig, mit den zugeordneten unteren vertikalen
Trägern fixiert sind.