TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Rundfunktechnik. Sie betrifft
insbesondere eine Verfahren zur Steuerung eines Sendezentrums mit einer Mehrzahl von
Sendern und Antennen, wobei jeder Sender eine Sendersteuerung aufweist, und wobei
eine NF-Matrix mit einer NF-Matrix-Steuerung zum Schalten wenigstens einer Programmleitung
auf wenigstens einen der Sender, eine Antennen-Wählmatrix mit einer Antennensteuerung
zum Verbinden wenigstens eines der Sender mit wenigstens einer der Antennen, und ein
zentrales Leitsystem zum Steuern der Sender, der NF-Matrix und der Antennen-Wählmatrix
vorgesehen sind; bei welchem Verfahren
(a) eine Mehrzahl von Sendeplänen erstellt wird, wobei jeder Sendeplan für einen Sender
die zeitliche Reihenfolge verschiedener Sendungen, und für jede Sendung den Status
des Senders sowie Daten für die Einstellung des Senders, der NF-Matrix und der Antennen-Wählmatrix
enthalten; und
(b) jeder Sendeplan einem der Sender zugeordnet und dieser Sender nach Massgabe des
Sendeplans gesteuert wird;
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Ein Verfahren der genannten Art ist z.B. aus der Druckschrift Brown Boveri Mitt. 5(1984),
S.206-211 bekannt.
STAND DER TECHNIK
[0003] Für die Informationsversorgung von unterschiedlichen, über den ganzen Globus verteilten
Gebieten mittels Kurzwellenrundfunk werden grosse Sendezentren eingesetzt. Ein solches
Sendezentrum umfasst neben den erforderlichen Hilfseinrichtungen eine Mehrzahl von
Rundfunksendern und Antennen, eine Antennen-Wählmatrix zum wahlweisen Verbinden verschiedener
Sender mit verschiedenen Antennen, sowie eine NF-Matrix zum wahlweisen Aufschalten
verschiedener Programmleitungen auf verschiedene Sender.
[0004] Je nach Zielgebiet, den tages- und jahreszeitlich sich ändernden Ausbreitungsbedingungen
und der Lokalzeit am Empfangsort ist beim Sendebetrieb eine fortlaufende Anpassung
notwendig, wobei Programmleitungen, Sender und Antennen auf unterschiedliche und wechselnde
Weise miteinander verbunden werden.
[0005] Kurzwellenemissionen für ein bestimmtes Zielgebiet dauern dabei häufig nur kurze
Zeit. Somit kann ein Sender pro Tag mehrere Programme und Frequenzen ausstrahlen.
Durchschnittlich wird ein Sender täglich für etwa zehn Emissionen mit zum Teil unterschiedlichen
Frequenzen, Zielgebieten und Sprachregionen eingesetzt.
[0006] Es versteht sich von selbst, dass die Steuerung und Ueberwachung des Programmablaufs
in einem solchen Sendezentrum hohe Anforderungen an das Steuerungssystem stellt, zumal
gerade beim Rundfunk grosser Wert auf eine hohe Betriebssicherheit und Verfügbarkeit
der Anlage gelegt wird.
[0007] Aus der eingangs genannten Druckschrift (Bild 1) ist es nun bekannt, für die Steuerung
eines Sendezentrums ein hierarchisch aufgebautes Steuerungssystem einzusetzen, welches
in eine obere Prozessleitebene, in eine mittlere Teilprozessleitebene und eine untere
Einzelprozessebene unterteilt ist. Auf der oberen Prozessleitebene ist ein zentrales,
auf einem Minicomputer basierendes Leitsystem vorgesehen. Auf der Teilprozessebene
ist zur Steuerung ein Kommandopult vorhanden. Auf der Einzelprozessebene sind die
einzelnen Lokalsteuerungen wie z.B. die Antennensteuerung, die NF-Matrix-Steuerung
und die Steuerungen der einzelnen Sender angeordnet.
[0008] Im Normalfall steuert und überwacht der Rechner des Leitsystems zentral den Betriebsablauf
des Sendezentrums nach Massgabe einer vorher eingegebenen und abgespeicherten Programmsequenz
(Sendeplänen), die den Sendebetrieb in Form von zeitlich gestaffelten Programmschritten
(Sendungen) für Tage bzw. Wochen festlegt.
[0009] Die Auslösung des Sendungswechsels wird durch das Leitsystem anhand der vordefinierten
Zeiteintragung im Sendeplan vorgenommen. Die Daten werden dabei praktisch gleichzeitig
an die untergeordneten Systeme Sendersteuerung, Antennensteuerung und NF-Matrix-Steuerung
übermittelt. Die Antennensteuerung meldet ihr Wechselvorhaben der Sendersteuerung,
die wiederum die Anodenspannung (im Sender) sperrt, und beim Absinken der Anodenspannung
der Endröhre die Freigabe zum Wechsel der Antenne erteilt. Nachdem sämtliche Steuerungen
ihre Sollpositionen erreicht haben, wird die Anodenspannung automatisch durch die
Sendersteuerung freigegeben.
[0010] Kommt es dagegen zu Störungen im Leitsystem, kann die gesamte Anlage durch den Operator
entweder (auf der Teilprozessebene) vom Kommandopult aus bedient werden, oder direkt
von Hand durch Bedienung der einzelnen Geräte mit ihren Lokalsteuerungen (Einzelprozessebene).
Bei dieser manuellen Bedienung müssen die Befehlseingaben jeweils auf drei verschiedenen
Bedienpanels (für den Sender, die NF-Matrix und die Antennen-Wähl-Matrix), zum Teil
sogar nacheinander, eingegeben werden.
[0011] Die zuvor beschriebene, bekannte Lösung stützt sich voll auf das zentrale Leitsystem
ab und ist somit auf dessen Funktionsfähigkeit angewiesen. Zudem wird das Leitsystem
bei Senderausfällen mit gleichzeitigem Sendungswechsel unnötig stark belastet.
[0012] Eine manuelle Bedienung kann dagegen nur auf unkomfortable Art und Weise an drei
Bedienstellen vorgenommen werden. Der Sendungswechsel wird dadurch zusätzlich verlangsamt.
[0013] Es ist auf der anderen Seite vorgeschlagen worden (D.J.King, "Automatic control systems
for BBC HF transmitting stations", EBU Technical Review No.218, August 1986, S.212-222),
Sendestationen dadurch zu steuern, dass Sendepläne vor Betriebsbeginn von einem Terminal
direkt über ein lokales Datennetz in die einzelnen Sendersteuerungen eingespeichert
und dort abgearbeitet werden. Der Datenaustausch im Netz wird dabei von Supervisions-Computern
gesteuert, die gleichfalls die Sendepläne abspeichern und fortlaufend kontrollieren.
[0014] Ein zentrales Leitsystem auf Stationsebene ist bei dieser Lösung nicht vorhanden,
kann also im Störungsfall auch nicht die Steuerung übernehmen. Wenn ein Fehler auftritt,
werden Alarmmeldungen ausgegeben, und der Operator muss über ein Terminal in die Steuerung
eingreifen, d.h., die automatische Steuerung ist auf den fehlerfreien Betrieb beschränkt.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0015] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, ein Verfahren zur Steuerung eines
Sendezentrums mit zentralem Leitsystem anzugeben, welches eine hohe Flexibilität und
Störungssicherheit aufweist, und zugleich eine komfortable Bedienung erlaubt, sowie
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens vorzuschlagen.
[0016] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass
(c) jeder Sendeplan vor seiner Ausführung in die Sendersteuerung des zugeordneten
Senders eingegeben und dort abgespeichert wird;
(d) bei fehlerfreiem Betrieb jeder Sender sowie die NF-Matrix und die Antennen-Wählmatrix
unter Umgehung des Leitsystems direkt von der betreffenden Sendersteuerung durch Abarbeitung
des abgespeicherten Sendeplans gesteuert werden; und
(e) bei Ausfall eines der Sender selbst die Steuerung durch das Leitsystem übernommen
wird.
[0017] Der Kern der Erfindung besteht darin, das zentrale Leitsystem im Normalbetrieb durch
die dezentrale Abarbeitung der Sendepläne in den Sendern selbst vollständig zu entlasten,
während im Fehlerfall das Leitsystem die Steuerung zentral übernehmen kann.
[0018] Durch die dezentrale Steuerung wird wirksam verhindert, dass durch einen Ausfall
des Leitsystems die gesamte Anlage stillgelegt wird.
[0019] Gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Verfahrens sind
in jedem Sendeplan für jede Sendung neben den Sendungsdaten Ersatzdaten für wenigstens
eine Ersatzlösung enthalten, und wird bei Auftreten eines lokalen Fehlers durch die
Sendersteuerung anhand der Ersatzdaten automatisch eine Ersatzlösung gesucht. Hierdurch
wird bei kleineren lokalen Fehlern die Fortführung der automatischen Steuerung ohne
Leitsystem ermöglicht.
[0020] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass
(a) jeder der Sender direkt mit dem Leitsystem verbunden ist; und
(b) jeder der Sender jeweils mit der NF-Matrix-Steuerung und der Antennensteuerung
in Verbindung steht.
[0021] Gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung ist
zur Verbindung ein gemeinsamer Datenbus vorgesehen. Durch einen solchen Datenbus wird
der Verdrahtungsaufwand des Systems bei gleichzeitiger Erhöhung der Flexibilität auf
ein Minimum reduziert.
[0022] Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0023] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig.1
- den schematischen Aufbau der Steuerung eines Sendezentrums nach dem Stand der Technik;
- Fig.2
- den schematischen Aufbau der Steuerung eines Sendezentrums gemäss einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung; und
- Fig.3
- den schematischen Aufbau der Steuerung eines Sendezentrums gemäss einem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0024] Fig.1 zeigt im Blockschaltbild den schematischen Aufbau einer Steuerung für ein Sendezentrum
nach dem Stand der Technik. Wesentliche Bestandteile des Sendezentrums sind ein zentrales
Leitsystem 1, eine Mehrzahl von Sendern TX1,..,TXn und Antennen A1,..,Am, eine NF-Matrix
9 mit zugehöriger NF-Matrix-Steuerung 3, sowie eine Antennen-Wählmatrix 11 mit zugehöriger
Antennensteuerung 4. Die Sender TX1,..,TXn selbst enthalten jeweils eine eigene, interne
Sendersteuerung, die in Fig.1 nicht explizit dargestellt ist.
[0025] Zentraler Teil des Steuerungssystems ist das mit einem oder mehreren Leitrechnern
bestückte Leitsystem 1. Es ist einerseits über serielle Schnittstellen S1, S3 mit
der NF-Matrix-Steuerung 3 und der Antennensteuerung 4 verbunden. Es tauscht andererseits
aber auch über eine weitere serielle Schnittstelle S2, einen nachfolgenden Parallel/Seriell-Wandler
2 und mehrere parallele Schnittstellen P11,..,P1n mit mehreren Fernbedienstellen F1,..,Fn
Daten aus.
[0026] Jede der Fernbedienstellen F1,..,Fn ist jeweils einem der Sender TX1,..,TXn zugeordnet
und mit diesem über eine parallele Schnittstelle P21,..,P2n verbunden. Jeder der Sender
TX1,..,TXn kommuniziert seinerseits über parallele Schnittstellen P31,..,P3n mit der
Antennensteuerung 4.
[0027] Mittels der NF-Matrix 9 können wahlweise verschiedene Programmleitungen 8 aus den
angeschlossenen Rundfunkstudios über NF-Leitungen NF1,..,NFn auf die verschiedenen
Sender TX1,..,TXn geschaltet werden. Die dazu notwendigen Umschaltungen in der NF-Matrix
9 werden über eine NF-Matrix-Steuerleitung 7 von der NF-Matrix-Steuerung 3 aus eingeleitet
und überwacht.
[0028] Die Antennen-Wählmatrix 11 stellt wahlweise Verbindungen her zwischen von den einzelnen
Sendern TX1,..,TXn ankommenden HF-Leitungen HF11,..,HF1n und zu den einzelnen Antennen
A1,..,Am abgehenden HF-Leitungen HF21,..,HF2m. Die Umschaltungen in der Matrix werden
durch die Antennensteuerung 4 über eine Antennen-Steuerleitung 10 gesteuert und überwacht.
Einzelheiten eines solchen Antennenwahlsystems können z.B. aus der Druckschrift Brown
Boveri Mitt. 5/6(1983), S.244-247, entnommen werden.
[0029] Wie bereits eingangs erwähnt, läuft jeder Sendungswechsel beim herkömmlichen Steuerungssystem
gemäss Fig.1 im Normalfall wie folgt ab: Der Sendungswechsel wird anhand des Eintrags
im Sendeplan zu der vorgesehenen Zeit vom Leitsystem 1 ausgelöst. Die notwendigen
Daten (ausgewählter Sender, ausgewählte Antenne, Sendefrequenz, Trägerleistung, Modulationsart,
ausgewählte Programmleitung etc...) werden dabei vom Leitsystem 1 über die verschiedenen
Schnittstellen an die untergeordneten Systeme, nämlich die Sendersteuerungen der Sender
TX1,..,TXn, die Antennensteuerung 4 und die NF-Matrix-Steuerung 3, übermittelt.
[0030] Die Antennensteuerung 4 meldet ihr Wechselvorhaben über die parallelen Schnittstellen
P31,..,P3n an die Sendersteuerungen in den Sendern TX1,..,TXn, die den jeweiligen
Sender herunterfahren und nach erfolgtem Wechsel wieder herauffahren.
[0031] Ein automatischer Betriebsablauf ist auf diese Weise untrennbar verbunden mit der
Funktion des zentralen Leitsystems 1. Sobald dieses Leitsystem 1 ausfällt, ist nur
mehr eine umständliche manuelle Steuerung möglich, bei der die Eingabe einzeln entweder
über die Fernbedienstellen F1,..,Fn (Konsolen) oder direkt an den Teilsystemen (Sender,
Matrix) erfolgen muss.
[0032] Das erfindungsgemässe Verfahren, wie es mit einem System gemäss den Ausführungsbeispielen
der Fig.2 oder 3 durchgeführt werden kann, geht hier einen anderen Weg:
[0033] Der gesamte Programmablauf des Sendezentrums, der sich über mehrere Tage oder sogar
Wochen erstrecken kann, besteht aus einzelnen Sendeplänen für die einzelnen Sender
TX1,..,TXn. Jeder dieser Sendepläne, der die zeitliche Reihenfolge verschiedener Sendungen,
den Status des Senders nach jeder Sendung, sowie Daten für die Einstellung des Senders,
der NF-Matrix 9 und der Antennen-Wählmatrix 11 enthält, wird vor seiner Ausführung
in die Sendersteuerung des zugeordneten Senders eingegeben und dort abgespeichert.
[0034] Im Normalfall werden dann jeder Sender sowie die NF-Matrix 9 und die Antennen-Wählmatrix
11, unter Umgehung des zentralen Leitsystems 1, automatisch und direkt von der betreffenden
Sendersteuerung durch Abarbeitung des gespeicherten Sendeplans gesteuert. Nur bei
Ausfall eines der Sender TX1,..,Txn selbst wird die Steuerung durch das zentrale Leitsystem
1 übernommen (automatische Ersatzsuche).
[0035] Damit die autonome und automatische Steuerung vom einzelnen Sender aus möglich ist,
ist bei der erfindungsgemässen Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens jeder der
Sender TX1,..,TXn direkt mit dem Leitsystem 1 und jeweils mit der NF-Matrix-Steuerung
3 und der Antennensteuerung 4 verbunden. Bei der in Fig.2 dargestellten Ausführungsform
geschieht dies durch serielle Schnittstellen S41,..,S4n, S51,..,S5n und S61,..,S6n.
Bei der in Fig.3 gezeigten Ausführungsform erfolgt die Kommunikation zwischen den
einzelnen Teilen des Systems über einen gemeinsamen Datenbus 5, an welchen die Teile
mittels einzelner Busports 6 angeschlossen sind (es sei hier angemerkt, dass in Fig.2
und 3 aus Gründen der Uebersichtlichkeit auf die Darstellung der NF-Matrix, der Antennen-Wählmatrix,
der Antennen und der verschiedenen NF- und HF-Leitungen verzichtet worden ist).
[0036] Die Sendepläne können über die folgenden Stellen eingegeben oder im Bedarfsfall verändert
werden:
- - LOKAL
- (manuell am Sender TX1,..,TXn)
- - FERN
- (manuell über die Fernbedienstellen F1,..,Fn)
- - COMPUTER
- (vorprogrammiert durch das Leitsystem 1)
[0037] Jeder gespeicherte Sendeplan beinhaltet vorzugsweise die folgenden Daten, die das
Sendeprogramm des Senders bis zu mehreren Wochen festlegen:
- Start- und Endzeit der Sendung sowie das Datum
- Senderstatus nach Ablauf der Sendung:
- - OFF
- (Sender ausgeschaltet)
- - AUX
- (Stromversorgung eingeschaltet)
- - FILAMENT
- (Heizung eingeschaltet)
- - STAND BY
- (Heizung und Pulsstufenmodulator betriebsbereit)
- - ON
- (Sender aufgeschaltet)
- - Sendefrequenz
- - Trägerleistung
- - Modulationsart
- - Fehlerverhalten
- (konfigurierbare Fehlerbehandlung, die bei Fehlerfällen das Verhalten des Senders
bestimmt, wie z.B. eine automatische, stufenweise Leistungsreduktion, Auswertung von
Sendeunterbrechungen und Defekterklärung gemäss den eingegebenen Vorgaben)
- - Programmleitung
- (NF-Matrix 9)
- - Antenne/Abstrahlwinkel
- (Antennen-Wählmatrix 11)
[0038] Als Zeitbasis für die Abarbeitung des Sendeplans kann dabei sowohl die interne, mit
der Antennensteuerung 4 synchronisierte Uhr der Sendersteuerung, oder eine externe
Master-Uhr verwendet werden.
[0039] Die oben angesprochene Fehlerbehandlung bei den Sendern wurde im Stand der Technik
bisher so gelöst, dass, wenn sporadische und z.T. nur kurzzeitig auftretende Fehler
(z.B. Ueberschläge in der Röhre) jeweils zu einer kurzzeitigen Austastung der entsprechenden
Speisegeräte führten, die Austastung dann auf einen Fehlerzähler gegeben wurde. Nach
einer fest vorgegebenen Anzahl von Ereignissen, die während einer bestimmten Zeitdauer
auftraten, wurde dann der betreffende Sender auf reduzierten Betrieb (halbe Leistung)
zurückgeschaltet, und, falls weitere Ereignisse auftraten, ausser Betrieb genommen.
[0040] Gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Verfahrens wird
die Fehlerbehandlung jetzt so konfiguriert, dass
(a) die auftretenden Fehler laufend gezählt werden und jeweils ihre Zeitdauer bestimmt
wird;
(b) der Sender automatisch abgeschaltet wird, wenn die Zeitdauer eines Fehlers einen
voreinstellbaren Maximalwert überschreitet;
(c) die Zählung zurückgestellt wird, wenn nach dem zuletzt aufgetretenen Fehler eine
voreinstellbare Minimalzeit verstrichen ist;
(d) beim Erreichen einer voreinstellbaren Anzahl von Fehlern die Leistung des Senders
automatisch um einen voreinstellbaren Betrag reduziert wird; und
(e) die stufenweise Leistungsreduktion des Senders bis zu einer voreinstellbaren Minimalleistung
fortgesetzt und der Sender dann automatisch abgeschaltet wird.
[0041] Dazu können die folgenden Parameter in dem Sendeplan vorgegeben werden:
- Anzahl der Ereignisse, bis eine Leistungsreduktion eintritt;
- die Zeit, bis eine Fehlereignis resetiert, d.h. die Zählung zurückgestellt wird;
- die Grösse des Leistungsschritts bei der Reduktion;
- die Leistungsvorgabe, bei welcher der Sender als Folge verschiedener Leistungsreduktionen
für defekt erklärt wird und automatisch abschaltet; und
- die maximale Länge einer fehlerbedingten Austastung, bis der Sender automatisch ausser
Betrieb genommen wird.
[0042] Diese Weiterbildung des erfindungsgemäsen Verfahrens hat den Vorteil, dass die Leistung
des Senders in mehreren, vorprogrammierten Leistungsschritten zurückgenommen werden
kann. Dies ist besonders bei Spannungsfestigkeits-Problemen von Nutzen, da oftmals
bereits eine geringe Leistungsreduktion zur Beseitigung des Effekts ausreicht. Darüberhinaus
kann der Betreiber die Fehlerbehandlung auf einfache Art und Weise selbst programmieren.
Schliesslich ist die Programmierung fernsteuerbar und bietet dadurch ein Maximum an
Flexibilität.
[0043] Eine weitere, bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass
(a) in jedem Sendeplan für jede Sendung neben den Sendungsdaten Ersatzdaten für eine
Ersatzlösung enthalten sind; und
(b) bei Auftreten eines lokalen Fehlers durch die Sendersteuerung anhand der Ersatzdaten
automatisch eine Ersatzlösung gesucht wird.
[0044] Die Sendungsdaten umfassen in dem oben wiedergegebenen Sendeplan die Angaben von
der Sendefrequenz bis zur Antenne bzw. dem Abstrahlwinkel. Die Ersatzdaten sind entsprechend
modifizierte Angaben, die z.B. eine andere Programmleitung, eine andere Antenne oder
ähnliches betreffen.
[0045] Der Ablauf ist im automatischen Betrieb so organisiert, dass durch den Sendeplan
die zeitunabhängigen Sendungsdaten aufgerufen und zur Ausführung gebracht werden,
wobei im Fehlerfall, anhand der vordefinierten Ersatzdaten automatisch eine Ersatzlösung
gesucht wird. Die automatische Ersatzsuche beschränkt sich dabei auf die der Sendersteuerung
angeschlossenen Steuerungen (Antennensteuerung, NF-Matrix-Steuerung). Die Ersatzsuche
bei Ausfall des Senders selbst wird dagegen vom Leitsystem 1 vorgenommen.
[0046] Schliesslich kann in jedem Sendeplan auch noch festgelegt werden, ob mehrere Sender
parallelgeschaltet werden sollen. Mit allen diesen zusätzlichen Angaben ist dann eine
automatische und autonome Steuerung auf Senderebene möglich, die selbst bei Auftreten
einzelner, lokaler Fehler keinen Eingriff des Operators benötigt und, vom Leitsystem
unabhängig, über Tage und Wochen den Betrieb des Sendezentrums in vorprogrammierter
Weise steuern und überwachen kann.
1. Verfahren zur Steuerung eines Sendezentrums mit einer Mehrzahl von Sendern (TX1,..,TXn)
und Antennen (A1,..,Am), wobei jeder Sender (TX1,..,TXn) eine Sendersteuerung aufweist,
und wobei eine NF-Matrix (9) mit einer NF-Matrix-Steuerung (3) zum Schalten wenigstens
einer Programmleitung (8) auf wenigstens einen der Sender (TX1,..,TXn), eine Antennen-Wählmatrix
(11) mit einer Antennensteuerung (4) zum Verbinden wenigstens eines der Sender (TX1,..,TXn)
mit wenigstens einer der Antennen (A1,..,Am), und ein zentrales Leitsystem (1) zum
Steuern der Sender (TX1,..,TXn), der NF-Matrix (9) und der Antennen-Wählmatrix (11)
vorgesehen sind; bei welchem Verfahren
(a) eine Mehrzahl von Sendeplänen erstellt wird, wobei jeder Sendeplan für einen Sender
die zeitliche Reihenfolge verschiedener Sendungen, und für jede Sendung den Status
des Senders sowie Daten für die Einstellung des Senders, der NF-Matrix (9) und der
Antennen-Wählmatrix (11) enthalten; und
(b) jeder Sendeplan einem der Sender (TX1,..,TXn) zugeordnet und dieser Sender nach
Massgabe des Sendeplans gesteuert wird;
dadurch gekennzeichnet, dass
(c) jeder Sendeplan vor seiner Ausführung in die Sendersteuerung des zugeordneten
Senders eingegeben und dort abgespeichert wird;
(d) bei fehlerfreiem Betrieb jeder Sender sowie die NF-Matrix (9) und die Antennen-Wählmatrix
(11) unter Umgehung des Leitsystems (1) direkt von der betreffenden Sendersteuerung
durch Abarbeitung des abgespeicherten Sendeplans gesteuert werden; und
(e) bei Ausfall eines der Sender (TX1,..,TXn) selbst die Steuerung durch das Leitsystem
(1) übernommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
(a) in jedem Sendeplan für jede Sendung neben den Sendungsdaten Ersatzdaten für wenigstens
eine Ersatzlösung enthalten sind; und
(b) bei Auftreten eines lokalen Fehlers durch die Sendersteuerung anhand der Ersatzdaten
automatisch eine Ersatzlösung gesucht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder abgespeicherte Sendeplan
für den Zeitraum wenigstens eines Tages folgende Daten enthält:
- Datum, Start- und Endzeit jeder Sendung;
- Senderstatus nach Ablauf jeder Sendung;
sowie für jede Sendung:
- Sendefrequenz;
- Trägerleistung;
- Modulationsart;
- Verhalten des Senders bei Fehlern;
- Wahl der Programmleitung (8);
- Wahl der Antenne (A1,..,Am)/Abstrahlwinkel.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem abgespeicherten Sendeplan
zusätzlich festgelegt wird, wie während der Sendung im Sender auftretende Fehler ausgewertet
werden, und wie die Sendersteuerung auf diese Fehler reagiert.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
(a) die auftretenden Fehler laufend gezählt werden und jeweils ihre Zeitdauer bestimmt
wird;
(b) der Sender automatisch abgeschaltet wird, wenn die Zeitdauer eines Fehlers einen
voreinstellbaren Maximalwert überschreitet;
(c) die Zählung zurückgestellt wird, wenn nach dem zuletzt aufgetretenen Fehler eine
voreinstellbare Minimalzeit verstrichen ist;
(d) beim Erreichen einer voreinstellbaren Anzahl von Fehlern die Leistung des Senders
automatisch um einen voreinstellbaren Betrag reduziert wird; und
(e) die stufenweise Leistungsreduktion des Senders bis zu einer voreinstellbaren Minimalleistung
fortgesetzt und der Sender dann automatisch abgeschaltet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem abgespeicherten Sendeplan
zusätzlich festgelegt wird, ob mehrere Sender parallelgeschaltet werden sollen.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass
(a) jeder der Sender (TX1,..,TXn) direkt mit dem Leitsystem (1) verbunden ist; und
(b) jeder der Sender (TX1,..,TXn) jeweils mit der NF-Matrix-Steuerung (3) und der
Antennensteuerung (4) in Verbindung steht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verbindung serielle
Schnittstellen (S41,..,S6n) vorgesehen sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verbindung ein gemeinsamer
Datenbus (5) vorgesehen ist.